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Am Abend des 1. Mai versammelte sich die Ge­folgschaft der Universität Gießen zu ihrer Feier in den Räumen des Studentenhauses. Bei dieser Ge­legenheit nahm der Rektor Prof. Dr. Baader im Anschluß an seine Ansprache über die Bedeutung des 1. Mai für unsere Volksgemeinschaft auch die Ehrung von Gefolgschaftsmitgliedern vor, die in diesem Jahre auf eine 40» bzw. 25jährige Tätigkeit an der Universität Gießen in treuer Pflichterfüllung zurückblicken können. 40 Jahre tätig sind: der Operationsgehilfe der Augenklinik Friedrich Becker und die Gartenarbeiterin der Veterinärklinik Maria Hahn; 25 Jahre tätig sind: Professor Dr. von Jaschke, Direktor der Frauenklinik, Wilhelm Leid ne r, Wärter an der Chirurgischen Klinik, Karl M a h n k o p p , Jnstitutsgehilfe am Physika­lischen Institut. Der Rektor betonte, die Universität sei stolz auf diese Volksgenossen, die ihr so lange treue Dienste geleistet haben.

Entsprechend der Volksverbundenheit der Arbeiter der Stirn und der Faust gab der Rektor weiter die Preisträger der Universität bekannt. Die Aufgabe der Theologischen Fakultät lautet:Arm und reich im Alten Testament, eine soziologische und cheologische Untersuchung". Die hierzu von cand. theol. Arnulf Kuschte (Gießen) eingereichte Ar­beit wurde mit einem vollen Preis bedacht. Die Aufgaben der Philosophischen Fakultät

Jubilars und Preisträger der Universität.

Jahreshauptversammlung -er Gießener Bienenzüchter.

Das Jahr angestrengter züchterischer Arbeit, das für die heimische Bienenzucht wertvolle Anregungen und für den einzelnen reiche Förderunaen bedeutete, wurde mit der Jahreshauptversammlung imHotel Hopfeld" beschlossen. Der verdiente Füh­rer der Ortsgruppe Gießen in der Reichsfachgruppe Imker, Bodenbender, begrüßte die Erschiene­nen und sprach von den vielen Arbeiten, die die nächste Zeit für ihn durch den Besuch verschiedener Fachversammlungen bereithält. Er machte bekannt, daß im Juni der bekannte Imker I h n> (Frankfurt am Main) hier einen Vortrag aus seinem Jmker- leben halten und dabei auch der Landesfachgruppen- zuchtstation auf der Hardt einen Besuch abstatten wird. In einer kurzen Uebersicht erstattete er den Jahresbericht, aus dem u. a. zu entnehmen war, daß das letzte Bienenjahr ein Fehljahr wie schon 1935 war. Wie weit sich die Hoffnungen in diesem Jahre erfüllen werden, ist kaum oorauszu- sehen. Die Völker waren gut durch den Winter ge­kommen und hatten auch noch reichlich Futter, so daß sie ganz normal in die Brut gelangen konnten. Das schlechte Aprilwetter aber hat sich ungünstig ausgewirkt, so daß erst nach Ablauf einer besseren Periode ein Schluß auf die Zukunft gezogen wer­den kann.

Bisher sind durch das ungünstige Frühjahr die Völker noch schwach, und mit einer Rekord- ernte ist nicht mehr zu rechnen. Rur wenn ein außerordentlich guter Monat 7Nai eintreten würde und die Völker stark auseinandergehen, so daß die Tracht im Juni und Juli noch ein­gebracht werden kann, dürften einige Hoff­nungen zu erwarten fein.

Der Ortsgruppenführer berichtete unter Anteil­nahme der Versammelten von einem großen Schaden, der seine ausgedehnten Bestände aus un­erklärlichen Gründen betroffen und seine züchterische Lebensarbeit vernichtet hat. In seiner langen Züch­terpraxis ist ihm kein derartiger Fall bekannt ge­worden.

Im Anschluß an ben Jahresbericht wies Herr Bodenbender aufDie Arbeit innerhalb des Vierjahresplanes", wie sie den deutschen Imkern aufgetragen worden ist, hin. Das von der Reichs­sachgruppe veröffentlichte

Ziel dieser Bestrebungen ist, in den Jahren 1937 bis 1940 die Zahl der Bienenvölker von 120 000 auf 175 000 zu erhöhen, so daß jeder Züchter nach Möglichkeit seine Bestände um ein Volk mehr als bisher vermehrt und daß darüber hinaus die bisherige Ernte von je 10 Kilo pro Volk auf 12,5 Kilo gesteigert wird.

Diese Aufgabe ist an sich im ersten Jahr zu lösen, sie wird aber im zweiten durch die notwendige Er­weiterung der Einrichtungen schwieriger, so daß die Reichsfachgruppe für entsprechende Unterstützungen oorgesorgt hat. Es wurde betont, daß es keinen Streit um Rassen und Stämme unter den Bienen gibt, sondern daß jeder aus seinen Beständen das

und ihre Preisträaer sind: a) Aus dem Gebiet der Kunstgeschichte:Auftraggeber und Künstler in der Kunst der deutschen Renaissance". Preisträger: stud. phil. Heinz Schwarzmann (Gießen), b) Aus dem Gebiet der romanischen Philologie:Bezeich­nungen für Armut und Reichtum im Französischen". Preisträger: cand. phil. Hans Späth (Gießen), c) Aus oem Gebiet der Zoologie:Bau, Entwick­lung und Farbenentstehung bei den Schillerzellen der Tintenschnecken". Preisträger: cand. phil. Wil­helm Schäfer (Gießen), d) Aus dem Gebiet der Botanik:Reue Beiträge zur physikalischen Physio­logie der vegetabilischen Protoplasten". Hierzu gingen zwei Preisarbeiten ein. Preisträger sind: cand. rer. nat. Walter Michel (Gießen) und cand. rer. nat. Lisbeth Schorr (Gießen), e) Aus dem Gebiet der Geographie:Morphogenetische Untersuchungen des Gebietes zwischen Lahn, Sieg und Dill". Preisträger ist: Friedrich Müller (Worms). Alle genannten Preisträger erhielten einen vollen Preis.

Der Diezpreis wurde Studienassessor Rudolf W o I;f aus Büdingen für die von ihm vorgelegte ArbeitDer Stil der Rhetoriqueurs" zuerkannt.

In echter Kameradschaft blieb die Gefolgschaft der Universität bis m die frühen Morgenstunden ver­eint.

höchste herauswirtschasten muß. Für diesen edlen Wettstreit um die Spitzenleistungen gibt es Beihilfen für die Belegschaft; anstatt von Barmitteln kann auch Zuchtmaterial gegeben werden. Außerdem werden Brutschränke zu ermäßigtem Preise beschafft. 24 000 Einwabenkästen sind bereits ausgegangen. Weiterhin werden Zuchtversuche zur Erlangung von rotkleeaünstigen Bienen unternommen. Zur Förde­rung Der Betriebswirtschaften wird eine Aufklä- rungsvropaganda durchgeführt, die durch Vorträge aller Art und auch durch Schmalfilme dem Imker die besten Erfahrungen vermitteln soll. Das Jahr 1937 steht im Zeichen der Wanderung. In Hessen sind ungünstige Wanderungsgebiete, weil sie zu weit abliegen. Es ist die Möglichkeit geboten, in den Schwarzwald und in die Heide zu wandern.

Rechnungsführer H ö b e l e r erteilte den Kassen­bericht, der Aufschluß über geordnete Kassenoer- hältnisse gab. Die Ortsgruppe Gießen umfaßt etwa 260 Mitglieder mit 1761 Völkern. Nachdem der Ortsgruppenführer dem Rechner Entlastung erteilt und ihm für die umfangreiche Arbeit gedankt hatte, berichtete Bienenwanderobmann Weiß über die Auerbacher Tagung, auf der die Wanderung der Bienenvölker eingehend besprochen wurde. Jeder Imker, der über 40 Völker hat, wird sich an der Wanderung beteiligen müssen. An den Erfahrungen, die Dr. F r e u d e n st e i n an der Bergstraße machte, wurden die Vorteile des Dienenwanderns dargelegt und besonders auf die ertragreichen Ergebnisse sol­cher Unternehmen nach dem Schwarzwald hinge­wiesen.

Die hessischen Imker sollen außer dem Schwarz­wald auch die Heide mit ihren Völkern bewei­ben. Das wilde Wandern ist natürlich verboten, und nur durch die Organisation werden die Ein­teilungen vorgenommen.

Herr Bodenbender teilte dazu praktische Er­fahrungen mit und besprach die Mithilfe der Imker bei der Bekämpfung des Kartoffelkäfers. Er gab einige Anordnungen bekannt, die den Imker vor Verlusten schützen werden. Die außerordentliche Verbreitung dieses Käfers, dessen Weibchen über 3 Millionen Nachkommen erzeugen kann, mahnt zur Vorsicht auch dort, wo er bisher noch nicht ange­troffen wurde. Der Obmann für die Bienen­beobachtung, der auch den Lehrstand der Landes­fachgruppe an der Hardt betreut, Studienassessor Maul, forderte zu einer kameradschaftlichen Hilfe für den geschädigten Ortsgruppenführer auf, und auf den Vorschlag von N e e b (Naunheim) fanden sich die Imker sofort bereit, ihrem verdienten Führer als Zeichen ihres Dankes für seine so oft bewiesene tatbereite Hilfe durch die Ueberlassung der Erst­schwärme seine Belegschaft wieder aufzufüllen. Bienenweideobmann Pfeiffer (Launsbach) be­richtete über ein großes Entgegenkommen der Ge­meinde Wißmar, die nicht nur Oedland zur Ver­fügung gestellt, sondern auch die Anpflanzung von Akazien vorgenommen hat. Im gleichen Sinne sollen überall dort Anregungen gegeben werden, wo noch Oedland anzutreffen ist.

zum Kampf für deutsches Volkstum an bedrohten Grenzen!

Deutsche Bauern aller Gaue brauchen eure Kräfte, während Tausende ihrer Söhne im Heere Ehrendienste tun. Es gilt, die Ernte, den wertvollen Schatz der Nation, zu bergen!

Deutschland und der Führer hoffen auf euch, auf die überlieferte Begeisterung deutscher Studenten für große deutsche Werke!

Opfert darum einen Teil eurer Ferien! Mel - bet euch zum Großeinsatz deutscher Studenten in der Erntehilfe! Studenten! Kameraden! Man wartet auf euch!

Meldungen bis 10. Mai an das Amt für studen­tischen Einsatz, Studentenhaus, Zimmer 6, und im Geschäftszimmer der Studentenschaft, Studenten­haus, Zimmer 9.

Die Zahrestagung des VH6

Am 22. und 23. Mai hält der Vogelsberger Höhen-Club feine diesjährige (56.) Hauptversamm­lung auf dem Hohervdskopf ab, mit der die Neu- weihe des erweiterten alten Klubhauses verbunden wird. Am 22. Mai, nachmittags, findet eine Beirats­sitzung im Klubhaus statt, der sich ein Begrüßungs­abend anschließt. Der Sonntag, 23. Mai, bringt vormittags die Hauptversammlung im neuen Klub­haus, anschließend eine Weihestunde im alten Klub­haus, sodann gemeinsames Mittagessen. Nachmittags findet ein Festzug nach dem Taufstein und Bis­marckturm statt, wo eine Kundgebung sich anschließt. Volksfest und Tanz auf dem Hohervdskopf bilden den Ausklang der Tagung.

Hundert Jahre Firma Hochstätter in Gießen.

Am morgigen 5. Mai kann die Firma Heinrich Hochstätter in Gießen auf ihr hundertjähriges Be­stehen zurückblicken. Die Firma wurde am 5. Mai 1837 als Tapeziergefchäft von dem in Darmstadt geborenen Johann Heinrich Hochstätter in dem Haufe Kirchenplatz 15 gegründet und zugleich mit einer Tapeten- und Möbelhandlung verbunden. Das junge Geschäft hatte einen guten Auftakt, denn schon von Anfang an zählte es, wie das heute noch vorhandene erste Geschäftsbuch ausweist, viele erste Familien aus Gießen zu seiner Kundschaft. Der gute Aufschwung des Unternehmens machte im Jahre 1839 dessen Verlegung in ein größeres Haus am Seltersweg erforderlich, aber schon nach weni­gen Jahren wurden auch dort die Räume zu klein, so daß sich der Geschäftsinhaber im Jahre 1846 ent­schließen mußte, das Haus Ecke Schloßgaffe/Brand- platz zu kaufen, das er durch einen Anbau vergrö­ßerte, hier fein Geschäft unterbrachte und zugleich die Herstellung von Tapeten in dem damals üb­lichen Handdruckoerfahren aufnahm. Ende 1848 ver­starb der Gründer der Firma.

Inhaber des Geschäfts wurde nunmehr der kaum 19 Jahre alte älteste Sohn, der von seiner Aus­bildung im Möbel- und Dekorationsfach in Paris nach Haufe zurückkehrte, um die Leitung des Ge­schäfts zu übernehmen. In unermüdlicher und zäher Arbeit gelang es chm, trotz mancherlei wirtschaft­licher Schwierigkeiten jener Jahre und der Rück­wirkungen der Kriegsjahre 1864, 1866 und 1870/71 das Geschäft in gedeihlicher Weise weiter aufwärts zu entwickeln. Im Jahre 1872 trat sein aus dem Kriege heimgekehrter Bruder Max in das Geschäft ein, das von nun ab unter der Firma H. Hochstät­ter Söhne als reines Tapetengeschäft weiterge führt wurde.

Zur Schaffung neuer Lagerräume wurde im Jahre 1876 das an bas Geschäftshaus angrenzende Grundstück Schloßgasse 16 erworben. Da das Ge­schäft immer mehr an Ausdehnung gewann, wurde es 1881 in ein Laden- und ein Versandgeschäft ge­trennt; ersteres führte Heinr. Phil. Hochstätter un­ter der alten Firmenbezeichnung weiter, das Ver­sandgeschäft übernahm sein Bruder Max unter der Firma H. Hochstätter Söhne. Im Jahre 1907 wur­den wegen Erkrankung von Max Hochstätter die beiden Geschäftszweige wieder vereinigt und von da ab als offene Handelsgesellschaft geführt.

Die ständige Vergrößerung der Firma machte es im Jahre 1912 erforderlich, an Stelle der alten Häuser am Brandplatz einen Neubau zu errichten, der im Mai 1912 bei der Feier des 75. Bestehens bezogen wurde. Die Jahre des Weltkrieges brachten auch diesem Unternehmen mancherlei Schwierigkei­ten, die aber glücklich überwunden wurden. Am 8. Mai 1922 starb nach 63jährigem rastlosen Wir­ken für das Geschäft Heinr. Phil. Hochstätter im 83. Lebensjahre.

Die Leitung des Unternehmens ging nunmehr in die Hände seines Sohnes, des letzigen Firmen­inhabers über. Bald nach dem Kriege wurde der Artikel Teppiche hinzugenvmmen, die Verkaufs­räume im Haufe an Brandplatz mußten vergrößert werden, um das Tapetengeschäft mit dem Hauptge­schäft zu vereinigen. Aber auch diese Räume ge­nügten schon bald nicht mehr den Erfordernissen des Geschäftsbetriebs, so daß das Geschäft im Juni v. I. aus dem Haufe am Brandplatz, wo es 81 Jahre lang betrieben wurde, in die neuen, größeren Ge­schäftsräume in der Plockstraße übersiedeln mußte.

Anläßlich ihres Jubiläums veranstaltet die Firma in Gemeinschaft mit dem Deutschen Tapeten-Museum in ihren Geschäftsräumen eine Ausstellung von Ta­peten aus der Erzeugung der letzten zwei Jahr­hunderte.

Vortragsabend der Frauenschast Gießen-Ost.

Kinderzeichnungen, das war das Thema eines Vortrags mit Lichtbildern, zu dem die Mitglieder der Frauenschaft und des Frauenwerkes Gießen-Ost gebeten wurden. Die schön geschmückte Aula des Gymnasiums war dicht besetzt, als Frau Schön den Abend eröffnete. Musik und Gedichte leiteten über zu dem Vortrag von Fräulein Dr. B o e e r s, die zunächst in einleitenden Worten erklärte, was die Erwachsenen aus der Betrachtung von Kinder­zeichnungen lernen könnten. Sie betonte, daß sie nur Zeichnungen brächte, die von Kleinkindern selbständig gefertigt seien oder von Schulkindern, die noch keinen Zeichenunterricht gehabt hätten, denn nur aus diesen Zeichnungen spricht das We­sen des Kindes. Die Blätter zeigten bann die Ent­wicklungsstufen der kindlichen Zeichnung. Ange­fangen bei den Kritzeleien des zweijährigen Kin-

des, die von den Erwachsenen belacht oder ver­boten werden, die aber für das Kind schon ein Tun bedeuten, das es erfreut und befriedigt, ent­standen nach und nach Formen, die durch die kind­liche Einbildungskraft belebt und gedeutet werden. Weitere Bilder zeigten dann schon die bewußte Darstellung von Erde und Himmel, dazwischen Bäume, Blumen, Häuser und Menschen. Am Schluß brachte die Vortragende einige Zeichnungen, aus denen eine unruhige fast gestörte Gemütsverfas­sung deutlich zu erkennen war, ein Beweis, daß in der Zeichnung sich das ganze Wesen des Kindes ausspricht und verrät.

Die Hörerinnen folgten mit großer Aufmerksam­keit und dankten den fesselnden Ausführungen mit lebhaftem Beifall.

Ein Satz aus einer Sonate von Mozart, in klangvollem Zusammenspiel von Frau N e 11 e l b e ck (Violine) und Fräulein H o o s (Klavier) gebracht erfreute die dankbaren Zuhörerinnen und beschloß stimmungsvoll den anregenden Abend. F. K.

Vortragsabend

der Franenschast Gießen-Süd.

lieber das ThemaDie rassenpolitische Lage des deutschen Volkes" sprach in der Frauenschaft Gie- ßen-Süd im großen Saal des Studentenheims Gau-

amtsleiter Professor Dr. Kranz. In Vertretung der Leiterin eröffnete Frau Herzog den Abend und begrüßte die zahlreich erschienenen Mitglieder. Nach einem Dorspruch und Gesang begann Profes­sor Dr. Kran§ seine Ausführungen. Er ging von den Zusammenhängen zwischen Rasse und Kultur aus und wies auf die dringende Notwendigkeit quantitativer und qualitativer Bevolkerungs- und Rassenpolitik hin. Er zeigte die Leistungen des Na­tionalsozialismus zur Lösung dieser Fragen. Die Hebung der Bevölkerungszahl durch Siedlung, Ar­beitsbeschaffung und Gewährung von Kinderbei­hilfe, die qualitative Verbesserung durch Verhütung erbkranken Nachwuchses und durch das Ehetaug­lichkeitsgesetz und die Eheberatung. Die Frauen folgten den fesselnden Ausführungen mit reger Auf­merksamkeit und dankten dem Redner durch lebhaf­ten Beifall. Gemeinsamer Gesang schloß den ein­drucksvollen Abend. F. K.

Lehrgänge im AeichSinütterdienst.

In Gießen veranstaltet der Reichsmütterdienst Lehrgänge in Säuglingspflege, Gesundheits- und häusliche Krankenpflege, Kochen und Haushalts- führung, Nähen und Ausbessern und einen Er­ziehungskursus. Anmeldungen an die Leiterinnen Der Ortsfrauenschosten ober auf der Geschäftsstelle der Kreisfrauenschaft, Frankfurter Straße 1.

Gießener Tvochenmorkkpreise.

* Gießen, 4. Mai. Auf dem heutigen Wochen markt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, H k^ 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, LandVutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 11, Klasse A 10^, Klasse B 10, Klasse C 9%, Klasse D 9, ungezeichnete 8, Enteneier 10 bis 11, Wirsing, % kg 15 bis 20, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 15 bis 18, gelbe Rüben 20 bis 25, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 12 bis 15, Unterkohlrabi 8 bis 10, Feldsalat, 50 g 10 bis 12, Vi kg 90 Pf. bis 1,10 Mark, Tomaten 50 bis 60 Pf., Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Rhabarber 15 bis 18, Kartoffeln, alte, kg 5 Pf., 5 kg 46 Pf., 50 kg 3,80 bis 3,95 Mark, neue, Vi kg 25 Pf., Aepfel 40 bis 60, Zwetfchenhonig 45, Salat, das Stück 15 bis 25, Salatgurken 60 bis 65, Oberkohl­rabi, neue, 15 bis 16, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Rettich, alte, 10 bis 15, neue, das Bündel 20 bis 30, Radieschen, das Bündel 10 bis 15 Pf.

*

♦♦ Oeffentliche Bücherhalle. Im April wurden 2114 Bände ausaeliehen. Davon kamen auf: Literaturgeschichte 1, Zeitschriften 14, Gedichte und Dramen 21, erzählende Literatur 1302, Jugend­schriften 339, Länder- und Völkerkunde 107, Kultur- geschichte 4, Geschichte und Biographien 203, Kunst­geschichte 3, Naturwissenschaft und Technologie 45, Heer- und Seewesen 27, Haus und Landwirtschaft 4, Gesundheitslehre 5, Religion und Philosophie 8, Staatswissenschaft 29, Sprachwissenschaft 2 Bände. Nach auswärts kamen 22 Bände.

** Der erweiterte Frühjahrsfahr- plan der Köln-Düsseldorfer beginnt mit Himmelfahrt. Er wird in der Zeit vom 6. bis 9. Mai durchBillige Maitage" eingeleitet, an denen alle einfachen Fahrscheine zur freien Rückfahrt be­rechtigen, sicherlich eine willkommene Gelegenheit, um sich am Einzug des Frühlings am Rhein zu erfreuen.

Große Strafkammer Gießen.

An Stelle einer an sich verwirkten Gefängnis­strafe von zwei Monaten verurteilte die Große Strafkammer den 32jährigen O. B. aus Schotten wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe von 2 0 0 R M.

Der Angeklagte befuhr in der Nacht vom 2. Au­gust 1936 die Landstraße in Richtung Hirzenhain. Auf der Ortsstraße in Merkenfritz standen, von einer Kirchweihe kommend, einige Personen und unter­hielten sich. Der Angeklagte fuhr mit erheblicher Geschwindigkeit. Er hätte, als er merkte, daß sich die Passanten etwas eigenartig verhielten, feine Geschwindigkeit erheblich vermindern müssen. Dies wäre ihm durch sofortiges starkes Abbremsen mög­lich gewesen. Er tat dies aber nicht, sondern nahm lediglich Gas weg und versuchte, nach der Seite hin mit seinem Wagen vorbeizukommen. So kam es, daß er von zwei sich plötzlich aus der Menschen­gruppe lösenden Personen den 32jährigen Conrad Reutzel anfuhr, der einen schweren Schädelbasis­bruch davontruq und, ohne das Bewußtsein wieder­erlangt zu haben, in der Klinik an den Folgen dieses Unfalls verstarb.

Nach dem Gutachten des Sachverständigen konnte der Angeklagte die fragliche Straße gut übersehen und beleuchten; er hätte vorsichtiger und erheblich langsamer fahren müssen. Da er nicht die nötige Sorgfalt hat walten lassen, die man von jedem Verkehrsteilnehmer verlangen muß, erkannte das Gericht auf die genannte Strafe. Außerdem wurde der Angeklagte mit den Kosten des Verfahrens belastet.

Wirtschast.

Stahlwerke Höchling-Buderus AG., Wetzlar.

Fwd. Die Stahlwerke Röchling-Buderus- A G., Wetzlar, stellt in ihrem Geschäftsbericht für 1936 u. a. fest, daß die seit 1933 ansteigende Entwicklung des Jnlandsgeschäfts sich auch im Jahre 1936 fortgesetzt hat und aus vielen Gebieten der Wirtschaft zu einer guten Beschäftigung der Ab­nehmer-Betriebe des Unternehmens führte. An den Arbeiten zur Rohstoffbefchaffung hat sich die Gesell­schaft im abgelaufenen Jahre mit Erfolg beteiligt. Auch der planmäßigen Weiterentwicklung des Aus­fuhrgeschäftes wurde besondere Aufmerksamkeit zu- gewandt. Auf Grund ihrer gut ausgebauten Aus- lands-Verkaufsorganisation gelang es der Gesell­schaft auch im vergangenen Jahre, trotz des gestie­genen Jnlandumsatzes den prozentualen Anteil der Ausfuhr auf gleicher Höhe zu halten.

Die Betriebsüberschüsse werden mit 11,46 Mill. Reichsmark ausgewiesen. Dazu treten noch 0,07 Millionen RM. außerordentliche Erträge und das Geschäftsjahr nicht betreffende Erträge von 0,33 Millionen RM. Anderseits erforderten Löhne 5,07, soziale Aufwendungen 0,55, Zinsen 0,21, Besitzsteu­ern 2,23, andere Steuern 0,47 und alle übrigen Auf­wendungen 1,44 Mill. RM. Abschreibungen auf An­lagen wurden mit 1,33 Mill. RM. vorgenommen. Andere Abschreibungen und die Erhöhung der Del- credere-Rücklage erforderten 0,27 Mill. RM. Danach ergibt sich einschließlich 148 036 (126 222) RM. Ge- winnvortrag ein Reingewinn von 452 594 RM., aus dem 4 (0) v. H. Dividende ausgeschüttet und 332 594 RM. vorgetragen werden sollen.

Bhein-Maiwsche Börse.

INittagsbörse fest.

Frankfurt a. M., 3. Mai. Obgleich der Auf­tragseingang aus dem Publikum klein war und das Geschäft an allen Märkten nur langsam in Gang kam, blieb doch die feste Haltung, die sich am Ende der Vorwoche wieder angebahnt hatte, bestehen. Die letzten Dividendenerklärungen wirkten weiter­hin anregend, anderseits übten die Ermäßigungen im Salzdetfurth-Konzern kaum noch einen Einfluß aus.

Am Aktienmarkt überwogen Befestigungen von 0,50 bis 1,25 v. H. Von Montanwerten blie­ben Mannesmann mit 126,65 bis 127 (126,13) mehr beachtet, Harpener zogen 1,50 v. H. an auf 164, im übrigen lagen die Kurse etwa 0,50 v. H. hoher,

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