Ausgabe 
2.8.1937
 
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Montag, 2. August 1957

187. Jahrgang

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Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Deutsche Gänger aus allerWeli bekennen sich zum deutschen Volkstum.

Der Führer im Mittelpunkt ergreifender Huldigungen auslandsdeutscher Teilnehmer am Festzug des Gängerbundesfestes.

Die deutsche Weihesiunde.

Strahlende Sonne liegt über der Feststadt Bres­lau, als der Aufmarsch der Hunderttausende zu der großen Deutschen W e i h e st u n d e auf der Friesenwiese beginnt. Schon gegen 18 Uhr ist die weite Friesenwiese mit ihren gewaltigen Tribünen­bauten, den Lautsprecheranlatzen und den Schein­werfern, die das Gelände später taghell erleuchten werden, nahezu besetzt. Bon der Haupttribüne aus hat man einen wundervollen Blick auf das Frei­gelände. Zu beiden Seiten der Haupttribüne haben die Abordnungen der Sänger aus dem Reich und der deutschen Gesangvereine aus dem Auslande mit Hunderten und aber Hunderten von Fahnen und Bannern Aufstellung genommen. Die Festwiese bie­tet ein buntes Bild. Das Blau der Anzüge und Mützen der 130 000 Sänger herrscht vor. Die vielen Trachtengruppen beleben das Bild. Erwartungsfrohe Stimmung herrscht überall. Musik des Reichsauto­zuges, der auch bei dieser Großkundgebung die Laut­sprecheranlage errichtet hat, klingt auf. Dazwischen werden gemeinsam Volkslieder gesungen. Als die Dämmerung hereinbricht, flammt auf dem Glocken­turm des Hermann-Göring-Sportplgtzes, der zur Rechten die Friesenwiese abschließt, das Feuer auf.

Wenige Minuten vor 20 Uhr geht, während der Badenweiler-Marsch erklingt, die Führerstan­darte über der Ehrentribüne hoch. Auf der ge­genüberliegenden Seite des riesigen Feldes erscheint in der von zwei hohen Ehrentürmen markierten Einfahrt die Wagenkolonne des Führers. Stür­mische Heilrufe brausen über das Feld, als die Wa­gen das von 500 000 Volksgenossen besetzte Feld durchfahren. Als der Führer mit Dr. Goebbels die Treppe zur Ehrentribüne hinaufschreitet, schallen erneut stürmische Heilrufe über das weite Feld. Sie wollen kein Ende nehmen. Der Führergruß, von 40 000 Sängern machtvoll gesungen, empfängt den Führer.

Nachdem der Bundesführer des Deutschen Sän­gerbundes, Oberbürgermeister Meister, dem Füh­rer 8000 Banner und Fahnen sowie 130 000 Sän­ger und Sängerinnen aus dem Reich, dem Grenz­land und Uebersee gemeldet hat, nimmt der musi­kalische Teil der Deutschen Weihestunde mit dem von 40 000 Sängern aus sieben deutschen Gauen und aus dem Auslande angestimmten alten Geusen-Lied Du großer Gott, wie gefährlich ist unser Leben!" unter der Leitung des Festdirigenten des 12. Deut­schen Sängerbundesfestes Gauchormeister Hermann Behr, seinen Anfang. Scheinwerfer leuchten auf. Die Gestalt des Dirigenten auf seinem hohen Pult hebt sich hell gegen den dunklen Himmel ab. Dann wird die Führertribüne in gleißend weißes Licht gehüllt. Schlesiens weißer Granit, von dem sich das Hoheitszeichen plastisch abhebt, leuchtet in dem wei­ten Rund, über dem sich der nächtliche Himmel wölbt.

Dr. Goebbels spricht.

Der Schirmherr des Sängerbundesfestes Reichs­minister Dr. Goebbels geht dann in seiner An­sprache davon aus, daß diese Feierstunde nicht eine Angelegenheit der deutschen Sänger allein, sondern ein großes n a t i o n a l p o l i t i s ch e s Ereignis ist, ein Ereignis, das in diesen Tagen die Deutschen im Reich mit Zehntausenden ihrer Brüder im Auslande verbindet. Es ist mehr als eine äußere Geste, so rief Dr. Goebbels unter stür­mischem Jubel aus, wenn Sie, m e i nF ü h re r, in dieser festlichen Stunde mitten unter Ihrem Volk stehen. Hier sind Zehntausende um Sie versammelt, die Sie noch niemals gesehen hatten, lieber die Aetherwellen von Ort zu Ort ist in den vergan­genen Jahren Ihre geliebte Stimme zu ihnen ge­tragen. Auch die Deutschen jenseits unserer Gren­zen haben Ihre Stimme gehört und haben Vyre Ideale in ihre Herzen ausgenommen. Man kann hölzerne oder steinerne Barrieren aufrichten. Evas deutsch ist, wird sich in alle Ewigkeit zu­sammengehörig fühlen. Richard Wagners Ehrt Euere deutschen Meister ist im Dritten Reich wieder wahr gemacht worden. Kraft und Mut sind die Zeichen der Zeit, und man kann es ohne Ueberheblichkeit sagen: Das deutsche Volk ist m Den letzten vier Jahren glücklicher geworden! Niemand von euch, so rief Dr. Goebbels denen zu, die von jen eits der Grenze nach Breslau gekommen fmd braucht sich heute seines Volkes und seines Reiches in der Welt zu schämen. Die ganze Nation ist von eUiern ^uen^ Lebensrhythmus erfüllt. Die Arbeit hat wieder ihre Ehre erhalten und wir Deut chen handeln nach dem Goethe-Wort, in dessen Zeichen auch dieser Festtag steht "Taqes Arbeit abends Gchte, saure Wochen, frohe Feste Wahrend anders­wo in der Welt die Völker von Streik Aufruhr und Krisen erschüttert werden, ist Deutschland ein Hort des Friedens, aber auch ein Hort der Kraft und der Stärke geworden

Und dieses Volk, so schloß Dr. Goebbels, hat wieder singen gelernt. Das deutsche tieD klingt wieder aus den marschierenden Kolonnen. Die­ses Volk das immer sangesfroh gewesen ist, erlebt ein- neu- Blüte feines nationalen L.edes So ->>tt denn in dieser festlichen Abendstunde unser Gruß den deutschen Sängern als den Tragern des deut einiSlt ertn'ngt in'e^m W Kationen. Uni?"u biesjäjriflen

Sängerfest seine besondere Weihe. Die deutschen Sänger sind glücklich und dankbar dafür, am heu­tigen Abend dem Führer Auge in Auge danken zu können. (Stürmische Zustimmung.) Ihm gilt des­halb unser Gruß und unsere Treue. Aus allen Her­zen spricht der Wunsch und die Bitte an das Schick­sal, daß er noch viele Jahrzehnte seine schützende Hand halten möge über dem Deutschen Reich, über dem deutschen Volk und über der deutschen Kunst." DesFuhrersGruß an die Sanger

Von einem Begeisterungssturm ohnegleichen emp­fangen, nimmt der Führer das Wort. Es ist das e r ft e m a I, daß auf einem Fest des nun 75 Jahre bestehenden Deutschen Sängerbundes das Staats­oberhaupt zu den Hütern des deutschen San­gesgutes spricht. Die Rede des Führers hatte fol­genden Wortlaut:

Deutsche!

Deutsche Volksgenossen und Volksgenossinnen! Meine deutschen Sänger!

Nicht immer konnte Sie bei diesen Festen im Deutschen Reich die deutsche Nation durch den Mund eines Mannes begrüßen. Heute besitze ich das Recht, Sie im Namen dieser 68 Millionen, die innerhalb der Grenzen dieses Reiches leben, in dieser Stadt zu Ihrem großen Fest des deutschen Liedes begrüßen und beglückwünschen zu können. Sie, die Sie gekommen sind, aus allen Teilen des Reiches und aus jenen Gebieten, die nicht inner­halb seiner Grenzen liegen, in denen Sie aber als Angehörige unseres deutschen Volkstums wohnen!

Es ist fast stets das Unglück unseres Volkes ge­wesen, nicht politisch geeint zu sein. Mil­lionen deutscher Menschen leben auch heute außer­halb des Reiches, fast die Hälfte derer, die in Deutschland selber ihre Heimat und Wohnstätte be­sitzen. Allein gerade ein Volk, das so viele Jahr­hunderte keine politische Einheit bilde« konnte, muß andere Momente besitzen, die in der Lage sind, ihm das Fehlen der realen politischen Einheit wenigstens ideell zu ersetzen. Das erste ist unsere deutsche Sprache, denn sie wird nicht von 68 Millionen, sondern von 95 Millionen gesprochen. (Begeisterte Beifallskundgebungen.)

Ein zweites ist das deutsche Lied, denn es wird nicht nur innerhalb der Grenzen dieses Reiches gesungen, sondern es klingt über sie hinaus, überall dort, wo überhaupt deutsche Menschen in der Welt leben. (Stürmische Kund­gebungen, die minutenlang anhalten.) Dieses Lied begleitet uns von unserer Kindheit bis ins Greisenalter. Es lebt in uns und mit uns, und es läßt, ganz gleich, wo wir auch sind, immer wieder die Urheimat vor unserem Auge er­stehen, nämtich Deutschland und das Deutsche Reich. Der Vogel, dessen Auge geblendet, pflegt sein Leiden, seine Gefühle nur noch inniger in seinen Gesang zu legen. Und vielleicht ist es auch kein Zufall, daß der Deutsche, der so oft leibgequält aus dieser Erde sein Dasein er­tragen muhte, in solchen Zeiten zum Liede seine Zuflucht nahm, es erlaubte ihm, darin all das auszudrücken, was die harte Wirklichkeit ihm verwehrte. Wir aber empfinden diese bittere Wahrheit heute vielleicht stärker als je zuvor.

Gerade in dieser weltbewegten und unruhigen Zeit sieht das ganze deutsche Volkstum auch außer­halb der Grenzen des Reiches wieder auf die Ur­heimat, auf Deutschland, und es sucht, wenn es schon keine andere Möglichkeit der Beziehung gibt, wenigstens die eine Verbindung d urch das deutsche Lied. Und so klingen auch ^eute die Lieder unseres Volkes nicht nur innerhalb des Reiches, sondern weit darüber hinaus. Sie werden mit einer gläubigen Inbrunst gesungen, denn in ihnen lebtdie Hofsnunaund die Sehn­sucht aller Deutschen. (Brausende Zustim­mungskundgebungen der Massen begleiten jeden Satz des Führers.)

So ist es denn auch gerade das Lied, das uns Deutsche am heiligsten erscheint, ein großes Lied dieser Sehnsucht, viele, in anderen Vol­kern. verstehen es nicht, sie wollen gerade IN jenem Lied etwas imperialistisches »bücken, das doch von ihrem Imperialismus am weite­sten entfernt ist. Denn welch schönere Hymne für ein Volk kann es geben, als jene, die ei n Bekenntnis ist, jein he.1 und s-m Gluck in seinem Volke ;u suchen und s-m Volk über alles ,u stellen, was es au, dieser Erde aibt (Neue stürmische Beifallskundgebungen.) Und wenn Sie heule dieses Lied der Deut chen singen, das auch in leidgequatter Zeit entstan­den ist dann singen Sie es mit beglücktem Gefühl, dast dieses Deutschland nun wieder würdiggewordenist, unser Dculjch- land ,u sein, dah es wieder werk ge- worden ist, uns wirklich über allem ;u stehen was uns die welk ;u bieten vermochte, wer fo sein Volk, wer jo seine Heimat liebt, der kann nicht schlecht fein! wer so ju seinem

Volke und zu seiner Heimat steht, der wird aus beiden immer neue Kraft gewinnen! Und so ist stets das deutsche Lied eine Quelle der Kraft geworden und ist es auch heute wieder. Deutschland über alles", ist ein Bekenntnis, das heute Millionen mit einer großen Stärke erfüllt, mit jedem Glauben, der gewaltiger ist, als jede andere irdische Wacht es sein konnte.

Dieses Lied ist damit sogleich auch ein Be­kenntnis zum Allmächtigen, zu seinem Willen und zu seinem Werk: Denn nicht Menschen haben dieses Volk geschaffen, sondern jener Gott, der über allen steht. Er hat dieses Volk gebildet, nach seinem Willen ist es geworden, und nach unserem Willen soll es bleiben und nimmermehr vergehen. (Langanhaltende brausende Kundgebun­gen.)

Wir haben wieder ein stolzes Volk und ein st a r k e s Reich vor uns, und alle die, die nach Ablauf der festlichen Tage diese Stadt ver­lassen müssen, um die Grenzen des Reiches zu überschreiten, werden mit Stolz, mit Freude und auch mit Zuversicht zurückblicken auf das, was sie stier sehen konnten, und was ihnen offenbar wurde. Sie werden alle die Empfindung mitnehmen: Ein Volk ist wieder aufgestanden, ein Reich ist neu ge­worden. Der deutsche Mensch hat sich selber ge­funden. Er hat damit im Sinne seines Schöpfers gehandelt. (Heilrufe der Hunderttausende.)

Welche Wacht hat ein Recht und die Kraft, den Lebensweg eines Volkes zu hemmen, das in feinem Liede nichts anderes, als nur sich selber sucht: Ein starkes Reich, ein stolzes Volk, so groß und so erhaben, daß es nunmehr wieder jeder Deutsche freudig bekennen kann:

Ich bin ein Deutscher und ich bin stolz darauf, es zu fein! (Minutenlange erhebende Kundgebungen der Massen.) Und dieses Be­kenntnis muh gerade in einer so feierlichen Stunde über uns kommen! Wir, die wir hier nun versammelt sind, aus allen deutschen Gauen, aus so vielen Gebieten außerhalb des Reiches, wir fühlen uns hier alle als eine Gemeinschaft. Sänger sind Sie und sind damit Sprecher des deutschen Volks­tums (brausende Kundgebungen). Wir sind so glücklich, über alles Trennende hinweg uns nun in dieser Stunde als unlösbar zu­sammengehörig empfinden zu können, einer für alle und alle für jeden (stürmische Heilrufe).

Und ich bin unendlich glücklich und stolz, Sie in dieser Stunde hier namens des Reiches und der im Reich lebenden Deutschen begrüßen und Ihnen danken zu können nicht nur dafür, daß Sie das deutsche Lied pflegen, sondern daß Sie sich in die­sem Lied der deutschen Heimat ergeben und sich mit ihr verbunden haben (immer erneute Zustimmungskundgebungen). Sie, die Sie die weite Reise nicht scheuten. Sie, die Sie aus allen Gegen­den Europas und darüber hinaus hierher kamen in diese Stadt, Sie begrüße ich besonders! Gehen Sie wieder fort von hier mit dem festen Glauben: Deutschland steht und nimmermehr wird dieses Reich vergehen! (Nichtendey- wollende Beifallsstürme branden minutenlang dem Führer entgegen, und die begeisterten Heilrufe der zutiefst bewegten Hunderttausende wollen kein Ende nehmen.)

Das große Erlebnis des Mnges.

Unbeschreiblicher Jubel der auslandsdeutschen Sänger, die zum erstenmal den Führer sehen.

Unser Bildtelegramm zeigt den Führer bei der Abnahme des Festzuges. An der Spitze der Sängerfahnen das ehrwürdige Bundesbanner des Deutschen Sängerbundes. (Scherl-M).

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Der Festzug und vor allem der Vorbeimarsch der mehr als 30 000 Ausländsdeutschen vor dem Führer, der den Schlußakt des 12. Deutschen Sängerbundes­festes darstellte, gestaltete sich zu einem elementaren Bekenntnis zum deutschen Volkstum. Die Begeiste­rung der Zehntausende Deutscher jenseits der Gren­zen, die zum ersten Male den Führer sahen, war ein unauslöschliches Erlebnis für alle Zeugen die­ser Stunde. Nie zuvor ist die Verbundenheit der Deutschen in aller Welt mit ihrer Heimat und ihrem Volkstum so mitreißend zum Ausdruck ge­kommen wie in dieser Kundgebung Alle Absper­rungsketten waren nutzlos, die Männer und Frauen stürmten zum Führer, Tausende von Händen streck­ten sich ihm entgegen Und ergriffen drückte der Führer ihnen immer wieder die Hand Unter den Zehntausenden, die am Führer vorbeimarschierten, waren Angehörige des Deutschtums aus Südafrika, aus Nord- und Südamerika, besonders zahlreich aber aus den angrenzenden Ländern, aus Oester­reich und der Tschechoslowakei, aus Polen und den Balkanländern, kurz aus allen Ländern, wo Deut­sche wohnen, die ihr Volkstum in Wort und Lied pflegen. Sie alle empfanden das Glück, in der Hei­mat ihres Volkstums zu weilen und'den Mann zu sehen, der ihre alte Heimat zu neuer Macht und neuer Freiheit geführt hat. Aus freudigem Herzen brachten sie dem Führer ihre schönsten Heimatlieder dar.

Die Kapelle des Arbeitsdienstes, die bislang den Takt zum Vorbeimarsch angegeben hatte war schon längst durch Heil!-Rufe übertönt. Mit äußerster Mühe gelingt es der Festzugsordnung zunächst noch einmal,' den Zug wieder in Gang zu bringen und

in Ordnung zu halten, bis dann plötzlich wieder jemand die SS.-Kette durchbricht, und schon ist die ganze Sängergruppe unterhalb der Führertribüne zusammengedrängt und bringt dem Führer durch ihre deutschen Lieder ihre Huldigung dar. Tausende stehen wie angewurzelt vor der Führertribüne zu­sammengedrängt. Die Musik der Arbeitsdienst­kapelle, die immer wieder versucht, den Zug durch Marschmusik in Gang zu bringen, geht ebenso in dem allgemeinen Jubel unter wie die aller Ge- sangvere'inskapellen, die dem Führer auf ihre Art huldigen, indem sie mit flotten Marschweisen auf den Platz Vordringen. Die Stürme der Begeisterung nahmen orkanartige Ausmaße an, als Abordnungen der Sängerbundesmitglieder aus Braunau am Inn, der Geburtsstadt des Führers, im Festzug marschierten.

Zwei Stunden länger als berechnet blieb der Führer, ununterbrochen stehend, grüßend, Hände schüttelnd auf der Ehrentribüne, um alle deutschen Sänger aus dem Auslande an sich vorüberziehen zu lassen. Als dann die letzte Gruppe des Fest­zuges an ihm vorüberzog, da brandeten noch ein­mal die Wogen der Begeisterung zum Führer em­por. Die Zehntausende schlesische Volksgenossen, die den Platz dichtgedrängt umsäumten, und ihre Gäste von jenseits der Grenze jubelten dem Führer minu­tenlang zu, als er sich, nach allen Seiten grüßend, von ihnen verabschiedete.

Der Festzug war eingeleitet worden durch eine berittene Abteilung der Schutzpolizei in ihrer neuen Paradeuniform, gefolgt von dem Fahnenblock des Deutschen Sängerbundes. Nachdem fast eine Stunde lang die deutschen Sänger aus allen Gauen an der