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Ur. 101 Erstes Blatt

187. Jahrgang

Montag, 3. Mai 1937

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General-Anzeiger für Oberhessen

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Wir leben wieder!

Die Tage des Maifestes find vorüber. Die Mil­lionen des schaffenden Deutschland sind an ihre' Werkplätze in Kontor und Fabrik zurückgekehrt, und der Rhythmus ihrer Arbeit scheint noch schneller ge­worden zu sein. Denn das ist wohl das Beste, was wir von diesem Staatsfeiertag, der zugleich ein Fest ungezwungener Volksgemeinschaft war, mit nach Hanse genommen haben: Daß er uns neue Kraft gab, die Aufgabe zu meistern, vor die jeder einzelne von uns gestellt ist. Der Appell des Füh­rers enthielt keine Richtlinien für bestimmte Son­dergebiete unserer Wirtschaft, die wir noch nicht gekannt hätten, er stellte keine neuen Grundsätze politischer oder moralischer Art in den Vorder­grund, die wir uns noch nicht zu eigen gemacht hät­ten. Und doch klang in der Rede des Führers wie überhaupt in dieser ganzen Gemeinschaftsfeier e i n neuer Ton an, ein Ton, der bei den früheren nationalsozialistischen Maifesten bereits hörbar war, der sich aber nun mehr und mehr zur beherrschenden Melodie unseres völkischen Daseins entwickelt. Wir meinen den selbstverständlichen Stolz auf den eigenen Wert, wir meinen das gesunde Selbstbewußtsein, das die Bewährung im Arbeitskampf verleiht, wir meinen die unbefangene Freude, mit der wir den uns zustehenden Anteil an den Schönheiten dieser Welt genießen, wir mei­nen jenes herrliche Gefühl, das aus dem Jubelruf des Leiters der Deutschen Arbeitsfront sprach: Wir leben wieder!

Selten zuvor ist die Empfindung, daß das deutsche Volk nun wirklich wieder auferstanden ist, so deut­lich in uns gewesen wie an diesem 1. Mai. Es be­darf keiner verstandesmäßigen Ueberlegung, um das festzustellen. Es bedarf keines Vergleichs mit den Zuständen im Ausland, etwa mit der vom Reichtum eines Weltstaates gesättigten englischen Hauptstadt, wo die Omnibusschaffner das neue Ar­beitsjahr durch einen großen Derkehrsstreik feierlich einwoihten, etwa mit der Hauptstadt der französi­schen Republik, wo millionenschwere rote Gewerk­schaftsführer am 1. Mai die Massen zur Demon­stration des inneren Unfriedens des Klassenhasses auf die Straße trieben, etwa mit den rotenHaupt­städten" Spaniens, wo man der Bedeutung dieses Frühlingstages durch eine Serie neuer Mordtaten und Menschenjagden gerecht zu werden versuchte, oder etwa mit der Metropole der jüdischen Welt­machtinteressen, mit Moskau, wo unter Reden des Hasses und der Verwünschungen die neuen Rot­armisten als Soldaten der Weltrevolution vereidigt wurden, mit all diesen Vorgängen, mit keinem Ort und keinem Geschehnis auf der weiten Erde be­darf es eines Vergleiches, um die Ueberlegenheit des sozialistischen Aufbaues im Dritten Reich, um den unvergleichlichen Erfolg unserer vierjährigen Wirtschaftsärbeit zu beweisen.

Es genügt dazu der Blick auf die sichtbaren Werke des Verkehrs, der Industrie, der Landwirtschaft, die überall in deutschen Landen entstehen, es genügt, daß jeder sich einmal umsieht im Kreise seiner Mit­menschen, seiner Familie, seines Betriebes, seiner Organisation, es genügt, daß jeder einmal in sich selbst hineinhorcht, um zu erkennen, daß wir alle, du und ich und der Führer und die ganze Nation, nun in Wahrheit er st begonnen haben zu leben. Gelöster aber nicht lockerer, freier, aber nicht disziplinloser, entspannter aber darum nicht leichtfertiger als sonst war die Stimmung, die über den Riesenversammlungen während der Festrede des Führers lagerte. Und der Führer selbst ließ erkennen, daß ihm das Werk der vergangenen vier Jahre froher und glücklicher gemacht hat. Mit einem souveränen Humor ging er über die allzu menschliche Schwäche der Ewig-Gestrigen in unserem Volk wie über die Beschränktheit mancher fremder Politiker hinweg, um dann mit einem umso herzlicheren Appell sein deutsches Volk, seine große deutsche Gefolgschaft zu bitten, auch weiterhin mit­zuschaffen an den Aufgaben, die das Schicksal der jetzt lebenden Generation zugewiesen hat.

Fürwahr, die alten Anschauungen und Sinndeu­tungen des Lebens, mit denen sich die Menschen jenseits unserer Grenzpfähle noch herumplagen wie einst bei uns, sind heute in Deutschland versunken und vergessen. Der Führer brauchte sich mit ihnen nicht mehr auseinanderzusetzen, sondern es genügte ihm eine kurze Rundschau auf die umgebende Welt, um den Blick der Nation umso fester und sicherer auf die Zukunft zu lenken. Im unbestreitbaren und unerschütterlichen Besitz einer gemeinsamen Idee, im Angesicht einer unverlierbaren Wehrfreiheit und Arbeitsfreiheit dürfen und sollen wir nun auf jeden Streit der Theorien und Ideologen verzichten, können und sollen wir alle Energien einsetzen für jene praktischen Ziele, die sich aus der naturgegebe­nen Lage unseres Volkes und feines Raumes, aus der natürlichen Beschaffenheit unseres Bodens und seiner Schütze ergeben. Der Vierjahresplan ist des­halb das SÄchwort für die Arbeitsoffensive der nächsten Jahre. Der Führer hat uns dem Leben dem großen, freien, tätigen, ernsten und fröhlichen Leben wiedergegeben. Nun wollen wir erneut das Leben anpacken, wie es das Schicksal befiehlt. Ev. Reichsaußenminister Frhr. v Neurath nach Nom abgereist.

Berlin, 2. Mai. (DNB.) Der > Reichsminister des Auswärtigen, Freiherr dh Neurath, hat seine Reise nach Rom angetreten. In seiner Begleitung befinden sich der Botschaftsrat von Bismarck, die Vortragenden Legationsräte von Kotze und H e i m b u r g sowie der Legatisns- sekretär von M a r ch t h a l e r. Der italienische Bot­schafter in Berlin, A11 o l i c o, begleitet den Außen­minister nach Rom. Zur Verabschiedung hatte sich Staatssekretär von Mackensen mit einigen

Oie Wahrheit über Guernica seht sich durch.

Französische Journalisten stellen an Ort und Stelle die Schuld der bolschewistischen Mordbrenner an der Zerstörung der Stadt fest.

Paris, 2. Mai. (DNB.) Die ungeheure Lügen­propaganda wegen der angeblichen Bombar­dierung von Guernica durch deutsche Flug­zeuge wird nun endlich, auch in der Weltöffentlich­keit durch die wahren Geschehnisse wi­derlegt. So berichtet dasEcho de Paris" auf Grund einer Besichtigung von Guernica und Du­rango durch ausländische Pressevertreter, daß die panischen Bolschewisten in Durango vor ihrem Rückzug 54 Personen ermordet haben, darunter vier Priester. Kein einziges Haus ei der Plünderung und der Brandstiftung entgan­gen. Die Sprengkolonnen der Bolsche­wisten hüben, wie von den Pressevertretern fest- gestellt werden konnte, bevor sie die Stadt aufge- geben haben, alles in die Luft gesprengt. In Guernica haben die Bolschewisten 8 2 P e r- onen ermordet, darunter ebenfalls mehrere Priester. Ein Sondervertreter der Agentur Havas erwähnt, daß Offiziere des Generalstabes des Ge­nerals Mola die ausländischen Journalisten nach Guernica geführt und ihnen die Besichtigung der Trümmer erlaubt haben. Sie haben feststellen kön­nen, daß sämtliche Mauerreste keine Spuren von Bomben splittern tragen, daß dagegen aber die Fenster von Rauch und Feuer geschwärzt sind. Die Journalisten hätten überhaupt nir­gends Bombeneinschläge feststellen können, wo­durch bewiesen wird, daß das Feuer der Stadt nur a u f Brand st iftung zurückgeführt wer­den könne. Einige Häuser, die aus Eisenbeton er­richtet und nicht verbrannt waren, seien völlig mit Benzin und Petroleum begossen wor­den. Spuren seien noch vorhanden. Bombenein­schlagstrichter aber seien trotz der eingehendsten Un­tersuchungen durch die Journalisten in der Stadt nicht gefunden worden.

DerJour" veröffentlicht ein Bild der bren­nenden Stadt Guernica und meldet unter der dreispaltigen Schlagzeile:Guernica ist, durch Feuer, nicht durch Bomben zerstört worden". Im Lause ihrer sorgfältigen Besichtigung haben die ausländischen Journalisten weder Spuren noch Einschlagslöcher gefunden. Dagegen haben sie zahlreichen Spuren der von den Bolschewisten angelegten Brandherde entdeckt. Trotz aller Versicherungen aus Bilbao und trotz aller Schilde­rungen der englischen Presse ist Guernica nicht durch die nationalen Flieger bombardiert, sondern oon den Bolschewisten eingeäschert worden. Auch der Sonderberichterstatter desJour­nal", der selbst in Durango und Guernica gewesen ist und die Ruinen eingehend untersucht hat, mel­det, daß Guernica nicht durch Flugzeugbomben vernichtet wurde, sondern daß es die Bolschewisten waren, die dieStadt mit eigener Hand angezündet haben". Von den rund 90 v. H. zerstörten Häusern von Guernica seien überhaupt nur drei oder vier Häuser, die Spuren von Kugeln aufweisen. Der Berichterstatter der aus seinen Kriegserfahrungen bei Arras genau die Wirkung von Flugzeugbomben kennt, hat keinen einzi­gen Bombentrichter entdecken können. Die von ihm gezählten Trichter seien einwandfrei von Sprengminen verursacht worden, durch die die Bolschewisten die Straßen nach ihrem Ab­zug unbrauchbare machen wollten

Lugen haben kurze Seine.

DasReuterbüro mutz sich erneutberichtigen.

London, 1. Mai. (DNB.) Reuter meldet aus Bilbao: Es wird amtlich bestätigt, daß am Donnerstag 1500 Deutsche in San Seba­stian gelandet seien. Die Bevölkerung fei durch Sirenen gezwungen worden, daß in die Keller zu begeben, um die Landung nicht sehen zu können. Das Deutsche Nachrichtenbüro

stellt dazu fest, daß es sich bei dieserNachricht" wieder einmal um eine vom Anfang bis zum Ende erlogene Hetzmeldung handelt. Sie ist eine der plumpen Lügen jener internationalen Kriegs­hetzer-Vereinigung, deren Mitglieder offenbar auch in einigen englischen Zeitungen sitzen. Als ein Zei­chen besonderer Niedertracht muß gewertet werden, daß man dieses Lügenprodukt als von einer amtlichen" Stelle in Bilbao bestätigt in die Welt schickt, das heißt also, man zieht die bolschewistischen Mordbrenner alsamtliche Nack- richtenguelle" heran, um das deutsche Volk wie so oft in letzter Zeit aufs Neue in Übel st er Weise zu verdächtigen. Jeder anständige Mensch wird hier nur sagen können, daß es eine Schande für die zivilisierte Welt ist, daß man diesen schamlosen Brunnenvergiftern noch immer nicht das Handwerk gelegt hat. Ihr Ziel ist klar: Kriegshetze um jeden Preis, Kriegshetze bis zum Aeußersten.

Reuter veröffentlicht am 2. Mai das Dementi des DNB. zu der Behauptung, daß 1500Deutsche in San Sebastian gelandet sein. Reuter fügt hin­zu, daß der Bericht aus amtlichen baski­schen Quellen stamme und von keiner Seite unterstützt worden sei. Man habe die Loyalität Deutschlands in der Einhaltung seiner Ver­

pflichtung, die weitere Entsendung von Freiwilligen zu unterbinden, niemals in irgendwelchen d c r a n t ro o r 11 i tf) e n Greifen außerhalb Spaniens in Frage gestellt. Das Reu- terbüro stellt damit loyal richtig, was es gestern ohne Prüfung aus einer sehr dunklen Quelle berichtet hat, die schon mehrfach zu erheb­lichen Beanstandungen Anlaß gab.

Oer KreuzerGfpatta" auf eine Mine gelaufen.

Salamanca, 2. Mai. (DNB.) Der nationale Sender Salamanca teilt mit, daß der Kreuzer E s p a n a" im Nebel auf eine Mine auf» gelaufen ist. Trotzdem beherrscht, so heißt es in dem Funkbericht weiter, die nationale Flotte die Küsten des Cantabrischen Meeres und des Mittel­ländischen Meeres wie bisher. Die nationale Marine habe bisher 50 große Schiffe aufge­brach t, die über 100 Geschütze, über 100 Flugzeuge, Flugzeugmotoren, 100 000 Gewehre, 19 000 Flieger­bomben und 20 000 Schuß Artilleriemunition an Bord hatten. Außerdem habe sie den bolschewistischen ZerstörerF e r n a n d e z" v e r s en k t und mehrere Küstenwachboote in ihren Besitz gebracht.

Oie Maifeiern der Anderen.

Berlin, 2. Mai. (DNB.) Während das natio=' nalsozialistische Deutschland am 1. Mai den Na­tionalen Feiertag des deutschen Volkes im Geiste der Volksgemeinschaft und in Dankbarkeit gegen den Führer allenthalben festlich beging, standen die Maifeiern im Ausland zum Teil noch im Zeichen der Parteizerklüftung und des Klassenhasses. In Frankreich, wo der 1. Mai vor einigen Tagen von der Regierung zum amtlichen Feiertag erklärt wurde, wurde allgemein Arbeitsruhe beobach­tet, teils freiwillig, teils durch Streiks. Nach der Mittagsstunde sammelten sich die marxistischen Ge­werkschaften zu zwei Zügen, die sich später auf der Place de la Nation trafen und sich gemeinsam nach Vincennes bewegten. Dort hielten die Gewerk­schaftsführer I o 'n h a u x und Raynaud Anspra­chen, die über die staatlichen Sender verbreitet wurden. Auch in der Provinz fanden überall Mai­kundgebungen der Gewerkschaften statt, die, soweit bisher bekannt, ohne Zwischenfall abliefen.

In London faijfo im Hyde-Park eine Massen­versammlung statt, die von den englischen Links­parteien einschließlich der Kommunisten sowie den marxistischen Gewerkschaftlern veranstaltet wurde. Wie zu erwarten, nahmen Hunderte von streikenden Londoner Autobusfüh­rern an der Kundgebung teil. Die Kundgeber führten zahlreiche rote Fahnen mit sich, fangen die Internationale und begrüßten die Zu­schauer mit erhobener Faust. Es wurden von ver­schiedenen Rednern Ansprachen gehalten, darunter auch von dem berüchtigten Dean von Canterbury.

In Warschau demonstrierten am 1. Mai die marxistischen und jüdischen Parteien durch Umzüge. Im jüdischen Stadtteil kam es zu Zusammen­stößen mit kommunistischen Gruppen. Aus der Menge oder auch aus einem Fenster fielen Re- volverschüsse. Fünf Personen sind verwundet wor­den. Außerdem wurden noch Personen durch Bom­ben verletzt, die von unbekannter Seite zur Explo­sion gebracht worden waren. In den größeren Städten Polens kam es zu Zusammenstößen zwi­schen Sozialdemokraten und Kommunisten bzw. zwischen nationalistischen und jüdisch-marxistischen Verbänden. Die Polizei konnte ernsthafte Ruhe­störungen verhindern.

Auch in der Tschechoslowakei wurde der 1. Mai mit Umzügen, Kundgebungen und Volks- Versammlungen begangen, auf denen Vertreter der verschiedenen politischen Parteien in tschechischer, slowakischer, deutscher und ungarischer Sprache Reden hielten. Die Versammlungen und Umzüge sind, abgesehen von einigen unbedeutenden Zwi­schenfällen, die zur Auflösung der betreffenden Ver­sammlungen führten, durchweg störungslos ver­laufen. In Buenos Aires bewarfen marxi­stische Strolche ein deutsches Geschäft, das zur Feier des Nationalen Feiertages des deuffchen Volkes die Hakenkreuzflagge gehißt hatte, mit Steinen. In Mexiko mußten die Umzüge der verschiedenen marxistischen Gewerkschaftsverbände sorgfältig ge­trennt gehalten werden, um Zwischenfälle zu ver­meiden.

Jüdische Störungsversuche in Wien.

Wien, 2. Mai. (DNB.) Die in Wien lebenden Reichsdeutschen hatten anläßlich des Nationalen Feiertages des deutschen Volkes allenthalben von ihrem Recht Gebrauch gemacht, die Haken­kreuzfahne neben der österreichischen Fahne zu zeigen. Die in Wien lebenden Juden versuchten ver­schiedentlich dagegen zu demonstrieren. Sie hatten aber wenig Erfolg, da die deutsch empfindende Be­völkerung die Fremdstämmigen, über deren An­maßung ihr immer mehr die Augen aufgehen, sehr energisch in die Schranken verwies.

Zu einem bedauerlichen Zwischenfall kam es aber in Grinzing, einem Vorort Wiens. Drei jüdische Studierende und ein jüdischer Arzt versuchten sehr mutig" im Schutze der Nacht durch die Wohnung des Pförtners in die Räume des Wiener Vertreters des Scherl-Verlages einzubrechen, um die Hakenkreuzfahne zu entfernen. Da es ihnen nicht gelang, in die Wohnung einzudringen, warfen sie mit faustgroßen Steinen die nach der Straße zu gelegenen Fenster ein unter wüsten Beschimpfungen gegen das nationalsozialistische Deutschland. Die Täter konnten festgenommen werden, wurden nach Fesfftellung ihrer Personalien aber wieder ent­lassen. Die deutsche Gesandtschaft wird selbstver- stündlich die notwendigen Schritte unternehmen, da­mit derartige jüdische Strolche mehr im Zaum ge­halten werden.

Oie Reichstagswahlen inZapan.

Oas Kabinett Hayashi bleibt im Amt.

Herren des Auswärtigen Amtes sowie der italieni­sche Geschäftsträger eingefunden. Der deuffchen Abordnung gehören auch die Gesandten Stieme und Aschmann an.

Oer Bau des deutschen Gymnasiums in Bromberg unterbrochen.

Bromberg, 1. Mai. (DNB.) Die Bromberger Stadtverwaltung hat dem Deutschen Schul­verein in Bromberg, der ein neues deutsches Gymnasium baut, Weisung gegeben, sofort d e n Bau einzustellen. Wie dieDeutsche Rund­schau in Polen" erfährt, soll die Baukommission der Wojwodschaft AbweichungenvondemBau- plan festgestellt haben. Da es sich aber nur um ganz unbedeutende Abweichungen handelt, hofft das Blatt, daß die Bauarbeiten keine längere Unter­brechung erfahren werden. Der Neubau des deut­schen Privatgymnasiums in Bromberg soll schon mit Beginn des neuen Schuljahres am 1. Sep­tember d e r Benutzung über geben wer­den, da das nach der Fortnahme sämtlicher deut­scher Anstalten bisher benutzte Gebäude nicht mehr den Bestimmungen der Schulbehörden genügt. Die Behörden haben nur gestattet, daß diese alte Schule bis zum Schluß des laufenden Schul­jahres den Zwecken des deutschen Gymnasiums dienen darf.

Tokio, 2."Mai. (DNB.) Das vorläufige Gesamt­ergebnis der Reichstagswahl zeigt die absolute Mehrheit der M i n s e i t o - und S e i y u k a i, die 178 bzw. 175 Sitze einnimmt. Der Showakei brachte die Wahl 18 Sitze, der Shakaitaishuto 38, während die Kokumindomei 11, die Tohokai 12, die Unabhängige Partei 25 und Splittergruppen 9 Sitze erhielten. Die bisher aus den Großstädten vorliegenden Ergebnisse zeigen eine sehr starke Wahlenthaltung, die auf die Ausschaltung der Wahlkorruption und mangelndes politisches Ver­ständnis nach der Auflösung des Reichstages zurückgeführt wird. In Tokio nahmen ungefähr 40 v. H. der Wahlberechtigten an der Wahl nicht teil, in Osaka waren es sogar 51 v. H., in Kioto 41 v. H. Die ZeitungTokio Asahi Schimbun" schreibt von einem Sieg der unabhängigen nationalistischen Grup­pen und Der Sozialisten. Eine gründliche Erneue­rung des überalterten Parteiwesens, so heißt es weiter, fei das Gebot der Stunde.

Das Kabinett Hayashi hat sich entschlos­sen, imAmtzu bleiben und den neuen Reichs­tag zur Mitarbeit aufzufotdern. Der Ministerpräsi­dent Hayashi echielt die kafferliche Zustimmung zur

Durchführung seines Regierungsprogramms. Poli­tische Kreise betonen besonders, daß die Wehr­macht d i e Regierung Hayashi unter­stützen werde. Der Leitgedanke des Programms, auf Grund dessen die Unterstützung durch die Wehr­macht gesichert wurde, ist die Einordnung des gesamten Volkes in die Landesver­teidigung im weitesten Sinne. Die stärkste Zu­sammenfassung und Förderung aller im Volke vor­handenen Kräfte ist dabei vorgesehen. MiMterprcffi- dent Hayashi betonte, daß seine Regierung d i e Mitarbeit des Volkes an ihrem Erneue­rungsprogramm erwarte, wobei die sinngemäße Entwicklung und Anwendung der Verfassung entsprechend der Eigenart des japanischen Staats­wesens ein erstes Erfordernis fei.

Man erwartet, daß sich der Reichstag etwa int August mit Vorschlägen der Regierung zu befassen haben wird, der eine starke unabhängige Staatsführung sicherstellen soll und hierfür wesentliche Aenderungen der Staatsver­waltung, der parlamentarischen Funktionen und des Wahlgesetzes vorsehe.