Ausgabe 
6.7.1937
 
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M.154 Erstes Blatt

187. Jahrgang

Dienstag, b. Juli 1937

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worden.

Die Rüstungskredite, die die Tschecho­slowakei Rumänien zur Verfügung stellt, sind eine rein wirtschaftliche Angelegenheit, die Rumänien in gar keiner Weise verpflichtet. Die Tschechen hat­ten, um nicht alle Fäden ihres außenpolitischen Sy- stKns zerreißen zu lassen, den Rumänen so gün­stige Bedingungen gemacht, wie sie von anderer Seite nicht geboten werden konnten. Rach der in Warschau herrschenden Auffassung ist auch der letzte Vorstoß des tschechischen Ministerpräsidenten tn Bu­karest mißlungen. Hobza hat seine Pläne auf eine rein wirtschaftliche Zusammenarbeit der Do­naustaaten beschränken müssen. Die Nervosität, die sich der tschechischen Staatsmänner angesichts der Festigung der polnisch-rumänischen Beziehungen be­mächtigt hat, ist in den Aeußerungen der tschechi­schen Presse zum Ausdruck gelangt, die es für nötig hielt, Rumänien vor der polnischen Hegemonie zu warnen. Rumänien solle sich hüten, sich dem polni­schen Bundesgeossen in die Arme zu werfen. Es werde dadurch seine Selbständigkeit verlieren. Die Hintergründe der tschechischen Nervosität sind nur allzu durchsichtig: in dem Augenblick, in dem sich Rumänien von der Tschechoslowakei freigemacht, seine außenpolitische Selbständigkeit erlangt und sich der polnischen Politik der Abriegelung der Sowiet- union von Europa angeschlossen hat in diesem gleichen Augenblick verliert das tschechische außen­politische System, das sich auf das Militärbündnis mit der Sowjetunion aufbaut, ganz bedeutend an Wert. Diesen Schritt hat jetzt Rumänien in War­schau vollzogen. An der Stabilität und Aufrichtig-

Besuche der Außenminister und Staatsoberhäupter die Reise des Chefs der polnischen Armee nach Bu­karest folgt, die als Erwiderung des Besuchs des rumänischen Generalstabschefs noch fällig ist.

Oer Präsident der Philippinen in Berlin

Von Paris kommend ist der Präsident der Philippinen, Manuel el Quezon, zu einem mehrtägigen inoffiziellen Besuch in Berlin eingetroffen. Zur Begrüßung des Präsidenten, der mit seiner Gattin und seinen Kindern reist, und tn b>ssen Begleitung sich der General der philippinischen Armee, Waldes, befindet, hatten stch auf dem Bahnhof Friedrichstraße Vertreter des Auswärtigen Amts und der amerikam scheu Botschaft eingefunden.

Der Bombenanschlag auf Galazar ein Werk Moskaus.

dern. Desto leichter kann das Chinesentum, ununter­brochen durch Nachschübe verstärkt, der wirtschaft­lichen Entwicklung Mandschukuos ihr eigentliches Gepräge geben.

Mandschukuo hat auch die großen Erwartungen nicht erfüllt, die man in Japan für die Rohstoff- beschaffung auf es fetzte. 3750000 Tonnen Eisenerz führte Japan im vorigen Jahre ein, aber aus Mandschukuo erhält es monatlich kaum 5000 Tonnen. Ebenso geringfügig sind die Möglichkeiten, die Schieserlager Mandschukuos für die japanische Ölversorgung auszunutzen und veredelte Schafzucht größten Stils gleichsam mit Kommandogewalt aus dem Boden zu stampfen, blieben in kümmerlichen Anfängen stecken.

Es liegt etwas Mystisches in der Eigenwilligkeit der Entwicklung Mandschukuos, der sich auch der hier lebende Japaner nicht zu entziehen vermag. Aus dem Inselbewohner wird mit der Zeit ein Festlandmensch mit einem neuartigen Lebensrhyth­mus, aus dem vorwiegend maritim orientierten ja­panischen Imperialisten ein mehr panasiatisch ge­sinnter Eroberer. Mandschukuo ist im Grunde ein Land ohne Grenzen, ein Aufmarschgebiet für den Kampf um die Herrschaft über einen großen Teil des asiatischen Festlandes. Die K w a n t u u g" - A r m e e steht nicht umsonst im Gerüche, über ihre Bestimmung wesentlich anders zu urteilen, als es in der kleinjapanischen Atmo­sphäre Tokios Üblich ist. Die M a n d s ch u s als Rasse sind in dem eingewanderten Chinesentum fast völlig aufgegangen, aber ihre Erobererinstinkte leben in einer Führerauslese der neuen Bevölke­rung fort. Daraus entwickelt sich ein besonderer Patriotismus, der sich der japanischen Herrschaft mehr bedient, als daß er ihr diente. Es ist in Wirklichkeit gar nicht an dem, daß die Japaner so sehr darauf aus wären, auf dem Festlande von Eroberung zu Eroberung zu schreiten. Die Aus­breitung über die Jnselbrücken nach südlicheren Län­dern, auch nach den warmen Gegenden der Neuen Welt, liegt ihnen an und für stch viel mehr. Es ist in Wirklichkeit die Furcht, daß sie früher oder später auf ihren Inseln fein unabhängiges Dasein führen könnten, die ihnen die Rolle aufzwingt, dem Festland eine neue Erobererkaste zu liefern, bevor er dazu kommt, eine eigene zu ent­wickeln und mit modernen Machtmitteln genügend auszurüsten, das japanische Jnselreich schachmLit setzen.

Die chinesischen Einwanderer in Mandschukuo kommen größtenteils aus den Ueberschwem» mungszonen des Hoangho. Die alte Was­serbau-Bürokratie, die die großen Ströme Chinas jahrtausendelang einigermaßen zu zähmen verstand,

April führenden portugiesischen Revolutionären zur Verfügung gestellt habe. *

Antonio de Oliveira S a l a z a r, der portugiesische Ministerpräsident, auf den soeben ein Bomben­anschlag verübt worden ist, regiert sein Land unter dem Präsidenten General Carmona diktatorisch, aber mit der milden Hand des gelehrten Dolkswirt- fchaftlers und Finanzpolitikers. Er ist Professor dieser beiden Disziplinen an der altberühmten Lan- desuniversität Coimbra. Seine Bekannten nennen ihn oft einen Melancholiker. Der Mann weiß aber, worauf es ankommt, und kennt jene letzte geistige Freiheit, die sich nicht im Reden, sondern im Han­deln ausspricht. Er hat die portugiesischen Finanzen und die portugiesische Wirtschaft gesund gemacht, die alten verrotteten Parteien zerschlagen und vor allem seinem Volke jenes moralische Selbstvertrauen em= geflößt, das allein einer Nation würdig ist, die ein­mal durch ihre Entdeckungsreisen sich einen welt­weiten Ruf erworben hat. Antonio de Oliveira Sa- lazar ist Sohn eines armen Schulmeisters und wurde vor 10 Jahren im damaligen Alter von 39 Jahren erst zur Gesundung der portugiesi­schen Wirtschaft als Finanzminister und bann 1932 zur Ministerpräsidentschaft berufen.

Oer Glückwunsch des Führers.

Der Führer und Reichskanzler hat an den portugiesischen Ministerpräsidenten Antonio de Oloviera Salazar nachstehendes Telegramm ge­richtet:Ew. Exzellenz spreche ich zur glücklichen Errettung von dem v e r a b s ch e u u n g s- würdigen Attentat meine herzlichsten Glück­wünsche aus. Adolf Hitler, Deutscher Reichskanzler."

Frankreichs Neutralität diskreditiert.

Man hat in einigen Teilen der Auslandspresse den Versuch gemacht, aus Anlaß des deutsch-italie­nischen Ausscheidens aus der Flottenkontrolle den Teufel an die Wand zu malen und so etwas wie eine Katastrophenstimmung heraufzubeschwören. Aber die Wirkung dieser Schwarzseherei ist im we­sentlichen ausgeblieben, die Völker haben sich nicht beunruhigt, und die modernen Raubritter, die da im Trüben fischen wollten, mußten sich nach ande­ren Objekten und neuen Gelegenheiten umsehen. So setzte man denn schleunigst Gerüchte in die Welt, Deutschland und Italien wollten auf den Balearen ober ben Kanarischen Inseln Fuß fassen, um da- burch ben Englänbern ben Weg nach Jnbien, ben Franzosen aber bie Verbindung mit ihrem afrikani­schen Kolonialbesitz abzuschneiden.

Unb wie zur Bekräftigung biefes propagandisti- schen Tricks, ber bie roanfenbe militärische Stellung ber spanischen Bolschewisten mit bem strategischen Interesse ber westlichen Großmächte gleichsetzt, rei­sten bie Oberbolschewisten aus Valencia, Negrin unb Giral, heimlich auf bem Luftwege nach Pa­ris, um bort ebenso heimlich-unheimliche Unter- rebungen mitber französischen Regie­rung zu führen. Die Verhanblungen waren so streng vertraulich, baß bie Pariser Zeitungen schon einen Tag nach ber Abfahrt ber Valencia-Häupt­linge wesentliche Punkte bes Gespräches zwischen den roten Brübern roiebergeben konnten. Obgleich nach ber Angabe besOeuvre" bie Vertreter bes Valencia-Ausschussesbefriebigt" zurückgepflvgen finb, barf man wohl annehmen, baß ihre Forberung nach völliger Oesfnung ber Pyrenäen- Grenze von Chautemps unb seinen Ratgebern abgelehnt worben ist. Die unbeschränkte Lieferung von Waffen, Munition unb Kriegsteilnehmern würbe in ber Tat bas Ansehen Frankreichs in einem Maße kompromittieren, bas selbst ber rosaroten Regierung unserer Nachbar-Republik nicht angenehm sein kann.

Anbers schon liegt es mit bem Versprechen ber Nichtanerkennung Francos als kriegs- führende Partei, bas Giral von seinem halb- marxistischen Kollegen in Paris verlangt hat. Es wäre unwahrscheinlich, wenn die Nachfolger Blums soviel Courage aufgebracht hätten, um auch biefem Ansinnen zu widersprechen. Allerbings sinb bie Schüben, bie bas französische Ansehen burch bas

Der rote Wochenendbesuch in Paris

Sie Valencia-Bolschewisten bei Chautemps und SelboS.

feit ber polnisch-rumänischen Bündnisbeziehungen kann nicht mehr gezweifelt werben. Polen hat Ru­mänien für fein System gewonnen unb hat bannt als L-anb an der Grenze Europas das die Wache gegen die asiatische Sowjetunion bezogen hat, im Europäischen Kräftespiel erheblich an Bedeutung ge­wonnen, denn ber Wall ist letzt von ber Ostsee bis zum Schwarzen Meer geschlossen. Rumänien hat sich von fremben Einflüssen fre.gemacht unb ben Weg einer selbstänbigen Gestattung seiner Politik beschritten. Damit ist bas Mauseloch verstopft wor­ben burch bas die Truppen ber Roten Armee n bie Tschechoslowakei gelangen sollten. 2n diesem Zu­sammenhang ist es nicht so wichtig, ob bas Militar- abfommen "während bes Aufenthalts König Carols in Polen schon abgeschlossen würbe ober erst abge­schlossen werben wirb, wenn auf bie gegenseitigen

Lissabon, 5. Juli. (DNB.) Das verbrecherische Bombenattentat gegen Portugals Ministerpräsiden- ten findet in ber Öffentlichkeit schärfste Verurtei­lung. Das RegierungsorgangDiario Manha brückt bie allgemeine Auffassung aus, baß es sich um ein Werk Moskaus hanbelt unb bemerkt, daß die Bolschewisten den Traum von einer iberi­schen Sowjetrepublik noch nicht aufgegeben hätten. Seculo" schreibt:Nicht nur unser Ministerpräsi­dent ist gestern einem großen Unglück entronnen, sondern das ganze Land. Heute sind es genau fünf Jahre, daß Salazar auch das Amt des Mi­nisterpräsidenten übertragen erhielt. Moskau ver­suchte, die Aufwärtsentwicklung unter dieser Füh­rung zu unterbinden. Aber selbst wenn der teuflische Plan gelungen wäre das Werk steht und wird nicht mehr vergehen. Aus dem ganzen Land treffen in der Staatskanzlei Glückwunsch­telegramme ein. Staatspräsident Carmona besuchte Salazar, um ihm bie Glückwünsche bes Landes zur Errettung zu überbringen. Im ganzen ßanbe finben Kundgebungen gegen bas bolschewistische Verbrechertum statt.

Auch bie beiden Pariser BlätterFigaro und Action Fran?aise" werfen bie Frage auf, wer bie Hintermänner bes Anschlages gegen ben portugiesischen Ministerpräsidenten gewesen finb. Die Blätter vermuten, baß es sich umgewisse portugiesische Revolutionäre" handelt, bie m 11 ö e n Bolschewisten in Spanien in Verbin­dung stehen. So erkundigt sich dieAction Fran- <?aife", was mit den sechs Mi l lio nen Fr an- ken geschehen sei, bie berBotschafter ber Va­lencia-Bolschewisten in Paris, Aragulstain, im

Der rumänische Königsbesuch in Warschau.

Von unserem E. I.-Serichterstaiier.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verbaten.) Warschau, Juli 1937.

Das von langer Hanb vorbereitete polnisch-rumä­nische Besuchsprogramm hat mit bem Besuch König Carols in Polen seinen Höhepunkt unb . einen vorläufigen Abschluß erreicht. Den gegen- 1 fettigen Besuchen ber Außenminister und ber Leiter , der beiden Staatsbanken folgten die der Staats­oberhäupter. Die feit bem Abtritt bes sowjetfreunb- ! lidjen rumänischen Außenministers Xitulescu von ber politischen Bühne betriebene Politik ber Wieberaufwertung ber polnisch-rumänischen Bünb­nisbeziehungen hat jetzt in ben letzten Junitagen m Warschau einen vollen Erfolg gehabt. Sie ist äußer­lich in ber Erhöhung ber beiderseitigen diplornati- schen Vertretungen in Bukarest unb Warschau zum Range von Botschaften in Erscheinung getre­ten. König Carol, ber auf bie Entwicklung seines Lanbes einen so beftimmenben Einfluß nimmt, hat sich an Ort unb Stelle von ber Intensität unb bem Erfolg der Bemühungen ber verantwortlichen Lei­ter ber polnischen Politik überzeugt, Polen zu einem gewichtigen unb entscheibenben Faktor im Spiel ber europäischen Mächte, ja im Spiel ber Kräfte zwischen bem nahen Asien unb Europa zu machen. Die polnischen Truppen haben sich in War­schau im Parabemarsch unb in bem alten, vielen ehemaligen beutschen Kriegsteilnehmern wohlbekann­ten Warthelager bei Posen bei militärischen Hebun­gen im freien Gelände von ber allerbesten Seite vorgestellt. Auch ber neutrale Beobachter muß zu- geben, baß bie polnische Armee noch niemals in Ausrüstung unb Haltung einen so guten Eindruck wie bei biesen beiben militärischen Veranstaltungen gemacht hat. Der Erfolg ber polnischen Politik er­scheint vollkommen: König Carol hat Polen in ber Ueberzeugung verlassen, hier nicht nur einen zu­verlässigen unb von bem besten Willen erfüllten Freund zu haben, sondern auch einen, ber imftanbe ist, biefe Freundschaft im Falle ber Notwendigkeit wirkungsvoll unter Beweis zu stellen.

Der tiefere Sinn ber polnisch-rumänischen Bun­desgenossenschaft t)at seinen symbolischen Ausbruck in b^r Verleihung bes Kommandos über bas 57. Posener Infanterieregiment an König Carol von Rumänien erhalten. Dieses Regiment hat seine Lorbeeren und ben Rus, eine ber tapfersten Trup­pen ber polnischen Armee zu sein, 1920 im Verlauf einer ganzen Reihe von Kämpfen mit ben bolsche­wistischen Einbringungen erworben. König Carol ist ber Chef eines polnischen Regiments geworben, das sich im Kampf gegen ben Bolchewis - mus erprobt unb bewährt hat? Seit biefer Ver­leihung trug König Carol in Polen nur noch bie Uniform eines Obersten dieses Regiments. König Carol hat damit zum Ausdruck gebracht, welchen Wert er ber ihm zuteilgeworbenen Ehrung bei­mißt, bie ein politischer Faktor in einem Augenblick geworben ist, in dem ber große östliche gemeinsame Nachbar Polens und Rumäniens sein asiatisches unb chaotisches Antlitz deutlicher denn je enthüllt. Die letzten Vorgänge in der Sowjetunion seit ber Erschießung ber acht Generale zeigen, wie unbe­rechenbar unb darum auch gefährlich ber sowjet­russische Faktor ist, und welch zweifelhaften Wert dieses Land nicht nur als Nachbar, sondern auch als außenpolitischer Partner hat. Die französische Poli­tik, die über die Tschechoslowakei Rumänien drängte, einen Ausgleich mit der Sowjetunion zu suchen, hat in den letzten sowjetischen Wirren kläglich Schiffbruch erlitten. Die während bes Warschauer Aufenthaltes bes rumänischen Königs geführten Besprechungen, an benen sich in hervoragenbem Maße die Außenminister unb bie verantwortlichen Leiter ber Wehrpolitik der beiden Länder beteilig­ten, brauchten nur noch bie Folgerungen aus dieser Entwicklung zu ziehen: hatte Rumänien bis­her Polen eine Hand gereicht, so ist ihm jetzt in Warschau auch noch die andere Hand ge­geben worden. Polen ist für Rumänien der wich­tigste Nachbar und außenpolitische Partner ge-

Die Wacht am Amur.

Von unserem C. O.-Berichierstaiter.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Charbin, Ende Juni 1937.

Der nachfolgende Brief, der noch vor dem letzten größeren sowjetrussischen-japani- schen Konflikt geschrieben worben ist, zeigt die in biesen Räumen wirkenben Kräfte.

Niemand kann sich darüber täuschen, baß M a n b s ch u k u o" nur bem Namen nach ein un­abhängiges Staatswesen ist. Alles, was mit Politik irgend etwas zu tun hat, ist in diesem Lande fast so japanisch wie irgendwo auf den japanischen Stamminseln. Von ber Unbedingtheit bes japani­schen Herrschaftswillens zeugt roieber ber allgemeine Regierungs- und Verwaltungsumbau, der am 8. Mai dieses Jahres angefünbigt würbe unb am 1. Juli durchgeführt werben soll. Dann wirb es an Stelle ber bisherigen elf Ministerien nur zehn Abteilungen geben unb nur ber Premier­minister den Titel Minister führen.

Es gilbt aber kaum eine zweite Gegend der Erde, wo so starke Auftriebskräfte für Handel unb Wandel wirksam wären, bie in ihrer ursprünglichen Gewalt jeber politischen Kontrolle spotten, wie ge- rabe in Manbschukuo. Diese Kontrolle keucht müh- am hinter ber natürlichen Entwicklung hinterdrein mb bleibt immer weiter hinter ihr zurück. 32 Mil­lionen Menschen verteilen sich hier in einem Raum, ber an Größe Deutschland unb Frankreich zusam­men noch übertrifft. Der japanische Anteil an ber Bevölkerung beträgt kaum 800 000, unb babei be­trug ber Gesamtzuwachs seit 1914 mehr als 12 Mil­lionen. Die Japaner haben alle politische Macht in Hänben, aber bas Wachstum einer im großen unb ganzen frembartigen Bevölkerung in einem weit­räumigen ßanbe behält innerhalb einer äußerlichen Gewaltvrbnung soviel freien Spielraum, baß es vorwiegend seine eigene Gesetzlichkeit entwickelt.

Weil sie sich vielzuviel zutrauen, haben die Ja­paner schon schwere Enttäuschungen erlebt. Ihre Sieblungen sind meist künstliche Bildungen ohne ßebensfähigkeit geblieben, so baß bie Träume von einer massenhaften Ausbreitung ber japanischen Nasse auf Kosten ber Chinesen unb Koreaner mehr und mehr in Nichts zerrinnen. Auch im Kleinhandel und Kleingewerbe kommt ber Japaner nur schwer gegen ben Wettbewerb ber Festlanb-Asiaten auf. Herrentum verpflichtet im übrigen. Man muß sich eine höhere ßebenshaltung leisten können, als bie Unterworfenen. Der Japaner kommt nach Man­bschukuo als Soldat, als Beamter, als Kapitalist, als Angestellter, als ßehrer ober in irgendeiner an­dern Eigenschaft, die ihm gestattet, unabhängig von ben Safeinsbebingungen der großen Bevölkerungs­masse bestehen zu können. Nachdem das Land feit der Jahrhundertwende ungefähr 30 Millionen Men­schen aus dem eigentlichen China auftaugte, kann man es nicht mehr gegen jede Zuwanderung von dorther absperren, um so weniger, als sich Japan gezwungen sieht, seiner kontinentalen Machtsphäre immer neues Gebiet süd- und ostwärts anzuglie-

heimliche Techtel-Mechtel mit den spanischen Bolsche­wisten erlitten hat, auch so schon groß genug. Die Hypothek, die Volksfront-Frankreich dadurch auf sich genommen hat, wird sich bei den kommenden Nichteinmischungsverhandlungen deutlich bemerkbar machen. Denn was soll man von dem Verantwor- tungsbewußtsein dieser Männer denken, die da heimlich mit den Exponenten der bolschewistischen Kriegsfurie konferieren, die damit auch das aner­kennen, was täglich und stündlich an politischen Verbrechen in aller Welt geschieht? Frankreich wird alle Anstrengungen machen müssen, um bie Einbuße an Vertrauen, bie sein Neutralitätswille in ben Augen ber übrigen 26 Nichteinmischungsmächte unb ber anftänbig benfenben Welt infolge bes roten Wochenenbbefuches erlitten hat, wieber wettzu­machen. Ev-

Wer gefährdet den Status uuo im Mittelmeer?

Klarstellungen der norditalienischen Presse

Mailand, 6. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der MailänderPopolo d'Jtalia" nimmt gegen die französisch-englische Behauptung Stellung, Italien unb Deutschlanb bedrohten ben Status quo im Mi11elmeer. Die beiben Staaten hätten keinerlei Absichten auf spanisches Ge- bi e t. Trotzbem habe man eine Offensive demokra- tischer Falschmelbungen gegen Italien hinsichtlich der Ballearen und gegen Deutschlanb wegen Spa­nisch-Marokko erlebt. Aber burch einen wunderbaren Zufall sei jener demokratische Lügenfeldzug mit den Verhandlungen ber Verbrecher von Valencia zusammengefallen, bie Spanisch-Marokko für bas Linsengericht von Kriegslieferungen unb politischen Unterstützungen verschachern wollten. Im Abkommen vom 2. Januar 1937 habe Italien seine eigene Mittel­meerpolitik genau festgelegt, in ber j e b e Abwei­chung vomStatus quo" ausgeschlossen würbe. Nicht weniger entschiebene Erklärungen habe Hitler abgegeben. Italien betrachte bie große Neu- lateinische spanische Nation als eines ber wesentlich­sten Elemente ber Mittelmeerzivilisation. Wenn Italien für bie Einheitlichkeit unb bie Unversehrtheit Spaniens eintrete, so ver- teibige es bamit Europa. Sowjetrußlanb bagegen verletzte mit Unterstützung ber westlichen Garantien bie spanische Souveränität.