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schluß folgen, keine Piraterie oder irgend etwas Aehnliches im Mittelmeer zu dulden.

Die Verstärkung der britischen Flotte in den spanischen Gewässern wird, lautDaily Expreß", eine Zerstörerflottille, also 9 Schiffe, umfassen. Die Hälfte werde wahrscheinlich aus dem östlichen Mittelmeer und die übrigen von der Hei­matflotte herbeigeholt werden. Obwohl England wahrscheinlich eine gewisse Zusammenarbeit mit an­deren Mächten annehmen werde, werde sich die Regierung doch in erster Linie a u f den Schutz der britischen Flotte für die englischen Handelsschiffe verlassen. Wie dieDaily Mail"

meldet, werden die Befehlshaber der englischen, Schiffe angewiesen werden, eine Suche nach allen im Mittelm eer vorhandenen! U-Booten zu veranstalten und deren Manöver zu beobachten. Neue Anweisungen an die Flotte würden eine erhöhte Wachsamkeit und schnelles Handeln im Falle weiterer Angriffe fordern. Wie der diplomatische Korrespondent desDaily Herald" meldet, werden alle englischen Kriegsschiffe im Mit­telmeer angewiesen, jedes angreifende U-Boot in Zukunft ohne Zögern zu ver­senken.

Schluß mit der Seeräuberei im Mielmeer!"

Jetzt endlich zeigt auch die Times Verständnis für Deutschlands Haltung.

London, 3. Sept. (DNB. Funkspruch.) Mehrere Morgenblätter befassen sich mit den Angriffen auf britische Schiffe im Mittelmeer und mit dem Beschluß oer englischen Regierung, ihre Mittel­meerflotte zu verstärken. DieTime s" weist auf den Angriff gegen den englischen ZerstörerHa- aock" hin und erklärt, daß die englische Oeffentlich- keit jetzt mehr Verständnis und Sym­pathie für das Gefühl haben werde, das in Deutschland geherrscht habe, als das Pan­zerschiffDeutschland" vor drei Monaten durch Bomben getroffen und als kurz darauf ein Torpedoangrisf gegen den KreuzerLeipzig" gerichtet worden sei. Das Blatt erklärt, daß die Lage im Mittelmeer immer unerträglicher werde. Es sei unerhört, daß die Schiffe aller Na­tionen, die sämtlich miteinander in Frieden lebten, nicht mehr in der Lage seien, das Mittelmeer, eine der größten Schiffahrtsstraßen der Welt, unbelästigt zu benutzen. Selbst wenn die spanischen Mächte als kriegführende Parteien anerkannt würden, dürften sie nur das Recht haben, die ausländischen Schiffe anzuhalten und zu untersuchen, nicht aber, iezuversenken. Der gegenwärtige Zustand der Seeräuberei lasse nur einen Weg offen, den )ie britische Mittelmeerflotte bereits eingeschlagen habe, nämlich sofortige Gegenangriffe gegen die Piratenschiffe. Diese neue Methode be­deute fein Abweichen von der festgelegten britischen Zolitik und der Unparteilichkeit zwischen den beiden panischen Streitparteien, sondern es handele sich ediglich um eine Maßnahme der Selbst - Verteidigung.

DieM o r n i n g P o st" schreibt, es könne nicht I »gelassen werden, daß eine Hauptader des britt- chen Handels wieder in den Zustand zurückfalle, rt dem sie sich zur Zeit der Seeräuberei und Frei- euterei befunden habe. Allerdings könne man nicht llen zur Zeit im Mittelmeer Handel treibenden Schiffen eine übertriebene Sympathie zuteil wer­den lassen. Einige von ihnen yätten erst neuer« ings b i e Flagge gewechselt, und ihre Zesitzer würden für Den Handel, den sie mit den panischen Parteien trieben, angemessen entschädigt Derben.Daily Expreß" fordert ebenfalls, daß eine fr ren ge re Unterscheidung zwischen den eigentlichen englischen Handelsschiffen, die recht- mäßig Handel im Mittelmeer treiben und den­jenigen Schiffen gezogen werden müsse, die u n - Ur englischer Flagge Valencia mit

Kriegsmaterial belieferten. Die eng­lische Flotte sei nicht dazu da, um ausländische Seeleute zu beschützen.

Vrilischer Tankdampser von rotem L-Voot versenkt.

London, 2. Sept. (DNB.) WiePreß Associa­tion" meldet, hat die Reederei des britischen Damp­fersWoodford" ein Telegramm erhalten, wo­nach der Dampfer auf der Fahrt von Barcelona nach Valencia, 18 Meilen von der Küste entfernt, torpediert worden sei. Dabei seien ein Mann getötet und sechs Mann verletzt worden. Der Zwischenfall habe sich zwischen der Inselgruppe Columbretas und der Küste abgespielt. DieWood­ford" ist ein Tanker von 6987 Tonnen. Wie Reuter nach telephonischer Rücksprache mit dem Ka­pitän meldet, ist der Dampfer drei Stunden nach der Torpedierung gesunken. Die Mannschaft des Dampfers konnte in Rettungsbooten Benicarlo er­reichen. Die Ueberlebenden zählten einschließlich des Kapitäns 32 Mann. Sie berichteten, daß sie am Mittwochmorgen, als sich ihr Schiff 25 Meilen von der Küste entfernt befand, einUnterfeeboot bekanntlich ein bolschewistisches gesichtet hatten, das zwei Torpedoschüsse auf den Tan­ker abgab. DieWoodford" sei schnell gesunken, während ihre Besatzung in die Rettungsboote flüchtete.

Der Angriff auf denHavock".

London, 2. Sept. (DNB.) Angehörige der Be­satzung des ZerstörersH a v o cf", der am Donners­tag wieder in Gibraltar eingelaufen ist, erflärten zu dem Unterseebootsangriff, daß sie die Torpedos hätten anfommen sehen. DieHavock" habe daraus Zickzackkurs gesteuert und auch Tiefenladun­gen abgegeben. Gleichzeitig habe der Zerstörer die in der Nähe befindlichen englischen Kriegsschiffe fun- fentelegraphisch von dem Angriff in Kenntnis gesetzt. In einem Umkreis von 10 bis 15 Meilen fei d i e Umgebung abgesucht worden, ohne daß ein Unterseeboot gesichtet werden fonnte. Die Besatzungs­mitglieder äußerten die Ansicht, daß das Untersee­boot von den Schüssen getroffen und versenft worden sei, da man furz nach der Beschießung O e l auf der Wasseroberfläche gesehen hätte.

Der japanische Reichstag zusammengetreten.

Oie finanzielle und wirtschaftliche Sicherung der Kriegführung.

T o k i o , 3. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die außer- cußerordentliche 72. Sitzung des japanischen Reichs- ttges wurde am Freitagfrüh feierlich eröffnet. Der Reichstag, der ausschließlich im Zeichen des japa­nisch-chinesischen Konflifts steht, wurde zusarnmen- cerufen, um einen zusätzlichen Haushalt ran zwei Milliarden Hen für die militärischen Ope­rationen in China zu bewilligen und eine Reihe ian friegswirtschaftlichen Sonder- cesetzen zur wirtschaftlichen und finanziellen Durchführung des Kampfes in China anzunehmen. S ie Bewilligung der Zusatzmittel und die Annahme ter Gesetzesvorlagen sind gesichert, da alle po­litischen Parteien, die Wirtschaft und die Wehr- r acht geschlossen hinter der Regierung stehen.

Sine Erk arung Krotas.

T o f i o , 2. Sept. (Ostasiendienst des DNB.) Aus­ländischen Pressevertretern erflärte Außenminister f)i r o t a , sowohl in Nordchina als auch in Schang- bii hätten Provokationen auf chinesi­scher Seite die Feindseligkeiten heraufbeschwo- rm. Die Ursache sei darin zu suchen, daß die Führer bis heutigen Chinas seit langem den Sinti« Japanisrnus als Werkzeug für ihre politischen Zwecke gefordert hätten. Sie hätten durch ihr Zusammengehen mit dem Kommunis­mus offen und zielbewußt den Krieg gegen Japan vorbereitet. Besonders kennzeichnend sei der Nichtangriffspakt zwischen China und Sowjetrußland. Japan könne als Bollwerk gigen die kommunistische Bedrohung Ostasiens nicht untätig bleiben. Der chinesisch-japanische Konflikt sei in vollem Gange trotz der Bemühungen Japans, itn zu vermeiden. Japan sei dennoch bereit, bie nach China entsandten Streitkräfte zurückzu- rufen und mit China Freundschaft zu schlie- ß-n, falls die Nankingregierung den Beweis einer grundlegenden Neuorientierung Japan gegenüber erbringe. Bis dahin allerdings fei Japan er tfdjloffen, feine Politik strikt durchzuführen. Schließlich versicherte Hirota, die Rechte dritter .Dächte zu garantieren, wobei er der Hoffnung Ausdruck gab, daß diese Mächte sich solcher Hand­lungen enthalten würden, die die Feindseligkeiten Dirlängem konnten. Japan kämpfe ausschließlich gi$en die antijapanischen Elemente in China.

Die japanische Bevölkerung Hongkongs gefährdet.

Tokio, 3. Sept. (Ostasiendienst des DNB. Funk- jp'uch.) Die japanischen Blätter äußern größte Be- (o-gnis über das Schicksal der Japaner in Hong­kong. Man erhielt beunruhigende Nachrichten über aggressive Absichten der chinesischen 8r Völker ung Hongkongs, deren feindselige Hal- ling gegen die japanischen Einwohner aufs äußerste

gestiegen Ist. Die britischen Behörden der Stadt Hongkong fordern die Japaner auf, ihre Wohnungen zu verlassen, um geschlossen Z u - flucht in Hongkongs Umgebung aufzu­suchen, da die Maßregeln der britischen Behörden die Gefährdung von Leben und Eigentum der Ja­paner Hongkongs nicht verhindern konnten. Die Frauen und Kinder der japanischen Bevölkerung beginnen Hongkong z u räumen, nachdem viele hunderte aufrührerische Chinesen Donnerstag begannen, japanische Geschäfte zu plündern.

Wieder ArtillerieMigkett in Schanghai.

Schanghai, 3. Sept. (DNB. Funkspruch. Ost­asiendienst des DNB.) Mehrere unbemerkt in dem Raum von Putung vorgeschobene chinesischen Batte- rien eröffneten heute plötzlich Feuer auf das japanische Generalkonsulat und in der Nähe gelegene japanische Kriegsschiffe. Da­mit haben die Chinesen die Gefechtstätigkeit wieder in das Putung-Gebiet vorgetragen, wo seit mehreren Tagen Ruhe herrschte, und die be­rühmte Sttaße in der Internationalen Nieder­lassung, derBun d", ist jetzt wieder in die unmittelbare Gefahrenzone gerückt. Da die japanischen Kriegsschiffe sofort das Feuer er­widerten entspann sich zugleich ein lebhaftes Artillerie-Gefecht, In dessen späterem Ver­lauf die chinesischen Batterien oer» stammten.

Die javanischen Truppen erstürmten die Shit- z e l i n - F o r t s im Nordwesten von Schanghai. Da sie auch die Wusung-Forts schon seit Tagen beherrschen, konnten sie jetzt zwischen allen Landungsabteilungen der japanischen Armee die Verbindung Herstellen. Damit sind die Vor­aussetzungen für einen geschlossenen Vor­marsch des Landungskorps auf die Eisen­bahnlinie Schanghai N a nking ge­schaffen worden. Don japanischer Seite wird weiter erklärt, daß sich die T u n g ch l - U n i v e r s 11 a t in japanischem Besitz befinde. Ferner verlautet, daß die Japaner die Stadt P a o s h a n umzingelt haben. Im Yangtsepo-Gebiet werden starke japanische Truppenbewegungen beobachtet.

Das Auto einer deutschen Firma in Schanghai beschossen.

Schanghai, 2. Sept (Ostasiendienst des DNB,) Drei Angestellte der deutschen Firma Teige & Schro­ter gerieten auf dem Rückwege von einer Unter­suchung des Lagerhauses ihrer Firma im Jangtsepu- Geblet mit ihrem Auto in der Nahe des Honkiu- Parkes zwischen japanische und chinesische Stellun-

Kleine Bilder aus Oesterreich.

Kampf um Grinzing. Oer geheimnisvolle Mann von Aurolzmünster.

Don unserem A. St-Berichterstatter.

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Wien, August 1937.

In den Wiener Zeitungen tobt augenblicklich ein Kampf um eine Frage, die auch in der Bevölkerung den weitesten Widerhall gefunden hat. Soll das liebe alte Grinzing, der berühmte Weinort an den Hängen des Kahlenberg, verschwinden ober soll er erhalten bleiben, wie er ist. Seitdem die neu- gebaute Höhenstraße über die Hügel des Wiener Waldes, deren Anfanasstück durch Grinzing läuft, einen ungeheuren Verkehrsaufschwung in den kleinen Weinort gebracht hatte, wurde das Der- kehrsproblem in Grinzing brennende Tagesfrage. Die Straße drängt sich hier eng durch die uralten Weinschenken, und besonders an Sonntagen bilden sich kaum aufzulösende Knäuel von Kraftwagen. Das naheliegendste war natürlich, nun eine Reihe dieser Weinbauernhöfe, besonders jene, die sich allzu dicht an die Straße schieben, niederzureißen. Aber an jedem dieser Häuser hängt ein Stück großer Wiener Erinnerung. In dem einen pflegte Schu­bert mit feinen Freunden zu sitzen, in dem ande­ren hat Beethoven unsterbliche Weisen komponiert. Hier wiederum saßen die großen Politiker des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, dort wieder Grillparzer, der einsame, menschen­scheue Hofrat des Staatsarchivs und große Dichter. Sollen diese nicht nur allen Wienern, sondern dar­über hinaus allen Deutschen teuren Erinnerungs­stätten denn wirklich der Spitzhacke verfallen müssen? Die Gemeinde Wien entschloß sich also, ein Preis­ausschreiben zu erlassen, in dem die Archi­tekten aufgefordert wurden, Pläne zur Lösung des Verkehrsproblems unter Wahrung des geschichtlichen Charakters Grinzings auszuarbeiten. Das Preis­ausschreiben mißlang, die eingereichten Entwürfe vermochten eben das schier unlösbare Problem nicht zu lösen. Das Bauamt der Gemeinde Wien kündigte ein neues Studium des Problems an. Man glaubte also allgemein, daß die Frage vor­läufig verschoben worden sei, als plötzlich vor einigen Tagen Wien von derSchreckensnachricht" überrascht wurde, daß man mit der Nied er - reihung eines der berühmtesten dieser Alt- Grinzinger Häuser bereits begonnen habe. Ein heimlicher Uebersall also auf das liebe Grinzing? Ein Anfang offenbar, dem in rascher Folge noch zahlreiche dieser Weinschenken folgen sollen. Grin­zing in Gefahr! Die Zeitungen rühren sich, aus oem Publikum regnet es Proteste. Ob sie nützen werden? Wien bangt um Grinzing!...

Auf dem uralten Schloß Aurolzmünster in Oberösterreich, das heute in einen prächtigen Herren­sitz umgewandelt ist, lebt seit Jahrzehnten ein ge­heimnisvoller Mann: Karl Schappeller, der Erfinder derRaumkraft". Immer wieder taucht sein Name auf, immer wieder hört man von ge­heimnisvollen Geldgebern, die bereit sind, seine phantastischen Pläne mit ungeheuren Summen zu unterstützen. Schappeller ist in einem Arrneleute- haus in Aurolzmünster geboren und kam als Lehr­bub zu einem Tischlermeister. Später brachte er es zu einem Postbeamten, vis er plötzlich im Jahre 1920 mit seinem Raumkraftplan hervortrat. Er erklärte, einen Apparat erfunden zu haben, der seine unerschöpflichen Kräfte aus dem Erdma­gnetismus schöpfe und der gewissermaßen die prak-

ttsche Lösung des Perpetuum mobile darstelle. Der Mann wußte seine phantastischen Pläne mit einer solchen suggestiven Kraft vorzutragen, daß es ihm gelang, außerordentliche Geldquellen für die Ver­wirklichung seiner Idee aufzuschließen. Unter seinen zahlreichen Geldgebern befand sich auch ein Hof­stallmeister des ehemaligen deutschen Kaisers. 1925 erwarb Schappeller das Schloß Aurolzmünster, ließ es von den berühmtesten Architekten Oesterreichs zu einem prachtvollen Herrensitz umgestalten und flitzte nun in einer Luxuslimousine an den staunen- oen Dorfbewohnern vorbei, die den kleinen Schap­peller noch damals gekannt hatten, als er mit zerschliessenem Anzug und zerfetzten Schuhen von seinem Asyl im Armenleuthaus zu seinem Lehr­meister pilgerte.

Jahre vergingen. Auf Schloß Aurolzmünster herrschte immer Betrieb. Aus England und Amerika kamen Besucher, brachten immer wieder Geld, und der Goldstrom nach Aurolzmünster wollte nicht ab­reißen, obgleich man von dek Verwirklichung des Raumkraftproblems nie etwas Bestimmtes erfuhr. 1929 dann kam ein plötzlicher Zusammenbruch. Einzelne seiner Geldgeber drangen darauf, daß Fachgelehrte die Ideen Schappellers prüfen sollten, und dieser mußte dem Drängen schließlich nach­geben. Der berühmte Wiener Physiker T h i r r i n g begab sich auf das Schloß Aurolzmünster, um es nach einem Tag wieder blitzartig zu verlassen. Sein Urteil war vernichtend. Es schien aleichzeitig auch das Todesurteil Schappellers zu sein, die Geld­quellen versiegten. Die Gerichtsvoll st recker erschienen auf dem Schloß und klebten ihre Pfän­dungsmarken auf die prachtvollen Möbel, auf die kostbaren Antiquitäten, die allüberall die Glaskästen und Tische zierten.

Einige Jahre später versuchte Schappeller eine Verzweiflungstat. Er erklärte, daß sich auf dem Grunde des Schlosses das langgesuchte Grad Attilas des Hunnenkönigs befinde, der hier zusammen mit seinem unermeßlichen Gold­schatz den ewigen Schlaf tue. Die Verlautbarung zeigte einigermaßen Wirkung. Wieder fanden sich einige Geldgeber, man grub, schaufelte und bohrte, hob Kubikmeter um Kubikmeter Erde aus dem fruchtbaren oberösterreichischen Boden, doch der Schatz blieb ungehoben. Das Ende Schap­pellers schien unerbittlich zu kommen. Allerdings verstand er es mit großer Geschicklichkeit, die Zwangsversteigerung des Schlosses immer wieder hinauszuschieben. Aber um das Schloß wurde es einsam. Welches Erstaunen ergriff nun die Be­wohner von Aurolzmünster, als vor wenigen Tagen ein prächtiger englischer Kraftwagen vor dem Schlosse vorfuhr, ein würdevoller Mann feinem Innern entstieg. Wenige Tage später wurden auf ein Wiener Bankkonto Schappellers 5000 Pfund eingezahlt. Wieder wenige Tage später konnten die Wiener Blätter melden:Alle Gläubiger Schappellers befriedigt, geheimnisvoller Engländer finanziert neuerdings die Raumkraft". Voll Ehr­furcht blicken die Bewohner von Aurolzmünster wieder auf Schappeller. Wiederum umwittert ihn geheimnisvoller Nimbus. Man beginnt wieder an ihn zu glauben... Nur eine nicht feine hoch- betagte Mutter hat sich bis heute nicht bewegen lassen, auf das Schloß zu ziehen. Sie wohnt wie ehedem im Armeleutehaus im Dorf Aurolzmünster.

gen und wurden von Chinesen mit einem Maschinengewehr beschossen. Dabei wur­den der Deutsche Rudolf Berg durch einen Streif­schuß am Hinterkopf und einen Beinschuß und der Tschechoslowake Canetti durch zwei Schüsse am Auge und an der Schulter verwundet. H. Roß, der dritte Insasse des Wagens, wurde nicht ge­troffen. Japanische Soldaten brachten die Verwun­deten in das Paulun-Hospital. Lebensgefahr besteht nicht.

Deutscher Zunge von spanischen Bolschewisten verschleppt

Santander, 2. Sept. (DNB.) Ein deutscher Staatsangehöriger, der vor der bolschewistischen Re­volution viele Jahre in Madrid gelebt hat, ist nach dem nationalen Sieg von Santander in diese Stadt gekommen, um seinen 11 j ä h r i - gen Jungen zu suchen, der dort bei Ausbruch des Krieges zur Erholung weilte. Durch die Aussagen von Einwohnern Santanders wurde nun festgestellt, daß die Bolschewisten das Kind auf ihrer Flucht mit nach Asturien verschleppt und es zu schweren Grabenarbeiten gezwungen haben.

Balkan-ahrt des NGKK.

Berlin, 2. Sept. (DNB.) Das Nationalsozia­listische Kraftfahrerkorps veranstaltet vom 18. Sep­tember bis zum 6. Oktober eine große Tourenfahrt durch Jugoslawien und Bulgarien. Der Hauptzweck dieser Fahrt besteht darin, die alten automobil-touristischen Beziehungen zu diesen bei­den Balkanländern, die unter den augenblicklichen Devisenverhältnissen nur sehr schwer ausrechterhal­ten werden können, nicht abreißen zu lassen.

Die Wagenkolonne besteht aus 30 Fahrzeugen sämtlicher deutschen Fabrikate. Sie wird somit einen hervorragenden Ueberblick über Konstruktions­technik und Leistungsfähigkeit der deutschen Auto­mobilindustrie geben und ein getreues Spiegelbild der heutigen deutschen Kraftfahrt fein. Teilnehmer sind sportbewährte NSKK.-Führer, erfolgreiche deutsche Fahrer und Motorradmeister, Vertreter der Reichsbehörden und Männer der Wirtschaft und der Industrie.

Die Fahrtroute führt über Bled, Agram, Esseg, Belgrad, Banja, Niska, Sofia, Skoplje, Pec, Du­brovnik, Serajewo, Banja Luka, Plitvicka und dann über Bled nach München. Die Taqesetappen sind so eingeteilt, daß zwar hohe Anforderungen an Fahrer und Fahrzeug gestellt werden, aber doch genügend Zeit bleibt, Land und Leute kennenzu­lernen.

Kündigungsschutz für Miet- und Pachträume.

Berlin, 2. Sept. (DNB.) Durch eine Verord­nung über Kündigungsschutz für Miet- und Pacht­räume vom 28. August 1937 ermächtigt der Beauf­tragte für den Vierjahresplan, Ministerpräsident Generaloberst Göring, den Reichsjustizminister und den Reichsarbeitsminister, Bestimmungen über Kündigungsschutz zu erlassen, die bestehenden Mie­terschutzbestimmungen zu ändern und zu ergänzen sowie die Verwendung von Vertragsformularen für Miet- und Pachträume zu regeln. Damit ist die Möglichkeit gegeben, hemmende gesetzliche Bestimmungen zu beseitigen und unso­ziale Geschäftsgebräuche auszumer­zen. Desgleichen kann der Mieterschutz auch auf diejenigen Gebiete ausgedehnt werden, bei denen bloße Bestimmungen über die Miethöhe nicht ausreichen. Die Verordnung läßt die Zuständigkeit des Reichskommissars für die Preisbildung unbe­rührt und bedeutet eine Ergänzung feiner Maß­nahmen. Sie tritt mit ihrer Verkündigung in Kraft.

Meine volitiscke Tiacbridtfen

Da in diesem Jahre im September eine Reihe besonders großer nationalpolitisch wichtiger Veran­staltungen stattfinden wird, hat es fich als zweck­mäßig erwiesen, dasFest der deutschen Traube und des Weins" zu verlegen. Es wird nicht, wie ursprünglich bekanntgegeben war, am 25. und 26. September, sondern am 16. und 17. Oktober gefeiert werden.

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Wie Gauleiter Bürckel bekannt gibt, scheidet der seitherige Oberbürgermeister der Stadt Saarbrücken, Pg. Dürrfeld, mit dem 3. Sep­tember infolge feines absteigenden Gesundheitszu­standes aus den Diensten der Stadt aus. Das Amt übernimmt Brigadeführer Pg. Schwitzgebel, einer der ältesten und treuesten Helfer des Führers im Gau Saarpfalz und ein bewährter Kamerad und Weggenosse des Gauleiters.

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Der Reichs- und preußische Minister des Innern richtete an den Gauleiter Oberpräsident Lohse in Kiel folgendes Telegramm: An Ihrem heutigen Geburtstage gedenke ich Ihrer, lieber Partei­genosse Lohse, mit herzlichen Glückwünschen. Heil Hitler! Ihr Dr. Frick, Reichs- und preußischer In­nenminister.

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Die Entlassung der in Danzig im Zusammen­hang mit den Schulvorfällen verhafteten Polen wird in einer Meldung der Polnischen Tele- graphen-Agentur als eine gewisse Entspannung der Lage begrüßt, obwohl hiermit die Angelegenheit der

^TPALMOLiVE-SEIFEvwa'/z/z/Z«/?/ verwenden: .4, 324 (jas gibt eine raure Haut, einen zrzr/m leint!