Oer Reichsberufswettkamps aller schaffenden Deutschen, planmäßige Auslese und Berufsführung sind die Ziele des Wettkampfes.
Berlin, 2. Noo. (DNB.) In der Krolloper hielt der für den demnächst beginnenden „Berufs- wettkampf aller schaffenden Deutschen 1 93 8" gebildete Reichsausschuß seine erste Sitzung ab. Obergebietsführer Axrnann hob hervor, daß die Grundsätze für den Wettkampf der Jugendlichen im großen und ganzen auch auf die Erwachsenen übertragen worden seien, vor allem hinsichtlich der totalen Aufgabenstellung,, die Weltanschauung und Sport miteinbeziehe. Neben der Ausbildung zu Fertigkeiten solle gleichwertig die Erziehung zu sinnvoller und fruchtbringender Mitarbeit in der Volksgemeinschaft stehen. Allein dadurch sei eine richtige, den Zufall ausschaltende Auslese möglich. Diese totale Aufgabenstellung werde nun auch für die Facharbeiter und Gesel- l e n übernommen. Im kommenden Wettkampf würden auch die sogenannten ungelernten und angelernten Jugendlichen erfaßt. Die reichseinheitliche Aufgabenstellung werde ein einheitliches Berufsbild ergeben und zum ersten Male eine Möglichkeit schaffen, die Leistungen der Berufe untereinander zu vergleichen. Nicht unbeachtlich sei. auch die Auswertung in bezug auf den Urlaub der Jugendlichen; hier habe es bisher an jeder Gesamtübersicht gefehlt. Während vor der Machtübernahme 88,5 v. H. der Jugendlichen Urlaub unter zehn Tagen gehabt hätten, sei dieser Satz heute auf etwa 38 v. H. gesunken.
Reichsjugendführer von Echirach
ging davon aus, daß der Berufswettkampf den Beweis des Vorhandenseins einer Fülle von Werten und Anlagen in der deutschen Jugend geliefert habe, die bisher völlig verborgen blieb und nur in unzulänglicher Weife zum Einsatz gelangen konnte. Die Hemmungen, die der Entfaltung der vorhandenen Talente gegenüberstanden, seien vor allem in den sozialen Bedingungen des Elternhauses zu suchen, die oft einen Schlußpunkt der beruflichen Entwicklung setzten. Eine Ueberwindung der durch die sozialen Verhältnisse vorgeschriebenen Grenze würde eine unendliche Bereicherung des beruflichen Könnens und der fachlichen Leistungshöhe zur Folge haben. Aus diesen Feststellungen leitete der Reichjugendführer die Notwendigkeit einer planmäßi
gen Auslese und Förderung der Begabten her und schilderte Fälle, in denen begabten Jugendlichen, die später Reichssieger wurden, keinerlei berufliche Aufstiegsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt und in denen ausgesprochene Talente an völlig falschen Plätzen beschäftigt wurden. Diese Tatsache vermehre das Bedürfnis nach einer planmäßigen Berufsführung der Be- st e n im Rahmen der von der DAF. geschaffenen Begabtenförderung. In Zukunft müsse jeder öffentlich angeprangert werden, der es wage, sich an unserer schaffenden Jugend zu versündigen. Der freiwillige Einsatz unserer Jugend im Reichsberufswettkampf, im Landdienst und vielen anderen der Zukunft unseres Volkes dienenden Einrichtungen müsse uns mit^Ehrfurcht erfüllen, weil sich die Schöpferkraft unseres Blutes in diesen Leistungen offenbare.
Reichsorgamsationsletter Or. Ley
verwies auf Deutschlands Armut an materiellen Gütern. Dennoch feien wir das fähig sie, fleißig sie und darum glücklichste Volk der Erde. Es dürfe künftig in Deutschland einen „ungelernten" Arbeiter nicht mehr geben. Diese Höchst- keistung könne aber nur durch eine geordnete Gemeinschaft ermöglicht werden, in deren Rahmen dieser Wettkampf für jeden tüchtigen Deutschen, den Armen wie den Reichen, die Bahn frei mache. Der Mensch, der seinen Beruf meistere, werde auch nicht von Müdigkeit im bürgerlichen Sinne befallen. Müde werde nur der, der feine Ausgabe nicht meistere und keine Hoffnung und keinen Glauben habe. Der Berufswettkampf bringe im schönsten Sinne | des Wortes „Bewegung" und stelle damit das schärfste Gegenstück zu der Trägheit dar, die man einst von oben in das Volk hineingepflanzt habe. Die Teilnahme auch der Erwachsenen, also aller Schaffenden am Wettkampf habe von Anfang an in seiner Absicht gelegen. Auf dem Wege dieses Wettkampfes wird Deutschland das sozial sie und Höch st entwickel sie Land der Erde werden. Unser Volk gibt uns die wertvollste rassische Unterlage. Es liegt jetzt nur an uns, diese Fähigkeiten und daneben die Gesundheit unserer Menschen zu fördern und zu hüten. Wenn wir das tun, dann gibt es für Deutschland ein „unmöglich" überhaupt nicht mehr.
tage zum Tode verurteilt wurden. Im Leningrader Gebiet sind 6, im westsibirischen Gebiet 6, in Weißrußland 5, in der Ukraine 1, im Gebiet von Odessa 2, und im Tambower-Gebiet 6 neue Erschießungen zu verzeichnen. In allen Fällen handelt es sich entweder um lokale Funktionäre, die „konterrevolutionärer Umtriebe" beschuldigt wurden, oder um angebliche Schädlinge auf dem Gebiet der Landwirtschaft. Insgesamt ergibt eine Statistik der nur in einigen wenigen Prooinzblättern mitgeteilten Erschießungen allein für den Monat Oktober die erschütternde Zahl von 594.
Was sucht England im Oonauraum?
In Budapest laufen Gerüchte um über einen angeblichen Besuch des ständigen Staatssekretärs im englischen Außenministerium, Vansittart, etwa Mitte November. Gegenüber allen Nachrichten aus den Nachfolgestaaten der österreichischungarischen Monarchie einschließlich des jetzigen Oesterreich-Ungarns ist größte Zurückhaltung am Platze. In Wien und Budapest, in Prag und Bukarest arbeitet eine unerhört geschäftige Clique, um das Augenmerk der Oeffentlichkeit von dem großen Aufbauwerk Deutschlands abzuziehen. Immerhin ist Vorsicht am Platze: Der englische Gesandte in Bu-, dapest Knox — aus seiner Tätigkeit als Völkerbundskommissar im Saarland noch in unerquicklicher Erinnerung — steift seit langem den ungarischen Oppositionsparteien den Rücken gegen die eigene Regierung; im Frühjahr 1936 war der in« zwischen verstorbene frühere englische Außenminister Sir Austen Chamberlain in Wien, Prag und Budapest; ihm folgten der Finanzberater der englischen Regierung Leith Roß und der frühere englische Luftfahrtminister S a s s o o n. In nächster Zeit sieht London die Könige von Griechenland, Bulgarien, Rumänien als Gäste. Dazu schwirren Gerüchte von Krediten, von Erleichterungen der Devisenwirtschaft, von Vermittlungen zugunsten Bulgariens und Ungarns, die nachrüsten wollen. Von den unentwegten Legitimisten wird in diesem Zusammenhänge auch die Restaurationsfrage erwähnt. — Wir erinnern gegenüber diesen Gerüchten an die eindeutige Unterstreichung der Achse Berlin—Rom und der politischen Bedeutung des Mussolini-Besuches in Berlin durch den ungarischen Reichsverweser.
Deutsch-italienische Arbeitsgemeinschaft aus dem Gebiete des Rechts.
.Berlin, 2. Noo. (DNB.) In Berlin fand die erste Sitzung der „Arbeitsgemeinschaft für die deutsch-italienischen Rechtsbeziehungen" innerhalb der Akademie für deutsches Recht statt. Reichsminister Dr. Frank eröffnete die Sitzung. Zwischen den deutschen und italienischen Rechtsschulen besteht seit Jahrhunderten eine innige Beziehung, wir können uns nur dankbar der großen Rechtsdenker der italienischen Nation erinnern, die gerade der deutschen Rechtswissenschaft starke Anregungen, große Gedanken, methodische Klarheit und Begriffserklärung auf allen Gebieten des Rechts übermittelt haben. Viele Jahrhunderte hindurch war so das römische Recht für unsere Auffassung bestimmend. Aus den unzerstörbaren Kraftquellen unseres eigenen deutschen Volkserlebens heraus mußte aber schließlich ein eigenes, völkisches, geschichts - verbundenes Recht erstehen. Zwischen faschistischem und nationalsozialistischem Rechtsideal ist eine ganz große Lebens- und Schicksalsgemeinschaft. Maßgebend sollen für unsere Arbeit Die Lebensnotwendigkeiten und gleichgerichteten Weltanschauungen unserer Völker sein. Als gemeinsame Ausgangspunkte für unsere Zusammenarbeit sehe ich folgendes: Die Rechtsordnungen des Nationalsozialismus und des Faschismus lehren nicht nur den Vorrang der Gemeinschaft des Volkes vor dem einzelnen, sondern setzen ihn auch in die Tat um. Ordnung und Disziplin sind ferner die Voraussetzungen für eine heroische G e s ch i ch t s g e st a l t u n g unserer Völker. Die Entscheidung über das Schicksal der Gemeinschaft trifft nicht die Zufallsmehrheit eines Parlaments, sondern der von der Vorsehung berufene Führer. Der Gedanke des Führers, der Gedanke des Duce als Ausgangspunkt der Rechtsordnung
Der poflscheckbrief.
Eine Geschichte von Peter Mattheus.
„Bitte, Fräulein Sommer, vergessen Sie nicht, den Postscheckbrief in den Kasten zu werfen. Sonst klappen die Ueberroeifungen morgen nicht."
Herr Thürgel, der Inhaber der Firma Albert Thürgel, kam aus seinem Arbeitszimmer und legte den gelben Briefumschlag auf die Ecke von Lotte Sommers Schreibmaschinentisch.
„Ist sonst noch etwas?" fragte er.
„Nichts", antwortete Fräulein Sommer.
Herr Thürgel grüßte, nahm seinen Hut und ging. Es war kurz vor sechs Uhr nachmittags.
Lotte Sommer tippte nach einem raschen Blick auf die Uhr weiter auf ihrer Schreibmaschine. Ihre Gedanken waren schon nicht mehr ganz bei der Arbeit. Dann läutete zweimal hintereinander der Fernsprecher — sie mußte längere Auskünfte geben, dann kam der Mann vom Wäscheverleih und wechselte die Handtücher aus, und dann war es zwölf Minuten nach sechs, und für viertel sieben war sie mit Erich Kramm verabredet ...
Sie deckte hastig die Maschine zu, wusch sich in der kleinen Kabuse neben dem Büro die Hände, stülpte die Kappe auf den blonden Wuschelkopf und flitzte aus dem Zimmer und durch den Dorraum.
Die Tür flog hinter ihr ins Schloß. Sie drehte den Schlüssel zweimal herum und eilte die Treppe hinab.
Der Postscheckbrief lag unberührt auf der Ecke des Schreibmaschinentisches und schimmerte blaßgelb durch die beginnende Dämmerung.
*
Einige Minuten nach halb zwölf verabschiedete sich Erich Kramm von Lotte vor ihrer Haustür. Sie hatten einen herrlichen Abend hinter sich. Sie waren hinausgefahren an einen See, hatten gebadet und im Wald gelegen, hatten in einem Gartenlokal gegessen und anschließend mit einem Ruderboot eine Mondscheinfahrt gemacht.
Es war schön. gewesen — sehr schön.
Während sie noch standen und miteinander sprachen, ratterte ein großes Postauto die Straße entlang.
„Um Himmels.unllen". sagte. Lotte plötzlich und
und Rechtswahrung ist das Entscheidende, was uns schärfstens von der liberalistischen, parlamentarischen Anschauung der anderen Welt trennt.
Reichsminister Dr. Frank gab bekannt, daß er im Einvernehmen mit dem Reichsjustizminister den Präsidenten des Volksgerichtshofes Dr. T h i e r a ck zum Vorsitzenden der deutschen Gruppe iifi dieser Arbeitsgemeinschaft ernannt habe. Der italienische Justizminister Dr. S o l m i erklärte sodann, die beiden befreundeten Völker hätten sich gemeinsame Ideale erkämpft, die dem Fortschritt der Kultur dienen sollten. Italien habe die Tradition des römischen Rechts gewahrt und daher um so mehr Verständnis für den Kampf des Nationalsozialismus um ein neues völkisches deutsches Recht. Staatssekretär Dr. Schlegelberger überbrachte die Grüße des Reichsjufttzminifters. Als Vertreter des Reichsministers des Auswärtigen überbrachte Staatssekretär von Mackensen die herzlichsten Wünsche für das Wirken der neuen Arbeitsgemeinschaft.
Bürqermeisterwahlen in den Vereinigten Staaten.
N e u y o r t, 3. Nov. (DNB. Funkspruch.) In über 30 Städten Nordamerikas, darunter in Neuyork und Detroit, fanden Bürgermeisterwahlen und in fünf Bundesstaaten Staatsanwaltswahlen statt. Besonders in Neuyork wurde der Wahlkampf mit Erbitterung geführt. Taufende von Polizeibeamten mußten eingesetzt werden. Soweit die Wahlergebnisse aus Neuyork vorliegen, stekH fest, daß Der übel berüchtigte Deutschenhasser Laguardia wiedergewählt worden ist. Der Sonderstaatsanwalt Thomas D e w e y , der zahlreiche Gangsterbanden ausgeräuchert und sich dadurch einen Namen gemacht
griff sich an die Stirn, „ich habe ja vergessen, den Postscheckbrief einzustecken!"
„Steck' ihn jetzt ein", sagte Erich, der damit beschäftigt war, ihre Hand zu streicheln.
„Das kann ich doch nicht — er liegt doch im Büro!"
Dann steck ihn morgen ein", sagte Erich und streichelte weiter.
Sie entzog ihm die Hand und schüttelte den Kopf.
„Das geht nicht, Erich. Die Sache ist emft. Mein Chef hat mir ausdrücklich gesagt, daß der Brief heute noch in den Kasten muß. Was mach ich nur?"
Jetzt schüttelte Erich den Kopf.
„Komisch seid ihr Frauen", sagte er. „Die Geschichte ist doch höchst einfach. Du hast den Schlüssel zum Büro, nicht? Also fahren wir hin und holen den Brief. Ich bring ihn dann zur Hauptpost, und morgen früh ist er auf dem Amt. Alles in bester Ordnung — komm!"
Gleich darauf saßen sie in einem Autobus und fuhren in die Stadt hinein.
Lotte eilte hastig die Treppe des Geschäftshauses hinauf, in dem sich das Büro der Firma Albert Thürgel befand. Auf jedem Absatz brannte nur eine schwache Glühbirne. Erich wartete etwas mißgestimmt unten auf der Straße. Sie hatte ihn einfach ausgelacht, als er sich erboten hatte, sie hinaufzubegleiten.
Als Lotte vor der Tür des Büros halt machte, klopfte ihr Herz ziemlich heftig. Nicht allein vom Treppensteigen. Die tiefe Stille in dem großen Haus hatte etwas Bedrückendes. Sie zog den Schlüssel aus der Tasche und schloß auf.
Sonderbar — der Riegel sprang schon nach einer Umdrehung zurück. Sie glaubte sich Deutlich zu erinnern, zweimal herumgedreht zu haben.
Es tat ihr jetzt fast leid, daß Erich nicht bei ihr war. Dann riß sie sich zusammen, schüttelte ihr Unbehagen ab, stieß die Tür auf und knipste das Licht im Vorraum an.
Alles schien unverändert. Sie ging, öffnete die Tür zu ihrem Zimmer und blickte hinein. Ein breiter Streifen Licht ergoß sich durch den dunklen Raum. Der gelbe Postscheckbrief lag unberührt auf der Ecke ihres Arbeitsplatzes.
Mit ein paar hastigen Schritten war sie im Zimmer, nahm den Brief an sich und machte kehrt. Und >in diesem Augenblick sah sie etwas ...
hat, wurde als Oberstaatsanwalt im Bezirk Neuyork wiedergewählt.
Die preffe Mittler zwischen Staatsführung und Volk
Bad Neuenahr, 2. Noo. (LPD.) Im Rahmen der Kulturwoche des Westmarkgaues Koblenz- Trier fand in Bad Neuenahr eine Sonder- tagung der Reichspressekammer Gau Koblenz-Trier statt, auf der der Stabsleiter der Reichspressekammer Rienhardt hervorhob, daß die Bindung an das Allgemeinwohl in keiner Weise etwa das Ende der Pressefreiheit bedeute. Denn Freiheit sei nicht gleichbedeutend mit Zügellosigkeit. Die deutsche Presse sei keine Staatspresse, sondern eine Volkspresse. Jede Zeitung brauche daher ihr eigenes Gesicht und müsse ihren ganzen Ehrgeiz darein setzen, t nr Volke verwurzelt zu sein. Daß bei all dieser Mannigfaltigkeit die Einheit des nationalsozialistischen Wollens gewahrt bleibt, dafür habe die Standes- gemeinschaft zu sorgen. Pressemann sein heiße Kämpfer und Fahnenträger der Gesinnung sein. Die Presse könne propagandistisch nur dann wirken, wenn sie in ihrem ganzen Tun und Lassen nationalsozialistische Gesichtspunkte ausstrahle. Weiter betonte der Redner die Notwendigkeit der verständnisvollen Zusammenarbeit der Schriftleiter und Verleger. Der Verleger dürfe nicht ausschließlich kaufmännisch sein, er müsse auch die kulturellen und erzieherischen Aufgaben der Zeitung kennen. Der Schriftleiter müsse auch für die wirtschaftlichen Grundlagen der Zeitung Verständnis haben. Der Pressemann müsse stets in engster Fühlungnahme mit feinem Leser-
Jn de» dunklen Ecke zwischen Geldschrank und Wand kauerte eine Gestalt, und eine zweite Gestalt duckte sich in den Schatten des Schreibtisches.
Ruhe! Um Gotteswillen — nur nicht schreien jetzt, fuhr es ihr durch den Kopf
Trotzdem stieß sie einen schwachen Schrei aus und flüchtete in den Vorraum. Als sie sich umwandte, sah sie hinter sich einen kleinen breitschultrigen Kerl mit bösartig funkelnden Augen auftauchen.
In dieser Sekunde öffnete sich plötzlich die äußere Tür, und Erich spazierte herein.
„Lotte", sagte er ziemlich kleinlaut, „ich konnte es einfach nicht länger ausljalten; Ich —"
Er brach unvermittelt ab und blickte überrascht auf den breitschultrigen Herrn hinter Lotte, der ihn genau so überrascht ansah.
Was nun folgte, ging sehr schnell.
Erstens gehörte Erich einem Sportverein an. Zweitens war er eine Zeitlang Boxchampion dieses Klubs gewesen. Drittens war er nicht schwer von Begriff, und viertens liebte, er Lotte. Das alles wirkte zusammen.
Er fackelte nicht lange. Er sprang vor und schoß einen kunstgerechten Uppercut ab. Der Mann kippte um, ohne einen Laut von sich zu geben. Lotte war so erstarrt, daß sie nicht sprechen konnte. Sie deutete nur stumm auf Die Tür ihres Arbeitszimmers.
Erich verstand. Er schmetterte blitzschnell die Tür zu, drehte den Schlüssel herum und stellte sich mit dem Rücken dagegen.
„So!" sagte er. „Und nun lauf rasch hinunter und alarmiere das Uebersallkommando. An der Ecke ist eine Fernsprechstelle. Beeil' dich, bitte."
Als Lotte nach ein paar Minuten mit einigen Polizeibeamten wieder ins Zimmer trat, saß der Breitschultrige noch etwas benommen auf dem Fußboden und rieb sich das Kinn.
„Sieh da — ein alter Bekannter!" sagte einer der Polizisten gedehnt. „Diesmal allein?"
Erich wies stumm auf die verschlossene Tür.
Zwei Beamte verschwanden in Lottes Zimmer und kehrten gleich darauf mit einem anderen Mann Zurück, der zusammen mit dem ersten hinunter zum Wagen gebracht wurde.
„Wenn ich nicht irre", wandte sich der Führer des Überfallkommandos an Lotte und Erich, ..haben Sie eine Belohnung zu erwarten. Ich vermute. Sie werden sich das Geld teilen, wie!"
kreis stehen und ihm das Verständnis für die nationalsozialistischen Maßnahmen vermitteln.
Oberregierungsrat Fritsche vom Reichspropagandaministerium betonte die Bedeutung eines guten deutschen Nachrichtendienstes und stellte fest, daß die deutsche Presse im nationalsozialistischen Staat ernster und wahrhafter gewor - d e n ist. Sie habe immer Vermittler zwischen Führung und Volk zu sein. Daher müsse sie stets den Dingen auf den Grund gehen und sich vor allem vor der'Phrase hüten.
Eine verlorene Schlacht.
In dem fortdauernden, raffiniert geführten Der- leumdungskrieg gegen den Nationalsozialismus hat das Weltjudentum eine entscheidende Schlappe erlitten. Der im Berner Prozeß erfolgte Frei« sprach betrifft zwar nur zwei brave Schweizer „ Bürger, die sich auf Antrag der dortigen Mischen Kultusgemeinde vor dem Gericht wegen angeblicher Uebertretung des Schund» u n b Schmutzgefetzes zu verantworten hatten, aber in Wirklichkeit wollte hier das Judentum den neuen deutschen Staat auf die Anklagebank setzen. Es wollte durch ein neutrales Gericht und durch ein neutrales Urteil eine Handhabe bekommen« um überall in der Welt den antijüdischen Abwehrkampf Deutschlands als ungesetzlich und unmoralisch verleumden zu können. Indem man vor dem Forum eines schweizerischen Gerichtes versuchte, die angebliche Unechtheit der von den Angeklagten verbreiteten „Protokolle der Weisen von Zion" nachzuweisen, glaubte man die gesamte deutsche Propaganda und das Dritte Reich diffamieren zu können. Denn mag die Niederschrift der Zionsprotokolle nun echt oder unecht sein, das Bild, das sie vom Treiben des internationalen Judentums entwirft, wird jedenfalls tagtäglich durch hundert Erfahrungen bestätigt." Um sich von dem Vorwurf einer geheimen Weltherrschaft über die unterworfenen Volker zu entlasten, um zugleich ein Hetzmittel gegen das erwachte Deutschland in die Hand zu bekommen, inszenierten die Juden den Prozeß gegen die Zionsprotokolle Wie diese Entlastungs- Offensive zuerst erfolgreich vorgetragen und dann in zweiter Instanz zum Scheitern gebracht wurde, das ist, in allen Einzelheiten der Urteilsbegründung des Berner Gerichtes zu entnehmen.
Was aber dem schweizerischen Richterspruch seine politische Bedeutung verleiht, bas ist bie Wirkung, bie von ihm auf die Gesamthaltung des Weltjudentums ausgehen wird. Zwar versucht die meist unter jüdischem Einfluß stehende Weltpresse nun, die in Bern erlittene Niederlage möglichst mit Stillschweigen zu übergehen und den Prozeß als eine Bagatelle hinzustellen. Aber gerade dieses große Schweigen enthält das Eingeständnis der verlorenen Schlacht. Denn noch während des ersten Rechtsganges haben Die JuDen eine unverfrorene Hetze gegen das Dritte Reich entfacht, haben sie von einem gewaltigen Siege über Deutschland gespro- chen. Da sie nun kleinlaut und still geworden sind, können wir mit Recht von einem deutschen Siege über die internationale Judenclique sprechen.
Man darf diesen Berner Prozeß nicht als einen Einzelfall für sich betrachten, sondern man muß ihn als ein Glied in der langen Kette jüdischer Der- leumdungsklagen ansehen, die schon während der Vorkriegszeit, dann im Weltkrieg, während des Zwischenreiches und erst recht nach der Machtergreifung gegen Deutschland gerichtet wurden. Die Juden sind sich der starken propagandistischen Wirkung, die durch geschickte Ausnutzung von Gerichts- urteilen auf die breiten Massen ausgeübt werden kann, stets bewußt gewesen. Sie haben deshalb immer wieder versucht, Prozesse aufzuziehen, welche die Weltmeinung in ihrem Sinne beeinflussen könnten. Man denke nur an den Harden-Prozeß vor dem Kriege, man denke an Die Gräuelhetze und Spionageprozesse 1914 bis 1918, man Denke an Die Kriegsverbrecherprozesse, in Denen Der deutsche Gegner als Verbrecher schlechthin abgestempelt wurde, man erinnere sich der Fememord-Prozesse. Man denke auch an die Komödie der Schauprozesse in Paris und London, die ein Gegengewicht gegen den deutschen Reichstagsbrand-Prozeß bilden sollten, an den Kairoer Judenprozeß und alle die anderen Gerichtsverfahren, die feit 1933 rund um Deutschland vom Stapel gelassen wurden und die samt und sonders mit einer jüdischen Niederlage endeten. Der Berner Prozeß sollte nun die Scharte auswetzen, aber vor der Uebestechlichkeit der Schweizer Justiz, die einen Mißbrauch der Gerichte und Gesetze nicht zuließ, ist das jüdische Manöver gescheitert. Trotz
Die beiden guckten sich einige Augenblicke lang an.
„Vermutlich", sagte Erich schließlich, „werden mir es beisammen lassen und doch teilen."
Der Beamte schmunzelte.
„Aha — verstehe", sagte er und machte kehrt.
Als sie hinter ihm die Treppe hinunter gingen, beugte sich Lotte plötzlich zu Erich hinüber.
„Wie halt Du nur ahnen können, daß ich in Gefahr roar?;' hauchte sie.
Erich wurde ein wenig rot.
„Eigentlich", murmelte er, „eigentlich wollte ich dir nur entgegengehen, um auf Der Treppe einen Kuß zu erwischen. Auf Der Straße ist das immer so eine Sache ..."
Der Beamte vor ihnen drehte sich nicht um.
Und das war gut so.
Die Entstehung des Briefumschlages.
Um 1850 lebte in Brighton in England ein Buchhändler namens Brewer, der zugleich mit Schrerb- waren handelte und im Schaufenster feines Ladens Papier stoßweise auszulegen pflegte. Alle Formate, vom größten bis zum kleinsten, waren vertreten. Den Sechzehntelbogen schnitt er sogar noch in Kartenform, um die Reihe dieser Papierstöße zu vervollkommnen. Infolgedessen erhielt er starken Zuspruch, besonders von Damen, bei Denen Die kleinen und kleinsten Formate schnell beliebt wurden.
Doch nun entstand bald die Schwierigkeit, wie man die auf solches Papier geschriebenen Briefe adressieren könnte, und Brewer kam Darauf, Einschlagpapiere herzustellen; zu ihrer Anfertigung bediente er sich metallener Platten verschiedenster Größe, nach Denen er Die Umschläge ausschnitt. Diese Umschläge fanden Anklang, und bald kamen Aufträge von allen Seiten. Der Bedarf stieg so rasch, daß er Den Bestellungen kaum nachzukommen vermochte und nun alle Briefumschläge bei der Firma Dobbs & Co. in London für sich herstellen ließ.
So entstand aus einer Spielerei der Damen ein für die gesamte briefschreibende Welt wichtiger und nützlicher Artikel, und so wurde ein Industriezweig geschasfen, der Tausenden von Menschen Gelegenheit gibt, sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen.


