Einzelbild herunterladen

euch alle die Erleichterungen zu schaffen, die ihr als Ausländsdeutsche besonders braucht, um drau­ßen bestehen zu können. Aber vergeßt eins nicht: Die Heimat ist und bleibt das Wichtigste und Entscheidendste. Man muß hart sein, wo es um das Schicksal von 66 Millionen geht. (Lebhafter Beifall.)

Glaubt ihr, daß ich nur zum Spaß die deut­schen Eisenwerke geschaffen habe? Ich habe das getan, weit Deutschland das Eisen zu seinem Aufbau braucht. 2Nag auch das aus­ländische Eisen billiger sein, Deutschland muh er ft feineeigene Produktion sicher- stetlen. Denn das die Industrie nicht ver­steht, wenn sie alles allein besitzen will, dann

leicht sein. Ich weiß, daß oft schwere Zeiten und Tage kommen, wo man schwach wird. Uns geht es ja auch nicht anders. Wer hat am schwersten gelitten und getragen? Auf wessen Schultern sind schließlich die furchtbarsten Sorgen uno Nöte ge­häuft worden? Ist es nicht der Führer? Wenn alle schwach wurden, all verzweifelten, er stand, er hielt die Fahne hoch, er sorgte und sorgt für das Volk, für die Zukunft Deutschlands. (Stürmischer Beifall.) Denkt daran, was er für euch draußen getan hat, daß er euch ein neues Leben gab, daß ihr wieder ftola fein dürft, Deutsche zu sein. Nun tut auch ihr alles für Deutschland und für den Führer. Gebt alles für ihn und für die Heimat, und dann dankt Gott, daß ihr jetzt wieder

singen könnt:Deutschland, Deutschland über alles!"

Als Hermann Göring geendet hatte, dankten ihm die vielen Tausende durch minutenlange Heilrufe und Beifallskundgebungen. Gauleiter Bohle faßte den Dank an den Redner zusammen in dem Sieg- Heil auf den Führer und Reichskanzler. Nach dem Gesang der Nationalhymnen wurden Göring beim Verlassen der Halle erneut stürmische Ovationen dargebracht.

Das Deutsche Auslandsinstitut dankt Göring.

Stuttgart, 2. Sept. (DNB.) Dr. Strölin überreichte als Präsident des Deutschen Auslands­

instituts Ministerpräsident Generaloberst Göring nach der Kundgebung in der Schwabenhalle die goldenePlakettedes Instituts als Zeichen des Dankes für die großen Verdienste, die sich der Mini­sterpräsident um das Auslanddeutschtum erworben hat. In den Räumen des Staatsministeriums fand auf Einladung von Gauleiter Reichsstatthalter Murr sowie des württembergischen Ministerpräsidenten Mergenthaler ein Empfang statt, an dem außer Ministerpräsident Göring und Frau Göring die Spitzen von Partei, Staat und Wehrmacht teilnah­men. Vorführungen des Balletts der Staatsoper, für die die wundervollen Parkanlagen der Villa Reitzenstein einen entzückenden Rahmen boten, fan­den den besonderen Beifall der Zuschauer.

tut mir das leid. Aber das ändert nichts an der Tatsache: Die Reichswerke stehen und kein Pfahl wird verrückt werden. (Tosender Beifall.) Denn Ich entschlossen sein werde, über das Schicksal des einzelnen hinweg zu gehen, wenn es das Wohl der Allgemeinheit erfordert, fo werde ich auch nicht schwach sein, das Volks­interesse über das Interesse von Konzernen zu

stellen. (Beifall.)

Dasselbe gilt, wenn es sich um die Sicherung der Ernährung des deutschen Volkes handelt. Gerade auf dem Gebiet werden die meisten Lügen und Verleumdungen verbreitet. Man will es immer fo darstellen, als ob das deutsche Volk darbe, weil diesegrausame tyrannische Regierung" Kanonen statt Butter mache. Wenn das deutsche Volk über­haupt Ernährungssorgen hat und die haben wir , dann einzig aus dem Grunde, weil einige Völker und Mäcyte Deutschland nicht genügend Lebensraum geben wollen, um sich aus eigener Erzeugung zu ernähren. (Tosender Beifall.) Man macht sich lustig über die deutsche Nahrungs­not, schreit aber wie besessen, wenn wir von unse­rem Lebensrecht sprechen. So schlimm wie die Nahrungsnot draußen ausgemalt wird, ist sie nun auch wieder nicht. Deutschland hat genügend Brotgetreide, um fein Volk zu ernähren und es ist lediglich Sache der Organisation, dafür zu sorgen, daß das Getteide, das für den Menschen bestimmt ist, auch den Menschen und nicht dem Vieh zukommt. Wo Bauern das nicht begriffen haben, habe ich mich mit äußerster Strenge eingesetzt, um das (Betreibe für den menschlichen Bedarf sicherzustellen. Ich greife zu den äußersten Mitteln, aber das deutsche Volk wird ernährt, solange ich auf diesem Posten stehe! (Beifall.) Vor allem darf auch beim täglichen Brot kein Unterschied gemacht werden zwischen arm und reich. Ich werde notfalls auch davor nicht zurück­schrecken, durch schärfste organisatorische Maßnah- men eine gerechte Aufteilung des Bro­tes sicherzustellen. Ich tue was notwendig ist, gleichgültig, ob das populär ist oder nicht, denn ich will meine Pflicht dem Volke gegenüber tun, damit niemand Not zu leiden braucht. (Beifall.)

Denn man behauptet, dem deutschen Volke werde immer wieder etwas vorgemacht, so sage ich: Dazu steht mir das Volk des nationalsozia­listischen Reiches zu hoch, als daß ich ihm etwas vorzutügen brauche. Die Sorgen, die wir haben, besprechen wir mit dem Volke. Das Volk, foH roiffen, welche Sorgen uns alle drücken und in welch schwerer Zeit wir leben. Es soll aber auch verstehen, daß es eine große Zell Ist und daß wir durch das Schwere hin­durch nach oben kommen wollen. Wir nehmen das Schwere auf uns. Unsere Genera­tion hat, wenn auch ohne unsere Schuld, den Krieg verloren. Diese Generation muß jetzt die Wechsel bezahlen und einlöfen, um den Kommenden eine bessere Zukunft zu bauen. (Beifall.) Ich gelobe dem deutschen Volke: Niemals werde ich dem Volk etwas ver­sprechen, was ich nicht halten kann, und ich werde es niemals belügen, wenn es auch noch so schwer werden sollte, die Wahrheit zu sagen. Ich fordere auch vom deutschen Volk das gleiche restlose Vertrauen.

Der Vierjahresplan soll die letzte sicherste und festeste Plattform fein, von der Deutschland seine Freiheit und Ehre der Welt gegenüber be­haupten wird. Die b e st e Tat ist das gute Beispiel, und es ist unendlich wichtig, daß ihr Ausländsdeutschen es vorlebt. Das wird nicht immer

Bier Freier und eine Henne.

Von Th. K. Franke.

(afp) Als der Dorfkrugwirt aus seiner Bettlade gestiegen und hinter das Haus getreten ist, steht die Sonne schon hoch am Himmel. Resi, seine Tochter, lehnt sinnend am Zaun.

,,.Der Ferdl war da vorhin", sagte sie,morgen will er mit dir sprechen."

Ah, der Malefizbub!" fährt der Vater auf,der Daus soll ihn holen! Und die übrigen dazu."

Resi erwidert nichts. Ist nicht zu spaßen mit dem Vater, wenn sie ihm vom Freien erzählt. Das Mädel ist die Lieblichkeit in Person, und der Vater hat Geld, da fehlt es gar nimmer an Verehrern. Doch dem Wirt deucht, seiner Tochter ginge es vorerst noch wie feinem Wein und feinen Schnäpsen, die wertvoller und begehrter werden, je älter sie sind.

Die schwarze Henne gluckt", fährt Resi nach einer Weile fort,ist nicht vom Nest zu vertrei­ben."

Dummes Vieh", brummt der Alte,hält' sich früher darauf besinnen sollen."

Tritt neben Resi, stützt sein Bäuchlein gegen den Zaun und pumpert sich die Lungen voll der wür­zigen Morgenluft. Ah, das ist gut. Wär überhaupt und im Grunde alles gut auf der Welt, wenn nur den jungen Leuten nicht die Freierei so arg viel in den Köpfen umherginge.

Augenblicklich hat die Resi vier Freier. Reichlich viel. Aber sie kommen jeden Abend in feine Wirt­schaft. Er möchte sie nicht gern als Kunden missen. Doch wenn der Ferdl, das Ungetüm, morgen zur Freite kommt?

Da tritt jäh die schwarze Henne in den Wirbel feiner Gedanken. Ei, was hat die Henne mit den Freiern feiner Tochter zu tun? O, sehr viel, mir werden es sehen. Denn der Dorftrugroirt ist ein Pfiffikus und Diplomat.

Am Abend, da die vier Rivalen in der Schenke sitzen, ruft er sie beieinanb und sagt:Hört's ihr Hein und Rupert und Ferdl und Franzl! Ihr wollt die Resi haben. Könnt sie kriegen von mir aus alle­samt. Aber es wird seine Schwierigkeit haben, denn eine Frau mit vier Männern ist nicht erlaubt, und vierteilen möcht ich meine Tochter auch nicht gern. Deswegen mache ich euch einen Vorschlag. Die Resi hat heut' eine Glucke gesetzt mit zehn Giern; wer

Lin rolspanisches ll-Vool griff den ZerstörerHavock" an.

Eindeutige Feststellungen Salamancas. Oie beiden nationalspanischen Lt-Boote seit langem in der Biscaya.

Salamanca, 2. Sevt. (DNB.) Zu den Torpedoangriffen eines U-Bootes auf den eng­lischen HerstörerHaoock" wird aus national- spanischen Kreisen darauf hingewiesen, daß die beiden U-Boote der nationalspa­nischen Regierung sich seit längerer Zeit in her Biscaya befänden und den asturischen Hafen von Gijon blockierten. Es könne sich also bei den Angriffen auf den englischen Zerstörer nur um ein rotes U - Boot gehandelt haben, da der Torpedoangriff auf dieHaoock" im Mittelmeer bet Valencia erfolgt ist. Die Valencia-Bolsche­wisten verfügten über sechs U-Boote, von denen eins sich zur Zeit im französischen Kriegshafen Brest befinde, wo derKommandant" um die Er­laubnis gebeten habe, eine Reparatur vornehmen zu dürfen. Die übrigen fünf U-Boote der Va­lencia-Bolschewisten befänden sich in rotspanischen Mittelmeerhäfen. Man erinnert habet erneut an Aussagen sowjetrussischer Gefangener, aus denen einwandfrei folgendes hervorgehe:

1. Das Bestehen eines Sonderflugkom­mandos In Murcia unter Befehl eines sow- jetrussischen Obersten, der unter dem Namen P e troro auftrete und dessen Aufgabe es sei, mit Hilfe der ihm zur Verfügung stehenden Flugzeuge mit nationalspanischen Abzeichen durch Angriffe auf neutrale Schiffe, insbesondere eng­lische Schiffe, zwischen England und der Franco- Regierung Zwischenfälle hervorzurufen, um so England auf die bolschewistische Seite zu ziehen.

2. Das Bestehen eines besonderen M a - rinebüros unter dem Kommando eines sow­jetrussischen Kapitäns z. See in Cartagena, das die gleiche Aufgabe zur See habe wie Oberst Petrow in der Luft. Der Leiter dieses be­sonderen Marinebüros in Cartagena verfüge über unbeschränkte Vollmachten und dürfe für seine Zwecke jedes beliebige Fahrzeug der rotspanischen Marine einsetzen, um den spanischen Konflikt auf möglichst viele Staaten auszudehnen. Daran könne allein Sowjetrußland ein Interesse haben, dessen Geschäfte überall dort blühten, wo Unruhe und Krieg herrschten.

Es wird weiter betont, daß die Geschäfte der spanischen Bolschewisten sehr schlecht stehen müßten, da sie immer erneut Versuche unternäh­men, mit allen Mitteln England gegen die Franco- Regierung aufzubringen und es in den Konflikt aktiv an die Seite der spanischen Bolschewisten hineinzuziehen. Man sei sich in Valencia klar dar­über, daß die Sache der roten Seite verloren fei, wenn nicht noch ein Wunder geschehe und eine starke Hilfe von außen käme, zumal der große Sieg der nationalspanischen Truppen in Nord- fpanien die Stimmung unter den bolschewistischen Milizen und insbesondere im Hinterland außer­ordentlich beeinflußt habe. Die Suche der eng- lischen Kriegsschiffe nach dem U-Boot, das den ZerstörerHavock" angegriffen hat, werde sicher- lich erfolglos fein, denn das U-Boot, habe zweifel­los längst wieder einen der in der Nähe befind­lichen rotspanischen Häfen ausgesucht und befinde sich in Sicherheit.

Im Zusammenhang damit wird von national- spanischer Seite auf die zwiespältige Hal- tung Englands aufmerksam gemacht, dessen Presse jetzt zu einem großen Teil energische Maßnahmen verlange, und die Dinge fo

richtig rät, wieviel Küken ausfteigen, der soll der Hochzeiter fein."

Da machen die Leut' ein Gesicht, als ob sie Hofenknöpfe verschluckt hätten. Und dann gehen sie zag und still davon.

Die schwerste Sorg' trägt der Franzl. Wenn der Wirt seine Tochter um Taler vergäbe, hätt' er die wenigste Aussicht. Aber alleweil hat er geglaubt, die Resi möcht ihn am liebsten. Potzblitz, hat denn das Mädel kein Herz, daß es sich wie eine Jahr- marftsgans verschachern läßt?

Nein, er kann's nicht glauben. Der Alte ist ein Fuchs; es muß etwas ganz Besonderes hinter sei­nem Vorschlag stecken.

Ja, aber was? Der Franzl kriegt langsam Backen wie ein Rabe, den man mit Heu füttert. Er brütet mie bes Wirtes schwarze Henne und sinniert und Eombimert, bis ihm der Schädel raucht. Endlich glaubt er, den Faden der Schlinge zu haben, in der er hangen soll.

Aber er muß es bestimmt wissen, eher hat er reine Ruh. Eines Abends schleicht er hinter des alten Haus, lockt den Hund mit einem dicken Kno- er ' fielst einen Dietrich hervor und eine Taschenlampe und stattet der Bruthenne einen Be­such ab.

lieber vier Wochen versammeln sich die vier Freier im Extrastübchen des Dorfkruges. Der Ferdl tragt einen Gehrock. Er war in der Stadt bei der Wahrsagerin und fühlt sich sicher wie ein Ferkel im Trog. Dem Hein läuft der Schweiß, als ob er juft vom Dreschen käme, und der Rupert ist bleich wie eine Käserinde.

Alsdann", fragte der Wirt,was meint ihr?" Acht!" Jagt der Ferdl schnell.

Falsch!"

Zehn", folgt Hein.

Nein!"

Neun", rät Rupert.

Daneben! Und du, Franzl?"

Ich sage: gar keins!"

Da macht der Alte ein Geschau, als ob er plötz- lich Hemd und Hose verloren hätt' und einen Beu- tel Gold dazu. Resi aber faßt den Hochzeiter mit beiden Händen.

Franzl, Franzl, hat 's geraten! Nein, wie ich mich freu'! Aber wie bist du nur darauf gekom­men?"

darstelle, als ob es sich um den ersten Angriff auf ein Kriegsschiff im Mittelmerr handele. Man verschweige völlig den mehrfachen bolsche­wistischen U-Bootangriff auf den deutschen KreuzerLeipzi g", vom Luftangriff auf das PanzerschiffDeutschland" ganz zu schweigen, und bemühe sich jetzt, diejenigen Maßnahmen von der englischen Regierung zu erreichen, die man Deutschland anläßlich des Angriffes auf den KreuzerLeipzig" trotz der vorher im Nichtein- mischungsausschuß gegebenen Versicherungen ver­weigert habe.

Von derLeipzig" zumHavock"

Die englische Öffentlichkeit schäumt vor Wut wegen des Torpedoangriffs auf den Zerstörer H a o o ck". Wofür wir volles Verständnis haben. Leider haben wir das gleiche Verständnis bei den Briten seinerzeit vermißt, als die Roten in der gleichen Weise mehrere Torpedoangriffe auf unseren KreuzerLeipzi g" ausführten. Was wir damals zu dieser bolschewistischen Piraterei aus englischem Munde zu hören bekamen, war derart auf An­zweiflung unserer Behauptungen und vor allem auf Ablehnung unseres berechtigten Wunsches nach kollektiver Abwehr und Bestrafung der roten An­greifer abgestellt, daß uns in der Tat nichts ande­res übrig blieb, als aus der Seekontrolle auszu- scheiden. Wir könnten nun Gleiches mit Gleichem

vergelten und wörtlich das abschreiben, was die Londoner Presse seinerzeit zum völlig gleichgelager­ten Fall der Leipzig" zu sagen hatte. Das würde den Briten ganz gewiß nicht gefallen. Zu ihrem Trost sei es ihnen gesagt, daß wir gar nicht die Absicht haben, auf ihre dem Bolschewismus gegen­über völlig verfehlten Methoden zurückzugreifen, mögen auch viele englische Zeitungen in trautem Verein mit der Mehrzahl der Pariser Blätter be­haupten, daß ein nativnalspanisches U-Boot den Angriff durchgeführt hat. Irgendein Beweis dafür liegt nicht vor, wohl aber schließt die Gesamtpolitik Francos jedes derartige Unternehmen von vorn­herein aus. Dafür haben wir die Taktik der Bolfche- wisten zur Genüge kennengelernt, die mit Dem Flaggenmißbrauch anfing und soweit gediehen ist, daß man unterseeisch vorgeht, weil bei Diesem Ver­fahren der Angreifer unerkannt bleibt und nun den Bolschewistenfreunden Gelegenheit gegeben ist, stim­mungsmäßig gegen Franco und alle Antibolsche­wisten zu hetzen. Ein würdiges Bild bietet alfo die britische Oeffentlichkeit insofern nicht, als es sich bei ihrer berechtigten Erregung um die Richtung ihrer Anklagen dreht. Sie hat sich die falsche Adresie aus- «, was ihr nicht zum Vorteil gereichen kann.

lindheit, mit der sie bei der Behandlung des Angriffs auf dieHavock" zu Werke geht, ist auf­schlußreich dafür, wie tief man bereits im Sumpfe ber bolschewistischen Geistesverwirrung steckt. Sbt.

Beschluß des Ministerrats zum Schuh der Schiffahrt.

London, 2. Sept. (DNB.) Um 11 Uhr begann im Außenamt eine Ministerbesprechung über den U-Boot-Angriff auf den britischen Zer­störerHaoock" im Mittelmeer. An der Besprechung nahmen außer Eden der Präsident des Staats­rates, Lord Halifax, Marineminister Cooper, Schatzkanzler Sir John Simon, Dominienmini- ster Malcolm Macdonald und Kolonialminister Ormsby-Gore teil. Im Anschluß an den Mi­nisterrat wurde folgendes Communiqu6 ver­öffentlicht: Ein Ministerrat unter Vorsitz des Schatz­kanzlers wurde heute im Außenamt abgehalten, wobei die Internationale Lage sowohl im Fernen Osten wie im Mittelmeer erörtert wurde. Im Hinblick auf die j ü n g ft e n A n gri ff e auf die britische Schiffahrt wurde beschlossen, die Zahl der Zerstörer im westlichen Teil des Mittelmeers zu verstärken. Es wurden weiter Vorkehrungen für eine Ka b i n e 11 s s i tz u n g in der nächsten Woche getroffen. Außenminister Eden teilte dem französischen Geschäftsträger in London mit, daß die britische Regierung den französischen Vor­schlag einer Diskussion der Lage im Mit­telmeer unter Den Mittelmeermäch- t e n anläßlich der in der nächsten Woche stattfin­denden Tagung des Völkerbundsrates in Genf angenommen hat.

Die Morgenblätter berichten besonders die Tat- fache, daß für den nächsten Mittwoch eine Voll­sitzung des Kabinetts einberufen worden ist. Es wird angenommen, daß Ministerpräsident

Chamberlain seinen Urlaub in Schottland un« terbrechen wird, um den Vorsitz zu übernehmen. Voraussichtlich werden sämtliche Minister mit Aus­nahme des Marineministers Duff-Cooper anwesend sein, der auf der AdmiralitätsjachtEmchantreß" eine Fahrt durch das Mittelmeer unternimmt. Zu den geplanten Besprechungen der Mittel­meermächte in Genf würden zunächst nur die in Genf vertretenen Mittelmeerstaaten dazu eingeladen werden, nämlich England, Frank­reich, die Türkei, Griechenland, Jugoslawien und möglicherweise auch Aegypten. Valencia könne aus offensichtlichen Gründen nicht zur vollen Mitarbeit durch die Unterzeichnerstaaten des Nichteinmischungspaktes eingeladen werden. Es wird aber betont, daß wahrscheinlich auch Ita­lien eingeladen werde, wenn es der Völker­bundssitzung beiwohnen wolle. Aus Rom wird hierzu berichtet, daß die italienische Regierung eine solche Einladung annehmen würde.

Daily Telegraph" will erfahren haben, daß Frankreich in Gens voraussichtlich Vorschlägen werde, daß die Kriegsschiffe aller betroffenen Mächte eine kollektive Aktion gegen feeräube» rische U-Boote und Kriegsschiffe unter­nehmen sollen. Das würde bedeuten, daß die Kriegs­schiffe irgend einer Nation im Mittelmeer den ange­griffenen Handelsschiffen zu Hilfe eilen und ihren Schutz nicht nur auf eigene Schiffe beschränken würden. Der Erklärung Mussolinis, daß er kei­nen Bolschewismus im Mittelmeer dulden wolle, werde vielleicht ein englisch-französischer Ent-

Ei", sagt der,ich hab' gedacht, weil's schon reichlich spät ist aum Brüten, hast du ihr Porzellan­eier untergelegt.

Kunst und Wissenschaft.

Trauerfeier für Adele Sandrock.

Für die nächsten Freunde und Verwandten Adele Sandrocks fand im Trauerhause in der Leibniz- straße in Eharlottenburg eine Trauerfeier statt. Der Sarg ruhte inmitten zahlreicher Blumen und Kränze. Vor dem Trauerhause hatte sich eine un­übersehbare Menschenmenge eingefunden, die aber feinen Zutritt erhalten konnte, da der Raum zu beschränkt war. Als Vertreter von Neichsminister Dr. Goebbels war der Präsident der Reichs­theaterkammer Dr. Rainer Schlosser erschienen, der einen prachtvollen Kranz des Reichsministers übe'brachte. Dann begann die Trauerfeier, die von Gesangsvorttägen umrahmt war. Pfarrer Loh­mann schilderte in seiner Trauerrede das an Arbeit und Mühen, aber auch an Erfolgen so reiche Leben Adele Sandrocks und segnete die Leiche für die Ueberführung nach Wien ein. Unter den Beileidstelegrammen befand sich auch ein Tele­gramm von Reichskriegsminister v. Blomberg. Der Präsident der Reichsschrifttumskammer Hanns Io H st und Prof. Dr. e. h. Peter Raabe hatten Beileidsschreiben gesandt. Die sterbliche Hülle Adele Sandrocks wird zur offiziellen Trauerfeier am Samstag im Theater in der Saarlandstraße auf­gebahrt werden. Am Sonntag findet die lieber® führung der Leiche nach Wien statt.

Neue deutsche Film-Erfolge in Venedig.

®Sne&ig, 2. Sept. (DNB.) Kurz vor dem Ab- chluß der Internationalen Filmkunst- schau konnte Deutschland noch zwei große Erfolge mit der Uraufführung des FilmsDie War- schauer Zitadelle" und mit dem Dokumentar- film über die Entstehung des Olympiafilms erringen. Der von Fritz Peter Buch gedrehte To­bis-SpielfilmDie Warschauer Zitadelle" ist ein oon starker dramatischer Spannung erfülltes Werk, Das den Freiheitsdrang des unter der Zarenherr- Mft geknebelten polnischen Volkes verherrlicht. Der üilm zeichnet sich durch die Geschlossenheit seiner I

Handluna aus. Die Personen sind knapp und scharf gezeichnet. Hervorzuheben sind Werner Hinz als Studentenführer Konrad sowie Viktoria von Bal­last o und Maria S a z a r i n a in den weibli- chen Hauptrollen. Die russischen Offiziere sind aus­nahmslos kraftvoll und lebenswahr dargestellt

Ein Meisterwerk der Filmkunst, das in seiner Art einzig dasteht, ist der von Tobis gemeinsam mit Der Olympia-Filmgesellschaft hergestellte Film über Die Entstehung des Olympiafilms. Beim Ablauf die- ses kurzen spannenden Dokumentarfilms konnte man etwas von der Hochstimmung nacherleben, die während der Berliner Olympiatage 1936 Hundert- taufenDe bewegte. Der Film läßt einen Blick in die großartige Filmarbeit tun, die Leni Riefenstahl während der Olympischen Spiele mit ihrem Mit­arbeiterstab geleistet hat. und die in zwei großen Filmen von Den Olympischen Spielen ihren Nieder­schlag finden wird. Man sieht die Filmoperateure an Der Arbeit, Die Wettkämpfer werden beim Trai­ning und bei den entscheidenden Kämpfen in Auf­nahmen von erstaunlicher Klarheit vorgeführt. Die Verherrlichung Der jugendlichen Kraft, die Den We­senskern des olympischen Gedankens bildet, ist in dem Film glücklich mit Den Vorbildern aus der an- tifen Kunst als höchster Verkörperung des Schön­heitsideals verknüpft worden. Der Erfolg des Films war außerordentlich stark.

Der unter der Leitung von D uv i vier ge­drehte Sigma-FilmUn Carnet de Bal" ein mit großer Sorgfalt und hohem künstlerischem Kön­nen ausgearbeitetes Werk, fand eine sehr herzliche Aufnahme.

Neuerscheinungen des Propyläen-Verlages.

Der Propyläen-Verlag, Berlin, kündigt folgende Neuerscheinungen an: Willy Andreas und Wil- Helm v Scholz: Die © r o 6 e n Deutle n. Neue deutsche Biographie. Band 5. (Ergänzungs- banb.) - Phylli- Senile»: Das Erbe ber X royds. Roman. Friedrich Bischoff- Der Wassermann. Roman. Marja Dom- bromfta: Die Landlosen. - Roman. - Walther v. Hollander: Oktober. Roman. Gerd v. Klaß: Das alte Haus. Roman einer 9anH/eiV"r-Gb9aJ TOaa6: Werde 1 ust. Roman. Ulrich S ander: Marie Godglück Ro- man. - Franz v. Schmidt: Jchcheiße Vic- t o r JDc o r s. Aus den Papieren des Leutnants von S.