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Höfen auf dein Gepäck, übergib es nicht fremden Leuten. Die Reisezeit ist Hochsaison für Hochstapler.

S. Lächele und spotte nicht über dir fternde Sit­ten und Gebräuche, suche vielmehr, artgebundenen Sinn zu erforschen und freue dich über die Erhal­tung und Pflege deutschen DolkstSms, wo du es unverfälscht antriffst.

10. Vergiß nicht, dir deine Heimatzeitung nach­senden zu lassen, du bleibst dann auch fern vom Ort immer mit deiner Heimat verbunden und bist im Bilde, wenn du wiederkommst!

Dornotizen.

Tageskalender für Dienstag.

NSG.Kraft durch Freude": Deutsches Volks­bildungswerk Gießen 20.15 Uhr Zeichensaal der Schil­lerschule, Hausmusik. Gloria-Palast (Seltersweg): Und du mein Schatz fährst mit". Große Hand­arbeitenschau: 10 bis 18 Uhr Hotel Prinz Carl, Seltersweg.

NSDAP. - Amt für Dolkswohlfahrt.

Ortsgruppe Gießen Oft.

Betr.: Lebensmittel-Opferring.

Die Sammlung wird Dienstag, 6., und Mittwoch, 7. Juli, von der NS.-Frauenschaft durchgeführt. Die Mitglieder wollen die Pfundpäckchen bereithalten und die Mitgliedskarten zur Eintragung vorlegen. Der Inhalt der Päckchen «ist außen sichtbar anzu­geben.

Ortsgruppe Gießen-Mitte. Opferring- Sammlung.

Am Mittwoch, 7. Juli, werden die Spenden (Opferring-Sammlung) durch die NS.-Frauenschaft eingesammelt. Die Hausfrauen werden gebeten, den Inhalt der Päckchen auf der Umhüllung kenntlich zu machen und die Mitgliedskarten zur QuUtungs- einzeichnung bereitzuhalten.

Da im nächsten Monat die Sammlung ausfällt, bitten wir, die Spende für den nächsten Monat mit­zugeben.

BOM.-Uniergau 116.

Dienstbefehlt

Am 8. Juli, 20 Uhr, singt, spielt und tanzt in der Aula der Universität der Mozartchor des Gebietes 3, Berlin. Für die Mädel der Flötenschar, der Zieh­harmonikaschar und des Orchesters setze ich diesen Abend als Pflichtabend an. Eintrittskarten bei der KdF.-Kreisstelle, Schanzenftraße 18, und an der Abendkasse zu 0,30 Mark. Allen andern Mädeln und Jungmädeln ist der Besuch empfohlen. Antre­ten in Kluft.

Ich erinnere die Gruppenführerinnen an die Mel­dungen der freiwilligen Arbeitswoche für Schüle­rinnen (Name und Zeit angeben), Meldung der Sommerlager-Einberufung und die Quartiermel­dung jeder M- und JM-Gruppe für das Gebiets- sportfeft am 21. und 22. August.

Außerdem mache ich darauf aufmerksam, daß die Rügen-Lagerteilnehmerinnen in jedem Fall sich einen Di-Abstrich bei ihrem zuständigen Arzt machen lassen. Die Untergauführerin.

Dienstbefehlt

Die gesamte Mädelgruppe 2/116 tritt am Diens­tag, 6. Juli, um 20.30 Uhr, an der Schtllerschule zum Gruppenappell an. Die Untergauführerin.

Dienstbefehlt

Die Rügenteilnehmer treten am 9. Juli zur Ab­fahrt um 19 Uhr am Ludwigsplatz an. Die Aus­wärtigen sind um 19.30 Uhr am Bahnhof Gießen angetreten.

RDM.- IM., Unlergau 116, Gießen.

Betr.: Schwimmen.

Am Dienstag, 6. Juli, werden die Schwimmtafeln der BDM.-Gruppen und der Führerinnen ausge- ttagen. Antreten pünktlich 19 Uhr an der Müllsr-

fchen Badeanstalt. Bei schlechtem Wetter werden die Staffeln im Volksbad ausgetragen. Eintritt 10 Pf.

Betr.: I M. - S ch w i m m e n.

Am Mittwoch, 7. Juli, werden die JM.-Schwimm- staffeln ausgetragen. Antreten pünktlich um 18 Uhr an der Müllerschen Badeanstalt. Bei schlechtem Wetter werden die Staffeln im Dolksbad ausge­tragen. Eintritt 10 Pf.

Die neuen Wurstpreise ab 10. Juli.

DNB. Die 2. Verordnung über Fleisch- und Wurst­preise vom 2. Juli 1937, durch die die Verbraucher­höchstpreise für Wurst auf 2 Mark je 500 Gramm festgesetz wurden, soweit die Preise nicht schon nied­riger sind, tritt am 10. Juli in Kraft. Der Handel muß bis dahin Gelegenheit haben, die Wurst, die er entsprechend teuerer eingekauft hat, noch zu den alten Preisen zu verkaufen.

Drogistenfachschule Gießen.

Von der Oeffentlichen Handelslehranstalt Gießen wird uns mitgeteilt:

Durch Beschluß der Industrie- und Handelskam­mer wurde im Rahmen der Oeffentlichen Handels- lchranstalt eine dreistufige Drogistenfachklasse unter der BezeichnungDrogistenfachschule" errichtet. Mit dieser Neugründung ist einem dringenden Notstand abgeholfen worden, da damit wieder die Möglichkeit besteht, einen eigenen Nachwuchs ddr Drogisten her­anzubilden. Die Kreisdrogistenschaft und die Stadt Gießen haben durch finanzielle Zuschüsse die Neu­gründung dieser Abteilung ermöglicht. . In dem Schulgebäude der Oeffentlichen Handelslehranstalt werden geeignete Arbeitsplätze eingerichtet, so daß auch in dieser Beziehung die besten Voraussetzungen gegeben sind. Die Drogistenfachschule im Rahmen der Oeffentlichen Handelslehranstalt wird von den Lehrlingen aus den Kreisen Gießen, Marburg und Wetzlar besucht werden.

Missionsfest der Luthergemeinde.

Am Sonntagnachmittag versammelte die Luther­gemeinde wie man uns berichtet ihre Glieder und Freunde zu einem Missionsfest in der maleri­schen Burgruine des Gleibergs. Eine recht stattliche Gemeinde hatte sich eingefunden, um mitzufeiern. Der Posaunenchor Lang-Göns begleitete die Ge­meindelieder, die Konfirmanden sagten das Mis­sionswort der Heiligen Schrift. Dann berichtete Frl. Unruh (Wiesbaden) in anschaulicher Weise aus der Arbeit der Sudan-Pioniermission in Aegypten. Der Kirchenchor verschönte die Feier mit seinen Lie­dern. Während der Kaffeepause im Burghof fang ein kleiner Chor mit Instrumentalmusik fröhliche Sommerlieder. Im Mittelpunkt des zweiten Teiles des Nachmittags stand dasSpiel vom St. Georg", von der Gemeindejugend der Luthergemeinde mit aroßem Eifer gespielt. Zum Ausklang der Feier ver­sammelte sich die Gemeinde in dem Gleiberger Kirchlein zum Abendsegen.

Gießener Wochenmarktpreise.

* Gießen, 6. Juli. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse A 10^, Klasse C 9%, ungezeichnete 8, aus­ländische, Klasse B 10^, Wirsing, % kg 22 bis 25, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 20 bis 25, gelbe Rüben, das Bündel 10 bis 15, Ya kg 20 bis 25, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 25, Römischkohl 10 bis 12, Bohnen, grün, 30 bis 35, gelb 40 bis 45, Erbsen 20 bis 30, Tomaten 45 bis 50, Rhabarber 10 bis 12, Pilze 45 bis 50, Kartoffeln, alte, kg 5 Pf., 5 kg 50 Pf., 50 kg 4,80 Mark, neue, kg 10 Pf., Pfirsiche 45 bis 50, Himbeeren 30 bis 40, Kirschen 35 bis 50, Heidelbeeren 28 bis 32, Stachel-,

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Vornan von Walther Kloepffer

Copyright 1936 by August Scherl G. m. b. H., Berlin.

39. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

19.

Wenn ein Mensch viele Tage lang zwischen Tod und Leben pendelt, wenn ihn das Fieber schüttelt, die Schmerzen zwacken, die Angst beutelt, wenn er dergestalt zwischen Hoffnung und Grauen wie in einer Schrottmaschine hin und her gerieben wird, dann ist zu vermuten, daß wenigstens eines in ihm geschieht daß er besinnlich wird. Und ist er kein ganz und gar verderbter Bösewicht, so erschrickt er wohl auch ein bißchen über das Zeug, das er im Laufe der Jahre zusammengelebt hat.

Dem Manne Tutschek, nicht viel mehr als Haut und Knochen unterm Pyjama, erging es wenigstens so. Ziemlicher Misthund gewesen ganz recht ge­schehen vielleicht geht's für dieses Mal noch gut hinaus, so oder ähnlich waren seine Gedanken, wenn er aus dem Brei der Bewußtlosigkeit für ein paar Minuten hochkam und wie ein Schwimmer Umschau hielt. Mürbewerden, Selbsteinkehr, Besse­rungsbereitschaft waren die Wegstrecken.

Als die Schwester des Dritten Ordens Helene Bogenstaller eines Morgens ins Krankenzimmer trat, erschrak sie. Ihr rundliches Gesicht, das immer wie frisch gewaschen aussah, drückte das deutlich aus. Dann kratzte sie sich mit dem Fingernagel in ihrem bravgescheitelten Haar und sagte:

Sie haben ja die Augen offen,'Herr Tutschek! Schon lange?"

Tutschek blickte seine Pflegerin aufmerksam an und bewegte die Lippen, aber die Stimmbänder streikten.

Brauchen Sie etwas? Wart, ich hole Ihnen warme Milch. Die wird Ihnen guttun. So, nun schlucken Sie mal! Ui jegerl, da ist wieder die Hälfte danebengelaufen! Ein rechter Schwachmati­kus sind wir noch! Aber Hauptsache: Wir haben's geschafft, wir sind überm Berg!" redete Schwester Helene. Sie redete mit all ihren Kranken, ob sie

nun zuhorchten oder nicht; denn diese Selbstge­spräche stellten eine Fühlung her und schlugen Freund Hein in die Flucht.

Ja? dachte der Kranke ungläubig. Dann lächelte er ein bißchen, was ungewohnt und schmerzhaft war, weil die Wangenhaut spannte und die Lippen ausgedörrt waren.

Auf meine Prognose können Sie Häuser bauen! Soviel sag' ich Ihnen. Uebrigens ist der Arzt auch dieser Ansicht. Was macht denn unser Thermometer- chen? 37,4? Recht ordentlich; das haben Sie gut gemacht, Herr Tutschek! Wollen Sie sich aufsetzen? So. Seit wann sind wir denn wach?"

Schon lange", krächzte der Kranke. Faule Luder sind die Stimmbänder! dachte er.

Warum haben Sie denn nicht geklingelt? Die Klingelschnur ist doch um Ihre Hand gewickelt, In so einem Fall muß man die Schwester verständigen. Am Vormittag kommt der Arzt."

Tutschek murmelte etwas von einem Spiegel.

Die Schwester tat ihm den Willen und brachte einen kleinen Handspiegel herbei.Sie sehen natür­lich ein bißchen mager und stoppelig aus. Er­schrecken Sie nicht!"

Was war denn los mit mir, Schwester?"

Sie wissen doch, daß man Sie ins Bein geschos­sen hat. Oder wissen Sie das nicht?"

Er nickte schwach.

Tja, und dann hat Sie also Doktor Fogg ge­funden, sagt er, im Mühlhölzel nämlich, und hier­her in Ihre Wohnung geschafft und behandelt. Sie waren die ganze Zeit her benußtlos, denken Sie mal an! Aber jetzt brauchen Sie sich keine Sorgen mehr zu machen, das Schlimmste ist überstanden, und das Bein bleibt nicht steif, meint der Arzt."

Der hiesige?"

Ja, der von hier; welcher denn sonst? Das ist eine dumme Geschichte mit dem. Man hat seinen Revolver im Wasser gefunden, in einem Tümpel beim Mühlhölzel, und eine Patrone war abge­schossen, oder wie man da sagt, und jetzt verdächti­gen sie ihn, er sei der Täter gewesen."

Das ist doch Blödsinn!" murmelte Tutschek.Der war es ja gar nicht."

Ja, wer denn dann? Sie müssen das sagen! Der Kerl muß doch eingesperrt werden, und der

beeren 15 bis 35, Johannisbeeren 15 bis 25, Erd­beeren 45 bis 55, Suppenhühner 90, Blumenkohl, das Stück 10 bis 60, Salat 10 bis 20, Salatgurken 30 bis 45, Einmachgurken 3 bis 8, Oberkohlrabi 5 bis 10, Rettich 5 bis 20, Pf.

* * Die Bezahlung der Strom- und Gasgelder für den Monat M a i muß umgehend erfolgen, wenn die säumigen Zahler sich allerlei Un­annehmlichkeiten ersparen wollen.

* * Zum Ausbau des Wartweges sollen die Erd-, Pflaster- und Chaussierungsarbeiten, so­wie der Bau eines Regen- und Schmutzwasserkanals öffentlich vergeben werden.

* * R i ch t i g st e l l u n g. Unserem gestrigen Be­richt über die Jubelfeier der Gießener Realanstal­ten ist richtigstellend nachzutragen, daß die von Oberstudiendirektor Dr. W o l k e w i tz überreichten Glückwunschadressen des Landgras-Ludwig-Gymna- fiums nicht von Professor Walter, sondern von dessen Sohn, dem Graphiker H. H. Walter (Gie­ßen), künstlerisch gestaltet worden waren.

HunOfunfprogramm.

Dienstag, 6. Juli.

6 Uhr: Choral; Morgenspruch; Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik am Mor­gen. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11: Nur Freiburg: Nachrichten. 11.30: Sportfunk für die Jugend. 11.45: Deutsche Scholle. 12: Mittags­konzert I. 13: Nachrichten Offene Stellen. Nach­

richten äüs dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskon­zert II. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei von zwei bis drei. 15:Dies ist mein Glaube." Zum 50. Ge­burtstag von Walter Flex. 15.15: Volk und Wirt­schaft. Im Sommer ist der Fisch am besten! 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Bitte greifen Sie zu! 20: Frohsinn in Lied und Tanz. 21: Nachrichten. 21.10: Stadt im Osten. Ein 'Funkbogen um Breslau, der Stätte des 12. Deut­schen Sängerbundesfestes. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Von der Wafferkuppe (Rhön): Internationaler Rhön-Segel­flug-Wettbewerb. Funkbericht. 22.30: Unterhaltung und Tanz. 24 dis 1: Nachtmusik.

Mittwoch, 7. Juli:

6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.30: Hausfrau, hör zu! 11.40: Gau­nachrichten. 11.50: Deutsche Scholle. 12: Mittags­konzert. Aus den Didier-Werken in Mainzlar, Ober­hessen: Werkskonzert. Ausführung: das Musikkorps eines Infanterie-Regiments und der Werkschor der Didier-Werke A.-G. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. Offene Stellen. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Blauer Himmel, weißer Strand! 15.15: Volk und Wirtschaft. 16: Bunte Musik. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Unser sin­gendes, klingendes Frankfurt. 21: Nachrichten. 21.15: Franken. Hochklang einer Landschaft. Funk­folge. 22: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 22.20: Kamerad wo bist du?

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Sealanflallen im sportlichen Wettkampf.

Der gestrige Montagvormittag brachte zum Ab­schluß der Jubiläumsfeiern der Gießener Realan- ftalten ein großes Sportfest auf dem Universitäts- fportplatz. Mehrere hundert Schüler beteiligten sich unter der Leitung von Turnlehrer Paul und Studienrat Dr. D u s e b e r g an den Vorführungen und den Wettkämpfen. Einige der Wettkämpfe stell­ten dabei Begegnungen zwischen den Schülern der Oberrealschule und des Realgymnasiums dar.

Den Auftakt der sportlichen Darbietungen bilde­ten die großen Vorführungen in der Körperschule, zu der die Schüler in drei großen Gruppen an­traten. In den Hebungen äußerte sich eine schöne Disziplin. Die zahlreichen Zuschauer aus dem Kreise der Eltern nahmen die Darbietungen mit großem Beifall auf. Den ersten Wettkampf stellte die H i n- demisstaffel für die Unter st u f e dar, bei der die Schüler der Oberrealschule den Sieger stellen konnten. Einen sehr interessanten Verlauf nahm dann die 8X100-Meter-Staffel der Mittel­stufe, in der sich die Angehörigen des Realgymna­siums als Sieger behaupten konnten. Nicht weniger anregend verlief der Kampf in der Gemischten Staf­fel der Oberstufe, die über 100, 100, 200, 400, 400, 200, 100 und 100 Meter führte. Hier siel der Sieg wieder an die Oberrealschule.

Für die Fülle der turnerischen Darbietungen, die den Staffeln folgten, wurde das ganze Kampffeld in Anspruch genommen. Die Angehörigen beider Schulen zeigten Ausschnitte aus der Uebungsarbeit in den Turn- und Sportstunden und ließen dabei erkennen, wie vielseitig und unterhaltsam in der Schule des Dritten Reiches die Leibesübungen be­trieben werden. Das große Sportfeld bot ein un­gemein bewegtes und erfreuliches Bild. Da wurde über den Bock, dann vom Pferd aus im Salto rück­wärts in das Sprungtuch gesprungen, da fanden Hindernisfpringen statt, es wurden die mannigfach-

ften Hebungen im Bodenturnen gezeigt, und Lauf­und Wurfspiele mit den Medizinbällen durchgeführt. Wieder andere Schüler zeigten Hebungen am Bar­ren. Nach diesen Spielen nahm das Tauziehen die Aufmerksamkeit aller in Anspruch. Die Jugend teilte sich hier klar in zwei Lager und ging bei die­sem lustigen Wettkampf lebhaft mit. Mit heftigen Rufen wurden die Kämpfer angefeuert. In zwei Gängen traten zunächst die Obertertianer an. Hier war der Oberrealschule der Sieg nicht zu nehmen. Auch die Hntersekundaner bestritten diesen Wett­kampf. Hier blieb der Sieg beim Realgymnasium, das trotz der besonderen Technik der Oberrealschüler den Sieg an sich riß.

Fußball: Realgymnasium Oberrealschule 2:0.

In einem nicht sonderlich bewegten Fußballkampf standen sich dann die Mannschaften der beiden Schu­len gegenüber. Die Oberrealschüler kämpften hierbei reichlich unglücklich und kamen durch etliche Latten­schüsse um ihre Chancen. Die Realgymnasiasten wa­ren immer etwas rascher am Ball und vor dem Tor gefährlicher. Der Sieg war verdient. Es wurde sehr fair gekämpft.

Handball: Realgymnasium Oberrealschule 8:3.

Der Handballkampf verlies im Gegensatz zum Fußballspiel außerordentlich lebendig. Auf beiden Seiten sah man ausgezeichnete Spieler im Feld. In raschen Durchbrüchen wurden auf beiden Seiten immer wieder gefährliche Situationen geschaffen. Der Sturm der Realgymnasiasten war aber bei weitem wurfgewaltiger; auch hatten sie im Feld­spiel immer eine leichte Heberlegenheit und kamen zu einem verdienten Sieg. Der Kampf war reich an dramatischen Momenten und für die Zuschauer recht anregend.

Das Sportfest stellte einen erneuten schönen Be­weis der Verbundenheit der beiden Schulen dar.

Doktor Fogg muß doch auch zu seinem Recht und zu seiner Ehre kommen", drängte die Schwester angelegentlich und sah den Patienten beschwörend an.

Tutschek schloß die Augen und schwieg. Er wollte nichts sehen, das viele Licht nicht und die dringliche Schwester schon gar nicht. Er wollte nachdenken, in aller Einsamkeit, wie er es schon oft getan hatte, wenn auch bloß für Minuten, er wollte mit sich zu Rate gehen, er brauchte einen Entschluß, und bann war dieser Entschluß plötzlich da.

Er öffnete die Augen und sagte ganz laut und ganz deutlich:Der Kerl muß gar nicht eingesperrt werden! Ich bin ihm nicht böse. Es ist alles ganz gut so, wie es ist. Kann ich jetzt schlafen, Schwester?"

Schwester Helene war gekränkt und verdutzt. Sie wendete sich auf den Zehenspitzen ab und nahm sich vor, diese Wendung sofort dem Hntersuchungsrich- ter mitzuteilen. Dann ging sie aus dem Zimmer.

Als Dr. Jung am nächsten Tag am Krankenbett stand, wiederholte sich das Schauspiel des Gekränkt­seins und des Verdutztseins. Tutschek befreite zwar den Arzt und das Mädchen Anna von jedem Ver­dacht, aber er war nicht zu bewegen, den wirklichen Täter zu nennen. Dr. Jungs Weltbild geriet in Unorbnung. So ein Fall war ihm noch nicht vor­gekommen. Er zog alle Register feiner Heber- rebungskunst.

Aber, Menschenskinb, begreifen Sie doch! Sie entziehen einen Verbrecher bem Arm ber Gerechtig­keit. Das geht boch nicht! Wo kämen wir benn ba hin? Ein Mensch knallt Sie über ben Haufen, unb Sie wollen ihn nicht angeben? Gestatten, aber ich finbe bas unerhört!"

Tutschek lächelte höflich.

Herr Doktor Jung, ich bitte, mir eine Frage zu beantworten! Kann man mich zu biefer Namens­nennung gerichtlicherweise zwingen?"

Zwingen gerabe nicht. Aber ich rufe Ihr Moral­gefühl an!"

Verzeihen Sie, wenn ich in biefem speziellen Fall mich zum Schweigen verpflichtet fühle. Ich kann Ihnen bas nicht so erklären, aber ich habe reiflich barüber nachgebacht, unb ich bitte, es mir nicht als Widersetzlichkeit auszulegen."

Sie wollen ben Täter also schonen? Haben Sie wenigstens eine einleuchtende Hrsache bei der

Hand? Geschah die Tat aus Versehen, aus Unge» schicklichkeit, aus Rotwehr oder aus was eigentlich?"

Nehmen Sie an, Herr Hntersuchungsrichter, es seien Hmstände vorhanden, die mich die Tat als berechtigt empfinden lassen, als eine Art wohlver­diente Strafe", murmelte Tutschek unb wagte nicht aufzusehen.

Ach so, Sie verweigern also die Aussage, weil Sie fürchten, sich selbst zu belasten?"

So ähnlich, Herr Hntersuchungsrichter."

Dr. Jung grüßte kühl unb ging. Er war unzu­frieden wie ein Mathematiker, dem eine Gleichung nicht auf geht.

*

Die Kunde von Foggs Hnfchulb brauchte nicht ganz dreißig Minuten, um ihren Weg durch Schel­lenberg zu machen. Anna war selig darüber, unb der übrigeBeritt" triumphierte. Man zerbrach sich die Köpfe, warum Tutschek den Täter verschwieg.

Ist doch klar, Herrschaften!" schrie der Fenzl und hieb mit der Faust auf die Tischplatte der Kantine.Das Bürschlein hat eben selber Dreck am Stecken. Vielleicht fürchtet ber Tutschek die Rache des anderen, wenn er ihn anzeigt."

Als letzter erfuhr Professor Engasser von der un­erwarteten Wendung, die es mit Fogg genommen hatte. Als die Köchin Emerenz die Neuigkeit in seinem Arbeitszimmer ab geladen hatte unb ver­schwunden war, griff er sich verblüfft an den Köpft Fogg unschuldig? Das hätte er nicht gedacht. Dann beschlich ihn ein unangenehmes Gefühl. Wer hatte Fogg so hineingeritten? Er! Daß er ben Revolver hatte abliefern müssen, war ja selbstverständlich. Aber bie Gesinnung bamals, mit der dies geschah, war nicht einwandfrei; zuviel Haß unb Rachsucht, zuviel Schäbigkeit unb Schadenfreude waren habet im Bunde gewesen.

Engasser schritt an das Fenster zu feinen Aqua­rien. Die blau gestreiften Zebrabarben sausten in bräutlichem Glück die Scheiben entlang, und das Makropodenmännchen baute eifervoll an seinem Schaumnest. Hier war eine kleine, grüne Welt, in der das Auge ausruhte. Der Professor entfernte ein abgestorbenes Sagittarienblatt von der Wasserober­fläche, aber er war nicht recht bei der Sache. Er dachte ärgerlich:

Fortsetzung folgt.

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denn mit Opekia werden Marmeladen und Gelees billiger. Ohne Opekta nämlich kochen diese durch die lange Kochzeit häufig bis zur Hälfte ein. Mit Opekta jedoch bekommen Sie ungefähr das ganze Gewicht an Marmelade oder Gelee in die Gläser, das Sie an Obst und Zucker in den Kochtopf geben.