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3m Internationalen Viertel von Schanghai
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Dieser erstatters Flugpost
Schanghai, 11. August. (Durch Flugpost.)
Die Sache ist dadurch nicht einfacher geworden daß der Zwischenfall auf dem Gebiet des Shanghai Municipal Council, also auf dem Gebiet der sog Internationalen Niederlassung (im
Die Ankündigung der großen „KdF."-Fahrt von 30 000 deutschen Arbeitern nach Italien begegnet in der gesamten römischen Presse größtem Interesse. „Tribuna" erklärt, die verschiedenen Internationalen" hätten nie etwas Aehnliches zu veranstalten verstanden oder fertiggebracht. Die Masse der Arbeiter sei immer außerhalb der großen und tiefen internationalen Fühlungnahmen geblieben. Der Faschismus und der Nationalsozialismus hätten mit diesem System Schluß gemacht. Mussolini und Hitler machten das gesamte Volk zum Träger der denkwürdigen Ereignisse ihrer Länder. So komme auch das 'arbeitende deutsche Volk in imposanter Zahl nach Italien, um das befreundete arbeitende Volk zu besuchen in der Erwartung, daß dieser Besuch erwidert werde. 30 000 echte deutsche Arbeiter! Diese Zahl beweise, daß Faschismus und Nationalsozialismus nicht zwei Internationale, sondern zwei unverfälschte Volksregime'
lebende Deutsche aufgefordert worden, im Auslande zu einem Agitator gegen die Demokratie, wie sie in Großbritannien und den Dominien herrsche, zu werden. Das Blatt behauptet dann weiter, daß die deutsche Diplomatie schon mährend des Krieges die im Ausland lebenden Deutschen zu Spionage, Verbreitung falscher Nachrichten, Bombenanschlägen, Sabotage usw. benutzt habe, und es knüpft hieran die Unterstellung, daß „diese Theorien" auf der Stuttgarter Rednertribüne wieder aufgestellt worden seien. Bezeichnend ist auch der Schluß dieses Geschmieres, in dem entgegen allen bekannten Tatsachen, die Behauptung aufgestellt wird, die Unruhe in Europa rühre daher, daß Deutschland eine Macht sei, die „auf Angriff gerichtet" sei.
Diese Aufnahme veranschaulicht die Schrecken, die sich während der Bombenabwürfe im Internationalen Viertel von Schanghai ereigneten. Man sieht von schweren Treffern zerstörte Häuser, aus denen Rettungsmannschaften die Verletzten und Toten bergen.
(Associated-Preß-M.)
Lügen.
Englische Pressehetze gegen die Auslands- organisation.
London, 1. Sept. (DNB.) Nachdem bereits die „Times" einen jeder Sachlichkeit entbehrenden Artikel zu der Stuttgarter Tagung der Auslandorganisation gebracht' hat,'nimmt nun auch „Yorkshire Post" in einer Weise hierzu Stellung, die als bewußte Verdrehung der Wahrheit bezeichnet werden muß. Das Blatt behauptet, in Stuttgart sei jeder im Ausland
Brief unseres ständigen Bericht- in Schanghai hat, obwohl er durch - . befördert wurde, fast drei Wochen
gebraucht, um uns zu erreichen. Trotzdem gibt er ein auch heute noch interessantes Stimmungsbild von der außerordentlichen Spannung, in der unsere deutschen Lands- cto 1ln Schanghai diese letzten aufregenden Wochen zugebracht haben.
30000 deut kommen durch „M." Stuttgart, 1. Sept. (DNB.) Dr. Ley teilte auf der Tagung der Auslandsorganisation der NSDAP, unter Hinweis auf das Abkommen Dr. Ley—Cianetti mit, daß die „K d F." - F l o t t e alljährlich 3 0 0 0 0 Arbeiter nach Italien bringen werde. Sie werde in diesem Winter zum ersten Male in Genua bereit liegen, um i n zehn Fahrten mit je 3000 Arbeitern über Neapel und Palermo nach Venedig zu fahren und auf diese Weise den Arbeitern die Schönheiten des Südens zeigen
Gegensatz zu der Französischen Niederlassung) erfolgte. Die reichlich unklare Gliederung des kommunalpolitischen Gemeinwesens Schanghai macht die Angelegenheit nicht eben einfacher. Die Niederlassung besteht aus einem festen Stadtkern und den sogenanten Extra-Roads, den A u s f a l l st r a - ß e n , deren Angelände polizeilich, verwaltungsmäßig den Chinesen untersteht. Die Stadtverwaltung der Niederlassung hat Polizeirechte lediglich auf dem Gelände der Straße, so daß beispielsweise bei Einbrüchen jede Untersuchung von Polizisten der Niederlassung und der chinesischen Polizei gemeinsam vorgenommen wird. Die Japaner stellen sich entsprechend auf den Standpunkt, daß das Vorgehen gegen ihre Soldaten, daß auch die errichteten Barrikaden eine Verletzung der Rechte der Ausländer darstellen. Sie behaupten weiter, daß diese Barrikaden und der Aufenthalt des Friedenserhaltungskorps an dieser Stelle überhaupt eine Verletzung des Waffenstillstandsabkommens von 1932 darstelle. Demgegenüber bestreitet die Internationale Verwaltung ihre Zuständigkeit an der Unfall- stelle und die Chinesen hüllen sich überhaupt in Schweigen. Dies alles aber ist nicht dazu angetan, die Lage wesentlich zu entspannen
Das gilt um so mehr, wenn man vom Bund, der großen Hafenstraße Schanghais, aus stündlich die vollgepfropften Dampfer vorbeifahren sieht, die o ^"chslinge, wie Sardinen gepackt, weiter süd- ncy befördern. Auch die neu eingetroffenen japa- nischen Truppenverstärkungen aus Hankau tragen ^Beruhigung ^i. Ebenso nicht die verstärkten Flottenelnheiten der Engländer und Fran-
„ Z^el Tage sind vergangen, seitdem die unheilvollen Schüsse an der Hungjao Road fielen und das Leben eines chinefstchen und zwei japanischer Sol- i?trbPer en‘ die diesem Geschehen
olgte, ist. kaum entspannend, sie ist eher u nh eil- chwanger Der ständige Fortzug der Chinesen aus den chinesischen Bezirken m die der fremden Niederlassung, die m den frühen Abendstunden bereits verödeten Straßen können nicht dazu beitra- 9™' die Stimmung zu beleben Unter Europäern und Chinesen ist immer die gleiche Unterhaltung: Z'bt es einen zweiten Schanqhai- Kr leg? Man sagt, die Japaner seien an Ort und stelle nicht stark genug, um eine Waffenauseinandersetzung wagen zu können. Man sagt, die Chi. nesen hatten Anweisungen aus Nanking erhalten die Lage auf keinen Fall zu verschärfen.
sind. „Laooro Fascista" betont, daß dieser Besuch im rechten Augenblick erfolge, um nochmals die tiefe Freundschaft, die die beiden Länder verbinde, vor aller Welt zu beweisen und zugleich zu zeigen, daß die fälschlicherweise als autoritär bezeichneten Länder in Wirklichkeit diejenigen sind, die eine wahre, gut organisierte und deshalb dauerhafte demokratische Politik in die Tat umsetzen. Die Achse Berlin—Rom sei in den breiten Massen der beiden Völker verankert. Ein besseres gegenseitiges Sichkennenlernen sei wertvoll und zweckmäßig. Rom und Berlin gäben heute nicht nur den Diplomaten, sondern auch allen Kulturvölkern ein vorbildliches Beispiel. Hinter Liktorenbündel und Hakenkreuz ständen heute zwei Völker, die dem unsicheren Europa immer mehr zum Bewußtsein bringen werden, daß seine Rettung nicht mit Paragraphen und Statuten, sondern nur durch das volle und aufrichtige Verständnis für die Rechte jedes einzelnen Volkes und im Aufbau eines neuen, auf der Arbeit und einer höheren sozialen Gerechtigkeit beruhenden Status erfolgen könne.
Oeutschlandreise
der italienischen Freizeitorganisalion.
Rom, 1. Sept. (DNB.) Die italienische Freizeitorganisation veranstaltet vom 7. bis 2 3. September eine große Deutschlandreise, bei der München, Nürnberg und Berlin sowie deren nähere Umgebungen und Sehenswürdigkeiten besucht werden.
macht des neuen Italien anerkennen und in Rechnung stellen, nicht aber zur Erneuerung einer „sentimentalen" und bedeutungslosen Freundschaft den Weg suchen. Es ist mehr als zweifelhaft, ob England diese Warnung samt ihrer Unterstreichung durch die sizilianischen Manöver ernst nimmt. Von einem „Condominium" im Mittelmeer, von einer Verständigung „vom Empire zum Imperium", scheint es mit seinen Absichten weit entfernt. Unter diesen Umständen treten auch die englischen Gegenforderungen — Verzicht auf italienische Propaganda in Arabien, auf die „Schirmherrschaft des Islam" u. ä. — im Augenblick eher zurück, man denkt nicht daran, Sowjetrußland fallen zu lassen, das man an der Ostsee und der mandschurischen Grenze so gut gebrauchen kann, und Italien tat gut daran, sich nach dem ersten Enthusiasmus der Achse Berlin—Rom zu erinnern und ihre unerschütterliche Festigkeit zu betonen. Diel scheint also nicht geändert, jedoch haben die Diplomaten gut zu tun.
Francos Truppen rücken in Asturien ein.
Salamanca, 2. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der nationale Heeresbericht vom 1. September meldet: Unsere Truppen haben ihren glänzenden Siegeszug fortgesetzt und alle Schwierigkeiten des Geländes dank ihres vorzüglichen Kampfgeistes und dank der Geschicklichkeit ihrer Operationen überwunden. Eine unserer Abteilungen besetzte 11 Dörfer und erreichte die durch das Lie- bana-Tal nach Potes führende Straße. Die Zahl der Gefangenen ist sehr hoch. Unter ihnen befindet sich der Chef der bolschewistischen Banden von Potes. Andere bolschewistische Abteilungen sind eingeschlossen worden und müssen sich ergeben. Der Gegner hat in aller Eile die Flucht ergriffen und keine Zeit gehabt, die Drücken und Straßen zu sprengen. Unsere Truppen haben in diesem Abschnitt die Verbindung mit der von Tudanca im Südwesten von Valle de Cabuerniga vorrückenden Abteilungen hergestellt und die feindlichen Stellungen von Munerodero besetzt sowie 283 Gefangene in einem Eisenbahntunnel in der Nähe dieser Stellung gemacht.
Unsere Truppen besetzten die Hafenstadt San Vicente de la Barquera an der Santander- Front und U n g u e r a auf der Grenze der Provinz Asturien. Dann überschritten sie den Grenzfluß Deva und setzten ihren Vormarsch in Asturien fort. Sie eroberten hier Villanueva, Fimiango und Colombres, alles Ortschaften in der Provinz Asturien. Im Hinterland wurden die über 2000 Meter hohen Stellungen im Labra - Bergmassio sowie Puento Tobar, ferner Collado Mayor, Pidras- luengas und der Gebirgspaß Calobas besetzt. Unsere Truppen haben besonders mit den Schwierigkeiten des Geländes zu kämpfen gehabt und sind teilweise auf leichten feindlichen Widerstand gestoßen. Außer den bereits genannten Gefangenen wurden vier Bataillone gefangen ge° n o m m e n , die sich nur noch aus 1019 Mann zusammensetzten. Unsere Truppen werden in allen Ortschaften von der Bevölkerung mit großer Begeisterung empfangen. In einzelnen Orten waren die Eingänge von den Bewohnern festlich geschmückt worden.
Das Gowjetparadies in englischem Urteil.
„Eine Revolution, die ihre eigenen Kinder verzehrt."
London, 2. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die konservative „Morning Post" befaßt sich mit der ununterbrochenen Reihe von M a s s e n v e r h a f- tungen und Massenhinrichtungen im „Sowjetparadies". Wenn man den sowjetrussischen Darstellungen Glauben schenke, dann wimmele es in Sowjetrußland von Personen, die beinahe unvorstellbare Verbrechen gegen Staat und Gesellschaft begehen. Ammen bergifteten ihre Kinder, Viehärzte das Vieh und Eisenbahnbeamte das Trinkwasser für die Reisenden. Täglich höre man von Spionage, Sabotage, verräterischen Verbindungen mit ausländischen Feinden und dergleichen. Die Fäulnis sei bei hohen und niedrigen Stellen zu finden und nicht nur in den eigentlichen Sowjetprooinzen, sondern auch in Georgien, Turkestan und Mittelasien.
Das Ansehen der Sowjetunion werde nicht durch die Verleumdungen böswilliger Kritiker besudelt sondern durch die ungeschminkten Bekenntnisse ihrer eigenen Presse. Die Außenwelt stelle ein großes Rätselraten über die wirkliche Bedeutung dieser „Reinigungsaktion" an. Dem gewöhnlichen Sterblichen komme es vor, als ob die Herrscher von Sowjetrußland von einer sehr weit fortgeschrittenen Form der Hysterie ergriffen worden seien. Möglicherweise sei es aber ganz einfach der Fall einer Revolution, die ihre eigenen Kinder verzehre. Wenn man annehme, daß Sowjetrußland tatsächlich von Haß und Ver- schwörung erfüllt sei, dann gereiche auch das wenig zum Ansehen der sowjetrussischen Machthaber, die bereits 20 Jahre Zeit gehabt hätten, etwas zu leisten. Wenn das gegenwärtige Schauspiel im Sowjetstaat das Beste sei, was das sowjetrussische 1 Paradies am Ende von 20 Jahren bieten könne, - bann sei es fein Wunder, wenn öle übrige Menschheit zögere, die sowjetrussischen Anpreisungen und Behauptungen als bare Münze hinzunehmen.
Brief aus Schanghai
Von unserem p. H.-Berichterstatier.
treten, daß die Sicherheit des Schiffahrtsweges ge- währleistet ist. Das bleibt eine Tatsache von zwingender Gewalt. Die Umleitung der Schiffahrt um Afrika ist möglich, läßt aber die Levante unversorgt und ohne Verbindungen, außer militärischer Art. Die englischen Fachstimmen, welche den Verzicht auf die Mittelmeerstraße empfehlen haben die Regierung nicht zu überzeugen vermocht und ihren Entschluß nicht erschüttert, aus eigener Kraft die Hochstraße des Empire zurückzuerobern — wenn nötig mit Waffengewalt. In diesem Punkte kulminiert der Gegensatz England — Italien.
Er wird noch deutlicher in der vierten italienischen Forderung, England müsse endlich den Wert des italienischen Soldaten und damit die Militär-
In einer Zuschrift an die „Times" weist der Herausgeber der englischen Finanzzeitschrift „Branch Banking" Francis Lewcock auf die irreführenden Behauptungen englischer Blätter über den L e - bensftanbarb in Deutschland hin. Im Zusammenhang mit von ber „Times" angeführten Ziffern stellt er aus eigener Anschauung fest, baß b t e Läden auch in den Arbeitervierteln mit Waren gefüllt seien, und lebhaft besucht würden. Schließlich macht der Verfasser die Feststellung, daß er keinen Vergleich zwischen einer deutschen Stadt wie z. B. Düsseldorf und einer englischen Provinzstadt ziehen möchte, da dieser Vergleich nicht zugunsten Englands ausfallen würde.
Gauleiterjubiläum in Kastel.
ZahlreicheEhrungenfürGauleiterWeinrich.
Kassel, 1. Sept. (LPD.) Der Tag, an dem Gauleiter Staatsrat Weinrich vor zehn Jahren die Lettung des Gaues Kurhessen übernahm, wurde eingeleitet schon um Mitternacht von der Hitler- Jugend, die mit einem Musik- und Fanfarenzug vor der Wohnung des Gauleiters antrat. Dabei überreichten die acht Banne und Jungbanne des Gebiets dem Gauleiter sinnreiche Geschenke Um 7 Uhr rückte der BDM. an. Bald darauf erschien der Reichsarbeitsdienst für die weibliche Jugend aus dem Lager Zierenbera, weiter Vertreter der SA., SS. und des NSKK. Um 9.30 Uhr rückte dann unter Dorantritt eines Musikzuges der Reichs- arbeitsdienst vom Gau XXII in Stärke von 1400 Mann, die Nürnbergfahrer des Ganes, an. Dann erschienen die Spitzen der Behörden und die Vertreter der Wehrmacht mit dem Kommandierenden General, General der Artillerie Dollmann, um dem Gauleiter die Glückwünsche auszusprechen.' An- chließend erschienen die Gauamtsleiter und Kreisleiter.
Am Nachmittag fand im Park des Schlosses Wilhelms! al eine Kaffeetafel statt unter dem Zeichen: Kurhessens Künstlerschaft huldigt dem Gauleiter. Den Auftakt bildeten musikalische Darbietungen des Kurhessischen Landesorchesters. Es folgten Tänze ber Tanzgruppe des Preußischen Staatstheaters. Sodann wurden von der Singgemeinschaft „Kraft durch Freude" Volkslieder zum Vortrag gebracht. Die Fachschaft ber Buchhänbler hat eine wertvolle Bibliothek gestiftet, als Grunblage einer Gauschulungsbibliothek. Die kurhessische Presse hat einen Karl-Weinrich-Preis gestiftet, der der Förderung der besten pressemäßigen Leistung im Gau Kurhessen dienen soll. Gauleiter Staatsrat Wein- rich nahm die Glückwünsche und Stiftungen m't herzlichen Dankesworten entgegen und teilte mit daß alljährlich eine Fahrtder Alten Kämpfer durch das Gaugebiet erfolgen solle das erste Mal vom 24. bis 26. September. Zur Förde- rung des Kulturschaffens im Gau habe er die Aus- chreibung eines jährlich zu verteilenden Kur hessischen Kulturpreises veranlaßt.
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Eine besondere Ehrung wurde dem Gauleiter Wein- nch durch den Oberbürgermeister der Stadt Mar- bürg Kreisamtsleiter Dr. Scheller, überreicht Die „Karl-Weinrich-Stiftung der Stadt Marburg" ist dazu bestimmt würdige und bedürftige Studen- en der Philipps-Universität zu Marburg zu unter- stutzen. Schon letzt ist es möglich, in jedem Se- mester 40 neue Stipendien von beträchtlicher Höhe zu vergeben. 1 ' 1
■■ zosen. Geschäftsleute, Ausländer wie Chinesen, i stehen vor einer vollständigen Erlahmung der Geschäfte. Waren werden nicht abgenommen, ; bleiben im Zoll liegen. Soll man neue Verträge abschließen? Bleibt die künstlich gehaltene Währung stabil? Wirb ber Silberbollar fallen? Man ist von früheren Kursverlusten her noch nervös. Die chinesischen Banken lehnen jeben Krebit ab. Zugebilligte Kontenüberziehungen werben mit sofortiger Wirkung gefloppt unb müssen geregelt werben. Die sommerliche Nervosität, bie an sich schon herrscht, kann bie Schwierigkeiten nicht milbern. Heute ist es bie abnorme feuchte, gelaßene Hitze, die die Gemüter erregt, morgen ist es der zermürbende Südwind, der über die Stadt streicht, bald stärker, bald schwächer, und möglicherweise einen Taifun mit allen Schrecknissen ankündigt. Flüchtlingsdampfer im Taifun — man male sich bas aus. Das finb Schreckensszenen, kaum vorstellbar.
Das einzige, was heute noch im Stabtbilb Schanghais fehlt und die Kriegsgefahr bildhaft genug vorzeichnen würde, sind die Einheiten des Schanghai-Freiwilligenkorps, jener Einheit, die man gewohntermaßen nur einmal in jedem Sommer von der großen Parade her und vielleicht von der alljährlichen großen Nachtübung her kennt. Die Geschichte dieses Korps und seiner Kompanien aus allen Nationalitäten ist lang und von reicher Tradition. In den Jahren vor dem Weltkrieg und bis zur Kriegserklärung Chinas hat es auch eine deutsche Kompanie gegeben. Heute gibt es die amerikanische, die portugiesische, schottische Kompanie usw. Das Rückgrat des Korps aber bildet die weißrussische Kompanie in Stärke von mehr als dreihundert Mann, die ständig unter den Waffen steht und alarmbereit ist für den Fall irgendwelcher Unruhen. Das Korps hat feine eigene Nachrichtenabteilung und feine Kampfwagenabteilung. Es tritt an auf Alarmbenachrichtigunqen, jeder Mann auf dem ihm vorgeschriebenen Posten, unb besetzt die Zugänge zum Settlement, die durch große eiserne Tore geschlossen werben.
In N a n k i n g ist in biefen Tagen ein Komet gesichtet worben. Abergläubische Gemüter wollen bas als Kriegsfanal ansprechen. Politik aber wirb bekanntlich unter anberen Auspizien geführt. Und wenn es auch richtig ist, baß die Stimmung gegenwärtig, mehr fast als während ber nordchinesischen Vorgänge, einen Grab ber Siedehitze erreicht hat, so sucht doch jeder die sich irgendwo zeigenden Friedenszeichen zu erkennen. Wenn die Sicht auch verschleiert ist, die Hoffnung, daß man sie findet, daß man sie verwerten kann, wird von allen, die aktiv oder passiv in das fernöstliche Geschehen' ein- gefpannt sind, genährt.
Das Wettrüsten macht die Welt bankrott. Amerika für Rüftungsverminderung.
Neuyork, 2. Sept. (DNB.) In einer Rundfunkansprache erklärte Staatssekretär Hüll, die Vereinigten Staaten seien bereit, an jeder aufrichtigen Bemühung zur Verminderung der internationalen Rüstungen teilzunehmen. Der Rüstungswettbewerb mache die Welt bankrott. Immer mehr Menschen würden der pro« duktiven Arbeit und immer mehr Kapital ber konstruktiven Verwendung entzogen Das auf Gegenseitigkeit aufgebaute Handelsprogramm ber amerikanischen Reaierung verfolge ben Zweck, bas Problem bes Weltfriebens von einer anberen Seite anzupacken. Er sei überzeugt, baß eine Ueberroin» bung ber jetzt die Welt beherrschenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten alsbald eine politische Befriedung zur Folge haben würde. Viele der Sorgen, die heute die Staatsmänner bedrückten, rührten davon her, daß die Länder nicht in der Lage seien, ihre überschüssigen Erzeugnisse auf ihren na- türlichen Märkten im Auslande unter vernünftigen Wettbewerbsbedingungen zu verkaufen. Die Handelspolitik der Vereinigten Staaten habe dazu beigetragen, Freundschaft und Vertrauen in der Welt zu fördern.
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