Ausgabe 
3.7.1937
 
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nicht ein Beweis für Neutralität, sondern für of-lgesetzt werden, dann müßten sie isoliert werden, fene Parteilichkei t. Die Pyrenäenlinie so lange die übrige Welt ihre größeren und ebenso

ege zu wahrer Neutralität

dringlichen Angelegenheiten behandeln könne. Das englische Volk glaube, daß die Verteidigung der europäischen Zivilisation gegen irgend einen Gegner nicht auf dem Schlachtfeld, ganz gleich unter wel­chem Banner, durchzuführen sei, sondern nur durch den Sieg der politischen und wirtschaftlichen Be­friedung.

Daily Mail" weist auf die Rolle des sowjet-

Japanisch -sowieirusfische Einigung in der Amuttra^e.

Moskau, 2. Juli. (DNB.) Einer forojefamf- lichen Verlautbarung zufolge fand am Freitag eine erneute Zusammenkunft zwischen dem japanischen Botschafter S h i g e m i t f u und £ i f - winow-Finkelftei n statt, wobei wieder über die letzten Zwischenfälle auf dem Amur verhandelt wurde. Der japanische Botschaster teilte £itwinow-Finkelstein die Bereitschaft feiner Regierung mit, ihre Kanonenboote von den Amurinseln zurückzuziehen, falls auch die Moskauer Regierung ihre Schiffe und Pa­trouillen von den Inseln zurückziehe. Ditwinow- Finkelstein erteilte diese Zusage; der Kriegskommissar Woroschilow hat bereits die zu ihrer Ausführung nötigen Weisungen gegeben. Beide Seiten betrachten nunmehr den Status quo auf dem Amur ats wiederhergestellt und erklären sich zu weiteren diplomati­schen Verhandlungen über die Zugehörig­keit der Inseln und die Demarkation der Grenzlinie in den betreffenden Gebieten bereit.

Das demokratische Mäntelchen.

Ein durchsichtigesWahlordnungs"- Manöver der Sowjets.

Moskau, 2. Juli. (DNB.) Die Blätter ver- öffentlichen das Projekt einerW ahlordnung", nach der offenbar noch im Laufe dieses Jahres die sogenannte Wahl zumObersten Rat der Sowjetunion", der nach der im Dezember 1936 angenommenen neuen Verfassung das bisher bestehende System der Vollzugsausschüsse ablöst, durchgeführt werden soll. Man hat sich also in Moskau entschlossen, im Anschluß an die grauen­haften Erschießungen der letzten Monate wieder die Propaganda für dieSowjetdemokra-- t i e" auf die Tagesordnung zu setzen. Damit will man offenkundig nach innen und außen hin die Spuren der immer noch weitergehenden Terrorakte verwischen.

Weitere Ansprachen.

Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs betonte, daß es für die Stadt Frankfurt eine hervorragende Auszeichnung fei, zum zweiten Male die große Weltschau des chemischen Apparatewesens in ihren Mauern zu sehen und die hervorragenden Vertreter des In- und Auslandes bei den zahlreichen Veran­staltungen in den nächsten Tagen zu begrüßen. Diplom-Ingenieur Fr. Jäh ne (Frankfurt-Höchst) überbrachte die Grüße des Vereins deutscher Inge­nieure. Diese Ausstellung sei eine Grundschule der Jngenieurtechnik in der chemischen Industrie. Ein viel gebrachtes Wort sage:Die Wissenschaft von heute ist die Technik von morgen". Für solche Spit­zenleistungen könne man unter kleiner Abwandlung dieses Wortes sagen:Die Spitzenleistung von heute ist der große Absatz von morgen". Das gelte beson­ders in der heutigen Zeit, wo im Zeichen des Vier­jahresplanes die chemische Technik zu ganz beson­deren Leistungen berufen sei. Die Grüße der Deut­schen Arbeitsfront überbrachte Gauobmann Willy Becker. Der deutsche Chemiker und der deutsche Ingenieur seien bei Erfüllung ihrer Aufgaben im Rahmen des Vierjahresplanes nicht nur Denker, sondern auch Gestalter, und der deutsche Arbeiter sei, wenn er die Geistesarbeit des Chemikers und Ingenieurs tief innerlich erfasse, der beste Berater für die großen Aufgaben unseres Volkes. Die DAF. werde nichts unversucht lassen, auch den letzten deut­schen Menschen, der schaffend im Werk und im Be­trieb stehe, in diese Ausstellung zu führen. Im Na­men aller ausländischen Abordnungen sprach M. Jean Gsrard (Paris). Er fühle sich verpflichtet, im Namen aller ausländischer Techniker der ganzen Welt, deren Blicke heute auf die Ausstellung gerich­tet seien, den namhaften Anteil zu kennzeichnen, den die Achemas am technischen und industriellen Fort­schritt hätten.

des Erfolgs".

rium angestellten Versuche niemals zum Nutzen der großen Allgemeinheit verwirklichen könnte. Die Halle II zeigt technische Groß-Apparate aus nichtmetallischen Werk st offen: Scha­motte Steinzeug, Quarz, Holz, Kautschuk und den neuesten Werkstoff Glas. Bald stehen wir vor gewaltigen meterhohen Säulen und Apparaten, die wie reiner Zucker aussehen, und erfahren, daß es Quarzröhren sind, die geschweißt werden können wie jedes Eisen oder wir stehen vor großen säure­festen Schamottebottichen oder vor großen Appa­raten aus den neuen Kunststoffen. Hier finden wir auch zum ersten Male die deutsche Volksgasmaske ausgestellt.

Die Halle IIA, die die Ausstellungsgruppe K u n st st o f f e beherbergt, wird die größte Anzie­hungskraft ausüben. Ausgehend von den deut chen Rohstoffen, Kalk, Kohle, Luft, Wasser und Holz finden wir hier die Maschinen, Apparate und Hilfs­materialien zur Erzeugung der Kunststoffe, dazu gleichzeitig die im Betrieb befindlichen Apparate zur Verarbeitung und die vielfachen Verwendungs­möglichkeiten der Werkstoffe. In einer besonderen Abteilung finden wir die Werkstoffe im Handwerk. Von Buna über durchsichtige wie Glas aussehende Geigen aus Plexiglas über ge­preßte Gehäuse finden wir Dutzende von neuen Stoffen mit hervorragenden Eigenschaften. Auch die Halle IIIA mit der Ausstellungsgruppe deut­sche Kunstfäden und Kun st fasern zeigt zu­nächst den Rohstoff, dann im dauernden Betrieb befindlich die Herstellung der Svinnlösung, das Spinnen des Fadens, die Nachbehandlung und die fertigen Erzeugnisse. Auch hier wieder keine Mo­delle, sondern Apparate und Einrichtungen, wie sie

fene Parteilichkei t.

sei niemals verriegelt gewesen und die franzö- sisch-englisch-sowjetrussische Nichteinmischung bestehe nur in der Einbildung. Die siegreichen Truppen Francos hätten Hunderte von Kanonen, Tausende von Maschinengewehren und Zehntausende von Ge-

Hinweis auf die Zerstörung des Vertrauens infolge der englisch-französifch-fowjettussischen Politik erho­ben werden mußte. Es ist ein noch tolleres Stück, wenn man die Absicht der direkten Begünstigung des Sowjetkrieges in Spanien soweit entschleiert, daß man erklärt, die Aufhebung der Seekontrolle würde infolge der Ueberlegenheit der nationalspa­nischen Seestreitkräfte dem nationalen Spanien die Möglichkeit geben, sich des bolschewistischen An­sturms mit noch größerem Erfolg als bisher zu er­wehren.

Man konnte in London und Paris nicht schlechter beraten sein. Demgegenüber war die deutsch-italie­nische Politik seit dem endgültigen Ausscheiden aus der Kontrolle auf die Fragen abgestellt, ob man wirklich neutral sein will oder nicht. Die Wege dazu haben am Freitag im Nichteinmischungsaus­schuß ganz konkret Deutschland und Italien gewie­sen. Sie" schlagen vor, daß alle interessierten Mächte beiden Parteien in Spanien die Rechte einer kriegführenden Macht zugestehen. Dadurch würde die Nichteinmischung gestärkt, denn alle Mächte des Nichteinmischungsabkommens würden nach An­nahme dieses Vorschlages die Pflichten von neutralen Staaten gegenüber Spanien haben. Beide spanische Parteien trügen also die Alleinverantwortunß für die Führung des Krieges, und die Schiffe beider Parteien oder die unter der Flagge nichteuropllischer Länder fahrenden Schiffe würden einer rechtmäßigen Kontrolle unterwor­fen werden können. Dabei würde mit Ausnahme der Seepatrouillen das Ueberwachungsfystem nicht aufhören, sondern ergänzt werden, denn die deutsche und die italienische Regierung schlagen vor, nicht nur die Landgrenzen zu überwachen, sondern so­wohl in den Häfen und durch Beobachter an Bord der Nichteinmischungsschiffe diese Ueberwachung zu verstärken. Die deutschen und die italienischen Vor­schläge dienen also dem Prinzip wahrer Neutralität. Sie sind die einzig möglichen, um eine unparteiliche Behandlung der beiden Parteien in Spanien zu sichern. B. R.

Frankfurt im Zeichen der Achema VIII.

(Sine Lleberschau über die wissenschaftlich-technischen Hilfsmittel des Vierjahresplans

wehren englischer, sowjetrussischer und ftanzösischer Herkunft erbeutet und Tausende von Gefangenen dieser drei Nationen gemacht.

Sin toter punkt."

Die englische Presse zeigt kein Verständnis.

London, 3. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die Morgenblätter meinen, daß infolge der Verwerfung des englisch-französischen Kontrollplanes durch Deutschland und Italien einerseits und der Ab- lehnung der deutsch-italienischen Vorschläge durch Frankreich, England und Sowjetrußland anderer­seits ein toter Punkt erreicht sei. Die Presse zeigt so gut wie kein Verständnis für die deutschen und italienischen Vorschläge, obwohl die Zurückhaltung und Mäßigung anerkannt wird, die Deutschland und Italien an den Tag gelegt hätten. Es wird betont, daß die Lage noch nicht völlig ver­fahren sei und daß nur auf dem Wege neuer Vorschläge vielleicht noch eine Lösung der Krise gefunden werden könne.

DerDaily Telegraph" schreibt die Lage sei ernst genug, aber es wären immer noch große Möglichkeiten vorhanden, solange die deutsche und italienische Regierung bestätigten, daß sie die Nichteinmischung weiter aufrechterhalten wollten. Die in der deutsch-italienischen Erklärung angeführten Argumente wären unverständlich. Eng­land und Frankreich würden Alternatiovor- schlage erwägen, die wirksam und unparteiisch sein würden. Falls keine vollständige Vereinbarung zwischen den Mächten Über Joie vorzunehmende Garantie zustandekomme, dann müsse England ge­meinsam mit den anderen Nattonen seine Hand­lungsfreiheit wieder gewinnen.

Die Times" schreibt, daß ein Zusammenbruch der Versuche für die Isolierung des Konfliktes in Spa­nien gefährliche und unangenehme Möglichkeiten mit sich bringen würde. Die öffentliche Meinung Eng­lands sei zwar mit den bisherigen Ergebnissen un­zufrieden, würde aber den Zusammenbruch eines neuen Versuches der internationalen Zusammen­arbeit tief bedauern. Mit Ausnahme kleinerer Grup­pen habe das englische Volk nur einen Wunsch, nämlich den, den Konflikt auf Spanien beschränkt nnd sobald wie möglich beendet zu sehen. Es glaube nicht, daß irgendeine durch ausländische Hilfe erzwungene Regelung annehmbar oder dau­ernd sein kövna Wenn die Kämpfe in Spanien fort-

DieWahlordnung" hält sich in der Form genau an die westeuropäischen Beispiele. Freilich müßten selbst den geflissentlichsten Verkündern derSow­jetdemokratie" in Westeuropa bei den Bestimmun-- gen über dasWahlvorschlagsrecht" die Augen über den wahren Charakter der neuen Manöver des bolschewistischen Staates aufgehen, da klipp und klar gesagt wird, daß lediglich die kommuni st ische Partei und ihre Organisationen sowie die ausschließlich von ihr beherrschten Verbände, wie die jungkommuni- tischen Organisationen, die Gewerkschaften usw., das Recht zum Vorschlag eines Kandi­daten im Wahlbezirk haben. Jedoch scheint man auch die möglichen Auswirkungen solcher schein- demokrattschen Manöver zu befürchten, denn es wird ausdrücklich bestimmt, daß die amtlichen Wahl- kommissionen Wahlvorschläge der primären Orga­nisationenohne weitere Schwierigkeiten" a b l e h- n en können. Besonders bezeichnend ist die Be­stimmung, daß in Wahlkreisen, in denen sich w e n i- ger als die Hälfte der wahlberechttgten Be­völkerung an der Wahl beteiligt, Neuwahlen vorgenommen werden müssen. Man rechnet also von vornherein damit, daß das mit dem .Demokratischen Wahlrecht" beglückte Volk sich weiterhin passiv ver­halten wird.

Mit Gasgranaten gegen nationale Truppen.

St. Jean de Luz, 2.Mi. (DNB.) In der Nahe von Cilleruelo de Bricias an der Santander- Front hat die bolschewistische Artillerie 4 0 Gas­granaten abgeschossen, von denen 39 ex­plodierten. Der Blindgänger wurde nach Vitoria gebracht, wo er von Technikern untersucht worden ist. Das Ergebnis der Untersuchung lautete auf Arsengas. Gleichzeitig wurden in Vitoria meh­rere vergiftete Soldaten im Hospital ein­geliefert. Die Kennzeichen der Arsengasvergiftung ind geschwollene Augen und Lippen und anhalten­der Husten. Ein bolschewistisches Wasser- flugzeug wurde im Luftkampf durch ein natio­nales Wasserflugzeug vor Palma a b g e s ch o s s e n. Es stürzte ins Wasser. Der tote Pilot und drei ver- letzte Besatzungsmitglieder wurden von einem englischen Schiff aufgenommen. Feind­liche Flieger bombardierten u. a. auch Burgos, wo 18 Personen getötet und 21 verletzt wurden. Bis auf zwei waren es nur Frauen und Kinder. Dieses neue Verbrechen der Bolschewisten wird seine gerechte Vergeltung finden.

Oie spanische Tennismeisterin von den Bolschewisten eingekerkert.

London, 3. Juli. (DNB. Funkspruch.) Sämt­liche an den englischen Tennismeisterschaften i n Wimbledon beteiligten Spitzenspieler haben eine Eingabe an das internatio­nale Rote Kreuz unterzeichnet, das sie auf- ordern, sich für die Freilassung der von den panischen Bolschewisten gefangen gehaltenen spa- Nischen Tennismeisterin Pepa Cha- v a r r i einzusetzen. In der Eingabe wird mitge­teilt, daß Pepa Chavarri, die sich niemals 'in biß Politik eingemischt ljabe, in einem Ker­ker in der Nähe von Madrid festgehalten werde.

Eingekerkerte Nationalsozialisten inOesterreich treten in den Hungerstreik.

Passau, 2. Juli. (DNB.) Ein Reichsdeutscher, der dieser Tage in Linz (Oesterreich) weilte, kam dort in den Besitz eines Flugblattes, aus dem her­vorgeht, daß in der Strafanstalt Gar st en in der Nähe der Stadt Steyr in einer berüchtigten mittelalterlichen Strafanstalt und Folterkammer noch viele Nationalsozialisten schmach­ten, die das die Gesundheit zermürbende Trommel- euer nun seit 1934 über sich ergehen lassen müssen. Diejenigen Kameraden, die der'Amnestie des Jah­res 1936nicht tDürbig" waren, werden von dem

LPD. Frankfurt a. M., 2. Juni. Am Frei­tag wurde die Ausstellung für chemisches Apparatewesen, Die Achema VIII, auf dem Festhallengelände zu Frankfurt a. M. eröffnet. Der Vorsitzende der die Achema VIII veranstaltenden Deutschen Gesellschaft für chemisches Apparate­wesen (DECHEMA)",

Professor Or. p. Duden

dankte dem durch Oberst Loeb vom Amt für deut­sche Roh- und Werkstoffe vertretenen Ministerprä­sidenten Göring für die Uebernahme der Schirm­herrschaft und begrüßte die in großer Zahl erschie­nenen Gäste, besonders auch die Angehörigen Max Buchners, dessen Jnittative die Ausstellungen für chemisches Apparatewesen in ihrem wissenschaft­lich-technischen Typ und in ihrem Ursprung zu dan­ken sind, und dessen Büste zur Ehrung des Grün­ders der Achema in der Ausstellung Aufstellung gefunden hat. In der Ausstellung habe man eine Gemeinschaftsarbeit des Ingenieurs und des Che­mikers zu erblicken. Eine solche sich immer mehr vertiefende Gemeinschaftsarbeit der beiden Berufs­gruppen fei ein besonderes Kennzeichen unserer neuzeitlichen Technik. Drei Zielpunkte seien für die Entwickelung des chemischen Apparatebaues charak­teristisch: 1. Die Verwendung von neuen Bau- u n d Werkstoffen im Apparatebau, einerlei, ob es sich um veredelte Metalle, veredelte Hölzer, um keramische Stoffe, um neue technische Gewebe oder anderes handelt. 2. Die Vervollkommung und rest­lose Anwendung Physikalischer Meß- und Prüfmethoden sowohl im Apparatebau selbst wie m der Regelung des Ablaufes chemischer Pro­zesse. Ein drittes Moment, das den chemischen Ap­paratebau kennzeichne, seit die Verwirklichung der ForderungSpare Energie", baue deine Ap­parate so und führe deine chemischen Prozesse so, daß mit geringstem Energieverbrauch ein hoher Nutzeffekt erzielt wird. Die Ausstellung sei die größte, die bisher veranstaltet wurde. So viel aufgewandte Mühe und Sorgfalt müsse sich weit über die elf Tage hinaus, die die Ausstellung aus technischen Gründen leider nur offen fein könne, auswirken; denn sie fei ein BeitragzumVier- I ah r e splan in der Belebung von chemischer Arbeit und von Export, sie sei ein Beittag in der Schulung des Nachwuchses, der in zahl­reichen Studienkursen von fast allen deutschen Hoch­schulen aus die Ausstellung aufsuchen und studie­ren werde.

Dann übermittelte

Oberst Loeb

die besten Wünsche des Ministerpräsidenten G ö - ring. Der Vierjahresplan sei eine Angelegenheit, von der Generaloberst Göring einmal sagte, daß er diegroßte, schwierig st e undwichtigste Aufgabe sei, die ihm je in seinem Leben gestellt wurde. Wenn man sich überlege, welche riesige Auf­gabe der Führer dem deutschen Volke und insbe- sondere der deutschen Wirtschaft gestellt habe, das deutsche Volk nach außen hin stark und sein Leben im Innern schöner zu gestalten, sehe man, wie diese Aufgabe absolut zielsicher abrolle. So könne es nicht wundernehmen, daß bei dieser großen Bean­spruchung der Wirtschaft die bisherigen Grundlagen zu eng werden. Sei Deutschland hinsichtlich der Roh­stoffe auch arm, so sei das Volk auf der andern Sette ungeheuer reich: es habe eine fleißige Arbei­terschaft, eine Fülle von Chemikern, Ingenieuren und Wissenschaftlern aller Art, es habe eine Regie­rungsform, die es gestatte, Dinge, die notwendig seien, durchzusetzen, gegebenenfalls auch gegen Wi­derstände, und an der Spitze dieser Regierung stehe der Führer, der mehr als einmal in seinem Leben bewiesen habe, daß das WortEs geht nicht" für 'hn nicht existiere und der es gewohnt sei, durchzu-

Berlin und Rom beantworteten den Bruch des Ab­kommens vom 12. Juni sowie die Forderung Eng­lands und Frankreichs nach alleiniger Durchfüh­rung einerKontrolle" mit der Veröffentlichung eines sehr einfachen, praktischen und für alle Be­teiligten nützlichen Planes, der bei einigermaßen ehrlichem Willen der Gegenseite zwei Wirkungen gehabt hätte: erstens wäre die als zwecklos erwie­sene und von der Gegenseite dauernd Hintergangene See-Kontrolle praktisch überflüssig geworden und zweitens wäre aus der unwürdigen Komödie, zu der die Zusammenarbeit Frankreichs, Sowjettuß- lands und Englands den Grundsatz der Nichtein­mischung gemacht hat, nach menschlichem Ermessen eine wirkliche Neutralität geworden.

Die Aktton der Gegenseite bestand darin, daß noch vor dem (Eintreffen der deutschen und italieni­schen Antwort auf jene englisch-französische Forde­rung diese bisherige Forderung in ein kaum noch umschriebenes Ultimatum verwandelt wurde mit dem einfachen Sinn: entweder Annahme der ein­seitigen englisch-französischenKontrolle" durch Deutschland und Italien oder Aufgabe des Grundsatzes der Nichteinmischung durch England und Frankreich, dies zugleich begleitet von der of­fenen Drohung des völlig hemmungslosen Waffen- undFreiwilligen"-Jmportes nach Rot-Spanien.

Diese Aktion wurde bereits einen knappen Tag später, Freitag nachmittag, dadurch auf die Spitze getrieben, daß man in London und Paris unmit­telbar nach Bekanntwerden der konstruktiven deutsch- italienischen Vorschläge verbreiten läßt, jene Vor­schläge seien von England und Frankreich abgelehnt worden. Beides, sowohl jene vorzeitige Aktion, die die Meinung des Nichteinmischungsausschusses zu präjudizieren versuchte, als auch dieser Nachstoß am Freitagnachmittag, der ebenfalls zur direkten Einwirkung auf den Ausschuß bestimmt war, wider­spricht allen üblichen diplomatischen Gepflogenhei­ten. Es ist schon ein starkes Stück, wenn eine For­derung zum zweite Male in verschärfter Form er­hoben wird, nachdem bereits bei ihrer ersten For­mulierung die ernstesten Bedenken unter

auch sonst bei der Herstellung benutzt werden. Durch eine Literaturschau kommt man zu Halle III und IV, die die technischen Groß-Apparate, Ma­schinen und Anlagen der chemischen und verwand­ten Industrien zeigen. Dazu metallische Werkstoffe, Verpackungsmittel und -Maschinen. In fünf Hallen hat die deutsche chemische Technik so eine Schau aufgebaut, die der Ausstellung der Achema VIII wirklich den TitelAchema des Erfolges" zuerteilt. Schon der Besuch des ersten Tages zeigt, daß die Ausstellung mit größtem Interesse von In und Ausland erwartet wurde.

setzen, daß Aufgaben, die er gestellt habe, auch er­füllt würden. Wenn der Führer mehrfach in der Öffentlichkeit zum Ausdruck brachte, der Vierjah­resplan müsse durchgeführt werden, so sei das für uns ein absolut bindender Befehl, an dessen Aus­führung wir zu arbeiten hätten. Natürlich sei es bei einem solchen Vorhaben, das auch den letzten Volks,- genossen betreffe, notwendig, die Gedanken und die Instrumente zur Durchführung des Vierjahres­planes immer mehr jedem einzelnen vertraut zu machen. In dieser Hinsicht spielten Ausstellungen wie die Achema eine hervorragende Rolle.

Gauleiter Sprenger

führte aus, daß das rhein-mainische Wirtschaftsgebiet durch seine vielen chemischen und technischen Werke mit dieser Ausstellung außerordentlich stark verbun­den sei. Die Mithilfe der Partei sei eine Selbstverständlichkeit, da der Führer die Partei nicht als Selbstzweck gegründet habe, sondern von der Partei verlange, daß sie den. Willen des Führers vorlebt. Dieser Wille ist im Vierjahresplan am sicht­barsten. Die Partei will keine Patente erfinden, aber fie will mit ihrer dynamischen Kraft ausgleichend und fördernd wirken. Schon kaum nqch dem An­laufen des Vierjahresplanes haben sich gewaltige Erfolge gezeigt. In der Ehrenhalle der Ausstellung finden wir die Namen W ö h l e r und L i e b i g. Ich glaube aber, daß in den folgenden Jahren noch mancher andere deutsche Name bekannt werden wird. Die Notzeit wird in die Geschichte als die Zeit des Schaffens und der unbändigen Kraftent­faltung eingehen. Die Ausstellung hier ist ein Aus­druck unserer Arbeit und ein Bild nationalsozialisti­schen Geistes, fie wird deshalb auch als höchste An­erkennung die Anerkennung des Volkes finden, da ihr Werk nicht den Interessen des Ein­zelnen, sondern dem ganzen Volke dient.

DieAchema

Wenn ein altes Wort sagt:Die Wissenschaft von heute ist die Technik von morgen", so wird die Richtigkeit dieses Gedankens durch nichts besser do­kumentiert als durch das, was dieAchema VIII", dieAchema des Erfolges" zeigt. Was deutsches Können, die ingenieurtechnische Kunst auf dem Ge­biete der chemischen Apparaturen schuf, wie stark alles durch den Willen zum Wiederaufbau der deut- schen Wirtschaft beeinflußt wurde das zeigt die Ueberfüüe des Ausstellungsgutes. 452 Firmen fül­len mit ihren neugeschaffenen Maschinen und Ap­paraten riesige Flächen in den etwa 25 000 Qua­dratmeter großen Ausstellungshallen. Der Wert des Ausstellungsgutes beläuft sich auf etwa 6 Millionen Mark. In diese Schau gelangt man durch den der Zwppelhalle vorgebauten Vorbau, in der die2)eut= A Eenhall^ untergebracht ist. Sie schmücken in der Mitte die Büste des Führers und zehn, für jedes 3a$r feit 1923 bis 1932 charakteristische Bilder aus oer nationalsozialistischen Bewegung.

Beim Austritt in die Kuppelhalle befindet man sich mitten im überwältigenden (Betriebe der groß- artigeu Schau wissenschaftlicher Laborato­rium s a p p ar a t e und Instrumente aus Glas, Porzellan u w der Meß- und Kontrollapparate. Hier fallen sofort ins Auge die Gegenstände aus hochwertigen Edelmetgllen, eine etwg 90 Kilogramm schwere Schlange aus Silber, ein mehrere Qua­dratmeter großes Netz aus Platin und vieles an- Dere. Die Laboratoriumsapparate wachsen von

* Holle in die Technik hinein und geben ein Bild davon, wie aus dem Laboratorium des Chemikers die große technische Anlage wächst die ohne den Chemiker nichts wäre, wie aber auch der Chemiker ohne den Ingenieur [eine im Laborato-

russischen Botschafters hin, der versucht habe, aus der Krise Gewinn zu ziehen und die ge­samte Nichteinmischungspolitik zusammenbre­ch e n zu lassen. In owjetrussischen Kreisen in Lon­don glaube man, daß die Auslösung des Nickt- einmischungsausschus es von Vorteil sein würde, da dann die spanischen Bolschewisten mit Waffen und Flugzeugen auf dem Wege über Frankreich belie­fert werden könnten. Maisky sei aber fürs erste nicht erfolgreich gewesen.