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Nr. 258 Erstes Blatt

187. Jahrgang

Donnerstag, 4- November <937

Prüft und Verlag: vrSHIsche Univerfitätrdruckerei ».Lange in Gießen. Schristlettnng und GeschSftrftelle: Schulftrahe 7

MS

In

das

Berlin, 3 November 1937. der gewaltigen Ehrenhalle finden wir die

zwar zwei Hirsche des Gatters Schaumburg-Lippe mit 231,5 und 222,6 Punkten, sowie ein Schwarz- burgischer Hirsch mit 225,3 Punkten

Dann kommen wir zu den Elchen, von denen Deutschland einen Schild aus sieben erobert hat. Beim Damwild sind wir weit besser dran Hier treten in Konkurrenz nur Ungarn, Dänemark, Tschechoslowakei und Deutschland. Bon den ver­liehenen 33 Schilden entfallen 18 auf Deutschland, 4 auf Dänemark, 1 auf die Tschechoslowakei und 10 auf Ungarn Bei den 70 Rehgehörnen, die mir in der Ehrenhalle mit Schildern ausgezeichnet finden, steht Deutschland vor 1900 an 7., 8. und 9 Stelle und nach 1900 an 11, 12 und 13., 25., 29 , 33 34., 44., 52. 53 und 55. Stelle.Die beiden stärksten Böcke liefert Polen, dann kommen Rumä­nien, Schweden, die Tschechoslowakei und Ungarn. Don den 5 in der Ehrenhalle ausgestellten Muf­fe l s ch n e ck e n gehören 3 nach der Tschechoslowakei und 2 nach Deutschland Leider kann Deutschland mit dem Schwarzwild in der unerhörten Kon­kurrenz mit Polen das mit Abstand führt, der Tschechoslowakei, Rumänien und Jugoslawien nicht bestehen

Nachdem wir nun die europäischen Rekorde in der Ehrenhalle bewundert haben, treten wir nach rechts in die Masurenhalle ein wo wir die deut­sche Trophäenschau und einen Teil der Lehr- und Hegeschauen vorfinden Der erste Raum enthält die Sonderjchau unseres Reichsjägermei-

stärksten Trophäen Europas, die sämt­lich durch silberne Schilde prämiiert worden sind. Unter den Rothirschen finden wir eine Klasse von Trophäen, wie wir sie bestimmt noch nicht gesehen haben, selbst nicht auf der IPA 1930 m Leipzig. Nur ein paar Beispiele: Der Schwarzen­berger Hirsch aus der Tschechoslowakei mit 246,4 Punkten, der Montenuovo-Hirsch aus Ungarn der Koschsche Hirsch aus Rumänien, die Hirsche des Grafen Draskovich aus Jugoslawien und viele an­dere internationale Größen Daß wir in Deutsch­land mit unseren Trophäen nicht an der Spitze stehen, nimmt uns nicht wunder, wenn wir unsere Kultursteppe mit dem unberührten Urwald, seiner mannigfaltigeren Aesung, seiner geringeren Wild­dichte, seinem starken Raubwild und seinen vielfach weit stärkeren Wintern vergleichen Wir stehen aber doch nicht ganz zurück, denn wir haben uns von den ausgegebenen 45 Rothirschschilden immerhin 6 Stück für unsere Hirsche gesichert. An der Spitze der deutschen Hirsche steht ein Mecklenburger Hirsch des Erbgroßherzogs Friedrich von Mecklenburg mit 226,4 Punkten dann kommen aus der Zeit nach 1900 als 8. Schild der Rothirsch des Revierförsters Kahler aus Westpreußen mit 225.4 Punkten und der von Rosenstielsche Hirich mit 2213 Punkten (21 Schild) Don den prämiierten Gatterhirschen ist der erste, dritte und vierte ein deutscher, und

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Was bringt die Zagdausstellung?

Ein Jäger wandert durch die Niesenschau am Funkturm.

Jäger in aller Welt immer diejenigen waren, sind und bleiben werden, die einem Volke die schönste Zierde seiner Heimat, das Wild, erhalten haben. So will die Ausstellung auch dem Ziele dienen, dle Stellung des Jägers in der ganzen Welt zu heben, sie soll ihm das Ansehen geben, das er ver­dient.

Auf eines, auf das wir ganz besonders stolz sein können, wollen wir mit dieser Schau ver­weisen: auf die enge kameradschaft­liche Verbundenheit, die seit jeher zwischen den Jägern eine edle und hohe alte Sitte ist. Bei der Jagd im gesitteten Weidwerk haben Standesunterschiede niemals eine Rolle gespielt. Wie im Kampfe gilt bei der Jagd nur der Wann selb st, nur seine männlichen Tugenden, seine Kameradschaft, sein Charak­ter, aber niemals sein Stand. Es ist eine ur­alte Ueberlieferung, daß der Iagdgehilfe mit seinem Jagdherrn bei der Pirsche ebenso Rot und Entbehrungen wie Freude und Erfolg teilt. Jagdfreundschaft und Jagdgemeinschaft bringt die Wenschen in ein enges persönliches Ver­hältnis. Wenn ebenso -die Jäger aller Welt über die Landesgrenzen hinaus gute Kameradschaft halten, so wird sicherlich auch damit dem Frieden der Welt gedient. Ge-

Ein finnischer Falkner mit einem lebenden Steinadler. (Scherl-Bilderdienst-M.)

?^3jäleTeifter G^eraloberst Göring in der bulgarischen Abteilung der Internationalen Jagdausstellung, wo chn der Gesandte K a r a d j o f f (links) führte. (Scherl-Bilderdienst-M.)

rode weil sie ihre Heimat über alles lieben, gerade weil sie stolz auf ihre Ration sind, sind sie, fern jedem falschen Internationalismus, gute und zuverlässige Mittler un­ter den Völkern.

Lassen Sie mich nun, meine Herren, die Sie aus aller Welt so zahlreich nach Berlin zu der Internationalen Jagdausstellung gekommen sind als Schirmherr dieser einzigartigen Veranstaltung Ihnen allen von ganzem Herzen danken für die große Mühe, die Sie aufgewendet haben, der aber, wie ich fest überzeugt bin, ein ebenso großer und schöner Erfolg beschieden sein wird. Ihnen aber, meine verehrten Gäste, die Sie aus dem A u s - lande zu diesem für das Weidwerk denkwürdigen Tage hierher gekommen sind, rufe ich ein besonders herzliches Willkommen zu. In aufrichtiger G a ft f r e u n d f ch a f t hat Deutschland Ihnen seine Pforten geöffnet. Mögen Sie, wenn der Weg Sie wieder zurück in Ihre Heimat führt, die Gewiß­heit mitnehmen, daß nicht nur der deutsche Jäger, sondern das ganze Deutschland Ihnen als lieben Gästen echte Kameradschaft entgegen­gebracht hat und daß das neue Deutschland Adolf Hitlers nichts mehr ersehnt, als eine völker­verbindende Zusammenarbeit, die der Erhaltung des Friedens und der Förderung aller Kulturwerte der Welt dienen soll.

Legen und Verblasen einer Waldstrecke im Mo­dell, die hirschgerechten Zeichen, Schußzeichen und Bruchzeichen.

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Reichsjägermeister Generaloberst Göring eröffnet dieLniernaitonaleIag-ausstellung in Berlin

Hermann Göring spricht.

Iagdsignale leiteten über zu der Eröffnungs­ansprache des Reichsjägermeisters Generaloberst Göring. Der Reichsjägermeister sagte in seiner Rede:

Das große Interesse, das dieInternationale Jagdausstellung in Berlin" bei allen Freunden der Jagd, der Natur und ihrer Geschöpfe in der ganzen Welt findet, beweist die Notwendigkeit dieser groß­artigen und einzigartigen Veranstaltung. 2 7 Jahre liegt die letzte internationale Jagdausstellung i n Wien zurück. Seitdem haben sich auf dem Gebiete der Jagd in allen Ländern Veränderungen von einschneidender Bedeutung vollzogen. Die Fort­schritte der Technik, insbesondere der Waffenindu­strie und der optischen Hilfsmittel des Jägers, die ungeheure Intensivierung der Bodenkultur, ganz besonders in Deutschland, das zur Erhaltung feiner Bevölkerung auf verhältnismäßig engem Raum jeden Quadratmeter nutzbarer Fläche auch wirklich nutzen muß, haben die Lebensbedingungen des Wildes in beängstigender Weise verschlechtert und feine Lebensmöglichkeiten eingeengt

Der ständige Rückgang, ja das völlige Verschwinden gerade der schönsten und wertvollsten Gattungen unserer frei lebenden Tierwelt ist den Freunden der Ratur, zu denen sich die Jäger aller Länder mit besonders gro­ßem Recht zählen, eine ernste Mahnung, zum Schuhe dieser Tiere der Ver­ödung der Ratur mit allen Mitteln, die menschenmöglich sind, Einhalt zu gebie­ten. Aus diesen Faktoren heraus erklärt sich der völlige Umschwung unserer jagdlichen An schauungen. Es ist gleichgültig, ob Sie den Blick in die Kolonien fremder Erdteile richten oder ob Sie die in der ganzen Welt von allen Tier- freunden mit so großer Begeisterung aufge­nommenen Bestimmungen des deutschen Reichs- jagdgesehes betrachten, überall werden Sie Be­strebungen finden, die einerseits der Tierwelt einen vermehrten Schuh angedeihen lassen und andererseits einer Veredelung und vervollkomm- nung des Weidwerks selbst dienen.

Der Gedanke, daß die Jagd auf die Ent­wicklung von Kultur und Kunst eines jeden Volkes entscheidenden Einfluß gehabt hat, Lir einer der Hauptgründe, die mich veranlaßt daben die Anregung zu dieser gewaltigen Schai^ ?u neben Vor allem erschien es mir notwendig, die Bedeutung der Jagd gerade als wichtigen Kulturfaktor durch eine Ausstellung, wie sie Welt bisher nicht gesehen hat und voraussicht- ticki auch in absehbarer Zeit nicht sehen wird wirk- unterstreichen. Die Ausstellung will auch \aL n in der ganzen Welt, die in völliaer Berkennuna der Dinge in der Jagd ein überflüssi­ges Vergnügen angeblich begüterter Kreise sehern ' bie Augen darüber offnen, daß gerade Jagd und i

[ ft e r s. Wir stehen in Bewunderung still vor den I Muffigen Hirschgeweihen, Schauflern und anderen I Trophäen, die unser Reichsjägermeister bei der Er- I holung von seiner verantwortungsvollen Arbeit in den besten deutschen Waldrevieren und als Gast des polnischen Staates erbeutet hat.

Die stärksten deutschen Hirsche kommen natürlich aus Ostpreußen, Pommern und Mecklen- I bürg, aber auch den übrigen Gauen verdanken wir zum Teil recht starke Trophäen. Die erste Sonder- schau rechts über der Galerie ist die Schau R o - minten, sie zeigt uns die typischsten und stärksten Rothirschgeweihe, die auf diesem Gebiet greifbar waren im großen Durchschnitt die stärksten Ge- I weihe Deutschlands, darunter vor allem einige I Nachbildungen der edelsten Hirsche des Reichsjäger­meisters. In der sich anschließenden Sonderschau ISchorfheide sehen wir ebenfalls einige lehr­reiche Abwurfreihen von Rothirschen, eine kleine Damwildlehrschau und einige Lichtbilder aus dem Elchgehege. Die nächsten Räume beherbergen Rot- I wildschauen zweier bekannter Gatterreviere, dem Gatter Zillbach (Thüringen) und Reinhards- w a l d. Reviere, deren Hege in der Welt einen Namen hat. Besonders klar aufgebaut ist die Rein- hardswaldschau. Die Sonderschauen aus der Eifel und dem Erzgebirge geben anschauliche Bilder aus diesen jagdlich hochinteressanten Gebieten Die Hegeschau Bayern stellt einen Rechenschaftsbericht über die Abschußleistungen der Gebirgsreviere dar. Die H e g e s ch a u Westfalen behandelt die Frage: Wie können wir einen gewißen Rotwildbestand in einem Gebiet mit hoher land- und forstwirtschaft- licher Kultur erhalten und aufarten, ohne den Ge­langen beider Wirtschaftszweige Abbruch zu tun? Sie ,F) arzscha u", eine Hegeschau für das deutsche Mittelgebirge, bringt an Hand von Musterbeispielen eine praktische Abschußanweisung für das Rotwild. Sie RotwildschauSchlesien" ist gleichfalls eine sorgfältig durchdachte Lehrschau.

Die Rot wild lehrschau behandelt im teil­weisen Gegensatz zu den vorhergehenden Rotwild- schauen weniger die Jagd, als vielmehr die Zoo­logie des Rothirsches. Sie erste Gruppe zeigt die geographische Verbreitung der Gattung Cervus auf oer ganzen Erde, die Gruppe Biologie zeigt die Wirkung der Umweltfaktoren auf Körper und Ge­weihstärke, die nächste Gruppe: Blutauffrischungs- verfuche aus dem Gatter des Grafen v Werthern, die nächste Gruppe den Einfluß der Wildstands- dlchte auf Geweih- und Wildbretgewicht, die nächste die Stammesgeschichte des Rothirsches, und die letzte Gruppe: die Vererbung am Rothirschgeweih.

Die LehrschauJagdliches Brauchtum" fuhrt zunächst in die Geschichte der Jagd hinein und deren auch für die heutige Zeit erhalten gebliebenen Gebrauche. Wir sehen die Entwicklung der Jagd- geräte, der Iagduniformen und der jagdlichen Sitte,

Berlin, 3. Nov. (DNB.) Die9nfßmatinnnr1> Jagdausstellung - Berlin 1937", veranstattet vom Ä^Abbund Deutsche Jägerschaft und der Berliner Ausstellung-- Messe- und Fremden-ertehr-l G. m. b H., ist unter der Schirmherrickintt hoa Relchsj-igermeist-rs Ministerpräsident Gemralobettt ® 0 r i n g tn den acht Ausstellungshallen am türm eröffnet Worten. Gleichzeitig hat baute nefige Halle an der Masurenallee, dermo- dernste derartige Zweckbau Europas, ihre Weihe empfangen. Schon lange vor Beginn des Fest- ^tes hatten vor der Haupthalle ein Musikkorps der Lelbstandarte Adolf Hitler, rund 1000 Vertreter der ^gdbehorden 500 Forstbeamte und 100 Blä er 9httSn?Ukn $arIsru^ und Neuhaldensleben Ausstellung genommen. Zu beiden Seiten der breiten Gasse wegen von hohen Masten die Rah- h i f 3x° tionen , die an der Ausstellung beteiligt sind, und in der Mitte grüßt die Gäste ein gewaltiger Hirsch auf hohem Postament, geschaffen vom Bildhauer Sammann. Finnische Falkner hoch ZU Roß, mit Steinadlern auf der ledergepanzerten Rauft und mit einer Meute Bracken standen am Eingang zu der Festhalle.

Ser Reichsjägermeister wurde mit Marschmusik unö Hörnerklang willkommen geheißen und von den Zuschauern stürmisch begrüßt. Unter den Ehren­gästen sah man das Kronprinzenpaar von zahlreiche Botschafter, Gesandte und Geschäftsträger ausländischer Staaten, außerdem die meisten Reichsminister, Reichsleiter, fast sämt- liche Staatssekretäre, die Ministerpräsidenten der Lander, die Reichsstatthalter, zahlreiche Gauleiter sowie zahlreiche andere Vertreter des Staates, der Partei, der Wehrmacht und viele Grünröcke aus dem ganzen Reich.

Oberbürgermeister und Stadtpräsident Sr. Lip­pert betonte, daß die Hauptstadt des Reiches sich nicht damit begnügt habe, von Fall zu Fall einer repräsentativen Ausstellung den notwendigen Rah­men zu schaffen. Sie sei seit vier Jahren mit Er­folg bestrebt, jede Ausstellung in den großen Rah­men der kulturellen Leistung der deutschen Nation einzufügen. Nach einem Hinweis auf den neuen Hallenbau schloß er mit Worten des Santes an den Reichsjägermeister, der in entscheidender Weise das Zustandekommen der Ausstellung ermöglicht habe.

Sann kommen wir zu einer neuen Wildart die besonders m letzter Zeit viel von sich reden gemacht hat demM u f f e l w i l d". Es sind in den letzten Jahren Jahrzehnten verschiedentlich Versuche gemacht worden mit der Einbürgerung neuer Wild­arten. Es ist daher durchaus berechtigt, wenn der Bearbeiter dieser Schau nun endlich das Muffelwild als deutsche Wildart bezeichnet.

Wir gelangen dann zur S a m w i l d l e i st u n g s- schau und zur Lehr- und Hegeschau der Gaue Schleswig-Holstein, Mecklenburg und Kurmark Wir finden die biologischen Entwicklungen des deutschen Samhirsches, der schon während der Eiszeit bei uns heimisch war Sie letzte Schau im Erdgeschoß be­handelt die seltenste und stärkste der deutschen Scha­lenwildarten, das Elchwild, seine Lebensge-

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhefsen

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