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Deutschland wieder in die Reihe der wirtschaftlich gesunden und solide fundierten Völker einzureihen, wird ein großer Teil der Schmierigkeiten und Hemmungen, wie Deviseneinschränkungen, Einsuhr- kvntingenticrungen usw. verschwinden, Die heute das deutsche Wirtschaftsleben und den Austausch mit dem Auslande belasten.

Durch die Welt geht heute unter dem Eindruck des Riederbruchs der Varkricgswclt und unter dem zersetzenden Einfluß bolschewistischer Gedanken eine Welle der Skeptik und des Pessimismus über die wirtschaftlichen Zukunftsmöglichkeiten. Das deut, fche Volk ist optimistisch. Statt der müden, verdrossenen Gesichter, denen man früher täglich begegnete, sieht man heute fröhliche Menschen. Durch die Straßen marschiert in singenden Kolonnen die deutsche Jugend, die deutsche Arbeiterschaft findet heute Kraft durch Freude, man sieht, daß wieder Lebensmut in das deutsche Volk ein* gezogen ist. Der Dierjahresplan ist ein Ausdruck dieser Lebensbejahung und ist auch ein deutliches Ja, zu einer endgültigen Gesundung der deutschen Volkswirtschaft. Liese Gesundung ist für die Welt von vitalster Bedeutung. Denn: Der Welthandel kann nicht zu neuer Blüte kom­men, wenn Deutschland ausfällt. Em blühender Welthandel ist der beste Garant des Friedens. Daß Deutschland heute nach tiefem Verfall auf dem Wege zur Gesundung und zu neuer Kraft ist, ist das große Wunder des Ratio nalfozio- lismus. Der Mann, der dies vollbrachte und da­mit heute schon dem Weltfrieden einen unschätzbaren Dienst geleistet hat, ist unser Führer Adolf Hitler.

Prag rückt von Geba ab.

Das Buch des tschechischen Gesandten in Bukarest.

Prag, 2. März. (DNB.) Der tschechoslowakische Ministerpräsident Hodza beantwortete eine Inter­pellation, die das heftig diskutierte Buch des bis­herigen tschechoslowakischen Gesandten in Bukarest Seda:Sowjetrußland und die Kleine Entente in der Weltpolitik" zum Gegenstand hatte. Der Ministerpräsident erklärte zu der viel beachteten Tatsache, daß der tschechoslowakische Außenminister Dr. Krofta zu diesem Buch das Vorwort ge­schrieben habe, es sei dem Außenministernicht möglich gewesen, das ganze Buch in allen Einzel­heiten durchzustudieren". Richt als Ausdruck der Z u st i m m u n g zum Inhalt dieses Buches fei das Vorwort geschrieben, sondern aus Ge­fälligkeit gegenüber dem Gesandten,der sich in einer literarischen Arbeit versuchte". Im übrigen sei das Buch Sebas,wie jede literarische Arbeit von Staatsbeamten" weit davon entfernt, die Ansichten der Regierung zum Aus­druck zu bringen. Die Regierung halte es nicht für notwendig, Schritte zu unternehmen, um den durch das Buch angerichteten Schaden aus der Welt zu schaffen, weileine ganze Reihe von Aeuße- rungen Sebas in hohem Maße unrichtig wiedergegeben worden seien , sie könne aber nicht umhin, die Berechtigung des Rücktritts- g e f u ch e s des Gesandten anzuerkennen, da er Gegenstand von Angriffen gewisser Kreise gewor­den sei.

Unerwünschte Gäste.

Amerikanische Bermndahotels lehnen Juden ab.

R e u y o r k, 2. März. (DNB.) In Reuyork er­regt eine Meldung der New Port World Telegram Aufsehen, daß sich vier amerikanische Hotels auf der Bermuda-Insel entschlossen haben, mit Beginn der Saison jüdische Gäste nicht mehr auf- z u n e h m e n. Zwei andere Hotels, Eastle- Harbor und Elbowbeach, nehmen bereits seit Jahren keine Juden auf. Die Hotels folgen mit diesem Judenverbot der Gepflogenheit aller erst­klassigen Hotels und Clubs in den Vereinigten Staaten, die es stets abgelehnt hatten, Juden auf- zunehmen. Jährlich rechnet man mit etwa 80 000 Touristen aus den Vereinigten Staaten, die ihre Ferien auf den Bermudas verbringen. New Port World Telegram berichtet weiter, daß die Hotels ihren Neuyorker Manager angewiesen haben, die Gäste auf das Judenverbot hinzuweisen und An­meldungen von Gästen daraufhin genau zu prüfen. Im letzten Jahr waren fast die Hälfte aller amerikanischen Gäste auf den Bermudas Juden.

Kleine politische Nachrichten.

Neichsorganisationsleiter Dr. Ley ist auf der Ordensburg Vogelsang in der Eifel eingetroffen. Gemeinsam mit dem Leiter des Hauptpersonal- amtcs in der Neichsorganisationsleitung wird Dr. Ley zwei Wochen auf Vogelfang verweilen, um eine persönliche Äusmusterung der 500 seit Jahresfrist auf Vogelsang befindlichen Burg- männer zur Feststellung ihrer weiteren Verwendung durchzuführen.

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Am zweiten Jahrestag der Rückgliederung des Saarlandes fand eine Festsitzung der Ratsherren der Stadt Saarbriicken statt. Oberbürgermeister Dürrfeld schlug die Reichsminister Göring, Dr Goebbels und Dr. F r i ck, die sich im Saar­kampf einen bevorzugten Platz im Herzen der Saar erobert haben, für die Verleihung des Ehren­bürgerrechtes der Stadt Saarbrücken vor.

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In München wurde in Anwesenheit des Reichs­ministers Dr. Frank mit dem Bau des Hauses des Deutschen Rechts begonnen. Vor der Arbeiterschaft des ersten Bauabschnittes machte Dr Frank, in dessen Begleitung sich der Reichsgeschäfts­führer des RS.-Rechtswahrerbundes, Dr. Heuber, befand, den ersten Spatenstich.

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Zur 6. fachwissenschaftlichen Tagung für Reichsfinanzbeamte sind mehr als 700 Be- amte nach Garmisch-Partenkirchen gekommen. Die Tage bringen Vorträge u. a. von Staatssekretär Rein h a r dt, Regierungsrat Dr. Schettler (Reichs- linanzminisierium), Regierungsrat Münch (Landes- fmanzamt Hamburg), Ministerialrat Herting, Ober- rcgierungsrat Beck, Ministerialrat Beck und Mini­sterialrat Dr. Gabriel (sämtlich Reichsfinani- Ministerium).

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Die deutsch-polnische Uebercinfunft über die Abwicklung von Aufwertungs- r e ch t s v e r h ä l t n i s s e n ist am 5. Januar 1937 in Kraft Getreten. Der In ihr vorgesehene g e - mischte Ausschuß hat seine Arbeiten aufge- nommen DieDeutsche Abteilung des deutsch-pol- mschen Ausschusses für Aufwertungsverrechnung" Berlin W 8, Markgrafenstraße 38, hat hierüber in Nr. 47 desReichsanzeigers" eine Bekanntmachung

erlassen, aus der sich nähere Einzelheiten ergeben. Die Uebereinkunft gibt die Möglichkeit, deutsche Gläubiger, die Auswertungsforderungen gegen pol­nische Schuldner haben, im Wege eines Verrech- mingsverfahrens durch Auszahlung ihrer Forde­rungen in deutscher Reichsmark zu befriedigen.

Der neue Danziger Völkerbundskommiffar Prof Burckhardt traf mit feiner Gattin in Danzig ein. Er wurde von Staatsrat Dr. Böttcher als Vertreter der Regierung begrüßt. Von polnischer Seite war der diplomatische Vertreter Polens in Danzig, Chodacki, erschienen.

Die Warschauer Gruppe des Verbandes der polnischen Rechtsanwälte beschloß, ihren

Mitgliedern die Beschäftigung jüdischer Referendare zu untersagen. Rur Rechtsanwälte polnischer Rationalität können Mitglieder der War­schauer Gruppe des Verbandes sein. An den ae- samtpolnischen Verband der Rechtsanwälte sollen gleiche Forderungen gerichtet werden.

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Das endgültige Ergebnis der indischen Pro­vinzialwahlen zeigt eine klare Mehrheit für die nationalistische Kongreßpartei in sechs der elf Provinzen. In verschiedenen Provinzen ist die Kongreßpartei überhaupt die einzige Partei ge­wesen. Die für die Verfassung eintretenden ar­teten haben nur in zwei Provinzen eine Mehr­heit erringen können.

Gleichberechtigung die Basis eines gesunden Welthandels.

Bernhard Köhler auf der Leipziger Kundgeduna

Außenhandels. Für uns bedeutet dies eine Bestäti- j die Märkte durch Schaffung von Verbrau-

von gesunden Volkswirtschaften aus wieder ein blühender und seinen Teilnehmern nützlicher Welt­handel entstehen kann. Wir würden durchaus an der Entwicklung eines neuen blühenden Welthan­dels verzweifeln müssen, wenn wir nicht überzeugt wären, daß die natürlichen Kräfte der Völker vor allem gesunde und in sich gefestigte Volkswirtschaften hervorzubringen vermögen. Richt gegenseitige Abhängigkeit zur Deckung der stockten Notdurft, sondern Austausch freier Lei- st ungen zur gegenseitigen Bereicherung ist der Sinn des Welthandels. Die natürliche Außenhan­delsgrundlage eines Volkes ist nicht sein Mangel an lebensnotwendigen und unentbehrlichen Gütern, son­dern der U e b e r s ch u ß seiner Leistung und Kunst­fertigkeit mit dem es in Austausch und Wettbewerb zu anderen Leistungen und Fertigkeiten treten kann. Kein Volk soll glauben, dem Leistungswettstreit ent­gehen und ihn durch künstliche Monopole ausschal- ten zu können, ohne schließlich die eigene Tüchtig­keit und den eigenen Wohlstand preiszugeben. Wird

| der Versuch dazu gemacht, so wird bald der Zwang I wirksam, nicht mehr mit der Leistung, sondern m i t niedrigeren Löhnen zu konkurrieren. Eine I sogenannte Weltwirtschaft auf solchen Grundsätzen | aber muß der Verarmung, der Völkerfeindschaft und dem Klassenhaß Vorschub leisten. Wir Deutschen

Der Leiter der Kommission für Wirtschaftspolitik der NSDAP., Bernhard Köhler, hielt auf der Kundgebung der Kommission für Wirtschafts­politik der NSDAP, ebenfalls eine Rede, in der er u. a. ausführte:

Nahezu in allen Ländern, deren Wirtschaft durch

xutjeiujunueis. yui uns ueuiiuei vity tuie öu|uui= gung dafür, daß das erste Ziel wirtschaftspolitischer Führung die innere Gesundheit der na­tionalen Wirtschaft fein muß und daß erst

ch e r n, d. h. durch richtigen Einsatz der nationalen Arbeit entwickelt werden.

Wirtschaftliche Selbstbestimmung ist das unabdingbare Hoheitsrecht eines freien Volkes. Nicht die Politik anständiger Völker stört die Wirt­schaft, aber das jüdische Geschäft stört an­ständige Politik und die jüdische Politik stört die Geschäfte anständiger Völker. Wir kommen nicht als Hilfsbedürftige. Wir kommen auf den Welt­markt als Kaufleute, die sich ihres eigenen und des Wertes ihrer Waren bewußt sind, und die entweder als Gleichberechtigte mit anderen Geschäfte machen oder gar nicht. Wir jjnd entschlossen, uns aller der Vorteile zu bedienen, die der Welt­handel uns zu bieten vermag. Nun suchen wir die Leute, die bereit sind, uns z u verstehen, mit uns zu verdienen. Wir sind zutiefst überzeugt, daß wir unsere Gegenleistung nur im freien Wettbewerb anbieten können. Wir glauben nicht an einen Welthandel, der aus Zwang und Not und Hunger entsteht. Wir glauben aber an einen Welthandel, der von dem kräftigen Willen arbeitsfreudiger Völker getragen wird.

einen hohen Stand gewerblicher Erzeugung gekenn- haben ja bereits den Beweis geführt, daß für den zeichnet ist, hat sich das Bild der wirtschaftlichen Ausfall großer Arbeitsmöglichkeiten in der Aus- Lage innerhalb des letzten Jahres entscheidend ge-s fuhr die Versorgung des eigenen Vol- ändert Dennoch ist die Steigerung der nationalen 11e s eintreten mußte. Dasselbe gilt auch für den Erzeugung in den neu aufgeblähten Volkswirtschaf- Markt der Rohstoffe. Es ist in keiner Hinsicht zu ten wesentlich höher als die Steigerung ihres befürchten, daß hierfür Abnehmer fehlen, wenn nur

Das Haus Der DAF. in Leipzig.

Den Auftakt zur diesjährigen Leipziger Frühjahrsmesse bildete die Grundsteinlegung zur <5hrenhalle des Hauses der Deutschen Arbeitsfront durch Reichsorganisationsleiter Dr. Ley. (Scherl-Bilderdienst-M.)

MHi MM W

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Journalistisches Gangstertum.

Unerhörte Verleumdungen eines englischen Marxistenblattes.

London, l.März. (DNB.) Es lohnt sich nicht, jede einzelne jener deutschfeindlichen Hetz - m e ldungen zu verzeichnen, mit denen eine ge­wisse Auslandspresse teils auf Grund eigener Er­findung, teils ohne Zweifel auf Anordnung von jüdisch-bolschewistischen Propagandazentralen Tag ür Tag die öffentliche Meinung ihrer Länder über» chwemmt. Denn diese Lügen weisen nicht nur hin- ichtlich des Verbrecherischen ihrer Absicht und des Gemeingefährlichen ihrer Wirkung, sondern auch hinsichtlich ihrer Plumpheit eine nicht gerade von besonderer Intelligenz ihrer Hersteller zeugende Ein­tönigkeit auf. Als wegen ihrer Bösartigkeit beson­ders bemerkenswert darf jedoch eine Meldung des M a r j i ft e n b I a 11 e sP eopl e" verzeich­net werden, das feinen Lesern erzählt, Deutschland habe innerhalb der letzten läge etwa 500 b e - sonders geschulte Männer und Frauen damit beauftragt, d i e englischen Nüstungs- Pläne auszu spionieren. Diese Betreffen­den seien von einemgeheimnisvollen Mann", der vom Führer selbst (!) mit dieser Auf- gäbe betraut worden sei, ausgesucht worden. Sie würden wahrscheinlich als deutsche Tou­ri st e n auftauchen und seien besonders darin ge­schult, sich a l s Kommunisten zu tarnen, um auf diese Weise aus den kommunistischen Ar­beitern Geheimnisse herauszulocken. Was das Blatt mit dieser unverschämten Lügenmeldung erreichen will, liegt auf der Hand. Es hofft, den vor der Welt in Wort und Tat bekundeten Friedens- willen des Führers in Zweifel zu zie- h_e n, die deutschen politischen Absichten in den Schmutz zu zerren und zugleich die englische Deffent- lichkeit gegen den Gedanken einer Ver­st ä n d i g u n g einzunehmen. Angesichts solcher be­wußter Brunnenvergiftung drängt sich von selbst

die Frage auf, ob es nicht im Interesse der euro­päischen Befriedung notwendig wäre, gegen diese Art von journalistischem Gangstertum einzu- schreiten.

Mit Recht hat eben erst Botschafter von Ribben­trop in seiner Leipziger Re-de an den Appell des Führers erinnert,daß es unmöglich ist, zu einer wirklichen Befriedung der Völker zu kommen, so­lange der fortgesetzten Verhetzung durch eine in­ternationale unverantwortliche Clique von Brun­nenvergiftern und Meinungsfälschern nicht E i n- halt geboten wird". Daß in Kreisen verant­wortungsbewußter Staatsmänner des Auslandes der gleiche Eindruck im Wachsen begriffen ist, hat die scharfe Mahnung gezeigt, die der Präsident der französischen Republik an die Presse seines Landes gerichtet hat, nachdem einige durch ihren Haß gegen das nationalsozialistische Deutschland sattsam be­kannte Pariser Journalisten mit ihren haltlosen Verdächtigungen Deutschlands in der Marokkofrage einen Gipfel politischer Brunnenvergiftung erklom- men hatten. Die albernen Verleumdungen, die nun das LondonerPeople" über Deutschland und fei­nen Führer ausstreut, zeigen, daß trotz der Mah- nungen zur Disziplin die Gefahr, die den Weltfrie- den von dem unverantwortlichen Wirken einer skrupellosen internationalen Pressemeute droht, um keinen Deut vermindert worden ist. Es ist an der Zeit, daß man auch in den Demokratien des We­stens endlich zu begreifen anfängt, daß dieFrei­heit" der Presse hort ihre Grenze haben muß, wo ihre Zügellosigkeit für jede aufrichtige Politik einer Verständigung der Völker eine untragbare Be­lastung darstellt.

Hollands Achillesferse?

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(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.)

Batik Papon (Holl. Indien), Febr. 1937.

Nun liegen wir hier bereits seit zwei Tagen und drücken den Daumen solange, bis er uns weh tut. Wenn es nur nicht regnet", so lautet unser mehr oder minder stiller Wunsch, denn schon eine Stunde Verlust beim Laden bedeutet, daß wir eine ganze weitere Nacht dableiben müssen. Das ist kein Ver­gnügen in einer Gegend,n der alles nach Petroleum riecht, und wo man den Ver­dacht nicht los wird, daß der Chinesenboy die Wäsche im Oelwasser Batik Papans wäscht. Einen Vorteil hat diese an sich schöne Bucht Borneos wenigstens: Hier haben wir keine Moskitonot. Ohne Unterbrechung bringen die kleinen Lokomotiven neue Ladungen an unseren Quai: Ungezählte Tau­sende an Säcken mit Paraphin, 20-Liter-Büchsen mit Benzin und Eisenfässer mit Petroleum. Die Lademarke des Schiffes scheint schon überschritten. Honkong Amoy, (Santon und Schanghai", lauten die Aufschriften der Fracht.Oil for the lamps of China! Ja, Del für die Lampen und Paraphin für die Kerzen Chinas!

Hat denn Borneo überhaupt eine andere Bedeu­tung als Del? Nun, für den nüchternen Menschen wohl. Im Süden der Insel bei Bandjermassin und weiter im Westen bei Potianak gibt es ungezählte Gummikulturen. Das Land könnte Java den fehlenden Reis liefern, ungezählten Millionen an Menschen Platz geben. Der südöstliche Teil der Insel ist buchstäblich mit Diamanten und Edelsteinen durchsetzt. Die dort vorgelagerten Inseln haben ziemlich bedeutende Kohlenlager. Aber was bedeutet das alles für die Zeit? Gummi gibt es zuviel, Edelsteine auch, Kohlen find hier für die Heizung entbehrlich und Reisanbau bis zur Selbstgenügsamkeit würde die Handelsbeziehungen zu Siam und Birma stören. Kein Wunder, daß die Rieseninsel, doppelt so groß wie Deutschland, ein einziger großer Urwald bleibt, be- wohnt von zwei Millionen Dajaks, einst Kopf­jäger genannt.

Und was für ein Urwald! Von unserem Schiss aus sehen wir deutlich eine niedrige Hügelkette. In einem zivilisierten Lande müßte man sie in höchstens einer Stunde zu Schiff und Eisenbahn erreichen. Diese Hügelkette versuchten einmal einige junge Leute zu erreichen. Man fand sie Tage später fast verhungert und vollkommen erschöpft auf. Ange­sichts der gewaltigen Anlagen Balik Papans mit feinen Hunderten von Tanks, feinen Fahfabriken, Kühlanlagen, Raffinerien, Krankenhäusern und (9e- schäften. Selbst dieser Urwald mit seinen uner­forschten Geheimnissen bedeutet nichts, denn hier regiert allein das Del. Mit Del kann man Schiffe treiben, Kriegsschiffe im besonderen, Flug­zeuge, Autos und Panzerwagen. Und es gibt ge­fährlich wenig Del in vielen Ländern.

Darum stehen auf den Hügeln Balik Papans auch niemand kann sie sehen Schiffsgeschütze, liegen im Hafen auch Wasserflugzeuge, Mi­nenleger und mitunter Zerstörer. Die fünfhundert Europäer dieser Delfelder befinden sich im Zustande einer latenten Mobilisation. Sie werden ständig zu militärischen Uebungen aufgerufen, die natürlich an Drt und Stelle stattfinden und auf den beson­deren Zweck eingestellt sind. Es ist nur wenig, was Holland hier an militärischen Mitteln einsetzen kann. Man beklagt sich auch stets bitter darüber, daß das Mutterland dank seiner parlamentarischen Budget­methode diese Mittel immer wieder kürzt. Ein selbst nur mangelhaft entschlossener Gegner könnte hiefb und die weit nördlich davon gelegenen Felder von Tarakan leicht besetzen. Man hat daher zu einer an­deren Verteidigungsmethode gegriffen. Für den Ernstfall ist alles so vorbereitet, daß eine Stunde Widerstand genügt, um die Delfelder so grünlich zu zerstören, daß es wenigstens ein Jahr dauert, um sie wieder nutzbar zu machen.

Wer ist der mutmaßliche Gegner? England hat in Nordborneo selbst Del und kann seine Re­serven auch aus dem Irak ergänzen. Bleibt also Japan, und in der Tat meint auch hier jeder nur das Land der ausgehenden Sonne. Zwischen Balik Papan und Tarakan hat man ihm Delkonzessionen eingeräumt, um so die Aufmerksamkeit von den bei­den Feldern abzulenken. Aber, merkwürdig, gerade im Gebiete der japanischen Konzession findet man kein Del. Das hat auch zum wiederholten Male Veranlassung zu Gerüchten gegeben, wonach die Quellen Borneos überhaupt am Versiegen sind. Man darf mit einer gewissen Berechtigung an­nehmen, daß dies Ablenkungsmanöver sind, daß die Quellen Sumatras so reichlich sind, daß Holland und selbst England, eine noch nicht einmal sichere Zusam- menarbeit vorausgesetzt, kaum in Verlegenheit kom­men würden.

Gerade diese letztere Tatsache sollte die hollän­dische Deffentlichkeit zu einer nüchternen Beurtei- tcilung der Dinge bringen. Es wäre wirklich an der Zeit, das Weltbild einmal im eigenen Gesichtswin­kel zu sehen und nicht im sogenannten internatio­nalen, der doch kein anderer ist als der der Groß­mächte. Vor einiger Zeit gab es in Niederländisch- Jndien harte Angriffe gegen den Kommandanten des holländischen Besuchsgefchwaders, der sich der Presse in Singapore gegenüber für eine Zusammen­arbeit mit England aussprach. Man sprach von einer Verletzung der Neutralität. Diese Kritik ist lobenswert, bedeutet aber praktisch nicht viel, weil die Deffentlichkeit in ihrer ganzen Einstellung doch wieder das Tempo nach der Gegenseite bestimmt. Das will nicht heißen, daß mein sich auf England verläßt, aber per Saldo kommt es auf dasselbe hin­aus. Dieses Tempo, das in der Deffentlichkeit be­stimmt wird, heißt: Japan, Deutschland, und auch Italien sind eine Weltgefahr. Merkwürdig, daß es gerade Länder sind, denen tropische Roh- st o s f e f e h l en. Man will es heute in weiten Krei­sen auf Java noch nicht begreifen, daß große Völker leben müssen. Darin deckt sich die Ansicht mit der Englands und Frankreichs, d. h. man macht bei aller Neutralität doch deren Politik.

Ich glaube, und das ist auch die Ansicht vieler alter Tropeneuropäer aller Nationen, es wäre ein besserer Weg für die Niederlande, mit den drei großen rohstoffhungrigen Ländern zu verhandeln. Auf diese Weise würde wenigstens einmal der gesamte Archipel erschlossen, der nach der eigenen Ansicht seines Ministerpräsidenten z u groß für Hollands Kolonialoermögen ist. Die Politik der offenen Tür böte außerdem Sicherheit für den territorialen Bestand unter Hol­lands Fahne, da sich die Mächte gegenseitig be­machen würden. Sie würde eine neue Zeit der Wohlfahrt für Niederländisch-Jndien bringen. Im Augenblick besteht die Politik noch darin, den Deut­schen selbst die Ergänzung ihrer eigenen Ange­stelltenschaft zu erschweren, um einmal von Deutsch­land zu reden. Eine Zeitung schrieb einmal, daß Java die Deutschen nicht gerufen habe. Welch Irre-