Nr. 50 Erstes Blatt
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Wille zum Welthandel.
Noch steht die Internationale Automobil- und Motorrad-Ausstellung im Vordergrund des wirtschaftlichen Interesses, da öffnen sich auch die Pforten der Leipziger Frühjahrsmesse. Äst die Schau der Motoren ein Kind der neuen Zeit, so ist die Leipziger Messe der traditionelle Treffpunkt aller wirtschaftlichen Zweige; stellt die Auto-Ausstellung ein beherrschendes Zentrum der Derkehrsfragen und ihrer Wirtschaft dar, so treten in Leipzig die weltwirtschaftlichen Probleme deutlich hervor. In jedem Fall aber ist die Voraussetzung des Erfolges in dem hohen Stande der deutschen Leistung auf Grund anerkannter Wertarbeit zu suchen.
Die Leipziger Messe, zu der aus der ganzen Welt die Besucher strömen, wird wieder durch eine große Kundgebung der Kommission für Wirtschaftspolitik der NSDAP, eingeleitet. Ihre Bedeutung ergibt sich schon daraus, daß als Redner hierbei neben dem Leiter der Kommission Bernhard Köhler der sächsische Staatsminister Lenk und der deutsche Botschafter in London von Ribbentrop angekündigt waren. Diese Kundgebung bedeutet nicht mehr und nicht weniger als den Ausdruck des deutschen Willens zum Welthandel. Die deutsche Wirtschaft, als das Ergebnis der Schaffenskraft eines Volkes von fast 70 Millionen, läßt sich nicht ausschalten! Alle Versuche, durch Boykott oder Hetze das deutsche Erzeugnis im Welthandel zu verdrängen, finden eine entschlossene Abwehr. Tatsächlich sind die Feinde des Deutschtums und seiner Geltung draußen weitgehend zum Schweigen gebracht worden, womit aber nicht gesagt ist, daß sie ihr unterirdisches Treiben einstellen.
Gerade das letzte Wirtschaftsjahr hat durch die Zunahme des deutschen Außenhandels gezeigt, daß Deutschland als Abnehmer wie als Lieferant eine starke Kraft auf dem Weltmarkt darstellt, daß der deutsche Handel sich den Verhältnissen anzupassen weiß, um den Verlust alter Absatzfelder durch die Gewinnung neuer Gebiete auszugleichen. Es ist ferner dargetan, daß durch unsere — vom Auslande verschuldete — Devisenknappheit die starken Bande, die uns mit der Welt verbinden, nicht zerrissen werden konnten. Im Gegenteil: der Grundsatz, daß man nicht mehr kaufen soll als man bezahlen kann, hak einen festen und klaren Zustand geschaffen, mit dem auch andere Länder rechnen können. Im übrigen ist die öffentliche Devisenbewirtschaftung in so vielen Staaten der Welt eingeführt, daß wir uns in zahlreicher Gesellschaft befinden.
Deutschland erblickt aber, oft genug wurde es gesagt, in der gegenwärtigen Lage der Weltwirtschaft keinen Idealzustand. Die Möglichkeiten zu einem gesunden Warenaustausch liegen freilich nicht in unserer Hand. Wir haben aber durch die Gesundung der eigenen Wirtschaft einen wichtigen Beitrag geliefert, der andere Länder zur Nachahmung anregen sollte. Immer wird sich die deutsche Wirtschaft, die kein kapitalistisches „Ding an sich" ist, sondern Lebensausdruck einer neu gekräftigten Nation, verpflichtet fühlen, der Weltdas Beste zu bieten, was Erfindungskunft und Wertarbeit zu leisten vermögen. Von gesundem Volkswirtschaften aus muß sich die Neuerstarkung der Weltwirtschaft leichter durchführen lassen. Man hat uns von dem großen Felde der kolonialen Betätigung alles Recht verdrängt und zeigt noch immer keine Neigung, dieses Unrecht wieder gutzumachen. Trotzdem wird jetzt in Leipzig eine kolonial- unö trope nie chnisch e A usftellung eröffnet, die der Welt zeigen wird, welche Aufgaben Wissenschaft und Technik bei der Erschließung fremder Erdteile besitzen. Daß die deutsche Wirtschaft trotz aller Ungunst der internationalen Verhältnisse zu solcher kulturellen Leistung aus freier Initiative heraus fähig war, spricht für sich selbst.
Wer Weltwirtschaft treiben will, muß dem Strukturwandel Rechnung tragen, der überall und nicht nur im alten Europa vor sich ging. Die Zeiten sind vorbei, wo es darauf ankam, möglichst viele und billige Waren zu exportieren. Verkehr, Sport, Mode, Verbrauch und Arbeitsmethoden haben überall andere Wege eingeschlagen, als sie einst üblich waren. Die deutsche Erzeugung ist stets bereit gewesen, sich diesem Wandel anzupassen. Ein Lana wie das Deutsche Reich kann sich nach allen Opfern und Verlusten des Krieges und her Nachkriegszeit wirtschaftlich nur dann behaupten, wenn im eigenen Lande die Voraussetzungen neuen Aufstiegs geschaffen wurden. Ein Land, in dem der Bolschewismus droht, wäre für die Weltwirtschaft ein schlechter Partner. Ein Staat unter starker Führung aber überwindet auch die Schwierigkeiten der Umstellung auf den Weltmärkten, weil er keinen Dilettantismus und keine Jntereffenwirt- schaft in der Wirtschaftspolitik duldet. Es denkt niemand daran, anderen Ländern die deutschen Rezepte der Wirtschaftslenkung aufzudrängen. Wir sind zufrieden, wenn man sich auch heute vom Auslande her in Leipzig davon überzeugt, daß die deutsche Arbeit eine Leistungsschau geliefert hat, die dem eigenen Lande Ehre macht und anderen Rationen vieles zu bieten vermag. So wird die Leipziger Messe ein Bekenntnis der deutschen Wirt- 'chaft zum Welthandel sein, dem Deutschland auch ferner dienen will, im friedlichen Wettstreit der Völker!
Eine Kolonial- und Tropeniechmsche Besse. Leipzig, 28. Febr. (DNB) Am Sonntag ist ;um erstenmal im Rahmen der Leipziger Messe eine geschlossene Kolonial- und t r o p e n t e ch - mische Messe eröffnet worden, die gemeinsam ’om Kolonialpolitischen Amt der NSDAP, und
Oie Eröffnung der Leipziger Frühjahrsmesse.
Or. Ley legi den Grundstein zum „Haus der Deutschen Arbeitsfront".
.Leipzig, 28. Febr. (DNB.) In einer Feier, die zugleich die Eröffnungsfeier der Leipziger Frühjahrsmesse bildete, vollzog der Reichsorganisationsleiter und Leiter der DAF:, Dr. Ley, am Morgen des ersten Messesonntags die Grundsteinlegung zum Haus der Deutschen Arbeitsfront auf der Leipziger Messe, das im Mittelpunkt der Technischen Messe errichtet wird. Dr. Ley stellte fest, daß wir Deutsche, wie kaum eine andere Nation, auf unserem Raum beengt seien. Wir haben aber eines, das uns frei und glücklich macht, wir haben ein herrliches Volk, das hoch begabt ist. Wir können mit Stolz bekennen: Dieses Volk hat der Erde mindestens ebensoviel gegeben, wie die Erde diesem Volk gegeben hat. Das deutsche Volk ist unser Kapital, mit dem wir wirtschaften wollen und wirtschaften müssen. Der Ausdruck dieses Gedankens ist diese herrliche Schau deutscher Arbeit auf der Leipziger Messe. Seit mehr als 800 Jahren kommen hier die Menschen aus dem deutschen Raum zusammen. Es muß schon etwas Ungeheures sein, was so lange Jahrhunderte überdauert hat. Das ist mehr als der wirtschaftliche Wert, der in all dem liegt, das ist h ö ch st e Weltanschauung, deutsche Arbeit, deutsches Können und deutsche Leistung. So nimmt es nicht wunder, daß das neue Deutschland nun die wirtschaftliche Messe mit dem Geistigen der Arbeit paaren will, und daß wir in den Mittelpunkt dieses gewaltigen Messegeländes ein Denkmal, einen Tempel der Arbeit, der deutschen sozialen Ordnung und des neuen Deutschland überhaupt setzen. Die Arbeit in Deutschland ist nicht mehr eine Fron, nicht mehr eine Angelegenheit des Lohnes, sondern die Arbeit ist in Deutschland der Ausdruck höchster deutscher Ehre und deutscher Leistung und des deutschen Volkes überhaupt. Dr. Ley pries den deutschen Arbeiter, der auch in früheren Jahrzehnten niemals, wie man ihm vorredete, um materieller Vorteile willen gekämpft habe, sondern um feine Ehre, feine Achtung, seine Heimat und sein Vaterland, in dem er ein vollwertiger Bürger fein wollte. Adolf Hitler habe dem deutschen Arbeiter sein Vaterland und damit feine Ehre zurück- gegeben. So weihe er den Grundstein und damit den Baubeginn des neuen Hauses der Arbeitsehre und des Arbeitsstolzes, dem Geiste der Toten, die im Laufe der Jahrtausende für Deutschland gefallen sind. Der erste Hammerschlag des Reichsorganisationsleiters galt den Toten des Weltkrieges, der zweite den Toten der Bewegung und der dritte den Toten der Arbeit.
Das Haus der „Deutschen Arbeitsfront" wird mit der M e f s e h a l l e 7, der größten freitragenden Halle Deutschlands organisch verbunden. Die Freifläche vor dieser Halle, auf der der Bau errichtet wird, hat eine Breite von 120 Meter und eine Tiefe von 40 Meter. Die Plangestaltung und die oberste Bauleitung liegt beim Architekten des Führers, Speer, dem der Preisträger im Wettbewerb zur Umgestaltung des Messegeländes, Architekt S ch ü m i s ch e n (Leipzig), zur Seite steht. Das neue Haus wird in feinem Mittelteil eine Ehren
halle des deutschen schaffenden Menschen enthalten. Zu beiden Seiten der Ehrenhalle werden kleinere Hallen die Leistungen der weltanschaulichen Arbeit der Deutschen Arbeitsfront und des „Kr a f t-durch-Fr e ud e"- Werks zeigen. Die Höchstleistungen des Jahres finden hier alljährlich erstmalig ihren eindrucksvollen Niederschlag. Die Ausstellung soll das ganze Jahr über geöffnet bleiben. Die Halle 7, die während
der Messe die große Maschinenschau beherbergt, wird außerhalb der Messe zu einer „KbF.-Halle" ausgestaltet. Sie wird zu einer Art überdachten Sportplatz. Dadurch wird die Halle künftig 40 000 statt bisher 20 000 Menschen fassen können. Hier sollen nun Veranstaltungen von „KdF." sportlicher Art und Feierabendoeranstaltungen durchgeführt werden. Es ist sogar an die Errichtung einer Sommer-Eisbahn gedacht.
Die SchlWlflellmig des Kaufmanns in her Bolkswirlschast.
Leipzig, 1. März. (DNB.) Auf dem Presseabend der Messe hielt der Leiter der Reichsgruppe Handel, Professor Dr. Lüer, einen Vortrag über das Lebensrecht des Handels und seiner Träger, der Kaufleute. Das Fehlurteil über das Wesen des Handels beruhe auf einer unorganischen Vorstellung dessen, was wir als volkswirtschaftlich produktiv anzusprechen haben. Produktiv sein heiße nichts anderes als nützlich fein. Die Güterschaffung sei mit der Herstellung eines Gutes wirtschaftlich nicht abgeschlossen. Die den Dingen innewohnende Nützlichkeit sei an den Stätten der Erzeugung noch in ihnen gebunden. Der Handel entfessele gleichsam die Nützlichkeit der Güter durch das Verbringen in den Raum des Verbrauches in richtiger Menge und Qualität zur Zeit des Bedarfes. Erzeugung und Verbrauch bedingten sich wechselseitig, sie strebten einander zu. Der Handel schließe als verbindendes Mittelding die Kette. So gesehen stehe der Handel im Mittelpunkt des Wirtschaftsablaufs. Er habe eine Schlüsselstellung inne, die ihn ermächtige, Erzeugung und Verbrauch in ihrer Gestaltung wesentlich zu beeinflussen.
Die Bezeichnung „Verteiler" treffe das Wesen des Handels in keiner Weife und gehe an der produktiven und werlefchaffenden Tätigkeit vorbei. Wäre der handel wirklich nur ein mechanischer Verteiler, so könnke diese Funktion von anderen Einrichtungen in gleicher Weise ausgeführl werden. Der praktische Versuch einer solchen mechanischen verbeamteten Wirtschastsaussassung Hal in der bürokratischen Sozialisierung des bolschewistischen Handels seine verheerenden Folgen für die Volkswirtschaft erwiesen. Die Funktionen des Handels als solche seien unentbehrlich und könnten nur von seinem selb st än- digen Träger erfüllt werden: dem wirklichen Kaufmann.
Von besonderer Bedeutung sei der Kaufmann im Außenhandel. Bei der Erschließung neuer Wirtschaftsgebiete fei er der Pionier, dessen Wagemut und Ausdauer für die Intensität der wirtschaftlichen Beziehungen entscheidend seien. Unsere
Kolonialgeschichte beginne mit den Taten deutscher Kaufleute. Infolge des Zusammenbruches der Weltwirtschaft in ihrer alten Form sei allerdings heute der Kaufmann in den Entfaltungsmöglichkeiten feiner Leistungen stark eingeengt. Während dieser uns auferlegten Zwangslage des Außenhandels dürfe aber das in unserer Kaufmannschaft investierte Kapital, die Erkenntnisse und Erfahrungen, nicht verkümmern, denn es werde die Zeit kommen, wo es eingesetzt werden müsse. Durch jede nur mögliche Einschaltung bewährter Firmen könne dieses zur Zeit brachliegende Kapital vor der langsamen Aufzehrung bewahrt werden.
Auch unser Binnenhandel, stehe unter einem Ausnahmegesetz, dadurch bedingt, daß sich die Wirtschaft in einem Uebergangsstabium befinde. Wie im einzelnen die künftige Entwicklung unserer Wirtschaft sein werde, ob ihre Gestaltung einen Strukturwechsel bringen werde, darüber könne noch nichts gesagt werden. Das Instrument, durch das die Wirtschaftsführung eine gleichmäßige harmonische und organische Weiterentwicklung aller wirtschaftlichen Funktionen und ihrer Träger ermöglichen könne, sei eine sinnvoll gestaltete Marktordnung.
Die Marktordnung verhindere nicht die Auswirkungsmöglichkeit persönlicher Tüchtigkeit im Wettbewerb. Sie sehe nur die Regeln des Kampfes fest nach den Grundsätzen der kaufmännischen Anständigkeit und der sozialen Verbundenheit. Darüber hinaus aber erhalte die Marktordnung ein großes wirtschaftspolitisches Gewicht, wenn ihre Handhabung bewußt geübt werde unter dem Gesichtspunkt des nationalsozialistischen Zieles der Erhaltung einer gesunden wirtschaftlich selbständigen Mittelschicht.
Der Handel gehe in die Zukunft in dem festen Glauben, daß die Fesseln, je mehr sich der weltpolitische Horizont aushelle, gelockert werden können; denn das Ziel der deutschen Wirtschaftspolitik fei nicht die Verminderung des internationalen Güteraustausches. Das fordauernde Ansteigen der Mengen der Austauschgüter im Außenhandel spreche überzeugend gegen das Schlagwort einer von Deutschland angeblich betriebenen Jsolierungspolitik.
vom Leipziger Messeamt geschaffen ist. Eine eigene Ausstellungshalle von 4000 Quadratmeter Fläche ist auf dem Gelände der Technischen Messe für diese technisch, wirtschaftlich und wissenschaftlich gleich bedeutsame Sondermesse bereitgestellt. Diese Messe will neben einer Sammlung der bereits vorhandenen kolonialwirtschaftlichen Kräfte die Privatinitiative in der deutschen Wirtschaft auf die kolonialen Fragen lenken und die For - schungs- und Erfindertätigkeit auf t r o p e n t e ch n i s ch e m und hygienischem Gebiet fordern. Lehrschauen deutscher wissenschaftlicher Institute vereinigen sich mit den Ausstellungen der bedeutendsten Herstellerfirmen für koloniale Bedarfsartikel und besonders tropengeeignete Waren zu einem eindrucksvollen Bild der Kultur- und Pionierarbeit, die von Deutschen in den Kolonien und den Tropen bisher geleistet worden ist und auch ferner geleistet wird. Die deutsche Ausfuhrindustrie und der deutsche Außenhandel zeigen auf dieser wirtschaftlichen Kolonialschau ihre absolute Konkurrenzfähigkeit, ihre Anpassung an Märkte in nicht eigenstaatlichen Wirtschaftsräumen und ihren Willen zur Mitarbeit im großen Gefüge der Weltwirtschaft.
Der Rundgang beginnt mit einer kolonial- forstlichen Schau, die das Institut für ausländische und koloniale Forstwirtschaft an der For st hoch schule Tharandt zusammengestellt hat. Hier wird zunächst Deutschlands Holzverbrauch und Einfuhrbedarf dargestellt und gezeigt, daß das Holzoersorgungsproblem für Deutschland nur mit der Kolonialfrage gelost werden kann. Schon aus Gründen der Gleichberechtigung wird der Anfpruch Deutschlands auf eigene Kolonialwirtschaft deutlich gemacht. Die Deutschland genommenen Kolonien weisen eine Bewaldung auf, die das Dreifache der deutschen Waldfläche beträgt und Deutschland reichlichste mit Hölzern verschiedener Verwendungsart, vom Luxusholz bis zum Papierholz, und darüber hinaus mit Nebenerzeugnissen, wie Palmöl, Kautschuk, Gerbstoffen, Faserstoffen usw. versorgen könnte. Schließlich werden die kolonialforstlichen Vorarbeiten gezeigt, die bereits in Deutschland und von Deutschen geleistet worden sind, namentlich durch botanische,
technologische, chemische und bodenkundliche Forschungen. Das Institut für Schiffs- und Tropenkrankheiten, das in vorbildlicher Weise den Kampf gegen die Tropenkrankheiten fuhrt, hat eine jehr lehrreiche Wanderausstellung über Verbreitung, Ursache und wirkungsvolle Bekämpfung der wichtigsten Tropenkrankheiten beigesteuert. Ergänzt wird diese Schau durch Darstellungen der auf dem Gebiet der Tropenmedi
zin führenden deutschen Arzneimittelindustrie. Besonders umfangreich ist die Bergakademie Freiberg, die älteste technische Hochschule der Welt für das Berg- und Hüttenfach, beteiligt. Das Geologische Institut zeigt eine übersichtliche Sammlung der wichtigsten Mineralvorkommen der Welt. In den Firmenschauen wird nahezu alles gezeigt, was der Kolonifator und der Eingeborene an Artikeln gebrauchen.
Das Sudetendeutschtum fordert Selbstverwaltung.
Konrad Henlein auf einer Kundgebung der Sudetendeutschen Partei.
Aussig, 28. Febr. (DNB.) Die Sudetendeutsche Partei hielt in Aussig eine große Tagung ab. Von den Wänden des großen Versammlungsraumes grüßten die Fahnen der Bewegung und die Staatsfahne, als unter brausenden Zurufen Konrad Henlein und Dr. K r e i ß l - Bodenbach zeigten, wie im Gegensatz zum alten Oesterreich die Entwicklung in der Tschechoslowakei gegen d i e Selbstverwaltung in den Gemeinden gerichtet war. Er verlangte daher die Wiederherstellung der ursprünglichen Freiheit der Gemeinden unö vor allem Gemeinbewahlen, öamit öer Wille öes Volkes auch hier zum Durchbruch komme. AbgeorÖneter Frank gab einen Rückblick über öie bisherigen „Etappen fuöetenöeutscher Politik". Die in St. Germain übernommenen Verpflichtungen her tschechischen Regierung, aus öer Tschechoslowakei eine 21 r t „höherer Schweiz" zu machen, seien ebenso wenig eingehalten moröen, wie öie Minber- heitenschutzbestimmungen. Trotz öes Eintritts su- öetenöeutscher Parteien in öie Prager Regierung fei ein weiteres Abgleiten öes Rechts unö öes Besitzstands öes Suöetenöeutschtums eingetreten. Auch nach öem suöetenöeutschen Wahlsieg vom Mai 1935 habe man öie angebotene Hand zum Frieben aus- geschlagen. Nun versuche man, mit öeutschen Splitterparteien zu einer Art Ausgleich zu gelangen.
In Wirklichkeit mürben aber nur alten Versprechungen neue hinzu gefügt. Die deutsch - tschechische Frage könne nur mit b e r Mehrheit bes Subetenbeutschtums burch gesetzliche Vereinbarungen gelöst werben.
Konrad Henlein
erklärte, trotz aller Schicksalsschläge seien bie Su- betenbeutschen seelisch unb biologisch ungebrochen; es sei ein Irrtum gewesen, zu glauben, sie würben burch bie wirtschaftliche Verelenbung Bereuten ober man könne bie kulturelle Verbunben- heit ber Subetenbeutschen mit ihrem großen Mut- tervolk unterbinben. Nur mit Anwenbung brutalster Gewalt könne ein tschechischer Nationalstaat verwirklicht werben. Die Subetenbeutschen können nicht zulassen, baß bie ihnen verbürgte freie Entwicklung in eine Babyloni - s ch e Gefangenschaft umgeroanbelt werbe. Jeber Subetenbeutsche sei ehrlich bavon überzeugt, baß ber Friebe in ber Tschechoslowakei nur burch Anerkennung ber Volkspersönlichkeit unb ber Volkstumsgrenze hergestellt werben könne. Die Grunbsatze für bie gerechte Lösung ber Nationa- litätenfrage seien bie E inführungberSelbst- Verwaltung, bie bie Einheitlichkeit unb bie Größe bes Staates nicht verletze, weiter auf (9runb


