Ausgabe 
2.11.1937
 
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Er. 256 Erstes Blatt

187. Jahrgang

Dienstag, 2. November 1937

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Empfang des Chefs der

läftinafrage nicht Gerechtigkeit, son!

Egen-

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Brite und Araber.

Bon unserem ()-Serichtersiafter.

(Nachdruck, auch mit Quellenangebe, verboten.) London, Ende Oktober 1937.

Ein Zeugnis deutsch-italienischer Kulturgemeinschaff Oie AusstellungItalienische Kunst von 1800 bis zur Gegenwart" in Berlin

der politischen Auferstehung bis zur Zeit der neuen Kunst des Imperiums. Italien ist für dieses hohe Zeichen der Anteilnahme und des Glaubens

Berlin, 1. Noo. (DNB.) In der Preußischen Akademie der Künste in Berlin wurde die in Ge-

Dr. Frank, die Staatssekretäre im Reichsjustiz­ministerium Dr. Schlegelberger und Dr. freister, die Präsidenten des Reichsgericht und des Volksgerichtshofes Dr, B u m k e und Dr. Thierack, Oberreichskriegsanwalt Dr. Reh-

öffnet Der Bedeutung der Ereignisse entspre- , md hatte sich eine große Anzahl von Ehren­gästen eingefunden. Als Vertreter der italienischen Regierung war Justizminister S o l m i erschienen. Vorn deutschen Komitee sah man Ministerpräsident Göring, die Reichsminister von Neurath, Rust, Kerrl, Frank und Dr. Schacht. Als Vertreter des Diplomatischen Korps begrüßte der italienischen Botschafter Attolico die Botschafter Frankreichs, Polens, Chiles und Spaniens, die Gesandten Dänemarks, Rumäniens, der Schweiz, Oesterreichs, Ungarns, Belgiens, Boliviens und Bul­gariens. Nach Begrüßungsworten des stellvertreten­den Präsidenten der Akademie, Professor S ch u -

werden, und die Sprengung der Häuser unschul­diger Araber als behördlichen Terror hält er für durchaus angebracht, wie denn überhaupt der Brite, wenn er selbst etwas tut, andere Maßstäbe hat als für die gleichen Taten oder Untaten anderer. Des­halb stößt man in der britischen Presse auch nie­mals auf Rechtserörteungen. Daß England nur vom Völkerbund die Verwaltungsbefugnis über Palästina erhalten hat, aber sonst nichts, läßt den Briten völlig kalt. Daß seine Regierung gegen Sinn und Wortlaut des Mandatsab­

meinschaft mit der Königlich-Italienischen Regie­rung veranstaltete AusstellungItalienische Kun st von 18 0 0 bis zur Gegenwart" CrÖf;--11 -xr.....

bans, Oberreichsanwalt Brettle, Reichsanwalt beim Volksgerichtshof P a r e y , Kammergerichts­präsident Dr. Hölscher, Präsident des Reichs­patentamtes flauer, Präsident der Reichsrechts­anwaltskammer Dr. N e u b e r t sowie zahlreiche Be­amte des Reichsjustizministeriums anwesend waren. Justizminister Solmi wird auf Einladung des Reichsministers der Justiz Gelegenheit nehmen, das Reichspatentamt und einige Berliner Justizbehörden kennenzulernen.

Oer Neubau des Reiches.

Staatssekretär Stuckart

vor dem Führerkorps der Partei.

Gefahr in einer feindseligen Haltung der Muslims aller Zungen und aller Rassen liegt, von Indien über Palästina und Aegypten bis nach Afrika.

Das offiziöse Blatt der ä g y p t i s ch en Regie­rung, der ,Guehand", hatte nach dem Tellungs- vlan geschrieben:Ein Judenstaat an dieser Herz­stelle Arabiens ist für Aegypten der Anlaß die Entwicklung nicht nur vom wirtschaftlichen und po­litischen Standpunkt, sondern auch vom mili­tärischen (!) von neuem zu prüfen. Die ägyptischen Minister protestierten mit denen des Irak und mit Ibn Saud, dem Herrn von Mekka Md Medina. Sie erinnerten an das, was den Arabern 1915 versprochen worden war und hielten die Balfourdeklaration und den Tetlungsplan fur tmen glatten Wortbruch, und selbst der britische Oberkommissar für Palästina, Sir Arthur Wau- chope, wandte sich bei einem Besuch in London gegen den die Araber benachteiligenden Plan. Es half nichts. England baute auf feine Macht, und auf die Gegen ätze der arabischen Welt P^stmas, ob­gleich schon die 175 Tage des Doriahrstrelks den Briten eigentlich hätten zeigen muffeni, daß diese Spekulation schon damals vor der Welle der na tionalen und religiösen Gewalt zerbrochen w .

Man ließ es also zum Aeußersten kommen und ging mit echt britischer Bulldoggenart vor Tacttus berichtet über den Bataveraufftand des Claudius bivilis man habe das Bataverland velmmstet, aber die Ländereien und Häuser des Civilis nach einer bekannten Politik der Heerführer unberührt Raffen. Dieser altrömstch- Kniff, Zwiespalt m d-° $eihen der Aufständischen zu tragen, hatte viel- Iiiibt einige Aussicht auf Erfolg m Palästina 9e= S Abe? der Nachfolger Str Ärthur Wauchope-, der neue Befehlshaber der britischen Truppen in Palästina, General W a well vertraute allzusehr der Gewaltpolitik und erreichte damit, daß d,e sonst SIS sZK ü

klarster Ausdruck seiner schöpferischen Kraft zu sein, um wiederum ihrerseits dem Volke zu einem lebensnotwendigen Kraftquell von zen­traler Bedeutung zu werden. Die Volks- und Staatsführung aber hat damit auch die Ver­antwortung und den Schuh dieses heiligen Be­zirkes in ihre Obhut genommen.

Das nationalsozialistische Deutschland hat damit keine Autarkie aus dem Gebiete der Kunst prokla­miert, wie man sie uns auf dem Gebiete der Wirt­schaft übertreibend zum Vorwurf macht. Allerdings wiedethole ich. ist es unsere Ueberzeugung, daß Zeiten und Schöpfer um so höher ins Zeitlose und Uebermenschliche emporragen, je tiefer sie im eige­nen Boden wurzeln.

Es folgte eine Ansprache des

italienischen ZustizministerS ©olmt

der u. a. ausführte: Wir find stolz darauf, daß Ber­lin diese Ausstellung italienischer Kunst aufnimmt, die von unserem Ministerium für Dolkskultur ge­fördert und vom deutschen Reichserziehungsministe- rium undvomPropagandaministerium wirksam unter­stützt worden ist. Diese Kunstausstellung stellt die erste

Wir haben nicht gewußt, wie v ernst die Lage war", sagte bas Mitglieb der Königlichen Kommis­sion, Sir Horace R u m b o 1 d , der frühere Berliner Botschafter. Man hatte in biefer Kommission die Dreiteilung Palästinas beschlossen und ge­glaubt, damit ein Meisterwerk des Kompromisses geschaffen zu haben, aber man hatte übersehen, daß sich alte Sünden und Zweideutigkeiten rächen,' und die Araber nicht nur Palästinas nicht mehr dieselben sind wie zur Weltkriegszeit.

Der Durchschnittsenglänber steht und bas ist die Gefahr für das englische Empire gefühls­mäßig durchaus auf jüdischer Seite und mißachtet den Araber. Die britische Revolution war in erster

kommens sich verging, als sie am 3. Dezember 1924 mit den USA., also einer Nichtvölkerbunds- macht, gesondert ein Abkommen schloß, wonach Slenberungen im Mandatswefen nur mit Zustim­mung Washingtons oorgenommen werden dürften, kümmert die britifche Oeffentlichkeit nicht, und eben­so wenig ist die Frage aufgetaucht, ob überhaupt England befugt ist, als Mandatsmacht eine Dreiteilung Palästinas vorzunehmen. Auch daß es im Peelbericht heißt, die Araber seien sehr wohl zur Selbstverwaltung fähig, hat keine Wir­kung gehabt. Die brittsche Oeffentlichkeit steht, mit vorgefaßter Meinung den Meldungen aus Palästina gegenüber, färbt sie oder nimmt gefärbte Berichte entgegen und befürwortet eine imperialistische Macht­politik zur Verdeckung der Fehler der Downing- Stteet, ohne zu ahnen, baß biefer Imperialismus heute auf völlig veränderte Tatbestände stößt und daß die Araber von heute nicht einmal denen des Vorjahres gleichen. Der britische, im Interesse des Weltjudentums angesetzte Stoß hat eine ; Wirkung zur Folge gehabt, die die oftmals bespöt­telte paniflamitische Bewegung erst zusammen­schweißte und England zum Gegner hat. Das ist das Merkwürdige: Die Brtten erkennen nicht, welche

bestand ursprünglich und besteht heute noch ein ge­waltiger wirtschaftlicher Unterschied. Im Gegensatz zum Judentum mit feinen hyperkapitalistischen Ge­pflogenheiten sind die Araber noch im feudalistisch- patriarchalischen Zustand, und die Engländer glaub­ten deshalb, daß die Fellachen immer gegen die Effendis seien, die zudem sich untereinander in den Haaren lagen. Es gab in Palästina die Efsendi- partei der Naschaschibis, deren Haupt der Exbürgermeister Ragheb Bey Naschaschibi ist. Dazu gehört der Direktor der arabischen Nationalbank, Achmed Hilmi Pascha. Mehr englänberfreunblid) war die Familie der K h a l i b i s , die den jetzigen Jerusalemer Bürgermeister stellten unb bei besten Wahl bie Juben eifrig mitwirkten. Englanbfeind- lich war schließlich immer bie Partei bes Mufti von Jerusalem, Emin Husseinis. Unb nun kommt bas vom taktischen Stanbpunkt aus geradezu Tolle. Unterschiedslos lösten die Briten die Organisationen der verschiedenen Sffenbifamilien auf, sie deportier­ten bie Naschaschibisten und ihre Gegner, bie Kha- libis, sie verhafteten ben Direktor ber arabischen Nationalbank Achmed Hilmi und ben jetzigen Bür­germeister von Jerusalem. Dr. Khalidi, unb nur der Großmufti konnten entfliehen. Durch diese Maßnahme aber hat England, ohne es zu wollen, geradezu eine panislamitische Bewegung in Palä­stina erst geschaffen, und die Folgen davon zeigen sich derart, daß jetzt jeder Engländer am liebsten die Ordnung nicht durch Gewaltmittel wiederher- gestellt sehen möchte. Nachdem die Gewaltmittel nichts fruchteten...

Oer italienische Zustizminister in Berlin

Berlin, 1. Nov. (DNB.) Der italienische Justiz­minister Solmi, ber in Berlin eingetroffen ist, stat­tete bem Reichsminister ber Justiz einen Besuch ab. Dr. Gürtner, ber von ben vor einigen Tagen bei einem Autounfall erlittenen Verletzungen noch nicht ganz genesen ist, gab in ben Festräumen bes Mi­nisteriums einen Tee-Empfang, bei bem ber königlich italienische Botschafter Attolico, Reichsminister

dankbar, und indem ich dieses Gefühl ausbrücke, er­hebe- ich meinen Gedanken zu Ihrem großen Ober­haupt, dem Führer, zu unserem großen Ober­haupt, bem Duce, unb bitte ich Sie, Exzellenz Göring, die Ausstellung der zeitgenössischen ita­lienischen Kunst im Namen bes Führers als eröffnet erklären zu wollen.

Darauf nahm

MinisterpräsidentGeneraloberstGöring bas Wart. Er sagte u. a., baß er als Protektor ber Akademie mit besonderer Freude diese Ausstellung eröffne. Italien und Deutschland hätten gerade diese kulturellen Fragen für ebenso notwendig gehalten wie die politischen und wirtschaftlichen. Die Achse BerlinRom, die zuerst im Politischen geschmiedet worden sei, solle sich durch diese Ausstellung erneut im Kulturellen erweisen. Italien unb Deutschland hätten bie gemeinsamen Ibeale bes Frie­dens unb der Kultur. Er erklärte im Namen des Führers unb Reichskanzlers die Ausstellung für eröffnet unb gab einige Ordensauszeichnungen an italienische Mitglieder bes Ehren- und Organisa- tionskomitees bekannt.

NSG. Staatssekretär Dr. S t u ck a r t vorn Reichs- unb preußischen Ministerium bes Innern sprach auf einer vom (Bauleiter Sprenger einberufenen Tagung vor bem gesamten Führerkorps ber Partei im Gau Hessen-Nassau in Frankfurt a. M. Staatssekretär Stuckart führte aus, bas Partei­programm ber NSDAP, fordere bie Herstel - lung einer ft arten Zentralgewalt bes Reiches. Gestützt auf bas Gesetz zur Behebung ber Not von Volk unb Staat, habe ber Führer bie früheren zahlreichen politischen Parteien beseitigt. Durch bas Reichsstatthaltergesetz würbe bie Ein­heitlichkeit zwischen ber Reichspolitik unb ber Poli­tik ber Länder gesichert unb burch bas Gesetz gegen bie Neubildung von Parteien bie NSDAP, als bie einzige Partei Deutschlands anerkannt. Das Gesetz über ben Neubau bes Reiches übertrug bie Hoheits­rechte ber ßänber auf bas Reich unb unterstellte bie Länderregierungen ber Reichsregierung. Das Gesetz über bas Staatsoberhaupt bes Dritten Reiches ver­band das Amt des Reichspräsidenten mit bem des Reichskanzlers. Der Führer und Reichskanzler wurde damit nicht nur Chef ber Reichsregierung, fonbern auch Oberster Befehlshaber ber Wehrmacht. Das Gesetz über Groß-Hamburg ermöglichte ben seit Jahren angestrebten unb wirtschaftlich notwen- bigen Zusammenschluß eines einheitlichen Wirt­schaftsgebietes. Schritt für Schritt werbe die Neu­ordnung des Reiches vollzogen, bis ber Führer ben Zeitpunkt ber letzten Stufe der Umgestaltung für gekommen hatte. I

Diplomatisches zwischen Paris und ORom.

Mit einer scheinbar formal-diplomatischen Ent» scheidung hat der Duce bas italienisch-französische Verhältnis tatsächlich in weitem Umfang ausge» rollt: Am 31. Oktober 1936 schieb ber bisherige französische Botschafter b e Chambrun wegen Erreichung ber Altersgrenze von seinem Posten; am 31. Oktober 1937 hat Mussolini seinen bis­herigen Pariser Botschafter Cerutti mit ber aus­drücklichen 23egrünbung abberufen, daß Italien nicht durch einen Botschafter in Paris vertreten sein könne, wenn Frankreich in Rom nur von einem Geschäftsträger repräsentiert werde. Frankreich hatte einen Botschafter für Rom bestimmt, den Grafen de Saint-Quentin, der auch bie Zustim­mung ber römischen Regierung gefunden hat. Aber: Die Beglaubigungsschreiben bes neuen französischen Botschafters waren nur an ben König von Italien, nicht aber an den Kaiser von Aethiopien adressiert. Dar­auf erklärte Rom, daß die Ueberreichung dieses Beglaubigungsschreibens unstatthaft fei.

Der Leser errät ohne Mühe, daß es sich bei bie» sen formalen Vorgängen tatsächlich um bie fran­zösische Anerkennung ber Eroberung Abessiniens handelt. Frankreich ist in das Dilemma gespannt, sich entweder vom Völkerbund in einer wichtigen Einzelfrage praktisch zu lösen ober bie italienische Regierung und den italienischen Hof zu brüskeren. Den Franzosen- ist höchst un­wohl zumute. Sie haben schon bisher mit einer kleinen Träne im Auge auf den verwaisten Bot­schafterstuhl in Rom gesehen, ber ja in bem ganzen Jahre vom 31. Oktober 1936 bis 13. Oktober 1937 wie eine gelinde Anklage wirkte, daß die Rück­sichten auf bie Völkerbunbspolitik die Bewegungs­freiheit der französischen Diplomatie hemmen. Paris hat auch einen Ausgleich versucht und den General­sekretär bes Völkerbundes Avenol um bie Jahres- menbe nach Rom geschickt, damit er ein Kompromiß zwischen Rom und Genf zustande bringe. Aber dieser pfiffige Versuch, auf Kosten bes Volker- Ir unb es einen schönen Erntewagen für Paris in die Scheune zu fahren, scheiterte kläglich. Wehmütig stöhnt derTemps":Die kleinen Mächte unb Sowjetrußlanb brachten diese Politik zum Scheitern." Mussolini aber hat, als ber fran­zösische Botschafterstuhl ein Jahr herrenlos stanb, nun seinerseits ben italienischen Botschafter aus Paris abberufen.

Zur größeren Burleske noch eine kleinere Bur­leske: Der verhinberte ftanzösifche Botschafter in Rom Graf b e Saint-Quentin war bisher in ber Europa-Abteilung bes französischen Aus­wärtigen Amtes tätig und bearbeitet auch heute noch bort seine Akten; inzwischen ist der bisherige Botschaftsrat 21 r n a I, ber bisher ber französischen Botschaft in Berlin zugeteilt war, zu seinem Nach- olger ernannt. Aber er kann nicht an seine Ge- chäfte heran, weil Graf be Saint-Quentin nach mmer den Ministerialsessel in Paris statt den Bot- chafterstuhl in Rom ziert. Und nach zwei Burlesken noch eine burleske Randglosse: Die französische Diplomatie hätte an sich den wegen ber Alters­grenze in ben Ruhestand verletzten Grafen de Chambrun, einem ihrer besten Leute, nach gern ein oder zwei Gnabenjahre in Rom gegönnt. Aber Graf be Chambrun rft ein konservativer Herr und zu allem Ueberdruß auch noch Schwiegervater einer Tochter bes früheren französischen Ministerpräsi­denten Laval, ber von ber Volksfront ingrimmig gehaßt wird. So wurde Chambrun von dem dama­ligen Ministerpräsidenten Leon Blum mit der be­quemen Motivierung der Altersgrenze schleunigst in den Ruhestand versetzt. Aber über diese augen­blicklichen Formalien hinaus ist die Episode unge­mein aufschlußreich. Wie gegen Deutschland, so hat auch Frankreich gegenüber Italien Jahrhunderte lang in ber Vorhand gesessen und aus ber Zer­splitterung beiber ßänber unsagbare Vorteile ge­zogen. Bis in bie letzte Zeit hinein hat Frankreich eine onkelhafte ober großväterliche Politik ber Rat- chläge gegenüber Italien befolgt und zwischendurch italienische Interessengebiete, z. B. Tunis oder ben Tschabsee, in eine unergründlich tiefe Tasche ver- chwinden lassen. Es ist kein Zufall, daß gerade jetzt dasGiornale d'Jtalia" neue Einmischungs­versuche der französischen Presse in die italienische Politik scharf zurückweist und fordert, daß Frank­reich die Großmacht-Stellung Italiens begreife und ein für allemal verstehen lerne,daß die Zeiten ür immer vorbei sind, in denen man Italien bas Recht streitig machen konnte, ebenso frei unb un­gehindert zu tun unb zu lassen, was ihm richtig erscheint". B. R.

derschast, bas unsere beiben Länder unauflöslich vereint, auch im Gebiet der Kunst noch besser zu­sammenzuschließen. Die Ausstellung ist ein großes Vorbild un erer unaufhörlichen Arbeit seit den ersten Zeiten ber politischen Auserstehung bis

is englijche Empire gefühls- uf jüdischer Seite unb mißachtet ritische Revolution war in erster Linie eine religiöse, und mit bem Einbringen bes Bibelglaubens in bie Seele des Englänbers ist er geradezu ein alttestamentlicher Streiter geworben. Als nach ber Revolution Cromwell bie katholischen Iren mit Krieg überzog, würben bie Iren nach dem alttestamenttichen Rezept behandelt. Der Kampf SGog unb Magog" entfpang bem bibelfesten mbertum, und noch heute glauben viele Eng­länder, sie seien die Nachkommen derlost tribes of Israel, ber zehn verlorenen Stämme ber Erz­väter. Daher ist ber Jube nicht nur tief in bie eng­lische Society eingedrungen, sondern wird mit einer abergläubischen Scheu betrachtet, unb die Juden haben stets dieses Entgegenkommen ausgebeutet, von Disraeli, der als Lorb Beaconsfielb trotzbem ge­stand, Jude bleibe Jude, bis hinab zu ben mobernen jüdischen Politikern, deren einer, Sir Herbert Sa­muel, zu ben ersten Bebrückern bes palästinensischen 2lrabertums gehörte.

'©o ist für ben Durchschnittsengländer die- ' t eine Frage bes Rechts und ber. , _ . fonbern einer gefühlsmäßigen Macht­politik gegen bie arabischenRebellen" undTer­roristen", wie sie in ber englischen Presse genannt

mann, sprach

Aeichsmilttster Rust

Diese Ausstellung italienischer Kunst", so führte der Minister u. a. aus,bie eine Auswahl bekann­ter Meisterwerke bes 19. Jahrhunderts wie bebeu- tenbe Kunstwerke ber Gegenwart bringt, hat an ich schon ihre eigne Bebeutung. Gerade bas national* ozialistische Deutschland in der Sicherheit seiner elbft steht ber Kultur der anderen abendländischen Völker mit besonderer Aufgeschlossenheit gegenüber. Der revolutionäre Faschismus in Italien steht sei­ner Geschichte, seinen großen Männern und den Schöpfungen seiner Meister mit derselben Ehrfurcht, mit derselben Verantwortung gegenüber wie ber revolutionäre Nationalsozialismus in Deutschlanb seiner Vergangenheit. Die rote Revolution in Spa­nien aber zerstörte bas herrliche Antlitz ebelfter Bauten unb chönster Städtebilder in sinnlosem Haß. Das faschisti che Italien hat im Frühjahr dieses Jahres Deut chlands größtem Dichter, Goeche, in Mailanb ein ©tanbbiü) errichtet. ImTorquato Tasto" hat Goethe bas Wort geprägt:Was man ist, bas blieb man anderen schuldig", d. h.: wir sind nicht aus uns allein, was wir als einzelne Persönlichkeiten geworden sind, und auch die Ge­schlechter sind, was sie sind, nicht aus sich, sondern stehen auf den Leistungen der Geschlechter vor ihnen.

Nach einer Schilderung der mittelalterlichen Kul­turgemeinschaft kam ber Minister auf ben Stand­punkt Deutschlands in ber Kunst zu sprechen.

3m Juli d. 3. hatte der Führer bei der Er­öffnung des Hauses der deutschen Kunst seine Fehde gegen geist- und formzerstörende Mächte der K u n st e n t a r t u n g zu einem sichtbaren Abschluß gebracht. Er wies die Kun st zur Natur zurück, er führte sie aus der Le­bensferne kleiner interessierter Zirkel zu ihrem wahren Nährboden, zum Volke, und verlieh ihr aufs Neue die hehre Aufgabe, höchster und

wechselseitige kulturelle Beziehung unter den zwei Nationen nach bem bentroürbigen . ? ' faschistischen Regierung sei­

tens des Führers, Berlins und ganz Deutsch­lanbs dar. Sie ist dazu bestimmt, bas Band ber Bru-

©er Kominternhäuptling kandidiert für den Obersten Rat der Sowjetunion.

Moskau, 1. Noo. (DNB.). Als Kandidat für benObersten R a t ber Sowjet» u n i o n", zu bem bie mit ungeheurem demagogi­schem Auswanb getriebeneWahlvorbereitung" in vollem Gange ist, mürbe auch ber Generalsekretär ber Komintern, Dimitrof f, aufgestellt. Seine Aufstellung gewinnt besonbere Bedeutung angesichts der Tatsache, daß die Sowjettegierung gegenüber dem Ausland auch heute noch das Märchen von ben getrennten Gewalten" in Moskau auf­recht zu erhalten versucht. Dem sowjetgläubigsn Auslanb ist bieWahl" Dimitroffs zu bemOber­sten Rat ber Sowjetunion", ber zugleich bie höchste gesetzgebende unb bie höchste exekutive Gewalt der ßanbes repräsentiert, nur ein neuer Beweis bafür. baß Sowjetregierung unb Komintern in der Tat

1 ein unb derselbe Begriff sind.