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einem Aufzuge, die sich am besten mit dem Begriff „Räuberzivil" deckt. Vor allem schienen sich die Engländer und Amerikaner sehr merkwürdige Vorstellungen von einer „Frontreise" und den damit verbundenen Unannehmlichkeiten zu machen: die meisten waren in langen weißen Hosen und Tennisschuhen erschienen, eine englische Journalistin in koketten Stöckelschuhen hatte es sich auch nicht nehmen lassen wollen, außerdem brachte jeder eine unwahrscheinliche Menge von Getränken mit: manche schleppten 12 Bierflaschen in einem großen Pappkarton mit, andere hatten die Whisky-Bulle in der Jackentasche und jeder hatte sich einen mehr oder minder großen Freßkorb mitgebracht, weil sich jeder natürlich sagte: Wir steigen jetzt einfach in den für uns reservierten Salonwagen, in Maschang halten die Autos des Divisionsstabes, dort essen wir erst mal gut, lassen uns vom Kommandeur erzählen, uns aufs Schlachtfeld fahren, dann wird abends ein bißchen gesoffen und dann fährt man im Salonwagen wieder nach Hause. So dachten sich die Laien, die noch keinen Krieg mitgemacht hatten, die Sache und infolgedessen war der Salonwagen, der uns erwartete, die er sie Ueberraschung: irgendwo auf einem Nebengleise stand ein Güterzug von etwa 10 Wagen, der mit Munition vollgepackt war. An diesen Zug war ein nicht ausgemisteter Pferdewagen angehängt und der war f u r die Presse bestimmt.
Selbst Rittmeister Sato, der in der einen Hand sein anderthalb Meter langes Samurai-Schwert und in der anderen einen großen Lederkoffer, gefüllt mit Zigaretten und Verpflegung, trug, war einigermaßen überrascht — soweit ein Japaner überhaupt Ueberraschung mimisch darstellen kann. Aber er veranlaßte sofort alles Notwendige: Ein paar Soldaten mußten ein paar Bambusmatten, die sich zu den unmöglichsten Zwecken verwenden lassen, über den feuchten Strohdung und die vielen Pferdeäppel ausbreiten und schon sah der Waggon wesentlich freundlicher aus. Da er nicht an einer Rampe hielt, war das Hineinklettern für beleibte Herren nicht ganz einfach, die englische Journalistin mußte mit vereinten Kräften sogar hineinqehoben oder hineingewuchtet werden, was ihr sichtlich peinlich war. Rasch wurde die Platzverteilung vorqenommen, die ersten Bierflaschen geköpft und die Spielkarten hervorgeholt.
Wir — „Semi-Soldaten" warteten so auf den Absahrtspfiff der Maschine, der aber erst gegen 9 Uhr ertönte... bis dahin hatte man Zeit, sich das bunte militärische Leben und Treiben auf diesem wichtigsten japanischen Etappenbahnhof in Nordchina anzusehen. Tientsin hat etwa anderthalb Millionen Einwohner, es ist der zweitgrößte Hafen Chinas und eine in jeder Hinsicht moderne Stadt, die drei große Fernbahnhöfe besitzt. Die um den Zentralbahnhof herumliegenden Verwaltungsund Privatgebäude sind zumeist durch die Luftangriffe der Japaner zerstört worden, die brandgeschwärzten Ruinen bildeten die denkbar beste Kulisse zu dem lebhaften Verladebetrieb. der auf dem Güterbahnhof herrschte. In drei Reihen nebeneinander standen auf dem breiten zum Bahnhof führenden Boulevard die japanischen Lastautos, die Tankgeschwader, die Panzerautos, Offiziere und Soldaten aller Waffengattungen — zum großen Teil schon sehr erheblich frontmäßia einaedreckt — wimmelten geschäftig hin und her. Chinesische Händler hatten sich überall mit Zigaretten, Hosenknövfen, Nadeln, Ansichtskarten und schlechten Bonbons breitgemacht — kurzum, das typische Bahn- bofs-Etgppenbild, wie man es im großen Kriege Hunderte von Malen gesehen und erlebt hat.
Die Ent- und Beladung der Eisenbahnwagen ging rasch, still und lautlos in der größten Ordnung vor sich... fast alle halbe Stunde lief aus Richtung Taku — dem eigentlichen Hafen Tientsins, der gleichzeitig Eisenbahnstation an der Strecke Mukden—Tientsin—Peking ist und auf der in« japa-
London, 4. Okt. (DJIB.) Von der englischen Admiralität wird mitgeteilt, daß der britische Zerstörer „Basilisk" am Alontagmorgen von einem U-Boot im BNttelmeer angegriffen worden sei. Der Engländer habe den Angriff mit Tiefenladungen beantwortet, deren Wirkung noch nicht bekannt sei. Auf das englische Kriegsschiff fei ein Torpedo abgefeuert worden, das aber sein Ziel verfehlt habe. Meldungen aus Valencia (Reuter) besagen, daß sieben britische Zerstörer und zwei Flugboote die Suche nach dem U-Vook in der Nähe von Kap San Antonio (etwa 100 km südöstlich von Valencia) ausgenommen hätten. Die „Daily Mail" erklärt es für fast unglaublich, daß ein Unterwasser-Freibeuter schon wieder ein britisches Kriegsschiff angegriffen hat und macht darauf aufmerksam, daß der Zwischenfall sich fast an derselben Stelle abgespielt hat, wie der Angriff auf den Zerstörer „havo c". Die Angreifer hätten wissen müssen, daß britische Schiffe auf Grund des Nyon-Abkommens diese Gegend des Mittelmeeres kontrollierten. Unprovozierte Piratenangriffe, die Schiffe bei ihrer friedlichen Betätigung bedrohten, könnten nicht geduldet werden, welcher Rationalität die Angreifer auch feien.
Bolschewistisches Ireibeulerlum im Mielmeer
Englischer Zerstörer bei Valencia von einem roten !l-Doot angegriffen.
England uvd der Oflasienkonflcki.
Die Londoner Presse erörtert Vohkottplane gegen japanische Waren.
L o n d o n, 5. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die Frage einer aktiven Intervention zu Gunsten Chinas be- chäftigt die Londoner Presse. Sowohl „Daily Herold" wie auch „News Chronicle" machen für einen Boykott japanischer Waren Stimmung und behaupten, daß durch einen wirt- chaftlichen Druck Japan sehr wohl zu einer Ein- tellung des Krieges gezwungen werden könnte. „Times", „Daily Telegraph" und „Daily Expreß" bringen jedoch zum Ausdruck, daß diejenigen, die einen Boykott gegenüber Japan vorschlügen, sich darüber flar sein müßten, daß Japan ein derartiges Vorgehen als feindselige Handlung an- ehen könnte, und daß das unter Umständen zu einem Krieg« führen würde, „Daily Tel«*
Reife an die japanische Front
Von unserem H. Tr.-Sonderberichterstntter.
I. Bahnfahrt nach Talistanlung.
Tientsin, Ende September 1937.
(Durch Luftpost.)
Bitte die Karten zur Hand nehmen, ... folgende Kriegslage: Die im Raume Sanhai- kwan — wo die Große Mauer ans Meer tritt — Taku—Tientsin—Peking—Große Mauer—Sanhei- kwan bisher stehende 2 9. chinesische Armee — eine Art „Freikorpstruppe — ist in den Juli- und Augustkämpfen von den japanischen Nordchina- Truppen aus diesem Raum verdrängt worden. Ein Teil dieser Armee hat im Nankaupaß, an der Grenze der „Inneren Mongolei" den verfolgenden Japanern zähen Widerstand geleistet und hat sich dann über Kalgan hinaus zurückgezogen. Der Rest dieser Armee ging von Tientsin in südwestlicher Richtung zurück und bezog in einer Entfernung von etwa 30 bis 50 Kilometer eine Stellung, die sich etwa parallel zur Eisenbahn Tientsin—Peking hinzog und von wo aus diese „Armee" ständig die wichtigste japanische Nachschublinie — eben diese Taku—Tientsin— Peking-Bahn — bedrohte. Infolgedessen mußte es Aufgabe der japanischen Heeresleitung sein, diese chinesischen Truppen aus der unmittelbaren Nähe der eben genannten Eisenbahn zu vertreiben.
Durch strömende Regengüsse wurde diese japanische Offensive immer' wieder verhindert, bis sie endlich etwa am 9. September losgehen konnte. Und zwar richtete sich der Hauptangriff der Japaner gegen das Städtchen Maschang, das etwa 60 Kilometer von Tientsin entfernt, an der nach Südwesten abgehenden Tientsin—Pykau-Bahn liegt int) das gewissermaßen der Schlüssel der chinesi- chen Hauptstellung war, die sich rittlings der Bahn nit Front nach Nordosten — also nach Tientsin — hinzog. Am 12. September wurde Maschang nach kurzer, energischer artilleristischer Vorbereitung von den Japanern genommen, die sich damit den Weg nach Süden öffneten und seitdem im ständigen Vormarsch begriffen sind. Die Eroberung von Machang wurde als ein ganz großer japanischer Er- olg yingestellt und einen Tag nach der Einnahme wurde die gesamte, im japanischen Hauptquartier beglaubigte ausländische Presse auf das Schlacht- e l d geführt. Und was die Presse dort gesehen hat, das habe ich sine ira et studio auf das ewigste unterwegs notiert, und hier ist der „Bericht einer Reise an die japanische Front".
An einem schönen Sonntagvormittag sollte die Partie vom Tientsiner Bahnhof ihren Ausgang nehmen. Rittmeister Sato, an seinen blauen Spiegeln als Trainofsizier kenntlich, hatte es als Leiter der Expedition und als berufsmäßiger Betreuer der Presse am Tage vorher an eingehenden Belehrungen und Ermahnungen nicht fehlen lassen: bis heute sei er unser Kamerad gewesen, morgen an der Front würde er aber ein ganz anderer Mensch sein und jeder habe seinen Befehlen zu gehorchen. Anzug sei beliebig. Pbotoavparate könnten mitgenommen werden, für Verpflegung — einschließlich Wasser — habe jeder selbst zu sorgen, außerdem olle sich jeder reichlich mit Zigaretten eindecken und sie an der Front an die Soldaten verteilen. Keine guten, sondern die billige Zehnerpackung zu 5 Pfennigen, alldieweil die jananilchen Soldaten keine großen Ansprüche stellten. Im übrigen sei unsre Reise dem zuständigen Divisionskommandeur in Maschang nicht gemeldet worden ... ob man uns überhaupt nach Maschang ließe, sei bei der Unbeliebtheit, der sich die Presse und die Photomänner allgemein erfreuten, nicht ganz sicher ... aus alle Fälle „versuchen könne man es ja mal", zumal das Oberkommando in Tientsin nichts einzuwenden gehabt habe. Uns sollte es recht sein und e abenteuerlicher die Reise verlief, desto besser.
Pünktlich fanden wir uns also um 6 Uhr vormittags auf dem Hauptbahnhof ein, und zwar in
Gegen Mittag lief der Zug endlich in Tan - u a n t u n a ein, wo der Generalleutnant Renski Iso ga indessen Division die chinesische Haupt- tellung bei Maschang durchbrochen und damit „die ganze Geschichte ins Rutschen gebracht hatte", sein Hauptquartier aufgeschlagen hatte. Auf diesem Bahnhof erwartete uns die zweite Ueberraschung, die nicht vorhandenen Divisionsautos, die uns doch eigentlich zum Stabe bringen sollten! Also blieb uns nichts anderes übrig, als uns mit unseren Handkoffern, den Flaschenbierkästen, den Whisky-Pullen und den Zigarettenvorräten zu beladen und ächzend und stöhnend bei einer infernalischen Hitze den Fußmarsch nach der etwa einen Kilometer entfernten Stadt anzutreten.
bedingung für die Zuerkennung der Rechte Kriegführender an beide spanische Parteien sei, ausschließlich oder überwiegend von dem guten Willen Italiens abhängt. Weiter wird die Binsenwahrheit ausgesprochen, daß es außerordentlich schwierig sei, irgendeinen Fortschritt in Richtung auf die europäische Beruhigung zu erreichen, so lange nicht die spanische Angelegenheit wirkungsvoll und rasch in Angriff genommen werde. Dabei wird in der Note geflissentlich übersehen, daß es nicht Italien, sondern Sowjetrußlund ist, das durch seine offene Einmischung immer wieder eine wirkliche Regelung der Freiwilligenfrage und des Spanienproblems überhaupt unmöglich macht.
Die in Paris vereinbarten Bestimmungen über die Teilnahme Italiens an der Mittelmeerkontrolle werden, wie von unterrichteter italienischer Seite verlautet, voraussichtlich noch in dieser Woche ratifiziert werden können. Ferner vernimmt man, daß voraussichtlich noch diese Woche mit der Antwort Italiens auf die englisch-französische Note über Dreierbesprechungen zur spanischen Frage gerechnet werden könne.
ZmZeichen derAichteinmischung.
Die Sowjetausfuhr
nach dem bolschewistischen Spanien fast um das 27fache gestiegen.
M o s k a u , 4. Okt. (DNB.) Die Hauptzollverwaltung der Sowjetunion hat Angaben über den sowjetrussischen Außenhandel in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres gemacht. In dieser sowjet- amtlichen Statistik fällt der Posten „Spanien" am meisten auf. Während die sowjetrussische Ausfuhr dahin in dem Zeitraum vom Januar bis August 1936, also bis zum Ausbruch des bolschewistischen Umsturzes, außerordentlich gering war und nur 3,1 Millionen neue Rubel (ein neuer Goldrubel ist gleich 0,48 RM.) ausmachte, stieg diese Ziffer in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres auf n i cht weniger als 8 2,9 Mill. an. Das bedeutet, daß während der Zeit der offiziellen „Nichteinmischung" die sowjetrussische Ausfuhr nach dem bolschewistischen Spanien fast um das 27fache (!) g e st i e g e n ist. Diese Statistik ist ein bemerkenswertes sowjetrussisches Eingeständnis für die gewaltige Unterstützung, die die Sowjetunion dem bolschewistischen Spanien gewährt.
Nischen Truppen aus Korea und der Mandschurei anrollen — ein Transportzug nach dem andern ' ein. Meist Infanterie in olivgrünen Uniformen mit roten Kragenspiegeln, alles kräftige, untersetzte, gut genährte Leute, die im Handumdrehen mit ihren Fahrzeugen ausgeladen waren, sich formierten und ! schweigend ohne Musik und ohne Singen in die : Stadt abmarschierten. Diese „Abmarsch - Stunde" : schlug auch für die Presse kurz nach 9 Uhr vormittags, mit einem Ruck zog die Maschine ganz 1 unvermittelt an, warf die halbgeleerten Bierflaschen um, was einen allgemeinen „Aufstand" auslöste, und langsam rollte der Zug der Front entgegen.
Um sie schildern und das ganze Ausmaß der Schwierigkeiten verstehen zu können, mit denen die Japaner zu kämpfen haben, läßt sich leider eine kurze „G e l ä nd e b e s ch r e ib u n g" nicht umgehen. Eine unendliche, bis an den Horizont reichende Ebene. Bestanden mit übermannshohen Kauliang-Feldern, die an die Maisfelder der ungarischen Tiefebene erinnern, mit der das ungeheuer fruchtbare Nordchina eine merkwürdige A ehn licht eit» hat. Wochenlange Regengüsse hatten diese Felder, die nirgends eine natürliche Deckungsmöglichkeit in Form von Hügeln usw. bieten, in einen See verwandelt. Dieser See vergrößerte sich ständig, weil die chinesischen Truppen Der 29. Armee den bei Maschang vorbeiführenden „Großen" oder „Kaiser-Kanal" an vier Stellen durchstochen hatten. Dieser, etwa 30 bis 40 Meter breite und viele hundert Kilometer lange Kanal läuft zum Teil auf ebener Erde, das heißt auf gewachsenem Boden zwischen zwei künstlich aufgeschütteten Deichen entlang — durchsticht man diese Deiche, dann ergießen sich wachen- und monatelang (genau wie bei den Dammbrüchen des Gelben Flusses) ungeheure Wassermassen über das flache Land, unaufhaltsam schreitet die lieber- schwemmung weiter und überflutet manchmal Gebiete so groß wie eine preußische Provinz. „Vormarsch"— womöglich noch in der Schützenlinie — durch diese kilometerbreiten hohen Kauliangfelder, womöglich bis an die Knie im Wasser — muß ein Vergnügen sein, das sich mit „Schliff" schon nicht mehr bezeichnen läßt, um so beachtlicher die japanische Leistung, mit diesem Hindernis Der Natur fertig geworden zu sein, lieber das „Wie?" werden wir zur gegebenen Heit berichten.
An Sensationen war diese Fahrt im Güterwagen sonst nicht gerade reich: auf allen Stationen der eingleisigen Bahn gab es endlose Aufenthalte, um die entgegenkommenden Leerzüge vorbeizulassen und man hatte also Zeit und Muße genug, sich den Betrieb auf diesen kleinen Etappenbahnhöfen genauer anzusehen. Bahnhofskommandanten waren meist ältere, bebrillte, ungeheuer gelehrt aussehende Reserveofsiziere, die immer wieder und überall den deutschen Journalisten mit einem Wust von Fragen überschütteten, „welchen Eindruck die japanische Armee mache?" „Ob man glaube — die große Sorge!! — daß die Russen den Japanern in Den Rücken fallen?"
Auf Den Bahnsteigen war jeder verfügbare Raum mit Munition und Proviant vollgestopft. Bergehoch türmten sich Kisten mit Artilleriemunition, die aus Stroh geflochtenen Hafer- und Reissäcke, Die von Hunderten und aber Hunderten von chinesischen Kulis — arme Lasttiere, Die für jeden arbeiten, der ie bezahlt oder zur Arbeit zwingt und die infolgedessen den Japanern unschätzbare Dienste leisten — in die wartenden Fuhrparkkolonnen verladen wurden, Deren Wagen im Hinblick auf die fürchterlichen Wegeverhältnisse sehr sinnreich konstruiert sind. Zweirädrige, ganz leicht gebaute Karren, die von einem Pferd gezogen werden, jeder Karren faßt vielleicht drei oder vier kleine Hafer- ober Reis» äcke, so daß die Tiefengliederung einer solchen Kolonne eine phantastische Länge erreicht. Zu Hunderten, um nicht zu sagen zu Tausenden, waren diese Wägelchen auf den trocknen Inseln um die Bahnhöfe herum aufmarschiert, darunter ein Korps Brückentrain, Der ebenfalls sehr sinnreich konstruiert war. Die Pontons bestanden nicht wie bei uns aus einem Stück, sondern waren ebenfalls in vier Teile zerlegt, auf ebenso vielen zweirädrigen, von je einem Pferd gezogenen Karren verstaut, Die genau so gebaut waren, wie Die Verpflegungs- und Munitionswagen ... genormte Einheitswagen, Die sich also für alle Zwecke, auch für Den Bretter-, Balken- und VerwunDetentransport verwenden ließen. Im Gegensatz zu Den disziplinierten Front- truppen machten die Trainfahrer einen mehr als änderbaren Eindruck: beim Appell standen sie in dicken Haufen, die Hände in den Hosentaschen, um den Wachtmeister herum und schienen „betont" Den „alten Krieger" markieren zu wollen, ebenso auffällig war die ausgesprochene Unsauberkeit, die auf diesen Etappenbahnhöfen herrschte. Tote Hunde, erschossene Pferde lag^n überall herum und verbreiteten einen pestilenzartigen Gestank, an einer Stelle lag sogar ein geköpfter Chinese, leicht in Verwesung übergegangen, Unrat, faulendes Stroh und Abfälle jeder Art bedeckten den freien Raum zwischen den Lebensmittel- und Munitionsstapeln ... das Ganze ein Bild, das in keiner Weife Dem niet- gerühmten Sinn Der Japaner für Sauberkeit ent- prach.
Es hanDelt sich hierbei zweifellos um einen neuen Akt bolschewistischer Piraterie im Mittelmeer. Moskau setzt angesichts Der Entwicklung Der Verhand- lungen über Die Spanienfrage alles Daran, wie - Der einen Zwischenfall — noch Dazu mit einem englischen Kriegsschiff als Opfer — zu provozieren, um Die sich anbahnenDe Verständigung der westeuropäischen Staaten zu hintertreiben.
Ke ne Verschiebung der Verantworilichk iien.
Die englisch-französische Note
in der Freiwilligenfrage.
London, 4. Okt. (DNB.) Der Inhalt Der englisch-französischen Note an Italien roirD in einer Meldung Der Preß Association kurz skizziert. Danach scheint Die Note von der irrtümlichen Auffassung auszugehen, als ob Die Zurückziehung Der Freiwilligen, Die Die Vor-
uberhaupt herzugeben vermag. In Dieser Mitarbeit offenbart sich Die tätige FreuDe Der Deutschen Jugend zum Bauerntum.
Der wertvollste Rohstoff für die Arbeit aller Deutschen Menschen ist Das tägliche Brot Es ist aber nicht allein wichtig, ihn zu erzeugen Nach- Dem er unter Mühen unD Sorgen gewachsen und geborgen ist, gilt es, ihn z u pflegen und z u erhalten. Durch Die Achtlosigkeit eines einzelnen mag vielleicht nur ein kaum spürbarer Teil Des Erzeugten verschwendet oDer oerDorben roerDen. Millionenfache Achtlosigkeit aber bedeutet Den 93 er lüft unersetzlicher Werte. Millionenfach muß daher die Mitarbeit der deutschen Jugend gegen den Verderb unseres täglichen Brotes einsetzen. Unsere Sorgfalt für das kleinste Stück Brot kann uns den Ernteertrag einer großen deutschen Provinz erhalten. Wir ehren so durch Die Tat Die schwere Jahresarbeit Der Bauern und Landarbeiter, der Frauen und Mädel auf den Höfen. Wachsamkeit für die Erhaltung unserer Nahrungsgüter ist der Erntedank der deutschen Jugend."
Der Bückeberg dem Führer zur Verfügung gestellt.
Ein Geschenk des preußischen Staates.
Auf Dem Bückeberg, 4. Okt. (DNB.) Reichs- minifter Dr. Goebbels überreichte Dem Führer auf Dem Bückeberg anläßlich Des Erntedankfestes 1937 folgende Urkunde: Das deutsche Bauerntum feiert alljährlich auf dem im Herzen Des Reiches gelegenen Bückeberg Den Erntedanktag. Es dankt mit Dem ganzen Volke feinem Herrgott für Frucht und Ernte eines arbeitsreichen Jahres. Es gelobt dem Führer Des Reiches aufs neue Gefolgschaft unD Dienst an Der heimatlichen Scholle. Die Heimatstätte Des Deutschen Landvolkes soll für alle Zeiten erhalten unD würdig gelt a 11 e t werden. Auch hier sollen sich deutsche Volksgenossen aller Stämme im Bekenntnis zu der Einheit Des Blutes vereinen. Diesen Zielen will Das Land Preußen mit feinem Beitrag Dienen. Das Staatsminifterium hat beschlossen, Den Bückeberg, soweit er als preußisches Staatseigentum bisher zur Domäne Ohsen gehörte, Dem Führer unD Reichskanzler z u übereignen. Ich vollziehe Diesen Beschluß a m 5. ErnteDanktag im Reiche Adolf Hitlers, Der über Die Gabe Preußens nach feinem Willen verfügen möge.
Berlin, Den 3. Oktober 1937.
Der preußische Ministerpräsident: Hermann ©Öring.
EinDeuischerTog inReuyork
Neuy ork, 4. Okt. (DNB.) Zu einer machtvollen Kundgebung Volksdeutschen Gedankens gestaltete sich der im Madison Square Garden gefeierte Deutsche Tag, der von 16 deutsch-amerikanischen Verbänden gemeinsam begangen wurde. Wohl 25 000 deutschblütige Menschen waren erschienen, um am gleichen Tage, an dem Deutschland Das ErnteDankfest begeht, ihre Liebe zur alten Heimat zu befunden unD zugleich um ein lebendiges Zeugnis abzulegen von dem bedeutenden Anteil, Den Die Amerikaner Deutscher Abstammung am Aufbau Der Vereinigten Staaten geleistet haben. Der neue Deutsche Botschafter, Dr. Dieckhofi, schilDerte Deutschlands Kampf um eine neue Weltgeltung. Es erstaune nicht, Daß DeuffchlanDs Wie- Dererftarfen nicht überall im Ausland FreuDe Hervorrufe, Denn für viele fei ein schwaches Reich bequemer gewesen. Trotz allem aber werDe Deutsch- lanD auf seinem Wege zur Feiheit unD Stärke unbeirrt weiterschreiten unD sein Haus so einrichten, wie es Die nationalsozialistifche Weltanschauung for- Dere. AnDererseits lehne es DeutschlanD aber auch ab, anderen Volkern Ratschläge zu geben, nach welchen Gesetzen sie zu leben' hätten. Deutschland dächte nicht Daran^ sich in die inneren Ereignisse anderer Nationen /inzumischen, besonders versagen sich die Reichsdeutschen im Ausland jede Kritik an Einrichtungen und jede Einmischung in die Angelegenheiten ihrer Gastländer. Wenn auch bei anderen Volkern die gleiche Zurückhaltung geübt würde, dann würde schneller als bisher das gegenseitige Verständnis unter den Nationen wachsen.
Nach der Rede des Botschafters wurden Buchpreise an 35 Zöglinge deutjcher Sprachschulen verteilt.. In einem Festspiel wurde unter Mitwirkung deutscher Turnvereine und Sängerbünde der überragende Anteil deutschstämmiger Amerikaner an Dem Ausbau unD Der Geschichte Amerikas versinn- bildlicht. An Den Führer unD Reichskanz« < l e r rourDe ein Telegramm gesandt. Darin wird । Der Dank für Die Befreiung Der Deutschen Heimat unD Das Gelöbnis, Die alte Freundschaft zwischen Dem LanDe Luthers, Schillers unD Wagners unD Dem Lande Washingtons unD Lincolns hüten zu : wollen, zum AusDruck gebracht.
Lt-Booi-Floiiitte „Lohs".
Ehrung
eines tapferen N-Boot-Konrrnandanten,
Kiel, 4. Okt. (DNB.) In Kiel wurde die i 3. U-Boot-Flottille Durch ihren Flottillenchef, Kapitänleutnant Eckermann, in Dienst gestellt. ' Die Boote wurden aus Der Flottille „W e d - Di gen" herausgezogen, so daß Die neue ■ Dritte U-Boot-Flottille jetzt aus Dem U-Boot-Tender „W eichsel" als Mutterschiff, Dem U-Boot-Tender „Mose l", Dem Torpedoboot „T 156" und Den 11- booten „U 10", „U 12", „U 14", „U 16", „U 18", „U 20" und „U 22" besteht. Als Reserveboote sind Die U-Boote „U 8" und „U 24" vorgesehen. Alle Boote gehören Der bewährten 250-ionnen- Klasse an.
Auf Befehl Des Führers trägt Die Flottille Den Namen Des Oberleutnants z. S. Lohs, Der als 1 einer Der tapfersten Offiziere Der alten Marine für ' feine schneidigen Unternehmungen den Orden Pour le m6rite bekam. Er war im Januar 1918 Kommandant des U-Bootes „UB 57" geworden; mit diesem Boot hat er besonders große Fernunternehmungen ausgeführt; ihm ging der Ruf voraus, daß ! er niemals mit weniger als 20 000 Tonnen von ! einer Unternehmung zurückkam. Im August Des Jahres 1918 traf ihn Das Seemannslos: von einer Unternehmung an Der englischen Küste kehrte das Boot mit feinem heldenhaften Kommandanten und : feiner tapferen 34 Mann starken Besatzung nicht ' mehr zurück ,
Der Flottillenchef hielt seiner Mannschaft dieses . leuchtende Beispiel von Pflichterfüllung vor Augen ? und ermahnte sie zur Nacheiferung. Der Oberbe- i fehlshaber Der Kriegsmarine hat Der Frau und Der Tochter des ruhmreichen Kommandanten Die Ehrung ifl einem persönlichen Schreiben mitgetellt. ;


