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Ur.52 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)

Mittwoch. 5. mär) 1957

Aus dem Reiche der Krau.

Die Lime der Frühjahrsmode

Von Mara Mägander

Im Anfang war die Linie. Alles andere darum und daran entwickelt sich ganz von selbst Das, was bisher Vorbote war, hat sich zu einer reizvollen Einheit zusammengefunden Wir wirken schlank und erreichen das nicht etwa wie unsere Großmütter durch qualvolle Einschnürungen, sondern als Frauen im Jahrhundert der Technik durch eine op­tische Täuschung

Weit und lustig bläht sich der Aermel unserer Kleider und läßt uns oben breiter erscheinen. Glockig flattert der Schoß und das Röckchen, das dar­unter hervorsieht, ist eng und kurz. Muß da nicht die Taille wespenschlank wirken?

Es gibt hübsche Blumenfarben: Vergißmeinnicht. Flieder. Nelke. Alpenveilchen, Stiefmütterchen. Kornblume. Es gibt sogar eine FarbeWaldgrün" Wir können uns also nach unseren Lieblingsblumen kleiden.

Neu ist auch der Miederrock Er gibt der, Taille einen kleinen Ruck nach oben und streckt die Figur. Daß wir unsere Kleider hochgeschlossen tragen wer­den auch wenn es wärmer wird, soll uns nicht verdrießen. Es liegt ein eigener Reiz darin.

Sogar der Mantel hat seine langweilige Grad- heit verloren. Auch er wird nach unten glockig und schmiegt sich eng an die Taille. Freilich , gibt es auch weite Mäntel. Aber wer eine schöne Figur hat, sollte sie nicht tragen.

Die kurze Jacke für das sportliche Kostüm bleibt. Sie ist viel zu kleidsam, als daß wir sie missen möchten Das Plisss, das uns an Sonnenstrahlen mahnt, wird besonders für das kleine Cape ver­wendet. Wir sehen es gern auf den Nachmittags­kleidern: besonders dort, wo etwas mehr Fülle den abstehenden Aermel verbietet

Ueberall, wo es irgend nur angeht, betonen Schleifen das Heitere des kommenden Modebildes. Eine Schleife hat immer etwas Schmückendes; und selbst ein sehr einfaches Kleid kann durch sie festlich gestaltet werden.

Das Reizendste aber sind die Blüschen aus Spitzen. Taft und Blütenstoff Sie sehen so an­spruchslos aus und erfüllen doch die höchste Pflicht der Mode, die der Kleidsamkeit. Da trägt eine Frau ein strenges nüchternes Jackenkleid Aber wenn sie die Jacke ablegt, erscheint in blumenhafter Lieblich­keit die Bluse.

So bringt das Frühjahr eine neue und sehr reiz­volle Silhouette. Es ist eine echte, rechte Früh­lingsmode, die Sonnenschein und Blütenduft in ihren Falten trägt

Ein Stückchen Seife.

Für die Hausfrau stellt das Stückchen Seife, das nach dem Ausspruch Justus von Liebigs ein Maßstab für den Wohlstand und die Kultur der Staaten ist, kein großes Problem dar. Sie ver­langt mit Recht, daß die Seife kräftig schäumt, gut wäscht und ihren Reinigungszweck erfüllt. Für den Fettchemiker dagegen birgt das Stückchen Seife eine Fülle von wissenschaftlichen Problemen, von denen sich der Laie keinen Begriff macht. Daß Seife und ihre Herstellung eine Wissenschaft in chemischer und technischer Hinsicht ist, darüber bekam man kürzlich auf der Tagung der Deutschen Gesellschaft für Fett­forschung e V in Berlin einen aufschlußreichen Ueberblick

Ist für die Hausfrau die Frage nach dem Wie, nach dem Wirkungsgrad, das Ausschlaggebende, so fragt die Wissenschaft nach dem Warum. Man hat die Seife nach allen Richtungen durchforscht, sie auch geröntgt und ist nicht mehr sehr weit davon entfernt, eineStrukturtheorie der Seifenkolloide" aufzustellen, die alle an der Seife beobachteten Er­scheinungen auf einfache Weise zu erklären vermag. In wissenschaftlichen Laboratorien aber auch in praktischen Serienoersuchen wird im übrigen jedes neue Seifenherstellungsoerfahren, jede neue Zusam­mensetzung genau geprüft, ehe die Seife bzw. das Waschmittel der Öffentlichkeit übergeben wird

Auch für den Wirtschaftswissenschaftler ist die Seife ein Gegenstand vieler Untersuchungen. Er stellt fest, daß z. B. jeder Deutsche pro Kopf und Jahr sechs Kilogramm Seife ver­braucht wovon 1,2 Kilogramm auf Feinseife entfallen. Für den Fachmann, der sich auf die Er­gebnisse der wissenschaftlichen Forschung stützt, ist es bedeutungsvoll daß im Jahre 1935 36 000 Ton­nen tierische und pflanzliche Dele und Fette für die Feinseifenherstellung aus dem Auslande eingeführt werden mußten, wozu für sieben Millionen Reichs­mark Devisen erforderlich waren. Mit diesem De­visenaufwand von sieben Millionen Reichsmark wurde durch deutsche Schaffenskraft ein Verbrauchs­wert von 83 bis 90 Millionen Reichsmark geschaf­fen. Das Stückchen Seife, mit dem manche Haus­frau so unachtsam umgeht, stellt also einen Begriff dar. um den sich unzählige Menschen mit Geist und Arbeitskraft unablässig abrnühen Da das Stück­chen Seife aber auch hinsichtlich der Fettbeschaffung ein sehr lebenswichtiges Problem darstellt, heißt es, mit der Seife sorgsam und sparsam umzugehen!

Eintöpfe.

Von Krida Aisch, Äad-Nauheim.

Rote Rübensuppe. Alle Arten Gemüse wie sie die Jahreszeit gerade bietet, werden in kleine Stücke geschnitten, und mit einem Stückchen Rin­derfett weich gekocht, und mit soviel Würfelbrühe aufgefüllt, daß'es eine dicke Suppe ist. Mehrere rote Rüben werden weich gekocht, in Würfel geschnitten, mit Salz, Zucker, Kümmel und Zitronensaft ver­mischt In jeden Suppenteller gibt man ein Häuf­chen Kartoffelbrei, ein Häufchen rote Rüben und füllt vorsichtig die Gemüsesuppe dazu. In Ostpreu­ßen bildet die Grundlage für diese Suppe em Stuck Ochsenfleisch, das in Würfel geschnitten bann ge­reicht wird. v v _

Wildes Kaninchen. Nachdem das Kanin­chen von allen Häuten blutigen Teilen und Einge- weiden befreit ist, wird es in handliche Stücke ge­schnitten, die gewaschen und in Weizenmehl gewälzt werden. In einen Topf gibt man 125 Gramm But­ter und brät darin das Fleisch goldbraun. Gehen nicht alle Stücke zu gleicher Zeit in den Topf, nimmt man die leicht gebräunten Stücke heraus und legt die anderen nach. In vier kleine Zwiebeln steckt

man je zwei Nelken ohne die Körner legt sie mit allem Fleisch in den Tops, gießt soviel heißes Was­ser daraus, als man Suppe haben will das Ein­kochen mit gerechnet Reichlich Sellerie und Peter- silienwurzeln werden mitgekocht Ist das Fleisch weich, wird die Suppe mit Fleischextrakt abge­schmeckt Eine Handvoll frischer Champignons verfei­nert das Essen sehr Zum Schluß fügt man reich lich Fadennudeln hinzu und hat jetzt für vier bis fünf Personen ein reichliches Mittagessen

Seefisch mit Spinat überbacken 500 Gramm Spinatblätter läßt man über heißem Was­serdampf im Sieb zusammenfallen und abtropfen Hiermit belegt man den gut gefetteten Boden einer Steinform oder Küchenwunder 500 Gramm grober Seefisch (Schellfisch, Kabliau, Rotbars) läßt man in Salzwasser mit einer ganzen Zwiebel, fünf Ge­würz- und fünf Pfefferkörnern nicht ganz gar zie­hen, entfernt Haut und Gräten und belegt mit dem Fisch den Spinat. Hierüber kommt folgende Tunke: Von zwei Eßlöffeln Mehl und einem Eßlöffel But­

ter macht man ein krauses Anrührsel gießt zwei Tassen kochende Milch darüber, würzt mit Salz, Pfeffer und etwas Muskat Das Ganze überstreut man dick mit geriebenem Schweizerkäse und einigen Butterflöckchen und läßt es im Brutofen goldbraun backen. Mit Weißbrot reichen

Kastanieneintopj mit Birnen. 1000 ; Gramm Birnen, 250 Gramm geschält gewogene Kastanien, eine Tasse Milch, ein Eßlöffel Heller Ho­nig. ein Teelöffel Weizenmehl Nelken und Zimt 50 Gramm gewürfelter goldbraun gebratener Speck Die geviertelten Birnen werden mit dem Gewürz und knapp Wasser gekocht Die Kastanien kochen in Salzwasser fast weich und kommen dazu. Milch und Mehl werden angerührt, der gebratene Speck darüber geschüttet und alles kocht weich Vor dem Anrichten verrührt man den Honig in etwas abgekühlter Tunke und gibt ihn darunter. Das Essen darf kein dicker Brei werden An Stelle der i Birnen kann man auch Pflaumen nehmen. Macht jdrei Personen satt.

PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES M O DE ZEIC HN ERS

Die

Exoten st rohhut ist hellbraun und hat eine

dunkelbraune Lackledergarnitur.

Das zweireihige Jackenkleid rechts ist aus blaugrauem Jersey mit dunkelblauem Tressen­einfaß. Der Rock hat vorne zwei gegeneinander«

er ft en Jackenkleider für das Früh- ] Die Jacke ist fünfteilig geschnitten, so daß die zwei .... ' Vordernähte unten die schrägen Taschen ergeben.

! Die drei Kni........ *

fahr 1937 führt unser Modezeichner heute vor. Vordernähte unten die schrägen Taschen ergeben.

Die Skizze links ist eine breioiertel lange! Die drei Knöpfe sind mit Stoff bespannt. Der Vier- Jacke aus maisgelbem, dickem Wollstoff. Sie wird Bahnenrock ist vorne etwas geschlitzt. Der große zu einem engen, nur in zwei Bahnen geschnittenen u'r,t* **

Wollrock getragen. Die Aufschläge der Jacke sind über den kleinen Kragen geklappt Die großen Ta­schen sind ausgesetzt, alle Nähte und Säume sind breit abgesteppt. Fünf große, gelbe Galalithknöpfe ,

schließen die Jacke. Der kleine, rundum aufge- gelegte Falten. Die zwei Seitentaschen und die kleine schlagene Hut ist aus dunkelblauem Perkalstroh. j Brusttasche haben kleine, ebenfalls eingefaßte Klap-

Das Jackenkleid in der Mitte mit den Stepp- pen. Der kleine M a t r o f e n h u t ist aus weißem nähten ist aus hafelnußbraunem, leichtem Wollstoff. I Stroh mit blauem Band. H.

Wenn das Eingemachte zu Ende geht.

V. A. Mit Schrecken stellt man gegen Ende des Winters in feiner Speisekammer fest, daß die Glä­ser mit dem eingemachten Obst mehr und mehr dahingeschwunden sind, und daß bis zur neuen Ernte noch eine gute Weile verstreichen wird. Nun heißt es, die Vorräte zu strecken und anstelle des Üblichen Kompotts den Angehörigen etwas zu bie­ten, das als Ausgleich für das fehlende gelten kann. Guter Rat braucht darum nicht teuer zu fein, er liegt im Gegenteil sehr nahe, wenn man nur im­mer gleich an den richtigen Ausweg denken möchte. In unserem Falle ist es die verbilligte Mar­melade, die als Ersatz für das eigene Einge­machte mit herangezogen werden kann. Als Brot­aufstrich hat sie sich ja bereits viele Anhänger er­worben, aber für Kuchen und Süßspeisen konnte sie noch sehr viel häufiger als es schon geschehen ist, Verwendung finden.

Wenn man sich vergegenwärtigt, mit welcher Sorgfalt die Marmelade in allen deutschen Fabri­ken 'behandelt wird, und wenn man weiß, daß sich in ihr alle Edelfrüchte des Sommers und Herbstes vereinigen, begreift man erst die wahre Güte dieses Erzeugnisses, das sich für jede Hausfrau von un­schätzbarem Wert erweist. Für alle Gerichte aus Mehl, Haferflocken, Grütze, Quark usw. bildet Mar­melade die passende Gesellschaft, man muß sie nur nicht immer in derselben Form vorführen So wird sie vielleicht zwischen Haferflockenplätzchen gestrichen, oder man färbt mit ihr den weißen Käse zu einem rosaroten Aussehen, indem man beides gut mit­einander oerrührt und in hübscher Aufmachung mit geraspelten Nüssen anrichtet. Als Schicht zwischen Tortenböden kennen wir die Marmelade schon lange, doch als Speise für sich, der man durchaus als Sonntags-Nachtisch volle Berechtigung zuspre­

chen kann, hat sie noch nicht oft Aufsehen erregt. Dazu wird einfach ein Eiweiß sehr steif geschlagen und unter die Marmelade gezogen. Gibt es eine bequemere Vorbereitung einer Mahlzeit? Oder, wenn man ganz knapp mit dem Wirtschaftsgeld ist, verlängert man die Marmelade zu einer Soße, der Zitronensaft zu einem besonderen Geschmack verhilft. Auch am Abend eignet sie sich in verflüssig­tem Zustand zur Fruchtsuppe, die mit Sago oder Kartoffelmehl sämig gemacht wird. Hierbei sei ver­raten, daß man diese Suppe mit dem sogenannten Apfelnachpressegelee noch billiger zu bereiten ver­mag, denn das kostet, sage und schreibe, nur 16 Pfennige je 500 Gramm.

Um für den nächsten Geburtstag oder Ostern das Rezept für die Schichttorte zur Hand zu haben, wollen mir uns merken, daß sie aus mehreren Böden von Mürbeteig (250 Gramm Mehl, 125 Gramm Fett, eine Prise Salz,/io Liter Wasser) besteht. Diese Platten haben den Vorteil, daß sie nach dem Backen nicht gleich benutzt zu werden brauchen, sondern daß sie in der Blechbüchse län­gere Zeit bis zum Gebrauch lagern können. Dann streicht man abwechselnd auf die eine Platte Mar­melade und auf die andere einen Vanille- ober Mandelkrem, der auch die Decke bildet. Geriebene Mandeln dazwischen verschönern nicht nur den An­blick, ihre Würze verleiht auch der Torte eine besondere Note.

Sehr schnell und billig erhält man weiter eine Marmeladenrolle, zu der 1 Ei mit 75 Gramm Zucker schaumig gerührt wird Dann mengt man 250 Gramm gekochte, erkaltet geriebene Kartoffeln, 250 Gramm Mehl und ein Backpulver unter den Teig, der ausgervllt, mit Marmelade beschmiert und zu einer Strudelform aufgewickelt wird. Die Rolle bäckt etwa eine halbe Stunde und wird mit Puderzucker bestreut.

VomWinterschlaf" der Landfrau

Von M Rickeri.

Wer wie ich in der Großstadt aufwuchs und erst als erwachsener Mensch seinen Pflichtenkreis im Landhaushalt fand, der weiß, wie falsch das Bild ist, das sich Stadt- und Landfrau oft gegenseitig von ihrem Leben machen. Wie die Landfrau viel­fach kein Verständnis besitzt für die gesundheitliche und nervenmäßige Belastung, der die Stadtfrau durch den ständigen Lärm, die Hast, das Menschen­gewühl, die allzuvielen Eindrücke, den beschränkten Wohnraum und die manaelnöe Bewegung in frischer Luft ausgesetzt ist, und nur die Annehmlich­keiten des Stadtlebens sieht, so ahnt wiederum die Stadtsrau selten, welche ständige Arbeitslast auf den Schultern der Landfrau ruht. Es ist ein großer Irrtum zu glauben, daß nur das Sommerhalb­jahr viel Arbeit brächte, daß die Landfrau in den anderen Monaten sich ausruhen, daß sie eine Art Winterschlaf" halten könnte, daß sie sich dieviele freie Zeit" mit Spinnen und Weben vertreibt, um sich nicht zu langweilen, solange draußen Schnee oder Winterregen fällt. Es ist allerdings kein Wunder, daß Die Stadtfrau, die ihreLandwirt­schaft", den Balkonkasten, frühestens im April be­pflanzt, mit fertig gekauften Blumen zumeist, und vielleicht den Gartner telephonisch für das Vorgärt­chen bestellt, so denkt. Sicher fordert der Winter keine Ueberarbeit, keine Arbeitszeit von 15 bis 17 Stunden wie der Sommer, aber mit Arbeit aus­gefüllt ist jeder Tag! Auch im Winter geht es um 5.30 Uhr in den Kuhstall, an vielen Orten noch früher, falls die Milch mit einem bestimmten Früh­zug in die Stadt soll. Im Stall ist es leidlich warm, aber der Weg über den verschneiten oder unergründlich nassen Hofplatz beim Schein der Petroleumstallfunzel, das ist doch etwas anderes als der Weg zum Milchgeschäft, selbst wenn man vier Treppen hoch wohnt! Erst nach dem Versorgen des Viehs kommen die hauswirtschaftlichen Ar­beiten. Oft müssen die Schulkinder wegen der gro­ßen Entfernungen schon vor 6 Uhr aufstehen und mit Morgenkaffee versorgt werden, in anderen Fällen ist es der Milchfahrer, der eine warme Mahlzeit haben muß, bevor er die oft lange Fahrt in die Kälte antritt.

Die Nacherntearbeiten, bei denen die Landfrau in kleinen Betrieben ganz unentbehrlich ist Kar­toffelauslesen, Einmieten, Rüben einbringen, Kohl­ernte aus dem Garten, ziehen sich oft bis Ende November hin. Dann wird es allerhöchste Zeit, den ganzen Garten umzugraben, bevor der Frost kommt. Dann erst kann die Hausfrau mit voller Kraft den Herbsthausputz erledigen, erst dann wird oft die aus Zeitmangel schon reichlich fange aufgeschobene Wäsche erledigt. Das Aussortieren schlechter Lege­hennen, Gänsemast und Gänseeinschlachten, ver­kaufsfertige Zubereitung von Puten und anderem Geflügel, Festbäckerei und Weihnachtsvvrbereitun- gen, das alles neben der täglichen Arbeit erfordert eine gute Arbeitseinteilung, will man nicht zu viel Nachtschlaf opfern. Neben Gartenarbeiten, die auch im Winter nicht ganz aufhören Obstbäume und Sträucher müssen geschnitten, Baumlöcher für Neu­pflanzungen ausgehoben werden usw., gibt es von Dezember bis Ende Februar die großen Schweinefchlachtungen, die den Fleifchvorrat bis zum nächsten Dezember bringen sollen.

Für planmäßig arbeitende Landhaushaltungen gilt der Satz: Bis Ende Januar wird liegen ge­bliebene Arbeit aufgeholt, ab Februar muß mit Ausnutzung aller Möglichkeiten vorgearbeitet wer­den, sonst ist die Arbeit im Sommerhalbjahr nicht zu schaffen! Mistbeete müssen gehackt, Kastenaus­saaten vorgenommen, und wenn es die Witterung irgend erlaubt, die ersten Beete für Frühkarotten gemacht werden. Am nächsten Tag ist vielleicht schon wieder alles weiß verschneit, Gartenarbeit unmöglich, statt dessen geht es endlich an die Schäd­lingsbekämpfung bei den alten Obstbäumen. Mit Kratzer und Drahtbürste befreien wird die Stämme von Moos, Flechten und Schädlingen, die wir in untergelegten Säcken auffangen und verbrennen. Sobald wieder Tauwetter ist, werden die Kartoffel­mieten geöffnet, die Kartoffeln verlesen und die Saatkartoffeln vvrgekeimt. Für Märzküken sind die Ställe vvrzubereiten und die künstliche Glucke aus» zuprobieren. So bringt jeder Tag neue Arbeit. Glücklicherweise sind die Tage Ende Februar schon länger hell, sonst wäre die Arbeit, unsere Arbeit in der Zeit der Winterruhe, nicht zu schaffen.

Ist alles in Ordnung?

Frage dich selbst!

V. A. Es ist selbstverständlich, daß man in seiner Wohnung von Zeit zu Zeit die Decken streicht, die Tapeten erneuert usw. Daß aber auch die Heiz- und Kochanlagen sich natürlicherweise abnutzen wird manchmal ganz vergessen. Deshalb frage ich täglich: Ist alles in Ordnung? Beschädigte und ver­altete Oefen und Herde nützen doch den Brennstoff nicht genügend aus. Sie verursachen laufend Kosten und Aerger. Und die sind doch an sich ganz über­flüssig, wenn man sich rechtzeitig darum kümmert. Oft genügen schon kleine Aenderungen, z. B. Ad- dichten von Fugen und Türen, gründliche Reini­gung der Züge. Das soll man dem Fachmann über­lassen. Dem bringt es Arbeit. Und es kostet ja auch nicht Diel.

In anderen Fällen wird ein Umbau zu emp­fehlen oder gar ein neuer Ofen und Herd aufzu­stellen fein. In solchen Fällen sollte man nur eine gute Ware wählen. Denn nur dann ist sparsames Kochen und Heizen gewährleistet. Das gilt auch für die oorstädtischen und ländlichen Siedlungen, bei denen vielfach die Siedler aus einer falsch ver­standenen Sparsamkeit sich billige, ungeeignete, un­wirtschaftlich arbeitende, ja sogar schon gebrauchte Feuerstätten kaufen.

Warum das? Heute sind doch überall Oefen für Brikettfeuerung erhältlich, die in ihrer modernen technischen Ausbildung sauberste und sparsamste Ausnutzung des Brennstoffs gewährleisten. Sie sind schmuck und praktisch. Sie sind eine Zierde des Raumes. Beim Küchenherd müssen Herdringe, die entzweigegangen sind, möglichst schnell ersetzt wer­den. Große Roste müssen durch einfaches Abmauern verkleinert werden. Dann arbeitet der Herd besser. Der Brikett-Rost z. B. soll für Haushaltküchenherde bei einer Breite von 14 bis 15 Zentimeter eine Länge haben, die dem Braunkohlenbrikett ent«