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Tag der Stadt Gießen"

bei der Hitler-Uriauber-Kameradschast.

schäft Wetterau" findet am 6. A u a u st um 20 Uyr im Cafe Leib statt. Zahlreiches Erscheinen mit erwachsenen Familienmitgliedern ist Pflicht. Reichhaltiges Programm mit musikalischen und humoristischen Darbietungen.

NGOAV. Amt für Volkswohlfahrt. Ortsgruppe Gießen-Nord.

Am Montag, 2., Dienstag, 3., und Mittwoch, 4. August, wird im Bereich der Ortsgruppe Gießen- Nord der Lebensmittelopferring durchgeführt.

Die Hausfrauen werden gebeten, die Pfundpäck­chen bereitzulegen.

Flaggen-Regelung.

Der Kreisleiter des Kreises Wetterau bringt in den Parteiamtlichen Bekanntmachungen folgendes über die Flaggen-Regelung zur öffentlichen Kenntnis:

Immer wieder muß bei örtlichen, nicht von der Partei veranstalteten Feiern festgestellt werden, daß die einheitliche Regelung der Beflaggung noch nicht durchgeführt worden ist. In dem Erlaß des Reichs­und Preußischen Innenministers vom vorigen Jahre heißt es:

Nachdem durch die Bestimmung der Haken­kreuzflagge zur alleinigen Reichs- und National­flagge die Einheit und Geschlossenheit des deut- ,'chen Volkes ihren sinnfälligen Ausdruck gefunden hat, muß erwartet werden, daß auch den Privat­personen bei feierlichen Anlässen ausschließlich die Hakenkreuzflagge gezeigt wird. Es widerspricht daher dem Geiste des Reichsflaggengesetzes und dem Wesen der Volksgemeinschaft, wenn von ihnen neben oder an Stelle der Hakenkreuzflagge andere Flaggen, z. B. die bisherigen Landes­flaggen oder Kirchenfahnen gehißt werden." Hiermit ist eine eindeutige Regelung erfolgt."

BOM.-ilntergau 116.

Delr. Großfahrt. Südtirol.

An der Auslandsfahrt des Untergaues 116 kann sich noch ein Mädel beteiligen. Die Fahrt beginnt am 7. August und dauert ungefähr drei Wochen. Fahrtkosten betragen 80 Mark, evtl, kann Zuschuß gewährt werden. Meldungen bitte sofort an den Untergau.

Vetr. Umschulungslager.

Mädel, die an unserem Umschulungslager in Neunkirchen, Westerwald, teilnehmen wollen, mel­den sich sofort bei der Sozialstelle.

GS.-Trauerparade

auf dem Gießener Friedhof.

Schlicht wie das Leben eines Staffelmannes war auch die Trauerparade für den im Alter von 25 Jahren kurz nach Beendigung seines Staatsexamens für das Forftfach verstorbenen SS.-Unterscharfüh- rer Hans Georg Paul aus Schlesien, die am ge­strigen Montagnachmittag auf dem neuen Friedhof stattfand. Im Vorhof der Friedhofskapelle stand unter einer Fülle von Sommerblumen und frischen Kränzen der Sarg des Dahingegangenen, eingehüllt von der schwarzen Fahne mit der Sigrune. Davor standen seine Staffelkameraden im Stahlhelm mit den im Winde flackernden Fackeln, die Sturmfahne, hinter der er fast sieben Jahre marschiert war, zur Ehrenwache. Der SS.-Sturm 1/83 und Abordnun­gen des SS.-Sturmbannes 1/83, sowie ein Ehren­sturm des NSKK./147 mit der Sturmfahne bildeten das Ehren-Spalier.

Mit den Vertretern der Partei und ihrer Gliede­rungen, der Universität, des Forstinstituts, der NS- Studentenschaft und der Kreisjägerschaft hatten sich auch viele Kameraden und Freunde des Verstorbenen aus der Kampfzeit zum letzten Abschied auf dem Fried­hof eingefunden. Mit den aus Schlesien hierher gekom­menen Eltern der Braut und den Angehörigen betrat SS.-Standartenführer M ü l l e r den Ehrenhol. Der Musikzug der SS.-Standarte 83 aus Hanau leitete die Trauerfeier mit getragenen Weisen ein. Der Referent für das Schulungswesen des SS.-Stur- mes, Goubeaud, sprach dann kurze Worte der Weihe und der Besinnung. Seine Ausführungen richteten die Gedanken auf den seines Wertes be­wußten Menschen, dessen Ruhm und Ehre seines tätigen Lebens allein dem Volke gebühre, für das er streite und für das er lebendig fei. Für die Staf­felmänner nahm Untersturmführer 1'83 Behncke Abschied von dem Staffelmann und Nationalsozia­listen, dem aufrechten und treuen Kameraden, der alles für sein Volk, seinen Führer und seine Staffel

Der gestriae erste Ferientag der Hitler-Urlauber- Kameradschaft, der von der Hauptamtsleitung für die Hitler-Freiplatz-Spenden die ehrende Bezeich­nungDeutschland" m Gießen gegeben wurde, stand unter dem MottoTag der Stadt Gießen".

Den Auftakt bildete nach dem Vormittag eine Stadtrundfahrt, bei der als Vertreter der Kreisamtswaltung der NSV. Pg. B u r g e l e i t und als Vertreter der Stadtverwaltung Stadtbau­rat G r a v e r t die Gäste begleiteten. Stadtbaurat G r a o e r t erklärte den Urlauber-Kameraden die Stadt, ihr Entstehen und ihr Werden. Er führte sie zu den drei für die Stadt bezeichnenden Höhen, dem Seltersberg, dem Trieb und dem Rodberg, von wo aus sich den Kameraden eine gute Ueber- sicht über die Lage der Stadt zur Lahn und die Aussicht auf Gleiberg und Schiffenberg bot. Bei der Besichtigung der Innenstadt erklärte Stadtbau­rat G r a v e r t den interessiert zuhörenden Hitler- Urlaubern die Entwicklung der Stadt vom Ur­sprung der Burg bis zu den im Laufe der Zeit sich ausweitenden Stadtmauern und Wällen. Aus die­ser historischen Entwicklung wurden die verschiede­nen altertümlichen Schmuckstücke verständlich, die eingehend besichtigt wurden. Besonderen Eindruck machte auf die Männer auch die AusstellungDeut­sche Werkstoffe im Handwerk" auf der Liebigs- höhe.

Nach dem Abendessen vereinigten sich mit ihnen Beigeordneter Bogt mit einigen Beamten der Stadt zu einem Kameradschaftsabend im Studentenheim. Dabei entbot Beigeordneter Bogt im Auftrage des in Urlaub befindlichen Oberbür­germeisters den Besuchern herzlichen Willkommens- gruß. Er erkannte dankbar die großzügigen Vor­bereitungen des Kreisamtswalters der NSV., Frank, an, dem durch die Opferfreudigkeit des Bundes deutscher Beamten des Kreises Wetterau die Möglichkeit geboten wurde, etwas Besonderes zu leisten. Mit großer Freude hob er die der Hit­ler-Kameradschaft durch die Zuerkennung des Titels Deutschland" zuteil gewordene Auszeichnung her­vor, die auch die Stadt Gießen mit Stolz erfülle.

In seinen weiteren Ausführungen wünschte er den Kameraden gute Erholung körperlicher und geistiger Art, damit sie daraus die Kraft zu neuer Arbeit und neuer Tat für die ihnen am Aufbau­werk des Führers gestellten Aufgaben schöpfen.

getan hat. Nach tröstlichen Worten für die Eltern und die Braut erneuerte Untersturmführer Behncke das Treuegelöbnis zum Kameraden, und die Staffel­männer sangen ihm zum letztenmal das Kampflied der Schutzstaffeln. Für die Universität und das Forstinstitut rief Universitätsprofessor Dr. Zent­graf dem jungen hoffnungsvollen Kameraden herz­liche Worte der Anerkennung nach. Im Auftrage Se. Magnifizenz des Rektors, der im Ausland weilt, sprach er aus, daß der Rektor nicht nur einen seiner engsten Mitarbeiter, sondern auch einen lie­ben und treuen Freund in dem Verstorbenen be­trauere.

Während der Musikzug eine Trauerweise spielte, formierte sich der Trauerzug zum letzten Gang ans Grab. Unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden wurde der Sarg der Erde übergeben, und ein Staffelkamerad des Verstorbenen tauschte den Dolch des Freundes gegen seinen eigenen aus, zum Zeichen der über das Grab hinaus fortdauern­den Kameradschaft. Noch einmal svrach der Schul­referent Goubeaud Worte der Besinnung. Dann trat SS.-Standartenfübrer Müller an das Grab und rief seinem Unterführer und Kameraden Worte des Dankes und der Treue nach. Für den NS.» Studentenbund legte SA.-Obertruppführer Adam einen Kranz nieder. Während der weiteren Kranz­niederlegungen klana der Marschschritt der schwar­zen Kolonnen zum Grabe herüber, die im Parade­schritt mit wehender Fahne Abschied von ihrem Ka­meraden nahmen.

Mit dem Kampflied der Beweaung fand die eindrucksvolle Trauerparade ihren Abschluß.

Große Gefluaelausstelluna in Gießen.

Dabei hob er hervor, daß die Stadt sich große Mühe gebe, um ihnen die Tage der Erholung zu­gleich zu einem schönen Erlebnis zu gestalten. Durch die Verbindung des Zweckmäßigen mit dem Schö­nen, wie es am Nachmittag die Stadtrundfahrt ge­zeigt hat, sollen die Gäste Gießen und seine Be­völkerung, aber auch die Landschaft kennenlernen und von den schönen Eindrücken noch lange zehren.

Der Führer der Hitler-Urlauber-Kameradschaft Deutschland", Hellwig, dankte dem Beigeord­neten Vogt für seine freundlichen Begrüßungsworte. Er wies seine Kameraden darauf hin, daß sie durch die Fahrt durch die deutschen Gaue sich das beste Bild von dem machen können, was überall und auf allen Gebieten geleistet wurde Wie die Kameraden auf der Fahrt nach Gießen mit eigenen Augen ge° sehen haben, was bisher erfüllt worden ist, so er­leben sie auch an sich, obwohl nichts versprochen wurde, was Außerordentliches zustande kam. Der Kameradschaftsführer sprach seine Freude über all das aus, was sie hier bisher gesehen und erlebt haben. Er stellte fest, daß jeder einzelne hier ein Stück dessen vorfinde, was sie überall antreffen, die Mutter Erde und das Vaterhaus und diese sind der schönste Begriff für den einen Ausdruck Deutschland", für den sie alle sich selbstlos und freudig eingesetzt haben. Mit besonderer Freude hob er die Verleihung des EhrentitelsDeutsch­land" hervor. Mit Dankesworten an Kamerad G r a v e r t für die lehrreiche Führung und ganz besonders an die Stadtverwaltung übermittelte Kameradschaftsführer Hellwig den Ausdruck be­sonderer Anerkennung für die Stadt Gießen.

Nach meinem frohen Umtrunk entbot einer der Kameraden dem Beigeordneten Vogt noch einmal einen speziellen Dank und verband damit den Gruß seiner Kameraden an das gastfreie Gießen. Dank­erfüllt brachten die Kameraden dem Führer für all das Schöne, das sie erleben dürfen, den Treu­gruß dar.

*

Am heutigen Dienstag besichtigt die Kamerad­schaft die Gießener Museen und das Liebig-Museum, um dann am Nachmittag dem Schiffenberg und der Klosterruine Arnsburg einen Besuch abzustatten. Auch hierfür hat die Stadt wieder ihren Omnibus zur Verfügung gestellt. Der morgige Mittwoch ist demTag der Wehrmacht" gewidmet.

vollem Gange. In der Monatsversammlung am Samstag wurden alle Fragen noch einmal ein­gehend erörtert. Der Vorsitzende Fr. Bauer konnte dabei die vielversprechende Mitteilung machen, daß allein sechs Sonderoereinigungen ihre Bezirks-, ja einige sogar ihre Hauptschau nach Gießen geben und mit der Landesfachgruppenschau verbinden werden. Daraus allein schon ist der Um­fang der bevorstehenden Veranstaltung zu erken­nen, aber darin ist auch ein Vertrauensbeweis zu ersehen, den man dem Geflügelzuchtverein Gießen und den Gießener Platz-, Verkehrs- usw. Verhält­nissen entgeaenbringt. Geflügel aller Art, aller Ras­sen, aus allen Gauen Deutschlands wird in der Gießener Volkshalle etwa 25 Richtern zur Bewer­tung gestellt werden.

Eine sobald nicht wiederkehrende Gelegenheit bie­tet sich hier für alle Geflügelliebhaber, sich an der Schönheit edler Rassetiere zu erfreuen. Nicht nur zu erfreuen! Die Ausstellung will ganz besonders den wirtschaftlichen Wert der Rasseaeflügelzucht Herausstellen. Immer noch bevölkert rasseloses Ge­flügel die Höfe, zum Schaden der Besitzer, zum Schaden der ganzen Wirtschaft. Gerade hier auf­klärend zu wirken, hat sich der Gießener Geflügel­zuchtverein zur Pflicht gemacht.

Neben verschiedenen anderen Punkten wurde noch die Frage der Futterbeschaffung behandelt, derzu- iolge in dieser Woche Legemehl und Mais zur Austeilung kommen.

Zu feinem 50. Geburtstage wurden dem Vereins­vorsitzenden Bauer von dem Verein die besten Wünsche ausgesprochen und ihm ein Geschenk als äußeres Zeichen der Dankbarkeit überreicht.

(Siebener Wochenmarktpreife.

25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Wirsing, Yi kg 9 bis 12, Weißkraut 8, Rotkraut 9 bis 12, gelbe Rüben 9 bis 12, rote Rüben 8 bis 12, Spinat 20- Römischkohl 8 bis 12, Bohnen, grün 12 bis 20, gelb 15 bis 20, Erbsen 20 bis 30, Tomaten 12 bis 22, Zwiebeln 10 bis 12, Pilze 45 bis 50, Kartoffeln, neue, kg 5 Pf., 5 kg 50 Pf., 50 kg 4,50 bis 5 Mark, Frühäpfel, V» kg 25 bis 40, Falläpfel 5 bis 6, Pfirsiche 35 bis 45, Brombeeren 30 bis 35, Preiselbeeren 38 bis 40, Birnen 20 bis 38, Heidel­beeren 34, Pflaumen 17 bis 40, Zwetschen 28 bis 30, Mirabellen 35 bis 41, Renekloden 32 bis 37, Blu­menkohl, das Stück 10 bis 47, Salat 8 bis 9, Salat­gurken 4 bis 20, Einmachgurken \XA bis 2, Ober­kohlrabi 5 bis 8, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf.

** Mieterjubiläum. Seit nunmehr 25 Jah­ren wohnt der städtische Arbeiter Heinrich Schuchardt im Hause von Rupps Erben, Eder- straße 18. Das Jubiläum beweist ein schönes Einver­nehmen zwischen Vermieter und Mieter.

** Unfall bei der Arbeit. Der 45 Jahre alte Bauarbeiter Wilhelm Einig aus Mengers­kirchen (Westerwald) verunglückte gestern durch Sturz auf seiner hiesigen Arbeitsstätte so schwer, daß er mit Rippenquetschungen, vermutlich auch Rippenbrüchen, von der Sanitätskolonne der Chirur­gischen Klinik zugeführt werden mußte.

** Verkehrsunfall. Heute morgen ereignete sich zwischen Gießen und Wieseck ein Derkchrsun- fall. Der Kraftfahrer Willy D ö r i n g e r von hier, Steinstraße 21, der zu Fuß von Wieseck nach Gie­ßen unterwegs war, wurde von einem Personen­kraftwagen angefahren und kam dabei schwer zu Fall. Der bedauernswerte Mann erlitt, soweit bis­her festgestellt werden konnte, eine schwere Gehirn­erschütterung und muhte in die Chirurgische Klinik gebracht werden. Der Verunglückte liegt noch jetzt in bewußtlosem Zustand darnieder. Der Kraft­wagenführer fuhr weiter, ohne sich um den Ver­unglückten zu kümmern.

Treffen der 115er in Darmstadt.

Lpd. D a r m st a d t, 1. Aug. Am Samstag und Sonntag trafen sich im geschmückten Darmstadt, der alten Garnison, Tausende von Kameraden des alten hessischen Infanterieregiments 115, des ältesten Regiments der deutschen Armee, und seiner Ersatzformationen des Weltkrieges, sowie die aktiven 115er zu einem Kameradschaftstreffen. Bereits der Auftakt am Samstagabend, zu dem sich zahlreiche Ehrengäste der alten und neuen Wehrmacht, aus Partei, Staat und Stadtverwaltung in der Fest­halle eingefunden hatten, war von echt kamerad­schaftlichem Zusammenhalt getragen. Der Führer des Bundes hessischer Leibgardisten, Exzellenz Ge­neral von Oidtmann, gedachte zunächst der ge­fallenen Helden des Regiments und übergab dann Schellenbaum, Lyra und den Stock des Regiments­tambours Oberst Völkers vom Infanterieregi­ment 115, der sie mit dem Gelöbnis übernahm, stets in Treue die Tradition des ehemaligen hessi­schen Leibgardeinfanterie-Regiments 115 zu wah­ren, eingedenk des alten Wahlspruchs des Regiments Mit Gott für Ehre und Vaterland." Der Sonn­tag brachte nach dem Totengedenken am Ehrenmal des Regiments Vorführungen der aktiven Truppe auf dem Exerzierplatz. Am Nachmittag marschierte der große Festzug der alten und jungen 115er und zahlreicher Ehrenformationen durch die Stadt nach dem Festplatz. Auf dem Exerzierplatz vor der Fest­halle schloß sich ein kameradschaftliches Zusammen­treffen an, das bis in die späten Abendstunden dauerte.

Rundsunkvroaramm

Mittwoch, 4. August.

6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.05: Wetterbericht. 8.10: Gnmnastik. 8.30: Aus der Funkausstellung Berlin: Morgenkonzert. 10: Aus der Funkausstel- lung Berlin: Blasmusik. 12: Aus der Funkausstel­lung Berlin: Militärkonzert aus unseren Gauen. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Aus der Funkausstellung Berlin: Militärkonzert aus unseren Gauen. 14: Nachrichten. 14.10: Aus der Funkausstellunq Berlin: Allerlei von zwei bis drei. 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Aus der Funkaus­stellung Berlin Deutsches Volkslied in aller Welt. 16: Aus der Funkausstellung Berlin: Unser singen­des, klingendes Frankfurt. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Aus der Funkausstellung Berlin: Klänge der Heimat. 21: Nachrichten. 21.15: Freiburger Se- renaden-Musik. 22: Nachrichten.

Vom Geflügelzuchtverein Gießen wird uns be­richtet:

Die Dorbereitungsarbeiten für die große Lan­desfachgruppenschau, die vom 26. bis 28. November in der Volkshalle zu Gießen stattfindet, sind in

* Gießen, 3. Aug. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, Vi kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis

Susannes Tochter.

Vornan von Hedda Westenberger.

Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlin W 35

14 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Und es ist sonderbar: noch als Lyk vor Sabine steht und sie ansieht, verlangt seine Vernunft, daß er nicht nachgeben, sondern beharren und nein sagen soll zu Sabines unausgesprochener Bitte. Aber als sie nun den Kopf gehoben hat und ihre Augen so klar auf ihn gerichtet sind, bringt er es plötzlich nicht über die Lippen. Statt dessen lächelt er etwas unbeholfen, bedrückt und wie in Be­schämung und sagt halblaut:Ich will es mir also überlegen, Sabine. Da Sie so sehr für den Mann sprechen..."

Sabine macht eine überraschte, unbeherrschte Be­wegung. In ihrem Gesicht glänzt hell die Freude auf und der Stolz, daß sie, Sabine, diese Wendung zustande gebracht hat bei dem großen Plantagenlyk.

Aber Lyk hat sich schon umgedreht, um ins Haus zu gehen. Er schiebt hart das Kinn vor. Nur keine Sentiments", alter Freund, nicht wahr? Das bitt' ich mir aus.

*

Schon in aller Frühe so fleißig, Herr Michai­low?" fragt Lyk verbindlich und macht ein paar Schritte in die hellgestrichene Fuchsküche hinein, wo Michailow mit aufgekrempelten Hemdärmeln vor einem großen, gescheuerten Tisch steht und das Fuchsfutter für die Morgenfütterung herrichtet.

Michailow freut sich, daß Herr Lyk sich einmal mit eigenen Augen davon überzeugen kann, was für ein fleißiger Fuchser Igor Michailow doch ist.

Lyk tritt ein paar Schritte näher und beobachtet interessiert, wie Michailow Fleisch, Gemüse, Milch und Eier mischt. Er wolle nicht weiter stören, be- ainnt er dann, sondern nur wissen, ob Herr Michai­low vielleicht ein wenig Zeit habe...

Zeit?

3a, nickt Lyk, und es hat den Anschein, als über- winde er eine kleine Verlegenheit, es handle sich darum, daß er einen Begleiter für Fräulein Lorenz suche. Er habe sich gedacht, daß sie diesen herrlichen

Tag für eine größere Fußtour ausnutzen solle, aber allein könne man sie nicht gut wandern lassen, und er selbst fühle sich seines Herzens wegen größeren Unternehmungen noch nicht gewachsen.

Michailow schiebt den Eimer mit dem schwappen­den Brei beiseite und sieht Herrn Lyk unsicher an. Doch, sagt er dann verwirrt, wenn er damit den Herrschaften zu Diensten sein könne, werde er sich selbstverständlich frei machen, obwohl es eigentlich gegen seine Grundsätze gehe, die Füchse einen gan­zen Tag sich selbst zu überlassen, aber...

Oh", fällt ihm Lyk ins Wort,wenn Sie keine Zeit haben, ist es natürlich etwas anderes, dann muß Fräulein Lorenz eben doch allein gehen."

Michailow beobachtet ihn scharf. Soll das alles vielleicht eine Falle fein? Will man feststellen, wie weit sein sogenannter Arbeitseifer geht? Aber Lyks Gesicht, wie er dafteht und vor sich hinsieht, ist so ehrlich enttäuscht, daß Michailow seinen Verdacht sofort wieder verwirft. Nein, diese Anfrage ist offenbar ganz harmlos gemeint. Darum sagt Michailow nach kurzem Zögern in einem frischen und, herzlichen Ton:Ich hab' mir's überlegt, ich ftej zu Ihrer Verfügung, es ist ja zur Zeit eigent­lich nichts Besonderes los auf der Farm. Ich werde jetzt noch füttern, und alles übrige kann ja bann Joseph machen."

Lyk sieht erfreut auf:Wirklich? Nun, um so besser. Werden Sie gegen zehn Uhr bereit fein?"

Und richtig, Punkt zehn Uhr steht Sabine neben Michailow vor der Haustür und winkt Herrn Lyk zu, der ihr vom Balkon zuruft:Haben Sie sich auch was Vernünftiges zum Essen eingepackt, Fräu­lein Sabine?"

Ja, ja!"

Und was Warmes zum Ueberziehen für den Heimweg?"

Ja, ja, auch das."

Sind Sie nicht überhaupt ein bißchen zu leicht angezogen, Fräulein Sabine? Wir schreiben erst Mai und sind fast 1200 Meter hoch!"

Weiß ich alles, Herr Lyk, vielen Dank. Aber mir ist wirklich nicht kalt, ich bin doch abgehärtet!"

Na, dann also: Berg-Heil! Und viel Spaß!"

Er winkt väterlich hinunter und sieht den beiden aufmerksam nach. Michailow immer einen höflichen

halben Schritt hinter Sabine, in einer leicht zu ihr hingeneigten Haltung, und Sabine, sehr aufrecht in ihren netten, dunkelblauen Shorts und mit den noch fo kindlichen nackten Beinen.

Glückliche Jugend... denkt Lyk mit einem An­flug von Neid und Wehmut, wie sie ihn jetzt schon öfter gepackt hat, angesichts von Sabines Frische. Ob es nicht leichtsinnig ist, der Bekanntschaft zwi­schen Michailow und Sabine derart Dorlchub zu leisten? Ob es nicht eines Tages unangenehm ist, diesen Michailow, den man zu sehr herangezogen hat, berücksichtigen zu müssen?

Aber dann lacht er sich aus: was heißt denn heranziehen"? Ob die beiden hier auf dem Hof miteinander schwatzen oder unterwegs, das läuft auf dasselbe hinaus. Und überdies ist es im Augen­blick wichtiger, daß Sabine vom Hof ist, wenn Lorenz, den Lyk telephonisch zu sich bestellt hat, kommt.

Lorenz ist erstaunlich schnell da.

Der Knecht Joseph meldet ihn, während Lyk noch beim zweiten Frühstück auf der Veranda sitzt. So bleibt nichts, als ihn hereinzubitten und zum Niedersitzen aufzufordern, so unliebsam Lyk das Leicht-Vertrauliche einer solchen Situation für seine Zwecke auch ist.

Da sitzt nun' Lorenz in dem korbgeflochtenen Ses­sel seinem Jugendfreund Albert Lyk gegenüber, und in beider Gläser schimmert tiefrot der Wein. Durch das gelbe Tuch der Markise leuchtet warm die Sonne, und wenn man sich ein ganz klein we­nig nach vorn neigt, zeigt sich zwischen der Holz­umfassung der Veranda und der Markise, einge­rahmt wie ein Bild, die weite Kette der Berge und der grellblaue Frühlingshimmel dazwischen.

Schön ist es hier ..." sagt schließlich Lorenz, nachdem Lyk ihm eifrig kauend zugeprostet hat.

Ja, sehr schön. Aber lang doch zu: das Brot >st hier köstlich, und die Wurst hab' ich mir aus Pommern kommen lassen."

Lorenz langt gehorsam zu. Er sieht heute etwas besser aus als gestern. Der Bart ist zurechtgestutzt, und das Haar hängt ihm nicht mehr so tief über Öen Rockkragen, aber der Anzug ist unverändert fleckig und speckig.

Ich werd' ihm einen Anzug schenken oder Geld

geben, daß er sich einen kaufen kann, denkt Lyk und wehrt sich gegen das unbehagliche, bedrückte Gefühl, das langsam in ihm aufsteigt, während er lebhaft über alle möglichen Dinge spricht: über die neue Bahnunterführung, über die Füchse, ob die Farm sich rentiert, über die Schönheit der Gegend.

Lorenz hört ihm lange aufmerksam zu, steht Rede und Anwort und lacht auch entgegenkommend mit, wenn es sich als notwendig erweist. Aber dann kann er plötzlich feine innere Unruhe nicht länger mei- ftern. Lyk, der nur darauflosgeredet hat, weil er keinen Uebergang zu dem, was zu sagen wäre, fin­den konnte, bemerkt es sofort und rafft sich endlich Zu der Frage auf:Hast du über den ganzen Kram inzwischen nachgedacht?"

Lorenz nickt eifrig:Die ganze Nacht, Albert." Und?"

Lorenz atmet tief:Ich kann zu keinem anderen Entschluß kommen, Albert ich will hierbleiben!"

Hierbleiben---" wiederholt Lyk und fügt

halb spöttisch, halb bitter hinzu:Du ersparst mir wohl, dir über diesen Entschluß meine große Freude auszudrücken."

Aber Lorenz geht auf diesen Ton nicht ein. Seine Augen bekommen plötzlich Glanz, wie die Augen von Menschen, die fanatisch von einer Idee beseelt fwd:Ja, Albert, ich möchte sogar behaupten: ich muß hierbleiben. Nicht nur wegen Sabine. Nein, auch unabhängig davon möchte ich hierbleiben, muß ich hierbleiben. Ich habe bisher kein Land kennen­gelernt, wo ich so gut mit den Leuten fertig werde, wie hier. Ich weiß nicht, woran es liegt: sie sind so still und merkwürdig duldsam. Sie kümmern sich um keinen, sie fragen nicht, woher man kommt, weshalb man so ein armes Luder ist. Wenn man da ist, ist man da, und wenn man geht, dann geht man eben. Und nichts von Verachtung, weil man z^issene Stiefel trägt und eine ausgefranste Hose. Sie nehmen einen, wie man ist, und wenn man ihnen nichts tut und beim Roten fein Spielver­derber ist, dann tun sie einem auch nichts. Hier kann man leben. Es gibt so wenig Winkel auf unserer schönen Erde, von denen zu sagen ist, daß man dort leben kann. Aber hier..." 1

Lyk runzelt die Sttrn.Na ja, schön. Und nun weiter."

Fortsetzung folgt.