Dissen und einer Unsumme von Erfahrung. Es ist also nicht unnationalsozialistisch, etwas zu lernen. Die Gesinnung darf für Faulpelze keine Ausrede für die Trägheit ihres Herzens sein. 3n einen gesunden Körper gehört ein gesunder Geist."
Mit Freude verzeichnete Dr. Goebbels die Tatsache, daß gerade in den Kreisen unserer kämpfenden politischen Jugend diesen Gedankengängen breitester Raum gewährt werde.
Die Menschen, die heute verantwortliche Funktionen ausüben, seien durch den Auslesepro- zetz des Kampfes gegangen. Diese große Persönlichkeitsschule muß heute, da der Kampf fehlt, durch die Erziehung ersetzt werden. Die Erziehung muß aber m ihrer Gesamtheit dieselben Resultate zeitigen wie der Kampf selbst. Als eines dieser Erziehungsmittel bezeichnete der Minister das Buch. Es soll zum klaren Denken und zur logischen Gedankenführung gewöhnen. Es gilt in diesem Zusammenhang soviel wie Schule und Universität. Das Buch muß sich daher an die Gesamtheit unseres Volkes richten, um an ihr seine Erziehungsaufgabe durchzuführen. Im Buch offenbart ein Volk sich selbst.
In diesem Zusammenhang erwähnte Dr. Goebbels die Arbeiten am deutschen Jugendschrifttum, bei denen sich der NS.- Lehrerbund richtungweisend eingesetzt hat und stellte dann zusammenfassend fest, daß „1. die Vereinzelung, in die der Schriftsteller, aber auch der Leser hineingekommen war, gebrochen ist und 2. das dichterische Schaffen wieder mehr symbolischen Charakter annimmt und seiner ursprünglichen Bedeutung gerecht wird".
Die Ziffern des Gesamtumsatzes des deutschen Buchhandels bezeichnete Dr. Goebbels als den schlagkräftigsten Beweis dafür, daß das Volk diese Mobilisation des dichterischen Schaffens richtig verstanden hat. Rach sorgfältigen Schätzungen ergibt sich, daß die Neuerscheinungen gegenüber 1936 in diesem Jahre ein Mehr von 1 2 4 6 Veröffentlichungen aufweisen und daß im gleichen Zeitraum die Erstauflagen um 1358 gestiegen sind. Der Gesamtumsatz des deutschen Buchhandels hat sich gegenüber dem Vorjahre um 20 o. H. erhöht.
Bei der Lösung der Frage der Förderung des deutschen Schrifttums ergeben sich zwei getrennte große Aufgabenbereiche, die Der Minister folgendermaßen umriß: „1. Die Frage der Heranführung der breiten Massen des deutschen Volkes an das Buch überhaupt und 2. die Heraushebung des besonders bemerkenswerten Schrifttums aller Art aus der Gesamtproduktion des Jahres.
Der ersten Aufgabe, der Heranführung des Schrifttums an das Volk selbst, dient im besonderen die Woche des deutschen Buches. Ihre Bedeutung hat seit 1933 ständig zugenommen. Die zweite Aufgabe wird vor allem in der Jahres- fchau des deutschen Schrifttums in Angriff genommen. In ihr wird von Jahresmitte zu Jahresmitte über die ganze Breite des literarischen Schaffens hinweg eine Auswahl geboten. Die hier aufgeführten Werke werden in einer Liste vereinigt, die in hoher Auflage ins Volk geht und das Ergebnis der literarischen Jahresernte den verschiedensten Zwecken dienstbar macht. Maßstäbe der Auslese liefert uns vor allem die nationalsozialistische Bewegung."
Im letzten Teil führte Reichsminister Dr. Goebbels aus, daß die Woche des deutschen Buches als «in sichtbares Zeichen tiefster Verehrung der Großen unserer Geisteswelt gerade auf dem traoitionsreichen Boden der Dichterstadt Weimar ihren Anfang nimmt. Der Minister schloß mit den Worten: „Wiederum appelliere ich in dieser festlichen Stunde an die Nation. Wiederum kommt das Buch zum Volke, breitet vor seinen Augen seine Schätze aus, und wir alle bekennen uns voll Dankbarkeit zu ihm. Es war uns Wegbegleiter durch Jahre des Kampfes und des Sieges, es hat uns in der Jugend entflammt und wird uns im Alter einmal trösten und erquicken. Wir Männer der nationalsozialistischen Tat könnten ein Leben ohne Buch nicht mehr als lebenswert erachten. Gerade deshalb aber soll es nicht nur zu Wenigen sprechen. Die ganze Nation soll sich seiner Schätze bemächtigen.
Und so gebe ich der heute beginnenden großen Werbeaktion für das deutsche Schrifttum die Parole mit auf den Weg: Das deutsche Buch in die Hand des ganzen Volkes!"
Stapellauf des Segelschulschiffes „Leo Schlageier".
Das dritte Segelschulschiff der Kriegsmarine, das auf den Namen des deutschen Freiheitshelden L e o Sch läge ter getauft wurde, lief auf der .Werft von Blom & Voß in Hamburg glücklich vom Stapel. Die Taufe vollzog die Schwester Leo Schlageters Frau Frieda Steinle. Der Inspekteur des Bildungswesens der Kriegsmarine, Admiral S a a l - Wächter, hielt die Taufrede. Wir haben, so sagte er, bewußt für die Erziehung und Ausbildung unseres Offiziers- und Unteroffiziernachwuchses Se- gel schiffe in Dienst gestellt. Denn auf diesen Schiffen wird der Führernachwuchs erst vertraut mit den eigentlichen Elementen des Seemannes, mit Wasser und Himmel, mit Wolken und Wind. Hier lernt er den echten Gemeinschaftssinn: Einer für alle und alle für einen. Hier werden Mannesmut und alle soldatischen Tugenden erprobt. Hier fühlt der Soldat auch d i e Hand eines Höheren über sich, der ihm begegnet im Aufruhr der Elemente und in der Stille der Nacht. Hier entfaltet sich der Geist der Kameradschaft schneller, wenn nach hartem Dienst die alten Segelschifflieder in der Freizeit über das Wasser klingen. Alles Halbe und Unechte hat hier keinen Bestand. Wer sich hier bewährt hat, der wird seinen Mann dann auch stehen auf den modernen Wunderwerken der Technik, auf dem Zerstörer oder U-Boot, auf dem Schlachtkreuzer oder Flugzeug oder wo ihn sonst der Dienst hinstellt. Deine Schwe- sterschstfe, du jüngstes Kind der Kriegsmarine, tragen Namen, die jedem Deutschen lieb und vertraut sind; das eine den Namen des Dichters der See und Skagerrakkämpfers G o r ch Fock, das andere den Namen des Freiheitskämpfers der Bewegung Horst Wessel. Du nun sollst den Namen eines Mannes tragen, der auch für sein Vaterland gestorben ist, für sein Vaterland, das ihm das Höchste war; der den Glauben an dieses Vaterland, der ihm als jungen Kriegsfreiwilligen im Donner der Schlachten zutiefst offenbart wurde, auch dann nicht aufgeben konnte und wollte, als dieses Vaterland erniedrigt und wehrlos am Boden lag. Ein Mann, der dieses Land und Volk auch dann noch liebte^ als ihn ein Angehöriger dieses im Ruhrkampf den Feinden verriet, der auch dann nur die eine Sorge
kannte, seine gleichgesinnten Kameraden vor einem gleichen Schicksal zu bewahren. Ein Mann bis zuletzt. Der Geist des Freiheitskämpfers und frühen Gefolgmannes unseres Führers erfülle jeden einzelnen Mann auf diesem neuen Schiff unserer Kriegsmarine. Sein letztes Wort soll jedem Mann auf diesem Schiff Richtschnur und Lebensinhalt sein: „Deutschland!"
Nach der Rede des Admirals dröhnte der Startschuß über die Wer^t. Die Schwester Leo Schlageters trat vor und sprach die Taufworte: „Im Namen des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht taufe ich dich auf den Namen „Leo Schla- geter". Die Haltevorrichtungen lösten sich. Während die Lieder der Nation erklangen, glitt das stolze Schiff glücklich in sein Element.
Personalveränderungen in der Kriegsmarine.
Berlin, 30. Okt. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat mit Wirkung vom 1. Nov. 1937 befördert: Zum Admiral: den Vizeadmiral Wit- zell, Chef des Marinewaffenamtes; zu Vize- adnüralen: die Konteradmirale Witthoeft- Emden, Marineattachs bei der Botschaft in Washington, G u s e, Chef des Stabes der Seekriegsleitung, zugleich Chef des Marine-Kommandoamtes; zum Konteradmiral: den Kapitän z. S. Patzig, Chef des Marine-Personalamtes; zu Kapitänen zur See: die Fregattenkapitäne von Bredow,
Kommandeur der 1. Marine-Ergänzungsabteilung, B ü r k n e r , Kommandant des Kreuzers „Emden", von Trotha, Kommandeur der 1. Marine- Unteroffizier-Lehrabteilung; zum Vizeadmiral des Marine-Jngenieurwesens: den Konteradmiral des Marine-Jngenieurwefens Fechter, Inspekteur der Schiffsmaschineninspektion.
(Senera Jeutnant Gchweickhard führt den Lustrvaffenbund.
Berlin, 29. Okt. (DNB.) Mit der Führung des Luftwaffenbundes ist ab 1. Januar 1938 Generalleutnant Schweickhard, Kommandierender General und Befehlshaber im Lustkreis I, beauftragt worden Der Luftwaffenbund wird die Aufgabe haben, alle aus der Luftwaffe nach Beendigung ihrer Dienstzeit in Ehren ausscheidende Offiziere, Beamte Unteroffiziere und Mannschaften der Fliegertruppe, Flakartillerie und Luftnachrichtentruppe, desgleichen die Angehörigen der ehemaligen Fliegertruppe und der Kriegsslakartillerie in eine große W a f f e n g e m e i n sch a f t zusam- menzu fassen, sie in echter Kameradschaft für ihr ganzes Leben zusammenzuketten und in steter enger Fühlung mit der aktiven Truppe zu halten. Die Geschäftsstelle des Waffenbundes befindet sich in Berlin W. 8, Leipziger Straße 7, wohin schon jetzt Aufnahmeanträge gerichtet merden können.
Der italienische Votschaster in Paris beurlaubt.
Wann wird Frankreich das Imperium anerkennen?
Paris, 1. Nov. (DNB. Funkspruch.) Der italienische Botschafter Eerrutti, der auf Weisung seiner Regierung einen Urlaub antritt, hat Paris am Sonntagabend verlassen, um nach Italien zurückzukehren. Wie lange dieser Urlaub dauern soll, steht, wie unterrichtete kreise erklären, noch nicht fest. Die Behauptung, es handele sich um eine endgültige Maßnahme, wird weder bestätigt, noch dementiert. Allerdings wird daran erinnert, daß Frankreich seit mehr als Jahresfrist in Rom nicht mehr durch einen Botschafter, sondern nur durch einen G e - s chäftsträger vertreten ist.
Italien tut, was ihm richtig erscheint.
Gegen Anmatzungen der Pariser Presse.
Rom, 31. Okt. (DNB.) „Giornale d'Jtalia" schreibt, die italienische Presse habe sich gegenüber leichtfertigen Machenschaften, die darauf abzielen, den Abgrund zwischen dem überalterten Frankreich und dem neuen Italien weiter zu vertiefen, bisher jeder überflüssigen Polemik enthalten, um nicht Oel ins Feuer zu gießen. „Es ist an der Zeit, daß ganz Frankreich ein für allemal begreift, daß die Zeiten für immer vorbei sind, in denen man Italien das Recht streitig machen konnte, ebenso frei und ungehindert zu tun und zu lassen, was ihm richtig erscheint." Es ist aber auch an der Zeit, daß Frankreich einsteht, daß, ob es Frankreich paßt oder nicht, das faschistische Italien für sich dasselbe Recht der freien Meinungsäußerung hinsichtlich der europäischen und der Weltfragen in Anspruch nimmt, von dem die Regierungshäupter diesseits und jenseits des Ozeans einen so reichlichen Gebrauch machen, um mit einer unglaublichen Anmaßung über das internationale Geschehen zu richten und sich zum Schiedsrichter aufzuwerfen, wobei sie Lob und Tadel verteilen je nachdem, ob die Völker und ihre Regierungen ihrer eigenen Clique angehören oder unabhängig von ihnen ihre nationalen Interessen wahren.
Gegenüber den papierenen Friedensverträgen setzte sich in dem wiedererwachten Europa immer mehr die Idee der Gerechtigkeit und die
Ueberzeugung durch, daß ein Friede nicht auf neuen Bündnisverträgen und Satzungen, sondern auf einem tatsächlichen Gleichgewicht beruhen müsse sowie auf dem Interesse eines jeden Staates, ihn aufrechtzuerhalten, weil er ihm Nutzen bringe. Ein solcher Friede habe Mussolini vorgeschwebt, als er Deutschlands Kolonialforderung bekräftigte und, bevor es zu spät ist, an das Derantwortungsbewußtfein Europas appellierte. Der Friede, den das faschistische Italien anbiete, sei nicht ein Waffenstillstand, sondern ein dauerhaftes fest fundiertes Gebäude, dessen Errichtung aber Großzügigkeit und nicht einen kleinen Egoismus ooraussetze. Frankreich habe anscheinend die offenen Worte Mussolinis wiederum nicht verstehen wollen. Die Geschichte bleibe jedoch nicht stehen, und in wenigen Monaten oder Jahren werde sie auch mit diesen letzten längst überlebten Widerständen aufgeräumt haben.
Bestürzung in Paris.
Der plötzliche Urlaub Cerruttis hat in der Öffentlichkeit größte Ueberraschung hervorgerufen. Die Blätter bedauern den Beschluß der italienischen Regierung, ihren Botschafter zeitweilig abzuberufen, geben aber der Hoffnung Ausdruck, daß möglichst schnell Mittel und Wege gefunden werden mögen, um diesen unangenehmen Zustand schnell zu bereinigen. Petit Journal schreibt, man könne Mussolini nicht der Ungeduld bezichtigen, wenn er heute nach einernIahr fruchtloser Bemühungen seine Haltung der der französischen Regierung anpasse. Sie Epoque würde es für geschickter halten, wenn man sich von Frankreichs Seite in gewissen Grundsätzen weniger steif zeigen würde; wenn man sich beispielsweise zu Verhandlungen über d i e Anerkennung des italienischen Imperiums herbeigelassen hätte, würde man unter gewissen Zugeständnissen den französischen Interessen nützliche Dienste geleistet haben. Die Action Fran^aise schreibt, daß eine derartige Lage gerade in der gegenwärtigen Zeit sehr bedauerlich sei und die Gefahr in Europa nur noch vergrößere. Dahin habe eine dumme Politik von Ideologen und Parteiläufern Frankreich gebracht. Die Blätter der Linken bringen unfreundliche Kommentare. Die Humanitö freut sich ganz unverhohlen über die Versteifung der französisch- italienischen Beziehungen.
Beratungen über die Durchführung dieses Vertrages beteiligen. Wir haben aber in unserer Antwort auf die Einladung zum Ausdruck gebracht, daß Deutschland jederzeit bereit ist, bei dem Versuch einer Vermittlung zwischen Japan und China mitzuwirken, wenn für diesen Versuch die unerläßlichen Voraussetzungen gegeben sind, und wenn er in der geeigneten Weise unternommen wird. In dieser Beziehung möchte ich, ohne zu dem Konflikt selbst in irgendeiner Weise sachlich Stellung zu nehmen, darauf Hinweisen, daß ich es für einen h ö ch st unglücklichen Auftakt für die Einleitung von Versuchen zur Beendigung des Konfliktes halten würde, wenn diese Versuche sich von dem Geiste des Beschlusses inspirieren ließen, den der Völkerbund letzthin in der Angelegenheit gefaßt hat. Dieser Beschluß enthält allerdings nur noch einen dünnen Aufguß von Kollektioitätspolitik. Ich glaube jedoch, es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß, wie der Streitfall auch zu beurteilen sein mag, Mächte, die zwischen den streitenden Parteien vermitteln wollen, sich zu diesem Zwecke nicht auf den Stuhl des moralischen Sittenrichters setzen dürfen.
Eins aber mochte ich zum Schluß mit allem Nachdruck betonen: Wir hären nicht selten Stimmen aus dem Auslande, die die unbedingte Vorliebe für kollektive Sicherheitsmethoden ohne weiteres mit dem Willen zum Frieden und zur internationalen Zusammenarbeit gleichfehen und umgekehrt in der Ablehnung oder auch schon in der Kritik jener Methoden einen Mangel an Friedens- und Gemeinschaftswillen sehen wollen. Eine solche Gleichsetzung ist falsch und wird von uns auf das entschiedenste abgelehnt. Denn sich die Anhänger der Kollektivitätsidee weder durch die.Erfahrungen der letz- ten Jahrzehnte noch auch durch nüchterne Beurteilung der realen politischen Möglichkeiten t bekehren lassen wosten, bann mögen sie doch zumindest davon ablassen, für sich die höhere Moral und den besseren Willen in Anspruch zu nehmen. Sie mögen ihrerseits zeigen, welche greifbaren Resultate sie mit ihren Plänen erzielt haben. Ich sehe keine. In der Politik, auch in der Friedenspolitik, entscheidet aber der Erfolg, nicht die bloße Aufstellung schöner Ziele, die bestechend wirken mögen, die aber praktisch unerreichbar und deshalb wertlos sind.
Das Richtfest fürdas Saus desDeutschenRechK
München, 31. Okt. (DNB.) Am Sonntagnach- mittag fand das Richtfest des Hauses des Deutschen Rechtes in der Ludwigstraße beim Siegestor statt. Unter den ausländischen Gästen fiel die in Begleitung des Justizministers S o lm i nach München gekommenen italienischen Abordnung im Schwarzhemd besonders auf. Fanfaren leiteten den Festakt ein. Dann trat der Präsident der Akademie, Reichsleiter Dr. Frank, vor das Mikrophon und verlas, zunächst ein Telegramm des Führers und ührte weiter aus: Der Glaube an das Recht olle in diesem Hause seine stärkste Stütze finden, indem das Wissen um das Recht nach den Grundsätzen bewährter deutscher Forschungsarbeit hier seine zentrale Heimstätte finden werde. Diese Ausgabe sei eine der schönsten Sendungen, die der Führer der Akademie für Deutsches Recht erteilt habe. Hier' stehe ein zu Stein gewordener Pro- irammpunkt der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei. Nach den Liedern der Nation gab Ministerpräsident Siebert der festen Hoffnung Ausdruck, daß das Haus des Deutschen Rechts beitrage zur Vollendung der Worte: Ein Volk, ein Reich, ein Recht, ein Führer! Nachdem ein Zimmerpolier ien wohlgereimten Richtspruch vorgetragen hatte, schloß Dr. Frank den Festakt mit einem Sieg-Heil auf unser deutsches Volk, unser deutsches Recht und den Vorkämpfer für unsere Freiheit und unser Recht in der Welt, den Führer Adolf Hitler.
Oer Weg unmittelbarer Verständigung.
IV. 69 übernimmt die Tradition der ehemaligenGchuhtruppevon Kamerun.
Oie Erfolglosigkeit der Versuche kollektiver Zriedenssicherungen.
München, 30. Okt. In Ser Aula der Münchener Universität trat die Akademie für deutsches Recht zu ihrer vierten Jahresversammlung zusammen. Der Präsident der Akademie, Reichsleiter Dr. Frank, begrüßte die zahlreichen Gäste und wandte sich mit ehrenden Worten an den aus seinem Amte scheidenden stellvertretenden Präsidenten der Akademie, Geheimrat K/i s ch, dem er im Namen des Führers und Reichskanzlers als Anerkennung für seine hervorragenden Verdienste um die Rechtswissenschaft die G o e t h e m e d a i l l e für Kunst und Wissenschaft überreichte.
Der italienische Juistzminister S o l m i wies dann darauf hin, wie der aus großen Revolutionen der faschistischen und der nationalsozialistischen entstanden« Staat eine wirkliche Vervollkommnung des modernen Staates darstelle, wie er den Erfordernissen der aktiven Kräfte der Kultur entspreche, die die national« Gemeinschaft vom Abgrund der Demagogie und von den Zerstörungen der bolschewistischen Vernichtung retten konnte. Der neue vom Faschismus und vom Nationalsozialismus geformte Staat gestatte eine naher« und regere Teilnahme desDolkes am Leben des Staates. In den demokratischen Regimen bestehe dagegen nur der Schein der Freiheit und der Gerechtigkeit, da dort dunkle Kräfte herrschen, die der Staat nicht zu bewältigen vermöge.
Reichsminister des Auswärtigen Freiherr von Reurath
hielt dann einen Vortrag über die politisch« Kollektivitätsidee. Nach einleitenden Wort«n über das Verhältnis des Völkerrechtes zur Politik führte der Minister aus, daß der jetzt zum allgemeinen Schlagwort gewordene Begriff einer Kollektivitätspolitik oöer einer kollektiven Sicherheit natürlich aus der Ideologie des Völkerbundes stamme. Er wies auf die letzte Erklärung des englischen Ministerpräsidenten über den Völkerbund hin, wobei dieser anerkannt habe, daß der Völkerbund die Funktion der Friedenssicherung nicht erfüllt und daß es keinen Sinn mehr habe, das Vertrauen zu den Genfer Methoden immer aufs neue zu betonen. Wenn der englische Ministerpräsident aber m-r»1 .gesagt habe, man müsse das Versagen des Völkerbundes in erster Liste auf die Tatsache zu-
rückführen, daß sich ein Teil der mächtigen Staaten von Genf fern halte, so sei das eine Verwechslung vonUrsacheund Wirkung. In diesem Sinne legte der Reichsaußenminister ausführlich die groben Fehler und Lücken der Völkerbundssatzung dar, die sich von vornherein nicht als ein Friedensinstrument, wohl aber als ein bequemes Instrument für eine Politik qualifiziert habe, die auf die Verewigung eines gegebenen politischen Besitzstandes, auf die Erhaltung einer bestimmten einmaligen Machtposition gerichtet war. Im Anschluß daran wies der Minister nach, wie die Verquickung moralischer Versprechungen, utopischer Ideen und machtpolitischer Absichten dem Völkerbund in seiner Praxis zum Verhängnis geworden sei.
Nach allen Erfahrungen in und außer dem Völkerbund kann es als ein sicheres Gesetz gellen, daß ein wirksamer organisatorischer Zusammenschluß von Staaten nur insoweit möglich ist, als er ausschließlich zur Erreichung von Zielen dient, an deren Erreichung diese Staaten alle das gleiche Interesse haben. Aus der Erkenntnis dieser elementaren Tatsachen heraus ist die Reichsregierung stets dafür ein- getrelen, jedes konkrete internationale Problem nach den gerade dafür geeigneten Methoden zu behandeln, es nicht unnötig durch die Verquickung mit anderen Problemen zu komplizieren und, soweit es sich um Probleme zwischen nur zwei' Mächten handelt, dafür auch den weg unmittelbarer Verständigung zwischen diesen beiden Mächten zu wählen.
Einen sehr aktuellen Anlaß, sich mit der Frage oer für die Behandlung internationaler Konflikte 3U wählenden Methode zu befassen, bietet die für ?le Ochste Zeit in Aussicht genommene Brüsse- ler Konferenz, die über die fernöstlichen Verwicklungen beraten will. Deutschland hat die Einladung zu der Konferenz nicht annehmen können, weil diese sich auf Grund des sogenannten Neunmachtevertrages von 1922 mit der Anwendung per Bestimmungen dieses Vertrages beschäftigen soll. Da Deutschland dem Neunmächtevertrag nicht angehört, kann es sich logischerweise auch nicht an
Hamburg, 31. Okt. (DNB.) Harburg-Wilhelms» bürg hatte mit der feierlichen Traditionsübergabe der ehemaligen Schutztruppe für Kamerun an das 3. Bataillon des Infanterieregiments 69 einen großen Tag. Die neuen Kasernen, die durch Aus- chmückungen — darunter ein Relief an einer Steingrottenanlage, das die Züge des großen Afrikapioniers Major Dominik miebergibt ich ganz dem Charakter der früheren deutschen Kolonien anpassen, gaben einen treffenden Hintergrund für die Feier. Unter den Festteilnehmern bemerkte man mehrere hohe Offiziere der Schutztruppe mit dem letzten Kommandeur der Kameruner Streitkräfte, Generalmajor Zimmermann, den Kommandeur der 20. Division, Generalleutnant Schwandner, und den Regimentskommandeur des Infanterie-Regiments 69, Generalmajor von B r i e \ e n, ferner namhafte Vertreter der Partei und des Staates. Nach der Paradeaufstellung des 3. Bataillons, der nationalsozialistischen Formationen, sowie einer Schar von 100 früheren Kolonialkämpfern und einem Feldgottesdienst mit der Festpredigt des Divisionspfarrers der ehemaligen Schutztruppe, I a e ck e l, übergab Generalmajor Zimmermann die Tradition der ehemaligen Schutztruppe von Kamerun dem Bataillon.
Veichsärzteführer 0r. Wagner eröffnet dieVeichSschau „EwigesVols-
Die Reichsschau des deutschen Hygiene-Museums und des Hauptamtes für Volksgesundheit der NSDAP. „Ewiges Volk" wurde in den Ausstellungshallen des Hamburger Zoo durch Reichsärzteführer Dr. Wagner eröffnet. Nach Begrü- zungsworten von Gauamtsleiter Professor Dr. Holzmann gab der Leiter des deutschen HygienemuseumS Dresden, Professor Dr. Pak- heiser, eine Uebersicht über das bisherige auf- flärenöe Wirken des Museums auf dem Gebiet der gesundheitlichen Lebensgestaltung. Die neue Reichswanderschau „Ewiges Volk" zeige das Bestreben, durch unmittelbares Anschauungsmaterial und allgemeinverständliche Darstellung jeden Volksgenossen die Grundsätze nationalsozialistischer Gesundheitsführung und Rassenpolitik erkennen zu lassem Reichsärzteführer Dr. Wagner betonte, daß der Nationalsozialismus die Sorge und das Streben Ür den deutschen Menschen, für das deutsche Volk in den Mittelpunkt all seiner Arbeit gestellt habe, und erinnert« an bas Wort des Führers, daß es


