Einzelbild herunterladen

Kähnen heraus!

Aufruf des Gauleiters zum Flaggen am 7. März.

Am 7. Rlärz 1936 gab der Führer dem Reiche seine Wehrhoheil wieder, und deutsche Truppen marschierten auf seinen Befehl zum ersten Male seit dem Zusammenbruch in das ehemals entmili­tarisierte Gebiet.

Das deutsche Volk dankte dem Führer in der darauffolgenden Wahl damit, daß es fich ein­mütig zu Adolf Hitler und feiner Bewegung be­kannte.

Zum Gedenken dieses schicksalhaften Tages grüßt die gesamte Bevölkerung des Gaues Hessen-Rassau den Führer mit den Fahnen des Dritten Reiches.

Am 7.März 1 937 Flaggen heraus!

heil Hitler!

Sprenger.

Gelegenheit zu geben, sich von dem heimatlichen Gemeinschaftsgeist zu überzeugen, der die Oden­wälder Heimatoereinigung beseelt, wurde beschlos­sen, Anfang April einen werbenden Familienabend zu veranstalten, bei dem Odenwälder Volkslieder, mundartliche Darbietungen und Tanz alle hiesigen Volksgenossen, die aus dem Odenwald stammen, vereinen sollen.

Deutscher Gardetag 1937 in Düsseldorf.

Am 10., 11. und 12. Juli findet in Düsseldorf die große allgemeine Widersehen^feier aller ehemaligen Garde-Regimenter statt. Außerdem haben die 2. Garde-Reserve-Dioision und die Garde-Ersatz- Division dort die Abhaltung eines Divisionstages beschlossen. In ihren alten Regimentern finden sich die Kameraden zu frohen Wiedersehensfeiern zu­sammen. Nähere Auskunft über die Veranstaltun­gen erhalten die Kameraden am Samstag, 6. März, abends, im Vereinslokal HotelPrinz Carl". (Siehe heutige Anzeige.)

** Bieberlieschen wieder entgleist. Die Biebertalbahn hatte wieder einmal eine Ent­gleisung zu verzeichnen. Der Unfall ereignete sich bei den Tonwerken Abendstern. Glücklicherweise kam niemand dabei zu Schaden. Ein gleicher Vor­fall ereignete sich wenige Tage vorher im Gießener Bahnhof der Biebertalbahn.

** Modenschau im Cafe Amend. Eine Reihe Gießener Einzelhandelsfirmen hatte sich ent­schlossen, in Gießen eine Modenschau durchführen zu lassen, die für die Erzeugnisse der deutschen Modeindustrie werben sollte. Man hatte deshalb einen geschickten Fachmann verpflichtet, der mit sechs Damen aus Köln während zweier großer Vor­führungen im Cafe Amend eine Fülle von Klei­dung zeigte, wie man sie im Frühjahr und im Sommer 1937 tragen soll. Beide Veranstaltungen waren sehr gut besucht, fanden alle Aufmerksam­keit und gerechtfertigten Beifall. Erfreulich war es, zu sehen, daß nach wie vor in der Kleidung Ein­fachheit und klare Linie erstrebt sind, und nur dem Spätnachmittagskleid oder dem Abendkleid etwas an Aufwand zugestanden wird. Und interessant war es, daß unter den gezeigten Kleidungsstücken auch viele gezeigt wurden, die aus neuen deutschen Stof­fen hergestellt worden waren und einen sehr guten Eindruck machten. Vom einfachen Hauskleid für den Vormittag über das Komplet für den Nachmittag, die Sportkleidung, den Mantel, zum einfachen und zum großen Abendkleid brachte die Modeschau alles.

was eine Frau interessieren kann. Ausführliche Er­läuterungen taten ein Uebriges, um die Bemühun­gen der deutschen Modeindustrie um zeitgemäße Kleidung erkennen zu lassen. Die Damen stellten die einzelnen Schöpfungen mit viel Geschick in das rechte Licht. Die Hauskapelle des Caf6 Amend begleitete die Vorführungen mit unaufdringlicher Musik.

Schöffengericht Gießen.

Der A. I. aus Angenrod, Kreis Alsfeld, hatte sich wegen schwerer Urkundenfälschung zu verant­worten. Er hatte im Oktober 1936 in Angenrod als Reisender einer Firma einen Bestellschein selbst mit dem Namen des angeblichen Bestellers unter­schrieben, an die Lieferfirma eingesandt und sich da­durch einen Vermögensvorteil verschafft. Da der Angeklagte noch nicht einschlägig vorbestraft war, wurde er unter Annahme mildernder Umstände zu einer Gefängnisstrafe von sechs Wo­chen und zur Kostentragung verurteilt.

Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit verhandelte das Schöffengericht sodann wegen widernatürlicher Unzucht in zwei Fällen gegen den O. H. aus Maar, Krs. Lauterbach. Der Angeklagte war geständig. Das Gericht verurteilte ihn zu einer Gefäng- nisstrafe von neun Monaten und legte ihm die Kosten des Verfahrens auf.

Weiterhin hatte sich das Schöffengericht mit dem W. H. aus Geiß-Nidda zu befassen, der wegen fal­scher Anschuldigung unter Anklage stand. Der An­geklagte hatte im Oktober 1936, trotz besseren Wis­sens, über einen anderen bei der Polizeibehörde die Behauptung aufgestellt, der andere habe ihm ge­heime Pläne über für militärische Zwecke bestimm­tes Gelände anfertigen und übergeben wollen, da­mit er sie gegen Entlohnung an das Ausland Wei­terverkäufen könne. Auf Grund der Beweisauf­nahme und der beeidigten Aussage des beteiligten Dritten kam das Gericht zu der Auffassung, daß der Angeklagte in unverantwortlicher Weise un­wahre Behauptungen aufgestellt hatte, und verur­teilte den noch nicht vorbestraften Angeklagten zu einer Gefängnisstrafe von zwei Mo­naten. Außerdem wurden ihm die Kosten des Verfahrens auferlegt. Der Vorsitzende führte in seiner Urteilsbegründung aus, daß in Anbetracht der Schwere des Vergehens des Angeklagten die Strafe an und für sich sehr gering sei, das Gericht aber nur mit Rücksicht darauf, daß der Angeklagte solche Handlungen nicht mehr vornehmen werde, von einer höheren Bestrafung absah.

Wegen Sachbeschädigung und Körperverletzung hatten sich die Angeklagten K. St. aus Altenstadt und H. L. aus Hainchen zu verantworten. Es war ihnen zur Last gelegt, daß sie am 25. November 1936 in Alt-Wiedermus, Hainchen und Eckartshau­sen fremde Sachen (Fensterscheiben und bergt) be­schädigt oder zerstört und Personen körperlich miß­handelt hatten. Das Gericht verurteilte die beiden Angeklagten wegen Sachbeschädigung und Haus­friedensbruchs, den Angeklagten L. wegen gefähr­licher Körperverletzung zu folgenden Strafen: Den Angeklagten St. zu einer Geldstrafe von 2 0 0 Mark, evtl, für je 7 Mark ein Tag Gefängnis, den Angeklagten L. an Stelle einer an sich verwirk­ten Gefängnisstrafe von 30 Tagen zu einer Geld­strafe von neunzig Mark. Bei der Bemes­sung der Strafe kam für den Angeklagten L. straf­mildernd in Betracht, daß er vermindernd zurech­nungsfähig ist. Beiden Angeklagten wurden die Ko­sten des Verfahrens auferlegt.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinden.

Gießen. Kapelle des Allen Friedhofs. 20 Uhr: Passionsandacht. pelruskapelle (Wetzlarer Weg Nr. 59). Passionsandacht fällt aus wegen der Volks­mission.

Obecheffen.

Landkreis Gießen.

00 Klein-Linden, 28. Febr. Am Samstag­abend veranstaltete die Schar 1/5/116 der Hitler- Jugend einen Dorfgemeinschaftsabend. Der Abend sollte den Eltern und Volksgenossen einen Einblick in die Arbeit der HI. gewähren. Nach dem Er­öffnungsmarsch der HJ.-Kapelle hieß Standort­führer Wilhelm Volk, der mit der Führung der Schar beauftragt ist, die Besucher willkommen und sprach über die hohen Aufgaben der HI., die die Heranwachsende Jugend geistig und körperlich er­tüchtigen und die gesamte deutsche Jugend erfassen soll. Dann zeigte die Jugend Unterhaltung mancher­lei Art. Heitere Theaterstücke erfreuten die Be­sucher, und Gedichte in obevhessischer Mundart fan­den dankbare Aufnahme. Boxkämpfe, Lieder der HI. und Bilder aus dem Lagerleben ließen er­kennen, in welcher Art die Jugend unseres Führers an der Arbeit ist. Die gemeinsam gesungenen Lieder verstärkten das Band echter Volksgemeinschaft.

öd Alten-Buseck, 5. März. Heute vollendet die älteste Einwohnerin unseres Ortes, Frau Ma­rie B ö tz, ihr 8 6. Lebensjahr in völliger kör­perlicher und geistiger Frische.

= Beuern, 3. März. Der weit über die Gren­zen unseres Ortes hinaus bekannte frühere Maurer­meister und Gastwirt Christoph Wagner konnte heute in geistiger und körperlicher Frische im Kreise seiner Kinder und Enkel seinen 8 0. Geburtstag feiern. Viele Glückwünsche und Geschenke wurden dem hochbetagten Manne zuteil. Herr Wagner ver­mag sich noch durch manche landwirtschaftliche Ar­beit nützlich zu machen.

Z Allendors a. d. Lda., 4. März. Bei der im hiesigen Stadtwald (Forstorte Homberg und Streitkopf) abgehaltenen dritten diesjährigen Brennholzoer st eigerung waren die Preise gegen die vorhergehenden Versteigerungen etwas niedriger. Es kosteten: Buchen-Scheitholz 17 bis 19 Mark, Kiefern-Scheitholz 7 bis 11 Mark, Fich- ten-Scheitholz 6 bis 7 Mark je zwei Raummeter: Buchen-Knüppelholz 14 bis 16 Mark, Kiefern- Knüppelholz 8 bis 10 Mark, Fichten-Knüppelholz 5 bis 7 Mark je zwei Raummeter: Buchen-Reisholz 3 bis 5 Mark, Eichen-Reisholz 2 bis 3 Mark je 5 Rmtr.: Buchen-Stockholz 8 bis 9 Mk. je 2 Rmtr.

Kreis Scholten.

!" Ruppertsburg, 5. März. Die hiesige Kriegerkameradschaft hielt unter dem Vor­sitz ihres Kameradschaftsführers W. Seipp II. bei Gastwirt Wagner ihre Hauptversammlung ab. Zu Beginn wurde der im Weltkrieg gefallenen Kame­raden und des im vergangenen Jahre verstorbenen Altveteranen Heinrich G r e b gedacht. Dem Jahres­bericht war zu entnehmen, daß die Kameradschaft im vergangenen Jahre wieder gewachsen ist. Sie zählt jetzt 53 Mitglieder. Im vergangenen Sommer konnte eine neue Kyffhäuserfahne geweiht werden. Die Rechnungsablage gab ein erfreuliches Bild des Kassenstandes. Als eine Ehrenpflicht sah es die Ka­meradschaft an, dem Volksbund für Deutsche Kriegs­gräberfürsorge beizutreten.

Hessen in Fortunas Gunst.

* Frankfurt a. M., 5 März. Dieser Tage fiel ein 3 0 0 0 0 0 - Mark - Gewinn der Preu­ßisch-Süddeutschen Klassenlotterie nach Hessen. Die glücklichen Gewinner, die das Los Nr. 298 037 in Achteln spielten, wohnen in Groß-Gerau, Dornheim, Mörfelden und Erzhausen. Es handelt sich um acht Arbeiter und Angestellte, hie es gut gebrauchen können. Die Glücksgöttin hat also die Richtigen gefunden. Bei diesem Glücks­

fall blieb es aber diesmal nicht. Am gestrigen Don­nerstag wurde in unserem Gau wiederum ein Glücksios gezogen. Es fielen zwei Gewinne zu je 5 0 000 Mark auf die Nummer 313 441, die in Achteln in der ersten Abteilung in Hessen und in der zweiten Abteilung in Baden gespielt wird.

Rundfunkprogramm

Samstag, 6. März.

6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Früh­konzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.05: Wetter­und Schneebericht. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik am Morgen. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 11.40: Land-

Die

Geschichte vom grossen Frost

Am Ende der Rechnung für ausgebessert- Wasserschäden stand nämlich: 28 Mark. Das war bitter V Mit dem Gießener Anzeiger würde er das gespart haben. Tja hätte er Zeitung gelesen!

fünf. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Miilagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Musikalische Presse"-Neuheiten. 15: Volk und Wirtschaft. Aller­lei Neuigkeiten. 15.15: Wir bemerken dazu...! Die Haushaltungsschule. 15.30: Klas Störtebecker. Ein Spiel von Mut und Uebermut. 16: Froher Funk für alt und jung. 18: Neues aus der Welt des Sportbuches: Deutsches Segelfliegen. 18.15: Sport­schau. 18.30:Kameraden unterm Spaten." Unsere Soldaten der Arbeit singen und musizieren. 19.30: Der Zeitfunk bringt die Wochenschau. 19.55: Ruf der Jugend! 20: Nachrichten. 20.10: Zu guter Letzt.

Gute Möbel bei Koos

Giessen Schülstn6

- .. \ '

und mit ihnen die neuesten Modelle. Entzückende, preis- würdige Neuheiten A, mtortaiw

im

1487 D

Die seither von Architekt Seibert innegehabte

Wohnung

Walltorstr. 21 I. 4Zimm.u.Küche ist zum 1.4. an- derw. zu verm. Näh. Walltorstr. 21 (Laden). 011179

2-Zimmer-

wohnung

i.H. ab 15. März zu vermiet. « Neustadt 24.

Schönes

leeres Zimmer

zu vermieten. Wo?sagtdieGe- schäftsstelle des

Konditor

für einen Taglin der Woche, am liebsten für Frei­tag, in ein Städt­chen Nähe Gie­ßens gesucht.

Schriftliche An­gebote u.1474D an den Gießener Anzeiger erbet. Zuverläfs. li47gv

Mädchen (nichtunt.20J.), mit Kochkenntn. und allen Haus­arbeit. vertraut, wird zuml.April in ruhig. 3-Per­sonen - Haushalt von 9-4 Uhr ges. Seltersweg26iu

sofort gesucht. UlmIM Zuverlässiges und ordentliches Halbtags; maddien zu einem älteren Ehepaar gesucht. Liebigstr. 86 11.

Ueber Naturschutz und Naturkunde

des Hugo Bermühler Verlages, Berlin-Lichterfelde. Bitte verlangen Sie noch heute von Ihrem Gießener Buchhändler das ausführliche bebilderte WerbeblattFreunde der Natur sind Freunde guter Bücher".

Hier abschneiden!

Stichling 493

Stielstich

Stichling, etwa 8 cm langer Fisch aus der Familie der Stächelflos- ser, der sich im Wasser ein Nest baut. Stichlinge find gut nn Aquarium zu halten.

Stichwunden entstehen durch Verletzung mit einem dünnen, spitzigen Instrument und zeich­nen sich durch einen weit in die Tiefe dringenden Wundkanal aus. Bei Stichwunden ist die Wundinfektion immer besonders groß, da die Wundsekrete nicht abfließen können. Etwa mit ein­gedrungene Bakterien, Staub. Kleiderteilchen usw. bleiben in der Tiefe und veranlassen oft sehr gefährliche Eiterungen. Be­sonders gefährlich sind Stichwun­den der Brust und des Bauches wegen der Gefahr der inneren Blutung und der Mitverletzung lebenswichtiger Organe. Stich­wunden sollten immer ärztlich behandelt werden.

Stickstoff, in der Luft als färb-, geschmack- und geruchloses Gas vorhandenes Element, das in chemischen Verbindungen, z. B. als Salpeter, zur Düngung ver­wendet wird.

Stickhusten ist ein krampfartiger trockener Husten. Vgl. Keuchhu­sten.

Sticken nennt man das Ausfäl­len von vorgedruckten Mustern mit weißem Leinengarn (Weiß­stickerei L u. Ausschnittstickerei Richelieu) oder bunten Seide- und Leinengarnen, z. B. Perl­garn. Die gebräuchlichsten Stiche beim Sticken sind u. a. Kreuzstich Plattstich. Stielstich. Spannstich

Schlingstich usw. Arbeitet man mit buntem Garn, so achte man darauf, waschechte Stickgarne zu kaufen. Man wäscht bunte Sticke­reien in lauem Seifenwasser mit Essigzusatz und bügelt alle Hand­arbeiten von links. Weißstickerei kann auch gekocht werden.

Stiefel, s. n. Schuhe.

Stiefeltern. Die Stiefeltern ha­ben gegen ihre Stiefkinder keinen Anspruch auf Erbschaft. Pflicht­teil, Unterhalt und umgekehrt. Den Stiefeltern steht das Er­ziehungsrecht ihren Stiefkindern gegenüber nur mit Genehmigung der wirklichen Eltern (Vater oder Mutter) zu. Die Ehe zwi­schen Stiefeltern und Stiefkin­dern ist verboten. (S. Ehehinder- nisse. Blutschande.) Die Stief­eltern oder Stiefkinder haben bei einem Prozeß das Zeugnisver­weigerungsrecht (s. dort).

Stiefmütterchen, (Viola trico- lor), Frühjahrsblume, die als zweijährige Pflanze gezogen wird. Saat erfolgt im Juli, Pflanzen überwintern draußen, wenn nötig unter einer Fichten- zweigdecke. Blütezeit im Früh­ling in herrlichen Farben und verschiedenen Größen. Beliebte Kinderblume, die durch ihre sa­genhafte Geschichte von der Stief­mutter sich einen besonderen Platz im Gartenbeet des Kindes erobert hat.

Stieglitz. Distelfink, Finkenvogel. kenntlich an einer gelben Zeich­nung am Flügel und an seinem Ruf stiglit.

Stielstich, ein Stich beim Sticken. Man sticht den Faden von unten

Kohlen von Fischer

Gießen, Alicenstraße 4244, Telefon 3172 und 3176