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aus

Oberheffen

* der

Ueichslustfchutzbund Ausecker- und Lumdatal.

* Rüddingshausen, 31. Jan. Von Amts­trägern des Reichsluftschutzbundes wurden heute hier Versuche mit Brandbomben vorge- fuhrt. Die Versuche zeigten, welche zerstörenden Wirkungen Brandbomben auf bebaute Grundstücke haben können. Aber auch diese grüße Gefahr ver­liert ihre Schrecken, wenn man die nötigen Vor­kehrungsmaßnahmen trifft und Mittel und Wege

Was wird nicht alles gesammelt! Es ist schon so, wie Wilhelm Busch sagt:In jedwedem Men­schen ruht irgendwelche Sammelwut." Dem einen haben es die Briefmarken angetan, dem anderen die Eisenbahnfahrkarten, dieser hält es mit den Filmgrößen, und jener ist auf einer immerwähren­den Jagd nach Knöpfen. Herr H o l z, der Strumpf- forscher von Berlin, sammelt Strümpfe, und das mit einer Ernsthaftigkeit, die ihm ein durchaus ori­ginelles Ansehen sichern.

Wir sitzen in einem kleinen Zimmer. Hohe, fast bis zur Decke reichende Regale, angefullt mit Ka­sten und Kartons, stehen an den Wänden. Dor ihnen große Truhen und Schränke. Sie bergen die Schatze, die in mehr als fünfzigjähriger Samm­lertätigkeit aus allen Teilen Deutschlands und der Welt hierher zusammengetragen wurden.

Na, es sind mehr als fünfzig Jahre her," er­zählte der Besitzer dieses seltsamen Museums,daß ich begann, Strümpfe zu sammeln. Wie ich darauf gekommen bin? Auf meinen vielen Reisen, die ich als Vertreter großer Strumpffirmen zu machen hatte, habe ich mich stets geärgert, daß Verkäufe­rinnen und Verkäufer nur so wenig vom Strumpf, seiner Geschichte und seiner Herstellung wußten. So kam mir der Gedanke, die Geschichte des Strumpfes zu erforschen. Was ich auf meinen Fahrten durch Deutschland fand, habe ich mitgenommen, und es hat mich ein gutes Stück Geld gekostet, ehe ich meine Sammlung, die in ihrer Vollständigkeit die einzige in der Welt ist, beisammen hatte. Wo ich kein Original bekommen konnte, ließ ich mir eine Nachbildung anfertigen. Weshalb das alles? Nun, einmal die Liebe zum Beruf, den ich von Grund auf erlernt habe. Und dann, vielleicht schreibe ich einmal ein Buch für Angestellte, das ihnen Aus­kunft gibt, warum dieser Strumpf so und nicht anders gewirkt ist, warum dieses und nicht ein an­deres Material verwandt wurde und wie die ver­schiedenen Muster in den jeweiligen Zeiten ent­standen."

Die Sammlung gibt einen lückenlosen Ueberblick über die Entwicklung der Bein- und Fußbekleidung vom Tierfell bis zum Selben ft rümpf un­serer Tage. Herr Holz hat sich länger als zehn Jahre mit aller einschlägigen Literatur befaßt, hat sich mit Museen in Verbindung gesetzt, ihre Werke studiert alles, um sich möglichst genau über die Entwicklungsgeschichte zu unterrichten. Bis 1900 v. Ehr. hat er in der Geschichte zurückgeforscht. Er erzählt, daß wir den Ausdruck Strumpf erst seit etwa 400 Jahren kennen, und daß unsere Bezeich­nungein P a a r H o s e n" daher kommt, daß man früher zwei von der Zehe bis zum Schritt reichende getrennte Beinlinge trug, die ebenein Paar" wa­ren. Und er kann auch erzählen, wer den ersten Strumpf, wie wir ihn kennen trug:Das soll ein frumber teutscher Landsknecht gewesen sein, und zwar in jener Zeit, als man schon die getrennten Beinlinge durch Einsetzen eines Zwischenkeiles im Schritt zu einem unserer heutigen Hose ähnlichen Kleidungsstück vereinigt hatte. Nun, dieser Lands­knecht soll nach fröhlich durchzechter Nacht nicht schnell genug in das enge Beinkleid hineingekom­men fein. Und da hat er kurzerhand die Hofe un­terhalb des Knies durchgefchnitten. Damit war der

Ein Landsknecht trug den ersten Strumpf.

Vom Tierfell bis zum Se denstrumpf. - Berliner Sammler zeigt feine Schätze.

Don Adolf 7Ieß.

K e s f e l b a ch , 30. Jan. Gestern abend sand _ Luftschutzkursus, der Anfang Januar begonnen hatte, feinen Abschluß. Der Kursus wurde in der Volksschule abgehalten. Die Luftschutzhaus­warte von Kesselbach und Odenhausen, ferner Frauen und Mädchen beider Orte waren zur Teil­nahme aufgefordert worden, so daß der Kursus die stattliche Besucherzahl von 80 Volksgenossen auf- wies. Am gestrigen Abschlußabend wurde eine Plan­aufgabe durchgeführt, die den Teilnehmern einen Einblick in ihre vielseitigen Aufgaben und Pflichten als Hauswarte und Selbstschutzkräfte gab. Eine leb­hafte Aussprache zeigte, welch großes Interesse man den Fragen des Luftschutzes entgegenbringt. Wie Ortsgruppenführer Dr. Haas (Alten-Buseck) aus­führte, soll im Laufe des Sommers an einem Sonntagvormittag eine größere Hausübung im Be­reiche eines Luftschutzhauswartes stattfinden, an der alle Bewohner der betreffenden Häuser beteiligt sein sollen. Diese Anregung wurde lebhaft begrüßt. Der Kursus wurde in der üblichen Form geschlossen.

Licht und Heil der Welt.) .

Immer Neues türmt sich auf. Die älteste Bein­bekleidung, ein paar Tierfelle, die um die Wade gebunden wurden, ein englischer Bischofsstrumpf der Zeit um 1100, rot mit Goldverzierung, eine

erste Strumpf da." Noch viel Wissenswertes ließe sich aus der Kulturgeschichte des Strumpfes sagen. Es ist eine ungeheure Arbeit, die der eifrige For­scher geleistet hat, und daß sie von kulturgeschicht­lichem Wert ist, haben ihm Gelehrte oft und gern bestätigt.

Wir besichtigen die Schätze. Das Glanzstück der Sammlung: Ein armenischer Pantifikalstrumpf, aus Ziegenhaar gestrickt, den um 1100 n. Ehr. ein Bischof bei feierlichen Gelegenheiten trug. Man be­staunt die wunderbare Farbenzusammenstellung und die reiche Ornamentik mit dem Zeichen des orien­talischen Kreuzes und die Inschrift. Zwar vielfach verschnörkelt, aber doch deutlich erkennbar, sieht man um die Mitte des Fußes und um den Knöchel je zweimal die Buchstaben ISLLSMC. Was bedeuten sie? Gelehrte zerbrachen sich den Kopf darüber, um zu einem Ergebnis zu kommen. Bis es dann Herrn Holz sozusagen im Schlaf einfiel:Es ist nichts anderes als die Abkürzung für die Worte aus dem Johannes-Evangelium: Jesus Salvator Lumen Lux Salus Mundi Christus'." (Jesus Christus, Retter,

Nachbildung des Krönungsstrumpfes der Hohen­staufen, den 1181 in Palermo sarazenische Gold­sticker für Wilhelm II. von Normannien herstellten. Das Original befindet sich im Kronschatz der Hohen­staufen in Wien. Weiter: Man sieht Karls des Großen Beinbekleidung, eine persische Fürstenhose und die Landsknechtshose mit dem abgeschnittenen Strumpf.Und hier" Herr Holz hält ein Paar gestrickter grüner Strumpfhosen in der Hand das ist eine Nachbildung der Hosen, die Heinrich VIII. im Jahre 1539 vom spanischen Hof als Ge­schenk erhielt. Sieben Paar solcher Hosen hat er bei seinem Tode hinterlassen, ein für damalige Zeiten ansehnlicher Bestand."

Dann kommt aber auch unsere Zeit. Hochzeits­strümpfe aus der Mark Brandenburg, aus weißer Baumwolle, mit eingesticktem Namen und Perlen­verzierung, farbenprächtige Strümpfe aus dem Pyritzer Weizacker, aus Litauen, Westfalen und vielen anderen Gegenden und Zeiten. Noch etwas, das unsere Aufmerksamkeit fesselt: Strümpfe der Tadschiken, die im Himalayagebiet wohnen. Der Forscher W. R. Rickmers brachte sie von der Alai-Pamir-Expeditton mit."

Stunden und wieder Stunden würden nötig fein, um die vielen Zeugen redlichen Forschungseifers eingehend zu betrachten. Und noch länger könnte man zuhören, was Herr Holz vonfeinem Ge­biet" zu erzählen weiß. Man bewundert die Gründ­lichkeit, mit der der Sammler ans Werk ging, staunt auch über die Kenntnisse, die er auf allen einschlägigen Gebieten sich erwarb. Eine Kultur­geschichte des Strumpfes kein anderer ist in der Lage, sie in dieser Lückenlosigkeit aufzuzeigen.

zur Bekämpfung von Brandbomben und etwa ent­stehenden Bränden kennt. Dies betrifft vor allem die Selbstschutzkräfte im zivilen Luftschutz. Sie sol­len mit Schneid und Energie an ihre Aufgabe Her­angehen. Anschließend an die Brandbekämpfung fanden noch Üebungen mit der Gasmaske statt, an denen sich vor allem auch Frauen und Mädchen beteiligten.

Landkreis Gießen.

00 Klein-Linden, 1. Febr. In der Nacht zum Montag hatte sich ein junges Reh, ver­mutlich auf Nahrungssuche, bis in eine Hofreite in der Steinftraße verirrt und konnte den Weg ins Freie nicht mehr finden. Am Montagvormittag wurde das völlig erschöpfte Tier aufgefunden und im Wald wieder ins Freie ausgesetzt.

wg. Großen-Buseck, 30. Jan. Im Saale von Gastwirt Wagner wurde dieser Tage das Holz aus dem hiesigen Gemeindewald (Forstorte Galgenberg und Oeleberg) versteigert. Es handelte sich um Nutz- und um Brennholz. Diele auswärtige Jnterssenten waren dazu erschienen. Es wurden folgende Durchschnittspreise erzielt. Kiefernstämme Klasse 3b 32 bis 35 Mk., Klasse 4a 40 Mark. Kie- Klasse 3b 32bis 35 Mk., Klasse 4a 40 Mark. Kie­fernbrennholz: Rundscheite je 2 Raummeter 11 bis 13 Mark, Knüppel 9 bis 10 Mk., Kiefernreisig je 5 Raummeter 1,50 bis 2. Mark.

wg. Großen-Buseck, 1. Febr. Durch den Bau der Reichsautobahn, die in östlicher Richtung an unserer Gemarkunasgrenze entlang­führen wird, herrscht auf dem hiesigen Güter­

bahnhof reger Verkehr. Taa für Tag wer­den hier größere Menge Gleise und Kippwagen aus- geladen. An der Ausladestelle wurde ein großer Kran aufgestellt, der die Arbeit beschleunigt. Für die Ueberführung der Feldbahnlokomotiven wurde ein besonderes Gleis gelegt, von dem aus die Loko- motiven sofort auf den Transportwagen gebracht wurden Auch größere Bagger von über 1000 Zent­ner Gewicht find der hiesigen Bevölkerung nun bekannt geworden. Neben den am Bau beteiligten Firmen helfen auch noch Laftwagenbesitzer der näheren Umgebung, sowie Bauern dabei mit, das Material an die Baustelle zu bringen. Die Ro­dungsarbeiten an der Reichsautobahn schrei­ten rüstig vorwärts. Der Mutterboden wurde mit Hilfe eines Förderbandes abgehoben. Im Forstort Schlieberg wurden durch eine Sprengkolonne die Wurzelstöcke ausgesprengt.

§ Großen-Buseck, 31. Jan. Der V H C. B u - seckertal unternahm heute feine erste diesjährige Wanderung. Ausgehend von Großen-Buseck ging es nach Alten-Buseck. Don diesem, am Abhang des Hangelsteins hochgelegenen Dorfe bot sich ein herr­liches Bild winterlicher Landschaft, sowohl ins Bu­secker- als auch ins Lahntal hinein. Das heimatliche Tal durchquerend, führte die Wanderung weiter über Trohe nach Rödgen, wo Raft gehalten wurde, um dann von hier nach Großen-Buseck der Heimat zuzuwandern.

* Weitershain, 1. Febr. ' Hier fand ein Mütterschulungskurs seinen Abschluß mit einer kleinen Feier. Schwester Jula Kliffmül- l e r, die den Lehrgang leitete, verstand es, die Frauen und Mädchen mit frohem Eifer an den Abenden zu beteiligen. Sie faßte noch einmal in einer Ansprache den Sinn und Zweck der Schulung zusammen und betonte die Notwendigkeit, junge Frauen mit der Pflege des neugeborenen Kindes, mit feiner Kleidung und Ernährung vertraut zu machen. Unter frohen Liedern und bet kleinen Auf­führungen verging der Abend in fröhlicher Kame­radschaft.

> Hungen, 1. Febr. Dieser Tage fand im Solmser Hof" ein Elternabend der Real­schule Hungen statt. Die Eltern der Schüler, darunter auch Eltern der an Ostern neu eintreten» den, hatten sich in außerordentlich großer Zahl ein» gefunden. Der Schulleiter, Assessor Kratz, konnte von der sehr erfreulichen Entwicklung der Schule berichten. Dieser Ausbau der Schule verbürgt einer­seits die jetzige Stetigkeit in der Zusammensetzung des Lehrkörpers, arwerseits werden dadurch die Unterrichtsräume in nicht allzulanger Zeit nicht mehr hinreichend sein. Bürgermeister Hofmann gab der versammelten Elternschaft die Zusicherung, daß die Stadt Hungen auch in dieser Beziehung den berechtigten Anforderungen Rechnung tragen wird.

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übriacn Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen­leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 21. XII. 36: 11250. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

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