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Nr. 2 Erstes Blatt

Erscheint täglich, autzer Sonntags und Feiertags Beilagen*. Die Illustrierte Gießener Familienblättet Heimat im Bild - Die Scholle

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187. Jahrgang

Montag, 4-Januar 1937

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhefsen

Druck und Verlag: vrühl'sche Universitäts-Such- und Steindruckerei R.Lange in Giehen. Schristleitung und SeschSstsftelle: Schulsträhe 1

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Das englisch-italienische Mllelmeer-Abkommen veröffentlicht.

Rom, 2. Ian. (DNB.) Die Unterzeichnung des italienisch-englischen Mittelmeer - Gentleman-Agree­ments ist Samstag mittag im Palazzo Chigi vom italienischen Außenminister Grafen Ciano und dem englischen Botschafter Sir Eric Drummond vorgenommen worden. Das Abkommen hat folgen­den Wortlaut:

Die britische Regierung und die italienische Re­gierung, geleitet von dem Wunsch, im Interesse des allgemeinen Friedens und der Sicherheit in wach­sendem Maße zur Besserung der Be­ziehungen zwischen sich und zwischen allen Wittelmeermächten beizutragen, und entschlossen, die Rechte und Interessen die­ser Mächte zu achten, erkennen an, daß die Freiheit der Einfahrt in das, der Aus­fahrt aus und der Durchfahrt durch das Mittelmeer ein lebenswichtiges Interesse sowohl für die verschiedenen Teile des Britischen Reiches als auch für Italien darstellt und daß diese Interessen in keiner Weise unvereinbar sind, lehnen jedes Bestreben ab, den status quo abzuändern oder, soweit sie selbst betroffen sind, diesen abgeändert zu sehen, in­soweit sich dieser auf die nationale Ober­hoheit über Gebiete im Bereich des Mitlelmeeres bezieht; verpflichten sich, die gegenseitigen Rechte und Interessen in dem genannten Gebiet zu achten; verpflichten sich, ihr Bestes zu tun, um alle Betätigung zu entmutigen, die zu einer Schädigung der guten Beziehungen führen könnte, die durch die gegenwärtige Erklärung befestigt (konsoli­diert) werden sollen. Diese Erklärung ist dazu be­stimmt, die Friedensziele zu fördern, und richtet sich gegen keine andere Macht.

Der Status quo

im westlichen Mittelmeer.

Die Unversehrtheit des spanischen Besitz­standes garantiert.

Vor dieser gemeinsamen Verlautbarung, die am 2. Januar in Rom unterzeichnet wurde, wurden in Rom zwischen dem britischen Botschafter und dem italienischen Außenminister zwei Noten aus­getauscht, die folgenden Wortlaut haben:

a) Rote des britischen Botschafters an den italienischen Außenminister:

Exzellenz!

Der Königlich Italienischen Regierung ist es viel­leicht bekannt, daß der Außenminister am 16. Dezem­ber im Unterhaus gefragt worden ist, ob er die ge­nauen Bedingungender Garantien auf den Tische des Hauses legen würde, die die britische Regierung durch die italienische Regierung bezüglich der Besetzung der Balearischen Inseln durch italienische Staatsangehörige erhalten hätte.

Auf diese Frage hat Herr Eden geantwortet, daß die Versicherungen, auf die Bezug genommen wurde, mündlich gegeben worden sind. Er fuhr fort, daß der britische Geschäftsträger in Rom in Verfolg ihm gegebener Anweisungen den italienischen Außenminister am 12. Dezember davon unterrichtet habe, daßjede Aenderung des Status quo im westlichen Mi11elmeer für die bri­tische Regierung eine Angelegenheit größ­ter Sorge sein würde."

Herr Eden fuhr fort, daß der italienische Außen­minister, als er diese Mitteilung zur Kenntnis genommen habe, Herrn Ingram (dem, britischen Geschäftsträger) versichert habe, daß die italienische Regierung weder vor noch seit der Revo­lution in Spanien irgendwelche Ver­handlungen mit General Franco aus­genommen habe, durch die der Status quo im westlichen Mi11elmeer geändert werden würde, noch würde sie irgendwelche Ver­handlungen dieser- Art in Zukunft aufnehmen. Diese Zusicherungen, so fügte der Außenminister hinzu, feien später spontan dem britischen Marineattache in Rom durch den italienischen Marineminister be­stätigt worden. Der italienische Botschafter in Lon­don fyabe verschiedentlich dem britischen Außen­minister ähnliche Zusicherungen gegeben.

Angesichts dieser Zusicherungen nimmt die bri­tische Regierung an, daß, soweit Italien betroffen ist, die gegenwärtigen Gebiete Spa­niens unter allen Umständen intakt und unverändert, unversehrt bleiben sollen. Sie würde jedoch dankbar sein, wenn Euer Exzellenz einen Weg finden würden, um formell das Zutreffen dieser Annahme zu bestätigen, und lch habe infolgedessen die Ehre, anzufragen, ob Euer Exzellenz mir eine solche Bestätigung geben könnten.

Mit dem Ausdruck ... usw."

b) Brief des Grafen Eiano an den britischen Botschafter:

Euer Exzellenz!"

Ich habe die Ehre, den Empfang der Note Euerer Exzellenz vom heutigen Tage zu bestätigen, in der Sie meine Aufmerksamkeit auf eine im Unterhaus am 16. Dezember vorigen Jahres gestellte Frage lenken sowie auf die Antwort, die Herr Eden be­züglich Zusicherungen gegeben hat, die mündlich von der Königlich Italienischen Regierung in Bezug auf den Status quo im westlichen Mittelmeer ge­

geben wurde. Sie erinnerten mich daran, daß bei der Kenntnisnahme der Miteilung des britischen Geschäftsträgers Ingram am 12. Dezember ich Ihnen versichert habe, daß die italienische Regie­rung weder vor noch seit Beginn der Revolution in Spanien irgendwelche Verhandlungen mit Ge­neral Franco ausgenommen hat, durch die der Status quo im westlichen Mittelmeer abgeändert würde, und daß sie auch nicht in Zukunft irgend­welche solche Verhandlungen aufnehmen würde.

Ich habe infolgedessen keine Schwierigkeit, im Namen der Königlich Italienischen Regierung zu bestätigen, daß die Annahme der britischen Ne­gierung zutreffend ist, nämlich daß, soweit Italien betroffen ist, das gegenwärtige Gebiet Spaniens unter allen Umständen in» takt und unverändert, unversehrt er­halten bleiben soll.

Mit dem Ausdruck unserer vorzüglichen Hoch­achtung ... usw.

Eden hofft auf Zusammenarbeit mit Italien.

London, 2. Jan. (DNB.) Der englische Bot­schafter hat dem italienischen Außenminister im Auftrage des englischen Außenministers dessen Genugtuung über den Abschluß des englischen italienischen Gentlemen Agreement ausgesprochen. Er hat hinzugefügt, Ede hoffe, daß diese Verständi­gung eine weitere Zusammenarbeit zwi­schen den beiden Regierungen für die Sache des Friedens und der internationalen Sicherheit ein­leiten werde. Graf Ciano hat für diese freundliche Mitteilung gedankt. Er hat Sir Eric Drummond gebeten, Eden davon zu unterrichten, daß diese Ge­nugtuung und diese Voraussetzungen von der fa­schistischen Regierung in vollem Umfange geteilt werden.

Triumph des Realismus und der Verminst.

Oie Londoner presse zum englisch-italienischen Mittelmeer-Abkommen.

London, 4. Jan. (DNB. Funkspruch.) Das englisch-italienische Mittelmeerabkommen wird von der Mehrzahl der Londoner Blätter freundlich be­grüßt. DerDaily Telegraph" erklärt, die Verpflichtung, die gegenwärtige Lage in allen Teilen des Mittelmeeres aufrechtzuerhalten, müsse die Besorgnisse über die italienische Politik zer­streuen. Englands Interesse im Mittelmeer be­stehe lediglich in dem Wunsch nach Bewegungs­freiheit seiner Schiffahrt. Das Uebereinfommen habe zunächst einige Mißverständnisse beseitigt, die dem ersten Schritt zur europäischen Befriedung hindernd im Wege gestanden hätten. Durch seine Unterzeichnung sei Italien jetzt vielleicht imstande zu erwägen, ob es noch länger seine Unterschrift unter Urkunden wie das Flottenabkommen und die türkische Wasserstraßen-Vereinbarung zurückhalten wolle. Italiens Versicherung, daß es in Spanien keinen ehrgeizigen Plan verfolge, müsse dazu bei­tragen, die Verhandlungen zu fördern, die im Hin­blick aus die gefährlichen Zwischenfälle täglich dringender würden.

DieTimes" meint, die Mittelmeer-Spannung, die jetzt endlich beseitigt sei, sei n i ch t britischen Ursprungs gewesen. Niemals sei das britische Reich in auswärtigen Angelegenheiten einiger gewe­sen, als im Oktober 1935. Der Völkerbund sei für das britische Reich eine unerläßliche Realität, weil er die Garantie für ein gemein­sames Prinzip sei. In den kommenden Jahren müsse daran gedacht werden, daß ein starkes geeinigtes Reich nicht weniger unerläßlich für den Völkerbund sei.

Reue Auttat au Reichsdeutschem.

Als Opfer einer Zustizkomödie schuldlos ermordet.

Salamanca. 2. Ian. (DRB.) Erst jetzt wird aus zuverlässiger Quelle bekannt, daß Ende Rovem- ber der Reichsdeutsche Lothar Guedde von den roten Machthabern in Bilbao in einem Scheinverfahren zum Tode verurteilt und erschossen wurde. Begründet wurde diese ungeheuerliche Maßnahme damit, daß Guedde der Organisation der spanischen Falange a n g e h ö r t habe. Rach Berichten von Augenzeugen ging der Deutsche heldenhaft in den Tod. Bei der Erschießung erhob er den rechten Arm zum deutschen Gruß und rief:Heil Hitler! Es lebe Deutschland! Es lebe Spanien!" Die Erschießung kann nur als ein feiger Mord bezeichnet werden.

pariser Presselügen.

Lieble Derdrehungskunststücke derliberfe

Berlin, 3. Jan. (DNB.) Die französische Zei­tungLiberte" hat sich einen geradezu u n - glaublichen Fall böswilliger Bericht- erstattung und wissentlicher Falsch­meldung geleistet. Sie gibt in ihrer Samstag» ausgabe in Fettdruck folgendes angebliche Zi­tat aus derBerliner B ö r f e n z e i t u n g" wieder:Es ist eine Schande, mit ansehen zu muf­fen, wie in Spanien ein Thälmann-Batail­lon, das sich aus deutschen Emigranten zusammen- setzt gegen Soldaten der Reichswehr kämpft". Tatsächlich hat ein solcher Satz nie in derBörsenzeitung" gestanden. Die Liberte" knüpft an obiges Falschzitat einen ge­hässigen Kommentar, in dem es u. a. heißt:Schau, schau, bisher sprach man vorsichtigerweise von deutschen Freiwilligen in Uniform, die Franco zu Hilfe geschickt werden. Der Schleier ist gelüftet. Die­jenigen, die noch zweifeln, brauchen sich nur noch zu verneigen. Die Reichswehr ist offiziell in Spanien vertreten".

Von derBerliner Börsenzeitung" ist, wie bereits gesagt, und wie sich unschwer von jedem gutwilligen Leser feststellen läßt, nie ein derartiger Satz veröffentlicht worden. Lediglich zweimal war bisher in derBörsenzeitung" von demThäl­mann-Bataillon" die Rede, und zwar beide Male in dem Leitartikel der Nr. 606 vom 28. De­zember 1936 unter der UeberschristDie spanische

Unter der UeberschristEine glückliche Wiederver- eiyigung" schreibt die konservativeMorning V o st", daß es in der diplomatischen Geschichte der letzten Jahre wenige Ereignisse gebe, die so vorbe­haltlos gewürdigt zu werden verdienten wie das englisch-italienische Abkommen. Kein anderer Faktor habe so sehr in der gegenwärtigen Notlage in der internationalen Politik beigetragen, wie dieViel - heit der Pakte, deren fromme Formen und großartige Phraseologien lediglich Argwohn und Feindschaft zwischen den Nationen hervorgerusen hätten. Das vorliegende Abkommen gehöre nicht zu diesen Pakten. Es sei e i n Triumph des Realismus und der Vernunft. Einer der am meisten befriedigenden Gesichtspunkte des Abkommens sei der Austausch der Versicherungen über Spanien.

DieDaily Mail" stellt fest, daß das politische Vertrauen zwischen England und Italien wieder erstanden sei, eine Tatsache, die einen weit größeren Wert habe, als viele der lebhaft propagierten Völ­kerbundspakte der letzten Jahre. Niemals wieder dürfe sich England durch den Völkerbund einen alten Freund zum Feind machen lassen. Die liberaleNews Chrvnicle" und derDaily 5) er al d", das Blatt der Labvur-Party, äußern sich völlig abweichend von den übrigen Blättern und sprechen von angeblichen italienischen Freiwilligen-Transporten" nach Spanien, um ihre ablehnende Haltung zu begründen.

Diese neue Schandtat der roten Horden reiht sich den Verbrechen an, die bolschewistische Schurken in der Nähe von Barcelona vor einigen Monaten an völlig unschuldigen Reichsdeutschen begangen haben, die auf der Flucht aus dem vom roten Terror heim- gesuchten Katalonien von roten Bestien aufgegriffen und vor einem Revolutionstribunal hingeschlachtet wurden. Aehnlich hat nun auch der rote Mod in Bilbao einen in ihre Hand gefallenen Reichs­deutschenverurteilt", um durch seine Ermordung sich an dem nationalsozialistischen Deutschland zu rächen für die unermüdliche Aufklärungsarbeit, die es im Dienste des europäischen Friedens leistet, wenn es den Bolschewismus und sein Greuelregi- ment immer wieder vor der Welt bloßstellt.

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Frage", die Reichswehr bzw. die ÄeutscheWehr- m a ch t ist selbstverständlich von derBörsenzei­tung" niemals in irgendeinem Zusam­menhang mit der Spanien-Frage ge­nannt worden. Um es vor jedermann deutlich klarzustellen, in welchem Zusammenhang von dem Thälmann-Bataillon" die Rede war, veröffentlichen wir nachstehend die beiden Sätze des obengenann­ten Artikels, die sich darauf beziehen:DieInter­nationale Brigade", dasBataillon Thälmann", die bei Jrun und San Sebastian geschlagenen roten Milizen, sind nicht durch die Luft an die Madrider Front gekommen, sondern im großen und ganzen mit Hilfe französischer Durchreise­visen". Und an anderer Stelle heißt es:Wo ein .Bataillon Thälmann* mit Waffen in der Hand auftrifft, wo die ganze Saar - Emi­gration auftaucht und Spanien als Ausfall­festung gegen das nationalsozialistische Deutschland auszubauen versucht, wo schließlich handgreifliche Uebergriffe gegen Leben und Eigentum deutscher Staatsbürger begangen werden, da hat das Reich legitime Interessen zu schützen, denn diesen Elemen­ten geht es in Spanien ebensowenig um Spanien wie an der Saar um die Saar."

*

Diese Klarstellung ist ein neuer Beweis dafür, wie in Pariser Redaktionen gearbeitet wird. Nichts

ist diesen Herren albern genug, keine Fälschung ist ihnen zu hirnverbrannt, um sie nicht dem national­sozialistischen Deutschland anzuhängen. Es mag für das kritiklose Publikum Pariser Boulevardblätter recht lehrreich sein, daß hier einmal die berufs­mäßigen Brunnenvergifter auf frischer Tat ertappt und ihre schmutzigen Verdrehungskunststücke festge­nagelt werden konnten.

Juden werben für Spanien. Die kommunistische Partei finanziert die Spanienreise slowakischerFreiwilliger".

Preßburg, 3. Jan. (DNB.) Von der tschecho­slowakischen Gendarmerie wurde der Jude Simon I z a k o v i tz aus Suchy in das Preßburger Kreis­gericht eingeliefert, weil er Werbungen für die spanischeVolksfront" in der Slowakei durchge­führt hat. Wie derSlovenski Denik", das Blatt des tschechoslowakischen Minis.erpräsidenten, hierzu erfährt, kamen vor einigen Tagen zwei der durch Jzakovitz Geworbenen, der Bru­der des Verhafteten und Joseph Engel aus Tyrnau, von ihrer Spanienreise wieder in die Heimat zurück. Beide hatten bei ihrer Abreise vom Preßburger Sekretariatder Kom- munistischen Partei Geld für ihre Reise nach Prag erhalten, wo sie in der Schriftleitung des kommunistischen BlattesRude Pravo" weitere je 15 0 0 tschechische Kro­nen für die Reise nach Spanien bekamen. Sie reisten dann bis nach Paris, wo ihnen Vermittler der Roten die tschechoslowakischen Pässe abnehmen und ihnen E r s a tz p ä s s e geben wollten. Engel und Jzakovitz wurden aber ängstlich und b e - schlossen wieder heimzukehren. Nach ihren Angaben sind bereits zahlreiche Ar­beitslose aus der Slowakei für Spa­nien angeworben worden und auch abgereift. Von der Gendarmerie wurde festgestellt, daß von der Behörde in Tyrnau eine ungewöhnlich große Anzahl von Reisepässen ausgestellt worden ist.

Auch in Böhmen wurden weitere rote Werbe­nester festgestellt. So wurden in Pisek ein gewisser Pertlicek, der Angestellte des Kommunistischen Se­kretariats Joseph Culik, Anton Benda und ferner Franz Wolvoda verhaftet. Es wird ihnen auf Grund des Ergebnisses von Hausdurchsuchungen zur Last gelegt, junge Männer, m e i ft g e» diente Soldaten, aus Pisek und den Nach­barorten für die Roten in Spanien angeworben zu haben. Die Angeworbenen sollten als Zweck der Reise angeben, daß sie z u einem Fußball­spiel nach Frankreich reifen wollten. Einer dieser Geworbenen kam durch Oesterreich bis an die Schweizer Grenze, wo er von Zollbeam - t e n gewarnt wurde und darauf wieder zurück- kehrte.

VelaWer Diplomat von roten Horden ermordet.

Brüssel, 4. Jan. (DNB.) DieLibre Belgi- gue" veröffentlicht Aussehen erregende Einzelheiten über den Tod des belgischen Diplo­maten Baron Jacques de Borchgrave der in Ausübung seiner Tätigkeit als Erster Sekre­tär der belgischen Botschaft in Madrid von den roten Horden ermordet worden ist. Aus den Einzelheiten, die das Blatt mitteilt, ergibt sich einwandfrei, daß der belgische Diplomat auf die scheußlich st e Weise ermordet worden ist. Der Körper, der erst nach unendlich langwierigen und schwierigen Bemühungen unter Mitwirkung von Beauftragten der belgischen Regierung in der Gemeinde Fuentearal im Norden von Madrid auf­gefunden wurde, wgr bis zur Unkenntlich­keit d e r ft ü m m e 11. Ausweispapiere waren nicht mehr vorhanden. Als einzigen Anhaltspunkt für die Identifizierung fand man in dem Anzuq des Er­mordeten den Namen der belgischen Firma, von der der Anzug stammte. Der Ermordete war der Sohn des belgischen Botschafters beim Heiligen Stuhl.

llnerbörie Lüaen baskischer ZoWewMn.

Paris, 3. Jan. (DNB,) Das Pariser Infor­mationsbüro der baskischenRegierung" veröffent­licht die nachstehende Verlautbarung:

Die baskische Regierung hat im Einverständnis mit der Regierung der Republik den Regierungen der befreundeten Länder mitgeteilt, daß sie ihren Seestreitkräften Anweisung gegeben habe, die ener­gischsten Mittel anzuwenden, um den Schutz der Handelsschiffe in den baskischen Ge» wässern sicherzustellen. Sie hat den gleichen Re­gierungen ebenfalls mitgeteilt, daß mehrere Einheiten der deutschen Kriegsmarine sich augenblicklich im Hafen von Guetaria be­fänden. Die baskische Regierung wird nicht die ge­ringste Verletzung des internationalen Rechtes in bezug auf die Seeschiffahrt dulden."

Hierzu erfahren wir von zuständiger Seite:

1. Deutsche Kriegsschiffe befinden sich nicht im Hafen von Guetaria.

2. Erst das völkerrechtswidrige Anhalten des deutschen DampfersPalos" weit außerhalb der Hoheitsgewässer und seine Beschlag­nahme hat die deutschen Gegenmaßnahmen ausge» lost. Wenn auch der Dampfer selbst inzwischen auf Forderung des KreuzersKönigsberg" wieder frei* gegeben wurde, so verweigern die r o tx?n Machthaber in Bilbao doch bis jetzt die Freilassung des widerrechtlich zurück- behaltenen Passagiers sowie eines Teiles der Ladung des Dampfers.