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Dienstag, 6. Zuli 1937

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

r.154 Zweites Blatt

Ein Achfzigjähriger

ASM. im Verkehrserziehungsdienst

bieten abaestreifb werden "müssen^ Unsere Polizei 8urch ganz Deutschland in etwa 7°° Konzerten uber- versieht mit arotzer Nachsicht und Geduld ihr nicht all Anerkennung gesunden als auch Freude am echten leichtes Amh Wenn sie darum, wie gestern, die ! deutschen alten und neuen Volkslied^geweckt^^^

Zeitschriften.

Hannes

dämm muß aus dem kürzesten Wege in rechtwink­ligem Marsch überquert werden! An den Ecken nicht stehenbleiben, wir brauchen keine Eckensteher! Wer an den Ecken stehenbleibt, gefährdet sich und andere! Die Uebergänge zu den Verkehrs­inseln sind keine Versammlungsstellen, sondern sie sind freizuhalten! Kinder haben auf dem Fahr­damm nichts zu suchen, der Fahrdamm ist kein Kinderspielplatz! Der Fahrdamm ist nur für den Fahrzeugverkehr da! Fußballspielen ist besser auf dem Sportplatz, als auf dem Fahrdamm, wo es auch verboten ist! Kinderwagen können auf den Bürgersteigen gefahren werden, sie dürfen aber nicht den Fahrdamm als ständige Wegbahn be­nutzen! Wenn der Bürgersteig zu eng ist, dann hintereinander gehen, aber nicht nebeneinander!

Unsere Stadt wird am Donnerstag vom Berliner Mozart-Chor besucht, der mit seinen 75 Sängern sich auf einer größeren Konzertreise befindet und dabei auch unsere Stadt berührt. Der Chor zählt zu den besten Kinderchören Deutschlands Ausgezeichnete Beurteilungen seiner Leistungen beweisen, daß der Berliner Mozart-Chor" im deutschen Musikleben eine hervorragende Stellung einnimmt. Diele Leser werden vielleicht schon einige seiner Darbietungen im Berliner Sender gehört, oder ihn bei der Mit­wirkung in einem Film gesehen haben. Auch bei großen'offiziellen Feiern der Partei, zuletzt bei der Neichssendung der Weihnachtsfeier unter Dr. Goeb­bels, ist der' Chor zur Mitwirkung herangezogen worden. Mit seinen 75 kleinen Sängern und Sän­gerinnen hat er sowohl auf seinen 40 Konzertreisen

Zeiger.)

pol'zei auf Erziehungsfahrt.

Durch alle seine Verse geht es wie eine Ahnung von dieser letzten Erfüllung, aber auch wie Ahnung von ewiger Wiederkehr. So läßt er den toten Sol­daten aus dem Grabe sprechen:

Wir sanken hin für Deutschlands Glanz. Blüh', Deutschland, uns als Totenkranz! Der Bruder, der den Acker pflügt, ist mir ein Denkmal, wohlgefügt. Die Mutter, die ihr Kindlern hegt, ein Blümlein überm Grab mir pflegt. Die Büblein schlank, die Dirnlein rank blüh'n mir als Totengärtlein Donk. Blüh', Deutschland, überm Grabe mein jung, stark und schön als Heldenhain!" C. K.

Zum ersten Male tra­ten gestern in unserer Stadt die Angehörigen des Nationalsozialistischen Kraftfahr-Korps (Motor­standarte 147) im Rah­men der L ärmbekämp- fungs- und Verkehrs-Er- ziehungs-Woche im Ver­kehrs-Erziehungs­dienst in Erscheinung. Doppelposten, ausgerü­stet mit besonderen Brust­schildern und mit Halte­stäben (die das Zeichen des NSKK. tragen), hat­ten an stark belebten Punkten unserer Stadt Aufstellung genommen, um die Verkehrsteilneh­mer, immer dann, wenn falsches Verhalten auf der

Die Liste dessen, was im Fußgängerverkehr einer Stadt täglich in unendlich vielen Fällen falsch gemacht wird, meist ohne jeden bösen Gedanken, was aber bei einigem Ueberlegen ebenso leicht stets richtig gemacht werden kann, könnte in vielfacher Hinsicht hier fortgeführt werden. Jedoch es mag c enug sein mit diesen wenigen Beispielen der Gegen­überstellung von falsch und richtig. Zur Beher­zigung für alle Fußgänger seien nur noch einige allgemeine Richtlinien hier her­vorgehoben.

Beim Ueberqueren der Straße erst links, dann rechts sehen! Fußgänger benutzen immer nur den Bürgersteig, der Fahrdamm ist für den Fährverkehr da! Auf dem Bürgersteig immer nur die rechte Seite in der Wegrichtung benutzen! Der Fahr-

Schulkinder mit auf ihre Rund fahren nimmt, so ist sie wohl auf dem besten Wege dazu, auch deren Eltern die erforderlichen Belehrungen nahezubrin­gen; denn was das Kind zu Haus von diesen Fahrten berichtet, wirkt sich sicherlich gut aus, und so wird die Polizei auch auf dem Wege über die Schule zu dem Erfolg kommen, , den sie anstrebt: einen flüssigen Verkehr so lautlos als nur möglich in geordnete Bahnen zu lenken zum Wohle der Volksgemeinschaft!

Berliner Mozartchor singt in Giehen.

D a s I n n e r e R e i ch" (Herausgeber: Paul Alverdes und K. B. v. Mechow; Verlag Albert Langen/Georg Müller, München.) Im Jul'-Heft be­ginnt Wilhelm Schäfer unter dem ganz persönlichen TitelMeine Eltern" vom Lebensweg fernes Va­ters und feiner Mutter zu erzählen; dies ist nicht nur ein Stück klarer und anschaulicher Prosa, son­dern auch ein Stück deutscher Wirklichkeit. Ebenso in deutsche Wirklichkeit führt Hans Grimm in einem Beitrag, den er dem scheidenden englischen Minister­präsidenten Baldwin widmet es geht ihm nicht nur um den bedeutenden Politiker, sondern auch um das Problem des Verstehens zwischen den Vol- kerki. Wie Schäfers Erzählung gelten eine Reche von Beiträgen dem rheinischen Raum im weitesten Sinne: Andreas Heusler spricht vomrheinischen Hausfreund", dem Alemannen I. P. Hebel, Otto Brües schildert, mit Bildern Düsseldorfer Maler, die Landschaft am Niederrhein, auch die Kölner Mund- artqedichte von Goswin P Gath gehören hierher denen in Christine Kochs sauerländischen Ge­dichten das westfälische Element gegenübertritt wah­rend Friedrich Schnack mit seinenMamfloßern für die mittlere Landschaft spricht. Zu erwähnen ist noch die besinnliche ErzählungUntergang einer Kindheit" von Martin Naschte; eine Zierde des Heftes ist die Wiedergabe der Schlageter-Buste Jo- Knubels.

Die Polizei wendet sich in dieser Woche zur rerkehrerziehung an alle Volksgenossen. )as ist sehr löblich. Und dringend notwendig oben- irein. Denn nirgends wird im Gemeinschaftsleben er Stadt wohl mehr gesündigt und gegen die clbstverständlichsten Gebote verstoßen, als gerade uf dem Gebiete des Verkehrs. Keiner beschuldige ier den anderen! Wir sind in dieser Hinsicht alle miteinander täglich Sünder. Selbst bei vielen, die igentlich nicht zu dieser Gilde gehören sollten, kann man allerlei Verkehrssünden wahrnehmen.

Betrachtet man die Sünder nach bestimmten Ver- ehrsgruppen, so muß man feststellen, daß gerade diejenige Gruppe, die meist am lautesten über Ver- ehrssunder schimpft, selbst am häufigsten gegen die Grundregeln des Verkehrs sündigt, nämlich die Gruppe der Fußgänger. Ein Blick in die Straßen bestätigt das an jedem Tage.

Eine Marsch r i ch t u n g s - Disziplin auf den Zürgersteigen gibt es für die meisten überhaupt icht. Die GrundregelRechts gehen!" hört tnb liest man wohl, befolgt sie aber nicht; kunter- unt wie Kraut und Rüben durcheinander läuft lles auf den Bürgersteigen, ohne zu bedenken, daß nan sich dadurch im Vorwärtskommen gegenseitig nur behindert.

Man sieht auch häufig Männlein und Weiblein, jung und alt, in möglichst langestreckter Marsch- lah'n den Fahrdamm überqueren, anstatt ihn auf tem kürzesten Wege im rechten Winkel

Autofahrer hupt und Radfahrer schellt nicht un­nötig" und noch viele andere beherzigenswerte Er­mahnungen zur Verkehrserziehungswoche werden in diesen Tagen wiederholt durch den Laut­sprecher allen zugerufen. Die Rundfahrten, die die Polizei in dieser Woche unternimmt, wirken sich erzieherisch aus; denn neben unvorschriftsmäßig fahrenden Automobilisten! und Radfahrern muß auch der Fußgänger noch richtig gehen lernen. Bei der gestrigen Rundfahrt der Polizei mußte Polizeikommissar Zimmer wiederholt auf das falsche Ueberqueren der Straße aufmerksam machen. Es ist eine Erfahrungstatsache, daß die Jugend sich besser den Verkehrsnotwendigkeiten anpaßt, als die älteren Volksgenossen. So ist die Verkehrserziehung und die Lärmbekämpfung ein Kampf gegen alte Angewohnheiten aus einer geruhsamen Zeit, die in den Zeiten des Fortschritts jetzt auf allen Ge-

Hochschulnacknchten.

Von den amtlichen Verpflichtungen entbunden wurden die ordentlichen Professoren Dr. Ernst Matthe^ (Zoologie) an der Universität Greifs­wald und Dr. Emanuel Mörsch (Bauingenieur- Kefen) an der Technischen Hochschule Stuttgart.

hing gestaltet undDer Kanzler Klaus von Bismarck". r .

Schon als Schüler erntete Flex seine ersten dich­terischen Erfolge. So wurde sein DramaD i e Bauernführer" am 14. Januar 1905 von seinen Mitschülern aufgeführt, er selbst spielte die Rolle des Thomas Münzer, und em Jahr spater, als Oberprimaner, schrieb er bereits seinenD e - metrius", der 1909 im Eisenacher Stadttheater seine Uraufführung erlebte. Von früh an aber suchte er für sein Erleben auch nach rein lyrischem Aus­druck, und schon als dreiundzwanzigjahriger Stu­dent, 1910, veröffentlichte er seinen ersten Gedicht­bandIm Wechsel". Eine Sammlung von Anek­doten und Geschichten aus dem dreißigjährigen Krieg, die nach und nach entstanden und von denen manche zu seinen stärksten Schöpfungen gehören, fanden erst nach seinem Tode im Fohre 1918 unter dem TitelWallensteins Antlitz' ihren Weg in die Oesfentlichkeit. Ebenso wurden auch, seine teilweise unvollendeten DramenLothar uno Das heilige Blut" erst aus seinem Nachlaß herausgegeben.

Walter Flex war 27 Jahre alt, als der große Krieg über Deutschland hereinbrach. Selbstverständ­lich, daß er sofort als Freiwilliger zu den Fahnen eilte. Drei Jahre lang hat er das erringen an der Front miterlebt, zuerst in Frankreich, spater in Rußland. Dort, auf der Insel Oesel, erreichte ihn am 15. Oktober 1917 die tödliche Kugell Was er m diesen drei Jahren erlebt, fanb JMustoutf m dichtbändenSonne unb 6^1 b , "D o m g r o= Ke» Abendrnah l",Im Felde zwischen N a ch t u n d T a g" und in dem Prosawerk D e r Wanderer zwischen beiden Welten , tn der er seinem Kriegskameraden dem flogen Ernst Wurche, ein herrliches Denkmal gesetzt hat Die ersten Blätter einer neuen Handschrift ,M o l f Eschenlohr" wurden, von der Kugel durchvohrt, in der Kartentasche des Toten gefunden. Dieses Fragment zeigt ein Ringen um die tiefen sozialen Nöte des deutschen Volkes, eine ahnungsvolle Sehn­sucht nach einer wahren lebendigen ^nierbung über alle Klassen und Stände hinweg Hatte dieses Fragment seine Vollendung gefunden, so wäre es vielleicht eines der richtungweisenden Werke der "°W°r als^Nachl-b-nder di- Kri-gsg-dicht- des jungen Leutnants Walter Flex liest, begreift, daß dieser Mann zu denen gehörte, d.e nicht w.ed r- kamen Man sieht ihn im Geiste vor sich, tm feld­grauen Rock, einen Gezeichneten von Anbeginn einen, den der Tod liebt, der nur im Tode letztes , Maß und Erfüllung seiner Seele finden konnte.

Oer Kußgänger im Straßenverkehr.

benso leicht kann man das richtig machen, was bisher noch immer falsch ausgeführt wird!

Oie Wanderungen des Kabeljaus.

lieber die seltsamen Gewohnheiten des Kabel­jaus, der von seinen Laichplätzen südlich von Is­land 2500 Seemeilen weit wandert und später dort­hin zurückkehrt, spricht Dr. A. Vene! Taning, ein dänischer Gelehrter, in einem Bericht an die Inter­nationale Gesellschaft für Meeresforschung. Mehr als 100 000 Kabeljaus sind in der nördlichen At­lantik und den benachbarten Arktischen Gewässern markiert worden. Die Markierung geschieht durch Plättchen von Silber, Bronze, Zinn, Ebenholz und Celloloid. Manche Kabeljaus, die ganz jung mar­kiert worden sind, in der Nähe ihrer Laichplätze, sind dann am Ende ihrer Wanderschaft gefangen worden. Andere sind an der Küste von West-Grön­land, fast in kanadischen Gewässern markiert war- den, und sind nach Island zurückgekehrt. Die längste Reise ging nach Dr. Taning von der Südküste von Island an Kap Faroel vorüber und durch die Da­visstraße nach Neufundland. Manche Fische sind im höchsten Norden von Norwegen gefangen worden noch einer Reise von nicht weniger als 1400 See­meilen. Diese Reisen werden, wie Dr. Taning er­klärt, aus Gründen der Nahrungssuche unternom­men, meistens an der Oberfläche und im allgemei­nen den Meeresströmungen folgend. Was aber den Kabeljau antreibt, zu seinen Laichplätzen zurück- zukehren, ist vorläufig nicht bekannt. Die längsten von diesen bisher beobachteten Rückreisen waren von der Westküste von Grönland nach Island und vom Nördlichen Eismeer bei Novaja Semlja zur mittleren Küste Norwegens.

Wir wissen nicht, wie sie diese Reise vollbracht haben", erklärt Dr. Taning,noch kennen wir ihren Weg oder die Meerestiefe, in der sie wander­ten, auch'nicht die Geschwindigkeit, mit der sie die Entfernung zurücklegten, oder die genaue Zeit, zu der die Wanderschaft beginnt. Noch weniger wissen wir von den eigentlichen Ursachen des Aufbruchs und von der Art, wie die Fische ihren Weg sinden oder vielleicht fühlen." Es wird nur vermutet, daß sie ihre Rückreise eher gegen Meeresströmungen zu- rücklegen als mit ihnen, qnd daß sie wahrscheinlich in großer Tiefe schwimmen, um die stärksten Strö­mungen zu vermeiden Aber der Sinn, der sie leitet, ist unbekannt. Die größte Wanderung der letzten Jahre, so fügte Dr. Taning hinzu, scheint zwischen den Jahren 1930 und 1934 stattgefunden zu haben. Jetzt hingegen scheintein Zustand der Beharrung" eingetreten zu sein, und, vielleicht als Folge davon hat das Jahr 1936 einen ungeheuren Rückgang in der isländischen Kabeljau-Fischerei ge­bracht.

Am morgigen Mittwoch, 7. Juli, kann der Schriftsetzer i. R. Theodor Loos, Ebelstraße 2 I., in körperlicher und geistiger Frische seinen 80. Ge­burtstag feiern. Den hochbetagten Mann kann man noch häufig auf seinen Spaziergängen in den Stra­ßen und in den Anlagen unserer Stadt sehen. Er, ein gebürtiger Gießener, hat seiner Heimatstadt wählend seines ganzen Lebens unwandelbar die Treue gehalten. Diese Treue kennzeichnete auch sein berufliches Leben. Er trat als 14jähriger in der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruck.erei als Setzerlehrling ein und hat über sechs Jahrzehnte dem Hause die Treue gehalten. Auch ihm waren die wohlverdienten Ehrungen für diese treue Mit­arbeiterschaft nicht versagt geblieben. Die Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei Betriebs­leitung und Gefolgschaft gedenken deshalb auch heute'in Dankbarkeit seiner und übermitteln ihm auf diesem Wege herzlichste Grüße und Glückwünsche zu seinem 80. Geburtstag.

Merksätze für Ferienreisende.

1. Denke an die laufenden Zahlungen, die auch während deiner Abwesenheit erledigt werden müs­sen: Gas- und Stromrechnung, Miete, Steuern, Versicherungen, Fernsprech- und Rundfunkgebühren, Partei- und Derbandsbeiträge; erledige sie vor An­tritt der Reise!

2. Beantrage beim Postamt die Nachsendung aller Postsachen!

3. Vergiß nicht, gültige Ausweispapiere mit auf die Reise zu nehmen!

4. Hinterlasse deinem Hauswirt oder deinem Nachbar deine Ferienadresse.

5. Vergiß nicht, in deiner Wohnung dieDauer­brenner" (Heißwasserspeicher usw.) abzudrehen. Stelle den Haupthahn der Gasleitung für deine Wohnung und die Stromzuführung für Licht ab!

6. Nimm nicht allzuviel Gepäck mit, vergiß aber nicht, ein Kleidungsstück für diekühlen Abende". Fertige dir ein Verzeichnis an über Inhalt deiner Koffer! ..

7. Vergiß nicht, beim Bäcker, Metzger usw. die laufenden Zusendungen für dich während der Dauer deiner Abwesenheit ab- bzw. umzubestellen!

8. Achte während der Fahrt und auf den Bahn-

Jähnc putzen ist viel, Zätzne pflegen olles.

Nicht darauf kommt es an, mit welcher Kraft Sie die Zähne putzen, sonderr» darauf, daß auch der äußerste Winkel der Zahnreihen erfaßt wird. Nivea- Zahnpasta dringt überall hin und wirk» auch dort, wo die mechanische Reinigung nicht hinreicht. Das ist dann Zahnpflege!

Straße festzustellen war, in freundlicher Weise zu belehren. Die NSKK.- Männer hatten dabei

Gelegenheit einzugreifen, denn es erwies sich, daß viele Kraftfahrer, Radfahrer, Fuhrwerkslenker und Fußgänger nicht in letzter Konsequenz die Verkehrs­regeln beachten. Unser Bild zeigt Männer des Ver­kehrserziehungsdienstes im belehrenden Gespräch mit einem Kraftfahrzeugführer, der unnötig ge­hupt hatte. (Aufnahme: Neuner, Gießener An-

Walter Flex.

3u seinem 50. Geburtstage am 6.3utL

Wenn Walter Flex heute noch unter den Leben- len weilte, so würde er daran dürfen wir nicht zweifeln zu seinem 50. Geburtstag die begeisterte Huldigung des ganzen deutschen Volkes empfangen. Es sollte nicht sein. Sein Schicksal hatte sich erfüllt in der ersten Blüte seines Mannestums, so wie sich \ hundert Jahre früher das Schicksal eines anderen deutschen Soldaten und Sängers erfüllt hatte Theodor Körners.

Walter Flex war Soldat im adligsten Sinne des Wortes keine Landsknechtsnatur, viel eher em Mann mit einem kindlich zarten, verträumten Her- ;en und einem reichen, tiefschauenden Geist, dessen ganzes Sinnen und Denken eingebettet war m die großen, überpersönlichen Ordnungen von Volk und Vaterland, Pflicht und Ehre. Dem thüringischen brofessorensohn hätte in friedlichen Zeiten eine Ge- lshrtenlaufbahn näher gelegen als die kriegerische, von früh an zeigte sich in dem Knaben der künf­tige Dichter, den ja nicht nur die sprachliche Form- lraft ausmacht, sondern eine besondere Art zu schauen und zu empfinden, aus dem Herzen der Na­tur heraus zu leben.

Viele Züge aus seiner Kindheit erzählt das Buch Wer Gottes Fahrt gewagt", von Maria Moe bis, las den jungen Walter und seine Bruder schi dert, Die sie unter der Obhut einer gütigen und verständ­nisvollen Mutter, von ihrer Liebe gelenkt, an ihrem Geist gebildet, in ihr Schicksal hineinwuchsen.Erne Mutter ist mehr wert als der beste Vater , hat Walter Flex selber einmal in liebender Dankbarkeit «eäußert. Diese Mutter durchleuchtete wie eine Sonne den Kinderhimmel ihrer Söhne, und als sie ihnen einmal vorschlug zu singen:Geh aus mein Herz und suche Freud", da antwortete Walter:Das Kinnen wir ja, aber eigentlich brauchen wir gar lucht erst zu suchen. Wir haben ja Freude! Soviel Freude haben wir, gelt Mutterte?"

Die Mutter war es, die ihm Augen unb Obren geöffnet für die Sprache der Natur, der Winde und Wolken, der Tiere und Pflanzen, die er so gut ver­banden hat. Der Vater aber lenkte den Blick der Söhne hinaus auf die Geschichte des eigenen Volkes, i^rte sie das Reich lieben und insbesondere den gro­ßen Gestalter deutschen Schicksals, dessen Wirken eine eigene Epoche geprägt hatte: Bismarck. Aus er Begeisterung für ihn erwuchs die Novellen- leihe3 m ö I f Bismarck s" m der er G-stal- ien aus der Ahnenreihe desEisernen schildert und zugleich als Tragödie und Erzay-

iu überschreiten.

Gar zu schön ist es auch, an den Straßenecken Steh-Konvente" abzuhalten und dort ein Schwätzchen auszutragen, für das die Straßenecke rad) Meinung dieser Eckensteher natürlich die einzig assende Stelle ist. Vielleicht aber kommen diese j Standhaften" noch einmal auf den guten Geban- en, daß man auch im Weiterschreiten auf er rechten Straßenseite seine Unterhaltung füh­ren kann und dadurch anderen Fußgängern den Weg freihält.

Eine wunderbare Stelle zur Umschau über Die Straße ist nach der Meinung mancher Männlein inb Weiblein der Platz direkt auf dem Bord- ein hart am F a h r b a m m r a n b, wobei die Schuhspitzen möglichst weit in die Fahrbahnfläche Hneinreid)en müssen. Auf den Gedanken, daß sie |»lbft dabei sehr gefährdet sind, weil sie von einem Radfahrer oder einem Fahrzeug angerannt werden . nb zu Fall kommen können, dabei aber auch an- here Menschen gefährden, kommen diese Bordstein- Jeobachtungsposten offenbar nicht.

Allerliebst" ist es auch, Bananen- und Apfel- f.nenschalen, Kirschkerne und andere Obstreste hemmungslos auf den Bürgersteig zu werfen, wenn (5 nur s o geschieht, daß man nicht selber über feinen Obstrest ausrutscht und hinschlägt; andere 'Menschen aber werden durch derartige Gedanken- iidsigkeiten selbstverständlich sehr gefährdet und kon- r en unter Umständen sogar für ihr ganzes Leben chwere Einbuße an ihrer Gesundheit erleiden. Viel- |ij>id)t kommt dieser Gedanke auch den Obstessern, oenn sie vergnügt kauend durch die Straßen !r tigern. . .. .

Zur Verschönerung des Stadtbildes tragt es t-atürlid) auch nicht bei, wenn man Papierab - |älle aller Art einfach auf die Straßen wirft ober las Metallschächtelchen ber Zigaretten ben gleichen Weg gehen läßt. Papierabfälle steckt man unter <goegs, richtig gehanbelt, in seine Tasche, ober nan legt biese Abfälle in einen Papiersammel- 1 o r b, deren allerdings noch mehr in den Straßen cufgestellt werben müßten; bie Metallschächtelchen ter Zigaretten verwahrt man als sorgsamer Mensch benfalls in ber Tasche, um biefen wertvollen Rest es Zigarettengenusses ber Altmetallsa mm - ung zuzuleiten unb dadurch im Dienste des Ge- amtwohles mitzuarbeiten.