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187. Jahrgang
Montag, 4 Oktober t<)57
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„Hinter der deutschen Mark steht die deutsche Arbeit."
Der Führer spricht am Erntedankfest des deutschen Volkes auf dem Bückeberg.
Auf dem Vückeberg, 3.Okt. (DNB.) Der Staatsakt des Erntedanktages ist von einem prachtvollen sonnigen und warmen Wetter begünstigt. Seit 5 Uhr früh ist der Aufmarsch der Teilnehmer im Gange. Marschmusik ertönt auf allen Straßen. Sechs Musikkorps der Wehrmacht spielen unter Leitung des Luftwaffen-Musikinspizienten Professor Husadel auf dem Berge fröhliche Weisen und Märsche. Ein Massenchor von fast 20 000 Sängern aus ganz Niedersachsen unter Leitung von Kapellmeister Stenzel vom Deutschlandfender bringt Volkslieder zu Gehör. Durch die Reihen der bereits zu vielen Hunderttausenden an- geschwollenen Menge, die aus allen Gauen des Reiches stammen, marschieren fast 10 0 0 Feldzeichen und Fahnen der Parteigliederungen. Dann folgen in langen farbenfrohen Reihen 3000 Trachtenträger, 90 Jungen und Mädel als Abordnungen des Landjahres und 60 Studenten als Vertreter der 9000 Erntehelfer der Deutschen Studentenschaft, die den Bauern bei der Ernte freudig und selbfüos zur Hand gingen. 1000 Kriegs- und Arbeitsopfer erhalten bevorzugte Plätze unterhalb der oberen Tribüne, so daß sie dem Führer heute am nächsten sind. In unendlicher Reihe bringen die Kraftwagen die zahllosen Ehrengäste herbei, die höchsten Vertreter von Staat, Partei und Wehrmacht sowie die Abordnungen des Reichsnährstandes. Die Ehrenformationen der SA. und SS., des NSKK., des NSFK., des Reichsarbertsdienstes und der Poli-
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tzungvolk-Pimpfe begleiten den Führer auf dem „Weg durch das Volk". — (Scherl-Bilderdienst-M.) tischen Leiter und der HI. nehmen Ausstellung. Die Vertreter der ftemden Mächte, die an diesem Festtage des deutschen Volkes teilnehmen, werden auf die Ehrentribünen geleitet.
Der Führer kommt.
1200 000 Menschen stehen in diesem Augenblick auf diesem Fleck deutscher Erde. Die Blicke gehen hinunter ins Tal zu dem kleinen Bahnhof Tündern. Hier ist um 11.30 Uhr der Sonderzug des Führers eingelaufen. Deutlich erkennt man vom Berg her den Sonderzug. Der Führer ist hier von Reichsminister Dr. Goebbels, Reichsführer SS. Himmler, dem Oberpräsidenten von Hannover, Stabschef Lutze, dem Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Freiherrn v. Fritsch, und dem Gauleiter des Gaues Südhannover- Braunschweig, Reichsminister Rust, empfangen worden. Langsam nähert sich die Wagenkolonne dem Festplatz, während 21 Schuß Salut das Staatsoberhaupt begrüßen. Jubelnde Zurufe klingen dem Führer entgegen, der unter den Klängen des Prä- sentiermarsches^vor der unteren Tribüne im Tal die Ehrenformationen der Wehrmacht und der Parteigliederungen abschreitet. Reichsstudentenführer Scheel meldet dem Führer die Abordnung der studentischen Erntehelfer.
Der Weg durch das Volk.
Die Trachtengruppen füllen zu beiden Seiten den erhöhten Weg, den der Führer auf dem Wege zur oberen Tribüne gehen muß. Von heute ab führt dieser Weg den Namen „Der Weg durch das Volt".
Eine Jungbäuerin nach Ueberreichung der Erntekrone im Gespräch mit dem Führer. (Scherl-Bilderdienst-M.)
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Meder beginnt, wie in jedem Jahr, der Triumphgang des Führers durch das Spalier der Trachtengruppen, die meist mit Bodenerzeugnissen ihrer Heimat hierhergekommen find und sie dem Führer darbringen wollen als Beweis dafür, was Fleiß und Geschicklichkeit des deutschen Bauern dem Boden abzuringen vermögen. Don rechts und links strecken sich Tausende und aber Tausende von Händen dem Führer entgegen, um ihm die Hand zu drücken. Hunderttausende von Armen winken ihm zu. Ununterbrochen klingt der brausende Jubel der Massen über das weite Feld, über Berg und Tal hinweg. Der Sängergruß „Grüß Gott mit hellem Klang" erschallt.
Dem Gau Ostpreußen ist in diesem Jahre die Ehre zugefallen, dem Führer die Erntekrone überreichen zu dürfen. Die Abordnung besteht aus einem Jungbauern, einer Jungbäuerin, einem Jung-Landarbeiter und einer Jung-Landarbeiterin. Der Lrnte- spruch schließt mit den Worten:
„Wein Führer!
Sie schützen mit starker Hand unser Land, unser Volk, unseren Stand!
Als unseres Dankes bescheidenes Zeichen wir Ihnen die Erntekrone reichen."
Der Führer erwiderte mit herzlichen Dankeswor- ten und sprach noch einige Worte mit den Ostpreußen. Fast dreiviertel Stunden hat der Führer für den 500 Meter langen Weg durch das Volk bis zur Tribüne gebraucht. Als er auf der oberen Tribüne anlangt, wird die Führerstandarte aufgezogen, und die Führerfanfare ertönt.
In der Begleitung des Führers auf der Ehrentribüne sieht man jetzt u. a. die Reichsminister Darre, Goebbels, Frick, Frank, Rust, Kerrl, Schwerin-Krosigk, Reichsführer SS. Himmler, Stabschef Lutze, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, Reichsleiter Bouhler, Reichsjugendführer von Schirach, Generaloberst Freiherrn von Fritsch, den Chef des Wehrmachtsamtes, General Keitel, General der Artil- lerie Becker, General der Infanterie Liefe, General der Flieger Halm aus Münster, den Führer des NSFK., Generalmajor Christiansen, Staatssekretär Backe und Reichsfrauenführerin, Frau Scholtz- Klink. Der Führer begrüßt die Mitglieder des Diplomatischen Korps und wendet sich dann, immer wieder dankend, den Massen zu, deren Heilrufe kein Ende nehmen.
Die Schauiibung der Wehrmacht.
Grüne Leuchtbomben und das Signal „Das Ganze Marsch!" kündigen den Beginn der großen Wehrmachtsübung an, die sich ähnlich wie im letzten Jahre, aber unter stärkerer Beteiligung der Kavallerie, abspielen. Bei der blauen Partei nehmen teil JR. 82, die 1. Abteilung AR. 19, die 2. (schwere) Abt. AR. 42, die 2. Abteilung Panzerregiment 3, zwei Jagdstaffeln und eine Sturzkampfstaffel, bei der roten Partei die Kavallerieregimenter 3 und 14, das Kraftradschützenbataillon 3, eine Fallschirm-Jnfanteriekomp., die 2. Abt. AR. 19, die Panzerabwehrabteilung 6, eine leichte Flakbatterie und eine schwere Flakbatterie. Das Gefecht, an dem über 10 000 Mann beteiligt sind, spielt sich ostwärts der Bahnlinie Pyrmont—Hameln ab. Hin und her wogt der Kampf. Wieder befestigt diese Hebung bei allen Zuschauern die Ueberzengung von der Kraft und Stärke der neuen deutschen Wehrmacht. Der schwungvolle Angriff der Kavallerieregimenter wird
mit der gleichen Begeisterung verfolgt, wie der tapfere Einsatz der Infanterie, das tollkühne Fallschirmabspringen aus den Flugzeugen genau so wie das Vorgehen der Tanks und der Einsatz der Kampffftaffeln und Sturzflieger. Eine Brücke wird von den Fliegern vernichtet, und auch das „Bückedorf" geht schließlich im Feuer der Artillerie in Flammen auf. Ein besonderes Ereignis bilden Start, Flug und Landung des langsam fliegenden Flugzeuges „F i e s e l e r - Stör ch", das aus den Großen Wehrmachtsmanövern weithin bekanntgeworden ist.
Nach den Darbietungen der Wehrmacht begab sich der Führer zur unteren Tribüne, wieder auf dem ganzen „Weg durch das Volk" von den Freudenkundgebungen der dankerfüllten Massen aus Stadt und Land begleitet. Der Massenchor sang das zu dieser Feststunde gehörige Lied „Wir sind die Männer vom Bauernstand."
Dr. Goebbels eröffnet die Kundgebung.
Reichsminister Dr. Goebbels eröffnete dann den zweiten Teil des Festtages. Beifall begleitete fast jeden Satz seiner Rede, in der er ausführte: „Mein Führer! 1 200 000 deutsche Bauern und Bäuerinnen aus dem ganzen Reich sind auf dem Bückeberg und den Straßen und Plätzen ringsum versammelt, um mit Ihnen, mein Führer, gemeinsam das E r n t e d a n k f e st des Jahres 1937 zu begehen. In dieser Stunde sind darüber hinaus ungezählte Bauern und Städter im ganzen Reich mit uns durch die Aetherwellen verbunden.
Ein Jahr harter Bauernarbeit liegt hinter uns. Früher wurde der Erntedank nur von den Bauern gefeiert. Heute feiert ihn das ganze Volk, denn Sie, mein Führer, haben d i e Brückegeschlagen zwischen Bauer und Arbeiter, zwischen Land und Stadt. Die Menschen, die hier um Sie versammelt sind, haben es nicht leicht in ihrem Leben. Ihr Dasein ist angefüllt von härtester Arbeit und schwerster Sorge um Besitz und Erfolg der Arbeit. Auch hierher sind die vielen Hunderttausende zum größten Teil nur unter den schwersten Stra
pazen gekommen. Sie sind gekommen, um Sie, mein Führer, zu sehen (laute Heil-Rufe), um einmal im Jahre durch lauten Jubel und überströmende Begeisterung Ihnen ihre Huldigung und ihre Verehrung entgegenzubringen. (Neuer anhaltender stärkster Beifall.) Denn Sie, mein Führer, haben das Bauerntum wieder zum Urquell unserer Volkskraft gemacht. Sie haben das deutsche Volk wieder mit der Scholle verbunden. Darum haben Sie im deutschen Bauern auch den treue st en Gefolgsmann. (Neue begeisterte Heil!-Rufe und Zustimmungskundgebungen) Und so grüßen wir Sie im Kreise von Hunderttausenden deutscher Bauern. Gegrüßt vorn Bauerntum, gegrüßt vom deutschen Volke, so rufen wir: Unser Führer Sieg-Heil!"
Der Reichsbauernfnhrer
Reichsminister Darrs, nahm dann das Wort, um seinen Bauern Richtung und Ziel für ihr Schaffen im nächsten Jahre zu geben;
„Mein Führer! Hohe Gäste! Deutsche Männer und Frauen! Das deutsche Landvolk hat ein Jahr großer Anstrengung und Kraftentfaltung hinter sich. Alle Voraussetzungen, die der Fleiß und das Können des Bauern für eine gute Ernte schaffen konnten, waren in diesem Jahre erfüllt. Freilich, das Wetter liegt nicht in unserer Hand und hat oft genug den bäuerlichen Fleiß schlecht belohnt. Wenn auch stellenweise das Getreide unter der Ungunst des Wetters gelitten hat, wenn auch ein harter Winter zu umfangreichen Umpflügungen von Getreideflächen zwang, so können wir heute dem Allmächtigen doch für diese Ernte danken. Die Hackfruchternte verspricht sogar reichen Segen, nicht zuletzt deshalb, weil der deutsche Bauer und Landwirt trotz größter Schwierigkeiten freudig der Aufforderung gefolgt ist, den Anbau von Rüben und Kartoffeln zu vergrößern. Weil diese Früchte von der Flächeneinheit einen größeren Nährstoffertrag bringen als Getreide.
Die Schwierigkeiten, dem deutschen Volk auf seinem beengten Raum eine ausreichende Nahrungsmittelversorgung zu sichern, insbesondere der immer stärker fühlbare Mangel an Landarbeitern, bedeuten für die in der Erzeugungsschlacht geforderte Intensivierung des Landbaues zweifellos eine Erschwerung. Der freiwillige Einsatz in der Erntehilfe ist eines der schönsten Beispiele des wiedererwachten Gemein- schastsbewußtseins.
Wille zur Leistung.
Mit dem Nährstandsgesetz und der Marktordnung war die Marschrichtung der nationalsozialistischen Agrarpolitik gegeben. Diese neue Grundlage gab uns die Möglichkeit, bereits im Herbst 1934 die deutsche Landwirtschaft Aur E r - zeugungsschlacht aufzurufen. Daß Dies bereits ein Jahr nach der Machtübernahme möglich war, beweist, welch unendlich großer Wille zur Leistung im deutschen Landvolk liegt. Dieser Wille zur Leistung aber konnte eben nur auf der neuen Grundlage der gebundenen Wirtschaft entfaltet werden. Hierin liegt das Geheimnis des Erfolges. 1934 mußte das deutsche Volk noch zu 25 v. H. feine Nahrungsmittel im Auslande kaufen, 1936 demgegenüber brauchten wir nur noch 17 v. H. unseres Bedarfs einzu- führen. Der Milchertrag ist feit 1933 auf der gleichen Höhe geblieben, obwohl die Kraftfuttereinfuhr um die Hälfte sank.
Um diese Leistungssteigerung des deutschen Landvolkes in ihrem vollen Umfange würdigen zu können, muß man sich klarmachen, daß der Verbrauch an Nahrungsgütern infolge des wirtschaftlichen Ausstieges und der Wiedereingliederung von mehr als sechs Millionen Arbeitslosen in den Arbeitsprozeß ganz erheblich 3 u genommen hat. Man muß dabei berücksichtigen, daß einer Bevölkerungszahl, die heute genau so groß wie 1914 auf dem damaligen größeren Reichsgebiet ist, eine Verminderung der landwirtschaftlich genutzten Fläche durch den Versailler Vertrag um fast fünf Millionen Hektar, das find 14,3 v. H., gegenübersteht. Wenn man außerdem noch berücksichtigt, daß die Einfuhr an Lebensrnitteln von über 6 Milliarden Mark vor dem Kriege und noch 4,8 Milliarden Mark im Jahre 1927 auf 1,5 Milliarden Mark im Jahre 1936 gesunken ist, so wird man erkennen, wie klein die Produktionsgrundlage ist, die dem Landvolk zur Verfügung steht für die Durchführung seiner großen Aufgabe, den Nahrungsbedarf des deutschen Volkes zu decken.
Achtung vor dem täglichen Brot
Deshalb bleibt die restlofe Versorgung des deutschen Volkes aus dem deutschen Boden ein schwieriges Problem, welches die deutsche Landwirtschaft nur mit Unter st ühung der Konsumentenschaft meistern kann. Wit Freude kann ich festsiellen, daß das Verständnis für die Versorgungslage in sehr weilen Kreisen der Konsumentenschaft vorhanden ist. Der Städter feiert heute nicht nur mit dem Landvolk gemeinsam den Ernledank, sondern weiß auch den Wert des geernteten Nahrungsgutes richtig zu ermessen. Deshalb wende ich mich besonders an die deutschen Hausfrauen und bitte sie gerade am Ernledank- tage, h a u s z u h a l t e n mit den Erzeugnissen unserer deutschen Erde, gleichzeitig aber auch — und mag es für die einzelne Familie noch so nebensächlich erscheinen — den vermeidbaren Verderb zu verhindern.
Vor allen Dingen muß das deutsche Volk mehr Achtung vor dem Brot zeigen. Schon der tägliche Verlust einer einzigen Schnitte Brot in jedem Haushalt ergibt insgesamt einen jährlichen Verlust von mehr als sechs Millionen Zentnern Brotgetreide Das ist etwa ein Drittel unserer jährlichen Durchschnittseinfuhr. Diese sechs Millionen Zentner Brotgetreide müssen jetzt mit rund 40 Millionen Mark Devisen beschafft werden, eine Summe, die wir für unsere Rohstoffversorgung viel nötiger brauchen. Es ist dabei unverantwortlich, Brot verderben zu lassen. Wenn wir den harten Schritt tun mußten, dem landwirtschaftlichen Erzeuger die V e r-


