sicherte. Sein Freundschaftangebot erscheint um so fragwürdiger, als er im selben Atemzuge die Mitarbeit Deutschlands zur Förderung seiner eigensüchtigen Ziele dienenden politischen Kampfmatznahme interpretiert: der Eingliederung der alten deutschen Kolonie Südwestafrika in d i e Union. Wir erinnern General Hertzvg an die Erklärung des Führers und Reichskanzlers oom 30. Januar 1937, daß d e r A n s p r u ch Deutschlands a u f seine sämtlichenehemaligen Kolonien besteht. Damit ist die Angelegenheit für uns geklärt. Die Ausnahmeverordnung gegen das Deutschtum in Südwest stellt in diesem Lichte eine Maßnahme dar, die einem Schritt auf dem Wege zu einer kalten Annexion gefährlich ähnlich sieht.
Was die wichtige Sprachenfrage betrifft, so haben die Versuche, ein freundschaftliches Zusammenleben zwischen dem deutschen und dem südafrikanischen Beoölkerungsteil in Südwest zu sichern, zu dem K a p st ä d t e r Abkommen von 1932 geführt, dessen Voraussetzung die Gleichberechtigung für die deutsche Sprache bildete. Dieses Versprechen ist von Südafrika nicht eingehal- t e n worden, obwohl der Vertreter der Unionsregierung vor der Mandatskommission des Völkerbundes in Genf feierlich versichert hatte, daß die Unionsregierung die Anerkennung der deutschen Sprache als dritte Amtssprache in wohlwollende Erwägung ziehen werde. General Hertzvg hat später immer die Ausrede herangezogen, daß die Unionsregierung keinen Beschluß fassen könne, ehe nicht der Landesrat als Vertretung der Bevölkerung von Südwestafrika sich darüber schlüssig geworden sei. Dies war aber nicht möglich, da infolge der diskriminierenden Gesetzgebung seitens der Mandatsregierung und der Verwaltung von Südwestafrika den Südafrikanern im Landesrat eine klare Majorität gesichert wurde. Der Landesrat besteht z. T. aus Mitgliedern, die vom Administrator von Südwestafrika berufen werden. Das Wahlrecht zum Landesrat erwerben außerdem Engländer und Südwestafrikaner schon nach einjährigem Aufenthalt im Lande, deutscheReichs- angehörige nur, wenn sie nach fünfjährigem Aufenthalt sich naturalisieren lassen. Die Anerkennung der deutschen Sprache als gleichberechtigt mit der englischen und südafrikanischen stellt heute noch eine der vielen unerfüllten
Forderungen der deutschen Bevölkerung von Südwestafrika dar, die nahezu die Hälfte der gesamten Bevölkerung ausmacht. Wenn General Hertzvg sich die Mühe machen wollte, persönlich in Südwestafrika nach dem Rechten zu sehen, so würde er zweifellos feststellen können, daß die nicht- gleichberechtigte deutsche Sprache im Verkehr dort vorherrscht.
Gegen die deutschenprivatschulen
Finanzielle Aushöhlung
der kulturellen Selbstverwaltung.
Pretoria, 3. Mai. (DRB.) Die Srflärungen des Premierministers Hertzvg, daß die Südafrikanische Union dem Deutschtum im Mandats- gebiet Südwestafrika „immer eine freundschaftliche Sympathie entgegengebracht habe", erfahren durch eine neue Gewaltmaßnahme des Administrators Dr. Conradie eine eigenartige Beleuchtung: Der neue Etat für Süd- westafrika hat den Zuschuß für die deutschen Privatschulen gestrichen. Dabei war der Zuschuß für 1936/37 schon gegenüber den Vorjahren verringert worden. Die fadenscheinige Begründung Conradies mit Sparsamkeit fafin nicht maßgebend gewesen fein. Die Zahl der deutschen Schüler beträgt durchschnittlich 245. Für einen Schüler der Regierungsschulen werden etwa 15 Pfwid ausgegeben. Wenn nun die deutschen Privatschulen von der Regierung übernommen werden müssen, ist ein Zuschuß von 6375 Pfund statt der bisherigen 2 0 0 0 Pfund aufzu- brinaen. Gleichzeitig mit der Ablehnung des Zuschusses hat Conradie die Uebernahme der deutschen Privvtschulen und ihre Weiterführung als Regitzrungsschulen angeboten. Dieses durchsichtige Manöver kennzeichnet der „Deutsch-Afrikaner , indem er schreibt: Richt Sparsamkeit, sondern die Hoffnung, den letzten Re st kultureller Selb st Verwaltung durch finanziellen Druck unseren Händen entwinde n zu können, ist die Triebfeder dieses Angebots. Wir sollen aus unseren Schulen h i n a u s g e w o r - f e n werden, erhalten aber als Gegenleistung die gütige Erlaubnis, weiterhin unsere Gebäude zur Verfügung stellen zu können."
Leistungskampf deutscher Betriebe.
Vier Leistungsabzeichen der Deutschen Arbeitsfront.
B e r ' i n , 4. Mai. (DRB.) Reichsoraanisations- leiter Dr. Ley hat, wie der „Völkische Beobachter" berichtet, eine Anordnung erlassen, in der es u. a. heißt: Der Nationalsozialismus hat in den Mittelpunkt des Wirtschaftsdenkens den Arbeitsbe- griff gestellt. Vorbildlich ist heute deshalb nicht mehr der Betrieb, der lediglich den größten Gewinn zu verzeichnen hat, sondern jener, der aus der Basis gesunder wirtschaftlicher Verhältnisse eine Menschenbetreuung durchführt, die dem Volke das wertvoll st e e r - hält, was ihm gegeben ist: die Arbeitskraft. In ihr liegen Größe und Macht eines Volkes begründet. Sie zu erhalten und zu steigern, ist erste Pflicht der nationalsozialistischen Bewegung, vornehmste Aufgabe aber auch der Betriebe, deren Existenz und Leistungsfähigkeit bestimmt wird von der Größe der Arbeitskraft und dem Grade der Arbeitsfähigkeiten.
Jene Betriebe, die diese Grundsätze durch vorbildliche Berufserziehung, Gesundheitsführung, Heimstätten und Wohnungen, „Kraft durch Freude" praktische Gestalt annehmen lassen, sind Pioniere der nationalsozialistischen Zielsetzung im Arbeitsleben.
In Anerkennung der völkischen Verdienste für diese Leistungen stifte ich am Nationalfeiertage des deutschen Volkes Leistungsabzeichen für
1. vorbildliche Berufserziehung (bereits seit
1. Mai 1936);
2. vorbildliche Sorge um die Vvlksgesund- h e i t;
3. vorbildliche Heimstätten und Wohnungen;
4. vorbildliche Förderung von ,Kraft durch Freude".
Selbstverständlich ist, daß diese Leistungsabzeichen nur verliehen werden, wenn die Betriebsgemeinschaft vorbildlich ist. Die Erkenntnis von der unlösbaren Verbundenheit aller im Betriebe Schaffenden ist das Kernstück nationalsozialistischer Arbeitspolitik und damit einer nationalsozialistischen Sozial- und Wirtschaftspolitik. Nach dem Willen des Füyrers werden daher Betriebe, die zur Betriebsund Leistungsgemeinschaft, d. h. zu einer Zelle der Volksgemeinschaft zusammengewachsen sind, in der Betriebsführer und Gefolgschaft als Soldaten der Arbeit, als Arbeitsbeauftragte des deutschen Volkes in einer Front stehen und Gesamtleistungen vollbringen, die imstande sind, dem deutschen Volke bei seinem Kampf um Leben und Raum zu helfen, durch die Auszeichnung als „nationalsozialistischer Musterbetrieb" geehrt. Die Bewerbung um den Vorschlag zum nationalsozialistischen Musterbetrieb wird durchgeführt als „L e i st u n g s k a m pf d e r d e u t - s ch e n Betriebe".
Die Teilnahme an diesem Betriebswettkampf ist für die NSDAP, und die Deutsche Arbeitsfront ein Gradmesser dafür, wieweit sich jeder deutsche Betrieb aus innerer Verpflichtung gegenüber Führer und Volk in die vorderste Front des Nationalsozialismus stellt und die Ziele des Führers an seinem Platz und unter Ausnutzung seiner Möglichkeiten zu seinen eigenen Zielemmacht.
Die Bewerbung eines Betriebes um die Auszeichnung wird durch einen Antrag des Betriebsführers beim Gauobmann der Deutschen Arbeitsfront eingeleitet. Dem Antrag ist eine eingehende Begründung beizufügen, die darlegt, inwieweit in dem Betrieb der Gedanke der nationalsozialistischen Betriebsgemeinschaft verwirklicht ist und auf Grund welcher Leistungen und Tatsachen (Leistungsabzeichen) der Betrieb würdig erscheint der Auszeichnung als „nationalsozialistischer Musterbetrieb". Nichtarische Betriebe sind ausgeschlossen. Auf Grund der Meldungen erfolgt die Ueb er Prüfung des Betriebes durch den Gauobmann der DAF. Auf Grund der Gesamtüberprüfung schlägt der Gauobmann die ihm geeignet erscheinenden Betriebe dem Gauleiter der NSDAP, zur Auszeichnung vor. Der Gauleiter verleiht dem Betriebe das „G a u d i p l o m für hervorragende fieiftunge n". Die Auszeichnung erfolgt vor der Gauarbeitskammer am 1. Mai. Der Reichsorganisationsleiter schlägt aus der Reihe dieser ausgezeichneten Betriebe dem Führer Betriebe zur Auszeichnung als „nationalsozialistischer M u st e r b e t r i e b" vor. Die Auszeichnung durch den Führer erfolgt am Nationalfeiertag des deutschen Volkes vor der Reichsarbeitskammer.
praktische Volksverbundenheit.
Beamte des Reichspropagandaministeriums gehen in die Betriebe.
Berlin, 3. Mai. (DNB.) Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei ist eine Volksbewegung und der nattonalsozialistische Staat ein wahrer Volksstaat. Partei und Staat haben nie vergessen, daß sie das Volk repräsentieren. Die nationalsozialistische Bewegung hat in Deutschland zum erstenmal den Grundsatz verwirklicht: freie Bahn dem Tüchtigen! Zum erstenmal sind Hunderte und Tausende von Männern, die aus den ärmsten Schichten des Volkes kommen, auf Grund eigener Tüchtigkeit und Leistung zu den höchsten Stellen der Partei und des Staates auf- geftiegen. So kommt in Deutschland die Führung aus dem Volk und ist mit ihm unlösbar verbunden.
Im Zeichen dieser Volksverbundenheit steht eine grundsätzliche Maßnahme, die Reichsminister Dr. Goebbels in diesen Tagen für d i e leitenden Männer aus seinem Aufgabenbereich getroffen hat. In Würdigung des Grundsatzes, daß, wer befehlen will, auch gehorchen können muß, und wer das Volk führen will, niemals vergessen darf, wie es dem einzelnen Volksgenossen zumute ist, was er denkt und fühlt, hat Reichsminister Dr. Goebbels angeordnet, daß die höheren Beamten und Leiter der Geschäfts st ellen des Propagandamini st e r i u m s , die Hauptamts- und Amtsleiter der Reichspropaaandaleitung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, die leitenden Männer des Rundfunks, des Films und der sonstigen Aufgabenbereiche der Reichskulturkammer nacheinander je 2 Monate als Hilfsarbeiter in Betrieben aller Art tätig fein werden.
Am 5. werden die ersten 14, darunter xmei Ministerialräte, zwei Regierungsräte, sieben Landesstellenleiter, je ein führender Mann des Rund? funks und der Filmkammer sowie ein Hauptamtsleiter der Reichspropagandaleitung den Arbeitsplatz am Schreibtisch mit dem als Arbeiter in einem großen Betrieb vertauschen. Als neue Tätigkeit ist vorgesehen, sie als Hilfsarbeiter einer Zeitungspackerei, in einer Spinnerei, in einer Fabrik, in einer Buchdruckerei, auf einer großen Werft, in einer Tapetenfabrik, in einem Gummiwerk, als Arbeiter auf einer Braunkohlengrube, als Landarbeiter bei Bauern und auf großen Gütern, als Verkäufer in einer Buchhandlung und als Hilfsmonteur in einem großen Elektrowerk zu beschäftigen.
Anfang Juli wird erneut eine größere Gruppe von Mitarbeitern des Reichspropagandaministers in die Betriebe hinausziehen, um in den verschiedensten Stellungen, sei es als Autobahnarbeiter, oder als Hilfsmonteur, als Steinklopfer oder als Ziegelttäger, als Kohlentrimmer auf Seeschiffen ober als Landarbei- ter zu schaffen. Die betreffenden Beamten müssen in der fraglichen Zeit von ihrem Arbeitslohn leben und genießen in ihrer Tätiakeit keinerlei Vorteile. Ihre Bewährung in dieser Art der Volksverbundenheit ist maßgeblich mit bei späterer Übertragung größerer politischer Aufgaben und bei Be- föröerungen.
Sprechstunden der Redaktion.
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Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. April 1937 gültig.


