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Mit lustigem Geklingel kommen kleine Autos, in

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«Aber die Ernte Ist doch schon fast vorbei! Die langstieligen Pflanzen tragen doch nur noch

gungen entsprechen, erneut Bewerbungrgesuche einzureichen.

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Alles dient dem Tabak, jedes Gespräch dreht sich um Tabak. Viele tausend Menschen im Ori­ent in Bremen und Berlin arbei­ten Tag für Tag im Dienste des Tabaks, damit Sie. lieber Leser, sich jetzt behaglich zurückleh­nen und eineSPÄTLESE o/M* genießen können.

wenige Blätter* entgegne ich ihm.

Mit einem verzeihenden Lä­cheln belehrt er mich:Du kannst nicht wissen. Ungläubiger, daß diese Blätter, bei Euch Späflese genannt der Ernte kostbarstes Gut darstellen, weil ihnen Allahs Sonne den köstlichen Wohl­geschmack der letzten Reife schenkte.**)

So ist es hier.

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diente, vollendetes 26. Lebensjahr für fünfjährig Gediente. Ausnahmsweise können bei besonderer Eignung auch Bewerber eingestellt werden, die das festgesetzte Höchstalter um nicht mehr als sechs Mo­nate überschritten haben. Merkblätter können bei der dem Wohnort des Berwerbers zunächst ge-

gelegene Einstellungsstelle zu richten. Auch sol- ausnehmen. So kann man für einige Franken chen ehemaligen Wehrmachtsangehörigen, die auf durch die Ausstellung kreuz und quer von einem Grund der bisherigen Einstellungsbestimmungen; Ende bis zum anderen fahren. Das geht mitten wegen Altersüberschreitung zurückgewiesen worden Zwischen den Fußgängern durch. Und wenn die sind, wird empfohlen, wenn sie den neuen Bedin-; Klingeln anschlagen, wird willig Platz gemacht,

Trocadero - Palais von dem vor kurzem erst die letzten Gerüste gefallen sind braucht man mehr als eine Stunde. Dabei geht es auch in die­sem Gedränge so heiter und ungezwungen zu, ohne jedes laute Wort, wie wenn man sich auf einer bequemen Promenade befände. Dazu fahren stän­dig noch Elektrowagen durch die Menschenmasse.

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*) Tabak wird in mehreren Etappen geerntet. Zuerst die unteren Blätter,untere Hände genannt, dann diemittleren Hände** und suletst am spätesten die aromareichen, wertvollsten _oberen Händel: Die Spätlese.

Heiß brennt die Sonne vom wolkenlosen Himmel, und jeder sucht ein Fleckchen Schatten. Auch Ali Mechmed unter ei­nem Aachener Regenschirm.

Doch Ali hat in typisch orien­talischer Weise einen anderen Grund.

Bist du zu gering, als daß dich Allahs Sonne bescheine?' frage ich ihn.

O nein. Herr." antwortet er mir,aber jeder kostbare Sonnenstrahl muß der Frucht meiner Felder erhalten bleiben und darf sich nicht an mich ver­schwenden.*

dann drängt man sich an den Seiten eben noch enger zusammen. Kein Schimpfwort fällt, kein Spott, nicht einmal eine pflaumige Bemerkung. Das ist auch ein Ausdruck der französischen Höf­lichkeit. Es spricht vielleicht auch für den eigenarti­gen französischen Begriff von der persönlichen Frei­heit, der davon ausgeht, daß jeder tun und lassen kann, was er will, daß aber auch der andere das gleiche Recht hat. Es ist ein Gegenstück zu dem für unsere Verhältnisse unvorstellbar schnellen und chaotischen Pariser Straßenverkehr, der sich doch dank der Höflichkeit und der Anerkennung des Rech­tes des anderen auf die Straße erstaunlich rei­bungslos und ohne Unfälle abwickelt. Allerdings in der französischen Politik sind diese Grundsätze der persönlichen Freiheit bisher noch unbekannt, jeden­falls soweit die vorbehaltlose Anerkennung des Rech­tes der anderen auf freies Leben und ungetrübten Genuß in Frage steht.

erworben hatten, erhalten die Arbeitslosenunter­stützung unter den gleichen Voraussetzungen und in der gleichen Weise, wie wenn sie die Anwartschaft auf Arbeitslosenunterstützung bereits erworben hät­ten, jedoch nur, soweit sie hilfsbedürftig sind.

Einstellungen in die Gchuhpoiüe,.

Berlin, 27. Sept. (DRB.) Im Herbst 1937 ausgeschiedenen Angehörigen der Wehrmacht mit einer Dienstzeit von zwei bis fünf Jahren bietet sich Gelegenheit, zum 1. No­vember und 1. Dezember 1937 oder 1. Januar 1938 als Wachtmeister b ei der Scbutzpoli- z e i eingestellt zu werden. Vorgeschrieoenes Alter am Tage der Einstellung: Für Angehörige des Ge­burtsjahrganges 1914 ohne Beschränkung: im übri­gen vollendetes 24. Lebensjahr für dreijährig Ge­diente, "vollendetes 25. Lebensjahr für vierjährig Ge-

picknick am Eiffelturm

Don unserem $. M-Berichierstaiter.

graph" undDaily Expreß" heben besonders die wirtschaftlichen Schäden hervor, die sich zwangs­läufig für die Länder ergeben würden, die den Boykott durchführten.

Absonderung der jüdischen Studenten an den polnischen Hochschulen.

Warschau, 5. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die Rektoren sämtlicher Warschauer Hochschulen haben angeordnet, daß in sämtlichen Hör- und Uebungs- sälen den jüdischen Studenten abgeson­derte Plätze zugewiesen werden.ABC" stellt fest, daß damit die erste Etappe des Kampfes der nationalen polnischen Jugend um die Entjudung der Hochschulen abgeschlossen sei. Aber die polnische Ju­gend werde erst dann völlig von den schädlichen Einflüssen der jüdischen Elementen sicher sein, wenn die Juden die Mauern der polnischen Hochschulen überhaupt verlassen haben werden. Die nächste Etappe gelte dem Kampf um die Einfüh­rung des numerus clausus für die jüdi­schen Studenten.

Neues Walzwerk in Jugoslawien in Betrieb genommen.

Belgrad, 4. Okt. (DNB.) In Senitza (Bos­nien) fand die Inbetriebsetzung des neuen Walz­werkes des dortigen staatlichen Eisenwer­kes statt, das von den Kruppwerken er­richtet wurde. Der Feier wohnten u. a. bei: Der Ministerpräsident und Außenminister Dr. S t o j a - d i n o w i t s ch mit fünf weiteren Kabinettsmitglie­dern, der Präsident des Senates Maschuranitfch, der Belgrader deutsche Gesandte von Heeren, der Landesgruppenleiter Generalkonsul Neuhau­sen, Vertreter der Firma Krupp sowie zahlreiche Persönlichkeiten des jugoslawischen politischen und wirtschaftlichen Lebens. Die Stadt Senitza war fest­lich geschmückt. Bergwerksminister I a n k o w i t s ch führte aus, daß dieser Tag das bedeutsamste Da­tum in der Entwicklung der jugoslawischen Industrie darstelle. Jugoslawien mache sich durch das Walz­werk Senitza hinsichtlich seines Eisenbedarfes weit­gehend selbständig. Dr. Stojadinowitsch sagte, das Werk Senitza werde nicht nur dem wirtschaft­lichen Fortschritt des Landes dienen, sondern auch der Landesverteidigung. Der politische Horizont in Jugoslawien habe sich allerdings durch die Politik der Verständigung mit Bul­garien und Italien glücklicherweise aufgehellt. Es stehe auch eine Verständigung mit Un­garn in Aussicht. Der deutsche Gesandte von Heeren dankte dem Ministerpräsidenten für die Worte hoher Anerkennung, die er für die deutsche Arbeit am Werk von Senitza gefunden habe, das ein Beispiel für die friedliche und nützliche Zusam­menarbeit zwischen Deutschland und Jugoslawien sei.

Arbeitsvermittlung für ausscheidende

Soldaten und Arbeitsmänner.

Berlin, 1. Okt. (DNB.) Die Soldaten, die nach Erfüllung ihrer Dienstpflicht in diesen Tagen aus dem Wehrdienst ausscheiden, werden bei der V e r- mittlung inArbeitsplätzeder freien Wirt­schaft oder des öffentlichen Dienstes bevorzugt behandelt. Die Vermittlung wird von den Arbeits­ämtern durchgeführt. Die Soldaten, die nach ihrem Ausscheiden die Vermittlung eines Arbeitsplatzes durch das Arbeitsamt erstreben, werden also gut daran tun, sich r e ch t z e i t i g beim zuständigen Ar­beitsamt zu melden. Wenn die Vermittlung in Ar­beit aus irgendwelchen Gründen nicht alsbald zu- ftandekommt, erhalten die ausscheidenden Soldaten vom Arbeitsamt ohne eine Wartezeit A r b e i t s - losenunter st ützung, auch dann, wenn sie die Anwartschaft auf Arbeitslosenunterstützung noch nicht erworben hatten. Das neue Gesetz über Ar­beitslosenunterstützung nach Wehr- und Arbeitsdienst enthält über die Höhe der zu gewährenden Arbeits­losenunterstützung wichtige Bestimmungen. Es gilt in gleicher Weise für Arbbitsmönner nach Erfüllung ihrer Dienstpflicht. Die Arbeitslosenunterstützung be­mißt sich mindestens nach der Lohnklasse V. Sie wird ohne Einhaltung einer Wartezeit gewährt; auch bei späterer Arbeitslosmeldung, solange der ausgeschiedene Soldat oder Arbeitsmann nicht mehr als dreizehn zusammenhängende Wochen Beschäfti­gung hatte. Während der Teilnahme an einer kurz­fristigen Ausbildung oder an einer Hebung der Wehrmacht bleibt die Versicherungspolitik auftecht- erhalten; es ruht jedoch die Beitragspflicht. Solda­ten und Arbeitsmänner, die die Anwartschaft auf Arbeitslosenunterstützung vor ihrer Einberufung zum Wehrdienst oder Arbeitsdienst noch nicht

legenen Einstellungsstelle angefordert werden. Ein­stellungsstellen sind u. a. Kommando der Schutz- ,..... .......3.. .............. ...

Polizei in: Offenbach, Frankfurt, Wiesbaden, Kob-denen sich reiche Ausländer den Ausstellungstrubel lenz. Bewerbungsgesuche sind möglichst b a l d zeigen lassen, oder auch bunte Züge mit acht oder an die dem Wohnort des Bewerbers zunächst zehn offenen Anhängern, die sich wie dicke Raupen

Probleme des Hausbesitzes.

Die Arbeitstagung des Reichsbundes der Haus- und Grundbesitzer in Köln fand ihren Abschluß mit einem Querschnitt durch die Probleme des Hausbesitzes. Heber den G e- fchäftshausbesitz berichtete Rechtsanwalt Dr. Bayer (Berlin). Der Kriseneinbruch vor der Machtübernahme hat bei diesem Teil des Haus­besitzes zu ganz besonderen Zerstörungen geführt, zumal infolge der Auflösung jeglicher Wirtschafts­grundlagen durch das außerordentliche Kündigungs­recht der Vierten Notverordnung. Noch jetzt dürfte der Durchschnitt der in Geschäfts- und Industrie- Häusern erzielten Mieten erheblich unter den Frie­densmieten liegen. Stadtrat Kaiser (Berlin) be­handelte die Eigenarten des gartennutzenden Eigenheimbesitzes. Betreuung gilt hier be­sonders der Kleintierhaltung und Gartennutzung, deren Bedeutung bereits aus wenigen Zahlen klar wird: 5,3 Millionen Kleingärten und landwirt­schaftliche Kleinbetriebe bis zu einem halben Hek­tar mit insgesamt über eine halbe Million Hektar, worunter reichlich 45 000 Hektar, von etwa 1,3 Millionen Klein- (Pacht-)Gärtner fallen. Belehrung und zweckmäßiger Einsatz haben bereits im ersten Vierjahresplan zu einer 25- bis 30prozentigen Er­tragssteigerung geführt. Bodenkunde, Obst- und Ge­müsebau, Obst- und Gemüseoerwertung, Schädlings­bekämpfung, Pflanzen- und Vogelschutz sowie Klein­tierhaltung sind die hauptsächlichsten Arbeitsgebiete der Betreuung dieser Gruppe des Haus- und Grund­besitzes.

Den Sonderfragen des Neuhausbesitzes galt das Referat von Dipl.-Ina. Riß mann (Berlin). Das ständige Anwachsen des Neuhausbesitzes, der be­reits nahezu ein Viertel des gesamten Wohnungs­bestandes umfaßt, machen einen Jnteressentenaus- gleich zwischen Alt- und Neuhausbesitz erforderlich. Zu denken ist an die gleichmäßigere Besteuerung beider Gruppen wie auch an den Ausgleich der technischen Unterschiede zwischen überaltertem Alt­raum und technischen Vorzügen des Neuhausbe­sitzes. Die öffentliche Finanzierung der Wohnungs­bautätigkeit ist wesentlich zurückgegangen unter ent­sprechender Beteiligung des organisierten Kredits und des Privatkapitals 1936 rund 40 v. H. ge­genüber nur 8 v. H. öffentlicher Mittel. Die Haupt­gefahrenzone liegt beim älteren Neuhausbesitz, einem Block von über neun Milliarden öffentlichen Mitteln und insgesamt über 20 Milliarden RM. Volksvermögen. Sozial-, Bau- und Finanzierungs- experimente der Systemzeit, Heberteurungen der Gestehungskosten durch falsche Lohn- und Preis­politik, das Fehlen jeder Lenkung beim Kapital­markt und bei der Zinsgestaltung, wie auch das schon erwähnte außerordentliche Kündigungsrecht sind die Hauptursachen für die unorganische Ent­wicklung beim älteren Neuhausbesitz. Trotz der Seg­

gen möglich machen. In dem offenen Kellergewölbe der Landschaft Cognac am Seine-Ufer bemüht sich der liebenswürdige Geschäftsführer, den Gästen die erfrischende Wirkung von Kaffee mit Kognak gerade bei dieser Temperatur durch die rechte Art des Ge­nusses (man wird dazu nicht gerade 100jährigen Kognak nehmen) klar zu machen: Erst füllt sich die Nase mit dem köstlichen Duft des gebrannten Weins. Dann gleitet eine Probe über die Zunge. Ein Schluck des schwarzen Mokkas, nach Gefallen gesüßt und kochend heiß, kommt hinterher. Erst dann wird die Kaffeetasse mit Kognak aufgefüllt, der nun in dieser Mischung feine köstlich belebende und erfrischende Wirkung zeigt. Man kann auch mit Kognak beträufelten Würfelzucker lutschen. Aber nicht zuviel!" sagt der freundliche Mann, sonst könnte das gefährlich werden."

Gegenüber diesem fröhlichen und in der Stam- meseigenart herzlichen Treiben in den Straßen der Regional-Ausstellung herrscht auf der Schwa- n e n i n f e I ein wilder und bizarrer Trubel. Hier zeigen sich die französischen Kolonien, bei denen die Mandate miteinbezogen sind. Es ist ein Vergnügungspark für sich. Gewiß wird hier und da auch etwas von der Kolonialarbeit gezeigt. Aber auch dabei überwiegen die Schaustellungen der Merkwürdigkeiten der Eingeborenen. Nichts, aber auch gar nichts wird hier vorgeführt, woraus man einen Schluß auf eine ernsthafte und intensive K o - lonialarbeit ziehen könnte. Nichts deutet dar­auf hin, was die französische Kolonialverwaltung zur Förderung der eingeborenen Bevölkerung tut, ob das nun Marokko oder Indo-China ober Ka­merun ist. Diese Seite der Kolonialpolitik ist auch in den nationalen Pavillons von den anderen Ko­lonialmächten, mit Ausnahme Hollands und bis zu einem gewissen Grade noch Südafrikas und Austra­liens, völlig vergessen worden. Man denkt dabei an die Kolonialschuldlüge, an die schamlose Begrün­dung für den Raub der deutschen Kolonien, daß wir nicht dazu in der Lage gewesen sein sollen, die Eingeborenen höher zu entwickeln und die Reich­tümer des Landes wirtschaftlich zu erschließen.

Geht es nach dieser französischen Kolonial-Aus- stellung, so beschränkt sich die wirtschaftliche Er­schließung auf die Ausnutzung der Roh­stoffe, auf das Heranschaffen leckerer Lebens- und Genußmittel; und die Ent­wicklung der Eingeborenen zeigt sich in den far­bigen Sold aten, die um die einzelnen Pavil­lons stehen. Im übrigen ist die Fülle der Kolonien eine Quelle zusätzlichen Reichtums für das sowieso bei seiner dünnen Bevölkerung reiche Frankreich, das eigentlich im Gegensatz zu der son­stigen Sparsamkeit die Schätze des Landes nur un­zureichend nutzt und etwa allein in den ftanzösi- schen Wäldern Nutzholzwerte verkommen läßt, die ohne weiteres zur Beseitigung des augenblicklichen Fehlbetrages im Staatshaushalt ausreichen wür­den. Sonst sind die Kolonien ein Gegenstand des Stolzes, der Freude und des Vergnügens. Doch bei allem Zauber und aller wilden Romantik dieser mit bunten Eindrücken, mit exotischen Bauten und mit extravaganten Genüssen im Wirbel der Eingebore- nen-Musik und des grotesken Straßenwirrwarrs lockenden Kolonialfchau kann der Deutsche bittere Gefühle nicht unterdrücken.

Inzwischen ist die Fülle der Menschenmassen, die sich an der breitesten Stelle der Ausstellung, auf der Prachtstraße unter dem Eiffelturm, hin- und her­schieben, noch beängstigender geworden. Zu einem

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.

Paris, im September 1937.

Es ist billiger Montag auf der Welt­ausstellung. Das ist der Tag, an dem das französische Publikum in Massen auf die­ses riesige Gelände kommt, das sich in einer Sänge von 3V2 Kilometer zu beiden Seiten der Seine er­streckt. Die rund 900 000 Quadratmeter der Aus­stellung sind schwarz von Menschen. Nicht etwa nur die Pariser nehmen den halben Eintrittspreis wahr. Auch der Urlauber aus der Provinz richtet sich so ein, daß er die 30 Pf. sparen kann. 30 Ps. sind 3 Franks; und das hat für den Franzosen eine ganz andere Bedeutung, als für uns die 30 Pf. Es würde aber auch sonst der überlieferten französischen Sparsamkeit widersprechen, eine un­nütze Ausgabe zu machen. So laufen heute noch auf den französischen Bahnen wie übrigens auch auf den belgischen die Reparationswagen, die seinerzeit von Deutschland abgeliefert werden muß­ten und deren Typen bei uns noch auf wenigen Nebenbahnen im Verkehr find. Was einmal vor­handen ist, muß aufgebraucht werden, solange es irgend überhaupt noch brauchbar ist. Diese Spar­samkeit gilt dem nationalen Lebensziel, nach 30, möglichst schon nach 25 Jahren der Arbeit sich zur Ruhe setzen zu können.

So weicht sogar der Pariser auf der Ausstellung nicht von seiner Gewohnheit ab, sich unterwegs selbst zu verpflegen; die vielen Gaststätten auf der Ausstellung sind ein wenig teurer als die Restaurants sonst in der Seinestadt. Die Wirtschaft- ten der ausländischen Pavillons kommen schon gar nicht in Betracht, abgesehen vielleicht von dem aus­gezeichneten und billigen Mokka von Haiti und von dem deutschen Bier, dessen Stände bei der drücken­den Hitze umlagert sind. So sitzen in Ecken und Winkeln, auf den Stufen der Hallen und an den Brüstungen des Ufers und der Wasserkünste die Familien beisammen und kramen aus dem Köffer­chen oder dem Karton die Eßvorräte heraus, die z. T. offenbar gleich aus der Heimat für die Ver­sorgung in den Tagen des Pariser Besuchs mitge­bracht sind. Mann, Frau und Kind, oft auch zwei, dazu die Schwiegermutter und vielleicht noch eine Tante. Das ist der Typ der französischen Familie, der es verständlich macht, daß bei der Bahn und allen möglichen anderen Stellen auffällige Schilder auf die Ermäßigungen für kinderreiche Familien Hinweisen. Zum Teil sind es einfache Leute, offen­sichtlich Arbeiter aus der Dorstadt, oder Bauern vom Land, aber auch gut angezogene Familien, die dem gehobenen Mittelstand angehören. Man ist gegen Mittag in die Ausstellung gekommen und will bis in die Nacht, bis nach dem Feuerwerk, für fein Eintrittsgeld alles genießen, was geboten wird, ohne weiter viel Ausgaben zu haben.

Dabei find denn doch noch die Hunderte von Gaststätten reichlich gefüllt. Abgesehen von den Fremden und von den jungen Leuten, die in Frank­reich nicht minder leichtsinnig sind als anderswo, weiß der Franzose überall eine preiswerte Spezia­lität zu entdecken. Dor allem gilt das für die P a - villons der französischen Provinzen. Dort wird zwar auch Fremdenverkehrswerbung ge­trieben. Man zeigt auch die heimatliche Volkskunst und stellt die Erzeugnisse der Landschaft aus. Aber die Hauptsache sind dabei doch die Restaurants, Casös und Bars, wo man für billiges Geld den prickelnden Champagner, den eiskalten Ananas- und Tomatensaft bekommt und dazu kleine Lecker­bissen, die solche Genüsse in der raschen Folge von einem Pavillon zum anderen ohne üblen Fob

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2. Orient SPATLESE -Bericht unseres Sonderberichterstatters: I 1 4 * K

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