Ausgabe 
6.2.1937
 
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denn V die Rückkehr Tschcmghsueliangs und die Gar- nisonierunq dieses Teiles Chinos ohne Einmischung der Zentralregierung. Daneben wird natürlich An­erkennung und Schutz der dort fürdie nationale Verteidigung tätigen Elemente" (K o m m u n i st e n) gefordert.

Allerdinos beginnen die nordchinesischen Macht­haber die Unruhe zu verspüren, die das E r st a r - ken des Kommunismus für sie mitbringt, sie fürchten für ihre eioene Macht. In Tientsin wurde Material beschlagnahmt, das eindeutig das Bestehen einer sehr regsamen Kommunistengruppe beweist. Gleichzeitig beginnt auch das Bandenunwesen wieder zuzunehmen. Erst in der Nacht zum Freitag konnte ein großangelegter Ueberfall auf die Lunghai-Bahn abgeschlagen werden.

Moskau torpediert den Kontrollplan. London, 6. Febr. (DNB. Funkspruch.) Von unterrichteter Seite verlautet, daß die Sowjetregie­rung am Freitag dem Nichteinmischungsausschuß ihre Stellung zu den Anfragen über eine inter­nationale Kontrolle und das Freiwil- ligen-Derbot übermittelt hat. Moskau lehnt danach den Londoner Plan ab, zur Ueberwachung der spanischen Küste Zonen für die einzelnen Flot­tenmächte zu sckafsen. Moskau schlägt stattdessen eineV e r e i n h e r t l i ch u n g" d e r K o n t r o l l e vor, an der sich a u ch die s o w j e t r u s s i s ch e Flotte beteiligen solle.

Das bedeutet, daß Sowjetrußland, das nach dem bisherigen Kontrollplan nicht mit einer Zone be­dacht werden sollte, darauf besteht, seine Kriegs­schiffe alsUeberwachungsfahrzeuge" an die spanischen Küsten zu entsenden.Daily Tele­graph" meint dazu, die sowjetrussische Note werde ein gewaltiges Hinderyis für den Nicht- einmischungsausjchuß bedeuten. Bisher haben nur England, Finnland und Ungarn die Londoner Kontrollvorschläge uneingeschränkt angenommen. Eine Reihe von Antworten anderer Regierungen steht noch aus.

Sowjetrussische ll-Rootspionage in norwegischen Gewäffern.

Stockholm, 5. Febr. (DNB.) Die schwedische Presse beschäftigt sich mit einer Meldung aus N a r - w i k, dem Hafen im nördlichsten Norwegen, über das Auftauchen eines U-Bootes im Ofotenfjord. Die nationale Zugehörigkeit dieses U-Bootes konnte nicht einwandfrei festgestellt wer­den. Nach Auffassung vonAftonbladet" lieat die Vermutung sehr nahe, den Blick auf die sow­jetrussische Eismeerflotte zu richten, die nach früheren Feststellungen in dem norwegischen Fahrwasser tätig war und während des Herbstes im Eismeer und in den angrenzenden Gewässern des Atlantischen Ozeans Uebungen abhielt. Die sowiet- russische Flotte im Eismeer besteht augenblicklich aus zehn Zerstörern und Torpedobooten, darunter einigen der neuen Größenklasse, sowie aus acht bis zehn Unterseebooten. Das Blatt bemerkt: Mit der Murmanküste als Basis könnten die Bol­schewisten einen wirksamen Krieg mit Hilfe von U-Booten und Minen gegen die Handelsschiffahrt in diesen Gewässern führen. Nebel und teilweise Eisbildung seien indes Schwierigkeiten, die der Tätigkeit der U-Boote an der Murmanküste hinder­lich sein könnten. Deshalb liege die Vermutung nahe, daß die Bolschewisten sich durch neue Ba­sen in Nordnorwegen günstigere Verhält­nisse für ihre etwaigen Operationen schaffen möch­ten.

Kleine voliiiscke Nachrichten

Gauleiter Staatsrat W e i n r e i ch überreichte im Kasseler Offizierskasino in der Wolfsschlucht als Ausdruck guter Zusammenarbeit zwischen Partei und Wehrmacht dem Standort Kassel ein Füh­rergemälde. Der Gauleiter dankte dem Kom­mandierenden General des IX. Armeekorps, General Dollmann, für das gute Verhältnis zwischen Partei und Wehrmacht. Der General sprach dem Gauletter seinen Dank für das Geschenk aus.

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Das englische Unterhaus nahm das Regent­schaftsgesetz, das die Einsetzung eines Regen­ten für die Zeit der Unmündigkeit des Monarchen vorsieht, ohne Abstimmung in dritter Lesung an.

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Nachdem vor einer Woche der mehrere Monate andauernde Seemann ft reif an der amerika­nischen Atlantikküste zusammengebrochen ist, haben nun auch die Seeleute an der Westküste den Abbruch ihres Streiks beschlossen. Der Streik, der insgesamt 40 000 Mann umfaßte, dauerte 98 Tage und brachte einen Ausfall von 686 Millionen Dollar. 239 Schiffe waren wäh­rend dieser Zeit stillgelegt.

"".er Weli.

Hinrichtung eines dreifachen Gifkmörders.

In Stuttgart ist der Johann Baptist Guth hin - gerichtet worden. Er war vom Schwurgericht in Ravensburg wegen dreier Verbrechen des Mor­des dreimal zum Tode sowie zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden. Guth hat seine Ehefrau und die zwei kleinen Kinder seiner Geliebten aus eigensüchtigen Beweggründen ver­giftet.

Zwei englische Flugzeuge abgestürzk.

Auf der Höhe von Alexandria stießen zwei eng­lische Flugzeuge, die von dem Flugzeugmutterschiff Glorious" gestartet waren, zusammen. Beide Flugzeuge st ü r z t e n ab und wurden zerstört. Die Insassen der einen Maschine, ein Leutnant und ein Telegraphist, wurden getötet, während der Pilot des zweiten Flugzeu-'. aerettet werden konnte.

2000 Taxifa rer streiken in Paris.

Eine große Pariser Mietskraftwagengesellschaft hatte erwogen, wegen des schlechten Geschäftsganges die Hälfte ihrer Belegschaft, etwa 1000 Kraftwagenfuhrer, zu entlassen. Daraufhin traten alle1 Fahrer der Gesellschaft, insgesamt 2000 Mann, in den Streik. Während die Vertreter der Ausständischen mit dem Arbeitsminister noch verhandeln, wirkt sich inzwischen der Streik dahin aus, daß seit Freitag 2000 Mietkraftwagen weniger als üblich in Paris den Kundendienst versahen, was wiederum für die Kraftwagenführer der anderen Gesellschaften und für die eigenen Be­sitzer von Mietkraftwagen ein gutes Geschäft bedeu­tete.

Sensationelle Leichenfunde an der französischen Atlantikküste.

Die Bevölkerung verschiedener Ortschaften an der französischen Atlantikküste ist in hellster Aufregung über Leichenfunde, die seit einiger Zeit fast

Oie Manöver um Singapore.

Eine Demonstration britischer Macht in Ostasien.

London, 5. Febr. (DNB.) Die großen Luft-, Land- und Seemanöoer bei Singapore wurden am Donnerstag beendet. Nach einer Meldung des Daily Telegraph" sollen die Manöver erwiesen haben, daß Singapore jeden feindlichen Angriff zurückschlagen könne, und damit uneinnehmbar sei. Der Versuch derblauen" Streitkräfte, die sich als vermeintlicher Feind 1200 Meilen südöstlich von Singapore befanden, Singa­pore einzunehmen, schlug fehl. Die Truppen, die dieBlauen" noch am Donnerstagabend an Zwei Stellen landen konnten, wurden nach kur­zem Kampfe zurückgeworfen.

Englands Prestige im Fernen Osten erheischte von vornherein einen Manöverabschluß, der auf das eindringlichste die Unüberwindlichkeit Singapores unterstrich. Man hat sich den Scherz geleistet, einem Landungskommando zu ge­statten, in der Nähe der Festung Fuß zu fassen. Diese Truppe ist aber durch Gegenstoß sofort wie­der ins Meer geworfen worden. Unzweifelhaft hatte man diesen Akt eingeschvben, um die Bedeutung Singapores noch zu unterstreichen. Denn wie Jahre hindurch der Bau der Festung mit gesteigerter Auf­merksamkeit verfolgt wurde, so hatten interessierte Staaten in Singapore ihre Spähtrupps aufmar­schieren lassen, um jede Einzelheit der Uebungen genau zu registrieren. Mit einer erhöhten Kund­schaftertätigkeit für diese drei Tage hatten auch die Engländer gerechnet und deswegen erst recht für eine Massierung aller Waffen gesorgt. Die Luft­waffe war Tag und Nacht unterwegs. Man ließ die Flaks spielen, man entfesselte ein' höllisches Ge­schützfeuer auf die heranmarschierendenfeindlichen" Kriegsschiffe. Zerstörer und Unterseeboote wurden eingesetzt, es wurde mit Nebelschwaden gearbeitet. Was allerdings für die Verteidigung Singapores von wirklichem Wert war, spielte sich zu nächt­licher Stunde ab, einer Zeit, die die Tätigkeit der überall postierten fremden Beobachter gerade nicht günstig beeinflußte. Im Festungsraum selbst, wo auch bei Nacht mancherlei Interessantes hätte festgestellt werden können, hatte natürlich die bri­tische Geheimpolizei dafür gesorgt, daß Unbefugte ferngehalten wurden. Jedenfalls haben die Ein­wohner Singapores eine Zusammenballung best­

ausgerüsteter Streitkräfte gesehen, was vorerst ge­nügt. Das wollte man, sie werden schon dafür sor­gen, daß bis zur Mandschurei hinauf und bis zur Südsee hinüber alle Welt Kenntnis von der Stärke Englands erhält.

Der nüchern urteilende Soldat läßt sich natür­lich nicht bluffen. Er weiß ganz genau, daß die Briten des Nachts nicht sämtliche Geschütze auf­blitzen ließen, schon gar nicht die weittragenden Festungsgeschütze, die an verborgenen Stellen ein­gebaut wurden. Er weiß auch, daß Singapore für jeden eine harte Nuß ist. Man hat nicht umsonst zehn Jahre gebaut. Das beste Material ist ver­wandt worden und die neuzeitlichen Erfahrungen kamen beim Bau zu ihrem Recht. Außerdem liegt diese Festung, die einer großen Flotte Zuflucht geben kann und auf deren Flugplätzen imponie­rende Flugzeuggeschwader stehen, geographisch so günstig, daß der Angreifer schon Glück haben müßte, um Truppen und Kriegsgerät im Rücken Singapo­res. an Land setzen zu können. Die Festung kann jederzeit strahlenförmig Kriegsschiffe und Flugzeuge einem gemeldeten Gegner entgegenschicken. Außer­dem kann von Honkong und Port Darwin aus jeder Feind in der Flanke und im Rücken gepackt werden. So einfach ist es also nicht, an Singapore heranzukommen.

Es ist natürlich Unsinn, zu behaupten, daß die Festung unüberwindlich sei. Derartige Pro­phezeiungen kann kein Mensch aufstellen, denn niemand weiß, ob nicht eines Tages politische Kon- stellattonen eintreten, die die Lage für England im Fernen Osten von grundauf ändern, so daß auch Singapore trotz seiner überaus starken Bewaffnung die leichte Beute eines Gegners werden kann. Und niemand weiß auch, ob es nicht eines Tages Waf­fen geben wird, die mit noch so starken Betonwäl­len fertig werden. Wir dürfen nur soviel sagen, daß es gegenwärtig nicht ratsam erscheint, sich "an Sin­gapore heranzumachen. Wer diese Festung angreift, könnte unter Umständen dabei verbluten oder völ­lig zerschlagen und zerschunden aus dem Unter­nehmen hervorgehen, ohne daß die Engländer dabei nennenswerte Schrammen davontragen würden. Singapore ist ein Eckstein des britischen Weltreiches eine Säule, die sich, so wie die Dinge heute liegen, nicht wegsprengen läßt.

Der Kriegsschauplatz um Malaga.

Mil dem Auto in den Schluchten der Sierra de Alliama.

Eine Erinnerung.

Unsere Fahrt mit dem Auto von Malaga nach Granada war wohl die letzte Ausfl-ugstour, die von Ausländern kurz vor dem Ausbruch der Revo­lution in Spanien noch ftattgefunden hat. Sie führte mitten durch die Kampfzonen, auf denen jetzt der Angriff der nationalen Truppen gegen Malaga vor­getragen wird. Damals bereits krachten in den Vorstädten von Malaga die Schüsse des bewaff­neten Hafenmobs. Der Generalstreik der Seeleute und Hafenarbeiter hatte den Schiffsverkehr des weiträumigen Hafens völlig stillgelegt. Gruppen von fluchenden, mißtrauischen Burschen am Quai beobachteten damals das Ein- und Auslaufen des deutschen Dampfers, der zwar feine Passa­giere an Land lassen durfte, den man aber an der Uehern ahme der Ladung hinderte.

Malaga ist wie so viele andere Städte des Südens mit einem starken Sinn für Repräsentation angelegt worden. Eine breite Promenade mit schönen alten Bäumen und Palmen trennt den Hafen von der Altstadt. Das Auto brummt am frühen Morgen durch die Alameda und dann durch die prächtige Hauptstraße, die Calle del Abril, in die Zigeunerstadt Alcaba hinein. Heute stehen nach vielen Augenzeugenberichten kaum noch einige der prächtigen Klublokale und vornehmen Hotels in der Hauptstraße. In der Vorstadt das übliche Bild des Morgens in einer spanischen Stadt. Ziegenherden, die von den umliegenden Höhen in die Stadt allmorgendlich hereingetrieben werden, müssen vor den einzelnen Haustüren ihre Milch hergeben. Schwatzende, schmutzige Weiber vor den Gemüsehandlungen. Hie und da bereits es ist ja Generalstreik eine Gruppe der Guardia Civil mit ihren Lacklederhüten, den Karabiner in der Faust.

Schon die letzten Vororte ziehen sich steil an den Ausläufern der Sierra del Alhama empor. Die Straße von Malaga nach Granada, eine der wichtigsten im südlichen Spanien, ist, um den jähr­lichen schweren Schäden durch plötzliche Regengüsse zu entgehen, nicht wie bei uns im Tal, sondern direkt auf dem Kamm gebaut worden. Sie windet sich in unaufhörlichen Kurven die Höhe hin­auf. An jeder Kehre fällt der Blick auf d>e Stadt unter uns zurück, deren roeiträumige Anlage erst aus der Ferne richtig 3ur Geltung kommt. Bald liegt auch der 130 Meter hohe Zitadellenberq G i b r a I f a r o tief unter uns. Das mächtige Rund der 11 000 Personen fassenden Stierkampfarena ist deutlich sichtbar, der stolze Turm der barocken Katnedrale grüßt noch lange zu uns herauf. Elegant strecken sich die Molen des inneren und äußeren Hafenbassins in das Mittelmeer, das heute am frühen Morgen von einer seltenen Klarheit zu fein scheint.

Je weiter wir hinaufkommen, desto grofcartiaer wird die Fernsicht über die verschiedenen Sierren, die von der Sierra de Ronda im äußersten Süden in einem weiten Halbkreis von 76 Kilometer das tiefe Tal von Malaga umwallen. Eine letzte Kehre, wir biegen in die Hochtäler ein. Malaga l>eat weit hinter uns. Eine grauenhaft öbe, in ihrer Art § allerdings aroßartige Gebirgslandschaft nimmt uns, auf. Aehnlich dem Monserrat in Katalonien ragen, plötzlich die zackigen Gipfel des Massivs von Ne- br'al, 2140 Meter hoch vor uns auf. Dicke Regeu- und Gewitterwolken lassen die Einsamkeit, die schroffen Abstürze der Felsen noch düsterer scheinen als sie es ohnehin schon sind. Erst 70 Kilometer hin­

ter Granada berühren wir die erste größere Sied­lung, das alte Maurennest Loja. Hier oben auf den Höhen der Gebirgszüge verbergen sich in den Tälern hie und da ein paar einsame, verfallen aus» sehende Gehöfte. Zur Not, daß hie und da ein Busch, ein paar Agaven sich über das spärliche Gestrüpp erheben, das ein paar Maulesel und Ziegen küm­merliche Weide bietet.

Der Chauffeur muß haarscharf aufpassen. Die unaufhörlichen Regengüsse der letzten Zeit haben die geteerte, an sich gute Straße arg in Mitleidenschaft gezogen. Zuweilen ist an den Steilhängen der Un­tergrund in tiefe Löcher abgerutscht. Bachbetten zie­hen sich manchmal über die Straße, auf der wir auf der 130 Kilometer langen Fahrt kaum einem Auto­mobil und höchstens einer verwegen ausschauenden Gruppe von Landleuten hoch zu Pferd und Esel be­gegnen.

Im Frühjahr 1936 schwebten wohl schon die Schat­ten des kommenden Verhängnisses über dem Land, allein niemand, selbst von den Spaniern, die uns später trauernd die ausgebrannten Kirchen Grana- das zeigten, ahnte die Kämpfe, die später einmal auf den Höhen dieser Pässe rings um Malaga ent­brennen sollten. Während das weiträumige Tal von Malaga und die sogenannte Vega von Granada dicht besiedelt sind und wundervollen Fruchtgärten gleichen, kann sich auf den Hochflächen der Gebirge kaum ein Gehöft behaupten. Alles hängt von der Zuleitung von Wasser ab. Malaga und feine (Bärten, die aus den kleinen süßen Pedro Ji- menez-Trauben den schweren Malagawein liefern, empfangen ihr Wasser aus der 100 Millionen Kubik­meter umfassenden Stauanlage der Pantano del C h o r r o , der 79 Kilometer vor Malaga in einer andern Richtung liegt als der der Route Malaga- Granada.

Wer sich in den Besitz einzelner Paßhöhen zu setzen vermag, kann mit wenigen Maschinenge­wehren weite Flächen beherrschen, die völlig kahl, im Sommer dazu noch ausgedörrt zu seinen Füßen liegen. Die Barriere der Sierren rings um Malaga trennte bis jetzt wie ein Festungswall das Gebiet der Bolschewiken von dem der nationalen Streit­kräfte. Hier in unmittelbarer Nähe Afrikas pfiff noch Ende Mai ein schneidend kalter Wind um die Höhenzüge. Weit in der Ferne blitzte der Schnee der 3600 Meter hohen Sierra Nevada zu uns her­über, der das Jahr über in einem so phantastischen Kontrast zu dem tiefen (Brün der Parkanlagen der Alhambra zu seinen Füßen steht.

Malaga mit seinen 180 000 Einwohnern war immer schon ein Zentrum der Unruhe und des Anarchismus im Süden, obwohl die Stadt selbst wohlhabender und reicher war als manche anderen Städte des Innern. Fünf Auto- kraßen treffen in Malaga zusammen. Der eigent­liche Vorstoß der nationalen Streitkräfte geht heute mtf den beiden südlichsten Straßen, denen von R^nda und von Gibraltar an der Meeres­küste entlang nach Malaga vorwärts. Ist schon die Paß-Straße von Malaga nach Granada mit ihren feilen Kehren eine romantische Gebirgsstraße, fo stellt die verwegen gebaute Straße n a.ch Ronda, die durch steile Schluchten 750 Meter hoch nach Ronda hinaufführt, ein Erlebnis bar, das man nicht so bald vergißt. Rur. wer die Einsam­keit und die Zerrissenheit dieser Gebirge kennt, ver­mag sich jetzt ein Bild von den Schwierigkeiten eines winterlichen Feldzuges auf diesen einsamen Paßhöhen zu machen. Dr. Vo.

täglich am Strand gemacht werden. Aus Laroche sur Pon wird gemeldet, daß bisher vier Leichen angejchwemmt wurden und eine fünfte Leiche bei Prsfailles (Loire Inf.) gefunden wurde. Die Be­völkerung ist um so erregter, als die Leichen in fast unbekleidetem Zustand und mit starken Stricken aneinandergebunden waren. Eine Leiche war ohne Kopf, einer anderen fehlte ein Fuß und eine Hand. Die verschiedensten Vermutungen über die Herkunft der Leichen werden angestellt. Den meisten Glauben findet tue, daß es sich um Opfer der Bolschewisten in Spanien handelt.

Ein Riesenpalast für ausländische Besucher in Paris.

Die französische Regierung steht augenblicklich in Verhandlungen mit der Pariser Stadtverwaltung über den Bau eines Riesenpalastes in un­mittelbarer Nähe des berühmten Bois de Bou- logne. Dieser Palast soll ausschließlich für die Auf­nahme hervorragender ausländischer Persönlich­keiten dienen, die Frankreich einen Besuch abstat­ten oder von der Regierung bzw. der Pariser Stadt- verwaltuna eingeladen werden. Bisher wurden zu Ehren dieser Besucher zwar in den verschiedenen Ministerien Feiern veranstaltet, Wohnung mußten

sie aber immer tm Hotel nehmen. Der Finanzaus­schuß des Pariser Stadtrates hat sich bereits für den Bau ausgesprochen, der etwa 25 Millionen Franken kosten soll. Die Arbeiten sollen unverzüglich begin­nen.

Der Mainzer NosenmontagSzug.

LPD. Mainz, 5. Febr. Der Rosenmon« t a g s 3 u g in Mainz hat sich in den zehn Jahren seines Wiederauflebens nach dem Kriege von Jahr zu Jahr in feiner Ausgestaltung verbessert. Und so dürfen die Hunderttausende, die am Montag wie­der den Weg in das Goldene Mainz nehmen wer­den, heute schon versichert sein, daß sie auch heuer eine Steigerung erleben werden. Allein schon die Tatsache, daß in diesem Jahr erstmalig wieder wie vor dem Krieg die Garnison tätigen An­teil an der Durchführung nehmen wird, bietet Ge­währ dafür.

Für den Rosenmontagszug lagen etwa 150 Ent­würfe vor, die in lustig-bunten Skizzen und Zeich­nungen politische, lokale, satirische und andere Ein­fälle zur Durchführung vorschlugen und gesichtet werden mußten. Davon wurden über 25 Ideen zur Ausgestaltung von Wagen ausgewählt. Im Zuge werden 2500 Fußgänger, sechs Garden und 18 Kapellen mitwirken. Die Garnison wird Gruppen und Kapellen zur Verfügung stellen, vor allem auch das erforderliche Pferdematerial.

Es ist interessant, einen Blick in die Vorberei­tungsarbeit zu tun, die die Zugkommission unter der Leitung von Fritz Eberhardt zu leisten hat. Nach der Sichtung der Entwürfe wird der Zug gelegt", d. h. mit bunten Papierstückchen wird der Zug in feiner Zusammensetzung aus Fußgän­gergruppen, Kapellen, Wagen und Zwischengliedern mit allen Einzelheiten festgelegt. Dann geht es an die Ausführung und Gestaltung, um rechtzeitig fer­tig zu fein. Nur einige Ideen feien hier stichwort­artig angedeutet: Behebung der Gernot, Deutsche Wäscherei,Mein Name ist Hase", Nobelpreis, Wunschtraum 1936, Wunschtraum 1937, Diersahres- plan, Kampf dem Verderb, Marianne hat Masern, Halbverdunkelung des Zuges. G. F. Z.-Zirkus ufw. Der ganze Zug umfaßt 150 Nummern.

Mit einem Wort: Der Mainzer Rosenmontags« zua, der den gleichen Weg wie im Vorjahr nehmen wird, verdient in diesem Jahr die Bezeichnung ganz groß"!

Bayerische und österreichische Zugspihbahn arbeiten zusammen.

Nach Abschluß der Verkaufsverhandlungen tst die Bayerische Zugspitzbahn 21. (3. prak­tisch auch Besitzerin der österreichischen Zug­spitzbahn geworden. Das Land Tirol bleibt wei­ter am Unternehmen interessiert und wird im Auf­sichtsrat beider Unternehmen vertreten fein. Dieser Abschluß dient dem beiderseitigen Interesse. Durch zweckmäßige Tarifgestaltung und betriebliche Zu- fammenarbeit soll der bisherige unerfreuliche Zu- stand beiderseittg nachteiliger Konkurrenz beseitigt werden. Es ist zu hoffen, daß dadurch eine Be­fruchtung des gegenseitigen Fremdenverkehrs ein­tritt, was in Interesse der deutsch-österreichischen Wirtschaftsbeziehungen nur begrüßt werden kann.

Die Ueberschwemmungeu in Amerika.

Während sich die Lage im Ueberschwern- mungsgebiet im Ohiotal durch den Rückgang der Fluten erheblich gebessert hat, steigt der Mississippi hauptsächlich zwischen Memphis und New Orleans weiter. Ueber 120 000 Mann unter Leitung von Ingenieuren der Bundesarmee versehen deshalb den Wachdienst längs des rund 1000 Meilen langen Deiches am Unterlauf des Mississippi weiter. Neuerdings werden große Ueberschwem- mungen in Nordkalifornien, Oregon und im Staat Washington gemeldet, wo die Schneeschmelze Hoch­wasser auf allen Flüssen verursachte, das bereits erheblichen Schaden anrichtete. Im Hood-River- Distrikt sind die Landstraßen wegen des nahezu zwei Meter hohen Schnees nicht zu begehen. Auch der Bahnverkehr ist lahmgelegt.

Hochwasser in USA. verursacht Gasexplosionen.

In Louisville (Kentucky) wurden durch zwei Gasexplosionen und ein daraus entstande­nes Feuer zwei dreistöckige Backfteingebäude im Geschäftsviertel zerstört. Sechs Menschen wurden getötet und zwanzig verletzt. Die Erplosionen sind eine Folge der Beschädigung der Gasleitung durch das Hochwasser.

Baler von 24 Kindern.

Ein seltenes Ereignis ist die Geburt des 2 4. Kindes der Familie W. Otto in Wilnsdorf bei Harger. Dieser jüngste Erdenbürger des Ortes erblickte an dem Tage das Licht der Welt, an dem der Führer feine letzte große Rede hielt. Der glück­liche Familienvater ist jetzt zum zweitenmal ver­heiratet. Aus erster Ehe stammen neun Kinder, aus der zweiten gebar ihm feine Frau jetzt den fünf­zehnten Sprößling.

Ein Riesenschwein.

Ein Riesenschwein wurde auf dem Gut Schloß Dehn (Rheinprov.) geschlachtet, das das sel­tene Gewicht von 365 Kilo aufwies.

Wetterbericht

des Reichswellerdienstes. Ausgabeort .'franffurt

Durch den gleichen Wirbel, der am Freitag mit der Warmluftzufuhr die Regenneigung verstärkte, wurden auch kältere Luftmassen in Bewegung ge­setzt. Ihr Eindringen in die Warmluft gab in der Nacht zum Samstag, zum Teil unter böigen West­winden, zu Abkühlung Anlaß und vielfach zu recht ergiebigen Schauern. Im Bereiche zusammensinken­der Kaltluft wird sich zunächst Beruhigung und Besserung durchsetzen, doch ist für längere Zeit be­ständiges Wetter kaum wahrscheinlich

Aussichten für Sonntag: Häufig auf- heiternd und vereinzelt Schauer, bei auffrischenden westlichen bis nördlichen Winden weitere Abküh­lung, später wieder zunehmende Unbeständigkeit.

Aussichten für Montag: Voraussichtlich wieder zunehmend unbeständiges und milderes Wetter.

Lufttemperaturen am 5. Februar: mittags 9,2 Grad Celsius, abends 8,8 Grad; am 6. Februar: morgens 5,5 Grad. Maximum 10,1 Grad, Minimum heute nacht 5,5 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. Februar: abends 2 Grad; am 6. Februar: mor­gens 2,9 Grad. Niederschläge 5,4 mm.

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen­leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. I. 37: 11 250* Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch» und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugsp: eis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Ps. mehr. Emzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstag»

15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

Am Zett ist Preisliste Nr^3 wunl Juni 1935 gültig