Ur. 125 Erster Blatt
187. Jahrgang
Mittwoch, 2. Juni M7
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Blombergs Besuch der ttalienischen Wehrmacht.
Die Tatsache, daß der geplante Besuch des Reichskriegsministers in der italienischen Hauptstadt trotz der spanischen Ereignisse durchgeführt wird, ist sicherlich ein Zeichen für die guten Nerven, die man in Berlin und Rom angesichts der gegenwärtigen Spannung behalten hat. Sie ist aber vor allem ein Ausdruck der ausgezeichneten und freundschaftlichen Beziehungen, welche das nationalsozialistische Deutschland und das faschistische Italien verbinden und deren Festigkeit sich erst jetzt in der solidarischen Behandlung der Nichteinmischungsfrage erwiesen hat.
Es ist von interessierter Seite des Auslandes und leider auch von einigen englischen Zeitungen kürzlich der Versuch gemacht worden, Mißtrauen zwischen Deutschland und Italien zu säen. Indem man die Leistungen der italienischen Freiwilligen in Spanien angezweifelt und damit auch die Ehre des 'italienischen Soldaten überhaupt zu verletzen trachtete, glaubte man wohl immer das politische Ansehen des neuen Imperiums zu treffen. Aber diese plumpe Brunnenvergiftung hat uns sogar nur ein verstehendes Lächeln abgenötigt, denn wir sahen aus ihr mittelbar, welche überragende Bedeutung man politisch und militärisch der Achse Berlin—Rom zumißt. Sie ist ein Stein des Anstoßes für alle jene Elemente, die sich den europäischen Frieden nur als ein Gefangenenlager vorstellen können, dessen bewaffnete Wächter in Moskau, Paris und allenfalls in London fitzen. Aber diese Vorstellung stimmt heute mit der Wirklichkeit nicht mehr überein. Der Friede als Jdeal- zustand eines echten europäischen Gemeinschaftslebens wird in Berlin und Rom verteidigt. Damit ist auch die Rolle umschrieben, welche die italienische Wehrmacht heute spielt. Sie ist ein Schutzfaktor der Ordnung gegen das bolschewistische und halbbolschewistische Chaos, das sich hier und da in unserem Erdteil ausbreiten könnte.
Wenn man die italienische Wehrmacht kurz schil
dern will, so muß vorausgeschickt werden, daß man an ihre Kampfkraft nicht mehr dieselben Maßstäbe legen darf, wie in Vorkriegszeiten. Der Faschismus hat eine völlige Erneuerung der Wehrmacht im Geiste und in der Bewaffnung durchgeführt. Abessinien war die Probe aufs Exempel, eine Probe, die glänzend gelungen ist. Der geistigen Mobilisierung unter dem faschistischen Regime entspricht die zahlenmäßige Entwicklung der italienischen Wehrmacht. Noch 1914 hatte Italien nur 250 000 Mann unter den Waffen, und nur 550 000 Mann standen ihm beim Beginn der Jsonzoschlacht zur Verfügung. Heute besteht das stehende Heer schon in Friedenszeiten aus 325 000 weißen und 150 000 farbigen Soldaten. Im Falle der Mobilisation können schon nach einem Tage 1,25 Millionen Soldaten (ohne Farbige) auf die Beine gebracht werden, nach Abschluß der vollständig durchgeführten Mobilmachung aber können fast acht Millionen ausgebildete Waffenträger im Felde stehen.
Das Landheer zählt heute 13 Armeekorps, 32 Infanteriedivisionen (davon einige motorisiert), 5 Alpini Divisionen, 3 schnelle Divisionen und 1 motorisierte mechanische Brigade. Dazu kommt das K o l o n i a l h e e r , das ganz auf sich selbst gestellt ist und aus drei Teilen besteht: den farbigen Kolonialtruppen (40 000 Mann), den weißen Afrikatruppen (20 bis 25 000 Mann) und der sogenannten Arbeitermiliz (150 000 Mann). Unter den einzelnen Waffengattungen des Landheeres steht die Infanterie an erster Stelle, sie soll allmählich mit der modernsten Bewaffnung versehen werden. Ihre Marschleistung und Disziplin sind ausgezeichnet. Die Elite bilden Alpini und Bersaglieri. Auf Motorisierung und Mechanisierung wird großer Wert gelegt. Die taktische Ausbildung zielt im großen Ganzen auf den Bewegungskrieg. Die Artillerie soll über 7000 Geschütze bis zu einem Kaliber von 42,1 cm
verfügen. .
Eine hervorragende Rolle innerhalb der italienischen Wehrmacht ist der Luftwaffe zugedacht. Sie ergibt sich ohne weiteres aus der eigentümlichen geographischen Lage Italiens, das mit seinen langen' offenen Küsten, feinen über das Mittelmeer verstreuten Stützpunkten und seinem entfernten Kolonialreich einer schnell einsatzfähigen und wirksamen Waffe bedarf. Sowohl in zahlenmäßiger wie in technischer Beziehung ist ein steiler Aufstieg der Luftwaffe zu verzeichnen. Noch beim Marsch auf Rom zählte die italienische Luftmacht sage und schreibe 60 Flugzeuge, heute verfügt sie über 4600 kriegsverwendungsfähige Apparate. Die Luftwaffe gliedert sich in 210 Staffeln mit 2300 Flugzeugen erster Linie, wozu als Flugzeuge zweiter Lime die gleiche Anzahl von Schul- und Reserveflugzeugen älterer Bauart zu zählen ist. Die Fliegertruppe besteht heute aus 4087 aktiven Offizieren und 8144 aktiven Unteroffizieren. Diese Zahl, die noch vor vier Jahren nur halb so groß war, soll m wiederum 4 Jahren auf 7670 Offiziere und 12 647 Unteroffi- ziere gesteigert werden. Die technische Entwicklung der italienischen Luftwaffe ist geradezu als ein Wunder zu bezeichnen. Zahlreiche Geschwader- Ozeanflüge und Rekordleistungen aller Art haben der Welt die Leistungsfähigkeit der faschistischen Luftfahrt vor Augen geführt.
Als See- und Mittelmeermacht ist Italien auch auf das Vorhandensein einer starken K n e g s - marine angewiesen. Die Mannschaftszahl, die gegenwärtig noch etwa 30 000 betragt, soll sehr bald verdoppelt werden. Die Flotte ist zum Teil veraltet. Die vorhandenen Linienschiffe stammen noch aus der Vorkriegszeit. Dagegen sind die 19 schnellen Kreuzer ebenso wie der 104 Zerstörer und die 77 U-Boote von moderner Bauart und stellen eine
Der Nichteinmischungsausschuß muß sich entscheiden.
Es gehört zu den angenehmen Pflichten in diesen ernsten Tagen, mit Dank und Anerkennung der Ehrungen zu gedenken, mit denen d i e britische Garnison von Gibr altar die 23 Todesopfer des Panzerschiffes „Deutschland" zur letzten Ruhe 'begleitete. Es waren nicht nur englische Truppen- und Marineteile daran beteiligt, sondern auch die höchsten militärischen Spitzen der englischen Garnison erwiesen den Männern, die inmitten treuer Pflichterfüllung als Opfer eines niederträchtigen Banditenüberfalls sterben mußten, die letzte Ehre. Diese englischen Offiziere und Soldaten, die dem Schauplatz des Sowjetkrieges in Spanien so unmittelbar nahe sind, diese Männer der Front, die die perfiden Wirklichkeiten dieses moskowitischen Eroberungskrieges in der Südwestecke Europas zum großen Teil aus eigener Anschauung kennen, haben sicher das größte Verständnis nicht nur für alle notwendigen Folgerungen aus dem Massenmord von Ibiza, sondern auch für jene mustergültige Haltung der deutschen Marine, die dieser überall die Sympathien erobert hat. Das hat sich vor dem heimtückischen Ueberfall auf die „Deutschland" noch .gezeigt, als das deutsche Kriegsschiff einmal zu einem kurzen Besuch Gibraltar anlief. Das zeigte sich auch u. a. wieder bei der großen Flottenparade aus Anlaß der englischen Königskrönung, wo das denkbar beste Einvernehmen zwischen den deutschen Seeleuten vom Panzerschiff „Graf Spee" und ihren britischen Kameraden festzustellen war. Um so weniger Verständnis ist dafür zweifellos bei diesen Männern der Front zu finden für alle jene Unklarheiten und Verschleppungen, die um die „Nichtei n m i s ch u n g" getrieben werden.
Deutschland und Italien haben ihre weitere Mitarbeit an den Erörterungen des Nichteinmischungs- ausschusses eingestellt, solange ihnen nicht sichere Gewähr gegen eine Wiederholung von Bombenanschlägen und anderen kriegerischen Anschlägen dieser Art geboten ist. Der Nichteinmischungsausschuß hat diese Mitteilung den beteiligten Regierungen zur Kenntnis gebracht und in der weisen Erkenntnis, daß er nunmehr nur ein Rumpfausschuß ist, sachliche Erörterungen vermieden. Aber wie steht es nun mit dem Nichteinmischungsausschuß? An sich kann ein diplomatischer Staatenausschuß gute Dienste leisten, wenn er in einer wirksamen Weise und vor allem rechtzeitig zur örtlichen Begrenzung (Lokalisierung) außenpolitisch gefährlicher Zustande beiträgt. Dieses wünschenswerte Ziel kann aber nur dann erreicht werden, wenn alle Teilnehmer sich sozusagen auf der selben moralischen Ebene bewegen und eine örtliche Begrenzung eines außenpolitischen Gefahrenherdes ehrlich wollen. Die Sowjet-Russen wollen das Gegenteil: sie wollen die Weltrevolution. Auf die Weltrevolution ist ihre Armee vereidigt und ihre ganze Außenpolitik ist ausschließlich darauf eingestellt, alle Mit
glieder der europäischen Staaten-Gesellschaft und darüber hinaus die Völker der ganzen Welt gegeneinander auszuspielen und zu hetzen. Es erhebt sich die entscheidende Frage: Wo sind die Dummen, die sich zu diesem Zweck mißbrauchen lassen? „Summ" in diesem Sinne können auch jene Pfiffikusse sein, welche aus augenblicklichen opportunistischen Erwägungen mit dem jüdischen Bolschewismus liebäugeln — nicht weil sie ihn lieben oder fördern wollen, sonder weil sie über eine Verlegenheit hinwegzukommen suchen, indem sie ihrerseits das „Ausspielen" des einen gegen den anderen versuchen. Wenn es nun schon auf das Ausspielen ankommt, so muß kalt festgestellt werden, daß in diesem Punkt der Bolschewismus den längeren Atem hat.
Was nutzen Unterschriften eines Teilnehmerstaates
London, 1. 3uni. Botschafter von Ribbentrop hatte am Dienstagvormittag mit dem englischen Außenminister Eden eine Aussprache über die durch den Bombenabwurf der bolschewistischen Spanier auf die „Deutschland" geschaffene Lage.
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„Times" meint, in London habe man anerkannt, daß Fortschritte auf dem Wege z u einem Vergleich schrittweise gemacht werden müssen, wenn man aus den Schwierigkeiten herauskommen wolle. Eine dieser Schwierigkeiten sei das Fehlen der deutschen und italienischen Schiffe in der Ueber- wachungszone. Die Frage werde von Sachverständigen bearbeitet und es sei anzunehmen, daß in der Zwischenzeit eine Uebergangsmaß- nähme durchgeführt werde. England habe volles Verständnis für die Forderung Deutschlands und Italiens, Sicherheiten für ihre Schiffe zu erlangen, besonders nach einem so bedauerlichen Zwischenfall wie der Angriff auf die „Deutschland". In England erkenne man an, daß diese Forderung vernünftig fei. Das Blatt weist dabei darauf hin, daß ja auch der englische Zerstörer „Hard y" einem gleichen Bolschewistenüberfall nur knapp entronnen sei. England habe also ein unmittelbares Interesse an solchen Sicherheiten.
Der Richleinmischungsausschuß werde sich mit dieser Frage jetzt beschäftigen. Anschließend werde man an Deutschland und Italien herantreten, um ihre Zustimmung zu dem vom Richteinmischungsausschuß ausge-
des Nichteinmischungsausschusfes, wenn er in der Praxis das gerade Gegenteil betreibt, die Lunte an das Pulverfaß anlegt und den Einbläser bei Verbrechen abgibt, wie dem Bombenanschlag von Ibiza. Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder es bleiben die gelernten Pfiffikusse, von denen wir eben gesprochen haben, mit den Einbläsern von Bombenanschlägen in trautem Verein beisammen, oder es werden Deutschland und Italien ausreichende Bürgschaften für die Zukunft an die Hand gestellt. Der italienische Botschafter in London hat bereits am Samstag, also einige Stunden vor dem Bombenanschlag auf die „Deutschland", darauf hingewiesen, daß der Nichteinmischungsausschuß an einer solchen Klärung aus Gründen der Selbstachtung interessiert ist. D.
arbeiteten, plan zu erlangen. In Kreisen des Richteinmifchungsausschuffes nehme man an, daß das englische A u h e n a m t mit diesen diplomatischen Verhandlungen betraut werde. Die Hauptaufgabe sei, eine Sicherheitsformet zu finden, die einem humanen Standpunkt entspreche. „Daily Telegraph" meint, man denke an die Möglichkeit, einen plan auszuarbeiten für eine gemeinsame Aktion der vier Ueberwachungsslotten im Falle, daß eines ihrer Schiffe in den Sicherheitszonen angegriffen würde.
„Morning Poft" meint, es würden ernste Komplikationen entstehen, wenn die Valencia-Bolschewisten die verlangten Sicherheiten abschlügen. Unvermeidlich wurde das zu einer Verwirrung unter den Westmächten führen. Es bestünden verschiedene Gründe zu der Annahme, daß gerade das die Politik der Drahtzieher von Valencia sei und daß diese Absichten auch den Grund für den Ueberfall auf d i e „Deutschland" lieferten. Die gegenwärtige Lage hänge also ganz von der Kaltblütigkeit der Westmächte ab.
Kreuzer „Leipzig" nach Spanien ausgelaufen.
Berlin, 1. Juni. (DRB.) Zur Verstärkung der deutschen Seestreitkräfte in den spanischen Gewässern ist heute der Kreuzer „Leipzig" in See gegangen. Weitere Schisse werden in den nächsten Tagen folgen.
Die englische presse erörtert ©arantieDiäne.
außerordentliche Kampfkraft dar. Die noch im Bau befindlichen Riefenschlachtfchiffe „ßittorio" und „Vit- torio Deneto" werden zu den stärksten Einheiten der Welt zählen, sie sind schneller als die großen britischen Dreadnoughts „Nelson" und „Rodney". So ist Italien heute ein Volk in Waffen, dessen militärische Organisation und Ausrüstung in fortschreitender Entwicklung begriffen ist. Die wirtschaftliche Grundlage dieser Weltmacht ist zwar noch schmal, wird aber durch eine großzügige Aktion zur eigenen Rohstoffbeschaffung dauernd verbreitert.
Ev.
Der Reichskriegsminister nach Rom abgeflogen.
Berlin, 2. Juni. (DNB. Funkspruch.) Der Reichskriegsrninister Generalseldmarschall von Blomberg ist heute früh um 6 Uhr mit einem Sonderflugzeug nach Rom ab gereift. Er wird begleitet von seiner Tochter, dem Major von der Decken und Kapitänleutnant Wangen- h e i m sowie dem italienischen Militärattache in Berlin, Oberst Marras. Zum Abschied hatten sich auf dem Tempelhofer Feld mehrere Herren der italienischen Botschaft eingefunden. Der Reichskriegsminister wird als Gast des italienischen Staatschefs Mussolini drei Tage zum Besuch der italienischen Wehrmacht in Italien weilen und heute nachmittag vom König von Italien und Kaiser von Aethiopien in Privataudienz empfangen werden und anschließend Mussolini aufsuchen. Am Donnerstag sind mehrere Besichtigungen der Luftwaffe, am Freitag solche des Heeres und am Montag Flottenübungen bei dem Kriegshafen Gaeta vorgesehen. Samstag und Sonntag weilt Generalfeld- marfchall von Blomberg in Neapel, um als Gast des italienischen Kronprinzen den großen Reiterspielen beizuwohnen.
Der Generalfeldmarschall wird in der römischen Presse als ein Mann geschildert, dessen Verdienste von entscheidender Bedeutung für die Grundlage der neuen Wehrmacht Deutschlands seien. Nach seiner Berufung zum Reichskriegsrninister habe er sich mit der ihm eigenen zähen Entschlossenheit und mit der Begeisterung, die auf fein Vertrauen in die sichere politische Mission des Führers begründet fei, als ein Mann der Tat von eminent praktischem Geist erwiesen.
Lord plymoutb
seht seine Naltikumreise fort
Helsinki, 2.Juni. (DNB. Funkspruch.) Der in Finnland weilende Vorsitzende des Nicht- einrnischungsausschusses, Lord Ply
mouth, erklärte, er sei beruhigt über die Erklärung der Reichsregierung, daß keine weiteren Vergeltungsmaßnahmen für die Bombardierung der „Deutschland" vorgenommen werden sollten. Er habe nicht die Absicht, seine baltische Reise zu unterbrechen. Lord Plymouth wird somit erst in etwa zehn Tagen in London zurückerwartet.
Portugal fordert beschleunigte
Festlegung der Garantien.
Lissabon, 2. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die portugiesische Regierung hat dem Foreign Office und dem Nichteinmischungsausschuß eine Note überreicht, in der mitgeteilt wird, daß Portugal sich seine Haltung gegenüber den Beauftragten und Schiffen der Seeüberwachung, die portugiesiscke Häfen anlaufen, vorbehalten müsse. Das gleiche gelte für die britischen Beobachter an der portugiesisch-spanischen Grenze. Portugal erblickt in dem Ausfallen der deutschen und italienischen Ueberwachungsschiffe ein Durchbrechen des Gleichgewichts zugunsten einer Kampfpartei und fordert die schnellste Fe st l e g u n g der Garantien, um beide Mächte in die Lage zu versetzen, mit ihren Schiffen die ihnen anvertraute Ueberwachungstätig- keit fortzufetzen.
Anfragen im Unterhaus.
London, 1. Juni. (DNB.) Außenminister Eden sagte im Unterhaus auf eine Frage des Oppositionsführers Attlee: Die deutsche Regierung hat beschlossen, keinen weiteren Anteil an der Flottenpatrouille an der spanischen Küste oder an den Besprechungen des Nichteinmischungsausschusses zu nehmen, solange sie nicht eine sichere Garantie gegen d i e Wiederholung solcher Ereignisse wie der Bombardierung der „Deutschland" erhalten hat. Ein ähnlicher Beschluß ist von der italienischen Regierung gefaßt worden. Ich erkläre jedoch auf Grund von Nachfragen, die ich angefteüt habe, daß diese Regierungen den internationalen B e - obachtungsplan als immer noch in jeder Hin- sich auf sich anwendbar betrachten mit Ausnahme der Beteiligung an der Flottenpatrouille. Die britische Regierung hat ihr tiefes B e - dauern über den von der deutschen und italienischen Regierung ausgesprochenen Beschluß ausgedrückt. Sie wird weiterhin ihr äußerstes tun, um eine Erschwerung der gegenwärtigen Lage zu verhindern. Sie steht in ständiger Rücksprache mit den anderen Regierungen über Schritte, die die Lage wiederherstellen könnten. Das
Unterhaus wird einsehen, daß es gegenwärtig nicht möglich ist, weitere Einzelheiten anzugeben.
Attlee wollte hierauf wissen, ob Eden die Frage erwogen habe, diese Angelegenheit dem Völkerbund vorzulegen, damit dieser die Tatsachen prüfen und den Umstand erwägen könne, wie ein möglicher Angriffspakt dieser Mächte aussehe. Eden erwiderte: „Die englische Regierung hat natürlich alle diese Gesichtspunkte erwogen, ich weiß, daß die spanische „Regierung" (gemeint sind die Valencia-Piraten) um eine baldige Ratssitzung ersucht hat. Die brittsche Regierung ist zwar bereit, bei jedem Werk, dem beide Parteien zustimmen würden, mitzuarbeiten, aber ich würde zögern, mich angesichts des von den beiden Parteien gefaßten gegenwärtigen Beschlusses auf irgendein individuelles Vorgehen festzulegen."
Attlee fragte hierauf, ob die Regierung den spanischen Bolschewisten ihre Sympathie für die erlittenen Verluste an Menschenleben ausgedrückt habe. Zahlreiche konservative Abgeordnete riefen an dieser Stelle: Und die Deutschen ?— Eden erwiderte, er habe bereits gestern fein Bedauern darüber ausgedrückt, was der „D e u t f ch l a n d" geschehen fei und was sich in Almeria ereignet habe."
Die Toten der „Deutschland".
Bestattung in der Heimat angeordnet.
Berlin, 1.Juni. (DNB.) Der Führer hat veranlaßt, daß — soweit die dazu notwendigen Vorbereitungen getroffen sind — d i e Toten vom Panzerschiff „Deutschland" auf Staatskosten nach Deutschland übergeführt werden, um auf deutscher Erde zur letzten Ruhe b e ft a 11 e t zu werden. Im Lazarett von Gibraltar ist ein weiterer Angehöriger der Besatzung des Panzerschiffes „Deutschland", der Obermattose Steiger, am Montagvormittag feinen Verletzungen erlegen. Damit erhöht sich die Zahl der Todesopfer des verbrecherischen bolschewistischen Anschlages auf 24.
Folgende weitere Verwundete der Besatzung des Panzerschiffes „Deutschland" sind gestern in Gibraltar ausgeschifft worden, um im Landlazarett Aufnahme zu finden. Die A n- schrift der Betreffenden ist: Militärhospital Gibraltar. Luftpoftverbindung dauert drei Tage. Obermatrose Eckhard, Stabsheizer Kerber, Obermattose Grimminger, Oberheizer N i m s k y , Obermatrose Dieckmann, Oberheizer Fischer, Obermatrose Benner, Oberheizer Haase, Obermattose Drogi, Oberheizer Kittler, Obermatrose Gruber, Oberheizer H e i m e s h o f f, Obermatrose Bernhard, Oberheizer Palm, Obermatrose Dierdorf, Ober-


