Nr. 281 Erstes Blatt
187. Jahrgang
Donnerstag, 2. Dezember l()57
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Die englische presse.
Von unserem Abg -Berichterstatter.
London, Dezember 1937.
Der rüpelhafte Ton und die plumpen Drohungen einiger nordamerikanischer Gewerkschaftsbonzen haben den Herzog von Windsor bewogen, seine Studienreise nach den Vereinigten Staaten, dem Heimatland seiner Frau, aufzugeben. Einige wenige englische Blätter, von denen der größte Teil den Standpunkt der Opposition vertritt, haben bedauernd die Achseln gezuckt und die Meinung vertreten, „daß der Herzog schlecht beraten gewesen sei, seinen Freund, den Wirtschaftsberater Charles B e d a u x mit nach USA. zu nehmen und vorher das verhaßte Nazi-Deutschland besucht zu haben". Die überwiegende. Mehrheit der Presse hat geschwiegen. Niemand fand ein Wort des Verständnisses für ein Mitglied des englischen Königshauses, dessen tiefes soziales Mitgefühl noch vor einem Jahre in überschwänglichen Worten gepriesen wurde. Die Zeitungen schwiegen weiter, als ein Schweizer Blatt schrieb, „England müsse Baldwin ewig dankbar dafür sein, daß er es von einem solchen König befreit habe." Wir kritisieren diese Haltung keineswegs; Kritik steht uns ja auch gar nicht zu. Es ist Sache der britischen Oesfentlichkeit, sich mit dieser peinlichen Affäre abzufinden. Wir greifen den Tatbestand lediglich deshalb auf, um auf Zusammenhänge hinzuweisen, in die hineinzuleuchten es sich von einem höheren politischen Interesse aus lohnt. Der Tatbestand ist folgender:
Man mag zu der publizistischen Arbeit, die von der englischen Presse geleistet wird, stehen wie man will — und von deutscher Seite aus besteht gewiß mancherlei berechtigter Grund zur Klage —, eines wird man nicht übersehen dürfen, daß nämlich die englische Presse trotz mancher Scheuklappen, trotz mancher Voreingenommenheiten und Vorurteilen, trotz schließlich auch des oft schlecht gestillten Nach- richtenhungers — größtenteils bemüht ist, „fair p 1 a y“ zu üben. Diese Feststellung gilt gewiß nicht allgemein. Wo aber ein Blatt die Linie des „fair play“ allzu sehr verläßt und in reine Tendenzmache verfällt, schadet es sich selbst. Denn der Engländer ist nicht auf ein „Leib- und Magenblatt" eingeschworen, sondern bildet sich sein Urteil, soweit er dazu überhaupt der Zeitung bedarf, aus der aufmerksamen Lektüre mehrerer Blätter. Er steht außerdem der Zeitungsäußerung heute stärker denn je mit unverhohlenem Mißtrauen gegenüber. Wäre das nicht der Fall, so wäre es heute — um nur ein Beispiel herauszugreifen — um das Verständnis des einzelnen Briten gegenüber Deutschland noch schlechter bestellt.
Welches sind nun d i e Quellen, aus denen der britische Journalist und damit der Leser seine politische Meinung schöpft? Da wären in erster Linie die großen englischen Nachrichtenagenturen zu nennen: das Reuter-Büro, die ausschließlich auf Großbritannien beschränkte, halboffiziöse Preß Association und eine Reihe kleinerer Unternehmungen wie Exchange Telegraph und Central New. Den großen Blättern („Times", „Daily Telegraph", „Morning Post", „Manchester Guardian", „Daily Mail" usw.) steht selbstverständlich ein Stab von eigenen Korrespondenten zur Verfügung. Hier erhebt sich aber bereits die Frage — das Gleiche gilt natürlich auch für die Agenturkorrespondenten —, ob diese ihre Informationen aus erster H a n d schöpfen oder nicht. Wo liegen aber, so müssen wir weiter fragen, die Nachrichtenquellen der Korre- fpöhbenten? Einmal bei den amtlichen Stellen des Landes, in denen der betreffende Korrespondent arbeitet, also bei den verschiedenen P r e s s e st e l - l e n der Ministerien und Behörden. Ist der einzelne Korrespondent in der Lage, sich persönliches Vertrauen zu erwerben, und beweist er, daß ihm etwas daran liegt, die Beziehungen zwischen seiner Heimat und seinem Gastland zu fördern, so werden auch die amtlichen Quellen ergiebiger sein. Die zweite wichtige Jnformationsmöglichkeit ist die Mission seines Heimat st aates, aber auch die anderer Staaten, soweit es der Korrespondent versteht, sich dort Freunde zu erwerben. Die dritte Informationsquelle ist die „Nachrichten- börse", der — nicht immer auf absoluter Gegenseitigkeit beruhende — Meldungsaustausch zwischen „Kollegen". Jedes Handbuch der Massenpsychologie kann Auskunft darüber erteilen, welche Form solche „Austausch"meldungen, wenn sie von Mund zu Mund und dann weiter von Telephon zu Telephon qehen, anzunehmen pflegen. Damit kommen wir zu dem oft trüben Kapitel der bezahlten und unbezahlten Agentenmeldung-en. Denn es ist ja vollkommen klar, daß alle sogenannten „Greuel- nachrichten" nur auf Informationen beruhen können, die dem Korrespondenten entweder von Leuten zugeleitet wurden, die bewußt durch die Verbreitung von falschen Nachrichten der Führung des Staates, dem sie angehören, Schaden zufügen wollen, oder von Personen, die aus der Verbreitung von Informationen ein Geschäft machen.
Was geschieht nun mit den Meldungen in den Redaktionen? Mit Ausnahme der „Times" «und einiger weniger Provinzzeitungen steigt der Wert einer Meldung mit dem Grade der in ihr enthaltenen „Senfatio n". Der Korrespondent ist also der begehrteste, der sein Blatt am schnellsten mit sensationellem Stoff bedient, wobei die Frage Der Zuverlässigkeit erst in zweiter Linie steht. Die »nglische Presse hat sich in den letzten Jahrzehnten n einem Ausmaß amerikanisiert, daß sie heute bereits aus Nachrichtenhunger sich nicht allein auf hre Ausländskorrespondenten und die Meldungen Der englischen Agenturen verläßt, sondern in weitem Umfang Meldungen der großen a m e r i k a n i - chea Nachrichtenbüros heranzieht. Nun
Lebensfreude macht unser Volk tüchtig für den Lebenskampf.
Neichspropagandaminister Dr. Goebbels spricht in einer Massenversammlung in Münster.
M ü n ft e r , 1. Dez. (DNB.) In der Münsterland- halle, die eine erwartungsvoll gestimmte Menge schon lange vor Beginn Kopf an Kopf bis auf den letzten Platz füllte, sprach Reichsminister Dr. Goebbels über die politischen Fragen der Gegenwart. Der Nationalsozialismus, so sagte er, habe eine Brücke geschlagen von der Führung der Nation zur Nation selbst. Und diese Brücke sei die Partei. Er berufe sich nicht immer in überheblicher Weise auf den Herrgott persönlich als vielmehr auf die Kraft, die der göttliche Wille ihm gegeben habe. Und in der Hebung und durch den Einsatz dieser Kraft habe der Nationalsozialismus seine Erfolge errungen. Der Minister wandte sich mit geißelnder Ironie gegen jene kleinen Nörgler und zwergenhaften Stänkerer, die den aufbauenden Elementen im Wege stehen, ohne von den politischen und wirtschaftlichen Dingen wahrhaft etwas zu verstehen und ohne überhaupt zu berücksichtigen, daß sechs Millionen Menschen in Arbeit gebracht wurden, die deutsche Produktion wieder zur Blüte gelangte, die Armee und der Arbeitsdienst aufgebaut wurden uflt> Deutschland in einem relativ kurzen Zeitraum seine Ehre und feine Achtung in der Welt wiederherstellte und befestigte.
Wir sind gegen den Strom geschwommen und haben uns nicht der sogenannten öffentlichen Meinung gebeugt. Wir betreiben unsere Politik i m unmittelbaren Zusammenhang mit dem Volke. Für uns ist die Politik die Kunst der Volksführung. Man hält uns vor, daß wir in unseren Versammlungen immer dasselbe sagen. Wir weisen aber dagegen darauf hin, daß auch auf religiösem Gebiet Kardinäle, Erzbischöfe und Pfarrer seit 2000 Jahren immer dasselbe sagen und diese Tatsache mit Stolz unterstreichen. Ebensowenig kann aber der Nationalsozialismus sich, ändern. Unsere Weltanschauung bleibt, wie f i e i st, denn sie ist Wahrheit. Man kann sie nicht umbilden; die Wahrheit ist immer eindeutig und gleichbleibend."
Der Minister wies daraus hin, daß das deutsche Volk durch die Verhältnisse gezwungen fei, sparsam zu leben, aber d i e Not mache erfinderisch in des Mortes bester Bedeutung, und sie mache das deutsche Volk für den Lebenskampf tüchtiger als Nationen, die in lleberfluß und Reichtum leben. Der soziale Lebensstandard des deutschen Volkes stehe immer noch höher als der vieler anderer Völker. Es habe das tägliche Brot schätzen gelernt und verteile es mit sozialistischem Gerechtigkeitssinn. An dem, was Deutschland besitze, nehme in Wirklichkeit die ganze Nation teil. Kultur und Bildung
seien nicht mehr das Vorrecht der Besitzenden. Das Volk werde mit allen Schätzen des nationalen Lebens in lebendige Verbindung ge- bracht. Wir teilen nicht nur das Leid, sondern auch die Freude mit unserem Volk, und in diesem Teilen beruht eigentlich der innige und
herzliche Kontakt zwischen Führung und Nation. Dir haben dem Volke wieder einen neuen Lebensimpuls gegeben, haben ihm den Minderwertigkeilskomplex aberzogen. Es hat wieder gelernt, auf die eigene Kraft zu vertrauen.
Die geballte Kraft der Ration ein Mchtsaktor in der WelWitik.
Es ist selbstverständlich, daß ein Volk, das in kritischer Zeit in jo heroischer Weise feine Pflicht erfüllt hat, auch ein Anrecht auf Lebensfreude besitzt. Deshalb haben wir die Lebensfreude, die die Kraft zur täglichen Pflichterfüllung gibt, organisiert. Man hat uns in diesem Zusammenhang angegriffen. Es stehe nicht in Übereinstimmung mit den christlichen Lehren, daß man die Lebensfreude aus vollem Herzen bejaht Man möchte unseren Knaben und Mädchen die Turnkleidung mit dem Zentimetermaß nachmessen, um festzustellen, ob das noch moralisch sei oder nicht. Kann man es uns verdenken, daß wir uns gegen diese muffigen Moralinprediger zur Wehr setzen, daß wir es uns verbitten, Morallehren von Instanzen und Konventikeln in Empfang zu nehmen, die allen Grund hätten, vor der eigenen Tür zu kehren? Stürmischer Beifall unterbrach den Minister, als er weiter ausführte, daß die zuständigen kirchlichen In st an z en von den Uebeltätern in ihren Reihen nicht abgerückt seien, sondern daß sie sie vielfach hätten abrücken lassen. Wir brauchen unsere christliche Gesinnung nicht noch unter Beweis zu stellen. Die Gesinnung der praktischen Nächstenliebe ist durch Taten so erhärtet, daß sie keiner Ueberprüfung bedarf. Das Volk hat an theologischen Haarspaltereien kein Interesse, sondern mertet allein christliche Taten. Wir wünschen und dulden nicht, daß die Nation sich um Theorien willen zerspaltet. Wir werden jedem Versuch, die deutsche Einigung und Einigkeit zu stören, mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln W i d e r st a n d l e i ft e n. (Stürmischer, minutenlanger' Beifall.)
Aus der Erkenntnis heraus, daß ein Volk noch immer nur dann die Nerven verloren habe, wenn die Führung die Nerven verlor, bewies Dr. Goebbels die Notwendigkeil, die innere Einheit des Volkes und der Führung nicht durch Ueberfchähung zeitbedingter Probleme schwächen zu lassen. Eine Nation von 68 Millionen werde sich in der
Wett immer behaupten, wenn sie einig ist. Sie werde aber immer unterliegen, wenn sie sich in verschiedene Meinungslager zerspalten läßt. Nur wenn man die geballte Kraft unserer Nation in die Waagschale werfe, könne unser Volk als Machtfaktor in der Wett bestehen. „Wir wollen nicht für alle Ewigkeit ein Volk der. Träumer und Phantasten bleiben. Wir wollen ein Volk werden, das auch dieses irdische Leben zu beherrschen und zu organisieren versteht."
Dr. Goebbels wandte sich weiter gegen den Vorwurf, Deutschland isoliere sich durch diese Politik von der Welt. Jedes Volk isoliere sich naturgemäß zunächst in dem Augenblick, in dem es an« fange, den Zustand der Schwäche und Ohnmacht zu überwinden. Es gewinne aber sofort wieder Freunde, wenn es stark und mächtig geworden sei. Das hätten wir gerade in der letzten Zeit erfahren. Der Weltfeind Bolschewismus erkenne, daß ihm nicht mehr ein wehrloses Deutschland gegenüberstehe, sondern eine Machtkonstellation aus drei jungen Völkern, die nicht geneigt seien, sich von ihm überrennen zu lassen. Deutschland hat den Bolschewismus nicht durch den Widerstand der Konfessionen überwunden, sondern durch die tiefe Erkenntnis, die der Nationalsozialismus ihm brachte, und durch die Volkskraft, die die nationalsozialistische Bewegung organisierte. Dr. Goebbels sprach zum Schluß von der schweren Last der Verantwortung, die auf dem Führet während der letzten Jahre geruht habe und heute noch ruhe. Vom Werk und Handeln dieses Mannes gehe ein Strom von Kraft und Segen aus. Es sei wohl auch ein höherer Wille gewesen, daß es so kam, denn Gott offenbare sich immer in feinen Menschen und in ihren Taten. In der sicheren Hand des Führers fühle sich die Nation geborgen. Der Führer verkörpere die nationale Hoffnung und den nationalen Glauben. Mit den Worten: „Führer, befiehl, wir folgen!" schloß Dr. Goebbels feine Rede unter stürmischen Beifallskundgebungen.
wissen wir aber, daß diese Büros zum großen Teil nicht nur in größerem Maße der jüdischen Geldkontrolle unterliegen, sondern ihren Mitarbeiterstab aus Männern rekrutieren, die, zum Teil selbst jüdischer Abstammung, jene salonbolschewistischen Neigungen pflegen, durch die sich amerikanische Intellektuelle dem nach ihren Vorstellungen „geistigen" Europa anzugleichen versuchen. Ein Prototyp jenes amerikanischen Intellektualismus ist zum Beispiel Ernest H e m m i n g w a y , der Verfasser eines der schönsten Kriegsbücher in englischer Sprache, der heute in Filmen und Berichten für die Bolschewisten in Spanien die Reklametrommel rührt. Männer vom geistigen Typus^eines Hemmingway vertreten meist in London, Berlin und Paris die großen amerikanischen Nachrichtenagenturen: United Preß, Associated Preß und International News Service. Die Berichte werden dann in London gesammelt und von dort aus nach Amerika weitergeleitet. Da nun eine Reihe von großen englischen Blättern im direkten Nachrichtenaustausch mit den amerikanischen Agenturen stehen, so findet auf diese Weise eine indirekte Beeinflussung der Londoner Presse durch Amerika statt. Die Dinge sind heute bereits so weit, daß die englischen Journalisten und Korrespondenten sich den Vorwurf gefallen lassen müssen, an „Geistigkeit" hinter Amerika zurückzustehen.
Jeder, der mit dem Zeitungswesen vertraut ist, weiß, daß sich Aufsätze sehr oft auf Berichte und Informationen aufbauen, die dem Artikelschreiber aus den verschiedensten Quellen zugehen. Es kann also nicht Wunder nehmen, daß auch die sogenannten diplomatischen Korrespondenten der Londoner Blätter ihre Meinung nicht nur auf der Grundlage von Informationen bilden, die sie in England selbst erhalten, sondern auch auf der Grundlage von Berichten, die ihnen aus dem Ausland zugehen. Man wird zum Beispiel immer wieder entdecken können, daß die Weisheiten, die die Außenpolitikerin des Pariser „O e u v r e" verzapft, sich nach wenigen Tagen im „Daily Hera! d", dem Organ der englischen Arbeiterpartei, und im liberalen „News C h r o n i c l e" wiederfinden. Das gleiche gilt für Berichte der großen amerikanischen Nachrichtenagenturen. Bei der Konstruktion des britischen Pressewesens kommt noch dazu, daß in den seltensten Fällen der auswärtige Korrespondent in Form von Artikeln zu schwebenden Fragen Stellung nimmt, sondern diese Stellungnahme seiner Redaktion überläßt. Was seine Redaktion aber von ihm verlangt, sind, wie wir bereits ausqeführt haben, in erster Linie Meldungen und noch
mals Meldungen. Die berichterstatterische Tätigkeit des Korrespondenten ist somit in den Hintergrund gedrängt worden; nicht selten zum Schaden der Beziehungen zwischen zwei Ländern; denn es ist ja klar, daß der an Ort und Stelle ansässige Korrespondent die Dinge besser und klarer zu beurteilen versteht, als der Redakteur, der auf Grund von allen möglichen Berichten und Informationen Stellung zu nehmen sucht.
Wir haben auf diese Zusammenhänge hingewiesen, weil ihre Kenntnis notwendig ist, um ein rich
tiges Urteil gegenüber Vorgängen zu gewinnen, wie sie beispielsweise die dummen Erfindungen des „Evening Standard" über den Besuch Lord Halifax darstellen. Daß sich die englische Presse mit solchen Manöoern, wie sie der „Evening Standard" veranstaltet hat, auf die Dauer selbst schadet, ist eine Sorge, mit der sie sich selbst abzufinden hat. Aber nicht hingenommen werden kann die Tatsache, daß für den Schaden, den Ignoranten oder Giftmischer anrichten, die Völker bezahlen sollen.
Japanischer Protest in Hongkong.
G-gen chinesische Umtriebe in der britischen Kronkolonie.
Tokio, 1. Dez. (DNB.) Großes Aufsehen erregt in Tokio die Meldung, daß der japanische Generalkonsul in Hongkong im britischen Generalgouvernement auf die an ti japanische Tätigkeit dort anwesender Mitglieder derNan- king-Regierung aufmerksam gemacht habe. Er habe erklärt, daß das „weitere Dulden politischer Umtriebe chinesischer Regierungsmitglieder gegen Japan möglicherweise zu einer Verwicklung Hongkongs in die Auseinandersetzung zwischen Japan und China führen konnte." Der Schritt des japanischen Generalkonsuls in Hongkong wird ausdrücklich als eine „W a r n u n g" bezeichnet. Der Generalkonsul habe gefordert, daß alle in Hongkong feststellbaren Umtriebe gegen Japan völlig zu unterdrücken seien.
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Hongkong, ursprünglich eine wüste Insel an der Südküste Chinas, wurde 1841 den Engländern abgetreten und ist britische Kronkolonie, die auch das 1898 auf 99 Jahre von England pachtweise erworbene „Neue Territorium" auf dem Festland mit der Stadt Kaulun umfaßt. Die Kolonie zählte 1934 fast eine Million Einwohner, davon sind 98 v. H. Chinesen, Die Hauptstadt Viktoria hat 410 000 Einwohner und war vor den chinesischen Bürgerkriegen, die dem Handel Hongkongs schweren Schaden zugefügt haben, mit 38,7 Millionen Tonnen Gesamtschiffsverkehr, der zweitgrößte Hafen der Welt. Viktoria ist auch Sitz des Vizeadmirals der britischen Flottenstation für China. Mit Kanton, der Hauptstadt des südlichen Chinas, steht Hongkong in Eisen*
bahnverkehr. Diese wenigen Angaben kennzeichnen hinreichend die Bedeutung Hongkongs für die Stellung des Britischen Reiches in Ostasien und dementsprechend auch für die britisch-japanischen Beziehungen.
Oie fremden Mächte 'und die Zollverwaltung Schanghais.
London, l.Dez. (DNB.) Wie Außenminister Eden im Unterhaus erklärte, hat „auf die Zeitungsberichte über bestimmte Absichten der japanischen Militärbehörden in Schanghai hin" die britische Regierung die japanische Regierung daran erinnert, daß die chinesische Seezollverwaltung internationale Interessen berühre und daß die britische Regierung erwarte, daß sie befragt werde, bevor irgendwelche Beschlüsse über Abänderungen im Zolldienst gefaßt würden. Dem englischen Schritt hätten sich die Vereinigten Staaten und Frankreich angeschlossen. Ueber die Zollfrage in Schanghai werden zwischen britischen und japanischen Vertretern Verhandlungen geführt, auf die Versicherung hin, daß die japanische Regierung die Interessen der ausländischen Mächte achten werde.
Anerkennung Nationalspaniens durch Japan.
Tokio, 1. Dez. (DNB.) Im Auswärtigen Amt fand der Austausch der Dokumente zwischen Außenminister Hirota und dem nationalspanischen Geschäftsträger del Castillo statt. Damit ist die Aner*


