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Dienstag, Z. August 1957
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)
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System. Das habe ich mir fürs Leben gemerkt. Kein faules Obst auf dem Regal dulden ... Wenn so feine Sachen faule Stellen kriegen, nicht groß schneiden und sparsam sein — weg damit, verkochen! Uebrigens sind die Sommerbirnen, die ganz oben in der Kiste lagen, reichlich überreif — bitte, wenn Sie mich morgen beehren wollen, bringen Sie sich ein paar Tüten mit ...
Kinderlandverschickung zur Verfügung gestellt den wird.
Sehen wir uns in diesen Tagen einmal im Landschulheim Kesselbach um! Eine große Familie findet
schöne Erinnerungen mit nach House nehmen und zu Hause alles erzählen, was sie erlebten und sahen und in ihren Briefen nicht alles zu erzählen vermochten.
Sichtlich dankbar sind die Kinder für all das, was ihnen gegenwärtig im Schullandheim Kesselbach geboten wird. Diese Freude der Kinder mag all denen, die dazu beitrugen, daß 30 jungen Menschen dieses Gemeinschaftserlebnis zuteil wurde, eine Genugtuung sein.
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von Kesselbach. Kaum sind die Mädchen wieder aus dem Wasser zu bringen! Die Spielstunde folgt. Es wird gesungen, Ball gespielt und gesprungen Zwischen Nachmittagskaffee und Abendbrot werden Geschichten und Märchen erzählt, Lieder gelernt, manches der Mädchen hat zu flicken oder Strümpfe zu stopfen; Samstag gar wird große Wäsche gehalten.
So vergeht ein Tag um den anderen! Sorglos dürfen und sollen die Kinder in den Tag hinein- leben. Sie sollen zunehmen an Körpergewicht, sollen
sammenhängt. Man kann diese abfallenden Blätter nicht als stichhaltig für die gesamte Vegetation betrachten, und dennoch verbindet sich mit ihnen der erste Akt der sommerlichen Tragödie, die in den bunten, schließlich düsteren und nebligen Herbst führt.
Die rein sommerliche Klimastruktur herrscht nur in den ersten beiden Dritteln des August, das letzte Monatsdrittel — natürlich bestätigen Ausnahmen die Regel — bringt häufig charakteristische Vorstöße des herbstlichen Elements Es ist zu berücksichtigen, daß nach dem Höchststand der Sonne im Iuni/Iuli die Stärke der von dem Tagesgestirn ausgehende Wärmkraft jetzt allmählich nachläßt Merken wir in der gemäßigten Zone zunächst von dieser verminderten Sonnenkraft noch wenig, so beginnt doch in den nördlichen Breiten der Erdhalbkugel die Temperatur ziemlich stark abzunehmen. Es bilden sich in den subpolaren Breiten, wozu Grönland, Island, das Nordmeer und auch die nördlichen Teile Skandinaviens zu zählen sind Massen kälterer Luft, die bemüht ist, südwärts an Raum zu gewinnen. Aus diesen Dorstyßen nach Süden entstehen in der gemäßigten Zone, namentlich über dem Nordatlantik den britischen Inseln und der Nordsee Sturmwirbel, die für einige Tage die sommerliche Atmosphäre beherrschen und uns den bevorstehenden Jahreszeitenwechsel fühlen lassen. In Verfolg solcher Sturmwirbel, die in unserer Gegend meistens eher windiges und regnerisches Wetter bringen, gelangen die erwähnten kalten Luftmassen des Nordens zu uns und bewirken schnellen Temperaturabstieg, der in Ausnahmefällen sogar schon zu den ersten leichten Nachtfrösten führen kann Es muß allerdings zur Ehrenrettung des August gesagt werden, daß diese frühherbstlichen Stürme im August noch keine längere Lebensfähigkeit besitzen und meistens nach 48 Stunden wieder absterben, und dann die alte Sommerpracht erneut zur Geltung zu bringen.
Der normale Verlauf des diesjährigen Sommers — im Verhältnis zu unserem durchschnittlichen Klima ist das Wetter sogar besser gewesen, als wir erwarten können — verspricht, daß auch der
Links oben: Ein Teil der fröhlichen Schar an der Hoftreppe des Schullandheimes Kesselbach.
Nebenstehend: Der Tag wird bei fröhlichem Spiel, bei Gesang und Tanz verbracht. Inmitten der herrlichen Landschaft des Lumdatales verbringen die Kinder unbeschwerte Ferientage. Unser Bild zeigt im Hintergrund (links oben) dos schön gelegene Landschulheim Kesselbach.
(Aufnahmen s2j: Neuner, Gießener Anzeiger.)
3m August wird der Sommer müde.
Im August beginnt in der Natur der erste Akt der großen Tragödie des Sommers. Unter den drei Monaten Juni, Juli und August ist der letztere das Charakterbild einer übersättigten, abgekämpften Jahreszeit. Im August wird der Sommer müde, wie der Volksmund sagt. Man kann nicht behaupten, daß klimatisch gesehen für diese Lethargie eine Ursache gegeben wäre. Der meteorologische Sommer ist im August vielmehr noch in Vollkraft, die Monatsmitteltemperatur sinkt nur ganz unmerklich ab, und der größere Teil des August verfügt mit der vierwöchigen Hundstagsperiode noch über ausgesprochene Dauerwärme, die die Reife der meisten Früchte bringt und sich nicht selten zu einer Rekordhitze steigert, die Werte von 32 bis 35 Grad im Schatten erreicht. Auch registriert der August die relativ größte Sonnenscheindauer, wenn auch im absoluten Sinne diese durch die abnehmende Tageslänger kürzer ist, als im Juni und Juli. Der August ist ausgesprochen sonnenscheinreich und gc hört zu dem witterungsmähig bevorzugten Monat des Jahres, weil die dem deutschen Klima eigene Unbeständigkeit im August stark zurückgeht.
Es ist die äußere Form der Vegetation, die im August den Eindruck erweckt, als stände der Herbst hinter jeder trüben Wolke und hinter jedem Windstoß, der über Stadt und Land weht. Im August kommen die kahlen Stoppelfelder zum Vorschein, über die der Wind zwar sommerlich warm, aber ungehemmt dahinbläst Im August werden die Baumalleen in den Städten gelb und braun, das Laub beginnt in größeren Mengen zu fallen, und wepn auch die Wälder noch grün und frisch leuchten, die Baumreihen in den Straßen der Städte, die im Vorsommer so erfrischend und ermunternd den Weg des Menschen schmückten, schauen plötzlich starr zum Himmel. Zu Füßen raschelt das welke Laub, wie mitten im Herbst. Zweifellos ist dieses frühe Welken des Laubes eine Erscheinung, die mit den besonderen Eigenschaften des Stadtklimas zu-
Oie neuen Filme der Tobis.
lieber die neuen Filme der Tobis Filmverleih GmbH, ist dieser Tage bereits im größeren Zusammenhang berichtet worden. Im einzelnen ist über die Neuerscheinungen der Spielzeit 1937/38 noch folgendes zu bemerken:
Emil Jannings wird in dem Film „D a n t 0 n s T 0 d" nach Büchners Drama die Hauptrolle spielen und die künstlerische Oberleitung haben Hans H. Zerlett inszeniert einen großen Revue-Film „E s leuchten die Sterne" Der nächste Film von Willy Forst führt den Arbeitstitel „Die erste Frau" und erzählt nach der Novelle „Viola tri- color" von Storm die Geschichte einer großen Liebe; die Hauptrolle spielt Hilde Krahl. Gustav Gründgens wird Shakespeares „Was Ihr wollt" für den Film gestalten. Mitwirkende: Marianne Hoppe, Maria Bard, Lingen und Lie- beneiner. Der zweite Jannings-Film des Tobis- Programms heißt „Der zerbrochene Krug", nach Kleists berühmtem Lustspiel; Jannings spielt den Dorfrichter Adam, ferner wirken u. a. mit: Angela Salloker Agnes Straub und Friedrich Kayßler. Willy Forst wird im Winter den Roman „Bel Am i" nach dem Roman von Maupassant in Wien drehen. Kiepura und Martha Eggerth sind die Hauptdarsteller der Verfilmung von Lehars „Land des Lächelns" Paula Wessely erscheint neben Attila Hörbiger und Hans Moser in dem von Geza von Boloary inszenierten Film „D r . C h r i - st e l s e r ft e r Fall" Ein zweiter Wessely-Film unter der Spielleitung von Veit Harlan soll im kommenden Frühjahr erscheinen. „M u t t e r l i e d" ist der Titel eines neuen Films mit Benjammo Gigli, Maria Cebotari, Camilla Horn und Michael Bohnen. Hans Steinhoff inszeniert den Film „D e- b u r e a u" mit Gründgens in der Titelrolle. Der Film „Der Katzen st'e g" nach Sudermanns Roman enthält eine große Rolle für Brigitte Horney. In dem Zirkus-Film „Manege" wirken u. a. mit: Attila Hörbiger Fita Benckhoff und Lucie Höflich. Operettenfilme sind: „Die Fledermaus" und „Die A u st e r n l i l l i". Heinz Rüh- rnann erscheint in zwei tragenden Rollen in den
Filmen „Der M u st e r g a t t e" und im „D i e Umwege des schönen Karl". Renate Müller und Gustav Fröhlich spielen die Hauptrollen in dem Film „Die kleine und die g r 0 ß e L i e b e". In Anlehnung an das seinerzeit auch in Gießen gegebene Schauspiel „Vertrag um Karakat" von Fritz Peter Buch erscheint der Film „M i t versiegelter Order"; Hauptrollen: Camilla Horn, Paul Hartmann und Theodor Loos. „Ich liebe d i ch" ist der Titel eines Tobisfilms, in dem Jenny Ingo eine große Rolle haben wird. Ein Spionage- Film mit Sibylle Schmitz, Hans Georg Laubenthal und Harald Paulsen heißt „Signal in der Nach t". Ein Lustspiel aus der Welt des Rundfunks ist der Harlan-Film „Die Stimme aus dem A e t h e r". Jürgen von Alten inszeniert den Auswanderer-Film „H e i m w e h". Abenteuer und Schicksale um einen kleinen Bahnhof schildert der Film „Die rote Mütze" nach dem gleichnamigen Roman von Gertrud von Brockdorf; die große tragische Rolle spielt Henny Porten. Erich Engel inszeniert das Lustspiel „Die S ch e i d u n g s r e i s e" mit Heli Finkenzeller und Harald Paulsen. In der Komödie „Gabriele eins — zwei — drei" spielen Marianne Hoppe und Gustav Fröhlich die Hauptrollen. „Die K 0 r a l l e n p r i n z e s s i n" spielt unter den Fischern der dalmatinischen Riviera. Eine große Rolle für Käthe Dorsch bringt der Tobis-Film „Pvette" Nach dem Roman „Ein Mädel als Matrose" schrieb Katrin Holland das Drehbuch zu dem Film „Ich spucke gegen den Wind" mit Geraldine Katt und Paul Hörbiaer. Eine politische Satire gegen das parlamentarische System nennt sich „Der Bulle von U e cke r : tz". Käthe Gold, Karl Ludwia Diehl und Leopoldine Konstantin spielen in dem Film „Andere Welt". „Die Warschauer Zitadelle" ist ein Film aus der Zeit der polnischen Aufstandsbewegung; Hauptrollen: Werner Hinz, Lucie Höflich, Viktoria von Ballasko und Agnes Straub. „Einmal w e r d' ich dir gefallen" ist ein Film von jungen Menschen unserer Tage, in dem Paul Hörbiaer Marieluise Claudius und Fritz Rasp svielen. „A b Mitternacht" heißt ein Film mit Gina Falkenberg und Albrecht Schoenhals. In dem F'lm „Treue Liebe" spielen u. a. Jessie Vihrog, Helene Fehdmer und Otto Wernicke. Eine deutsch-polnische Gemeinschaftsproduktion ist die Tonfilm-Operette „Abenteuer in Warschau" mit Geora Alexander und Hedda B'örnson. Ein derber' Schwank ist der Minerva-Film „Der Stolz der Firma" mit Ida Wüst. Odemar, Sima und Rudi Godden. Weiß-Ferdl erscheint in der Film ,.D e r Lachd 0 kt 0 r", der in einer kleinen bayerischen Stadt spielt.
August im Großen und Ganzen die Mittellinie c'.n- hält, die seine sommerlichen Vorgänger aufweisen. Wir wünschen diese Entwicklung für die Ausreifung der Feldfrüchte aller Art und die Einbringuna der Ernte, die im August im vollen Gange ist. Wenn auch hin und wieder der August mit Regen auf- warten muß, so wünscht sich der Bauer in der Hauptsache jedoch Sonnenschein, Wärme und Wind, Elemente, die eine schnelle Endreife, gutes Abtrvck- nen und ungestörte Einbringung der Ernte gewähr-- Jn diesem Sinne hoffen wir, daß der Sommer" seine letzte und wichtigste tut.
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Dornotizen.
Tageskalender für Dienstag.
Gloria-Palast, Seltersweg: „Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit". — Kreishandwerkerschaft Gießen: Ausstellung „Deutsche Werkstoffe im Handwerk" auf der Liebigshöhe.
NSDAP. Amt für Beamte
Kreis Welterau.
Der bereits angekündigte Kameradschaftsabend mit der „Hitler - Urlauber - Kamerad-
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„Sonderspende" Landschulheim Kesselbach
NSLB. Hilst mit! — Eine Aktion für die Kinderlandverschickung.
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dern noch liebe kleine Gäste aus anderen Familien betreut.
Aus dem Willen heraus, der Kinderlandoerschickung einen weiteren Beitrag zu leisten, hat Kreisschulrat N e b e I i n g die Anregung gegeben, eine „Sonder- spende" zu schaffen, zu der jeder unverheiratete und jeder verheiratete kinderlose Lehrer — ganz nach eigenem Ermessen und Vermögen — einen Beitrag zu geben aufgerufen war. Dieser Aufruf fand ein erfreulich starkes Echo! Ein stattlicher Betrag wurde aufgebracht, der dem Opfersinn unserer heimischen Erzieherschaft das beste Zeugnis ausstellt.
Die Leitung des NSLB. ließ es sich angelegen fein, diesen Spendenbetrag einem wertvollen und edlen Zweck zuzuwenden: einer Sonderaktion der Kinderlandoerschickung! Da gegenwärtig das Landschulyeim Kesselbach (Kreis Gießen) der Ferien wegen leergestanden hätte, war die Möglichkeit vorhanden, dort eine stattliche Anzahl Kinder unterzubringen. Der Gedanke wurde rasch verwirklicht. Zu Beginn der vorigen Woche zogen 30 Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren in das Landschulheim Kesselbach ein, das herrlich über dem Dorfe liegt und eine ideale Stätte für einen Ferienaufenthalt dar- ftellt. Die Kinder waren dem NSLB. durch die NSV. nach Anhörung des Arztes zugewiesen worden. Für eine Anzahl Kinder war insbesondere nach überstandener Krankheit der Erholungsaufenthalt vonnöten. Die gesamten Unkosten des dreiwöchigen Landaufenthaltes bet 30 Mädchen können allein aus der durch die Sonderspende der Lehrerschaft aufgebrachten Beträge bestritten werden. Ja, es wird voraussichtlich ein Ueberschuß bleiben, der der NSV. für ihre weitere Arbeit im Dienste der
Eine Kiste Obst...
Von per Schwenzen.
An sich habe ich vor Kisten einen Heidenrespekt. Die kommen immer gerade an, wenn man eilig aus dem Hause muß — und dann ist da immer so etwas wie Rollgeld und mitunter auch Lagerund Treppengeld, dabei ist man vielleicht gerade gar nicht auf solche Ueberraschungen eingestellt. Und was ist schon in diesen Kisten, soweit man sie nicht selber bestellt hat ... ? Klassiker aus einem Schrank, ber bei Verkleinerung eines verwanbten Haushaltes überzählig frourbe, noch einmal Uhland ober das ewige Teegeschirr mit Zwiebelmuster kurz, lauter unerwünschter Besitz, damit irgendeine rührende Tante dich zu behaften gedenkt. Dein kleiner, auf Raumnutzung und Klarheit eingestellter Haushalt aber verträgt nicht die geringste Matenalbe- lastung mehr. Lieber Onkel Theoderich, hiermit bitte ich für das nächste Mal vielleicht um eine Kiste Kilowattstunden, einige Kubikmeter Leuchtgas oder dergleichen, Klassiker und Geschirr sind ^o^eute^ kam wieder eine Kiste... Mit Rollgeld natürlich. Sie war schwer. Die Putzfrau hatte die Kiste angenommen, weil ich in der Stadt war. ra stand sie nun in kubischer Verschlossenheit und starrte mich an. Ich habe kein Stemmeisen Ich opferte ein Küchenmesser und meine Schreibtilcy- schere- Mit dem ersten Brett schon loste sich das Rätsel. Obst! Eine ganze 86-Pfund-Netto-Klste voll duftenden Herbstes! Onkel Theoderich König aller Absender und Frachtbriefschreiber, sei bedankt! Dustendes, bekömmliches und leicht vertilgbares O , kein toter Besitz, lebende Erde, Frucht, die wie cm Traum von Wald und Garten durch meinen dankbaren Magen gehen wird. Allerdings gibt es auch in Berlin Obst, riesige Mengen guten Obstes An jeder Straßenecke, in zahllosen A^chaften, a s Hand- und Pferdewagen... Aber dieses ist ganz anderes Obst. Es sind die Aepfel aus dem Paradies der Kindheit, es sind die Birnen die wir trotz aller Verbote pflückten, die festen guten Graubir- n-ns bie immer' auf das Dach des Gera -hau trommelten und in bi- R-g-ntanne k atschten, br^ schweren Tafelbirnen, die wir vorsichtig mtt dem angen Obstabnehmer herabangelten, die mach 'gen Aleranderäpfel... Dieser Alexanderapfelbaum! Er hat mir immer die Treue .^halten Einmal^hatte Tnnft> ftritu mich geohrfeigt, weil ich ihre DZarm flasche zur Zielscheibe für unsere Schießübungen mit ass entsprechendes Körpergewicht rühmlos erfochten
Der deutsche Erzieher steht, wie viele andere Volksgenossen, tatfroh im Dienste der gemeinnützigen und sozialen Aufgaben, die unser Volk zu lösen hat. Wohl die meisten Lehrer unseres Kreises gehören neben ihrer Berufsorganisation (NSLB) noch mancher Gliederung der Partei an und finden sich immer wieder zu Opfern bereit; sie stehen als Mitglied und Mitarbeiter im Dienst der NSV helfen im WHW., bei der Kinderlandverschickung' usw. In manchem Erzieherhaushalt wurden auch Kinder im Rahmen der Kinderlandoerschickung untergebracht und dadurch neben den eigenen Kin-
war, in einen Liegestuhl in den Apfelbaumschatten. Alexander warf ihr einen wohlgezielten Apfel aus seiner mittleren Höhenlage auf den Kopf. Man wollte mir diesen Apfel in die Schuhe schieben, aber bann tarnen plötzlich drei Aepfel nacheinander herunter, und Alexander hatte mich damit einmal gerächt und zweitens gerettet... Außerdem schäumten diese Aepfel immer so herrlich — laß mal sehen — ja, sie schäumen — schäumen wie Most der Erinnerung auf der Zunge...
„Immer, wenn er diese Speise aß, mußte er meinen", steht in einem Märchen. Nicht etwa, well ihm diese Speise nicht schmeckte, nein, weil er bei dieser Speise feiner Mutter gedachte. Und das ist richtig empfunden. Nichts taucht uns so unmittelbar in vergangene Zeiten und Gefühle nieder, nichts verhüllt die Gegenwart so rasch, und laßt langst Vergessenes plötzlich mit aller Deutlichkeit m unser Blickfeld treten — wie Geruch und Geschmack. Da liegt ein schüchterner kleiner Lebkuchen auf einem Pappteller — du schließt die Augen und alles ist da/die alte Blechbüchse, darauf Nürnberger Ritter mit langen Stechlanzen turmerten, steht auf Öem alten Dertikow, unten sind Oblaten dran, Hoares Papier, du sitzt wieder auf dem grünen Sopha das Bild vom Großvater m der olglanzenden Uniform hängt schief, morgen ist Sonntag, da kommt Xante Fritzi und dann' bekommst du ein Stuck aus der Büchse, und Anna hat Ausgang, der Husarengefreite wird die Wendeltreppe heraufklirren und du darfst in der Küche den Säbel anfassen und er erzählt etwas aus feinem Heimatdorf und riecht fo schon nach Haarpomade, Leder und Pferden ...
-LMPWWM äpfel die ^äume er $ beim Indianer-
SESssk gSSKBs ch J Aevfeln und man konnte auch welche
Damch wurde mir zum ersten Male klar, stehlen, xam fd)örl jst, aber daß der Sinn
Lebens auch im ^stematischen ersticken kann.
Lebens aucy^.m QnqefauIten Aepfel eßen W' Earfantteit und Ordnungssinn gleichsam^ Oben ?aßen wir und schnitten in den Aepseln und Birnen herum unten faulten die guten an. Hatten wir em- mal Äle ange aulten verkocht, waren wir in einen Rbnthmus des frischen Obstes geraten, wir hatten die Partie gewonnen. Aber das war gegen das
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einer solchen Schar sind immer auch einiae „Schwierige"! Zehn dieser Kinder find aus Gießen, die anderen 20 aus Friedberg, Bad-Nauheim, Vilbel und anderen Orten der Wetterau.
Es geht bei aller Ordnung, die im Haufe selbstverständlich gehalten werden muß, recht luftig zu. Schon beim Wecken! Eine der jungen Lehrerinnen nimmt die Ziehharmonika zur Hand und spielt im Treppenhaus ein frisches Volkslied, und bald stimmen alle die Mädchen in die Melodie ein. Da singt und klingt es plötzlich im ganzen Haufe. Dann waschen sich alle in ihren sauberen Schüsseln, bauen die Betten, und schließlich geht es für 15 Minuten im Schein der Morgensonne in den Hof zum Frühsport zur Gymnastik! Beim Morgenkaffee herrscht in Anbetracht der angenehmen Beschäftigung Totenstille an den langen Tischen. So fünfmal im Laufe des Tages! Fünf Mahlzeiten gibt es nämlich! Die Kinder sollen zunehmen, sollen sich erholen, sollen spielen. Essen unfr Spielen, Spazierengehen, Baden und Schwimmen und immer wieder Essen — das ist der tiefere Sinn dieser Ferientage der 30 Mädchen im Landschulheim Kesselbach. Eine junge Frau aus Kesselbach sorgt für die Zubereitung von Essen und Trinken. Abwechselnd durch die ganze Schar sind ihr immer einige Mädchen zum Küchendienst beigegeben, oft helfen auch die beiden Lehrerinnen mit.
Der Vormittag bringt meist einen kleinen Ausflug. Manchmal gehen die Kinder mit Vergnügen an die Himbeersträucher der nahen Wälder und tun sich an den Früchten gütlich. Dann wieder wandern sie in die Dörfer der Umgebung, nach Londorf, nach Geilshausen, nach Odenhausen oder nach Allendorf und lernen dabei die Heimat kennen. Wachsamen Auges sind immer die beiden Betreuerinnen dabei. ' Sinnsprüche leiten das Mittagessen ein und schließen es ab. Nachmittags ist Badestunde im nahen, schön ausgebauten Schwimmbad
man dort vor, eine Schar quicklebendiger Mädchen, die sichtlich hocherfreut sind, hier schöne und von jeglicher Pflicht unbeschwerte Tage verbringen zu dürfen. Zwei Iunglehrerinnen führen die Aufsicht, betreuen Kinder zu jeder Stunde von morgens 7 Uhr bis abends 9 Uhr. Beide, Fräulein Kern von der Stadtknabenschule und Fräulein Hübner von Schillerschule in Gießen, sind wie Mütter um Kinder bemüht. Kein leichtes Amt! Denn unter
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