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schon 2 Stunden früher zu einer wichtigen Bespre- chung auf der Untergaudienststelle.

Vetr.: Erster Werkscharabend.

Der für heute abend festgesetzte Werkscharabend muß wegen der Kundgebung anläßlich der Buch- woche ausfallen und wird daher um 8 Tage ver- schoben.

Winterhilfswerk des deutschen Volkes.

Orlsführung Giehen-Rord.

Betr.: Kohlenabrechnung.

Die Kohlenhändler werden aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine (Serie A) bis spätestens Freitag, 5.11., 20.30 Uhr, auf unserer Geschäftsstelle, Walltorstraße 38, einzureichen. Spä­ter eingehende Kohlengutscheine können nicht mehr angenommen werden.

Auf der Rückseite des Gutscheines ist die Art des gelieferten Brennmaterials an^ugeben (Rw. Fett N. II Union), gleichzeitig müssen die Gutscheine den Stempel oder Namen der Kohlenhändler und die Unterschrift, Straße und Hausnummer des Hilfs­bedürftigen tragen.

NSV., Ortsgruppe Sießen-Ost.

Betr: Kohlengutscheine.

In der Zeit vom 2. bis 5. November können die Kohlengutscheine der Serie A von den Kohlenhänd­lern bei uns gegen Empfang einer Wertquittung eingelöst werden. Es ist darauf zu achten, daß auf den einzelnen Scheinen die Sorte des Brennstoffs, sowie Stempel oder Unterschrift des Kohlenhändlers und Unterschrift mit Wohnungsangabe des Hilfs­bedürftigen verzeichnet find. Später eingereichte Kohlengutscheine können nicht mehr eingelöst werden.

Verkostung

eines Lastkrastwagenfübrers.

Dor einigen Tagen wurde, wie wir berichteten, der zu Erntearbeiten in Hermann st ein (Kreis Wetzlar) weilende Gefreite Wald aus Gießen dort bei einem Abendspaziergang auf der Land­straße in der Nähe des Ortes von einem Lastkraft- mar?n angefahren und so schwer verletzt, daß er heute noch in sehr ernstem Zustande im Wetzlarer Krankenhaus darniederliegt.

Den Ermittlungen der Gießener Kriminalpolizei und der für den Unglücksort zuständigen preußi­schen Gendarmerie gelang es nun, den Führer des Lastkraftwagens, der nach dem Unglücksfall unbe­kümmert um sein bedauernswertes Opfer weiter- gefahren war, zu ermitteln. Es handelt sich um "ben Ernst Hofmann aus Heuchelheim bei Gießen, der bei den Vernehmungen bereits ein Geständnis abgelegt hat, bei dem u. a. zutage trat, daß der Mann an dem Unglückstage Alkohol getrunken hatte. Hofmann wurde nach Wetzlar in Unter­suchungshaft eingeliefert.

Gießener Wochenmarktpreife.

* Gießen, 2. Nov. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Aier, deutsche, Klasse A 12%, Klasse B 11%, Wirsing, % kg 8 bis 12 Pf., 50 kg 7 bis 8 Mark, Weißkraut, Vi kg 6 Pf., 50 kg 4 bis 5 Mark, Rotkraut, % kg 7 bis 12 Pf., 50 kg 7 bis 9 Mark, gelbe Rüben, % kg 8 bis 9 Pf., Karotten 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Unterkohl­rabi 6 bis 8, Erblen 25 bis 30, Grünkohl 15, Rosen­kohl 15 bis 25, Feldsalat, Vio 10, Tomaten, % kg 12 bis 15, Zwiebeln 7 bis 8, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 40, Kürbis 5 bis 6, Pilze 30 bis 40. Kartoffeln, % kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 1. Sorte 3,45 Mark, 2. Sorte 3,25, 3. Sorte 3 Mark, Aepfel, % kg 10 bis 18 Pf., Ausleseobst 18 bis 25 Pf., 50 kg 10 bis 25Mark, Birnen, % kg 8 bis 18 Pf., Nüsse 30 bis 50 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Gänse 90 Pf. dis 1 Mark, Blumenkohl, das Stück 10 bis 50 Pf., Salat 9 bis 12, Endivien 9 bis 12, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf.

** D i e Schwimmhalle des Städti­schen Volksbades ist äb sofort Mittwochs ge­schloffen.

Sprechstunden der Redaktion.

11 30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr Somstagnach mittag geschlossen

Aandme seht sich durch

Roman von

HanS-Ioachim Freiherr» von Reihenstein

Copyright bi) Carl Ouncker

14 Fortsetzung (Nachdruck verboten.)

Harry Engemann freute sich, daß das Surren des Telephons nebenan fein Spiel unterbrach. Neu­gierig ging er an den Apparat und schaltete sich ein.

Eine männliche Stimme fragte nach Fräulein Hertel.

Harry langweilte sich. Deshalb log er rasch und stüssig.Fräulein Hertel ist im Augenblick nicht da. Kann ich ihr etwas ausrichten?"

Bitte einen Gruß von Doktor Schrader zu be­stellen. Vielleicht hat Fräulein Hertel die Liebens­würdigkeit, einmal in der Klinik anzurufen."

Wollen Sie mir bitte Namen und Adresse wie­derholen. Ich werde es für Fräulein Hertel auf- schreiben."

Doktor Schrader. Meine Telephonnummer in der Klinik ist bekannt."

Sieh mal an, dachte Harry, als er den Hörer auflegte. Die Tugend selbst! Hätte mich ja auch ge­wundert, wenn etwas anderes dahintersteckte als ein Mann.

llnb aus einer vagen Gedankenverbindung her­aus: Hat sie mich mit ihrem scheinheiligen Beneh­men beschwindelt, beschwindele ich sie auch was mir anscheinend nicht gegönnt wird, braucht ein anderer auch nicht zu haben zerriß er den Zettel, auf den er eben Doktor Schraders Namen geschrie­ben hatte, sorgfältig in kleine Fetzen

*

Es trat jetzt mit Harry eine Wandlung ein, die auf Wechselwirkung beruhte: er ließ sich gern von dem hübschen jungen Hausfräulein den Flügelschlüs. sel geben. Also mußte er auch spielen. Das wieder hob ihn in Blandines Achtung, flößte ihr Interesse ein. Und dieses naive, gläubige Interesse an der ersten künstlerischen Tätigkeit, die ihr in ihrem Le- ben begegnete, schmeichelte ihm so sehr, daß er gern und viel spielte. Aber es füllte ihn nicht aus. Er kam sich gefangen vor. Und das Gefühl, nicht aus-

Hubertusjagd des Standorts Gießen

Schwurgericht in Gießen

nung ein, wo sie ihn bewußtlos auf dem Boden liegend antrafen. Der Verletzte wurde daraufhin in die Klinik Überführt, wo er nach einigen Tagen, ohne wieder zu Bewußtsein $u kommen, verstarb. Als Todesursache wurde Schädelbruch und eine hierdurch hervorgerufene Gehirnblutung festgestellt.

Dieser in der ersten Verhandlung festgestellte Sachverhalt änderte sich auch in der gestrigen Hauptverhandlung nicht. Zwar wandte der Ange­klagte wiederum ein, in Notwehr gehandelt zu haben, und behauptete, der Verletzte habe ihn zuerst mit einem Schlüssel bedroht. Die Beweisaufnahme ergab jedoch einwandfrei die Unrichtigkeit dieser Be­hauptung. Es wurde weiter festgestellt, daß der Verletzte allerdings eine anormal dünne Schädel­decke hatte und ein normaler Mensch infolge eines derartigen, von dem Angeklagten geführten Schlags wahrscheinlich keine tödliche Verletzung banonge­tragen hätte.

Die gestrige Hauptverhandlung drehte sich daher in erster Linie um drei Punkte. Es war zunächst die Frage zu klären, ob dem Angeklagten der Todeserfolg zuzurechnen sei, unter Berücksichtigung der Tatsache, daß der Verletzte eine unverhältnis­mäßig dünne Schädeldecke hatte und nach allgemein menschlichen Erfahrungsgrundsätzen ein derartiger Schlag nicht tödlich wirke. Die Frage mußte den­noch bejaht werden, da das Verhalten des Ange­klagten allein ursächlich für den Tod es erfolg war

Wald und Feld wechselten miteinander ab, außer­dem waren mehrere Hindernisse aufgestellt. Jagd­herr war Sanitätssturmführer Büttner, der als alter Gießener SA.-Reiter es sich nicht hatte neh­men lassen, mit Gattin aus seinem neuen Wir­kungskreis in Schlesien zu den diesjährigen Herbst­jagden hierherzukommen. Nachdem er die Strecke bekanntgegeben und erläutert hatte, setzte sich die Jagd in drei Feldern in Bewegung, voran als Fuchs" Obertruppführer S ch ö m b s , gehetzt von den beidenHunden" Frl. K r ö ck und Hauptmann Brechtel. Es war ein herrliches Bild, die ein­zelnen Felder durch das Gelände und über die Hindernisse und Gräben galoppieren zu sehen! Der Auslauf fand auf den Siedern vor dem Schisftn- berg im Beisein zahlreicher Zuschauer statt. Hier fand auch die Verteilung der Brüche aus frischem Eichenlaub durch Frau Büttner statt.

Die Jagd hatte hungrig gemacht und so ging es auf den Schiffenberg, wo die Pferde abgesattelt, gefüttert und getränkt wurden. Dann erst versam­melten sich die SA.-Reiter mit ihren Gästen beim Eintopf, der allen trefflich mundete. In feiner An­sprache wies Sanitätssturmführer Büttner auf die Aufgaben der SA.-Reiterei hin und betonte, daß gerade sie berufen sei, unserem Volke die Be­deutung des Reitsports für unsere Wehrhaftmachung klar zu machen und unseren berittenen Truppen­teilen reiterlich gut aüsgebilbete Männer zur Äer- fügung zu stellen.

Als Sieger konnte er bekanntgeben:

Erstes Feld (Wehrmacht): 1. Unterfeldwebel Alteholz (4. MG. - K./I.-R. 116): 2. Wachtmeister Kanopka (7 A.-R. 9); 3. Unterfeldwebel Niemaier (5/J.-R. 116).

Zweites Feld (Amazonen): 1. Frl. Schömbs; 2. Frl. Kröck; 3. Frau Büttner.

Drittes Feld (SA.-Reiter 6147): 1. Rotten- führer Krauskopf; 2. Sturmmann Meiners; 3. Schar­führer Faber.

Im Namen der Gäste dankte Hauptmann B r e ch- t e l (8/A.-R. 9). Er wies auf das kameradschaftliche Verhältnis zwischen Wehrmacht und SA.-Reiterei hin und gab der Hoffnung Ausdruck, daß den Wehrmachtsteilen des Standorts möglichst viele im Gießener SA.-Reitersturm ausgebildete Reiter zu- geführt werden möchten. Bei Musik und Tanz ver­brachte man noch einige unterhaltsame Stunden.

Am morgigen Hubertustag, 3. Novem­ber, findet auf Anordnung des Standortältesten der Wehrmacht die in unserer Garnisonstadt tradi­tionelle Hubertusjagd des Standortes Gießen statt.

Die Jagdteilnehmer werden unter Voranritt des Trompeterkorps Art.-Regts. 9 um 13 Uhr gemein­sam von der Artilleriekaserne durch die Stadt zum Stelldichein-Platz abreiten. Der Weg durch die Stadt wird die Reiterschar durch folgende Straßen führen: von der Artilleriekaferne durch die Kaiserallee über Ludwigsplatz, Neuen Säue, Neuenweg, Seltersweg, Frankfurter Straße nach Klein-Linden.

Stelldichein um 14 Uhr an der Lahnbrücke etwa 1 Kilometer südlich Heuchelheim (nördliches Lahnufer).

Halali: Lahnbrücke 300 Meter nördlich Bahn­hof Dutenhofen (nördliches Lahnufer).

PlatzderZufchauer: Lahnbrücke, 300 Meter nördlich Bahnhof Dutenhofen (nördliches Lahnufer). Bei regnerischem Wetter bietet sich den Zuschauern Untertretmöglichkeit im GasthausZum Jagd­schlößchen" in Dutenhofen, 100 Meter südlich der Lahnbrücke.

Die Strecke des Jagdreitens verläuft am nörd­lichen Lahnufer etwa zwischen HeuchelheimAtz- bachDutenhofen.

Auslauf (Fuchsschwanzgreifen) vom Weg Atz- bad)Dutenhofen in Richtung WestOst.

Der gemeinsame Rückmarsch der Reiter- schar beginnt um 15.30 Uhr und führt bis zur Ar­tilleriekaferne.

Aha, hier:Tritt durch Unfall der Tob der Der» sicherunasnehmerin ein, so ist die Gesellschaft ge» halten, Mark sechzigtausend, an deren Ehemann, Herrn Harry Engemann zu Berlin auszuzah» len."

Sechzigtausend Mark für ihn. Das mußte Lu» cienne in der ersten Zeit ihrer Liebe angestellt haben. Nett von ihr gedacht. Er sollte nicht mittel­los dastehen, falls etwa ein Autounfall sie plötzllch fortnahm.

Das war aufregend.

Um so mehr, als es auch das einzig Aufregende war, was er in dem Betpult fand. Denn über die Tatsache, daß ßucienne wirklich nichts mehr zu haben schien, nahm er sich gleich vor, sich nicht auf­zuregen. Er mußte seinen Kopf für feine eigenen Sorgen frei behalten.

Aber die Begriffe: Im Todesfälle sechzigtausend Mark für ihn Autounfall ließen ihn im Traum nicht mehr los.

Doktor Kapp war verreist.

Eines Abends klopfte es an Doktor Schraders Arbeitszimmertür in der Klinik.

Greta Schade trat ein. Sie war so selbstsicher und hübsch und tat so zu Hause, daß er ihr einen Stuhl an den Schreibtisch schob. Er fetzte sich ihr gegenüber und bot ihr eine Zigarette an.

Ich wollte Sie fragen, ob Sie die Adresse von Kapp wissen."

Ja, wissen Sie sie denn nicht?"

Ich habe sie verlegt", log Greta munter.

Doktor Schrader zog fein Notizbuch heraus und nahm ein Blatt aus einem gestickten Zettelkasten, der auf dem Schreibtisch stand. Während er die Adresse aufschrieb, ruhten Gretas Augen auf dem Zettelkä sichen.

Don zarter Hand?" fragte sie.

Don^fehr zarter. Eine unserer Schwestern."

Nein, nicht aha! Sondern zu Weihnachten. Das haben unsere Schwestern so an sich. Uebrigens schade, daß Kapp gerade verreist ist. Wir wollten doch mal wieder etwas zu vieren unternehmen. Wie geht es ihrer netten Freundin?"

. * Fortsetzung folgt

und man im Falle einer Körperverletzung stets mit einem vorher unbeabsichtigten Verlauf rechnen kann. Zum zweiten handelte es sich darum, ob nicht ein weiterer Sturz des Verletzten, der in feiner Wohnung ftattfanb, allein ober wenigstens teilweise als Todesursache in Frage kam. Auch diese Möglich­keit mußte ausscheiden, da nach den Aussagen der Passanten, die den Verletzten in seine Wohnung ge­schafft hatten, dieser derartig benommen war, daß

Hubertusjagd

des GA.-Heitersturmes 6/147.

Am Sonntag veranstaltete der SA.-Reitersturm 6/147 bei herrlichstem Herbstwetter traditions­gemäß seine diesjährige Hubertusjagd. Eine statt- liche Teilnehmerzahl, darunter eine Anzahl schnei­diger Reiterinnen und Vertreter der Wehrmacht, versammelte sich gegen 11 Uhr am Waldausgang der Straße GießenSteinbach. Das Jagdgelände war auch d'.:smal unter dem Gesichtspunkt aus­gesucht, einen jeden Reiter zum vollsten Einsatz seines reiterlichen Könnens zu zwingen; Wiese,

Oer Wert der Bienen-Wander-We'de.

In einer gutbesuchten Nachmittagsversammlung der Ortsfachgruppe Gießen der Bienenzüchter im Hotel Hopfeld" sprach der Landesobmann für das Bienenwandern über dieWanderung der Imker als ein Gebot der Zeit". Vorher hatte Ortsfach­gruppenleiter Bodenbender einige organifa» torifcke Fragen besprochen. Landesobmann Braun (Rodyeim v. d. H.) schilderte sehr ausführlich die Notwendigkeit der Wanderung der Bienenzüchter in ertragreichere Gebiete zur Vermehrung der Bienenzucht und der Erhöhung des Honigerttaaes. Er verwies auf die großen Aufgaben, die oen Imkern innerhalb des Dierjahresplanes gestellt feien und die nur zu erfüllen fein würden, wenn die Imker alle Möglichkeiten ausnützten, um den Er» trag zu steigern und die Völker zu vermehren. Die beschränkten Weidemöglichkeiten seien durch das Wandern zu erweitern. Die Honigttacht hat sich so verändert, daß unbedingt zur Wanderung geschritten werden müsse, um alle der Bienenzucht dienlichen Gebiete für die Ertragssteigerung zu benützen.

Die Reichsfachgruppe habe darum Anregungen herausgegeben, um diesen und jenen Imker zu ver­anlassen, unter die Wanderimker zu gehen. Be» sonders an die hessischen Imker ergehe der Ruf, sich an Wanderungen zu beteiligen. Der Redner verglich das Bienenjahr mit dem des Bauern und zeigte, daß dort wie bei dem Imker auch einmal ein Mißjahr eintreten könne, das aber wie den Bauern, so auch den Imker nicht entmutigen werde. Der Schwarzwald erfordert kein großes Risiko, dort würden immer große Honigernten erzielt. Der Redner empfahl als weiteres Wandergebiet auch den Landstrich Gamander bei Herborn-Dillenburg, der eine reiche Blatttracht aufweist, und die Berg­straße, an der auch Dr. Freudenstein aus Marburg feine Völker auf die Weide brachte.

Ortsfachgruppenleiter Boden bender sagte dazu, daß diejenigen Schrittmacher für das Wan­dern fein müßten, die schon einen großen und sicheren Stand haben. Aus diesem Grunde wolle er selbst eine Wanderung mit feinen Völkern durch­führen, um die notwendigen Erfahrungen zu sam­meln. Im Verein mit Vogelsberger Imkern werde er eine gute honigende Weide im Vogelsberg aus­suchen und dort einen Stand für 100 Völker er­richten. Landesobmann Braun wolle dafür einen Kostenzuschuß für den Bau beitragen.

Nachdem er noch einige praktische Anregungen gegeben hatte, sprach der Obmann für die Bienen­weide des Kreises Pfeiffer (Launsbach) über Seuchenkrankheiten. Er empfahl sodann die Zu­sammenarbeit mit den Bauern, die bei der Klee» ausfaat neben dem Rotklee den stärker hvnigenden Schwedenklee verwenden sollten.

übrigen rft es offensichtlich, daß der verhältnis­mäßig niedrige Sturz auf den Holzboden in feiner Wohnung keine derartigen Folgen zeitigen kann, wie der durch den Schlag des Angeklagten hervor­gerufene Sturz auf das Steinpflaster. Sodann mußte sich das Gericht mit der Frage befassen, ob der Angeklagte in Notwehr gegen die von dem Ver­letzten ausgesprochene Beleidigung aehandelt hatte. Es bedarf keiner Frage, daß es an sich die Notwehr gegen Beleidigung gibt. Voraussetzung ist jedoch, daß die Notwehrhandlung erforderlich ist, um die Beleidigung abzustellen, d. h. die Art der Notwehr­handlung darf nicht unverhältnismäßig hoch von der Stärke des Angriffs abweichen. Nach eingehen­der Prüfung kam das Gericht auch hier zur Ver­neinung, wobei es insbesondere berücksichtigte, daß der Angeklagte als junger Mensch von 21 Jahren eines derartigen Mittels nicht bedurfte, um die Be­leidigung des 66jährigen, noch dazu angetrunkenen Verletzten abzuwehren.

Das Schwurgericht kam erneut zur Bejahung der Schuldfrage und verurteilte den Angeklagten wieder zu einer Gefängnisstrafe von 10 Mo­naten, wovon ihm 5 Wochen der Untersuchungs­haft angerechnet werden. In der Urteilsbegrün­dung hob der Vorfitzende hervor, daß das Gericht dem Angeklagten feine berechttgte Erregung zugute gehalten und ihm, da er nur unerheblich vorbestraft war, in weitestgehendem Maße mildernde Umstände zugebilligt habe.

Erst kramt er nach Geld. Dann fällt ihm ein, daß ßucienne ihr Geld in der Schmuckkassette unter ihrem Bett verwahrt. Die Buchstaben, auf die sie eingestellt ist, um sie zu offnen, hat sie weder ihm noch sonst jemanden verraten. Wenn die ältere Frau einmal vor ihm stirbt, wird er die Kassette auf- brechen lassen müssen.

So, nun mal in Ruhe: Bankbestätigungen.

Abrechnung über zum Verkauf aufgegebene ...

Wir überwiesen von Ihrem Konto ..."

Wir überwiesen" schon wieder.

Das waren alles Sachen, die nichts einbrachten. Soweit hatte fa nun ßucienne recht.

Eine Steuermahnung.

Eine Versicherung:Wir anerkennen den uns gemeldeten Schaden und haben Mark dreißig der Reparaturwerkstatt überwiesen." Na, das machte den Kohl nun auch nicht fett.

Eine Mahnung von ihrer Depositenkasse:Wir vermissen das Anerkenntnis des Ihnen erteilten Auszuges" usw. Dieser ergab einen Saldo von siebentausend Mark zu ihren ßaften. Verflucht, der wird ja durch das Anerkennen auch nicht weniger, denkt Harry.

Und noch einmal von der Zentrale der Bank: Wir vermissen Ihr Anerkenntnis." Wie findet sich ßucienne eigentlich durch die Bankabrechnungen durch? Na, man sieht ja: sie ist nicht fertig ge­worden. Geschieht ihr recht. Warum hat sie zu ihm kein Vertrauen? Sein Vater hat ihn doch mal irgendsolche Sache lernen lassen. Buchführung und so. Als er noch dachte, er sollte ihm in den Hotels helfen. Das war, bevor er ihn aufs Musikstudium abschob.

Er kramte weiter. Feuerversicherung, Einbruchs-, Schmuckoersicherung.

Und was ist das hier?

Eine Unfallpolice. Sie stammte aus der ersten Zeit ihrer Ehe und war zu feinen Gunsten ab­geschlossen. Wenn ßucienne durch einen Unfall er­krankte, eil)reit sie einen täglichen Zuschuß von zwanzig Mark. Wenn sie durch einen Unfall un­fähig wurde, ihren Beruf auszuüben .. Seine Augen flogen über die Zeilen und Zohlen. Wo kam er denn wieder in die Sache rein? Was hieß benn, das: zugunsten ihres Ehemannes abgefchlos-

Am ersten Derhandlungstag der gestern begonne­nen Schwurgerichtsperiode in Gießen, die unter dem Vorsitz von ßandgerichtsrat Dr. K a l b f l e i f ch stattfindet, hatte sich der am 22. Mai 1916 geborene Ludwig Kühne, wohnhaft in Gießen, Mühlstraße Nr. 8, wegen Körperverletzung mit töd­lichem Ausgang zu verantworten. Der Ange­klagte ist deswegen bereits von dem Schwurgericht in Gießen zu einer Gefängnisstrafe von 10 Mo­naten verurteilt worden. Auf seine Revision hob das Reichsgericht jenes Urteil auf und wies die Sache zur erneuten Verhandlung an das Schwur­gericht in Gießen zurück. Der Anklage lag folgen­der Tatbestand zugrunde:

Der Angeklagte war am 22. August 1936 gegen 22 Uhr mit einem Freunds auf dem Heimweg be­griffen. In der Kaplansgaffe begegneten sie dem 66jährigen Kr. aus Gießen, der etwas angetrunken war und vor sich hinsckimpfte. Es kam dabei zu einem kleinen Wortwechsel zwischen den beiden und dem Kr., der jedoch bald beendet war. Daraufhin setzten die beiden ihren Weg in Richtung Bahnhof­straße fort und blieben an der Ecke Bahnhofstraße- Kaplansgasse eine Weile stehen, um sich noch etwas zu unterhalten. Währenddessen kam Kr. wiederum an Ihnen vorbei und rief ihnen beleidigende Äuße­rungen zu, wieKommunistengesindel" undWohl- sahrtsempfänger" Der Angeklagte ging daraufhin dem Kr. nach und versetzte ihm einen Schlag ins Gesicht, worauf Kr. zu Boden stürzte und bewußt­los liegen blieb. Hierauf entfernte sich der Ange- klagte mit seinem Freund schleunigst, und sie über­ließen den Verletzten feinem Schicksal. Dieser wurde von Passanten aufgehoben und in seine in der Bahnhofstraße gelegene Wohnung gebracht, die er allein bewohnte. Da er äußerlich keine schweren Verletzungen aufmies, überließ man ihn der Auf­sicht der Mitbewohner des Hauses. Als diese auch im ßaufe des nächsten Tages kein ßebestszeichen von dem Kr. vernahmen, drangen sie in die Woh-

Dr. Maul gab dann Auskunft, welche bDirigen­ten Pflanzen die Versuchsstation zur Anpflanzung zur Verfügung habe. In erster ßtnie stellte er Ahorn-, Akazien- und Schneebeeren-Pslänzchen zur Verwendung anheim. Dr. Maul forderte die Imker, iu;u||i i/au'Bii, uiejer vereinig uenunirnen war, vag soweit sie ßehrer sind, auf, solche Schuljungen und man ohne Zweifel annehmen mußte, die Verletzung -mädel zu nennen, die durch Schulungskurse mit der rühre von dem Schlag des Angeklagtei. her. Im 1 Bienenzucht vertraut gemacht werden sollten.

gehen zu können, ließ feinen Hunger nach Abwechs­lung ins Unermeßliche steigen.

Wie konnte er zu Geld kommen? Wenn Blon­dine in die Wirtschaftsräume oder auf ihr Zimmer gegangen war, dann lief er durch die großen Ge­sellschaftszimmer wie ein Verirrter, der einen Aus­weg sucht.

*

Harry faßte sich an den Kopf. Wer konnte ihm helfen? Wen sollte er fragen? ßange? Hatte der ibn nicht schon genug hineingeritten mit seinem Rat"?

Er fühlte, der nächste Rat, den er von ßange annahm, bedeutete den ersten Schritt zu irgend­einem Verbrechen. War dieser Mann, der seine Frau ausgeplündert und als nichts mehr zu holen war sie aus schnöder Geldgier halbtot ge- vrügelt hatte, nicht selbst gerade noch eben den Maschen der Sttafgesetze entschlüpft? Und hätte er nicht unweiaerlich ins Zuchthaus wandern müssen, wenn sein Schwiegervater, der feiner exvonier- ten Stellung wegen, und um einen Skandal zu vermeiden diese häßlichen und mehr als pein­lichen Vorfälle vertuscht hatte, anstatt mit einer Scheidungsklage, zu der er seine Tochter endlich überredet, mit einer Anzeige bei der Staatsanwalt- schäft auf das widerliche Benehmen des Schwieger- sobnes geantwortet hätte? Wirklich, bei einem solch sauberenFreund" warguter Rat" teuer.

Wie ein Rasender lief Harry durch das Haus.

. Beichten?

Konnte ßucienne ihm helfen, selbst, wenn sie wollte? Was trieb sie eigentlich zu diesem Spar- iimmel? Hatte sie vielleicht nur die Nerven ver­loren, weil ihr künstlerischer Ehrgeiz verletzt war? Wie stand es in Wirklichkeit um ihre Geldverhält­nisse?

Er hatte sich in letzter Zeit oft gefragt: Was be- sitzt ßucienne? Er ist oft durch diese Räume gelau­fen und hat Aufschluß gesucht und nicht gefunden.

Jetzt bleibt er plötzlich überrascht vor einem an- tifen Betpult stehen. Er weiß, hier verwahrt seine Frau ihre Bankabrechnungen, Dokumente, über­haupt alles, was Geld und Geldeswert betrifft.

Er hat oft vor diesem Pult gestanden und ge­wünscht, seinen Inhalt einmal zu durchsuchen. Und beute ist es offen, ßucienne hat versehentlich den Schlüssel stecken lassen.