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Kampf gegen den Volkstod.
beste Behandlung erfahren." — „Wieder", so schließt der Sender Salamanca, „erfuhr eine Lügenhetze ihre Abfuhr. Trotz der niederträchtigen Schmähungen hat General Franco neuerdings 15 ausländische Gefangene freige- lasfen."
General Molas letzte Fahrt.
Herzliche Anteilnahme des nationalen Spaniens.
Burgos, 4. Juni. (DNB.) Die Trauerfeier für den tödlich verunglückten General Mola gestaltete sich zu einer eindrucksvollen Kundgebung. Die Särge verschwanden unter Kränzen und Blumen. Die beiden Flügeladjutanten des Generals. Offiziere der Armee und Vertreter bdr Falange und Requetes hielten die Ehrenwache. Staatschef General Franco, der die schlichte Legionäruniform und das militärische Verdienstkreuz trug, wurde überall von der Menge mit Hochrufen und erhobenem Arm begrüßt. Der in die spanischen Farben gehüllte Sarg General Molas, hinter dem sein Lelbpferd ging, wurde von vier Gespannen gezogen. Unter dem Trauergeleit befanden sich außer General Franco, der allein unmittelbar hinter dem Sarg herschritt, der deutsche Botschafter, General F a u p e l, eine Vertretung der italienischen Botschaft, der Chef
des diplomatischen Kabinetts S a n g r o n i z, die Gouverneure mehrerer Provinzen, der Bürgermeister von Burgos sowie zwölf spanische Generale, darunter S a l i q u e t, der Nachfolger Molas, D a - vila,Cabanellas, Orgas, der Alkazar- Verteidiger Moscardo, ferner der E r z b i f ch o f von Burgos und der Erzbischof von Toledo Kardinal Goma. Der Trauerzug ging bis zur Kirche Vierva de Maria, wo General Franco den Vorbeimarsch der Ehrenkompanien des Heeres und der Freiwilligenverbände abnahm. Die riesige Anteilnahme der Bevölkerung, die Hochrufe auf Mola, die Arbeiter, die vor den Fabriken den Lei- chcnzug mit erhobenen Händen grüßten, waren Beweise für die yohe Wertschätzung, die der Verschiedene überall genoß.
Die Ueberführung der Leiche n ach Pamplona führte durch flaggengeschmückte Dörfer und Städte, In Briviesca, in der Nähe des Unglücksortes, und in Vitoria, wo der $U0 am Nachmittag eintraf, fanden kurze Trauerfeiern am Sarge statt. In den späten Abendstunden fand in Pamplona die Beerdigung statt. Dichte Menschenmengen füllten die Straßen, tiefes Schweigen begleitete den Trauerzug. Alle Fahnen waren auf Halbmast gesetzt, die Häuser zeigten Flaggenschmuck. Der tote General wurde begleitet von den ältesten Generalen der spanischen Armee, vom Kardinalprimas und sämtlichen Behörden. Die Trauerrede hielt der Gründer der spanischen Fremdenlegion, General Millan A st r a y.
Das Beileid des Führers.
Berlin, 4. Juni. (DNB.) Der Führer und R e i ch s k a n z l e r hat an den Chef der spanischen Nationalregierung General Franco folgendes Beileidstelegramm gerichtet: An dem schweren Verlust, der das nationale Spanien durch den Tod des Generals Mola bettoffen hat, nimmt das deutsche Volk schmerzlichen Anteil. Ich bitte Sie, den Ausdruck meines aufrichtigen Beileids ent- gegenzunehmen. In der Geschichte des Befreiungskampfes Spaniens wird der Name des Generals Mola in Ehren weiterleben. Adolf Hitler, deutscher Reichskanzler.
Oer Heichskriegsminister beim italienischen Heer.
Interessante Gefechtsvorführungen. Besuch in der Reitschule.
Rom, 5. Juni. (DNB.) Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg hat am Freitag- vormittaa in der Umgebung von Civita Vecchia einer Inständigen Gefechtsvorführuny mit scharfer Munition beigewohnt, zu der vier Bataillone Infanterie, vier leichte und vier schwere Artillerieabteilungen, ein Bataillon Schwarzhemden und ein Bataillon leichte Kampfwagen eingesetzt worden waren. Die Gefechtsoorführung, bei der die modernsten Waffen des italienischen Heeres Verwendung fanden, hat bei den deutschen Gästen weaen der Genauigkeit des Scharfschießens und wegen der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Waffen, die in allen Abschnitten der bewegten Kampf- Handlung überall zu beobachten war, den stärksten Eindruck gemacht. Der Generalfeldmarschall ließ sich während der einzelnen Gefechtsabschnitte mit lebhaftestem Interesse über die Entwicklung der Kampfhandlung und den Einsatz der verschiedenen Waffen berichten und besichtigte anschließend unter Führung von Unterstaatssekretär General Pari a n i, der die Gefechtsvorführung geleitet hatte, die neuen Geschütze, Maschinengewehre und Kampfwagen sowie das Telephon-, Radio- und Brücken- gerat, wie sie heute in der italienischen Armee gebräuchlich sind. Auch bei dieser Gelegenheit brachte der Reichskriegsminister seine lebhafte Anerkennung zum Ausdruck.
Bei der Rückfahrt wurde Generalfeldmarschall von Blomberg überall aufs herzlichste begrüßt, so besonders i n C i v i t a V e c ch i a, wo die Spitzen der Partei und der Behörden den deutschen Ehrengast erwarteten, und wo eine nach Tausenden zählende, spalierbildende Menschenmenge dem General- feldmarschall eine überaus herzliche Begrüßung bereitet hatte. Nach der Besichtigung nahm Generalfeldmarschall von Blomberg in Begleitung von
Es ist eine unbestrittene Tatsache, daß die Geburtenziffern des Jahres 1936 noch 15 Prozent unter jener Zahl liegen, die als Mindestzahl er- orderlich ist, um den heutigen B e st and des deutschen Volkes aufrechterhalten zu können. Das muß sich jeder vor Augen halten, der sich mit den Problemen der Bevölkerungspolitik auseinander- etzen will. Die unbestreitbar großen Erfolge der nationalsozialistischen Maßnahmen auf dem Gebiete der Bevölkerungspolitik haben also noch nicht dazu geführt, auch nur den Bestand unseres Volkes zu sichern. Darum muß der Kampf gegen den Volkstod mit aller Energie w e i t e r g e f u h r t werden, weil er letzten Endes der Existenzkampf unseres Volkes schlechthin ist.
Damit sich ein Volk erhalten kann, müssen auf 1000 Einwohner jährlich etwa 20 Gebur- t e n kommen Während Deutschland diese Zahl nicht erreicht, liegen in Rußland, Polen und Bulgarien die entsprechenden Zahlen bei 33 und mehr. Das ind die am stärksten wachsenden Völker Europas. Über auch Italien, Spanien und Holland mit nicht ganz so hohen Zahlen sind wachsende Völker, denen außer Deutschland noch die nordischen Völker, Frankreich, Belgien und England gegenüberstehen, die ich auf absteigender Linie bewegen, also vom Volks- od bedroht sind. Der Anteil der Slawen an der Bevölkerung Europas betrug im Jahre 1810 34 vom Hundert, stieg bis 1930 auf 44 v. H. und wird im laufenden Jahre auf über 50 v. H. angestiegen sein. —
Wird hier nicht im Schoß der Mütter ein Schick- salskampf ausgefochten, der in viel stärkerem Maße die Zukunft Europas gestaltet, als sie je durch kriegerische Auseinandersetzungen geformt werden könnte? Der Kampf gegen den Volkstod, gegen den Geburtenrückgang ist der Daseinskampf unseres Volkes, in dem es nur Sieg oder Untergang gibt. Welche gewaltige Aufgabe uns aber hier gestellt worden ist, möge die Tatsache erleuchten daß noch nie ein Volk, das vom Geburtenrückgang erfaßt worden war, wieder aufgestiegen ist. Den alten Völkern, die untergegangen ind, haben die rassen- und bevölkerungspolitischen Erkenntnisse gefehlt, die uns heute die Größe der Gefahr des Dolkstodes erst aufzeigen. Die Erkenntnis der Gefahr genügt aber nicht, um sie zu überwinden. Alle Maßnahmen des Staates auf bevölkerungspolitischem Gebiet müssen auf die Dauer nutzlos sein, wenn sich nicht die seelische Grundhaltung des Volkes vollkommen ändert wenn nicht der Wille zum Kinde, ja zu v i e- len Kindern die Ehe heiligt und segnet, so wie sie früher in der Kinderzahl gesegnet war. In dem Bekenntnis des Reichsbundes der Kinderreichen 1936 zu Nürnberg heißt es: „Wir rufen das Gewissen unseres Volkes für feine größte Not wach. Bevölkerungspolitik ist Angelegenheit aller Deutschen. Der Geburtenrückgang kann nicht durch Wohlfahrtsflege und Fürsorgemaßnahmen überwunden werden. Die Erhaltung der Art ist das Herzstück der nationalsozialistischen Staatspolitik und muß zur Gewisiensfrage für jeden Volksgenossen werden."
Wenn der Reichsbund der Kinderreichen, der im vorigen Jahr in Köln seine erste Reichstagung abgehalten hat, in diesem Jahre in Frankfurt am Main in einer Großkundgebung vor das gesamte deutsche Volk tritt, will er in jedem Volksgenossen das Verständnis für die Ziele des Reichsbundes roecfep, will aufzeigen, daß Kinderreichtum der größte Reichtum eines Volkes überhaupt ist — wohlgemerkt nur der Reichtum an erbgefun- den, rassereinen Kindern — und wo die Kinderreichen Forderungen zu stellen haben, wer
Marschall Badoglio, Marschall de Bono und Marschall C a v i g l i a sowie zahlreicher hoher Offiziere, an der Spitze Unterstaatssekretär General P a r i a n i in Santa Marinella im Park des Ca- tello O d e s c a l ch i ein Frühstück ein.
Nachmittags begab sich der Generalfeldmarschall auf das Gelände der berühmten italienischen Militärreitschule Tor di Quint o, wo interessante Vorführungen der italienischen Kavallerie und motorisierter Truppeneinheiten sowie eine farbenfrohe Schauvorführuna der libyschen Reiterei den hohen Stand der italienischen Reitkunst und die technische Ausbildung der motorisierten Truppen das besondere Interesse des Reichskriegsministers er- weckte, der die Besichtigung in Begleitung Mus- o l i n i s und der gesamten Generalität vorgenommen hat. Der Generalfeldmarschall, der sich am Samstag nach Neapel begibt, um den historischen Reiterfestspielen beizuwohnen, verbrachte den Freitagabend als Ehrengast des Offizierskorps im Garnisonkasino in Rom.
Deutsch-italienische Kultur- beziehunaen
Eine Unterredung mit Dr. Goebbels.
Rom, 4. Juni. (DNB.) Die „Tribuna" veröffent- licht eine Unterredung des Reichspropaganda- Ministers Dr. Goebbels mit ihrem Vertreter. Dr. Goebbels erklärte u. a.:
„Man kann wohl sagen, daß es kein kulturelles Gebiet gibt, auf dem nicht seit Jahrhunderten ein ständiger Austausch zwischen Deutschland und Italien stattgefunden hat; und nicht nur auf dem Gebiet her Baukunst, der Malerei, der Musik können wir diese Beziehungey durch die Namen der größten europäischen Künstler beweisen, sondern auch in der Literatur ist fast kein Jahrzehnt, in dem sich nicht klar offenbart, wie innig dies Band zwischen den beiden Völkern gewesen ist. Es ist also ohne weiteres klar, daß in einer Zeit, in der die politische Einstellung der beiden Völker wesensverwandte Züge aufweist, auch ihre geistigen und kulturellen Beziehungen sich notwendigerweise erweitern und vertiefen müssen. Sowohl die deutsche als auch die italienische Kunst wurzelt in der Volksseele und in der völkischen Tradition und stellt so eine Kraft im Kampf zur Otieberroerfung des Bolschewismus dar, des Bolschewismus, der zuvorderst auf seine Fahne schreibt, jede eigene Tradition eines Volkes zu vernichten.
Wir Deutsche sind glücklich, aus den kulturellen und künstlerischen Werken des faschistischen Italiens die urwüchsigen Kräfte des italienischen Volkes schöpfen zu können und sind davon überzeugt, daß auch das italienische Volk aus den schöpferischen Werken des nationalsozialistischen Deutschland eine immer tiefere Erkenntnis der Kräfte, die unser Leben bestimmen, gewinnen kann. Deshalb hoffen wir, daß diese kulturelle Zusammenarbeit jedes der beiden Völker für ein immer innigeres Verständnis des anderen befreundeten Volkes, und zwar auch
den diese Forderungen allein um des ewigen Lebens der Nation willen erhoben. Es gibt wohl keinen Deutschen, der zum Schutz des Vaterlandes und zur Sicherung unterer Freiheit und Unabhängigkeit, nicht zu jedem Opfer bereit wäre. Wäre es denn nicht ein Widerspruch in sich, wenn wir in der unerbittlichen Auseinandersetzung, dem Ge- burtentrieg, nicht gleichermaßen opferfähig sein wollten? Wir wollen wieder ein wachsendes Volk werden. Wir wollen nicht „vergreisen". Es gibt keine Zukunft ohne Jugend!
Daß der Kinderreichtum in seinen letzten Auswirkungen auch Reichtum auf wirtschaftlichem Gebiet bedeutet, geht sehr deutlich aus einem Aufsatz des Leiters des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP., Dr. Walter Groß, in der Zeitschrift „Der Dierjahresplan" hervor, in dem er erklärt: „Die wirtschaftliche und soziale Bedeutung des Kindes für die Volkswirtschaft ist in den letzten Jahren zunehmend erkannt worden. Sie besteht darin, daß hier ein Personenkreis von vielen Millionen konsumiert, ohne gleichzeitig eine eigene Produktion absetzen zu müssen. Die Gruppe der Kinder stellt also einen sehr wesentlichen Faktor für die Größe des Absatzmarktes und damit für die Produktionsmöglichkeit der Gefamtwirtschaft dar. Wer sich diesen Zusammenhang einmal klar- gemacht hat, der versteht die ernsthafte Behauptung der Statistiker, die in der europäischen Arbeitslosigkeit zum guten Teil die direkte Folge des ununterbrochenen Geburtenrückganges erblickt haben." Es bedarf wohl keines weiteren Be- weises mehr, daß es keine Politik auf lange Sicht geben kann, deren Hauptaufgabe nicht zugleich der Kampf gegen den Dolkstod tft. G. B.
Empfang der Ehrengäste des Veichsbnndes der Kinderreichen.
Dom 5. bis 7. Juni findet in F r a n k f u r t a. M. das Reichstreffen des Reichsbundes der Kinderreichen statt, das feinen Höhepunkt findet in einer Kundgebung am Sonntagnachmittag mit einer Rede des Schirmherrn der Veranstaltung, Reichsmmister Dr. Goebbels. Den Auftakt bildete am Freitag ein Empfang der Ehrengäste des RDK., der Bundesleitung und der La-ndesleiter durch den Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs im Römer. Die Familie, so betonte er, sei heute wieder in den Mittelpunkt der Bettachtung gerückt. Die Pflege der erbgefunben und sittlich einwandfreien §antifie sei eine staatspolitische Aufgabe, der sich der nationalsozialistische Staat mit aller Kraft zugewandt habe. Reichsbundesleiter Stüwe dankte für den freundlichen Empfang. In Frankfiirt a. M. fei nach dem Weltkriege die erste Vereinigung der Kinderreichen gegründet worden. Von hier aus habe der Reichsbund feine Ausbreitung gefunden. Im Gegensatz zu früher gehe es jetzt nicht um die Sorge für den Einzelnen, sondern um d i e Sorge für das ganze Volk. Danach habe sich die Arbeit des Reichsbundes der Kinderreichen eingerichtet.
Für die Ligue internationale pour la vie et la famille dankte General Lemercier (Belgien) für die herzliche Aufnahme in Frankfurt und teilte mit, daß die 10. Konferenz der Liga im August dieses Jahres in Paris und die 11. Konferenz in B e r - l i n stattfinden werde. Als weitere Vertreter der Internationalen Liga waren bei dem Empfang anwesend aus Italien Professor B r u g n i e r und Georgia Smogino, aus Oesterreich Dr. Hans V o l l h o f e r , aus England Ferd. M c Cann, aus Frankreich der Generalsekretär der Jnternatio- 1 nalen Liga Vieulle, aus Belgien Mr. Ballet.
auf dem Gebiet des polttifchen Denkens und Handelns geistig oorbereite."
Harte Strafe im Tarnowitzer Oeutschtumsprozeß.
Kattowitz, 4.Juni. (DNB.) Das Tarnowitzer Bezirksgericht verkündete am Freitagnachmittag im Prozeß gegen d i e 26 j ugendlichen Deutschen aus Kattowitz, Tarnowitz und Umgegend, die unter der Anklage der Geheimbündelei standen, das Urteil. Wie im ersten Tarnowitzer Deutschtumsprozeß ' gegen zahlreiche Jugendliche im November vorigen Jahres, fällte auch diesmal das Gericht Überaus harte Strafen. Von den 26 Angeklagten wurde ein einziger freigefpro- chen, während alle übrigen, darunter 15 minderjährige Knaben und Mädchen, für schuldig befunden wurden. Sechs Angeklagte erhielten je ein Jahr Gefängnis, acht weitere Angeklagte Gefängnisstrafen von zwei Monaten bis zu einem halben Jahre, elf Angeklagte, die das 17. Lebensjahr noch nicht überschritten haben, wurden zur Unterbringung in eine Erziehungsan st alt verurteilt. Sieben Jungen und Mädchen wurde auf diese Strafen eine dreijährige Bewährungsfrist zugebilligt. Während dieser Zeit sollen sie jedoch unter Vormundschaft gestellt werden. Nur zwei zu Gefängnissen verurteilte Angeklagte erhielten eine vierjährige Bewährungsfrist.
In der Urteilsbegründung führte das Gericht aus, daß die Schuld der Angeklagten durch Zeugenaussagen und schrifiliches Beweismaterial einwandfrei festgestellt worden sei. Zwar haften die Beschuldigten behördlich anerkannten deutschen Wandervereinen angehört, nie Gliederung der beiden in Frage kommenden Vereine in Gruppen und Untergruppen, die sich au mehrere Kreise erstreckt habe, sei jedoch vor den Behörden geheimgehalten worden. Ebenso stehe fest, so heißt es in der Urteilsbegründung weiter, daß in den Vereinen politische Erziehungsarbeit geleistet wurde, was man den polnischen Behörden gleichfalls verschwiegen habe. Das Gericht vertrat ferner den Standpunkt, daß sich alle Angeklagten dieser Tatsache bewußt gewesen seien, so daß ihre Bestrafung erfolgen mußte. Die Strafbemessung sei unter Berücksichtigung des Alters und der Tätigkeit des einzelnen Angeklagten innerhalb der Vereine erfolgt. Zum Schluß stellte der Staatsanwalt den Antrag au sofortige Verhaftung der sechs zu je einem Jahr Gefängnis verurteilten Angeklagten. Dieser Antrag lehnte das Gericht jedoch ab.
Die Deutschen Südwestafnkas wollen gehört werden.
Kapstadt, 4. Juni. (DNB.) In Südwestafrika herrscht unter der deutschen Bevölkerung große Beunruhigung darüber, daß sich die Mandatskommission des Völkerbundes auf ihrer
Junitagung mit dem B e richt der Mandats« regierung über Südwestafrika befassen wird, ohne in den Besitz einer Eingabe gelangt zu sein, die namens der deutschen Bevölkerung der Unionsregierung zur Weiterleitung an die Mandatskommission eingereicht wurde. In deutschen Kreisen glaubt man ein selbstverständliches Recht darauf zu haben, von der Mandatskommission gehört zu werden. Wenn aus formalen Gründen die Unionsregierung die Eingabe nicht rechtzeitig nach Genf weitergeleitet hat, so glaubt man in Südwestafrika, daß es wenigstens ihre Pflicht wäre, der Mandatskommission davon Kenntnis zu geben, daß eine solche Eingabe v o r l i e g t.
Hier irrt Leon Blum
Frankreich jubiliert, will sagen, es jubiliert nicht in dem eigentlichen Sinne, sondern es feiert nur ein Jubiläum, und zwar ein sehr kurzfristiges Jubiläum. Am 4. Juni war es ein Jahr, daß die Volksfront und mit ihr die Regierung L6on Blum zur Macht kam. Wir erinnern nur kurz und im Vorbeigehen daran, daß die Idee der Volksfront eine Erfindung Dimitrows auf dem 7. kommunistischen Weltkongreß in Moskau gewesen ist. Das Ziel ist: Kommunisten, Sozialdemokraten, freisinnige Bürgerliche, die sich in Frankreich Radi- kalfozialisten nennen und noch sehr stark sind, und möglichst auch Katholiken zu einer politischen Kampfgemeinschaft Husammenzubringen — mit dem Hintergedanken, daß in einem solchen Verbände d i e kommuni st ische Partei mit ihrem Radikalismus und ihrer Geschlossenheit und ihrer starken Berücksichtigung der außerparlamentarischen Machtfaktoren die Führung an sich reiht. Diese Volksfront feiert also jetzt in Frankreich ihr Jubiläum des einjährigen Bestandes.
L6on Blum hat dazu wenig Positives zu sagen gewußt und das Positive, das er erwähnte, waren Uebertreibungen, die einem philosophischen Geist, wie ihn L6on Blum außerhalb des Ministerpräsidiums repräsentieren will, nicht wohl anstehen. Er hat die sozialen Fortschritte feirtes Regimes gelobt und behauptet, daß außer Amerika kein Land etwas Aehnliches aufzuweisen habe. Hier irrt L6on Blum! Frankreich hat in jähen Sprüngen und sehr gewaltsam den sozialen Vorsprung einzuholen versucht, den Deutschland seit der Bismarckschen Sozialpolitik bereits gewonnen hatte. Tarifverträge sind in Deutschland eine Alltagsangelegen- hrit, in Frankreich waren sie eine kühne Neuerung. Auch unter dem Regime Blum bat Frankreich der deutschen Sozialversicherung einschließlich der Ar- beitslosen-Versicherung kein Gegenstück entgegen- zusetzen. Solche Dinge wie eine Sozialversicherung lassen sich eben nicht mit Sitzstreiks und Massen- demonstrationen organisieren. Der französische Ministerpräsident hat sich ferner entschuldigt mit der Erbschaft, die er übernehmen mußte und sich damit gleichzeitig nach dem Sprichwort angeklagt, weil nicht alle Blütenträume reiften. Frankreich hat au dem Aufschwung der Weltwirtschaft keinen Anteil und dafür hat es gegen die Versprechungen der Volksfrontregierung eine scharfe Währungsabwertung hinter sich und erhebliche Zoll- erhöhungen vor sich. D.
Erweiterter Aufbau her RG -Gtudentenkampfbilse
Berlin, 4. Juni. (DNB.) Reichsstudentenführer Dr. Scheel rief die führenden Männer der waffen st udentischen Altherrenzusam- m e n s ch l ü s s e nach Berlin, um mit ihnen die praktischen Folgerungen der Einigung der deutschen Altakademiker in der NS.-Stuoentenkampf- Hilfe zu besprechen. In der Sitzung vertraten u. a. Studienrat Dr. Dolle den Verband Alter Burschenschaftler, Oberbürgermeister i. R. Dr. Klinge den Verband „Die Alte Burschenschaft", Dr. Lindemann den Verband Alter Landsmannschafter, Landesbauernrat i. R. Blumenthal den Weinheimer Altherrenoerband, Studienrat Dr. Pfeifer den Verband Alter Tumerschafter und Dr. Hofmann den Alteherrenbund des ATB.
Nachdem der Reichsstudentenführer die hochschulpolitische Entwicklung der letzten Wochen behandelt hatte, sprach Reichsamtsleiter Hederich über den Aufbau der NS.-Studentenkampfhilfe, der auf Grund der letzten Ereignisse noch erweitert werden muß. Dem Leiter der Studentenkampfhilfe soll in Zukunft ein aus zehn Männern bestehender Führungskreis unmittelbar unterstellt werden. Weiter werden fünf Arbeitskreise gebildet, und zwar -für Finanzfragen, für Leibesertüchtigung, für Geschichte, Brauchtum und Tradition, für Außenarbeit und für Pressewesen. In diese Ausschüsse sollen auf Vorschlag der Altherrenoerbände Persönlichkeiten berufen werden, die sich auf den betreffenden Gebieten innerhalb ihrer Verbände früher verdient gemacht haben.
Ferner machte Reichsamtsleiter Hederich nähere Angaben über Ehren- und Disziplinarordnung der NS.-Studentenkampshilfe, für die bisher nur der Grundsatz der unbedingten Genugtuung als selbstverständliche Voraussetzung feststand. Obgleich die studentische Ehrenordnung das Pistolenduell nicht kennt, soll den in der Stüdentenkampfhilfe zusammengeschlossenen Alt- akodemikern aus näherliegenden Gründen die Möglichkeit zum Austrag einer Ehrenangelegenheit m i t der Schußwaffe gegeben werden. Neben dem Ehrenrat des NSD.-Studentenbundes wird ein Ehrenrat der NS. -Studentenkampf- Hilfe errichtet werden, die beide der letzten Instanz eines Obersten Ehrenrates des deutschen Aka- demikertums unterstehen sollen.
Im Verlaus der Sitzung gaben sämtliche anwesenden Vertreter der waffenstudentischen Altherrenverbände einmütig die Erklärung ab, daß sie n u n- mehr alle Diskussionen über das Waffen- ftubententum als erledigt betrachten. Geschloffen bekannten sich die Vertreter der waffenstudentischen Verbände zu einer engen Zusammenarbeit der einzelnen Verbände mit der Studentenkampf- bilfe und der Reichsstudentenführung und sprachen Dr. Scheel und feinen Mitarbeitern ihr festes Vertrauen aus. Sie erklärten ausdrücklich ihre Zustimmung zu dem Aufbau und dem Arbeitsplan der NS.-Studentenhilfe sowie zu den Grundsätzen, die das Leben der studentischen Kameradschaften bestimmen. Aehnliche Erklärungen hgtte der Reichsstudentenführer bereits von Präsident Dr. Schlange für den Verband Alter Corpsstudenten und von Justizrat Brauns für den Sondershäuser Verband entgegennehmen können, und ebenso vorher non Dr Wotschke für den Kyffhäuf"r-Derband der Vereine Deutscher Studenten und M. Voigt für den Ehrenbreitsteiner Vertteterkonoent.


