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Der letzte deutsche Bär. (Scherl-Bilderdienst-M.)

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Frankreichs prekäre Finanzlage.

schichte seit prähistorischer Zeit, Entwicklung, Hege und Jagd Eine große Anzahl Lichtbilder unserer berühmten Elchphotographen, wie Krauskopf, Ka­ties und Horst Siewert vervollständigen diese Schau.

Was wir in der b ' st o r t s ch e n S ch a u an Kost­barkeiten aus deutschen Schlössern und Museen fin» den, erfüllt uns mit Bewunderung Wir bestaunen die Kolossalgemälde:den alten Dessauer auf der Jagd", Falknerbilder aus dem Schloß Herrenhausen des Herzogs von Cumberland, Gobelins, Jagd- Schlitten und Wagen, Jagduniformen, Porzellan, Trinkgefäße, Plastiken, Waffen, Weidmesser, Hift­hörner und viele andere Schätze. Dazwischen hän­gen die bekanntesten deutschen historischen Geweihe aus den Schlössern Erbach und Moritzburg, in einer Vielgestaltigkeit und Stärke, wie sie die neue Zeit nirgends auf der Welt hervorbringt Eine Schau, auf die wir Deutschen stolz sein können!

In der G a m s s ch a u sehen wir, wie zahlreiche Gefahren leider unsere Gamsstände immer mehr bedrohen und heimsuchen-, Lawinen, Steinschlag und die Unruhe, die der wachsende Fremdenverkehr mit sich bringt. Die Schau zeigt uns ferner die Eigenheit und den Aufbau der Gambskrucke nach Alter und Geschlecht, die Alterungsmerkmale an Krücke und Haupt, die Hege und Bejagung des Gamswildes und schließlich eine große Anzahl der besten deutschen Gamskrucken. Im Anschluß hieran über der Schaujagdliches Brauchtum", erblicken wir eine ganz besonders interessante Ausstellung des Mainzer Naturhistoriscben Museums, die uns in die Zeit des ältesten Menschen versetzt.

Die Rehwildlehrschau behandelt die Ent­wicklung des Rehgehörns, die Rehwildhegeschauen Ostpreußen, Baden-Süd, Hannover und Braun­schweig zeigen unsere verschiedensten Stnndortver- hältnisse, die Grundsätze des Wahlabschusses und die Einwirkung des Reichsjagdgesetzes auf die Bejagung des Rehwildes.

In den Räumen der deutschen Vogelwarten Helgoland und Rossitten interessieren die Ergebnisse jahrzehntelanger Vogelberinaungsoer- sucye, die in einer Anzahl anschaulicher Lehrtafeln niedergelegt worden sind. Der nächste Ausstellungs­raum ist dem deutsch en Jagdhund gewidmet. Zahlreiche Lichtbilder erläutern Die geschichtliche Ent­wicklung und Benutzung des heutigen Jagdhundes, sowie die Unterscheidungsmerkmale der wichtigsten deutschen Jagdhunderassen. Ein Lieblingsgebiet der Mehrzahl unserer Jagdgenossen ist die Statistik der Jagd st recke. Wer von uns hat nicht schon ge­stöhnt über die pünktliche und vorschriftsmäßige Einreihung derAbschuß- und Wildstandsmeldun- P nUnd doch ist diese geringe Belastung unserer ' uemlichkeit nicht ohne Sinn und Zweck: Sämt- ' . Meldungen werden durch die Kreis- und Gau- logermeister alljährlich gesammelt und im Stabs­amt der deutschen Jägerschaft zum Nutzen der deutschen Jagd ausgewertet.

Von besonderer Wichtigkeit für Besucher aus dem Auslande und für die Werbung unter den Nicht­jägern ist die Darstellung der jagdlichen Or- g a n i s a t i o n , ihre Entwicklung und Bedeutung für unser deutsches Volk.

Dom Auslande ist Polen eines der jagdlich vielseitigsten Länder Europas mit seinen konkurrenz­losen Keilerwaffen, Rehgehörnen, Elchen und dem größten Bestand an starkem Raubwild. Außer Gams-, Muffel- und Damwild stoßen wir auf sämtliche europäischen Wildarten in unvergleichlicher Stärke. Rumänien, das Land der Rekord­gams (von 15 Schilden gehören 11 nach Rumänien), der klobigen Hirsche und Böcke und des urigen Raubwildes ist uns nächst Ungarn wie kaum ein anderes Land durch die spannenden Jagdschilde­rungen deutscher Jäger bekannt. Gleich neben dem Eingang hängt eine endlose Kette gewaltigster Bärenfelle. Schweden zeigt als Krone seiner jagdbaren Tierwelt den Elch (3 von 7 Schilden), ferner kapitale Rehböcke und Raubwild. Die Tschechoslowakei bringt eine bemerkenswerte Schau aus dem Wildparadies der Karpathen, der Hohen Tatra. Halle VIII. Ungarn ist das Land der stärksten Hirsche und Damschaufler.

Die Halle VII nimmt die AbteilungDie Pho­tographie in der Jagd" auf. Hier sieht man Lichtbildschöpfungen der bekanntesten deutschen Jagd­photographen.

In den Ausstellungspavillons der exotischen Län­der und Kolonialreiche hat England die stärksten exotischen Trophäen der Welt ausgestellt. Kanada ist mit Alaska die Heimat der stärksten Elche, Wapitis und Bären der Welt.

Die afrikanische Schau und die Sonderschau der deutschen Kolonien enthält hochinter­essante Stücke der wichtigsten in unseren Kolonien beheimateten Wildarten. Riesenkudus, Kaffernbüffel, verschiedene Antilopen und Gazellenarten schmücken den Saal. Ein ganz anderes Bild bringt die fran­zösische Ausstellung. Wir fühlen uns wieder ver­setzt in die prunkvollen mittelalterlichen Zeiten, in eine Stätte höchster jagdlicher Kultur von histo­rischem Wert. Einzigartige Gobelins, Gemälde, Waffensammlungen und andere Kunstschätze von unermeßlichem Wert tauchen hier auf. Italien bringt nächst Aegypten die ältesten Kunstschätze der Ausstellung. Don der Zeit der Etruskerfürsten und der Blütezeit Roms bis zum Mittelalter.

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Die Gläserne Galerie (Halle IV) konnte keine schönere Bestimmung finden als die Aufnahme der I a g d k u n st a ü s st e l l u n g , die in erster Linie von Deutschland, Schweden, Oesterreich und Polen beschickt ist. Es war der Wunsch unseres Füh­rers, in dieser Ausstellung die Kunst besonders zur Geltung kommen zu lassen, und deshalb war es auch nötig, die besten verfügbaren Werke der verstorbenen deutschen Künstler in die Ausstellung mitaufzunehmen. Die bekanntesten Exotenmaler, Friese und Kuhnert, und die Altmeister der deutschen Jagdmalerei, Fröner und Deiner, zeigen uns den hohen Stand der deutschen Jagd- kunst.

Mit der i n t e r n a t i o n a l e n F a l k n e r s ch a u schließt die Reihe der internationalen Schauen ab 2m Dorraum eine Anzahl von Beizvögeln 2Iblern, Falken und Habichten fast unbeweglich in ihrenTrachten" malerisch anzusehen. Zu beiden Seiten, an den Wänden, hat der deutsche Falkner­orden eine LehrschauRaubvogelschutz" ausgestellt. Durch die Angliederuung desDeutschen Falkner­ordens" an den Reichsbund Deutsche Jägerschaft hat unser Reichsjäaerrneister dafür gesorgt, daß auch in Deutschland die Falknerei wieder zu Ehren kommt.

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Don den deutschen Sonderschauen seien noch das RiesendioramaDeutsches Wild im deut­schen Wald" und die Sonberschau des deutschen Jagdhundes genannt, die be­sonders edle Vertreter der deutschen Jagdhundrassen zeigt. Die Heeres-Hiinbeanstolt stellt Modelle von Fährtenrädern und ähnliches Anschauungsmaterial aus.

Eine besondere Attraktton für die Jäger erwartet uns am Filmschießstand, in dem wir genau wie auf der Drückjagd auf Rot-, Dam-, Elch-, Reh- und Schwarzwild, Trappen, Birkhahn und Fuchs mit der Kugel schießen können Wir glauben uns fast mitten im tiefen Walde auf einer Jagd­schneise; der Büchsenspanner reicht uns die geladene Büchse, drückt auf einen Knopf, und schon wird es vor uns auf der Leinwand lebendig, ein Rudel Rotwild, eine Rotte Sauen oder sonst etwas kommt über die Schneise gezogen. Wir suchen uns schnell ein geeignetes Stück natürlich das stärkste aus der Rotte, den groben Keiler, heraus, nehmen ihn aufs Korn und lassen fliegen. Im Augenblick steht das Bild unbeweglich fest, und an der Stelle, au der wir abkamen, erscheint ein leuchtender Fleck von Kalibergröße. Das Institut für Jagdkunde hat die SchauJagdliche Forschung" auf- gebaut, die uns über die jünaften Forschungsergeb­nisse (Wildmarkenforschung, Zahnalterslehre, Wild- krankheiten, Abnormitäten, Wildbestätigungskunde u. a.) unterrichtet. Die AusstellungUnser Ur- wild" macht uns bekannt mit den seltensten z. T. im Aussterben begriffenen Wildarten unserer Heimat: Wisent, Bär, Wolf, Luchs,Stein­wild und Biber. Die Jagdgaue Schlesien und Rheinland-Nord zeigen in ausgedehnten Sonder- schauen ihre Erfahrungen auf dem Gebiet der Niederwildhege. Nicht zu vergessen die muftergültige Leistungsschau der deutschen Waffen und Munition und der optischen In­dustrie.

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Unsere Wanderung ist beendet, wir haben einen langen Marsch hinter uns, und es wäre unange­bracht, wenn wir nicht schon während unserer Wanderungen daran gedacht hätten, zur Unter­brechung der unerhörten geistigen Genüsse auch an die Stärkung unseres Körpers zu denken. Im W i l d r e ft a u r a n t können wir die lukullischsten Wildgerichte kosten und die Schauplatten fertiger Wildgerichte bewundern. Der Leiter des Restaura- tionsbetriebes hat uns im Anhang des amtlichen Katalogs eine Reihe der köstlichsten Wildrezepte verraten, die leider viel zu unbekannt find und deshalb in den Bücherschrank des Jägers gehören.

Das Lagdjahr 1936/31.

Die wirtschaftlicheBedeutung der Jagd strecke

Im Jagdjahr 1 936/37, also vom 1. April 1936 bis 31. März 1937, ergab sich auf einer für die Jagdnutzung in Frage kommenden Fläche von 45,4 Millionen Hektar 10,009 Millionen erlegte Tiere. Von diesen stehen die Hasen mit 3 Millionen Stück an der Spitze, es folgen Rebhühner mit 2 Mil­lionen, Kaninchen mit 1,8 Millionen und Fasanen mit 1 Million Stück. Die größeren Wilbarten, wie Rot-, Reh- und Schwarzwild bleiben naturgemäß erheblich hinter diesen Ziffern, immerhin waren es 640 000 Stück Rehwild, 57 000 Stück Großwild und 37 000 Stück Schwarzwild.

Unter Abzug der für die menschliche Ernährung nicht verwertbaren Bestandteile ergab sich ein Wildfleischanfall von rund 25 380 Tonnen, was etwa 12 v. H. der Kalbfleischerzeugung ent- prach. Die größte Wildfleischmenge fiel durch die erlegten Hasen mit rund 8260 Tonnen an, es folgen 7720 Tonnen Rehwild, 2734 Tonnen Rotwild, 2150 Tonnen Kaninchen und 1759 Tonnen Fleischanfall durch Schwarzwild.

Der Wertder gesamten Jagd st recke im Reich berechnet sich auf rund 35 Millionen Mark, also etwa ein Zehntel des Wertes der durchschnitt­lichen deutschen Kalbfleischerzeugung oder der volle Wert der deutschen Schafwollerzeugung. Dem Geld- wert nach steht mit 10,29 Millionen Mark das Rehwild an der Spitze, dann folgen die Hasen mit 8,85 Millionen Mark, bas Rotwild mit 4 Millionen Mark, die Füchse mit 2,2 Millionen Mark und die Rebhühner mit rund 2 Millionen Mark. Abgesehen von den Füchsen, bei denen allein die Felle nutzbar und wertvoll sind, ergibt sich der Geldwert bei den übrigen Wildarten durch den Anfall von Fellen und an Fleisch.

Die einzelnen Jagdgaue sind an dem Geld­wert der gesamten Jagdstrecke recht unterschiedlich beteiligt. Für die wichtigste Jagdstrecke ergeben sich bei den wichtigsten erlegten Wildarten in dem Jagd­gau K u r b e f | e n 705 000 Mark, davon je Hektar genutzte Jagdfläche 0,68 Mark, im Jagdgau Nas- a u ein Wert von 503 000 Mark, davon 0,87 Mark e Hektar genutzte Jagdfläche und im Jagdgau H e s- e n ein Wert von 679 000 Mark, davon 0,91 Mark je Hektar genutzte Jagdfläche. Die Werte der Jagd­trecken der einzelnen Gaue je Hektar genutzter Jagd- läche liegen im Reichsdurchschnitt bei 0,76 Mark. Don unteren Jaadgauen liegt dem Werte je Hektar nach nur Kurhessen unter, dagegen Nassau und Hes­sen beachtlich über dem Reichsdurchschnitt.

Drei Hinrichtungen wegen Landes- und Hochverrats.

Berlin, 4. Nov. (DNB Funkspruch.) Die Justizpressestelle beim Volksgerichtshof teilt mit: Der wegen Landesverrat zum Tode verur­teilte 29 Jahre alte Peter Sausen aus Köln ist heute morgen hingerichtet worden. Sausen war 1928 nach Verübung mehrerer Diebstähle i n Die französische Fremdenlegion ein» getreten und hatte hier sechs Jahre lang Waffen­dienste für Frankreich geleistet Nach seiner Rück­kehr konnte er sich mit der Ordnung des neuen Deutschlands nicht abfinden. Deshalb suchte er 1936 wiederum Dienst in d e r Fremden­legion. Er bekundete schon dadurch ein solches Maß von vaterlandsloser Gesinnung, daß man ihn auch des Landesverrats für fähig hielt Daher wurde er dem gegen Deutschland a r b e i» tenben Nachrichtendien st zugeführt Sausen ging bereitwillig auf bas Angebot, Au§- pahungsdienste gegen sein Vaterland zu leisten ein. Bei dem Versuch, die ihm erteilten Aufträge auszuführen, wurde er verhaftet. Die Strafe für ein ehrloses Verbrechen konnte nur der Tod sein, denn jeder Deutsche, der auch nur versucht, ein Staatsgeheimnis zu verraten, wird nach $ 89 Strafgesetzbuch mit dem Tode bestraft

Ferner sind heute morgen hingerichtet worden die wegen Vorbereitung eines hochver räterischen Unternehmens unter erschwe­renden Umständen zum Tode verurteilte Adolf Rembte aus Airchsteinbik und Robert Stamm aus Remscheid. Die Verurteilten hatten sich meh­rere Jahre hindurch bis 1935 als leitende Funktionäre in engster persönlicher Fühlung­nahme mit den Spitzen der Komintern m deren Dienst betätigt und hatten versucht eine illegale Organifat'on ins Leben zu rufen Rembte war schon 1925 und 1932 wegen Vorbe­reitung zum Hochverrat bestraft worden. __ __

Der Staatshaushalt unter den

Paris, 3. Nov. (DNB.) Finanzminister B o n - n e t sprach vor dem Finanzausschuß der Kammer. Da eine Verringerung der Ausgaben unmöglich ge­wesen sei, habe er einen beträchtlichen Steueraufwand verlangen müssen. Die Höhe des Fehlbetrages von 8 Milliarden Franken habe erfordert, daß alle Steuerarten gleichzeitig erfaßt werden. Dank der steuerlichen Anstrengungen habe er im Haushaltsentwurf 1938 ein wirkliches Gleichgewicht herstellen können. Er habe jede neue Ausgabe möglichst vermieden, doch seien zahl­reiche Krediterhöhungen wegen der Preisstei­gerung notwendsg gewesen. Für die Landes­verteidigung wurden die Kredite um 1,372 Milliarden erhöht. Die Gesamtausgaben des Haus­haltsplanes beliefen sich auf 52,179 Milliarden. An Einnahmen seien 53,781 Milliarden zu erwarten, also könne man mit einem rechnungsmäßigen Ueberschuß von 1,600 Milliarden rechnen, dessen größter Teil zur Aufbesserung der Lage der Beamten, der Pensionsempfänger und der Kriegs­opfer verwendet werde. Die R ü st u n g s Pro­gramme beliefen sich für 1938 auf 11,260 Mil­liarden, also 1,800 Milliarden mehr a l s 1937. Der Anleihebedarf werde wahrscheinlich nicht über 15 Milliarden hinausgehen. Diese Summe müsse

D r ü s s e l, 3. Nov. (DNB.) Die Neunmächtekon- erenz wurde im Akademiegebäude durch den belgi- chen Außenminister S p a a k eröffnet. Er erklärte, öie belgische Regierung habe kein anderes Ziel als die Mitarbeit an einem Friedenswerk verfolgt. Die Welt, die schon durch die blutige Tragödie in Spa­nien seit anderthalb Jahren so bestürzt sei, habe mit wachsender Unruhe erlebt, daß in Ostajien ein urchtbarer K r i e g ausgebrochen sei. In solchen Augenblicken komme es darauf an, daß jeber seine Pflicht tue und seine Verantwortung übernehme. Dieser Aufgabe habe sich Belgien nie entzogen. Der Minister bedauerte, daß Deutsch­land nicht teilnehme und sprach die Hoffnung aus, daßseine Ablehnung nicht absolut sei, daß sie auf gewissen besonderen Umständen beruhe und daß diese sich ändern können" Die Antwort der ja­ja n i s ch e n Regierung sei ein äußerst wich­tiges Dokument, Das aufmerksam geprüft werden müsse. Er wolle daher jetzt nur sagen, daß Das Fernbleiben Japans die Konferenz vor eine wirkliche Schwierigkeit stelle.

Nach meiner Auffassung und zweifellos nach derjenigen aller hier Anwesenden", erklärte Spaak,darf sich die Konferenz keineswegs als eine Art internationaler Ge­richtshof betrachten, vor dem Japan unter Bedingungen, die mit feiner Würde und Ehre unvereinbar wären, zu erscheinen und sich zu verantworten hätte. Was wir wollen, ist ein Werk der Verständigung und des Friedens ohne Voreingenommenheit und ohne Leidenschaft unter Berücksichtigung aller berechtigten Interessen."

Der amerikanische Vertreter Norman Davis erklärte dann, die Fragen, die hinter den chinesisch- japanischen Beziehungen stehen, müßten a u f einer für beide Teile fairen und an­nehmbaren Grundlage gelöst werden. Je länger die Feindseligkeiten dauern, um so schwerer werde eine konstruktive Lösung werden. Die Regie­rung der Vereinigten Staaten sei bereit, sich an den aemeinsamen Anstrengungen zu beteiligen, um die Mittel zur Herbeiführung einer friedlichen Lö­sung zu finden. Der englische Außenminister Eden erklärte, für die versammelten Mächte han­dele'es sich um moralische und vertrag­liche Verpflichtungen. Keine dieser Mächte sei uninteressiert. Die Abwesenheit einer der streiten­den Parteien müsse die Friedensbestrebungen beein­trächtigen, aber man dürfe deshalb in den Anstren­gungen nicht nachlassen. Der französische Außen­minister D e 1 b o s erklärte, die Anstrengungen müssen darauf gerichtet sein, die Grundlagen einer Regelung zu prüfen, die es China und Äapan er­laubt, die Waffen niederzulegen und auf dem Wege friedlicher Verhandlungen ihren Platz am gemeinsamen Werk Des Friedens wieDer einzunehmen

©er italienische Vertreter

Aldovrandi Marescotti

erklärte, Daß von keiner Maßnahme Die ReDe sein tonne, Die unmittelbar ober mittelbar Zwangs- ajaraffer trage, wie sie von einigen unverant­wortlichen Elementen qeforbert worben l-n Auch tonne man nicht von einer moralisch, nQua- vantäne" gegenüber Der einen ober anderen DerI

Rückwirkungen der Teuerung.

vom Sparertum aufgebracht werben können. Aller» Dings bestäuben noch anbere Anleihebebürfnisse für Die Eisenbahnen unb Die Stobt Paris. Die Ge» drechlichkeit Der Finanzlage Frankreichs Dürfe man nicht aus Den Augen verlieren.

An Den Vortrag Des Finanzministers schloß sich eine längere Aussprache. Die Opposition vertrat Den StanDpunkt, Daß Der vom Finanzminister an­gegebene Fehlbetrag von 3V- MilliarDen zu nieDrig gegriffen sei. Ausführlich wurDe Über Die Finanzgebarung Der verstaatlichten Eisenbahngesellschaft gesprochen. Ein AusschußmitglieD wies nach, Daß ab 1. Januar eine 25prozentige Erhöhung Der B e» förDerungspreise für ReisenDe unD Gäter Dorgenommen werben mässe. Weiter wurde Die Frage gestellt, ob Die französische Regierung am 1. Dezember Die zur Rückzahlung fällig werbenbe englische Anleihe von 40 Millionen Sterling nach Dem neuen Kurs mit 6 Milliarden Franks tilgen müsse, währenD Frankreich als Anleihe- wert seinerzeit nur 4 MilliarDen Franks erhal­ten habe. Finanzminister Bonnet erklärte, es seien VerhanDlungen mit Der englischen Regierung hier­über im Gange.

ftreitenDen Parteien sprechen Italien beklage Die­sen erbitterten Kampf zwischen zwei ihm befreun» Deien Völkern, Die beiDe große VerDienste um Die Kultur Der Welt haben unD wäre glücklich, Diesen blutigen Kampf fobalD wie möglich aufhören zu sehen, aber unter solchen BeDingungen, Daß er nicht wieDer aufleben kann. Die Konferenz werbe Den Konflikt nicht aufhalten, wenn man nicht Das Hauptziel erreiche, Die Parteien Dazu zu über- reden, Die verborgenen unD tieferen Ur- suchen ihrer MeinungsverschieDenheiten unmittet. £bafr*LS Auge zu fassen unD zu beseitigen. Die faschistische Regierung mache alle Vorbehalte hin- sichtlich Der Ergebnisse einer Konferenz, Die nur zu platonischen Entschließungen führen könnte unb Da­mit einen Beweis Der Ohnmacht geben roürDe, wenn sie Der tatsächlichen Lage nicht Rech- nung trage. Das einzig Nützliche, was man ins Zluge fassen könne, sei, Die beiDen Parteien einzu- laDen, untereinander Fühlung zu neh­men. Dann hätte Die Konferenz nichts mehr zu tun.

Die Nachmittagssitzung Der Konferenz begann mit einer Rede Litwinows, Die eine Sammlung be­reits abgebrofehener Phrasen Darstellte unD Dem­gemäß keinerlei neue Gesichtspunkte enthielt.

Der chinesische Delegierte Dr. Wellington Koo gab zu. Daß in China eine antijapanische Stimmung bestehe, bestritt aber, Daß Die chine- fische Regierung unter Dem Einfluß kommu­ni st i s ch e r Elemente stehe. Seit nahezu zehn Jahren habe Die chinesische Regierung mit allen ihr jur Verfügung stehenDen Kräften Die Betätigung Der chinesischen kommunistischen Partei bekämpft. Diese Gegnerschaft sei freilich weniger gegen Den Kommunismus als Weltanschauung gerichtet als vielmehr gegen Die Errichtung einer fe- p a r a t i st i s ch e n Regierung mit einer unab» hanaigen Armee Der japanische StanDpunkt, Daß Der Konflikt zwischen Japan unD China Durch Di- rette VerhanDlungen zwischen Den beiDen LonDern geregelt werden könne, übergehe Die Tat­sache, Daß Durch Den Konflikt auch Die Interessen mehrerer anDerer Mächte berührt worben feien. China wünsche ben Frieben. Solange ber Konflikt aber bauere, fei China entschlossen, Den Wiberstand fortzusetzen. Nicht ein Friebe um {eben Prei s werbe China Gerechtigkeit verschaffen. Nur burch Die Annahme eines FrieDens, Der auf Den GrunDsätzen Des Artikels 10 Des Neunmachtevertrags beruht, werDe China einen Beitrag leisten für Die Sache Des Rechts unD Der DrDnung in Den inter­nationalen Beziehungen.

Die Konferenz tritt am Donnerstag zu einer nicht­öffentlichen Sitzung wieDer zusammen.

Wenig Zuversicht in London.

LonDon, 4. Nov. (DNB. Funkspruch.) Der Neunmachtekonferenz in Brüssel steht Die englische Morgenpresse mit ziemlicher Skepsis gegenüber Der "Daily Telegraph" sagt, es gehöre schon ein Har­ter Optimismus Dazu, um zu glauben, Daß Die Konferenz ErM haben werDe. Unglücklicherweise habe sich Die Rolle, Die Der Völkerbund Dabei gespielt habe, als wenig hilfreich erwiesen. Zu begrüßen fei, Daß Die bei Der Eröffnung ge­haltenen ReDen schon Die Absicht gezeigt hätten, baß man in Brüssel überhaupt kein Urteil fallen, fondern versuchen wolle, eine Beendigung

Die Ostasienkonserenz in Brüssel eröffnet.

Der ita'ienische Delegierte empfiehlt unmittelbare Fühlungnahme der Parteien.