Ausgabe 
1.11.1937
 
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Dissen und einer Unsumme von Erfahrung. Es ist also nicht unnationalsozialistisch, etwas zu lernen. Die Gesinnung darf für Faulpelze keine Ausrede für die Trägheit ihres Herzens sein. 3n einen gesunden Körper gehört ein ge­sunder Geist."

Mit Freude verzeichnete Dr. Goebbels die Tatsache, daß gerade in den Kreisen unserer kämp­fenden politischen Jugend diesen Gedankengängen breitester Raum gewährt werde.

Die Menschen, die heute verantwortliche Funk­tionen ausüben, seien durch den Auslesepro- zetz des Kampfes gegangen. Diese große Persönlichkeitsschule muß heute, da der Kampf fehlt, durch die Erziehung ersetzt werden. Die Er­ziehung muß aber m ihrer Gesamtheit dieselben Resultate zeitigen wie der Kampf selbst. Als eines dieser Erziehungsmittel bezeichnete der Minister das Buch. Es soll zum klaren Denken und zur logischen Gedankenführung gewöhnen. Es gilt in diesem Zu­sammenhang soviel wie Schule und Universität. Das Buch muß sich daher an die Gesamtheit unse­res Volkes richten, um an ihr seine Erziehungs­aufgabe durchzuführen. Im Buch offenbart ein Volk sich selbst.

In diesem Zusammenhang erwähnte Dr. Goeb­bels die Arbeiten am deutschen Ju­gendschrifttum, bei denen sich der NS.- Lehrerbund richtungweisend eingesetzt hat und stellte dann zusammenfassend fest, daß1. die Ver­einzelung, in die der Schriftsteller, aber auch der Leser hineingekommen war, gebrochen ist und 2. das dichterische Schaffen wieder mehr symbolischen Cha­rakter annimmt und seiner ursprünglichen Bedeu­tung gerecht wird".

Die Ziffern des Gesamtumsatzes des deutschen Buchhandels bezeichnete Dr. Goebbels als den schlagkräftigsten Beweis da­für, daß das Volk diese Mobilisation des dichte­rischen Schaffens richtig verstanden hat. Rach sorg­fältigen Schätzungen ergibt sich, daß die Neuer­scheinungen gegenüber 1936 in diesem Jahre ein Mehr von 1 2 4 6 Veröffentlichungen aufweisen und daß im gleichen Zeitraum die Erst­auflagen um 1358 gestiegen sind. Der Gesamt­umsatz des deutschen Buchhandels hat sich gegen­über dem Vorjahre um 20 o. H. erhöht.

Bei der Lösung der Frage der Förderung des deutschen Schrifttums ergeben sich zwei getrennte große Aufgabenbereiche, die Der Minister folgendermaßen umriß:1. Die Frage der Heranführung der breiten Massen des deutschen Volkes an das Buch überhaupt und 2. die Heraushebung des besonders bemer­kenswerten Schrifttums aller Art aus der Gesamtproduktion des Jahres.

Der ersten Aufgabe, der Heranführung des Schrifttums an das Volk selbst, dient im beson­deren die Woche des deutschen Buches. Ihre Be­deutung hat seit 1933 ständig zugenommen. Die zweite Aufgabe wird vor allem in der Jahres- fchau des deutschen Schrifttums in An­griff genommen. In ihr wird von Jahresmitte zu Jahresmitte über die ganze Breite des literarischen Schaffens hinweg eine Auswahl geboten. Die hier aufgeführten Werke werden in einer Liste ver­einigt, die in hoher Auflage ins Volk geht und das Ergebnis der literarischen Jahresernte den ver­schiedensten Zwecken dienstbar macht. Maßstäbe der Auslese liefert uns vor allem die nationalsozia­listische Bewegung."

Im letzten Teil führte Reichsminister Dr. Goeb­bels aus, daß die Woche des deutschen Buches als «in sichtbares Zeichen tiefster Verehrung der Großen unserer Geisteswelt gerade auf dem traoitionsreichen Boden der Dichterstadt Weimar ihren Anfang nimmt. Der Minister schloß mit den Worten: Wiederum appelliere ich in dieser festlichen Stunde an die Nation. Wiederum kommt das Buch zum Volke, breitet vor seinen Augen seine Schätze aus, und wir alle bekennen uns voll Dankbarkeit zu ihm. Es war uns Wegbegleiter durch Jahre des Kampfes und des Sieges, es hat uns in der Jugend ent­flammt und wird uns im Alter einmal trösten und erquicken. Wir Männer der nationalsozialistischen Tat könnten ein Leben ohne Buch nicht mehr als lebenswert erachten. Gerade deshalb aber soll es nicht nur zu Wenigen sprechen. Die ganze Nation soll sich seiner Schätze bemächtigen.

Und so gebe ich der heute beginnenden großen Werbeaktion für das deutsche Schrifttum die Parole mit auf den Weg: Das deutsche Buch in die Hand des ganzen Volkes!"

Stapellauf des Segelschulschiffes Leo Schlageier".

Das dritte Segelschulschiff der Kriegsmarine, das auf den Namen des deutschen Freiheitshelden L e o Sch läge ter getauft wurde, lief auf der .Werft von Blom & Voß in Hamburg glücklich vom Sta­pel. Die Taufe vollzog die Schwester Leo Schlageters Frau Frieda Steinle. Der Inspekteur des Bil­dungswesens der Kriegsmarine, Admiral S a a l - Wächter, hielt die Taufrede. Wir haben, so sagte er, bewußt für die Erziehung und Ausbildung un­seres Offiziers- und Unteroffiziernachwuchses Se- gel schiffe in Dienst gestellt. Denn auf diesen Schiffen wird der Führernachwuchs erst vertraut mit den eigentlichen Elementen des See­mannes, mit Wasser und Himmel, mit Wolken und Wind. Hier lernt er den echten Gemein­schaftssinn: Einer für alle und alle für einen. Hier werden Mannesmut und alle soldatischen Tu­genden erprobt. Hier fühlt der Soldat auch d i e Hand eines Höheren über sich, der ihm begegnet im Aufruhr der Elemente und in der Stille der Nacht. Hier entfaltet sich der Geist der Kame­radschaft schneller, wenn nach hartem Dienst die alten Segelschifflieder in der Freizeit über das Wasser klingen. Alles Halbe und Unechte hat hier keinen Bestand. Wer sich hier bewährt hat, der wird seinen Mann dann auch stehen auf den modernen Wunderwerken der Technik, auf dem Zerstörer oder U-Boot, auf dem Schlachtkreuzer oder Flugzeug oder wo ihn sonst der Dienst hinstellt. Deine Schwe- sterschstfe, du jüngstes Kind der Kriegsmarine, tra­gen Namen, die jedem Deutschen lieb und vertraut sind; das eine den Namen des Dichters der See und Skagerrakkämpfers G o r ch Fock, das andere den Namen des Freiheitskämpfers der Bewegung Horst Wessel. Du nun sollst den Namen eines Mannes tragen, der auch für sein Vaterland ge­storben ist, für sein Vaterland, das ihm das Höchste war; der den Glauben an dieses Vaterland, der ihm als jungen Kriegsfreiwilligen im Donner der Schlachten zutiefst offenbart wurde, auch dann nicht aufgeben konnte und wollte, als dieses Vaterland erniedrigt und wehrlos am Boden lag. Ein Mann, der dieses Land und Volk auch dann noch liebte^ als ihn ein Angehöriger dieses im Ruhrkampf den Feinden verriet, der auch dann nur die eine Sorge

kannte, seine gleichgesinnten Kameraden vor einem gleichen Schicksal zu bewahren. Ein Mann bis zuletzt. Der Geist des Freiheitskämpfers und frühen Gefolgmannes unseres Führers erfülle jeden einzelnen Mann auf diesem neuen Schiff unserer Kriegsmarine. Sein letztes Wort soll jedem Mann auf diesem Schiff Richtschnur und Lebensinhalt sein: Deutschland!"

Nach der Rede des Admirals dröhnte der Start­schuß über die Wer^t. Die Schwester Leo Schlageters trat vor und sprach die Taufworte:Im Namen des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehr­macht taufe ich dich auf den NamenLeo Schla- geter". Die Haltevorrichtungen lösten sich. Während die Lieder der Nation erklangen, glitt das stolze Schiff glücklich in sein Element.

Personalveränderungen in der Kriegsmarine.

Berlin, 30. Okt. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat mit Wirkung vom 1. Nov. 1937 befördert: Zum Admiral: den Vizeadmiral Wit- zell, Chef des Marinewaffenamtes; zu Vize- adnüralen: die Konteradmirale Witthoeft- Emden, Marineattachs bei der Botschaft in Wa­shington, G u s e, Chef des Stabes der Seekriegs­leitung, zugleich Chef des Marine-Kommandoamtes; zum Konteradmiral: den Kapitän z. S. Patzig, Chef des Marine-Personalamtes; zu Kapitänen zur See: die Fregattenkapitäne von Bredow,

Kommandeur der 1. Marine-Ergänzungsabteilung, B ü r k n e r , Kommandant des KreuzersEmden", von Trotha, Kommandeur der 1. Marine- Unteroffizier-Lehrabteilung; zum Vizeadmiral des Marine-Jngenieurwesens: den Konteradmiral des Marine-Jngenieurwefens Fechter, Inspekteur der Schiffsmaschineninspektion.

(Senera Jeutnant Gchweickhard führt den Lustrvaffenbund.

Berlin, 29. Okt. (DNB.) Mit der Führung des Luftwaffenbundes ist ab 1. Januar 1938 General­leutnant Schweickhard, Kommandierender Ge­neral und Befehlshaber im Lustkreis I, beauftragt worden Der Luftwaffenbund wird die Aufgabe haben, alle aus der Luftwaffe nach Beendigung ihrer Dienstzeit in Ehren ausscheidende Offi­ziere, Beamte Unteroffiziere und Mannschaften der Fliegertruppe, Flakartillerie und Luftnachrichten­truppe, desgleichen die Angehörigen der ehemaligen Fliegertruppe und der Kriegsslakartillerie in eine große W a f f e n g e m e i n sch a f t zusam- menzu fassen, sie in echter Kameradschaft für ihr ganzes Leben zusammenzuketten und in steter enger Fühlung mit der aktiven Truppe zu halten. Die Geschäftsstelle des Waffen­bundes befindet sich in Berlin W. 8, Leipziger Straße 7, wohin schon jetzt Aufnahmean­träge gerichtet merden können.

Der italienische Votschaster in Paris beurlaubt.

Wann wird Frankreich das Imperium anerkennen?

Paris, 1. Nov. (DNB. Funkspruch.) Der ita­lienische Botschafter Eerrutti, der auf Weisung seiner Regierung einen Urlaub antritt, hat Paris am Sonntagabend verlassen, um nach Italien zurückzukehren. Wie lange dieser Urlaub dauern soll, steht, wie unterrichtete kreise erklären, noch nicht fest. Die Behauptung, es handele sich um eine endgültige Maßnahme, wird weder bestätigt, noch dementiert. Allerdings wird daran erinnert, daß Frankreich seit mehr als Jahresfrist in Rom nicht mehr durch einen Bot­schafter, sondern nur durch einen G e - s chäftsträger vertreten ist.

Italien tut, was ihm richtig erscheint.

Gegen Anmatzungen der Pariser Presse.

Rom, 31. Okt. (DNB.)Giornale d'Jtalia" schreibt, die italienische Presse habe sich gegenüber leichtfertigen Machenschaften, die darauf abzielen, den Abgrund zwischen dem überalterten Frankreich und dem neuen Italien weiter zu vertiefen, bisher jeder überflüssigen Polemik enthalten, um nicht Oel ins Feuer zu gießen.Es ist an der Zeit, daß ganz Frankreich ein für allemal begreift, daß die Zei­ten für immer vorbei sind, in denen man Italien das Recht streitig machen konnte, ebenso frei und ungehindert zu tun und zu lassen, was ihm richtig erscheint." Es ist aber auch an der Zeit, daß Frankreich einsteht, daß, ob es Frankreich paßt oder nicht, das faschistische Ita­lien für sich dasselbe Recht der freien Meinungsäußerung hinsichtlich der europä­ischen und der Weltfragen in Anspruch nimmt, von dem die Regierungshäupter diesseits und jenseits des Ozeans einen so reichlichen Gebrauch machen, um mit einer unglaublichen Anmaßung über das internationale Geschehen zu richten und sich zum Schiedsrichter aufzuwerfen, wobei sie Lob und Tadel verteilen je nachdem, ob die Völker und ihre Regierungen ihrer eigenen Clique angehören oder unabhängig von ihnen ihre nationalen Interessen wahren.

Gegenüber den papierenen Friedensverträgen setzte sich in dem wiedererwachten Europa immer mehr die Idee der Gerechtigkeit und die

Ueberzeugung durch, daß ein Friede nicht auf neuen Bündnisverträgen und Satzungen, sondern auf einem tatsächlichen Gleichgewicht be­ruhen müsse sowie auf dem Interesse eines jeden Staates, ihn aufrechtzuerhalten, weil er ihm Nutzen bringe. Ein solcher Friede habe Mussolini vorge­schwebt, als er Deutschlands Kolonial­forderung bekräftigte und, bevor es zu spät ist, an das Derantwortungsbewußtfein Euro­pas appellierte. Der Friede, den das faschistische Italien anbiete, sei nicht ein Waffenstillstand, son­dern ein dauerhaftes fest fundiertes Gebäude, dessen Errichtung aber Großzügigkeit und nicht einen kleinen Egoismus ooraussetze. Frankreich habe an­scheinend die offenen Worte Mussolinis wieder­um nicht verstehen wollen. Die Geschichte bleibe jedoch nicht stehen, und in wenigen Monaten oder Jahren werde sie auch mit diesen letzten längst überlebten Widerständen aufgeräumt haben.

Bestürzung in Paris.

Der plötzliche Urlaub Cerruttis hat in der Öffent­lichkeit größte Ueberraschung hervorgeru­fen. Die Blätter bedauern den Beschluß der ita­lienischen Regierung, ihren Botschafter zeitweilig abzuberufen, geben aber der Hoffnung Ausdruck, daß möglichst schnell Mittel und Wege gefunden werden mögen, um diesen unangenehmen Zustand schnell zu bereinigen. Petit Journal schreibt, man könne Mussolini nicht der Ungeduld bezichtigen, wenn er heute nach einernIahr fruchtloser Bemühungen seine Haltung der der franzö­sischen Regierung anpasse. Sie Epoque würde es für geschickter halten, wenn man sich von Frank­reichs Seite in gewissen Grundsätzen weniger steif zeigen würde; wenn man sich beispielsweise zu Verhandlungen über d i e Anerkennung des italienischen Imperiums herbeigelas­sen hätte, würde man unter gewissen Zugeständ­nissen den französischen Interessen nützliche Dienste geleistet haben. Die Action Fran^aise schreibt, daß eine derartige Lage gerade in der gegenwärtigen Zeit sehr bedauerlich sei und die Gefahr in Europa nur noch vergrößere. Dahin habe eine dumme Po­litik von Ideologen und Parteiläufern Frankreich gebracht. Die Blätter der Linken bringen unfreund­liche Kommentare. Die Humanitö freut sich ganz unverhohlen über die Versteifung der französisch- italienischen Beziehungen.

Beratungen über die Durchführung dieses Vertrages beteiligen. Wir haben aber in unserer Antwort auf die Einladung zum Ausdruck gebracht, daß Deutsch­land jederzeit bereit ist, bei dem Ver­such einer Vermittlung zwischen Japan und China mitzuwirken, wenn für diesen Versuch die unerläßlichen Voraussetzungen gegeben sind, und wenn er in der geeigneten Weise unternom­men wird. In dieser Beziehung möchte ich, ohne zu dem Konflikt selbst in irgendeiner Weise sachlich Stellung zu nehmen, darauf Hinweisen, daß ich es für einen h ö ch st unglücklichen Auftakt für die Einleitung von Versuchen zur Beendigung des Konfliktes halten würde, wenn diese Versuche sich von dem Geiste des Beschlusses inspirieren ließen, den der Völkerbund letzthin in der Angelegenheit gefaßt hat. Dieser Beschluß enthält allerdings nur noch einen dünnen Aufguß von Kollektioitätspolitik. Ich glaube jedoch, es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß, wie der Streitfall auch zu beurteilen sein mag, Mächte, die zwischen den streitenden Parteien vermitteln wollen, sich zu diesem Zwecke nicht auf den Stuhl des moralischen Sittenrichters setzen dürfen.

Eins aber mochte ich zum Schluß mit allem Nachdruck betonen: Wir hären nicht selten Stimmen aus dem Auslande, die die unbe­dingte Vorliebe für kollektive Sicherheits­methoden ohne weiteres mit dem Willen zum Frieden und zur internatio­nalen Zusammenarbeit gleichfehen und umgekehrt in der Ablehnung oder auch schon in der Kritik jener Methoden einen Man­gel an Friedens- und Gemeinschaftswillen sehen wollen. Eine solche Gleichsetzung ist falsch und wird von uns auf das entschiedenste ab­gelehnt. Denn sich die Anhänger der Kollektivi­tätsidee weder durch die.Erfahrungen der letz- ten Jahrzehnte noch auch durch nüchterne Be­urteilung der realen politischen Möglichkeiten t bekehren lassen wosten, bann mögen sie doch zumindest davon ablassen, für sich die höhere Moral und den besseren Willen in Anspruch zu nehmen. Sie mögen ihrerseits zeigen, welche greifbaren Resultate sie mit ihren Plänen erzielt haben. Ich sehe keine. In der Politik, auch in der Friedenspolitik, ent­scheidet aber der Erfolg, nicht die bloße Aufstellung schöner Ziele, die bestechend wirken mögen, die aber praktisch unerreichbar und des­halb wertlos sind.

Das Richtfest fürdas Saus desDeutschenRechK

München, 31. Okt. (DNB.) Am Sonntagnach- mittag fand das Richtfest des Hauses des Deutschen Rechtes in der Ludwigstraße beim Siegestor statt. Unter den ausländischen Gästen fiel die in Beglei­tung des Justizministers S o lm i nach München ge­kommenen italienischen Abordnung im Schwarzhemd besonders auf. Fanfaren leiteten den Festakt ein. Dann trat der Präsident der Akademie, Reichsleiter Dr. Frank, vor das Mikrophon und verlas, zunächst ein Telegramm des Führers und ührte weiter aus: Der Glaube an das Recht olle in diesem Hause seine stärkste Stütze finden, indem das Wissen um das Recht nach den Grundsätzen bewährter deutscher Forschungsarbeit hier seine zentrale Heimstätte finden werde. Diese Ausgabe sei eine der schönsten Sendungen, die der Führer der Akademie für Deutsches Recht erteilt habe. Hier' stehe ein zu Stein gewordener Pro- irammpunkt der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei. Nach den Liedern der Nation gab Ministerpräsident Siebert der festen Hoffnung Aus­druck, daß das Haus des Deutschen Rechts beitrage zur Vollendung der Worte: Ein Volk, ein Reich, ein Recht, ein Führer! Nachdem ein Zimmerpolier ien wohlgereimten Richtspruch vorgetragen hatte, schloß Dr. Frank den Festakt mit einem Sieg-Heil auf unser deutsches Volk, unser deutsches Recht und den Vor­kämpfer für unsere Freiheit und unser Recht in der Welt, den Führer Adolf Hitler.

Oer Weg unmittelbarer Verständigung.

IV. 69 übernimmt die Tradition der ehemaligenGchuhtruppevon Kamerun.

Oie Erfolglosigkeit der Versuche kollektiver Zriedenssicherungen.

München, 30. Okt. In Ser Aula der Münchener Universität trat die Akademie für deutsches Recht zu ihrer vierten Jahresver­sammlung zusammen. Der Präsident der Akademie, Reichsleiter Dr. Frank, begrüßte die zahlreichen Gäste und wandte sich mit ehrenden Worten an den aus seinem Amte scheidenden stellvertretenden Prä­sidenten der Akademie, Geheimrat K/i s ch, dem er im Namen des Führers und Reichskanzlers als An­erkennung für seine hervorragenden Verdienste um die Rechtswissenschaft die G o e t h e m e d a i l l e für Kunst und Wissenschaft überreichte.

Der italienische Juistzminister S o l m i wies dann darauf hin, wie der aus großen Revolutionen der faschistischen und der nationalsozialistischen entstan­den« Staat eine wirkliche Vervollkommnung des modernen Staates darstelle, wie er den Erfordernissen der aktiven Kräfte der Kultur ent­spreche, die die national« Gemeinschaft vom Abgrund der Demagogie und von den Zerstörungen der bol­schewistischen Vernichtung retten konnte. Der neue vom Faschismus und vom Nationalsozialismus ge­formte Staat gestatte eine naher« und regere Teilnahme desDolkes am Leben des Staa­tes. In den demokratischen Regimen bestehe dagegen nur der Schein der Freiheit und der Gerechtig­keit, da dort dunkle Kräfte herrschen, die der Staat nicht zu bewältigen vermöge.

Reichsminister des Auswärtigen Freiherr von Reurath

hielt dann einen Vortrag über die politisch« Kol­lektivitätsidee. Nach einleitenden Wort«n über das Verhältnis des Völkerrechtes zur Politik führte der Minister aus, daß der jetzt zum allgemeinen Schlag­wort gewordene Begriff einer Kollektivitätspolitik oöer einer kollektiven Sicherheit natürlich aus der Ideologie des Völkerbundes stamme. Er wies auf die letzte Erklärung des englischen Mi­nisterpräsidenten über den Völkerbund hin, wobei dieser anerkannt habe, daß der Völkerbund die Funktion der Friedenssicherung nicht erfüllt und daß es keinen Sinn mehr habe, das Vertrauen zu den Genfer Methoden immer aufs neue zu be­tonen. Wenn der englische Ministerpräsident aber m-r»1 .gesagt habe, man müsse das Versagen des Völkerbundes in erster Liste auf die Tatsache zu-

rückführen, daß sich ein Teil der mächtigen Staaten von Genf fern halte, so sei das eine Verwechs­lung vonUrsacheund Wirkung. In diesem Sinne legte der Reichsaußenminister ausführlich die groben Fehler und Lücken der Völkerbundssatzung dar, die sich von vornherein nicht als ein Friedens­instrument, wohl aber als ein bequemes Instrument für eine Politik qualifiziert habe, die auf die Ver­ewigung eines gegebenen politischen Besitzstandes, auf die Erhaltung einer be­stimmten einmaligen Machtposition gerichtet war. Im Anschluß daran wies der Minister nach, wie die Verquickung moralischer Versprechungen, utopi­scher Ideen und machtpolitischer Absichten dem Völ­kerbund in seiner Praxis zum Verhängnis ge­worden sei.

Nach allen Erfahrungen in und außer dem Völkerbund kann es als ein sicheres Gesetz gellen, daß ein wirksamer organisatorischer Zu­sammenschluß von Staaten nur insoweit mög­lich ist, als er ausschließlich zur Erreichung von Zielen dient, an deren Erreichung diese Staaten alle das gleiche Interesse haben. Aus der Erkenntnis dieser elementaren Tatsachen heraus ist die Reichsregierung stets dafür ein- getrelen, jedes konkrete internatio­nale Problem nach den gerade da­für geeigneten Methoden zu behan­deln, es nicht unnötig durch die Verquickung mit anderen Problemen zu komplizieren und, soweit es sich um Probleme zwischen nur zwei' Mächten handelt, dafür auch den weg un­mittelbarer Verständigung zwischen diesen beiden Mächten zu wählen.

Einen sehr aktuellen Anlaß, sich mit der Frage oer für die Behandlung internationaler Konflikte 3U wählenden Methode zu befassen, bietet die für ?le Ochste Zeit in Aussicht genommene Brüsse- ler Konferenz, die über die fernöstlichen Ver­wicklungen beraten will. Deutschland hat die Ein­ladung zu der Konferenz nicht annehmen können, weil diese sich auf Grund des sogenannten Neunmachtevertrages von 1922 mit der Anwendung per Bestimmungen dieses Vertrages beschäftigen soll. Da Deutschland dem Neunmächtevertrag nicht angehört, kann es sich logischerweise auch nicht an

Hamburg, 31. Okt. (DNB.) Harburg-Wilhelms» bürg hatte mit der feierlichen Traditionsübergabe der ehemaligen Schutztruppe für Kamerun an das 3. Bataillon des Infanterieregiments 69 einen großen Tag. Die neuen Kasernen, die durch Aus- chmückungen darunter ein Relief an einer Steingrottenanlage, das die Züge des großen Afrikapioniers Major Dominik miebergibt ich ganz dem Charakter der früheren deutschen Kolonien anpassen, gaben einen treffenden Hinter­grund für die Feier. Unter den Festteilnehmern bemerkte man mehrere hohe Offiziere der Schutz­truppe mit dem letzten Kommandeur der Kameru­ner Streitkräfte, Generalmajor Zimmermann, den Kommandeur der 20. Division, Generalleutnant Schwandner, und den Regimentskommandeur des Infanterie-Regiments 69, Generalmajor von B r i e \ e n, ferner namhafte Vertreter der Par­tei und des Staates. Nach der Paradeaufstellung des 3. Bataillons, der nationalsozialistischen Forma­tionen, sowie einer Schar von 100 früheren Kolo­nialkämpfern und einem Feldgottesdienst mit der Festpredigt des Divisionspfarrers der ehemaligen Schutztruppe, I a e ck e l, übergab Generalmajor Zimmermann die Tradition der ehemaligen Schutz­truppe von Kamerun dem Bataillon.

Veichsärzteführer 0r. Wagner eröffnet dieVeichSschauEwigesVols-

Die Reichsschau des deutschen Hygiene-Museums und des Hauptamtes für Volksgesundheit der NSDAP.Ewiges Volk" wurde in den Ausstel­lungshallen des Hamburger Zoo durch Reichs­ärzteführer Dr. Wagner eröffnet. Nach Begrü- zungsworten von Gauamtsleiter Professor Dr. Holzmann gab der Leiter des deutschen HygienemuseumS Dresden, Professor Dr. Pak- heiser, eine Uebersicht über das bisherige auf- flärenöe Wirken des Museums auf dem Gebiet der gesundheitlichen Lebensgestaltung. Die neue Reichs­wanderschauEwiges Volk" zeige das Bestreben, durch unmittelbares Anschauungsmaterial und all­gemeinverständliche Darstellung jeden Volksge­nossen die Grundsätze nationalsozialistischer Gesund­heitsführung und Rassenpolitik erkennen zu lassem Reichsärzteführer Dr. Wagner betonte, daß der Nationalsozialismus die Sorge und das Streben Ür den deutschen Menschen, für das deutsche Volk in den Mittelpunkt all seiner Arbeit gestellt habe, und erinnert« an bas Wort des Führers, daß es