Ur. 206 viertes Blatt
Kießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samstag, 4. September 195?
NGV.-Kindergärten im Kreise Wetterau
Guter Aufbau im Dienste der Volksgemeinschaft.
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Wohlbehütet machen die Kinder einen Spaziergang durch das Dorf.
W e t t e r au derNSDAP (umfassend die Kreise Gießen und Friedberg) in folgenden Orten mit NSV. - Kindergärten zur Betreuung der Kinder oom 3. Lebensjahr bis zum schulpflichtigen Alter, teilweise auch noch für einige weitere Jahre, an den schulfreien Nachmittagen der Kinder bei der Arbeit: Annerod mit 35 Kindern, Bersrod 19, Büdesheim 54, Ettingshausen 38, Geilshausen 38, Göbelnrod 16, Großen- Buseck 70, Langenhain- Ziegenberg 17, Langsdorf 35, Nieder-Weisel51, Nie- der-Wöllstadt 108, Reiskirchens, Södel 40, Steinbach 46, Weitershain 21, Wiefeck 68, Wölfersheim 95. Die Kinder werden von fachlich ausgebildeten u. geprüften Kindergärt-
Auswirkungen dieser Kleinkindergärten sehr schnell jedermann bemerkbar wurden und insbesondere die Mütter erkannten, wie wertvoll diese Einrichtung ihnen bei der Erledigung ihrer täglichen Pflichten ist. Daher besteht denn auch kein Zweifel, darüber, daß in all den Orten, in denen der Kindergarten heute noch nur für die Erntezeit besteht, die Umwandlung in eine Dauer-Einrichtung schon in aller Kürze von selbst kommen wird.
Unter der Leitung ihrer Kindergärtnerinnen oder Kinderpflegerinnen, denen in manchen Orten mit großer Kinderzahl in den Kindergärten junge Helferinnen zur Seite stehen, werden die Kleinen mit allem beschäftigt, was ein kindliches Gemüt erfreut. Spiel und Kurzweil sind natürlich die Hauptelemente des Tages. Daneben wird den kleinen Kindern aber auch schon der Sinn und das Verständnis für das Leben in der Gemeinschaft vermittelt. um sie dergestalt bereits von klein auf hinzuführen in den Lebens- und Pflichtenkreis, der für eine wahre Volksgemeinschaft die erforderliche Grundlage gibt. Auf diese Weise wird sehr gute Vorarbeit für das spätere Leben der Kinder geleistet, das frei sein soll von Einspännertum, Eigenbrötelei und Absonderung von den Volksgenossen, das vielmehr seinen höheren Zweck und Inhalt durch das Leben und Wirken innerhalb der Gemeinschaft der Volksgenossen erhält. Die Grundlagen hierzu, die im NSV.-Kindergarten gelegt werden, müssen spater ihre Vertiefung finden in der Arbeit im Jungvolk, in der HI., in der SA., im Arbeitsdienst und in der Wehrmacht, um auf diesem ganzen Wege den neuen deutschen Men-
Mit Eifer werden Perlen auf bunte Schnüre gefädelt.
Bauernarbeit — schwere Arbeit. Täglich vom :ühen Morgen bis zum späten Abend liegt der andmann in den Sielen. Mit ihm schafft seine !rau unermüdlich in Haus, Hof und Feld. Für »ide gibt es bei ihrem Tagewerk kaum eine Zeit rr Ausspannung Besonders die Landfrau ist, wie ran zu sagen pflegt, ständig im Trab Frühmor- ?ns in der Herrgottsfrühe geht's los. Da muß hon gekocht werden für Mensch und Tier. Dann nö vor allem die Kinder, aber auch der Mann nd die Helfer bei der Arbeit mit den Notwendigsten aus dem Haushalt zu versehen. Der Haus- ilt selbst will und muß besorgt werden. Nebenher :uft die Frauenarbeit in den Ställen, in den Hof- 'bäuben, im Garten, oder auf dem Felde. Vielfach uß die reich in Anspruch genommene Frau auch ich den Weg zur Stadt machen um dort auf dem >ochenmarkt Erzeugnisse der bäuerlichen Wirtschaft .»zusetzen und dafür die erforderlichen Dinge für Ls Heim mitzubringen Wo erwachsene Kinder im nuerlichen Haushalt sind, wird zwar für den Mann pb die Frau auf allen Geoieten des Schaffens eine k wisse Erleichterung eintreten Aber bis es dazu iTnmt, müssen die Bauersleute doch einen weiten rid schweren Weg zurücklegen. Nicht von ungefähr s ht man es denn auch dem Bauersmann und der Lnuersfrau an, wie verarbeitet und von der Last Irer Pflichten mitgenommen sie sind Daher sind sie mn auch für alles dankbar, was ihnen eine Er- rchterung auf ihrem Lebenswege bringt. Und be- l'^ders angenehm empfindet es die Landfrau, wenn i eine Entlastung in ihrem Pflichtenkreis nament- ! if) in den Jahren erfährt, da sie neben der Betreu- u g ihrer Heranwachsenden Kinder auch noch zur Mitarbeit in der Wirtschaft gezwungen ist.
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In manchen Dörfern unserer engeren Heimat be- st hen zur Erleichterung der Hausfrauen- und Mut- lk-pflichten schon seit manchen Jahren Einrichtun- grn, die der Betreuung der Kinder gewidmet sind. Stoer in sehr vielen Gemeinden war für diese Auf- g: ben bisher noch keine Stätte geschaffen. Hier hat fi£) nun in dankenswerter Weise d'eNS.-Volks- ir o h l f a h r t eingeschaltet. Zunächst hat sie die Bebauung der kleinen Kinder in E c n t e - K i n b e r - gürten in die Wege geleitet, gar bald ist dabei a: er zutage getreten, daß es mit dieser zeitlich be- gLnzten Kinderbetreuung während der Erntewochen ncht getan ist. Immer mehr sind dabei das Der- Irigen der Mütter und die Notwendigkeit festgestellt norden, aus der zunächst für kurze Zeit gedachten § lfsmaßnahme eine Einrichtung für die Dauer zi machen So sind jetzt schon in einer Reihe von Eten NSV. -Kindergärten a l s Dauer» e n r i d) t u n g am Werke, während in einigen aiiieren Dörfern einstweilen noch im Rahmen eines kmte-Kindergartens gearbeitet wird Insgesamt ist lb NSV. gegenwärtig im Bereiche des Kreises KWMvM
Roman von Bernhard Lonzer.
Urheberrechtsschutz:
Urthur Moewig, Romanvertrieb, Berlin SW 68.
6 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Die Ruine weckte die Erinnerung an eines der irrigsten Kapitel des Schlosses und der Fannie Achenbach. Während des Dreißigjährigen Sieges war ein versprengter Schwedentrupp in las Schloß eingedrungen. Aus irgendwelchen Grünte, hatte man von einer Plünderung abgesehen, mllleicht hatte man sich nicht stark genug dazu ge- siiZlt. Der damalige Schloßherr hatte es an reich- licjier Bewirtung nicht fehlen lassen. Den Abend iarte man im Pavillon verbracht. Der Wem war in Strömen geflossen, so hatten die rauhen Gäste es verlangt. Immer wilder war die Stimmung ge- lvirden. Bis der Anführer des Trupps mit der la-ten, kriegsgewohnten Faust auf den Tisch ge- st agen hatte — er betrachtete es als eine unerträgliche Herausforderung, daß die Schloßherrin ihren nicht „die Ehre äntue", anwesend zu fein. Vtä) er verlangte, daß der Schloßherr sie holen li1 e. Der junge Schloßherr hatte sich aus begreif» kben Gründen geweigert, diesem Verlangen nach- ju ommen. Es war zu einem erregten Wortwechsel im sofort zum Handgemenge gekommen. Der Kcmpf war zu ungleich gewesen — der junge kc»loßherr war unterlegen, war erschlagen worden. !r wildem Taumel hatten die Reiter den Pavillon in Brand gesteckt. Die wehrhafte Mannschaft des kc»losses war sofort zu Hilfe geeilt, keiner der wil- dr Gesellen hatte das Schloß lebend verlassen. !ksr es war doch zu spät gewesen — es war besse- tJ Blut geflossen, ohne daß man es hatte hindern körnen.
freute gab nur noch die Ruine Kunde davon. Ja, irti' bis hierher fand die Herbstsonne nicht mehr ter Weg.
Lolfgang o. Achenbach fröstelte leicht. Er kühlte, ist der Revieriörster ihn von der Seite ansah.
«Wir werden alt, Lohmann", sagte er.
,Nun ", wandte der Förster ein, „die.Jahre Inn man natürlich nicht aufhalten. Ader Sie sind
nerinnen betreut, in deren Obhut sie sich täglich von 8 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr, während der Erntewochen auch noch bis länger in den Abend hinein befinden In den NSV.-Kindergärten werden alle erbgefunben Kinder ausgenommen, deren Mütter die Unterbringung ihres Kindes während der Tagesstunden wünschen. Als selbstverständlich gilt dabei die Voraussetzung, daß nicht nur die Hilfe der NSV. in Anspruch genommen wird, sondern die Eltern auch ihre Verpflichtungen gegenüber der Volksgemeinschaft anerkennen und im Rahmen ihrer Möglichkeiten erfüllen.
Die Kleinen sind in dem Kindergarten nach jeder Richtung hin gut aufgehoben. Ueberall fühlen sie sich wohl, und auch die Eltern sind mit dieser täglichen Unterkunft ihrer Kleinen zufrieden Interessant ist es, dabei zu hören, daß man in manchen Orten anfänglich für die Einrichtung eines Kindergartens kaum oder überhaupt kein Interesse hatte; auch nicht für eine vorübergehende Einrichtung während der Erntezeit. So zeigte sich beispielweise in Göbelnrod anfangs kein Widerhall für den Vorschlag der NSV., eine solche Einrichtung zu schaffen. Dennoch wurde es probiert, und das Ergebnis war schon nach kurzer Zeit die erfreuliche Tatsache, daß alle Mütter einhellig die dauernde Beibehaltung des Kindergartens wünschten, mit dem sie sehr zufrieden sind. Aehnlich war der Verlauf der Entwicklung in Annerod und in Langsdorf. Es hat sich eben allenthalben gezeigt, daß die segensreichen
Die Kindergärtnerin weiß rasch zu trösten. (Aufnahmen |5|: Neuner, Gießener Anzeiger.)
schen zu formen, der für die Zukunft unseres Volkes und Vaterlandes gebraucht wird.
Die Leiterin des NSV.-Kindergartens steht bei ihrer Arbeit in ständiger Verbindung und in enger Gemeinschaft mit den Eltern der Kinder, aber auch in guter Tuchfühlung mit der örtlichen Leitung der NSV. Wenn der Kindergarten-Leiterin bei ihrem
Zusammenwirken mit den Eltern Dinge und Vorgänge bekannt werden, die — beispielsweise — auf dem Gebiete der Gesundheitspflege sowohl im Interesse des Kindes, als auch zum Besten des Elternhauses einer Abänderung zum Besseren bedürfen, fo hat die Kindergärtnerin die Verpflichtung, in erforderlichen Fällen die Hilfeleistung der NSV. herbeizuführen. Dadurch wird also auch vom Elternhause her in wirksamer Weise für die Gesundhaltung des Kindes und für dessen gedeihliches Aufwachsen Sorge getragen, nötigenfalls unter vollem Einsatz der Hilfsmöglichkeiten, die in der NSV. gegeben sind. Dabei wird auch bereits auf das Wohlbefinden der werdenden Mütter durch Bereitstellung von entsprechenden Hilfsmitteln Einfluß genommen, weil sich erwiesen hat, daß auch nach dieser Richtung hin wirksame Vorarbeit für das Gedeihen des Kindes geleistet werden kann.
Der NSV.-Kindergarten hat also, wie man sieht, keinen engbegrenzten Wirkungsbereich für seine Leiterin, sondern er umfaßt ein sehr weitgestecktes Tätigkeitsfeld. Die NSV. hat allen Willen und die erforderlichen Möglichkeiten, um auch auf diesem Gebiet für unsere Volksgemeinschaft arbeiten zu können. Sie bedarf dazu aber auch der bereitwilligen Mitarbeit und Förderung durch die G e - meinben nicht minder der opferfreudigen Beihilfe aller Volksgenossen. Wer seinen Dank an den Führer und seine Bereitwilligkeit zur Mitarbeit im Dienste des deutschen Volkes durch die
Oft sitzen die Kinder mit der Tante im Kreise und singen.
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Die Tante ist auch auf der Wippschaukel mit dabei.
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doch Gott sei Dank noch außerordentlich rüstig, Herr von Achenbach."
„Das wohl. Aber es kommt ja gar nicht auf unfereinen an. Ich meine, es muß junges Blut her. Ja, junges Blut, Lohmann!"
„Wird ja auch noch werden, Herr v. Achenbach." Wolfgang v. Achenbach schwieg dazu.
Als sie aus dem Park traten, sah er einen schnittigen hellgrauen Wagen auf dem Hof stehen. Das war doch Suses Wagen! Was mochte sie denn so schnell wieder herführen?
Bon dem breiten Altan am südlichen Flügel des Schlosses winkte fröhlich eine Hand herab. Es war wirklich Suse. Wolfgang d. Achenbach winkte zurück. Er verabschiedete den Förster und begab sich ins Schloß.
Der nachdenkliche Zug war von seinem Gesicht verschwunden und hatte einer leisen Erwartung Platz gemacht. Vielleicht brachte Suses Besuch auch gar nichts Besonderes, aber ein gemütliches Plauderstündchen gab es auf jeden Fall. Die resolute und allzeit fröhliche junge Frau brachte immer em bißchen Leben mit.
Suse hatte eben das „blaue Zimmer' wieder verlassen, als er die Treppe heraufkam Ein Strom von lebendiger Frische ging von ihr aus.
„Ist doch' riesig nett von mir, Onkel Wollgang, daß ich mich nach so langer Zeit mal wieder sehen lasse, nicht wahr?" lachte sie ihn an.
Er nahm ihre Hand.
„Nach so langer Zeit...? Warte mal - laß mich erst mal nachrechnen... Vorgestern war die Feier Im Morgengrauen haben wir uns getrennt. Das war also gestern früh. Demnach haben wir uns beinahe anderthalb Tage lang nicht gesehen. Das ist allerdings eine sehr lange Zeit. Folglich kann ich mit gutem Gewissen bestätigen: es ist wirklich riesig nett von dir " ..
„Na, siehst du! Also waren wir uns wieder mal einig. Wie immer."
„Wie immer."
„Hoffentlich kann ich das auch sagen, wenn ich wieder gehe..." f .
„Na, na...! Hast du etwas Besonderes auf dem Herzen?" _ , . „
„Versteht sich. Ganz schwere Sachen sogar.
„Die wir aber doch nicht hier auf dem Korridor verhandeln wollen."
„Bewahre! Wir werden uns m deinem Arbeitszimmer vergraben. Geheimsitzung oder jo ..."
Er sah ihr an, daß hinter ihren absichtlich etwas gespreizten Worten etwas Ernstes stand. Sie begaben sich also in das Arbeitszimmer, dem die Herbstsonne etwas von dem schweren, ein wenig düsteren Charakter nahm.
Wolfgang v. Achenbach drückte Suse sanft in einen der Ledersessel.
„So, mach dir's bequem Erlaube mir meine Zigarre, und dann schieß mal los!"
Suse wartete, bis er seine Zigarre in Brand gesetzt hatte. Ihre Linke glitt spielerisch über die Lehne des Sessels.
„Ich hatte eigentlich nur die Absicht, mal so ein bißchen zu sondieren, weißt du...", begann sie langsam. „Aber vielleicht werde ich auch zu einer grausigen Tat schreiten — eine Verschwörung anzetteln, ein Komplott mit dir schmieden ..."
„Na, na...! Und gegen wen soll sich das Komplott richten?"
Sie hob die Hand
„Nicht so stürmisch, mein Herr! So weit ist es ja noch lange nicht. Ich muß doch erst sehen"
„Schön. Warten wir also ab Aber wenn es dir nichts ausmacht, kannst du nun immerhin mit dem eigentlichen Thema beginnen ..
„Geht schon los."
Sie wurde plötzlich sachlich.
„Stefan sprach auf der Geburtstagsfeier davon, daß seine Assistentin heiraten will und daß er Ersatz für sie braucht. Ist dir das bekannt?"
„Allerdings —"
„Ich wüßte jemanden ..."
„Na, und —? Soll ich da raten? Oder den Fürsprecher machen? Das dürfte wohl ein verfehltes Experiment werden. In berufliche Dinge läßt Stefan sich natürlich nicht hineinreden Das find ja schließlich auch seine eigenen Angelegenheiten."
„Selbstverständlich. Du hast auch ein bißchen zu schnell gedacht. So meinte ich es ja gar nicht. Ich möchte "nur — ja, es ist nämlich Annelore Hildach "
„Ach — die kleine Hildach! Ein sehr sympathisches Mädelchen. Ich habe sie allerdings etwa fünf, sechs Jahre nicht gesehen."
„Sie ist ein prachtvolles Menschenkind. Die Verhältnisse zu Hause sind seit dem Tode des Vaters nicht gerade glänzend. Das Vermögen ist nur be-
scheiden. Der Bruder hat noch ein paar Semester zu studieren. Kurzum, Annelore möchte irgendeine Stellung annehmen, um der Mutter nicht auch noch auf der Tasche liegen zu müssen."
„Hm... Es wäre ihr schon zu gönnen, wenn es glücken würde. Aber wie gesagt, darüber hat Stefan allein zu entscheiden. Sprich doch ruhig mal mit ihm darüber."
„Er weiß schon, daß ich mich darum kümmere. Ich hoffe auch, daß er Annelore anstellen wird. Darum handelt es sich hier aber nicht — ich habe etwas anderes auf dem Herzen. Annelore ist ein sehr warmherziger und sehr feinfühliger Mensch. Und sie ist meine Freundin. Grund genug für mich, zu wünschen, daß es ihr in jeder Beziehung gut geht. Sie würde, wie die jetzige Assistentin auch, hier im Schloß wohnen müssen, und da möchte ich nun gern, daß sie in ihren freien Stunden, vor allem an den langen Abenden, nicht so ganz auf sich selbst angewiesen ist. Ich möchte, daß sie gewissermaßen Familienanschluß findet Und darum komme ich erst mal zu dir, Onkel, denn in diesem Punkte bist du ja maßgebend. Und ich hoffe stark, daß Suse Vollrath nicht umsonst gebeten hat!"
„So, so...!" lächelte Wolfgang v Achenbach. So, so ...!"
„Jawohl, Onkel. Und paß auf, du wirst mir noch mal dankbar sein. Der alte Knabe Wolfgang, wie du immer so schön von dir lagst, wird froh sein, wenn ihm so ein prachtvolles Menschenkind ein bißchen Wärme und Behaglichkeit ins Haus bringt."
„So, fo...!" wiederholte Wolfgang v. Achenbach Aber fein Lächeln war mit einem Male seltsam gezwungen geworden.
Suse beugte sich zu ihm vor.
„Hand aufs Herz, Onkel: Hast du im Stillen nicht schon tausendmal gewünscht, daß dieser alte graue Kasten hier endlich wieder ein bißchen innere Sonne bekommt? Ihr müßt ja hier allesamt ertrinken m dieser Leere und Oede, erfrieren in der Kälte, die durch das ganze Haus weht. Hab' ich nicht recht?"
Wolfgang v. Achenbach war ernst geworden
„Du hast recht, Suse", bestätigte er. „Nur zu sehr. Leider! Wenn das Engagement perfekt werden sollte — und ich möchte es beinahe wünschen —, dann will ich also gern versuchen, deine Freundin als Haustöchterchen zu betrachten."
Fortsetzung folgt


