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Ein Vorschlag Isothermeres.

patt mit Deutschland und Rückgabe der deutschen Kolonien in Afrika.

London, 4. Mai. (DNB. Funkspruch.) Discount Rotherme re fordert in derDaily Mail" einen englisch-deutschen Pakt unter Rück­gabe von Kolonien an Deutschland. Adolf Hitler habe ihm verschiedentlich seine Bereit­schaft erklärt, England auf halbem Wege entgegen­zukommen. Ein einflußreicher Teil der politischen Meinung Englands begünstige engere deutsch-eng­lische Beziehungen. Die Schwierigkeiten seien auch nicht grundsätzlich. Die hervorragendste sei die der früheren deutschen Kolonien, die jetzt Mandate Englands oder der Dominions seien. Deutsch-Südwestafrika würde man zwar aus jeder Uebereinkunft ausschließen müssen, denn es sei praktisch bereits mit der Süd­afrikanischen Union verbunden (!), und England könne nicht darüber verfügen. Aber Eng­land, Frankreich und Belgien hätten alle an der Verteilung früherer deutscher Kolonien in Mandats- sorm teilgenommen und Stücke des früheren Deutsch-Ostafrika seien an Portugal gegangen. Diese Länder seien sämtlich reich an Kolonien. Es würde sie w e n i g k o st e n, sich in einer neuen und zufriedenstellenden Zuteilung afrika­nischen Besitzes an Deutschland zu ver­einigen, das nicht notwendigerweise mit den frühe­ren Grenzen deutscher Kolonien übereinzustimmen |

brauche. Es wäre Torheit den Frieden Europas weiter dadurch in Gefahr zu bringen, daß man hartnäckig ein Opfer ablehne, das im Vergleich mit den Wohltaten, die es bringen würde, doch so un­bedeutend sei.

Die Behauptung, daß die Wiederherstellung deut- scher Herrschaft in Ostafrika eine wichtige Ader britischer Em pire-Verbindung zerreißen würde, sei ein leeres Argument. Das sei tatsächlich schon geschehen, und zwar freiwillig, durch die An­erkennung Aegyptens als unabhängiger Staat. Derartige koloniale Zugeständnisse an Deutschland, wie er sie Vorschläge, würden nichts weiter sein, als eine Versicherungsprämie gegen das Risiko eines neuen großen Krie- g e s. Wenn man eigensinnig an den deutschen Kolo- nien festhalte, die niemals britische Kolonien gewor­den seien, und nur einen verhältnismäßig geringen Wert für England hätten, die aber die Deutschen für sehr wertvoll hielten, dann halte England in Deutschland ein Gefühl des Unrechtes am Leben, das sich eines Tages sicher in aktive Feindschaft verwandeln würde. Für die Beseitiavng eines solchen Risikos sei aber die Rück­gabe einiger weniger 100 000 Quadratmeilen afrika- nischen Gebietes nur ein geringer Preis.

Oer wahre Charakter Güdwestafrikas.

Segen merkwürdige Auffassungen General Hertzogs von den Mandats­pflichten der llnionsregierung.

London, 3. Mai. (DNB.) General H e r tz o g, der Premierminister der Südafrikanischen Union, der sich aus dem Wege nach England -ur Teil­nahme an der Krönungsfeierlichkeit befindet, gab einem Reutervertreter in Madeira eine Erklärung über die Haltung der Union gegenüber dem Deutschtum in Südwest ab. Hertzog gab dabei seiner Hoffnung Ausdruck, daß Deutschland mitarbeiten werde, um das Problem von Südwest­afrika zu lösen, und daß mit Hilfe dieser Mitarbeit das Mandat von Südwest schließlich erlöschen und Südwe st afrika ein Teil der Union werde. In Südafrika betrachte man Südwest als einen natürlichen Teil der Union. Was die Zukunft aber auch bringen möge, so beabsichtige die Unions- regierung gegenwärtig noch nicht, das Mandat zu löschen. Sie werde vielmehr ihre Ver­waltungsaufgabe bis zum letzten durchführen. Don der Haltung dem Deutschtum gegenüber behauptete Hertzog, daß die Union diesem immer eine freund­schaftliche Sympathie entgegengebracht habe, wie das z. B. in der wichtigen Sprachenfrage zu­tage getreten sei. Die deutsche Sprache sei gleich- berechtigt neben der englischen undafrikani­schen" und würde auch weiter dieses Recht genießen.

Die Erklärung des Premierministers der Süd­afrikanischen Union löst in Deutschland kaum mehr Ueberraschung aus. Den Wunsch nach einer Mit- arbeit Deutschlands zur Lösung des Problems von Suüwestafrika hat schon die llnionsregierung zum Ausdruck gebracht. Trotz bester Aussichten auf eine Einigung zwischen der Administration und der Fäh- rung des Deutschen Bundes, hat sich der Admi- Nlstrator von Südwest, Conradie, berufen gefühlt, bereits 48 Stunden später den Deutschen Bund a l s politischen Verband zu erklären, um damit den Austritt aller nicht naturalisier­ten Reichsan gehörigen aus dem Bund zu erzwingen, indem sich in Zukunft nur noch solche Deutsche zusammenschließen können, die durch Ein­bürgerung zugleich britische Untertanen geworden sind. Eine Maßnahme, die nicht nur nicht geeignet ist, das freundschaftliche Zusammenleben der verschiedenen Teile der weißen Bevölkerung zu fördern, sondern einen traurigen Beweis darstellt, wie restlos die Aufgaben verkannt werden, vor die sich das Deutschtum im Mandatgebiet gestellt sieht. Es muß General Hertzog überlassen bleiben, wie er jene Mißbräuche des Mandatgedankens mit der freundschaftlichen Sympathie vereinbaren will, die er soeben erneut dem Deutschtum in Südwest ver-

Katholische Geistliche und Ordensangehörige wegen Gittlichkeitsverbrechen vor dem Richter.

Lhaos in Sowsettatalom'en.

Drastische Schilderungen eines englischen Korrespondenten.

London, 4. Mai. (DNB. Funkspruch.) Nach Darstellung eines Sonderberichterstatters desDaily Telegraph^ herrscht in dem bolschewistischen Kata­lonien jetzt ein völliges Chaos. Die inneren Kämpfe der miteinander rivalisierenden bolschewistischen Gruppen haben ein solches Ausmaß angenommen, daß ein Oberbolschewist zu den Valencia- Bolschewisten geschickt worden ist, um dort um Truppenverstärkung zu bitten, mit deren Hilfe die Anarchisten zu Boden geschla- gen werden sollen. Als Beispiel für die Un­sicherheit im bolschewistischen Katalonien führt der englische Gewährsmann das Schicksal eines marxi­stischen Gewerkschaftssekretärs an, dessen Kraft­wagen von Anarchisten angehalten worden sei, die den Sekretär nach dem Ausweis fragten. Als dieser darauf seinen Gewerkschaftsausweis vorgezeigt habe, fei er sofort erschossen worden. Aus Rache für diesen Mord hätten die Gewerk­schaftler einen Anarchisten erschossen. Das wiederum scheine der Auftakt zu einer allge­meinen Revolte der Anarchisten gegen die bol­schewistischen Machthaber in Barcelona gewesen zu sein.

Die finanzielle Lage Kataloniens, so heißt es in dem Bericht weiter, sei trostlos. Jede Stadt gebe ihr eigenes Geld aus. Das von den Macht­habern in Barcelona geprägte neue Geld habe niemand annehmen wollen, so daß die Bolschewisten sich entschlossen hätten, die Prägung wieder einzustellen, und das alte Geld weiter in Umlauf zu lassen. Zum Schluß schildert der Bericht­erstatter desDaily Telegraph", daß die Bolsche­wisten das ganze Land mit Sowjets überzogen hätten, mit deren Hilfe sie einen ungeheuren Terror ausübten.

Straßenkämpfe zwischen den Bolschewisten in Bilbao.

Paris, 4. Mai. (DNB. Funkspruch.) lieber die derzeitigen Zustände in Bilbao schreibt der Sonder­berichterstatter desJour", daß es zwischen den kommunistischen und separatistischen Milizen zu heftigen Straßenkämpfen gekommen sei. Der Bol­schewistenhäuptling Aguirre, der sich in der Oeffent- lichkeit nicht mehr zeigen könne, habe Hilferufe nach Madrid und Barcelona gesandt. Fast 3 0 0 Flüchtlinge hätten Bilbao überflutet, so daß in der Nahrungsmittel-Versorgung und in der Beherbergung noch größere Schwierigkeiten eingetreten seien.

DerReichsaußeummisterinRom.

Rom, 3. Mai. (DNB.) Reichsaußenminister Freiherr von Neurath ist am Montagvor- mittag in der italienischen Hauptstadt eingetroffen. Zu seinem Empfang waren Außenminister Graf Ciano und Propagandaminister Alfieri, Par- teisekrtetär Starace, der Gouverneur und der Präfekt von Rom sowie Botschafter von Hassell und Landes­gruppenleiter Ettel erschienen. Der Reichsaußen­minister hat am Montagnachmittag in Begleitung von Botschafter von Hassell und des Wehrmachts­attaches im Pantheon an den Grübern der beiden ersten Könige von Italien, Viktor Emanuel II. und Hubertus I., mit Hakenkreuzschleifen geschmückte Lorbeerkränze niedergelegt. Alsdann begab er sich zu dem Siegesdenkmal Vittoriano und anschließend aufs Capitol, um am Grabe des Unbekann- tenSoldaten und am Ehrenmal der. für die faschistische Revolution Gefallenen ebenfalls Kränze, geschmückt mit Hakenkreuzschleifen, niederzulegen. Die erste Unterredung zwischen Freiherrn von Neu­rath und Mussolini dauerte IV* Stunden. Das Gespräch, dem auch der italienische Außenminister beiwohnte, nahm einen sehr herzlichen Verlauf.

Zur Reise Neuraths erklärteGiornale d'Jtalia", der deutsche Außenminister werde selbstverständlich mit Graf- Ciano die in Berlin begonnene Unter­redung sortsetzen. Trotz der gegenteiligen Redens­arten seien sich England und Frankreich der Ohn­macht des Völkerbundes bewußt und bemühten sich, einen neuen We st Pakt zustande zu bringen. Aber Belgien habe sich bereits durch seine Neu­tralitätspolitik von jedem Sy st em der Kol- lektivlei st ungen losgesagt. Dadurch habe es das Westpaktproblem vereinfacht und zu­gleich in seine wahren Grenzen, d. h. auf die Be­ziehungen zwischen Deutschland und Frankreich am Rhein, zurückgeführt. Auch in der spanischen Frage stelltGiornale d'Jtalia" grundsätzliche Uebereinstimmung der deutschen und italienischen Auffassung fest. Weder Deutschland noch Italien suchten in Spanien territoriale oder politische Ge­winne, aber sie wollten, daß Spanien vor einer durch das Ausland aufgezwungenen kom­munistischen Revolution bewahrt bleibe, die das Ende der spanischen Kultur und eine 'Gefahr für die gesamte europäische Kultur dar­stellen würden. Durch das Versagen der internatio­nalen Kontrolle und weitere einseitige Begünsti­gung durch fremde Hilfe arte der spanische Bürger­krieg, mehr und mehr aus.

Die Politik der Regierungen von Rom und Ber­lin richte sich nach dem Grundsatz, daß i m D o - naudecken nichts ohne Deutschland und Italien getan, versucht oder geduldet werden könne, geschweige denn gegen Italien und Deutschland. Der Versuch, O e st e r r e i ch in ein neues gegen Deutschland und vielleicht auch gegen Italien gerichtetes politisches System einzubeziehen, könne als gescheitert gelten. Zweifellos werde eine U1 cn ,e f c Befriedung in Oesterreich auch zur Befriedung zwischen Deutschland und Oesterreich beitragen. Die Achse RomBerlin fei ein Treff­punkt für eine aktive Zusammenarbeit auf dem Bo­den der gleichartigen Interessen der beiden großen Nationen. Sie wollten aber zugleich auch Änzie- hungskraft und Bindeglied für jene europäische Länder werden, die imstande sind, den neuen G e i st zu verstehen und verantwortungsbewußt an der Verteidigung der höchsten gemeinsamen Kultur­güter Europas mitzuwirken.

Traurige Finanzlage der Stadt Paris.

Die Vierzig-Stundenwoche bedingt Steuer- und Tariferhöhungen.

Paris, 4. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die Pari­ser Stadträte und der Generalrat des Seine-De­partements befaßten sich mit dringenden Fragen, wie Einführung der Vierzig-Stundenwoche, Haus­haltsplan von Groß-Paris, Erhöhung der Ver­kehrstarife für Untergrundbahn und Autobus ufw.

Bamberg, 29. April. (DNB.) Die Große Strafkammer verurteilte den 58jährigen katholischen Geistlichen Albert Henny, der seit 1926 als Cu- ratus in Burgpreppach tätig gewesen ist, wegen dreier fortgesetzter Verbrechen der Unzucht mit Pflegebefohlenen in Tateinheit mit drei fortgesetzten Verbrechen der Unzucht Mit Kin­dern sowie wegen eines Verbrechens gegen das Ge­setz über die Devisenbewirtschaftung zu Gefängnis von zwei Jahren, ferner zu tausend Reichsmark Geldstrafe.

Der Angeklagte hat 1935 drei minderjährige Mäd­chen, die seiner Pflegepflicht unterstanden, nach der Abnahme der Beichte in der Sakristei der Kirche in Burgpreppach in widerlicher Weise unzüchtig berührt. Als seine Tat ruchbar wurde, hatte er zu­nächst eine der Geschädigten, eine Doppelwaise, die sich in einem Schwesternheim zur Erziehung befand, zu veranlassen versucht, keine Aussagen über die Tat zu machen. Als seine Bemühungen erfolglos waren, floh er April 1936 nach der Tschechoslowa­kei und von dort aus nach Rumänien. Er kehrte darauf nach Prag zurück, um nach der Schweiz oder nach Italien zu entkommen, wurde jedoch in Salzburg festgenommen und nach Deutschland aus- geliefert.

Der Angeklagte versuchte sein Verhalten mit der Behauptung zu rechtfertigen, daß er wegen ver­schiedener Unfälle und erheblicher körperlicher In­disposition nicht im Vollbesitz seiner geistigen Zu­rechnungsfähigkeit gewesen sei. Weinend erzählte er, daß bei seinen Straftaten der böse Gei st über ihn trurnphiert haben müsse". Der sachver­ständige Landtzerichtsarzt erkannte ihm auf Grund einer fortschreitenden Arteriosklerose, seines gestei­gerten erotischen Gefühls und der Unfälle ver­minderte Zurechnungsfähigkeit nach § 51, 2 zu. Der Staatsanwalt erklärte, bei dem Zustand, den der Geistliche heute biete, müsse man ich wundern, daß er nicht schon längst aus einem Beruf herausgenommen worden ei.

Koblenz, 3. Mai. (DNB.) Dor dem Koblenzer Schwurgericht stand der Ordensbruder G u n d r a m aus der Klosterniederlassung Waldbreitbach der Franziskaner-Genossenschaft wegen vorsätz­licher Körperverletzung mit Todes­erfolg. Gundram hatte im März v. I. einen kranken und völlig hilflosen 1 8 jähri - gen Fürsorgezögling in Waldbreitbach in der rohesten und unmenschlichsten Weise mißhan­delt und dadurch den Tod dieses Bedauernswerten verursacht. Der Angeklagte will lediglich dem Zög­ling Albert Stoll, einem vollkommen hilflosen Krüppel, einige sehr kräftige Ohrfeigen (!) gegeben haben. Er muß allerdings zugeben, daß Stoll schon danach zu röcheln begann. Die anderen schwe­ren Verletzungen, die bei der Obduktion der Leiche des Zöglings festgestellt wurden, versucht der An­geklagte damit zu erklären, daß er, als er Stoll zur Badewanne trug, ausgerutscht und der Zögling dabei mit großer Gewalt in die Badewanne gefallen sei. Er habe dann den heftig röchelnden Stoll zu Bett gebracht. Dann sei er selbst zur Ruhe ge­gangen und habe am folgenden Morgen gehört, daß Stoll tot war: eine Erklärung, die ein Maß

von Gleichgültigkeit bewies, das für einen Kranken­pfleger immerhin erstaunlich ist.

In der Beweisaufnahme wurde festgestellt, daß der angeklagte Bruder Gundram ein charakterlich völlig minderwertiger Mensch ist, der etwa 20 ju­gendliche Schwerkranke zu versorgen hatte. Ein Franziskanerbruder, der die Nachtwache hatte, er­klärte als Zeuge, daß er während der Nacht einen der Kranken jämmerlich wimmern gehört habe. Er habe festgestellt, daß der Kranke aus dem Munde blutete. In diesem Augenblick sei aber ein anderer Kranker sehr unruhig geworden, zu dem er hin- gegangen sei. Als er nach wenigen Minuten wieder zu Stoll zurückgekehrt sei, habe er gesehen, daß dieser bereits tot mar. Die medizinischen Sach­verständigen haben bei der Leichenöffnung des zu Tode gequälten Zöglings festgestellt, daß schwere innere Verletzungen die Todesursache ge­wesen sind. Diese Verletzungen könnten nur durch außerordentlich heftige und andauernde Schläge hervorgerufen worden sein. Die Aussagen des An­geklagten werden durch den anatomischen Befund ein­deutig widerlegt, da der Zögling einzig und allein an den Folgen einer sehr rohen und brutalen Be­handlung gestorben ist.

Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen vorsätzlicher Körperverletzung mit Todeserfolg zu einer Zuchthaus st rase von vier Jahren und fünf Jahren Ehrverlust. Das Gericht betonte, daß es wenige Fälle gebe, in denen eine derartige Scheußlichkeit abzuurteilen fei. Ein armer kranker Jvnge von 18 Jahren fei durch die Mißhandlung des Angeklagten gestorben, die eindeutig als Todes­ursache festgestellt wurde. Diese Tat sei einer Ge- fühlslosigkeit entsprungen, die kaum noch verstan­den werden könne.

Bonn, 3. Mai. (DNB.) Dor der Großen Straf­kammer hatten sich acht Klosterbrüder der Alexianer Niederlassung in Neuß-Endenich wegen Verbre­chens gegen § 175 des Strafgesetzbuches zu ver­antworten. Bruder Ivo gesteht eineLiebesnacht" mit dem Bruder ßiberius, in der Nacht nach der Feier des Festes Maria Empfängnis in der St. Josef-Heilanstalt zu Berlin-Weißensee. Bruder Li- berius muß sich auch eines gleichen Verbrechens mit dem Bruder Germanus schuldig bekennen, der eine leitende Stelle in der Neußer Niederlassung hatte. Bruder Wenzeslaus will ein Opfer jenes Amatus fein, der im ersten Alexianer-Prozeß schon als einer der schlimmsten Sittlichkeitsverbrecher entlarvt wurde. Aehnlich scheußliche Dinge gibt Bruder Dorotheus an. Der ehemalige Bruder Johannes, der bereits vor einiger Zeit aus dem Kloster aus- geschieden ist, wird aus der Strafhast vorgeführt, da er in Hagen wegen Unzucht mit Männern, die er nach seinem Klosterleben beging, bestraft wurde. Er wird fick wegen ähnlicher Verbrechen im Alexia- ner-Mutteryaus in Köln-Lindenthal noch zu ver­antworten haben. Er erklärt, daß er vor dem Ein­tritt ins Kloster von solchen Dingen nichts gewußt habe (!). Erst im Kloster sei er mit ihnen ver­traut geworden. Das Gericht entschied, daß mehrere Fälle verjährt seien, andere wieder unter die Am­nestie fielen. Es ergaben sich daher für zwei An­geklagte Freisprüche, zwei erhielten je zehn Monate Gefängnis, Wenzeslaus ein Jahr, drei weitere sie­ben Monate, 18 Monate und 16 Monate Ge­fängnis.

Zur Flucht insAuslaud verholfen.

Koblenz, 3. Mai. (DNB.) Dor der Großen Strafkammer in Koblenz standen der Sekretär der rheinischen Franziskanerprovinz Carl Herge (Pa­ter Gregor), der Geschäftsführer Hellmut Jordan und der Lektor der katholischen Theologie Friedrich R i ck i n g (Pater Ephraim), die des Sittlichkeits­verbrechens beschuldigte Franziskanerpriester be­günstigt und ihnen zur Flucht ins Ausland verholfen haben, um sie der Strafverfolgung zu entziehen. Jordan erhielt von Pater Gregor den Auftrag, mit einem Auto in die Heil- und Pflege­anstalt Saffig zu fahren. Von dort sollte er den Pater Gracian, der ein ziemlich bewegtes und verbrecherisches Leben hinter sich hatte, im Auto über d i e Grenze nach Holland bringen. Jordan führte den Auftrag aus.

Der Vorsitzende stellt fest, daß Pater Gracian in Werl und anderen Orten minderjährige Kinder, die sich auf einer Wallfahrt befanden, an sich ge­lockt und in der gemeinsten Art verführt hat. Als fein Treiben zu auffällig wurde, wollten feine Oberen alles vertuschen, indem sie ihn in ein Kirchenhaus steckten, aus dem er in einem Jahr bezeichnenderweise wieder in das Kloster zurück­kehrte. Als er auch dann feine Schweinereien weiter fortfetzte, ordnete der Provinzial feine Unterbrin­gung in die Heil- und Pflegeanstalt in Saffig an. Der leitende Arzt dieser Anstalt erklärte als Zeuge, daß Pater Gracian eines Tages die Anstalt ver­lassen habe. Kurz darauf sei telephonisch von Ander­nach angerufen worden, daß sich dort ein Pater in der Kutte in ärgerniserregender Weise herumtreibe. Die Anstaltsleitung habe den Pater sofort zurückholen lassen und ihm jeden weite­ren Ausgang untersagt, bis er dann plötzlich mit einem fremden Herrn im Auto weggefahren und nicht mehr wiedergekehrt sei.

Zu derselben Zeit, als der Angeklagte Jordan den Pater Gracian über die Grenze gebracht hatte, hat er auch dem Franziskanerpater Odilo zur Flucht ins Ausland verhalfen, der wegen Sittlich­keitsoerbrechen mit Gefängnis bestraft worden war. Diese Strafe galt durch die Unter­suchungshaft als verbüßt. Der Staatsanwalt hatte jedoch Revision eingelegt. Pater Odilo war von seinem Orden provisorisch in der Heil- und Pflege­anstalt Enzen untergebracht. Jordan fuhr mit einem Auto nach Enzen, besorgte dem Pater Odilo ein Visum nach Holland und fuhr dann mit ihm nach Aachen, von wo aus der Pater d i e Grenze Überschritt.

Der Staatsanwalt betonte in seinem Plädoyer, daß den Ordensangehörigen jedes Mittel recht fei, wenn es darauf ankomme, die Schuldigen zu schützen. Man habe Methoden angewandt, die sehr stark an ein Ganoventum erinnerten. Frauen so­genannterbesserer Kreise" hätten sich yicht ge­scheut, dem schuldigen Priester bei der Flucht Hilfe zu leisten und in einem nachfolgenden Verfahren einen Meineid zu schwören. Das Gericht verurteilte wegen erwiesener Begünstigung von Ordensbrüdern zur Flucht ins Ausland, Pater Gregor zu einem Aahr Gefängnis, Hellmut Jordan zu sechs Monaten Gefängnis und Pater Ephraim zu drei Monaten Gefängnis.

Wie derPetit Parifien" feststellt, beträgt der Pa­riser Haushaltsunterschuß 1,2 Milliarden Franken. Ein Einführung der Vierzig-Stundenwoche würde nun für das Jähr 1937 eine weitere Z u- nahme der Ausgaben um rund 125 Millio­nen und für das Jahr 1938 um rund 175 Millionen Franken zur Folge haben. Aus diesen Gründen soll zunächst für die Einwohner von Paris eine Steuererhöhung vorgesehen fein, außerdem kommt eine Erhöhung d e r Verkehrtarife um rund 30 bis 50 v. H. in Frage.

Kleine politische Nachrichten.

Der Führer und Reichskanzler bittet alle, die im Reich und außerhalb der Grenzen Deutschlands aus Anlaß des Nationalen Feiertages des deutschen Volkes ihn mit Glückwünschen und sonstigen Bekundungen ihrer Treue und Anhänglichkeit erfreut haben, feinen herzlichen Dank auf diesem Wege ent­gegenzunehmen.

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Zum nationalen Feiertag des deutschen Volkes haben dem Führer und Reichskanzler nachstehende Staatsoberhäupter telegra­phische Glückwünsche übermittelt: der österreichische Bundespräsident, der Kaiser von Japan, die Könige von Bulgarien und Griechenland, der Reichsverwe- ser des Königreichs Ungarn, der polnische und der türkische Staatspräsident, der Prinzregent von Ju­goslawien, der Chef des spanischen Staates General Franco, der König, und der Regentschaftsrat von Aegypten, die Könige von Afghanistan, Albanien und Irak, der Schah von Iran, ebenso die Präsi­denten von Argentinien, Cuba, Dominika, El Sal­vador, Guatemala und Mexiko. Der Reichskanzler hat die Glückwünsche mit Danktelegramm beant­wortet.

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Der Führer und Reichskanzler hat dem österreichischen Bundespräsidenten zum österreichischen Staatsfeiertag am 1. Mai auf telegraphischem Wege Glückwünsche übersandt.

Der Führer und Reichskanzler hat dem Chef der spanischen Nationalregierung, General Franco, anläßlich des spanischen Nationaltages herzliche Glückwünsche übermittelt.

Der Führer und Reichskanzler hat dem Präsident en der Republik Polen auf­richtige Glückwünsche anläßlich des polnischen Kon­stitutionsfestes übermittelt.

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..Der Führer und Reichskanzler empfing Die auf ihrem Deutschlandbesuch zur Zeit in Ber- lin weilende Delegation italienischer ieI<!er' bie von dem Präsidenten des Faschistischen Verbandes der Industriellen Italiens Stoatsminister Graf Volpi di Misurata dem Führer vorgestellt wurde. An dem Empfang nahmen teil der Leiter der Reichsgruppe Industrie Gottfried D i e r i g, dessen Stellvertreter Staats­sekretär a. D. Trendelenburg, sowie Reichs­organisationsleiter Dr. L e y.