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Rund um das Flügelrad.

Oie Eisenbahner und ihre Reichsbahn.

Von Thomas Beeth.

von Militärabkommen mit Sowjetrußland wün­schen. Es sei notwendig, daß Frankreich mit Ber­lin ebenso t n Frieden lebe, wie mit Mos­kau.Wil wollen keinen Bürgerkrieg", rief Odin ous,Wir haben die rote Fahne auf den besetzten Fabriken wehen sehen! Das war eine schmerz­liche Ueberraschung."

Die Neutralität der Schweiz.

Genugtuung

über die Erklärung des Führers.

Bern, 27. Febr. (DNB.) Zu der Erklärung des Führers über die Neutralität der Schweiz schreibt derBerner Bund" u. a.:Nur ein unmiß­verständliches Wort kann Entspannung bringen. Es ist gesprochen worden und wird gute Wirkun­gen haben. Das Schweizer Volk wird die Er­klärung als das entgegennehmen, was sie wohl sein will: als feierliche Proklamation eines verantwort­lichen Regierungschefs vor der ganzen Welt, mittel­bar auch als eine Versicherung, dem Frieden die­nen zu wollen." Die .Neue Z ü r i ch e r Z e i - tung" schreibt:Die Erklärung ist in den Be­ziehungen unseres Landes zu Deutschland ein bedeu­tungsvoller und erfreulicher Akt. Die Genugtuung darüber wird nicht verringert durch die Tatsache, daß die hergebrachte Neutralität der Schweiz, um den von den Mächten anerkannten Charakter all­gemeiner Verbindlichkeit zu bewahren, einer Be­stätigung und besonderen Zusicherung an sich be­darf. Die Erklärung schafft volle Klarheit und Ueberemstlmmung über Wesen und Grundlage der schweizerischen Neutralität. Damit fallen eine Reihe von Mißverständnissen und Mißdeutungen, die in den letzten Jahren gelegentlich die Beziehungen zwischen der Schweiz und Deutschland zu belasten drohten. In sich zusammenfällt vor allem die immer wieder verbreitete These, daß die Mitglied­schaft der Schweiz im Völkerbund die allseitige Anerkennung ihrer Neutralität beeinträch­tige, und daß sie gerade Deutschland veranlassen könnte, Zweifel an der tatsächlichen Wahrung der schweizerischen Neutralität zu hegen und Vorbehalte an ihre künftige Respektierung zu knüpfen. Die Er­klärung des deutschen Reichskanzlers, die formell die Anerkennuna der von der Schweiz geübten Neutralität ausspricht, entzieht dieser Kampagne den Boden."

Spanische Bolschewisten mißachten das Note Kreuz

General Mola über den Charakter des nationalen Spaniens.

Salamanca, 1. März. (DNB. Funkspruch.) Vom Sonderberichterstatter des DNB. Der Heeres­bericht teilt mit, daß wiederholte Angriffe der bol­schewistischen Horden an der Asturien-Front von den nationalen Truppen vollständig zurück­geschlagen wurden. Die Bolschewisten hatten große Verluste und kamen nicht einen Schritt vor­wärts. Obwohl das Hospital in Oviedo deut­lich und weithin sichtbar durch Rote-Kreuz-Fahnen und Bemalungen gekennzeichnet ist, richtete die bolschewistische Artillerie ihr Feuer auf die Ge­bäude. In Somiedo wurden von den Marxisten einige Rote-Kreuz-Schwestern gefan­gen genommen und auf viehische Weise er- mordet.

Der Führer der Nordarmee, General Mola, sprach im Rundfunk über den Begriff des neuen spanischen Staates. Die Unabhängig­keit auch dem Ausland gegenüber sei Hauptprogrammpunkt dieses neuen, traditionsge­bundenen spanischen Staates. Spanien dürfe egoi­stischen Ratschlägen anderer Länder kein Ohr schen­ken. Der Staat müsse auf totalitären Grundsätzen aufgebaut, die Arbeit und die Produktion intensiviert und die Industrie rationa­lisiert werden. Die Jugend müsse eine vormili­tärische Ausbildung genießen, denn Autorität und Disziplin würden im Gemeinschaftsleben eine große Rolle spielen. Vor allem müsse das Heer ausge­bildet werden, denn es bürge allein für die natio­nale Unabhängigkeit.

Wie dieAction Franxaife" berichtet, gibt es immer noch Möglichkeiten, um trotz des Frei­willigenverbots über die Grenze zu kommen. Die Freiwilligen werden mit spani­schen Pässen ausgestattet. DerKonsul" der spanischen Kommunisten in Perpignan hat 10 000 Pässe bei einer Druckerei in Bordeaux be­stellt. Die neuenSpanier" werden an der Grenze als Abgeordnete oder Mitglieder von Ausschüssen vorgestelt oder dieFreiwilligen" werden auf Grund angeblicher Arbeitsoerträge alsSpe­zi a l ar b e i t e r" nach Spanien geschickt, oder die Freiwilligen" stellen sich als angeblicheSpa­nien-Flüchtlinge" aus dem von den natio­nalen Truppen besetzten Gebieten vor, dieFrank­reich nur auf der Durchreise berühren und nach Katalonien reisen wollen", oder dieFreiwilligen" werden als-^,S e e l e u t e" für die Besatzung kleiner Küstenfahrzeuge angeworben, und schließlich die Freiwilligen" werden mitDiplomatenpäs­sen" der spanischen Bolschewisten ausgerüstet.

Nüstungsverstärkung auch in Holland.

A m st e r d a m , 27. Febr. (DNB.) Der hollän­dische Militärhaushalt wurde in der Kammer gegen die Stimmen der Marxisten angenommen. Mini­sterpräsident Dr. C o l i j n teilte mit, daß 1936 und 1937 rund 89 Millionen Gulden (rund 120 Millionen RM.) mehr für Rüstungszwecke veraus­gabt werden als 1935. Davon entfallen jährlich 29 Millionen (rund 40 Mill. RM.) auf Flotten­ausgaben. 100 neue Flugzeuge feien be­reits geliefert oder in Bau. Artillerie und schwere Maschinengewehre seien vermehrt. Für das gesamte kriegsstarke Heer seien Gasmasken angeschafft worden. Acht neue Unterseeboote befinden sich im Bau. Der französisch - belgische Festungsgürtel bringe für Holland die Ge­fahr mit sich, in einem kommenden Kriege Kriegs­schauplatz zu sein, falls nicht schon jetzt Vorsichts­maßregeln ergriffen würden. Auch die Lage Nieder- ländisch-Jndiens lasse sich nicht mehr mit der frühe­rer Jahre vergleichen. Daher müsse das nieder­ländische Volk ohne Murren die höheren Rüstungs­ausgaben auf sich nehmen.

Amerika und dieSelbständigkeit derphilippinen.

Washington, 27. Febr. (DNB.) Der Präsident der Philippinen Manuel Q u e z o n ist in Washington eingetroffen. Quezon plant ein Volksheer nach Schweizer Muster, wenn die amerikanischen Truppen 1946 zurückgezogen werden. Der Präsi-

Es gibt viele Väter, die sich ungeachtet ihres eigentlichen Berufes für tüchtige Eisenbahnfachleute halten. Sie glauben, ihren Söhnen beim Spielen mit der Geburtstags-Eisenbahn, die munter durch das Zimmer rollt, unbedingtbehilflich" fein zu müssen. Ganz gegen den Wunsch der Sprößlinge natürlich, die es ja meistens viel besser wissen. Von der väterlichen Kunst sind sie schon deswegen wenig überzeugt, weil sie festgestellt haben, daß der Fami­lienchef nicht einmal weiß, was eine Tenderloko­motive ist. Eine solche haben sie sich nämlich ge­wünscht, eine Lokomotive, die ihren Kohlenbunker hinter dem Führerhaus und ihre Wassertanks neben dem Kessel hat, aber Vater meinte wohl, Lokomo­tive sei Lokomotive, und so steht nun eben eine Maschine da, die von den Jungen und ihren sach­verständigen Freunden alsveraltet" angesehen wird. Gibt sich Vater nun etwa noch eine weitere Blöße, indem er zeigt, daß er mit dem Kursbuch mcht umzugehen versteht, so ist es um seine Auto­rität in Eisenbahndingen zumeist geschehen.

Was wir hier im Kleinen sehen, gilt auch für das praktische Leben: Wir wissen eigentlich recht wenig von der Eisenbahn und ihren vielfältigen, interessanten Einrichtungen, die doch für uns da sind, und noch weniger von den Menschen, die den großen,feinnervigen Eisenbahnbetrieb erst mit Leben erfüllen, von unfertn Volksgenossen, dem Eisen­bahner. Die Heranwachsende Jugend scheint uns darin überlegen zu sein, wenn wir uns an unser Beispiel halten; sie nimmt wissensdurstig vieles auf; aber in der Regel versandet das später wieder, und übrig bleiben vielleicht einige wenige, die dann ein Gebiet aus vielen herausschälen und weiter verfolgen: sie sammeln Bilder von allen Lokomo­tiven der Welt, Fahrkarten und dergleichen, und damit ist es dann auch aus. Von der Eisenbahn selbst und ihren Männern wissen auch sie kaum etwas.

Wer von den 400 oder 800 Reisenden eines Zuges ist wohl schon einmal vor der Abfahrt nach vorn gegangen zur Lokomotive und hat daran gedacht, sich die beiden Männer anzusehen, die dort wirken, den Lokführer und den Heizer, denen die Sicherheit der Fahrgäste in erster Linie anvertraut ist? Wer mag einmal jener Eisenbahner gedenken, die, der Oeffentlichkeit verborgen, in den Stell­werken ihren verantwortungsreichen Dienst tun? Es werden ebenso wenige sein wie die, die beim Erwerb einer Fahrkarte am Bahnhofsschalter nicht nurdas Fahrgeld abgezählt bereithalten", sondern auch einen freundlichen Blick auf den Menschen hinter dem Schalterfen st er richten, der

deut will nicht die Selbständigkeit seines Landes aufgeben, um als amerikanische Kolonie wieder den vollen Genuß der Zollfreiheit für philippinische Er­zeugnisse zu erlangen. Vielmehr erstrebt er einen Handelsvertrag mit Vorzugszöllen und ist im übrigen bereit, mit Japan, Ita­lien oder dem Deutschen Reich genau so enge Handelsbeziehuntzen zu pflegen wie mit Amerika. Die amerikanischen Regierungskreise cheinen sich zu fragen, wie man den Philippinen zur gewünschten Selbständigkeit verhelfen könne, ohne Amerikas strategischen Stützpunkt im westlichen Pazifik zu gefährden. Präsident Quezon wünscht, daß bei fortschreitender Löslösung der Philippinen vom amerikanischen Wirtschafts­körper der Absatz ihrer Erzeugnisse (wie Zucker, Kokosnußöl, Hanf, Tabak usw.) in den Staaten nicht zu sehr behindert werden.

Japans Ziele im südlichen Pazifik.

Tokio, 28. Febr. (DNB.) Im Unterhaus fragte ein Mitglied der Minseito-Partei, ob die Regie­rung einen Nichtangriffspakt mit den Nie­derlanden erwäge. Gleichzeitig regte er an, mit den Niederlanden wegen der Ueb erlassung von Pachtgebiet auf Holländisch-Neu- g u i n e a zu verhandeln, wo auf einen Quadrat­kilometer nur ein Einwohner gegenüber 183 in Ja­pan käme. Der Ministerpräsident erklärte, daß Ja­pan keine territorialen Ziele in Nie- derländisch-Jndien verfolge. Auch gegen­über den Philippinen verfolge Japan keine politischen, sondern wirtschaftliche und kul­turelle Ziele. Mit A u st r a l i e n werde dem­nächst über japanische Einwanderung verhandelt werden. In politischen Kreisen wird ge- agt, daß Hayaschig damit wichtige Etappen der Entwicklung nach Süden aufgezeigt habe. Eine enge wirtschaftliche Zusammenarbeit mit den Philippi­nen, Niederländisch-Jndien und Australien, erweitert durch Einwanderungs-, Niederlassunas- und Pacht­rechte, könnte eine friedliche Lösung Der gerade jetzt dringenden Frage einer Neuregelung der Kolonial- und Rohstoff-Frage im Inter­esse der Belebung der Weltwirtschaft herbeiführen. Der naturgegebene Weg sei der, Japans lieber« beoölkerung zur Erschließung und Nutzung bisher unerschlossener Gebiete heranzuziehen.

Aus aller Welt.

Das achte Wunschkonzert des Neutschlandsenders.

Am Sonntagabend ging das Wunschkonzert f ü r das Winterhilfswerk, insgesamt das achte, über die Aetherwellen zu den Tausenden und aber Tausenden im Reiche und jensütts der Grenzen und brachte mit seinem bunten Programm Freude und Hilfe zugleich. Dem größten Aufgebot an Künstlern entsprach das große Aufgebot Der Wünschenden: Kriegsschiffbesatzungen und Beamte aller Sparten, Gemeinschaften von Hausbewohnern und Sport­klubs, Schulklassen und Betriebe in Hülle und Fülle, die Formationen der Gliederungen der Be­wegung, Stammtische und Kleinkaliberschützenver- eine, kurzum ganz Deutschland vereinte sich in allen Schichten auch in diesem Wunschkonzert wieder zu einer großen, hilfsbereiten Gemeinschaft. Nicht unerwähnt kann Die erneute großzügige Spende eines Bayerischen Stick st offwerks bleiben, dessen 2600 Mann starke Belegschaft ür ihren Wunsch, dieHymne der Arbeit", den gesamten Arbeitsverdienst des 30. Januar gespendet hat, die Summe von 14 619 RM. Dem Zeichen der Verbundenheit zwischen Soldat und Arbeiter brachte der Soldatenchor in Begleitung des Musik­korps eines Jnf.-Rgts. das weihevolle Lied den Spendern zu Gehör. Für die bisherigen sieben Wunschkonzerte sind außer unzähligen Sachspenden

ihnen diesen oder jenen Zug mit oder ohne Zu­schlag empfiehlt und, wie oft zu beobachten ist, Auskünfte am laufenden Band erteilt, von denen die eine so klipp und klar sein muß wie die andere. Das alles wird heute als nur zu selbstverständlich hingenommen.

Man meint vielleicht:Die paar Fahrten, die ich schon mit der Eisenbahn mache!" und glaubt, mit der Eisenbahn und den Männern vom Flügelrad nicht sonderlich viel zu tun zu haben. Ja, wie ist es denn nun aber beispielsweise mit den Kohlen jetzt im Winter, lieber Wenigfahrer, mit Den Kar­toffeln, dem Mehl, der Milch, die du doch brauchst? Sie alle fahren mit der Eisenbahn zu Dir, unD viele tausend Hände und Hirne im großen Reichsbahnbetrieb regen sich bei Tag und Nacht, um dich immer wieder aufs neue zu versorgen. Rechnest du dir einmal aus, wieviel Zentner Brenn­stoff, Lebensrnittel, vielleicht auch Futter für das Vieh und vieles andere mehr, du im Laufe eines Jahres verbrauchst, und fei es jeweils auch nur in kleinen Mengen, so wirst du entdecken, daß du au solchen Umwegen doch eigentlich einguter Kunde" der Reichsbahn bist, daß dich die Eisenbahner und ihre Reichsbahn also doch sogar sehr viel angehen. Denn die Tarife Der Reichsbahn z. B. für Die lebenswichtigen Güter nehmen auch auf Deine Lage Rücksicht.

Dies beDacht, wird dich der nächste Gang, der Dich an einem Bahnhof oder einer anderen Eisen­bahnanlage vorbeiführt, besinnlicher finden. Du überlegst wohl jetzt auch einmal, daß Dort unD in Den Güters ch u ppen, am blinkenden Schienen­weg, in den Bahnbetriebsämtern, Aus­besserungswerken und überall, wo Eisenbahner am Werk sind, auch für dich gearbeitet, gebessert und auf Fortschritt gesonnen wird. Und wenn du deine Urlaubsreise antrittst, freuft du dich ebenso über die soziale Staffelung der Preise für die Ferienkarte, Die Eisenbahner in ihrem Dienst an der Gesamtheit auch für dich geschaffen haben, wie du Anteil nimmst an dem Geschehen, das Dich während Der Fahrt begleitet: DahinstürmenDe Ma­schinen, blitzsaubere Wagen auf unendlichem Schie­nenband, auf- und niederklappende Signale und Wegschranken, die deinem Zuge sichere Fahrt schaf­fen, Befehlsstäbe, die in die Höhe gehen, um dich auf die Minute genau weiterzuführen. Alles in allem eine große Sinfonie der Arbeit, beseelt durch unseren Volksgenossen, den Eisenbahner, mit dem dich ein um so engeres Band verknüpft, als du das Bewußtsein hast: die Reichsbahn und ihre 663 000 Eisenbahner sind Diener des ganzen Volkes!

78000 RM. an Das Winterhilfswerk abgeführt worden, allein das achte Konzert vom Sonntag erbrachte 27 000 RM.

Schwere Schneestürme über England.

Schwere Schneestürme wüteten während des Wochenendes über den britischen Inseln und richteten großen Schaden an. Zahlreiche Schiffe ge= rieten in Seenot und sandten Hilferufe aus. Auch der Schiffsverkehr über dem Aermelkanal wurde stark behindert. In Schottland kam es zu den schwersten Schneefällen seit 50 Jahren. In Dover ereignete stch ein schwerer Bergrutsch. Herabstürzende Kalkmassen begruben einen Eisenhammer und an­grenzende Gebäude

Absturz eines Skiläufers am Nebelhorn.

Ein Skiläufer, der mit der Seilbahn auf den Gip­fel gefahren war, stürzte von der Nebelhorn- Nordwand mitsamt einer Mächte über die etwa 350 Meter hohe Wand in das Bottenschwanger Tal ab. Zur Zeit des Unglücks herrschte außerordentlich starkes Schneetreiben und Nebel. Die Personalien des Touristen sind nicht bekannt.

Ml dem Auto in die hochgehende Lahn.

Auf der Bauftrecke DausenauBad Ems der Lahntalstraße geriet ein Personenauto ins Schleu­dern. Es stürzte über die vier Meter hohe Stütz­mauer nach der Lahn zu hinab und verschwand in Den noch immer hochgehenden Fluten. Dem einzi­gen Insassen gelang es, unter Wasser Die Scheiben ZU zertrümmern und sich an die Oberfläche zu ret­ten. Der Wagen wurde von der Strömung abge­trieben und konnte noch nicht geborgen werden.

Ehepaar wegen Kindesmißhandlung zum Tode verurteilt.

Da Schwurgericht in Halle verurteilte das Ehe­paar Paul und Gertrud Kreutzmann wegen gemeinsamen Mordes zum Tode und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebens­zeit. Die beiden Verurteilten haben einen aus erster Ehe des Angeklagten stammenden zweijährigen Knaben, der ihnen im Wege war, zu Tode miß­handelt.

Zwei Bauern von einem Kraftwagen erdrückt.

Auf der Staatsstraße Fürstenfeldbruck- Augsburg wurden zwei betagte Bauern von einem Lastkraftwagen, der Die Fußgänger zu spät entdeckte, an einen Straßenbaum g e - drückt und tödlich verletzt. Der Kraftwagen war bei plötzlichem Abbremsen ins Rutschechn geraten unD unglücklicherweise gerade in dem Augenblick gegen einen Straßenbaum geprallt, als die bei­den Männer dort vorbei gingen.

Fünf Tote

beim Absturz eines australischen Verkehrsflugzeuges.

Ein feit dem 19. Februar vermißtes australisches Verkehrsflugzeug ist vollkommen zerstört und ausgebrannt in den Bergen an der Grenze zwischen Queensland und Neusüdwales aufgefunden worden. Die beiden Flugzeugführer und zwei Fahrgäste wa­ren beim Absturz der Maschine sofort getötet worden. Ein dritter Fahrgast fand den Tod, als er über eine Steilwand in Den Bergen herabstürzte. Die zwei überlebenDen Passagiere sind mit leichten Verletzungen Daoongefommen.

Ausschreitungen beim Bäckerstreik in St. Nazaire.

Der Bäckerstreik in der Gegend von St. Na- zaire nimmt ernste Formen an. DerMatin" be­richtet, daß infolge des Streiks unter Der Bevölke­rung große Unzufriedenheit herrsche. Die Brotver- sorgung durch das Heer sei völlig unzureichend. Stundenlang müßten Die Leute in endlosen Schlan­gen vor den Verteilungsstellen stehen. Dabei habe es sogar Verletzte gegeben. Eine Frau sei mit ein­gedrückter Brust ins Krankenhaus geschafft worden. In Penhoet hätten die Arbeiter die Scheiben des Verteilungslokals zerschlagen und das Brot ge- tohlen. In St. Nazaire fei ein Proviantwagen des Heeres überfallen und ausgeraubt worden. Ständig fänden vor dem Rathaus Kundgebungen statt, ohne daß Die Behörden für Die Wiederherstellung der

Ruhe sorgten. Jetzt habe man sämtliche Bäckereien beschlagnahmt, um genügend Brot Herstellen zu können. Denn man befürchtete, daß es, wenn Die Lage sich nicht bessere, unter Der Bevölkerung zu einer regelrechten Revolte käme.

Russen wehren sich gegen Das Stachanow-System.

Drei Angehöriae Des russischen Volkes, Die von Den grausamen Ausbeutungsmethoden des Sta - chanow-Syftems zur Verzweiflung getrieben worden waren, haben ihren Widerstand gegen dieses unmenschliche System mit dem Tode bezahlen müssen. Bis aufs Blut gepeinigt haben drei Wald­arbeiter bei Rodungsarbeiten im Bezirk von Posty- chew einen Stachanow-Auffeher und einen Meister erschlagen. Einen Parteisekretär, der wahrscheinlich Die Arbeiten in Augenschein nehmen wollte, hatten sie schwer verletzt. Dafür wurden sie jetzt vom Ge­richt zum Tode durch Erschießen verurteilt.

Zwei ausländische Betrüger unschädlich gemacht.

Ende 1936 kamen der Schweizer Albert Egli und der Italiener Pietro Caruso ohne Paß und Einreiseerlaubnis über die Schweizer Grenze nach Deutschland. Obwohl sie mittellos waren, mieteten sie sich in erstklassige Hotels ein. Mitunter zahlten sie durck) Betrügereien erlangte Teilbeträge und verschwanden, wenn ihnen der Boden zu heiß wurde. Die beiden Betrüger haben sich in zahl­reichen deutschen Städten aufgehalten und vermut­lich an weiteren Betrügereien Anteil. Die Polizei hat Die beiden Betrüger verhaftet und ersucht Ge­schädigte, sich zu melden.

Großer deutscher Sieg beim Oasenflug-Wettbewerb.

Für die Teilnehmer am Oasenflug-Wett­bewerb gab der ägyptische Aeroklub ein Bankett, auf dem Die Ergebnisse oerfünDet wurden. Die Kämpfe endeten mit einem schonen Sieg Der Deut­schen Fliegerei. Sieger ist Hauptmann Speck von Sternburg auf seiner Ju 86. Zweiter rourDe Luftsport-Hauptführer Thomsen auf einer Mes- serschmidtTaifun". Auf einer Caudron Simon rourDe Der Franzose Hansez Dritter. Vierter wurde der Präsident des Aeroklubs von Deutsch­land, Wolfgang von Gronau, ebenfalls auf einer MefferfchmidtTaifun".

Bergrutsch im Mißnergebiet.

Das regenreiche Tauwetker der letzten Tage hat in der Gemarkung von Laudenbach am Meißner durch herabstürzende Erb­massen erhebliche Flurschäden angerichtet. An einem Abhang Des Meißners stürzten mit Getose gewaltige Erdmassen ins Tal und verwüsteten 60 Morgen Ackerland unD Wiesenflächen.

Zwei Todesopfer eines Autounglücks.

Ein Verkehrsunglück ereignete sich auf der Straße MünchenHerrsching. Ein mit mehreren Personen besetzter Kraftwagen fuhr infolge Platzens eines Reifens in voller Fahrt auf einen Poftom- nibus auf. Zwei Frauen in dem Personenwagen wurde der Brustkorb eingedrückt, so daß der Tod auf der Stelle eintrat. Ein dritter Insasse trug schwere Verletzungen davon und wurde in bedenk­lichem Zustande in die Klinik eingeliefert.

Kleine politische Nachrichten.

Deutsch - norwegische Wirtschaftsverhandlungen haben zu einem neuen Abkommen über Den Zah- lungs- und Warenverkehr geführt, das abgesehen von einigen Verbesserungen auf zahlungstechnischem Gebiet, keine nennenswerten Aenderungen gegen­über Der bisherigen enthält. Die eine erhebliche Er­weiterung Des Warenverkehrs ermöglicht Hatte.

Die Rekrutierungen bei den e n g l i f ch e n L u f t- abwehrformationen, Die zur Territorial­armee gehören, sind ein Fehl sch lag gewesen. Man hatte beabsichtigt, zwei Divisionen mit je 20 000 Mann aufzustellen. Das Ergebnis aber zeigt, daß jede Division aus 7000 Mann besteht, so daß insgesamt üb er 25000 Mann zu wenig eien.

Anhänger Der Französischen Sozialpartei Des Obersten d e la Rocque, Die sich in einem Fabrik- gebäuDe in Der Nähe von Sedan getroffen hatten, wurden von mehreren hundert Marxisten angefal- len, wobei sie einen Toten und 15 Ver? letzte zu beklagen hatten.

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Wie ein Vertreter Der immer noch bestehenden abessinischen Gesandtschaft in London erklärte, wird der älteste Sohn Haile Sälafsies, Der ich zur Zeit in Jerusalem aufhält, an Den Krö- nungsfeierlichkeiten in London teil- nehmen.

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In sechs überfüllten Lichtspielhäusern N e u y o r k s explodierten am Sonntag fast zur gleichen Zeit Stinkbomben und Tränengas­bomben. Die Menschen stoben panikartig auf Die Straßen unD unterbanden damit eine Zeitlang Den Verkehr. Der Täter konnte in keinem Falle ermit­telt werden. Es wird angenommen, daß es sich um eine neue Streikdemonstration handelt.

Wetterbericht

Des ReichswetterDienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Die im Nord- und Dftfeegebiet liegende Tief- rruckwirbel überfluten von ihrer West- und Nord- eite her das europäische Festland mit kalter Mee­resluft. Unter ihrem Einfluß find auch bei uns die Temperaturen erheblich zurückgegangen. Im Gebirge hat sich wieder Frost eingestellt, unter Schnee- und Graupelschauern wird die Abkühlung zunächst weitere Fortschritte machen.

Aussichten für Dienstag: Verändert mit zeitweiliger Aufheiterung, aber auch wiederholte, Schauer (auch in den Niederungen meist Schnee oder Graupeln), bei kräftigen, teilweise böigen Win- den aus meist westlich und nördlicher Richtung für die Jahreszeit zu mild, nachts vielfach Frost.

Aussichten für Mittwoch: Noch immer unbeständig mit Schauern, nachts Frost.

Lufttemperaturen am 28. Februar: mittags 4,4 Grad, abends 1,5 Grad; am 1. März: morgens 1,2 Grad. Maximum 7,9 Grad, Minimum heute nacht 0,2 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 28. Februar: abends 3,4 Grad; am 1. März: morgens 1,8 Grad. Niederschläge 0,4 mm.

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen­leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. I. 37: 11 250. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- unD Steindruckerei R. Lange, K.°G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags

15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zett ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig,