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ren So wird Herr Delbos in Warschau wie in Bukarest und Belgrad auf den gleichen Wunsch stoßen, die eigene Unabhängigkeit <u wahren und Experimente zu vermeiden, die kostspielig und ris­kant werden können, ohne den Interessen des eige­nen Volkes zu nützen Ueberall ist auch hier das Gefühl im Wachsen, daß die eigene Sicherheit in der Verständigung mit den Nachbarn die besten Grundlagen findet Es wäre für die Befriedung Europas von Nutzen, wenn Delbos aus dem Er­gebnis seiner Erkundungsreise nach Osten für die Außenpolitik Frankreichs auch praktische Folgerun­gen ziehen würde. Dr Fr. W. Lange.

Delbos in Warschau eingetrossen.

Warsckau, 3 Deß. (DNB.) Am Freitagnach- mittag traf der französische Außenminister Delbos au seinem offiziellen Besuch in Warschau ein. Aus dem Bahnhof hatten sich zu seiner Begrüßung Mi­nister B e ck mit zahlreichen hervorragenden Persön­lichkeiten eingefunden.

Der regierungsfreundliche KurjerCzerwony erinnert daran, daß der letzte französische Staats­besuch im Jahre 1935 stattfand, als Laval auf der Reise nach Moskau in Warschau Station machte. Von diesen Zeiten sei man heute entfernt. Die Ent* täuschung über die Sowjetunion, deren Prestige erschüttert sei, habe dazu geführt, daß in Frankreich niemand mehr an das Bündnis mit Moskau denkt, und Minister Delbos habe es abge­lehnt, sich nach Moskau zu begeben. Das Bündnis mit Polen habe für Frankreich eine neue große Be­deutung erhalten, zumal das System der kollektiven Sicherheit zusammengebrochen sei. ^Expreß P o r a n n rj" meint, der Besuch Delbos falle in eine Zeit des Umbruches. Die internatio­nale Ordnung, die sich in der Nachkriegszeit heraus­gebildet und sich auf dem Völkerbund und der kol­lektiven Sicherheit aufgebaut hätte, fei zerbrochen, und es beginne der Zeitraum, in dem neue For­men für das internationale Zusammenleben ge­sucht würden Das Gewicht des polnisch-französischen Schutzbündnisses werde, ganz gleich welches inter­nationale System gefunden wird, nicht erschüttert werden.

Das MilitärblattPolska Zbrojna" hofft, daß dieunbefriedigenden finanziellen und wirt­schaftlichen Beziehungen zwischen Frankreich und Polen" während des fünftägigen Aufenthaltes des französischen Außenministers in Polen besprochen und gebessert werden können Der klerikale Maly D z i e n n i k" meint, es gebe keinen Un­terschied der Auffassungen zwischen Polen und Frankreich mehr In Paris habe man nicht nur der letzten deutsch-polnischen Minderhei- tenverständigung deutlich b e i g e p f l i d) - tet, sondern sogar die jetzigen guten Beziehungen zwischen Warschau und Berlin als im Interesse der Besserung der französisch-deutschen Beziehungen liegend anerkannt Die französisch-polnischen Bünd- msbeziehungen seien heute völlig frei von irgend­welchen Bestrebungen, Polen Pakte oder Blöcke kollektiver Sicherheit aufzuzwingen.

Italien wird unterrichtet.

Unterredung Giandis mit Eden.

Rom, 3. Dez. (DNB.) Eine Unterredung, die der italienische Botschafter G r a n b i mit Außen­minister Eden hatte, findet in der römischen Presse lebhafte Beachtung. Mit Genugtuung vernimmt man, daß der Minister den italienischen Botschaf­ter eingehend über sämtliche Fragen unterrichtet habe,die bei den englisch-französi­schen Besprechungen erörtert worden sind und die den Gegenstand eines weiteren gründ­lichen Gedankenaustausches mit den bei­den Mächten der Achse BerlinRom werden bil­den müssen". Eden gab dem italienischen Botschaf­ter die kategorische Versicherung, daß die englisch­französische Zusammenkunft. nicht als ein Versuch zur Schwächung der Achse BerlinRom betrachtet werden könne, sondern von der vollen Anerken­nung der Festigkeit und der Unantastbarkeit der italienisch-deutschen Verständigung ausging, die der Ausgangspunkt für die Wiederannäherung

Frankreichs Außenminister auf der Durchfahrt in Berlin.

(Scherl-Bilderdienst-M.)

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Berlin, 3. Dez. (DNB.) Der französische Bot­schafter Franxois Poncet hatte dem Reichs- Minister des Auswärtigen, Freiherrn v. Neu­rath, offiziell davon unterrichtet, daß der fran­zösische Außenminister Delbos auf feiner Reise nach Warschau Berlin berühren würde. Am Freitagmorgen wurde Herr Delbos bei seiner Durch­reise auf dem Schlesischen Bahnhof von dem R e i ch s m i n i st e r des Auswärtigen und Bot­schafter Franxois Poncet begrüßt.

Havas meldet, daß darin mehr als eine höfliche Geste gesehen werde und dadurch eine bessere Atmospäre in der öffentlichen Meinung beider Länder gekennzeichnet wurde. In diesem Zusammen­hang werden die Bemühungen der Frontkämpfer und des Reichsjuaendführers unterstrichen. DieIn- ormation" läßt sieh berichten, daß Minister Delbos )urch die Höflichkeit des Reichsaußenministers be- onders beeindruckt gewesen seiJntransigeant" ver­zeichnet mit Genugtuung die Herzlichkeit in der Begegnung.

Oer Erfolg der neuen"

n

erkstoffe

auf der pariser Wettausstellung.

Oie Ersten Preise für deutscheWerkstoffe undVerfahren, eine hohe Auszeichnung deutscher Wissenschaft.

Paris, 3. Dez. (DNB.) Bisher sind folgenden Ausstellernvon neuendeutschen W e r k- ft offen und Verfahren Große Preise (Grand Prix) zuerkannt worden: Für den syntheti­schen Gummi Buna, der als Autoreifen und als Fußbodenbelag ausgestellt war, der IG. Farben AG., ebenfalls für die neue trocken- und naßfeste gellroollfafer23 i ft r a » X T" mit bleibender Kräuselung und wollähnlicher Oberflächenstruktur hochelastisch, von ausgezeichneter Wärmeisolations­fähigkeit, und für den neuen synthetischen Treibstoff nach dem JG.-Hochdruckverfahren.

Unter den neuen auf der Kohle - Kalk- Basis hergestellten plastischen Werk st of­fen sind preisgekrönt roorben: Für das Plexi­glas ein glasähnliches, glasklares, praktisch unzerbrechliches und in beliebigen Farben herstell­bares Erzeugnis, für den Flugzeugbau in Form, von gebogenen Scheiben, ferner für die Herstellung von Musikinstrumenten und Linsen, derFirma Roehm-Haas (Darmstadt). Für die technischen Harze Mipolam, Polopas, Trolon und Trolitan der Dynamit AG. vorm. Alfred Nobel (Troisdorf) in Form von Röhren, Schläu­chen, Platten, Fußbvdenbelag, Möbelbefpannftoffen, wasserdichten Bezugsstoffen für Faltboote, unzer­brechlichem Geschirr, ferner als Wandplatten, pla­stische Buchstaben und in pulverisierter Form.

Für die synthetischen Farben der IG.- Farbenindustrie AG. in den verschiedensten Schat­tierungen und Verwendungsmöglichkeiten. Für das Hartmetall W i d i a in feiner praktischen An­wendung auf Hochleistungsdrehbänken der Firma Friedrich Krupp.- Für die L e i ch t m e t a l l e der IG. Farben (Bitterfeld) Hydromalium und Elektron in ihren vielen Anwendungsmög­lichkeiten besonders als Werkstoffe 'ür den Flug­zeugbau und Motorenbau. ftür das neue M e - tallplattierungsverfahren (Walzschweiß­verfahren) für die Herstellung von Geräten für die chemische Industrie, wie Kesselböden, der Deut­schen Röhrenwerke AG. Düsseldorf (Werk Thyssen, Mülheim-Ruhr). Für die aus Krupp­schen nicht rostenden säure- und hitzebeständigen V2^-Stayl nahtlos gezogenen und kunstvoll ge­bogenen Rohrschlangen den Mannes­mann-Röhrenwerken (Düsseldorf). Für die hervorragenden Erzeugnisse aus Glas und Sturzgut (Dioxsil) zu technischen Zwecken dem Jenaer Glaswerk Schott. Ferner auf pharmazeutischem Gebiet das neu entdeckte Mittel gegen das Kindbettfieber Prontofil (IG. Far­ben) und die Darstellung der Ergebnisse jüngster Untersuchungen der Hormone- Forschung (Sche­ring-Kahlbaum AG., Berlin); weiterhin das hervor­ragende Mottenschutzmittel E u I a n der IG.

Oer deutsche Student im neuen Reich.

Reichsftudentenführer Or. Scheel spricht auf einer Kundgebung des Gaues Hessen-Nassau.

der Achse LondonParis an die Achse Berlin- Rom werden soll Die englische Regierung, so setzt Popolo di Roma" hinzu, habe den beträchtlichen konstruktiven Wert der deutsch-italie­nischen Freundschaft für die neuen Bemü­hungen um den Frieden, von denen Chamberlain in seiner letzten Rede sprach, erkannt.Messaggero" meint, man dürfe allerdings nicht übersehen, daß die Kräfte, die hartnäckig gegen die Politik Chamber­lains arbeiten, nach wie vor tätig seien. Nach An­sicht desPopolo di Roma" hat mit den Be­sprechungen die Phase der normalen diplomatischen Fühlungnahmen begonnen, die naturgemäß ziem­liche Zeit erfordern werden.

Ein dritter deutscher Pastor aus Ostoberschlesien ausgewiesen.

K a ttow i tz, 3. Dez. (DNB.) Dem Gesetz vom 16. Juli 1937, das dem Wojewoden G r a z y n s k i Vollmachtenzur Aenderung der Verwaltung der uniierten evangelischen Kirche in der Wojewod­schaft Schlesien' in die Hand gibt, fiel nunmehr ein dritter deutscher Pastor, der langjährige Leiter der evangelischen Kirchengemeinde in Nikolai. Pastor Abolf Leder, der deutscher Reichsangehö­riger ist, zum Opfer. Pastor Leder wurde vom zuständigen Landratsamt die Verlängerung der Aufenthaltsgenehmigung versagt und ihm gleich­zeitig mitgeteilt, daß er bis zum 12 Dezember d I. das polnische Staatsgebiet zu verlassen habe.

Schwierigkeiten der deutsch- holländischenWirtschastsbesprechungen

Amsterdam, 3. Dez. (DNB.) Die holländische Zweite Kammer hat mit 58 gegen 9 Stimmen einen Gesetzentwurf zur Aenderung des Krisis-Ein­fuhrgesetzes angenommen. Das neue Gesetz gibt der Regierung weitgehende Vollmacht zu han­delspolitischen Maßnahmen hinsichtlich der Ein­fuhrkontingentierung. Das Gesetz soll nur zur Anwendung gelangen, wenn eine wirtschaftliche Notwendigkeit vorliegt Wirtschaftsminister Steen- b e r g h e (Römisck-Katholische Staatspartei) betonte, die Wirtschaftsbesprechungen zwischen der deut­schen und der niederlänoischen Abordnung hätten einen so starken Gegensatz in den Auffassungen beider Abordnungen ergeben, daß von einfer sehr schwierigen Lage gesprochen werden könne. Deutschland untersuche soeben den niederländischen Standpunkt; es könne aber noch nicht gesagt wer­den, wann die Verhandlungen wieder ausgenommen werden. Das niederländische Interesse erfordere das Krisis-Einfuhrgesetz, lieber gewisse Dinge müsse ge- Ichwieaen werden, um die Lage Hollands bei Han- «elsbesprechungen nicht unnötig zu stören»

Lpd. Frankfurt a. M., 3. Dez. In einer Kundgebung des Gauverbandes Hessen-Nassau der NS.-Studentenkampfhilfe führte Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger den neuen Gau- tudentenführer Kugelmann in sein Amt ein und verabschiedete den zum Gaukulturwart berufe­nen seitherigen Gaustudentenführer Conrad Bei dieser Gelegenheit machte Reichsstudentenführer Dr. Scheel grundlegende Ausführungen über die Studentenkameradschaften und Alt­herrenschaft. Dr. Scheel schilderte die Verhält­nisse, die an den deutschen Hoch- und Fachschulen herrschten, als ihn vor einem Jahr der Stellver­treter des Führers zum Reichsstudentenführer be­rief. Er habe sein Amt angetreten aus dem letzten Verantwortungsgefühl heraus, denn es ging nicht um das Schicksal von Korporationen, sondern u m d i e Zukunft der deutschen Hochschule über­haupt, um Sein oder Nichtsein des freien, selbst- verantwortlichen deutschen Studententums. Die na- ttonalsozialistische Revolution als eine Revo­lution der Weltanschauung habe auch tief in das Gebiet des studentischen Lebens einge- flriffen. Alles mußte vergehen, was nicht der neuen Zeit dienstbar gemacht werden konnte. Es galt, alle vorhandenen, aufbauwilligen Kräfte vereint für öie Neuordnung des studentischen Lebens einzusetzen. Das Wagnis ist geglückt. Ein neues Lebensge- fühl durchströmt die deutschen Studenten und das Altherrentum.

Nach Erledigung der organisatorischen Fra­gen war es notwendig, mit dem Ausbau der Kameradschaften zu beginnen, die an Stelle der früheren Korporationen die Er­ziehung der studentischen Jugend im national­sozialistischen Geist durchzusühren hatten. Hand in Hand damit muhte die Mitarbeit der Alten Herren erfolgen. Mit Stolz und Be­friedigung dürfen wir heute bekennen, der (Er­folg ist unserer Arbeit nicht versagt geblieben, und Partei und Staat Haden vertrauen zu dem Studententum seiner Arbeit gewonnen. Die Reichsführung des RSDSTB. ist zum Hauptamt in der Reichsleitung der Partei er­hoben und die RS. - Studentenkampf» tzilje als einziger Altherrenverband von der

RSDAp. anerkannt worden. Damit ist Stu- dentum und Altherrentum in die große natio­nalsozialistische Bewegung eingegliedert worden.

Im Mittelpunkt der Kameradschaftsgestaltung stehe der Erziehungsauftrag an den Studentendund: die Erkenntnis, das von allen Aufgaben die er­habenste und heiligste die Erhaltung der von Gott gegebenen blutgebundenen A r t ist. Student fein heiße: Du bist als Mensch und Persönlichkeit der Träger einer Kraft, die das Volk braucht. Deine Losung ist: Arbeit, Opfer und Einsatz, Tag für Tag, dein Studium ist nicht Vorbereitung für irgend ein Fach, sondern es ist Dien ft zugleich und ewige Verpflichtung. So wie der Arbei­ter Deutschlands treuester Sohn ist, so mußt du, deutscher Student, deine Kraft daransetzen der erste und treueste Diener deines Volkes zu werden. Der Schwerpunkt des studentischen Lebens heiße alle Kraft in den Dienst des Volkes zu stellen Der junge Mensch werde an die praktische Arbeit herangeführt werden: im Landdienst, an der Reichsautobahn, in der wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft usw Politischer Einsatz und wissenschaftliche Leistung seien die großen Ideale, die dem Studenten vorschwebten. In einer Front mit den Gliederungen der Partei werde dafür gesorgt, daß für Drückeberger und Feiglinge an Deutschlands hohen Schulen kein Platz mehr ist Wenn heute überall im Reich lebenskräf­tige Kameradschaften bestehen, so sei das der Un­terstützung durch zahlreiche nationalsozialistische Alte Herren mit zu verdanken. Der Ruf zur Entscheidung und Mitarbeit ist an alle ergangen.

Der Gaulester führt Den neuen Gaustudentensü^rer ein.

Gauverbandsleiter H e y s e skizzierte Sinn und Zweck der Aufgaben der Studentenkampfhilfe und gab einen kurzen Rückblick über die Geschichte des Studentenbundes im Gau. Gauleiter und Reichs- statthalter Sprenger dankte dann dem Reichs­studentenführer, daß er in aller Offenheit die Der- Haltnisse bargelegt habe. Nun gelte es. entsprechend ZU handeln. An die Alten Herren sei der Appell zur Mitarbeit ergangen. Die Studentenschaft könne stolz sein, daß ihre Parole:Freiheit, Ehre, Vo k und Vaterland" zum Grundsatz des ganzen Volkes UHirta. ___ u

Die Allen Herren müßten nun m i t h e l f e n am Reubau der Hochschulen, da die bestehenden Institutionen einer grundlegenden Reubildung bedürften. Was der Rationalfozia- lismus vom einfachen Volksgenossen verlange, verpflichte die Alten Herren, die auf Grund ihres Werdeganges eine größere Einsicht hät­ten, in noch weit höherem Maße. In ihnen wolle das Volk Führer sehen, und es sei von größter Bedeutung, daß das Volk in ihnen auch tatsächlich Führer sehen könne. Ich glaube, daß der Ruf an die Alten Herren nicht verhallen wird, sondern daß sie mithelfen, dem hohen Ziele zuzustreben, das der Führer gesteckt hat. Es ist nicht notwendig, daß jeder eine Parteiuniform trägt. Rationalsozialist sein heißt ehrlich, blutsmähig und charakterlich e i n echter Deutscher sein. So erwarte ich von 1 Ihnen, daß Sie alle in diesem Sinne ihre Pflicht tun.

Der Gauleiter sprach dann dem aus dem Amt scheidenden Gaustudentenführer Conrad seinen Dank aus und erklärte: ,^Jch sehe Sie mit Bedauern scheiden. Sie haben mit Geschick das Schiff des Studentenbundes geleitet, Sie find übergetreten in den Dienst der Partei. Auch dafür sage ich Ihnen hier öffentlich meinen Dank. Ich spreche es offen aus: Die Besten hole ich für die Partei!" Dann wurde Gaustudentenführer Kugelmann vom Gauleiter in sein Amt eingeführt. Gaustudentenfüh­rer Kugelmann dankte für seine Berufung und schloß die Kundgebung mit dem Sieg-Heil auf ben Führer.

Oie synthetische Eiweißfaser.

Hamburg, 3. Dez. (DNB.) Beim Besuch des Ministerpräsidenten Göring in Hamburg konnte Gauleiter Kaufmann den Abschluß der fabrika­torischen Vorversuche zur Schaffung einer neuen synthetischen Eiweißfaser melden. Es ist der Deut­schen Eiweiß-Gesellschaft. Hamburg, in Zusammen­arbeit mit Professor Dr.-Jng. Otto Mecheels, München-Gladbach, und einer namhaften deutschen Textilsirma gelungen, eine reine Eiweißfaser aus dem Fischeiweiß zu gewinnen, dieF i s ch- wolle". Es ist weiter gelungen, die Synthese zwi­schen Zellulose und Fischeiweiß herzustellen in einer «F i s ch z e 1 l w o 1 l e" nach dem Verfahren Hiltner- Mecheels. Prof. Mecheels ist der Leiter des Deut­schen Forschungs-Instituts für Textilindustrie in München-Gladbach.

lieber die Bedeutung und die Besonderheiten des neuen Verfahrens erfährt der Wirtschaftsdienst des Deutschen Nachrichtenbüros noch folgende Einzel­heiten: Es ist bekannt, daß Wolle aus Eiweiß und Baumwolle aus Zellulose besteht. Die bisher ge­schaffenen Zellwollen bestehen ohne Ausnahme aus Zellulose, und es war deshalb nicht möglich, sie mit Wolle zu mischen und mit W o l l - färb st offen anzufärben. Die Animalisie- rung von Fasern mit Eiweißkörpern, und zwar mit Kasein, wird hauptsächlich in Italien be­trieben. In dem nach dem Verfahren der Deutschen Eiweiß-Gesellschaft, Hamburg, hergestellten F i sch- eiweiß besitzen wir nunmehr ein Eiweißmolekül, das in geeigneter Weise versponnen eine sehr verschleißfeste, woll ähnliche Faser lie­fert. Das Fischeiweiß steht der deutschen Wirtschaft zusätzlich in beliebigen Mengen zur Verfügung, ha es lediglich darauf ankommt, die Rohstoffquelle Meer hinsichtlich des Fischfangs entsprechend aufzufchlie- feen. Es kam zunächst darauf an, eine Synthese zwi­schen Zellulose und Fischeiweiß zu finden. Dies ist gelungen. Die so gewonnene Faser besteht aus 80 v. H. Zellulose und Fischeiweife. Sie ist genü- aenb reifefest, wärmehaltig, verschleißfest und färbt s i ch insbesondere mit Wollfarbstoffen ähnlich wie Naturwolle an. Es besteht ferner die Möglichkeit, den Eiweifegehalt der Faser noch zu er­höhen und den Zellulosegehalt zu ermäßigen, eine Entwicklung, die gleichzeitig eine langsame Entla­stung des deutschen Waldes mit sich bringen würde.

Umgestaltung

des Hauses der Deutschen presse.

Berlin, 3. Dez. (DNB.) Unter Mitarbeit aller berufsständischen Gliederungen,0er deutschen Presse ist der Deutsche Presseklub in Berlin zu einer Kameradschaftlichen Gemein­schaft der besamten deutschen Presse (Verleger, Schriftleiter, behördliche Pressestellen und Verlagsangestellte) ausgebaut worden. Schirmherr­schaft und Ehrenpräsidium des Deutschen Presse- klubs haben der Reichsminister für Dolksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels, der Präsident der Reichspressekämmer Reichsleiter Amann, Reichspressechef Reichsleiter Dr. Dietrich und Reichswirtschaftsmikiister Funk übernommen. In das Präsidium hat der Reichsminister für Dolks­aufklärung und Propaganda den Leiter des Reichs» verbandes der Deutschen Presse SA.-Obergruppen­führer Weiß als Präsidenten, Hauptamtsleiter Rienhardt als Vertreter des Reichsoerbandes der Deutschen Zeitungsoerleger, den Leiter des Reichsverbandes der Deutschen Zeitschriftenoerleger Bischoff und den Leiter des Landesverbandes Berlin im Reichsverband der Deutschen Presse Kampmann berufen. Mit dieser Neugestaltung, die von allen zur deutschen Presse gehörigen Kreisen aus dem ganzen Reiche, aber auch von den deut­schen Berufskameraden im Auslande getragen wird, ist nunmehr ein Mittelpunkt des geistigen, kamerad­schaftlichen und geselligen Lebens geschaffen wor­den, der der Bedeutung und der Stellung Der Presse im neuen Deutschland entspricht.

Oer Neubau der Technischen Hochschule in München.

München, 3. Dez. (DNB.) Anläßlich der Jahresfeier der Technischen Hochschule machte der Rektor, Professor Dr. Schmidt, Mitteilungen über den Neubau der Technischen Hochschule im Westen Münchens. In Nymphenburg stehe ein Gelände von 460 000 Quadratmeter zuk Ver­fügung. Der Grundstein zu dem Gebäudekomplex, der zwölfmal größer werde, als der jetzige Bau, und dessen Entwurf von Geheim­rat Professor Dr. B e st e l m e y e r , Professor F i ck und Ministerialrat G a b l o n s k y stamme, werde voraussichtlich im nächsten Jahr, dem 70. Gründungsjahr der Hochschule, gelegt werden. Die erste Baurate sei vom bayerischen Staatsministe­rium bereits zur Verfügung gestellt. Bei der Wahl des Baugeländes sei auch die Erwägung maß­gebend gewesen, den nötigen Platz für Sportanlagen zur körperlichen Ertüchtigung der studierenden Jugend zur Verfügung zu haben. Die bauliche Gestaltung sehe einen Zweckbau tm besten Sinne des Wortes vor»