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Teile des mittleren Neuhausbesitzes und den neue­sten Neuhausbesitz für den Zeitpunkt, in dem die bisher gewährten Steuerbegünstigungen ihr Ende finden. Die neue Re-ichswohnungspolitik konzen­triert sich auf den Arbeiterwohnstättenbau und ge­währleistet damit die Zusammenfassung aller Kräfte und Mittel zur Schaffung von Wohnräumen für die minderbemittelten Volksgenossen. Unter den Ge­sichtspunkten des Miethausbesitzes erstat­tete schließlich Dr. G l o s e (Hamburg) Bericht. Selbst in Großstädten entfallen auf ein Gebäude durchschnittlich nur 5,3 Wohnungen. In den kleinen Gemeinden geht der Satz sogar auf 2,3 Wohnungen zurück. Die Investierung von 30 Milliarden Fremd­kapital, die großen Aufgaben des Miethausbesitzes als Auftraggeber, Steuerträger und Zinszahler zei­gen feine Leistungspflichten als Funktion der Miete. Als seine Träger überwiegen der kleineMittel­stand" und die bodenständige Sparerschicht. Ält­st ad Sanierung, Hypothekenrechtsreform, Grund- und Hauszinssteuerfragen und die Angleichung von Kri­senmieten für bestimmte Teile des Miethausbesitzes sind einige seiner Hauptsorgen. Bevölkerungspolitik und Wohnwirtschaftsprobleme machen auch künftig das Miethaus unentbehrlich. Die Schaffung und Erhaltung gesunder preiswerter Wohnungen ist die große Aufgabe des Miethausbesitzes.

Kunst und Wissenschaft.

Oie Irobenius-Expediiion nach den Molukken.

Die 1511 von den Portugiesen entdeckten und im 17. Jahrhundert von den Holländern eroberten Mo­lukken liegen zwischen Celebes und Neu-Guinea im Indischen Ozean. Dorthin begab sich im Februar 1937 eine Expedition, die Geheimrat Leo F r o b e - n i u 5 ausrüstete, um die in 30jähriger Expeditions- orbeit in Afrika gewonnenen Erkenntnisse auszu­bauen. Die Expedition begab sich unter Leitung von Dr. Jensen auf die Insel (Seram. Nur mit der entgegenkommenden Unterstützung Hollands gelang es den Forschern, die fast undurchdringlichen Ur­wälder auf schmalen Eingeborenenpfaden zu durch­queren und mit der sehr europäerfeindlichen Einge- borenenbevölkerung in Verbindung zu treten. Auf der Insel Seram hat sich der Kult der K o p f j ä - g e r am unberührtesten erhalten. Es gelang, nach Aufzeichnung der unbekannten Eingeborenensprachen Wernale und Alurne in diesen wenig bekannten Kult Klarheit zu bringen. Wenn auch durch ftrenqe Maßnahmen der holländischen Beamten die Kops- j a g d bis auf vereinzelte Fälle verschwunden ist, so hat sich der Kult, der auf der Kopstagd begründet ist, erhalten.

Die mit großer Phantasie begabten Eingeborenen sind, seit die Kopfjagd verboten ist, auf einen selt­samen Ausweg gekommen und haben, da der Kult ohne Kopf nicht denkbar ist, den Menschenkovf durch chinesisches Porzellan ersetzt. Meist werden alte chine­sische Teller von den Forschern gefunden, die an Stelle des Kopfes beim Kult verwandt wurden. Die Forscher konnten eine hochentwickelte Bambus- Architektur beim Hausbau im Urwald feststellen. Ueber 500 Märchen konnten aufgezeichnet werden. Eine Fülle von Zeichnungen und Photographien ergänzen die Ausbeute. Der Leiter der Expe­dition, Dr. Jensen, ist jetzt wieder nach Frank­furt zurückgekehrt. Die übrigen Teilnehmer befinden sich noch im Macluer-Gols, wo unbekannte Felsbil- der gefunden wurden, die der Prähistorischen Reichs- bildergalerie einverleibt werden. In Kürze wird eine zweite Frobenius-Expedition nach den Molukken ab­reisen.

Goethemedaille für die

Professoren Sebastian Merkle und Aloys Schulte.

Der Führer und Reichskanzler hat den Uni­versitätsprofessoren Geheimrat Dr. Sebastian

Merkle in Würzburg und Geheimrat Dr. Aloys Schulte in Bonn die Goethemedaille für Kunst und Wissenschaft verliehen. Sebastian Merkle, Ordinarius für Kirchengeschichte, christ­liche Dogmengeschichte und christliche Archäologie in der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universi­tät Würzburg, ist am 28. August 1862 in Ell­wangen geboren; von seinen Schriften seien ge­nannt:Reformationsgeschichtliche Streitfragen", Die kirchliche Aufklärung im katholischen Deutsch­land",Julius Echter und seine Universität",Reli­giöse Erzieher der katholischen Kirche". Merkle ist Mitherausgeber derWeltgeschichte in Charakter­bildern". Aloys Schulte, der em. Ordinarius für mittlere und neuere Geschichte an der Universi­tät Bonn, Mitglied der Akademie der Wissen­schaften zu Berlin und München, ist am 2. August 1857 in Münster i. W. geboren. Von seinen zahl­reichen Arbeiten seien genannt:Die Fugger in Rom",Der Adel und die deutsche Kirche im Mittelalter",Die Schlacht bei Leipzig",Frank­reich und das linke Rheinufer",Die Kaiser- und Königskrönungen in Aachen".

Zwei bedeutende deutsche Mediziner gestorben.

Im Alter von 80 Jahren starb in Bad Gastein der Geheime Medizinalrat Professor Dr. Fedor Krause, der durch seine bahnbrechenden Verbes­serungen der Operationsmethoden Weltruf genoß. Insbesondere der Chirurgie des Gehirns und des Rückenmarks hat er neue Wege gewiesen. In Schle­sien 1857 geboren, wirkte er zunächst in Halle und Altona, später in Berlin. Als Generalarzt und be­ratender Chirurg im Weltkriege erhielt er 1915 seine Ernennung zum o. Honorarprofessor an der Berliner Universität. Im Alter von 61 Jahren starb in Berlin der Chefarzt der Inneren Abtei­lung des Augusta-Hospitals, ao. Professor Dr. Carl S ch l a y e r , der als Internist vor allem auf dem Gebiete der Nieren-, Leber- und Gallenerkrankun- gen Hervorragendes geleistet hat. Die Reichshaupt- stadt verliert in ihm einen ihrer tüchtigsten Aerzte.

Deutscher Lehrstuhl in USA.

Um den amerikanischen Studenten eine bessere Kenntnis des deutschen Geisteslebens zu vermitteln, hat die Oglethorpe-Universität in Atlanta (Georgia) beschlossen, einen deutschen Lehrstuhl zu er­richten. Die Universität hofft, wie sie mit der An­kündigung dieser Absicht mitteilt, daß ein derartiger Lehrstuhl nicht nur jedem einzelnen amerikanischen Studenten für seine wissenschaftliche Fortbildung von Nutzen sei, sondern auch dazu beitragen werde, den Grundstein für eine aufgeklärte öffentliche Mei­nung über Probleme zu legen, die für eine Enger- gestaltung der Beziehungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten lebenswichtig seien.

Großer Erfolg eines englischen Sängerchores in Frankfurt.

Das Konzert, das der englischeFleet Street C h o i r in Frankfurt a. M. gab, war für die eng­lischen Sänger ein großer Erfolg. Zur Begrüßung sang der GesangvereinConcordia" denDeutschen Sängergruß" und denDeutschen Glauben". Die englischen Volks- und geistlichen Lieder, die der Fleet Street Choir zu Gehör brachte, sanden reich­sten Beifall, so daß sich der Chorleiter Mr. Law­rence immer wieder bedanken mußte.

Kleine politische Nachrichten.

Der Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg tritt am 4. Oktober eine Er­holungsreise mit Aviso Grille an. Es ist beab­sichtigt, Funchal auf Madeira und Ponta Del- gada auf Sao Miguel (Azoren) anzulaufen.

Der Staatssekretär im Reichsluftfahrtministerium General der Flieger Milch traf auf dem Militär­flughafen Dudny bei Paris ein. Er wurde vom Unterstaatssekretär Andrauü, Botschafter Graf

Welczeck und dem Generalstabschef der Luftstreit­kräfte empfangen. Flankiert von je drei Bombern, hatte ein Ehrenbataillon der französischen Flieger­truppen vor dem mit der Hakenkreuzfahne und der Trikolore geschmückten Empfangsgebäude Aufstel­lung genommen. Als General Milch vor der Fahne des Ehrenbataillons Halt machte, wurden das Deutschlandlied, das Horst-Wessel-Lied und die Mar­seilleise gespielt.

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Zur Ablösung der deutschen Seestreitkräfte, die ich in den spanischen Gewässern be- inden, laufen am 5. und 7. Oktober das Panzer- chiffDeutschland" und die Vierte Tor­pedobootsflottille aus.

WieSunday Times" berichtet, wird die ^feier­liche Krönung Königs Georg VI. von Eng­land zum Kaiser von Indien im Dezember 1938 stattfinden. Ursprünglich hatte man gehofft, daß die Krönung noch in diesem Jahre stattfinden würde. Der Staatsakt ist jedoch aus technischen Gründen auf nächstes Jahr verschoben worden.

Der jugoslawische Regentschaftsrat hat einer vom Ministerpräsidenten Stojadinowitsch vorgeschlagenen Umbildung des Kabinetts zugestimmt, durch die neu besetzt werden: das Justiz-, das Forst-, das Unterrichts-, das Postministerium sowie das Ministerium für Physische Volkserziehung. Die parteimäßige Grundlage der Regierung beruht nach wie vor auf der Regierungspartei, derJugo- s l a w i f ch - R a d i k a l e n G e m e i n f ch a f t". Da­mit ist auch schon gesagt, daß der Regierungskurs der gleiche bleiben soll.

Aus aller Wett.

Schwere Unweller über Katalonien.

In ganz Katalonien und Barcelona haben schwere Unwetter und Regengüsse allenthalben Uerschwemmungen hervorgerufen. Mehrere von Barcelona ausgehende Eisenbahnlinien wurden unterspült. Zwei Brücken sind eingestürzt; die eine stürzte zusammen, als ein Omnibus sie passierte. 30 Personen wurden verletzt. In Barcelona sind Teile der Altstadt überschwemmt. Der Fracht- oerkehr auf der Strecke von Barcelona nach der französischen Grenze ist unterbrochen.

Ein dreifacher Frauenmörder verhaflel.

Der Kriminalpolizei Hamburg ist es gelungen, den Frauenmörder zu ermitteln und zu über­führen, der die Cuxhavener Bevölkerung lange be­unruhigt hat. Der Mörder, der in Meißen gebo­rene Robert K o e r n i g, hat unter dem Druck des ihm vorgehaltenen Beweismaterials ein Geständnis abgelegt. Danach hat er 1930 eine Frau im Wer­ne rwald bei Cuxhaven niedergeschlagen und sich an ihr vergangen. Weiter hat er 1936 die Ehefrau von Bargen in der Wusterheide bei Cuxhaven auf offener Straße überfallen, genotzüchtigt und er­drosselt. In der Nacht zum 23. Mai 1937 hat er Grete Bange in einem Teich ertränkt. Ob Koernig auch für den Tod einer weiteren Frau, die in Cux­haven ermordet wurde, verantwortlich zu machen ist, wird zur Zeit noch geprüft.

Jude wegen forlgesehler Rassenschande verurteilt

Nürnberg, 4. Okt. (DNB.) Die Erste Große Strafkammer beim Landgericht Nürnberg-Führt verhandelte gegen den 52 Jahre alten Juden Ar­thur Strauß aus Nürnberg, der seit 1931 mit einem deutschblütigen Mädchen ein Verhältnis un­terhielt. Selbst nach dem Erlaß der Nürnberger Gesetze hat er dieses Verhältnis, obwohl er von der Polizei dreimal verwarnt worden war, weitergeführt. Der Staatsanwalt beantragte, den Angeklagten wegen eines fortgesetzten Verbrechens der Rassenschande zu fünf Jahren Zucht­

haus zu verurteilen und zu fünf Jahren Ehr­verlust. Die Strafkammer schloß sich diesem An­trag an und begründete dies wie folgt: Wer gegen das Rassengesetz verstößt, verübt einen Angriff schwerster Art auf die Lebensgrundlage des deut­schen Volkes. Menschliche und moralische Einwände gegen ein derartiges Urteil haben hier hinter dieser politischen Forderung zurückzutreten. Der Ange­klagte hat in seltener Hartnäckigkeit und Frivoli­tät gehandelt. Er hatte alle Warnungen der Polizei in den Wind geschlagen und sich sogar nicht ge­scheut, sich als Katholik zu tarnen. Ihn muß des­halb die ganze Härte des Gesetzes treffen.

Schweres Autobusunglück in Nordafrika.

Der Schnellzug ConstantineAlgier überrannte an einem schienengleichen Straßenübergang einen Ausflügler-Autobus. Drei Insassen des Kraftwagens wurden dabei auf der Stelle getötet.

Jüdische Geldschrankknacker in Danzig festgenommen.

Nach der Verhaftung des internationalen jüdischen . Scheckfälschers Siegfried Lo schinski konnte jetzt die Danziger Kriminalpolizei einen weiteren guten Fang machen. Sie kam einer Verbrecher­bande auf die Spur, die nach modernen Methoden arbeitete. Bei allen Beteiligten handelt es sich aus­schließlich um Juden und mit Ausnahme eines Danzigers um polnische Staatsangehörige, die in Danzig das Gastrecht genießen. Den Verbrechern konnten bisher drei Geldschrankeinbrüche nachgewiesen werden, die sie in einer Weinhand­lung, einem Juwelengeschäft und einer Filiale der Danziger Feuersozietät ausgeführt haben. Bei 'fcen Einbrüchen war eine weitere Anzahl Warschauer Verbrecher beteiligt, die aber über die Grenze flüchten konnten.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes, Ausgabeort Frankfurt.

Heber Skandinavien hat sich ein kräftiges Hoch­druckgebiet auf geb aut, das zunächst seinen Einfluß auf;5ie Witterung Deutschlands verstärkt. Es hat bereits die Zufuhr kälterer festländischer Luft aus Osten ausgenommen, die zur Zeit bei der Ver­drängung der vor allem in der Höhe noch vor­handenen Warmluft stellenweise noch zu Nieder­schlägen Anlaß gibt. Im ganzen kann jedoch zu­nächst mit fortschreitender Besserung gerechnet wer­den.

Aussichten für Mittwo ch: Vereinzelt Frühnebel, sonst wolkig bis heiter und meist trocken, nachts recht frisch, tagsüber mäßig warm, lebhafte östliche Winde.

Aussichten für Donnerstag: Bei öst­lichen Winden im wesentlichen heiter und trocken.

Lufttemperaturen am 4. Oktober: mittags 14,6 Grad Celsius, abends 9,6 Grad; am 5. Oktober: morgens 6 Grad. Maximum 15,2 Grad, Minimum heute nacht 3,8 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 4. Oktober: abends 12,7 Grad; am 5. Okto­ber: morgens 8,9 Grad. Niederschläge 1,1 mm. Sonnenscheindauer 0,2 Stunden.

Hauptschriftlöiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum­schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr.W. Lange; für Feuilleton: Dr.Hcms Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen­leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 37: 9248. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs- preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der

Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.

Stadttheater Giefeen

Heute 2023 Uhr:

letzte Aufführung der großen Eröffnungsvorstellung:

Mafe für Malt

Tragikomödie von Shakespeare

So urteilt die auswärtige Presse:

Der Mittag: Gießen überrascht durch eine frische und wache Wiedergabe, schönem Elan, fügend liebes Temperament...

KölnischeVolkszeitung: Die Gießener Uraufführung hatte eine zwingende Geschlossenheit der dra­matischen Vision.

Nassauische Volkszeitung, Wiesbaden: Die Dar­stellung hatte hohes Niveau.

Frankfurter Volks blatt: Die Aufführung: .... ein verheißungsvoller Auftakt der neuen Spielzeit.

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