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Samstag, den 6. Februar 1937, abends 20" Uhr, in sämtlichen Räumen des Gesellschaftsvereins

Karten-Vorverkauf: Für Mitglieder bei Germer L Wagner, Neuenweg. Für Nichtmitglieder bei Fritz Lotz, Bahnhostraße 41, H. Detree, Lieber Straße 45, Klenker L Dunkel, Seltersweg, Blumengeschäft Weber, Seltersweg. 564d

»Ein Ereignis des Rhein-Mainischen Karnevals« Karten im Vorverkauf 3.00 RM: Hapag-Reisebüro und Musikhaus Challier

üer Abend zu etnem vollen Erfolg wurde. Unser Gesangverein hat in letzter Zeit sehr viel Zuwachs, besonders von Jugendlichen, erfahren, ein Zeichen dafür, daß die Jugend dem Gesang wieder zugetan ist. Der Abend war gut gelungen, da alle Mit­wirkenden mit großem Eifer bei der Sache waren.

ch Lauter, 3. Febr. Am morgigen Donners­tag feiern Karl Schmidt III. und seine Ehefrau Emma, geb. Reidt, das Fest der Silbernen Hochzeit.

L i ch , 3. Febr. Am morgigen Donnerstag, 4. Febr., kann Frau Anna Elisabeth Heller, geb. Müller, in voller geistiger und körperlicher Frische ihren 8 0. Geburtstag feiern. Ihr Ehemann, Ortsbürger Philipp Reinhard Heller IV., konnte am 17. Januar bereits sein 90. Lebensjahr vollenden. Am 28. Dezember vergangenen Jahres konnte das hochbetagte Ehepaar auf eine 57jährige Ehezeit zvrückblicken. Möge es ihm vergönnt sein, in weni­gen Jahren bei bester Gesundheit seine diamantene Hochzeit feiern zu können.

Kreis Alsfeld.

§ Kirtorf, 2. Febr. Dieser Tage feierte der Schmerbrennermeister Georg Jung in geistiger und körperlicher Frische seinen 7 8. Geburtstag. Schon nach seiner Schulentlassung lernte er bei sei­nem Vater das Schmerbrennerhandwerk, das er bis heute aufrechterhalten hat. Sein Ver­dienst war es, daß sein Schmerofen der einzige in Deutschland unter Denkmalsschutz gestellt wurde. Sein Handwerk führte der hochbetaate Mann stets mit großem Fleiß und großer Liebe aus. Bekannt war er überall dadurch, weil er seine Ware unmittelbar an den Verbraucher brachte. Er durchreiste mit seinem Schubkarren und seinem Teerfaß ganz Oberhessen und war überall unter dem NamenSchmerschorsch" bekannt. Dieser Tage fand in der hiesigen Kirche ein Lichtbilder­vortrag über deutsche Missionsarbeit statt. Nach einer einleitenden Ansprache von Pfar­rer Stritter sprach Missionar Gerl ach an Hand von Lichtbildern über das Wesen und die Aufgaben der Mission in fremden Erdteilen und Ländern. Am darauffolgenden Tage fand der Licht- bildervortrag auch für die Schule statt. In unserer Gemarkung traten in jüngster Zeit wieder Schwarzkittel auf. Es gelang bei einer Jagd einem Forstassessor eines der Wildschweine zu er­legen. Bei der Roggensammlung für das Winterhilfswerk wurden in unserer Gemeinde etwa 40 Zentner Getreide aufgebracht.

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Nun ist es auch bei uns doch noch Winter ge­worden, an den man fast nicht mehr zu glauben wagte. Ein großes weißes Tuch bedeckt die Erde, für den Jäger der Anlaß, so ost wie möglich draußen 3u sein in seinem Jagdrevier. Wie ein weit aufge- schlagenes Buch liegt es vor ihm, und Spuren und Fährten erzählen ihm, der sie lesen kann, von seinem Wild und von dem Leben in Forst und Flur. Hier zog die Ricke mit ihren beiden Kitzen zur Brombeer­äsung hin, dort haben Rehe nach Eicheln, die im Laub unter Schnee verstreut liegen, geschlagen, der Ginsterbusch wurde von Mümmelmann zerbissen und da, wo rote Spritzer den Schnee um das Mauseloch färben, steht Reineckes Perlenschnur. Viel Mäuse­nahrung hat er dieses Jahr, und der Förster ist ihm dankbar, daß er ihm hilft, die grauen Nager klein­kriegen, die überall in den Laubholzkulturen die dann weitergeholzt durch die hohen Fichten. An der Marder hat dort der Mäusejagd obgelegen und ist dann weitergebolzt durch die hohen Fichten. An der Hecke, wo Heublumen für es geschüttet sind, steht eines Hühnervolkes Geläuf, und die Fasanen haben überall im Laubholz nach Aesung gesucht. Da hat der Habicht auf sie Jagd gemacht, und von dem schönen, bunten Hahn ist wenig übrig geblieben. Auch sonst ist nicht alles erfreulich, was das Jägerauge sieht. Was tut die Katze fernab von Dorf und Hof hier im Walde, die dort den Steig entlang schnürt? Und die Hundespur, die kreuz und quer durch den Bestand zieht, ist eine dringende Warnung, auf der Hut zu sein. Schon schwankt das Wetter hin und her, und statt des Schnees wird bald Regen kommen, der dann mit einer Eiskruste den Schnee zu Harsch wer­den läßt. Armes Wild! Dann brechen die Läufe ein, werden wieder herausgezogen, um wieder einzu­brechen. Und dabei schneidet das scharfe Eis durch die Decke der Läufe, und roter Schweiß färbt des Wildes Fährte. Das aber haben Fuchs und Hund bald los, daß hier leichte Beute zu machen ist. Meisterhaft hat uns das Hermann Löns in seiner Fuchsgeschichte vomAlten vom Berg" geschildert, der Hund aber ist dem Fuchs darin noch weit überlegen. Wer es fertigbringt, in dieser Notzeit seinen Hund frei herum­stromern zu lassen, versündigt sich an unserem Wilde. Wenn der Weidmann so mit offenen Augen durch sein Revier, seine Welt, pirscht, dann steht nicht das Jagen im Vordergrund seines Denkens, sondern die Frage nach dem Ergehen und dem Schutze seines Wildes.

Zu Jagen selbst gibt es nicht mehr viel. Alles

Samstag, den 6. Februar 1937, im märchenhaften Faschingspalast mit nie gesehenen Dekorationen

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Schalenwild mit Ausnahme der Sauen hat Schonzeit. Solange Schnee liegt, werden sie weiter bejagt werden. Der weiße Leithund, auf den man in Revieren mit Schwarzwild so sehr wartete, ist gar manchem Schwarzkittel zum Verräter und zum Verderben geworden. Gegen Monatsende sondern sich die Bachen von der Rotte ab, um sich einen Platz zu suchen, wo sie zu Beginn des März ihre Wochenstube einrichten können.

Im Rotwildrevier beginnen die Hirsche mit dem Abwerfen des Geweihes. Der R e h b o ck dagegen ist schon mitten im Neuaufbau seines Kopfschmuckes drin. Prahlend trägt gar mancher brave Bock heute schon ein gut verecktes Gehörn, das im Bast besonders stark zu wirken pflegt. Der Jäger wird jede Gelegenheit dazu benutzen, in den kommenden Wochen sich seine Böcke genau anzu­sehen und versuchen, sich ein Bild über sie zu machen. Vor allem muß er die Tatsache, daß jetzt sein Rehwild in starken Wintersprüngen zusammen­steht, dazu benutzen, um es zu zählen und das Zahlenverhältnis zwischen beiden Geschlechtern fest­zustellen. Denn damit schafft er eine wesentliche Voraussetzung für den künftigen Abschußplan.

Während in Grimbarts Burg schon Jung- dächse sind und das Gesetz deswegen den Dachs schützt, ist die Ranz des Fuchses noch im Gange. Das ist die rechte Zeit, um mit dem Teckel oder Fox die Baue abzusuchen und den Fuchs zu spren­gen. Hat der Jäger Weidmannsheil, erwischt er die ganze Hochzeitsgesellschaft und macht gute Strecke, wenn er eine saubere Flinte schießt.

Die Schußzeit der Marder ging wieder zu Ende, nur Iltis und Wiesel sind frei.

Gegen Monatsende pflegen die Hühner ketten, wenn das Wetter milder geworden ist, sich schon in Paaren zu zerstreuen, und dann beginnt die rechte Zeit, um den jungen Vorstehhund einzu­arbeiten für eine seiner schönsten Arbeiten.

Für Fasanen ist nun die beste Zeit zum Aus­setzen gekommen. Es wäre zu wünschen, daß immer mehr Reviere dazu übergingen, sich einen gewissen Fasanenbesatz zu schaffen, anstatt gelegentlich nur mal den einen oder anderen zugewanderten Hahn zu schießen. Auch in Revieren mit einem bereits vorhandenen Besatz ist es zweckmäßig, von Zeit zu Zeit einen stärkeren Abschuß von Hähnen, und Hennen durchzuführen und dafür dann neue, mit anderer Blutführung einzusetzen.

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Verpfändung. Eine wirksame Verpfändung einer Sache liegt nur dann vor, wenn die Sache dem Gläubiger übergeben oder wenn ein Dritter die Sache in Besitz hat, dem Gläubiger der Herausgabeanspruch abgetreten wird. Forderungen können durch Abtretung verpfändet werden (Mitteilung an den sog. Dritt­schuldner). Gehalt kann nur bis zu einer bestimmten Höhe ver­pfändet werden (s. Pfändung). Unterhalts-Ansprüche können überhaupt nicht verpfändet wer­den. Die Frau kann eine zum eingebrachten Gut gehörige Sache oder ein Recht nur mit Zustim­mung des Mannes verpfänden.

Verrenkung, Luxation, ijt die Verschiebung zweier durch Gelenk verbundener Knochenenden aus ihrer normalen Stellung. Meist geht sie mit Band- und Kapsel- zerreikungen einher. Die Verren­kung kann angeboren sein (ange­borene Hüftgelenksluxation) ob. durch Unfall entstanden sein. Häufig sind Luxationen des Ober­armes im Schultergelenk. Luxa­tionen können aber auch infolge einer Eelenkkrankheit entstanden sein. Auf jeden Fall rufe man immer einen Arzt und verschlim­mere nicht die Luxation durch Einrenkunasversuche, Luxationen sind viel seltener als Knochen­brüche. Anzeichen sind Unbeweg­lichkeit des Gelenkes Schmerzen, später Schwellung. Bei der an­geborenen Hüftgelenksverren- kuna haben die Kinder einen watschelnden Gang. Möglichst frühzeitige ärztliche Behandlung kann auch hier Hilfe schaffen.

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Verlöbnis

Verlöbnis ist das zwischen einem Mann und einer Frau ernstlich gegebene Versprechen, sich zu hei­raten Anzeige, Wechseln von Ring usw. sind nicht erforderlich. Minderjährige können nur mit Genehmigung ihres gesetzlichen Vertreters ein rechtswirksames Verlöbnis eingehen. Ungültig ist ein Verlöbnis während bestehen­der Ehe. Aus dem Verlöbnis kann nicht auf Eingehung der Ehe geklagt werden. Siehe Ent­lobung.

Berlobungsgeschenke zu machen, ist üblich, aber nicht unbedingt erforderlich. Verwandte und Freunde schenken zweckmäßig praktische Gegenstände.

Verlobungsringe zu tragen, ist Sitte, aber gesetzlich nicht vorge­schrieben. Wenn Verlobungs­ringe getragen werden, so kauft sie der Bräutigam.

Vermehrung der Pflanzen ge­schieht auf geschlechtlichem Wege durch Samen, ungeschlechtlich durch Ableger, Ausläufer, Steck­linge, Teilung und Veredelung (s. einzelne Arten). Samenver­mehrung ergibt kräftige Pflan­zen. Getreue Arterhaltung er­folgt durch vegetative--unge­schlechtliche Vermehrung.

Vermögen siehe Ehevertrag, Kin­desvermögen.

Vernickeln, das Ueberziehen von Metallen mit Nickel auf galvani­schem Wege ob. durch Aufwalzen. Veronika, weibl. Vorname grie­chischer Herkunft mit der Bedeu­tungdie Siegbringerin", Abk.: Vroni.

Wenn das Wetter milder wird» pflegt im FebrucU bereits die Waldschnepfe zu streichen. Dch! Wettlauf um dieErste" hat leider meist bewirkt, daß diese früh streichenden Schnepfen abgeschosseg wurden, obwohl es überwinterndeLagerschnepfeN^ waren, die auch bei uns gebrütet hätten. Kennet wir doch Schnepfengelege aus unserer Gegend, schon bebrütet wurden, als die nordischen Zua, schnepfen noch auf dem Durchzug waren. diesenErsten" wurde also der heimischen JaM kein Gefallen getan. Was vor dem 10. März bsj uns geschossen wird, ist mit größter Wahrscheinliche feit solch einheimisches Wild. Meist begann in den letzten Jahren der wirkliche Zug noch wesentlich später.

Die Waldschnepfe aber richtet unseren Blick schon wieder vorwärts in den Lenz, wenn es wieder ans fängt zu grünen und zu blühen. Und doch stehey wir noch mitten im Winter. Zunächst muß es Jägers Aufgabe sein, seinem Wild über die nächsten Wochen hinwegzuhelfen, wenn es seiner Hilfe be­darf.

Dann heißt es Eicheln und Kastanien hinaus« bringen und schütten, wo sie vom Schnee nicht oetl weht werden. Gutes Grummet und Kleeheu, Hafer!» und Erbsenstroh sind auch willkommen und werdtzH weit verteilt in kleinen Raufen oder unter Schirrm fichten u. ä. gereicht. Wo sich das Wild daran gett wöhnt hat, etwas zu finden, nimmt es auch leicht das Lecksalz an, das wir ihm bieten, um es wider! standsfähiger zu machen gegen Gesundheitsstörung gen, die im Frühjahr gern austreten. Bannt de» Frost das Wasser im Boden, liefern Rüben urif Kartoffeln die nötige Wassermenge. Es ist unbeS deutlich, wenn durch das Liegen im Freien das Wasser auch in ihnen fror. Wo Heide wächst, Icaf sie der Rechen frei, während das Beil hier und dorr Weichholz schlägt und damit dem Wild natürliche und gute Aesung gibt.

Heublumen, auf dem Heuboden zufammengerechk. schütten wir hier und dort unter Hecken und Büschs ober unter Schutzdächer für Hühner und Fasanen» Die Futterbeschaffung für Fasanen ist z. Zt. nicht ganz leicht, um so mehr muß der Jäger dahinten her sein, solche Futtermittel zu verwerten, die sonst nicht gebraucht werden, während wertvollere deß Tier- und. Geflügelhaltung überlassen bleiben. Es» kommt darauf an, was dem Jäger zur Verfügung steht und das Revier selbst bietet. Danach wird jedes Revier seinen eigenen Weg gehen. Viele Wegj führen zum Ziel, die Hauptsache ist, daß überhaupt etwas geschieht. Hege aber ist Jägerpflicht.

1 Hubertus.

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Hör, a>n «ich:

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