Aus Natur und Technik.
Schildkröten als Raubtiere.
Von Annie Irancs-Harrar
Sie glauben, daß Schildkröten so nette, freundliche, gemütliche Geschöpfe sind, nicht wahr, so eine Art Spießbürger der Tierwelt, ein bißchen stumpfsinnig, ausgiebig langweilig, aber jedenfalls bescheiden ein kleines behagliches Nebendasein führend. Aber Sie irren sich mit dieser Ansicht, glauben Sie mir! Sie denken nur an die friedliche europäische Kavettschildkröte, die da unten von den Sonneninseln des griechischen Archipels stammt oder — falls sie vielleicht Aquarienfreund sein sollten — an die ganz winzige, mitteleuropäische Sumpfschildkröte, die wirklich ein harmloses Ding ist, ein Einsiedler unserer Moore, sehr verborgen, übrigens heute auch schon fast ausgerottet. Alles übrige Schildkrötenvolk sahen sie nur in Tiergärten, und da saß es, obzwar von verschiedener Farbe und Gestalt, aber doch ganz gleichmäßig träge und gottergeben wintersüber bei einer cheizpflanze oder ging __ nein, watschelte, denn gehen kann man diese Art Fortbewegung wirklich nicht nennen — auf irgend einem Grasfleck umher. So wie das etwa die großen Schildkröten im Stellinger Tierpark zu tun pflegen, die unter den steinernen, dramatisch aufgebauten Urwaldriesen, die chagenbeck dort geschaffen hat, so gelassen herummarschieren und in einem kleinen Teichlein auch schwimmen, als wären sie ganz und durchaus unter ihresgleichen.
Aber das alles ist, wie gesagt, nur die europäische Anschauung von der Sache, und die rührt zumeist daher daß sie eben keine richtige Anschauung ist.
Das erstemal machte ich mir über die Lebensweise dieser Schwergepanzerten Gedanken, als wir den Stillen Ozean querten und ziemlich nahe an den Galapagos-Jnseln vorbeikamen. Man weiß, daß die Galapaaos - was schon der Emgeborenen- nomen betont der, soviel man vermutet, „<5d}tlb- krLinsel" Meißen soll - ein Paradies für alle (geschönte dieser Art bedeutet oder doch wenigstens ^nmal bedeutet hat. Sie sanden dort alles, was sie
Wasser und Energie.
Von Dr. Vogelfänger, Arbeitsgemeinschaft für Raumforschung an der Universität Gießen.
Vielseitig sind die Beziehungen zwischen den Aufgabengebieten von Wasser und Energie, doch werden leider die zahlreichen Berührungspunkte oft zu eng gesehen.
Daß heute unsere Energiewirtschaft z. T. auf der Nutzung potentieller Energie aus dem Kreislauf des Wassers aufbaut, ist allgemein bekannt. Etwa 10 v. H. unseres derzeitigen Verbrauchs an elektrischer Arbeit gehen auf den Strom aus Wasserkraftanlagen zurück. Doch der Anteil ist noch wesentlich steigerungsfähig, und es bestände die Möglichkeit bis zu 50 v. H. der gegenwärtigen Erzeugung zu erreichen, wenn wir an den Ausbau unserer mittleren Wasserkräfte herangingen und im Zuge einer einheitlichen Wasserwirtschaft auch dem Talsperrenbau kleinerer Ausmaße mehr unsere Aufmerksamkeit schenkten. Solch enge Beziehungen erlauben gelegentlich sogar die Umkehrung des Einsatzes von Energie und Wasser, denn auch die Energiewirtschaft kann manches für unsere künftige Wasserwirtschaft tun.
Heute schon ist z. B. eine erwähnenswerte Erscheinung, daß bei dem Ausbau von Kanälen für unsere Binnenschiffahrt gleichzeitig eine Nutzung der eingebauten Stau- und Schleusenanlagen zur Krafterzeugung erreicht wird. Die Kanalisierungen des Mains, des Neckars, der Lahn usw. sind auf eine ' olche, gesamtwirtschaftlich verbreiterte Basis ge- tellt worden. Eine andere Form verbundener Ziele teilt z. B. die Niedrigwasserregulierung von Weser, Elbe, Oder dar, die durch das gleiche Talsperrenwasser gefördert wird, welches vorher in den eingefügten Speicherkraftwerken seine potentielle Energie an elektrische Generatoren abgegeben hat. Die Talsperren an der Saale (Bleiloch 215 Millionen Kubikmeter), der Eder (Hemfurth 202 Millionen Kubikmeter), der Neiße (Ottmachau 143 Millionen Kubikmeter), der Mohne (Günne 134 Millionen Kubikmeter) usw. erfüllen heute solche grundlegenden Doppelbestimmungen, wozu dann noch abwechselnd Trinkwasserversorgung, Hochwasserschutz, Bewässerung usw. als sonstige Talsperrenaufgaben treten. Für solche Zwecke bedarf es aber nicht immer so großer Anlagen, wie sie die angeführten darstellen. Zur Einflußnahme auf den natürlichen Was- ablauf der Lahn z. B. würden kleinere Talsperren, die sich günstig allenthalben an den wichtigsten Zubringern anlegen lassen, in heute möglicher Zusammenschaltung wesentlich dazu beitragen können, daß die im Verhältnis 1 :250 im ganzen Einzugsgebiet auftretenden Schwankungen in der Wasserführung beherrscht werden. Wasser- und Energiewirtschaft stehen hier vor einer gemeinsamen Aufgabe, was ihre künftige Lösung stützen wird.
Daß dieser kostbare Stoff, das Wasser, so vielseitige Aufgaben zu erfüllen vermag und in der engsten Beziehung zur menschlichen Kultur überhaupt schon immer gestanden hat, wird vielfach gering geachtet. Ja, ohne die segnende Tätigkeit des Wassers wäre überhaupt ein Leben auf dieser Erde undenkbar. Wo das „Blut der Erde" fehlt, ist Wüste, und wo es durch die Schuld des Menschen nicht die richtige Verteilung, Speicherung, Verwendung usw., mit einem Worte Bewirtschaftung erfährt, wird Armut und Niedergang der Leichtsinnigen die Folge und Bedürfnislosigkeit ihre einzige Zuflucht sein. Wie kunstvoll waren doch schon die Wasserbauten der Alten, noch erkennbar an ihren heutigen Trümmern. Aber auch die anderen Auswirkungen des eingetretenen Verfalles stehen uns vor Augen. Wo sind die Kulturen Nordafrikas, Arabiens, Kleinasiens, Griechenlands, Spaniens usw. geblieben? Wie erschreckend weit ist die Verkarstung der unbewaldeten Berge Italiens fortgeschritten, die heute der grüßten Anstrengungen ihrer Bewohner bedürfen, die sich erst jetzt wieder der Bauten ihrer Vorfahren erinnern! Dagegen stützten sich doch die ältesten Kulturen des Ostens seit je beim Anbau ihres Hauptnahrungsmittels, des Reifes, auf eine kunstvolle Wasserwirtschaft.
Auch wir könnten hierin etwas mehr tun, wenn wir auch nicht dem dringendsten Feuchtigkeitsmangel ausgesetzt sind und uns die Sonne nur zeitweilig ausdörrt. Aber wir leben auf einem sehr engen Raum. Zunächst müssen wir also unsere einfachste Lebensgrundlage, die Nahrungsfreiheit, zu stärken suchen. Aber bitte, mit entwickelten gesetzlichen und technisch-wirtschaftlichen Einrichtungen, entsprechend unserem gut entwickelten Bedarf. Mit den alten Bewässerungseinrichtungen und
ihren Gerechtsamen, die aus den Anfängen der Wiesenkultur stammen und die Wassernutzung lediglich zwischen den Müllern, bzw. Gewerben, und der Landwirtschaft aufteilten, ist es heute nicht mehr getan. Wir müssen uns daran gewöhnen, unser Ackerland in Zukunft wie einen Garten zu behandeln. Die heutigen kultur- und wasserbaulichen Anlagen zur Leitung, Speicherung, Grundwasserregulierung, Bewässerung, Berieselung, Beregnung, Entwässerung usw. müssen dazu mehr zum Einsatz von Energie greifen, um mittels technischer Einrichtungen, wie Pumpen, Röhren, Wehren, Schleusen, Schöpf- und Hebewerken usw. die natürlichen Mängel im zeitlichen Wasseranfall und in der na- kürlichen Höhenlage mehr und mehr auszugleichen.
Also auch von dieser Seite aus ist unsere Ernährungslage weiterhin zu sichern. Bereits an den Kulturarbeiten des Arbeitsdienstes lassen sich die praktischen Erfolge einer geordne -- t e n Wasserwirtschaft der Zukunft erkennen. Im Ried z. B. (Rhein-Neckar-Niederungsgebiet südwestlich Darmstadt) gelang es schon für unsere engere Heimat 1300 Hektar ertragreichen Bodens zu aewinnen, der zur Gründung des neuen Erb- höfeoorfes „Riedrobe" geführt hat. Ein energiewirtschaftlicher Einsatz zur Wasserhaltung ist dabei unumgänglich, aber durch die hohe Verteilungsfähigkeit elektrischer Arbeit bis zur kleinsten Bedarfsstelle hin gut zu lösen.
In der Umkehrung des wasserwirtschaftlichen Einsatzes wird eine einfache Wiesen bewässern n g mit entsprechenden technischen Einrichtungen
und dem Einsatz von Energie die seitherigen Erträge bis zu 100 v. H. steigern können. Noch wirkungsvoller sind die soa. Beregnungsein- richt un g en, die bis dreifache Ernten zeitigen lassen. Zwar sind die Anlagen hierzu auch etwas umständlicher und ihr Einsatz in erster Linie von den übrigen Wachstumsbedingunaen natürlicher Art, wie Temperatur, Sonneneinstrahlung, Wind, Luft und natürlicher Feuchtigkeit ufw., wie vor allem dem günstigen Zusammenwirken des Anbaus mit der Bodenart und ihrem Wasserbedarf abhängig. Bei einfacher Bewässerung genügt unter normalen Verhältnissen zur Vermeidung absoluter Austrocknung bei uns im Durchschnitt schon ein Liter Wasser pro Hektar und Sekunde. Doch wir sind gezwungen, einen erhöhten Ertrag, genauer ein Mehrfaches, wie unsere kurzsichtigen Nachbarn auf beschränktem Raum zu erwirtschaften und dazu eine moderne Wasserwirtschaft anzubahnen, die sich der Energie richtig zu bedienen weiß. So müssen wir nach und nach zu einer düngenden Bewässerung kommen, wenn sie auch ein Vielfaches der üblichen Wassermengen erfordert. Wird unsere Landwirtschaft damit in die Lage versetzt, nur 10 v. H. ertragreicher arbeiten zu können, dann haben wir genau, wie durch die bekannten Kulturarbeiten anderer Art friedlich eine neue Provinz in der Größe von 10 v. H. unseres bebauten Bodens erobert.
Deshalb wollen wir die Dinge weiter sehen und aus dem Leben der Völker lernen, daß man die Natur zwingen muß, wenn man sich unter den Menschen behaupten will.
„Sofort, sofort!" - „
3n der Iernschreibzentrale der
„Sofort, sofort!" steht über dem Briefbogen, der soeben in eine rote Mappe fällt. Und darunter: „An alle Sender, Sedeleitungen."
Nach dieser roten Mappe greift hastig ein Bote und eilt über Paternosteraufzüge und Treppen in das Kellergeschoß des Berliner Funkhauses. Dort befindet sich zwischen betriebsamen Werkstätten und stillen Magazinen ein kleiner Raum, in dem es mit Ausnahme weniger Nachtstunden unaufhörlich leise tickt und klappert. Es ist die Fernschreibzen- träte der Reichs - Rundfunk - Gesellschaft.
Eben werden die vier bis fünfmal täglich übermittelten Nachrichten des „Drahtlosen Dienstes" durchgegeben. Aber die „Sofort, sofort'.-Mitteilung" unterbricht sogar diese wichtigen Meldungen. Und fast im gleichen Augenblick, in dem die notwendige Programmänderung der bereits laufenden Reichssendung in Berlin beschlossen wurde, halten sämtliche Sendeleitungen des Reiches sie auch schon schwarz auf weiß in Händen.
Die Notwendigkeit eines Fernschreibnetzes hat sich für den deutschen Rundfunk schon bald ergeben. Mit der Zahl der Sender und mit den sich stetig mehrenden und bereichernden Programmen wuchs der Aufgabenkreis der Sendeleitungen gewaltig an. Die unvermeidlichen Programmänderungen, die oft erst im letzten Augenblick bedrohlich auftauchen, die Uebertragungen und Einschaltungen der anderen deutschen Sender, und nicht zuletzt die Reichssendungen, ließen sich mit Ferngesprächen und Telegrammen schließlich einfach nicht mehr befriedigend vorbereiten. Das kostete zuviel Zeit und gab außerdem noch mancherlei Anlaß zu Mißverständnissen aller Art. Aber auch die Schonung der ohnedies schon vielfach überlasteten und gehetzten Rundfunkangestellten spielte eine gewisse Rolle. Funkarbeit verbraucht viel Nervensubstanz. Deren möglichste Schonung beeinflußt nicht zuletzt die Wirtschaftlichkeit des gesamten Betriebes.
Aus diesen Gründen hat sich der deutsche Rundfunk bereits vor einigen Jahren entschlossen, eine Fernschreibanlage einzurichten. Im Rahmen dieser Anlage befindet sich bei jedem Reichssender ein kombinierter Fernschreibsender und -empfänger, von dem ein besonderes Kabel in die Fernschreibzentrale nach Berlin führt. So hat jeder einzelne Sender die Möglichkeit, durch Vermittlung der Berliner Zentrale mit jedem anderen deutschen Sender unmittelbar zu verkehren. Außerdem besitzt die Berliner Vermittlungsstelle noch eine besondere „Rundfunk - Klinke", bei deren Betätigung sämtliche deutschen Sender gleichzeitig angeschlossen sind und empfangen.
brauchten. Dor allem flachen, sonnenglühenden Strand von Korallensand zur Ablage der leder- schaligen Eier, mit denen eine Schildkrötenfrau übrigens nicht sonderlich viele Umstände macht. Sie entledigt sich ihrer und geht davon, denkt meist nicht einmal daran, sie gut zu verbergen. Der junge Nachwuchs, der sich übrigens sofort ins Meer begibt, soll nur selber für sein Fortkommen sorgen. Wie aber sorgt er?
Wir haben große „Turtles“ verschiedentlich ein paar hundert Seemeilen weit von jedem Land in der Hochsee schwimmen gesehen. Damit man aber von einem schnellfahrenden Dampfer ein einzelnes Tier im Wasser überhaupt wahrnehmen kann, muß es schon irgendwie besonders groß oder auffällig sein. Die, die wir sahen, waren sämtlich Riesen. Annähernd mannslang, gewaltige Schwimmfüße, ein mächtiger, bugförmig vorgestreckter Kopf. Sie schwammen so leicht wie ein Oelfaß, scheinbar ohne jede Mühe. Was aber essen sie? Um so ungeheuer heranzuwachsen, und sich so viel und ausdauernd zu bewegen, muß man tüchtig essen. Nun, sie fingen sich Fische, Fische und Krabben, sie fingen sie wirklich und ausgiebig. Ihre ganze Abenteuerfahrt im freien Meer war, genau besehen, überhaupt nichts anderes, als ein Jagdzug für den hungrigen Magen. Denn Schildkröten find sämtlich gefräßig und das nicht wenig. Auch diese dicken Bäuche haben ihre Ursachen.
Bei anderer Gelegenheit konnten wir uns davon Überzeugen. In Amerika, roo man <°oiel des Sonderbaren und Ungewöhnlichen besitzt gibt es auch eine Schildkrötenfarm, und ich. glaube, es ist dl« einzige der ganzen Welt. Die Sudstaaten sind durch ihre großen Ströme und endlosen Sumpfe sehr reich an diesen mürrischen Einsiedlern. In einem gar nicht großen Fluß in Z-ntralflorida will man allein siebzehn verschiedene Arten beobachtet haben, und ich selbst sah sie dort zu Dutzenden im Wasser rudern oder an den schlammigen Usern auf angetriebenen Baumstämmen sitzen. Die Mehrzahl waren große Tiere, schwefelgrün und schwarzgestrM. Im Wasser gab es Fische, in den sumpfigen Waldern
Durch Fernschreiber!"
Reichs-Hundfunk-Gesellschast.
Der große Vorzug der Fernschreibanlage der Reichs-Runüfunk-Gesellschaft besteht nicht so sehr in einer — allerdings auch bemerkenswerten — Verminderung der Fernsprech- und Telegrammgebühren, als hauptsächlich in der Zeitersparnis, b. b. in der schnellen, unmißverständlichen, sogleich gebrauchsfertigen und gegen jede Einsicht Unberufener geschützten Wiedergabe der Meldungen.
Grundsätzlich arbeitet der Fernschreiber w i e ein Telegraph, der elektrische Stromimpulse durch die Leitung vom Sender zum Empfänger schickt. Aeußerlich unterscheidet er sich dabei kaum von einer großen Schreibmaschine. Er wird sogar ebenso einfach bedient. Aber jeder Tastendruck löst bei ihm auch die zugehörige Kombination elektrischer Stromstöße aus, die bei dem oft Hunderte von Kilometern entfernten Empfänger fast gleichzeitig dieselbe Type druckend in Bewegung setzt. Es wirkt immer wieder und wieder eigenartig und verblüffend, wenn man vor einem solchen Fernschreiber steht und nun plötzlich dessen Typenwagen selbsttätig auf- und abzuspringen und zu fahren beginnt und dabei eine soeben in Stuttgart, in Köln oder in Frankfurt getippte Nachricht niederschreibt.
Auch die Geschwindigkeit des Fernschreibers entspricht die einer Schreibmaschine. Sie beträgt also etwa 120 Zeichen in der Minute. Durch einen besonderen Schnellsender, bei dem die geschriebenen Buchstaben in ein Papierband gestanzt und dessen Lochzeichen nachher wieder in Buchstaben umgewcmdelt werden, kann jedoch die Geschwindigkeit bis auf 430 Zeichen in der Minute gesteigert werden. Dieser Schnell- ober Maschinensender tritt vor allem dann in Tätigkeit, wenn auf einer Leitung zeitweilig Störungen aufgetreten sind ober wenn sie bauernd besetzt war und die inzwischen schon vorbereiteten Nachrichten nun mit besonderer Beschleunigung nachträglich noch burchgegeben werben müssen.
Da eine Fernschreibanlage eine ziemlich komplizierte Apparatur barstellt, finb gelegentliche Störungen fast unvermeiblich. Deshalb wirb die ganze Anlage von Zeit zu Zeit auch immer mieber einmal sorgfältig durchgeprüft. Meist mit ber sogenannten „Versuchsschleife". Das ist ein Satz, ber zwar seltsam klingt, aber bafür nahezu sämtliche Buchstaben bes Alphabets enthält. Er heißt: „Kaufen Sie jebe Woche vier gute bequeme Pelze." Kommt biefer Satz einroanbfrei an. bann find Sender, Leitung und Empfänger in Ordnung und betriebsbereit.
Ohne diese wundervolle Einrichtung zu blitzes- schneller Nachrichtenübermittlung ist der an sich schon so komplizierte Rundfunkbetrieb heute gar nicht mehr zu denken. R. M.
Schlangen genug und an der vegetabilischen Zukost fehlte es noch weniger. Sie führten also sicher ein für ihre Begriffe höchst angenehmes Leben.
Ob die mehreren hundert, die sich in der schon erwähnten Schildkrötenfarm von Savannah im Staate Georgia befanden, auch so zufrieden waren mit ihrem Dasein, weiß ich nicht. Es waren lauter „black Diamond terrapms“, nämlich schwarze Karettschildkröten. Der Besitzer verkaufte sie jung als Glückstiere, und von den Ausgewachsenen erntete er das Schildpatt. Als wir die Farm besuchten, kamen wir gerade zur wöchentlichen Fleischfütterung. Die bestand in einem Doppelzentner — oder waren es noch mehr — kleiner lebender Strandkrabben, die den Insassen der niedrigen Bretterverschläge ohne weitere Umstände aus einem Sack über die Köpfe geschüttet wurden. Und nun begann eine Jagd, wie man sie eigentlich selten erlebt. Die stumpfsinnig herumkauernden Schildkröten wurden mit einem Male lebendig, sie rollten wirklich wie Panzertanks auf Rädern herum, bas blitzschnell Dorqeftrecfte Maul erhaschte mit Sicherheit bie flinken kleinen Krebse, die vor Aufregung nicht wußten, nach welcher Seite sie rennen sollten. In weniger als einer halben Stunde war nicht eine einzige lebende Krabbe mehr vorhanden, und die Sieger fingen an, die zahllosen herumliegenden Beine, Köpfe und Fühler zu fressen — gewissermaßen als Nachtisch.
Die schlimmste und unfreundlichste aller amerikanischen „Turtles“ ist aber die große Schnappschildkröte, ein Koloß auf dem Grunde der Ströme, daß sie vermutlich ganz unbeachtet bliebe, wäre sie nicht ein gar so großer Räuber. Dom Wassergeflügel bis zum Fisch bleibt nichts von ihr verschont. In der Nacht ist ihre hauptsächliche Jagdzeit, und sie verursacht durch eine bestimmte Bewegung ihres Rachens einen plötzlichen Strudel, der unfehlbar jeden Schwimmer hineinzieht. Ihre Hornkiefer arbeiten wie Mühlsteine; einen Menschenfinger abzuhacken und zu zermalmen ist ihnen eine Kleinigkeit.
Diese Schnappschildkröte, der große „snapper“, ist zudem von äußerst zornmütigem Charakter. In den
Du und der Wald.
Don H. O. von Bonin-Ponih.
Viele Jahrhunderte lebte der Mensch, besonders der nordische Mensch, hauptsächlich von den Erzeugnissen des Waldes. Er lieferte ihm das Holz für Bauten, Waffen und Feuerung, fein jungfräulicher Boden trug den Getreideanbau, das Wild des Waldes spendete dem Menschen Fleisch und Kleidung. In den Hainen wurde den Göttern gedient, unter Bäumen das Thing gehalten. Recht gesprochen und die Zweikämpfe ausgetragen. Vom Wald und seinem Wesen erhielt die damalige Kunst ihren entscheidenden Einfluß. Durch das Holz stand der Wald bis weit in das Mittelalter hinein im Vordergrund des wirtschaftlichen Interesses.
Die Sehnsucht des nordischen Menschen nach dem Süden, die Kenntnisse und Erfahrungen, die er in den Mittelmeerländern sammeln konnte, wirkten sich auf die Beziehungen zwischen Mensch und Wald aus. Der Romane war durch jahrtausend- langen Raubbau des Waldes entwöhnt. Er war mit dem Stein verbunden, so daß ihm Wald unheimlich erschien. Es hat ziemlich lange gedauert, bis der nordische Mensch erkannt hatte, daß dieser südliche Einfluß mit seinen Folgen, wie rücksichtslose Ausnutzung der Holzvorräte, unsinnige Rodung von Waldflächen, sehr schädlich werden kann in den klimatischen Verhältnissen der gemäßigten Zone. Das Fehlen des Waldes bedroht das wirtschaftliche Interesse des nordischen Menschen, aber auch den Ausgleich des Klimas und damit die Lebensgestaltung eines ganzen Volkes. Strenge Forstverordnungen, Rodungsoerbote, Wiederauf- forstungsgebote, Bahn- und Schutzwaldungen sorgen jetzt dafür, daß der Wald in seiner bestehenden Form erhalten wird.
Noch einmal waren die Beziehungen des Menschen zum Walde stark getrübt, als sich zu Beginn der Neuzeit die Technik auszuwirken begann. Je umfassender ihr Siegeszug, desto stärker wurde der Einfluß des Waldes zurückgedrängt. Der Techniker und Ingenieur, die Schöpfer großer Industrie- werte, wußten mit dem Walde und feinen Rohstoffen nichts anzufangen; Kohle, Eisen und Oel standen im Vordergründe. Um ihren Besitz entbrannten wirtschaftliche Kämpfe und blutige Kriege.
Durch Zusammenarbeit der Techniker und Ingenieure auf der einen Seite und ber Waldarbeiter und Forstleute auf der anderen, ist es jetzt gelungen, den Rohstoff Holz in das wirtschaftliche Leben wieder einzugliedern. Holz ist in nächster Zukunft sicherlich neben Kohle und Eisen der wichtigste Rohstoff. In dieser Entwicklung tft Deutschland, das Laboratorium der Welt, durchaus in der Führung. Es wird begünstigt durch feinen Reichtum an Wald und dessen verstreute Lage über das ganze Reichsgebiet. Deutschland hat eine Wald- fläche von 12,7 Millionen Hektar, was etwa 27 v. H. der Gesamtlandesfläche entspricht. Auf seinem Waw- boden erzeugt es jährlich etwa 30 Millionen Kubikmeter Nutzholz, die restlos in der deutschen Wirtschaft als Bau- und Werkholz Verwendung finden, und ungefähr ebensoviel „Brennholz", das keineswegs vollständig und höchst unwirtschaftlich als solches verwertet wird. In der Verwendung dieses Brennholzes liegen die Möglichkeiten für die Volksund Weltwirtschaft, den dringenden Ausgleich zwischen Bedarf und Erzeugung herzustellen, die Technik mit der Natur auszusöhnen.
Holz wird heute schon zur Herstellung von Zucker, Spiritus und eiweißhaltiger Futtermittel verwertet. Mit Hilfe des Holzes kann Deutschland ohne weiteres wenigstens 30 v. H. feines Treibstoffbedar- fes durch Holzgas oder Holzbenzin decken. Als Zell- und Faserstoff wird es immer besser aufgeschlossen. An Nährstoffen für den Menschen liefert ein Morgen Wald genau so viel wie ein Morgen guten Weizenbodens, wozu die Anhäufung des Nährstoffkapitals im Walde als Vorteil kommt. Um diesen vielseitigen und wertvollen Roh- und Werkstoff Holz werden niemals Kämpfe oder Kriege entbrennen, denn bei wirtschaftlicher Ausnutzung ist der Wald eine ewig fließende Rohstoffquelle.
Aus dieser Erkenntnis heraus haben auch Völker, die Deutschland um ihren Waldreichtum beneiben müssen, begonnen, ihre Oedlandflächen und entwaldeten Gebirge wieder aufzuforsten. Neben dem wirtschaftlichen Interesse spielt dabei die Erkenntnis eine Rolle, daß der Wald wie keine zweite Daseinsform der Natur auf die Lebensgestaltung, Lebensführung und seelische Ausbildung eines Volkes veredelnd wirken kann.
Südstaaten ist sie dieserhalb allgemein bekannt, ihre erste Bewegung tft Beißen und ihre letzte vermutlich auch. In einen hinaehaltenen Stock verbeißt sie sich in ihrer Wut so, daß man sie daran tmpor« heben kann. Und obgleich ihre eigentlichen Jagdgründe im Wasser liegen, so bringt sie es auch durchaus fertig, Landtiere anzufallen. Der Süden ist sehr reich an Schlangen, von der harmlosen Wassernatter bis zur giftigen Mokassin und Klapperschlange. Daß den „snapper“ weder die eine noch die andere schreckt, daß er sie ohne weiteres durch Genickbisse tötet, wird allgemein behauptet. Und jedenfalls ist er ein vollgültiger Beweis, daß Schildkröten keineswegs nur harmlose Geschöpfe, sondern echte und rechte Raubtiere fein können.
Farbensinn und Flieaertauqlichkeii.
Bei der Untersuchung auf Fliegertauglichkeit ist eine strenge Farbenprüfung unerläßlich. Die üblichen Farbenfinnprüfungen für Flieger sind sehr schwierig, und man hat sogar dagegen eingewendet, daß dis in der Praxis vorkommenden Signale ein derartig feines Farberkennungsvermögen gar nicht verlangten, daß es sogar hervorragende Flieger gäbe, die farbuntüchtig wären. Der Oberarzt der'Universitäts- augenklinik in Halle, Dr. Velhagen hat diese Angaben nachgeprüft und kam dabei nach einem Bericht der Frankfurter Wochenschrift „Die Um« schau" zu anderen Schlußfolgerungen. Auf dem dortigen Flugplatz wurden bei völliger Dunkelheit, ohnS Mondschein, fünf farbuntüchtige Personen geprüft Es wurden weiße, grüne und rote Leuchtkugeln ab« geschossen, ferner Signalbomben und Raketen, big 200 Meter hoch fliegen. Dabei machten vier Versuchspersonen über die Hälfte unrichtige Angaben. Nm? der fünfte, der rot-grün°fchwach war, beging keine Fehler. Auch als rote, grüne und weiße Landelichte« zehn Sekunden lang gezeigt wurden, konnten alle farbuntüchtigen Versuchspersonen die Aufgabe nicht lösen; auch der fünfte, der Rot-grün-schwachs, machte schwere Fehler. Also auch in den leichteren Fällen finden sich bie für die Praxis so gefährlichen Der« Wechslungen von Geld und Weiß mit Rot und Grün»


