ordnete keinerlei
Australiens Kriegsmaßnahmen.
Stockholm, 30. Juli. (Europapreß.) Ungefähr ein Viertel der australischen Milizstreitkräfte soll vom 1. Oktober dieses Jahres an zu einer vollen Dienstperiode einberufen werden. Der australische Kriegsminister erklärte, daß die neuen Bestimmun. gen Voraussetzungen schaffen würden für eine schnelle Mobilisierung im Falle eines Ausnahmezu« standes. Bei bet Kiellegung des 9000 Tonnen großen ersten australischen Handelsschiffes, das auf Grund des neuen australischen Schiffbauprogramms gebaut werden soll, erklärte Premierminister Menzies, daß in naher Zukunft drei bis vier Handels, schiffe je Monat in Australien vom Stapel laufen würden.
Ersatz für die Verluste der britischen Mittelmeerflotte.
La Linea, 30. Juli. (Europapreß.) Zur Er- setzuna der jüngsten englischen Schiffsverluste im Mittelmeer sind jetzt vom Atlantik her ein Panzerkreuzer, zwei Kreuzer, vier Zerstörer und zwei Hilfskreuzer in Gibraltar eingelaufen. Die Zahl der Verwundeten, die nach dem letzten Seegefecht im Mittelmeer nach Gibraltar gebracht wurden, beträgt mehr als 200, unh die Zahl der Toten ist beträchtlich. Um der Bevölkerung von Gibraltar diese schweren Verluste zu verheimlichen, hat man die Leichen nicht auf dem Friedhof beigesetzt, sondern sie im Meer bestattet.
Weitere Einschränkungen des Oel- verbrauchs an der USA. Ostküste. .
Washington, 30. Juli. (Europapreß.) Das Office of Petroleum Coordination beabsichtigt, den Treibstoffverbrauch in zwei Wochen zunächst durch Verbot des Nachtverkehrs zwischen 7 Uhr abends und 7 Uhr morgens einzudämmen. Die spätere Rationierung hängt vom Erfolg der freiwil- ligen Einschränkungen an der gesamten Atlantik- küße ab, welche unter normalen Verhältnissen Läg
ern Zusammenschluß von allerlei Vereinen und Gewerkschaften gewesen. Man beschloß, seine Tore den Intellektuellen zu öffnen. Nach 1918 wurden die Satzungen geändert, so daß auch Nichtgewerk- schastsmitglteder durch ein System von Ortsgruppen unmittelbar Parteimitglieder werden konnten, dann kam der Einstrom der früher konservativen oder liberalen Akademiker, Juristen, Lehrer, Aerzte. Es kamen Attlee und Dalton, Cripps und Laski, Leesmith und Treoelyan, Männer, die mit dem Aufbau der eigentlichen Arbeiterbewegung nie etwas zu tun gehabt hatten. Sie besetzten Stellungen im Vollzugsausschuß der Partei und während der Regierungszeit der Arbeiterpartei auch Ministerämter. Cripps war Generalstnatsanwalt und wurde 1931 als Abgeordneter der Arbeiterpartei ins Unterhaus geholt.
Die Intellektuellen waren mit der Arbeiterpartei unzufrieden, weil sie ihnen zu konservativ war. Sie strebten nach revolutionären Schlagworten, sie waren nicht wie die englischen Bergarbeiter mit ein paar Pennies Lohnerhöhung zufrieden. Nach dem völligen Zusammenbruch der Arbeiterregierung 1931 kam ihre große Stunde. Seitdem steht Cripps in der vorderen Reihe der „Arbeiterführer". Er war der lauteste Rufer im Streit nach der Volksfront und dem unverhüllten aktiven Eingreifen Englands zugunsten Notspaniens. 1937 baute er aus seiner Liga, der Kommunistischen Partei Grohbri- tanniens und der Unabhängigen Arbeiterpartei eine „Einheitsfront", an die sich dann die große Arbeiterpartei und die liberalen Reste anschllehen sollten.
Die Gewerkschaftssekretäre der offiziellen Arbeiterpartei wurden vor soviel Betriebsamkeit stutzig und schlossen das Mitglied ihres Vollzugsausschusses Cripps mit seinen Anhängern im Jahre 1938 aus der Partei aus. Sie wollten ihre Ruhe auch durch marxistische Agitation nicht gestört haben. Die früheren Packer oder Metallarbeiter gingen mit den Lords der konservativen Partei, während die Rechtsanwälte und Professoren aus vornehmen Familien und Schulen Revolutionsreden hielten.
Dabei brachen natürlich die Verbindungen zu ihren Verwandten und zu ihren Schulkameraden nicht ab. Devin mag Cripps nicht leiden, aber Eden und Cripps verstehen sich ohne weiteres. Als Anthony Eden von Churchill wieder zum Außenminister gemacht wurde, konnte Cripps die Ecke verlassen, in die ihn die sturen Biedermänner der Arbeiterpartei geschickt hatten. Er ging als Botschafter nach Moskau und baute weiter an der 1937 begonnenen „Einheitsfront".
Zum Teil liegt die englische Kriegsschuld bei den hartstirnigen, reaktionären Besitzbürgern. Ein noch ■größerer Teil der Kriegsschuld aber liegt bei den Intellektuellen, denen der „antifasHistische" Krieg die Erlösung aus ihrer eigenen Ausweglosigkeit bringen sollte. Es ist ein Symbol, daß es Eden war, der Cripps nach Moskau geschickt hat. Welch ein Schauspiel für müde Seelen hätte der Brand Europas werden können!
„Herrschaft der Gchulschlipse"
Britische Kritik
des englischen Regierungsshstems.
Stockholm, 31. Juli. (DNB. Funkspruch.) „Das englische Volk wird von Schulschlipsen regiert!" erklärte in einer der letzten Ünterhaus- sitzungen der konservative Abgeordnete Captain Cunningham-Reid. Englands Regierung liege in Den Händen der ehemaligen Zöglinge der alten Schulen Eton, Har- row ober Winchester, und die Träger der traditionellen Schlipsfarben dieser Schulen hätten das Land völlig in ihrer Hand. „Die Herrschaft der Schul- schlipse in der Politik ist die größte Gefahr, die England heute droht", sagte der Abgeordnete. „Dieses System hat der jetzige Kriegsminister und ehemalige Einpeitscher der Konservativen, Captain Marg es- Ion, zu einer wahren Kunst herausgebildet. Kein Unterhausmitglied kann auf eine wahre Laufbahn hoffen, wenn es nicht diesem System entspricht. Kandidaten für höhere Posten können zwar fähig sein, aber die Hauptsache ist, daß sie der sogenannten erblichen herrschenden Klasse angehören und daß sie brave Mitglieder der konservativen Partei sind, die niemals unbequeme Fragen stellen oder allzu große persönliche Entschlußkraft zeigen. Sind sie außerdem noch gute Jagdreiter, so ist ihre Laufbahn gesichert. Während nach diesen Grundsätzen Männer für die Schlüsselstellungen der englischen Politik ausgewählt werden, haben Abge- Aussichten vorwärtszukommen, wenn sie diesen Maßstäben nicht entsprechen oder keine versönlichen Freunde in hohen Stellen haben. Obwohl einige Sozialdemokraten und Liberale heute in der Regierung sitzen, befinden sich mehr als 60 v. H. aller ausschlaggebenden Stellungen in den Händen der alten Schulschlipse, der größte Teil des Ministeriums Churchill wird von ihnen gestellt."
lich 1,2 Millionen Faß Treibstoff verbrauchen. Die Oststaaten nehmen 36 Prozent des gesamten Treibstoffoerbrauchs der Vereinigten Staaten in Anspruch.
Oer Oollarimperialismus in Bolivien.
Buenos Aires, 31.Juli. (DNB.Funkspruch.) Nachdem bereits das gesamte bolivianische Flugwesen praktisch von den USA. an sich gerissen worden ist, gehen die Nordamerikaner dazu über, auch die militärische Kontrolle im
Flugwesen in ihre Hand zu bringen. „Nacion" gibt, eine Reutermeldung aus Washington wieder, wonach der dortige bolivianische Botschafter eine längere Unterredung mit Sumner Welles gehabt habe. Dabei sei die Entsendung der USA. - Militärflugmission nach Bolivien in allen Einzelheiten besprochen worden. Diese erstmalig nach Bolivien gehende Mission solle u. a. die Ausbildung der bolivianischen Militärpiloten übernehmen. Ein entsprechendes Abkommen solle im August unterzeichnet werden.
Roosevetts Krieg im Dunkeln.
Pon unserer Berliner Schriftleitung.
Die Kriegstreiber in USA. scheuen kein Mittel, um die südamerikanischen Staaten für ihre dunklen Zwecke dienstbar zu machen. Die Erklärung des Majors Belmonte hat schlaglichtartig die Umtriebe und Fälschungen Roosevelts beleuchtet. Der USA.- Unterstaatssekretär Sumner Welles weigert sich aber, die Anklage zu beantworten, die mit den Erklärungen Belmontes und durch die Feststellungen der deutschen Presse gegen die amerikanischen Methoden erhoben worden sind. Man sucht durch die dickfellige Taktik des Totschweigens das eigene Schuldbewußt- fein zu verdecken. Eine besonders üble Rolle spielt in den USA. der Dies-Ausschuß „zur Bekämpfung unamerikanischer Umtriebe". Der Chef dieser illustren Gesellschaft namens Dies gab offen zu, daß seine Organisation an der Beschlagnahme des deutschen Kuriergepäcks in Argentinien mitbeteiligt war. Er fügte diesem Geständnis noch die Behauptung hinzu, daß Deutschland in Südamerika über rund 1 Million Soldaten verfüge, die dazu bestimmt seien, die Vereinigten Staaten daran zu hinderm England zu helfen. An Phantasie fehlt es diesen Lügnern nicht. Weiter bemerkt Dies, er wolle es dahin bringen, daß die öffentliche Meinung die Deportierung von Hunderttausenden Deutschen fordern werde. Man sieht die Methoden der Fälschung, der Spionage und des Terrors, die von nordameri- kanischer Seite eingesetzt werden, um die ibero- amerikanischen Staaten unter den schärfsten Druck zu setzen. Die Schwarzen Listen, die in Nordamerika über 1800 südamerikanische Firmen aufgestellt wurden, sind der beste Beweis für die Industriespionage, die gegenüber den neutralen Staaten ausgeübt wird. Radio Boston hat zudem noch die dreiste Stirn zu erklären, der Hauptzweck der Schwarzen Listen sei,
die Unabhängigkeit der südamerikanischen Länder zu bewahren. Sie seien durchaus kein Eingriff in ihre Politik. Wie diese „Unabhängigkeit" beschaffen sein soll, haben die Vorgänge in Bolivien und Argentinien deutlich bargetan unb darüber, was „Politik" ist, braucht man, mit ben Agenten Roosevelts nicht zu streiten.
Spanien znm Fall Belmonte.
Madrib, 30. Juli. (Europapreß.) Das Thema Belmonte nimmt auch weiterhin in ber spanischen Presse breiten Raum ein. Die Zeitung „Madrid" ieht in der Ausweisung des deutschen Gesandten n Bolivien den Auftakt einer politischen und wirt- chaftlichen Offensive der Vereinigten Staaten gegen die ibero-amerikanischen Länder und unterstreicht, daß eine solche Offensive Spanien nicht gleichgültig lassen könnte. „Wir wissen nichts Genaues über den Vorfall", so fährt das Blatt fort, „aber wenn wir uns überlegen, wem er nützt, und wenn wir uns daran erinnern, mit welchen Methoden gewisse Regierungen ihre Ziele zu erreichen suchen, bann können wir nicht anders als den Angaben des deutschen Diplomaten Glauben schenken." Es sei nicht unwahrscheinlich, so meint bas Blatt, daß in Washington ein ähnliches Laboratorium bestehe wie es ber Secret Service besitze, für das bie Herstellung der Dokumente ein Kinderspiel sei. Zahlreiche Vorfälle in Jbero-Amerika bewiesen die Skrupellosigkeit des Vorgehens der Pankees und daß alles geschehe, um bie Monroe-Doktrin, bie man bereits in bezug auf Europa geändert habe, nun auch für Jbero-Amerika abzuwandeln. Ganz Amerika solle nach Roosevelts Idee den Vereinigten Staaten gehören.
Neuer Beweis für die Angriffsabsichten der Sowjets. Seheimbefehle über Marschräume und Stoßrichtung der is. Sowjetarmee.
Berlin, 30. Jull. (DNB.) Nachdem bereits Einzelheiten über bie Zusammensetzung, Marschräume unb Stoßrichtung von sechs bolschewistischen Armeen gegen Ostpreußen unb bas nördliche Generalgouvernement aus gefundenen Dokumenten oeröf{entlieht werden konnten, liegt jetzt ein neues Beweisstück für die Angriiffsabsicyten ber Sowjets vor.
In Luck wurde in einem Dienstraum ber Sowjetarmee ein weiterer verschlossener Tresor entdeckt. Reden Befehlen, Anweisungen und Geheimschriftstücken aller Art, wurde auch dieKriegs stärk e- Nachweisung der 15. Sowjetarmee auf- gefunden. Gemäß vorliegender Order sollte diese Armee dis zum 17.Juli, morgens 8 Uhr, mit insgesamt 319 569 Mann in voller Kriegsstärke zu m Einsatzbereit stehen.
Die Armee setzte sich aus dem XIII., X., II. und IV. Schützenkorps zusammen. Das XIII. Korps umfaßte zwei Divisionen mit 42 138 Mann, rund 9000 Pferden, 1207 Maschinengewehren, 344 Geschützen und 2500 Fahrzeugen. Die drei anderen Korps hatten je drei Divisionen und waren durch Arti-lle- rie-Regimenter, Dankbrigaden und chemische Bataillone verstärkt. Die Reserve bestand aus 31880 Mann. Außerdem war der Armee die 5. Jagdflieger- und die 7. Zerstörer-Division mit 516 Maschinen zu- geteilt.
Diese gesamte bolschewistische Streitmacht, bie mit anderen für einen Einfall in Mitteleuropa vorgesehen war, wurde durch das rechtzeitilge Eingreifen der deutschen Wehrmacht völlig zerschlagen und damit die Bevölkerung ber Ostgebiete vor unendlicher Not und blutigem Terror bewahrt.
Die leeren Meere.
Die Hoffnungen Churchills, der Kampf gegen den Bolschewismus werde England entlasten, die beut», sehe Luftwaffe, im Osten beschäftigt, werde den brt- tischen Luftstreitkräften aus Mangel an Abwehr im Westen kein Paroli entgegensetzen unb die Schlacht im Atlantik werde durch das neue deutsche jtriegsgebiet, die Ostsee, zu Gunsten Englands ausgehen, alle diese und ähnliche Erwartungen sind sehr schnell abgewelkt. Denn in der Luft Haven wir trotz der Beschäftigung eines Teiles unserer deutschen Luftstreitkräfte im Osten, die Engländer gründlich geschlagen, und die Schlacht im Atlantik geht weiter, zum Kummer nicht nur Churchills, sondern auch Roosevelts. In dieser Hochsom, mergelt sind im Atlantik und den nördlichen Gewässern die Tage lang und die Nächte kurz unb hell. Das erschwert naturgemäß die Tätigkeit unserer angreifenden U-Boote, aber diese für England günstige Situation, deren Dauer allerdings beschränkt ist, hat England nicht auszunutzen vermocht. Es hat vielmehr, wie auch neutrale Schiffahrts. kreise feststellten, feinen Seeverkehr auf. fällig eingeschränkt, und die Gründe dafür sind so schwerwiegend, daß sie ein Schlaglicht auf Englands Notlage werfen.
Ende Juni meldete bas deutsche OKW., seit Kriegsbeginn sei die geradezu ungeheuerliche Summe von 12,5 Millionen BRT. englischen oder England dienstbaren Schiffsraumes versenkt worden. Diese 12,5 Millionen BRT. sind aber durch Sckiffsneubauten Englands und der USA. auch nicht teilweise zu ersetzen. Wir erinnern hier an Roosevelts Notruf, der diese Tatsache zum Miß» vergnügen der Churchill-Propaganda offen zugab, unb wenn jetzt der frühere britische Schiffahrtsmini» fter Sir Ronald Croß, der als Sündenbock von Churchill in die australische Wüste geschickt wurde, in Sidney den Australiern zuschrie: „Wenn Austra, lien Schiffe bauen kann, so soll es sie um Himmels, willen geben", dann spricht das Bände. Wo sind die bis vor einigen Monaten üblichen britischen Reklamenotizen über riesenhafte australische, kana» dische, indische und sonstige Schlffsbauten für Eng. lano geblieben? Sie haben sich als Schwindel ent. puppt.
Natürlich fehlen diese 12Vi Milllvnen BRT. versenkten Schiffsraumes auf den Meeren. Hinzu kommt, baß England allen verfügbaren Schiffsraum nicht für die Versorgung Englands direkt, sondern auch für bie seiner Truppen im Nahen Osten und anderwärts verwenden muß. Bereits im Früh, fahr, als ber jetzt abgesägte General Wavell bit Offensive in Libyen unternahm, teilte Churchill mit, die Versorgung dieser britischen Offensivarmee habe 5 Millionen BRT. erfordert. Das griechiscke und kretische Abenteuer Churchills hat mit furchtbaren Schi ff sv er lüsten geendet. Aber die Empire-Soldaten in Aegypten, Palästina usw. erfordern weiteren Nachschub, unb die Versenkungen im Mittelmeer sprechen eine beredte Sprache. So ist es nicht ver- wunderlich, daß die englische Insel m unter ber Schiffsvaumnot weiter und immer stärker Ierbet; denn selbst die Geleitzüge laffen sich nicht mehr in der gleichen Anzahl wie früher zusammenstellen, da bas Material dazu fehlt. So ist bas weite Meer f a ft leer geworden, und die Folgen für die 93er* forgungslage der englischen Mutterinsel liegen auf ber Hand. Jedes versenkte Schiff wertet heute soviel wie fünf ober sechs Schiffe zu Beginn dieses Krie. ges. So ist es zu verstehen, bah unsere U-Boots immer weniger Gelegenheit haben, englische Schiffe aufzuspüren. Aber sie liegen auf der Wacht gegen EnAand, und wie, bas lehrt bie Meldung des OKW. vom 29. Juli, wonach sie aus einem englischen Ge» leitzug nicht weniger als 19 Dampfer mit 116500 BRT. vernichteten, dazu einen Zerstörer -unb eine Korvette versenkten. Die Schlacht im Atlantik gebt weiter unb steht immer schlechter für England. E.S.
Der Zusammenbruch der britischen „Entlastungsoffensive".
Eine deutsche Liste der über dem Kanal abgeschostenen Britenftieger.
B c r l i n, 30. Juli. (DNB.) 3n den Luftschlachten über dem Kanal am 23. und 24. Juli brach die laut und lange angekündigte Absicht der Briten, eine Entlastungsoffensive für ihre bolschewistischen Verbündeten zu unternehmen, in der überlegenen deutschen Abwehr kläglich zusammen. Die kühnen Angriffe der deutschen Jäger und der mutige Einsatz deutscher Vorposlenboote und Flak brachten den grohangelegten Angriffsversuch der Briten völlig zum Scheitern. Die körperlichen und geistigen Fähigkeiten des deutschen Soldaten und der nicht einzuholende bedeutende Walerialvor- sprung der deutschen Maschinen und Waffen begründet die große Niederlage der Briten, die in 30 Stunden dieser beiden Tage 8 7 Flugzeuge verloren.
Das britische Luftfahrtministerium beharrt darauf, den schweren Verlust der britischen Luftwaffe vor dem britischen Volk und der Welt weiter zu verheimlichen. Dieses hartnäckige Ableugnen ändert nichts an der Tatsache, daß die deutsche Luftabwehr im Westen die britische Luftwaffe stark zur Ader gelassen hat. Um den Briten die notwendigen Unterlagen für eine wahrheitsgetreue Meldung zur Verfügung zu stellen, veröffentlichen wir nachfolgend die Namen der in diesen zwei Tagen in deutsche Gefangenschaft geratenen oder als Leichen geborgenen britischen Flieger.
Durch ben deutschen Seenotbienst wurden ber Squabron Leader, Frank-Landseer Campbell- Rogers und ber Sergeant David Edward Ding- Ham aus dem Kanal gerettet. Campbell Rogers trägt die Erkennungsnummer 41253 und ist in Kanada geboren. Seine Heimatanschrift ist zur Zeit London., Victoria Street 158. Bingham ist Schotte und stammt aus Sterlingshire, Glenberoid- ßarbert. Seine Erkennungsnummer laufet 580 479. Ein dritter britischer Flieger, Sergeant T. Sullivan aus Barry bei Cardiff hat ben Tod in den Wellen gefunden.
Die Besatzungen weiterer britischer Flugzeuge mit Major C i l i n g s, geboren 13. 8.1917, Unterleutnant William James Hunter, geb. am 21.8.1920, und ben Sergeanten Albert (Ebroarb Taylor, geb. am 29. 3.1921, John Ghesmond-Halgh, geb. am. 10.7.1921 und Frederic Martin Smith, geb. am 21.8.1919 wurden von einem deutschen Vorpostenboot in dem Augenblick ausgenommen, als ihre Maschinen absanken. Ein anderes Fahrzeug ber deutschen Kriegsmarine rettete aus dem
Kanal ben am 23. 7. um 14.30 Uhr von einem deutschen Jäger abaeschossenen Pilot-Offizier Gilbert Frank Lowes, Erkennungsmarke 62 018, geb. am 18. 4.1917. Wohnort Rowber Cie je Totteridge Lon- don Nr. 70. Der Gefangene wurde mit Schnitt« und Splitterwunden an Füßen und Armen in ein deutsches Lazarett ein geliefert
Folgende britische Flieger sprangen aus brennenden Maschinen ab und wurden von deutschen Infanteristen an der Küste gefangen genommen: fit. John Frederic (TI an ton, geb. am 29.9.1911, Sergeant William Lloyd Jacobson, geb. 16.7.1914, Sergeant Jan Dennis Knot, geb. 14.10.1919, Sergeant James Alexander Short, geb. 18.11.1916 und Allen James Clarke, geb. 25.5.1919. Clayton hat bie Erkennungsnummer 44 677 und hat bie Heimatanschrift St. Margarete on Themse, Gordon Avenue 45. Socgeant Jacobson trägt bie Erkennungsnummer R 51 672 und stammt aus Winnipeg in Kanada, Landsdowne Avenue 108. Knot trägt die Erkennungsnummer 924 849 und wohnte in London SW. 1, Eaton Square 21. Short ist in Grimsby, Torrinton Street 66, beheimatet und hat die Erkennungsmarke 7 475 244. Clarke, mit ber Nummer 751 600, stammt aus Rochester, Clarence Avenue 15. Der Pilot-Offizier Artur George Operon von der Besatzung eines viermotorigen Flugzeuges unb mit der Erkennungsnummer 84713 wurde verwundet in ein Lazarett eingeliefert. Der Sergeant Oswald Thomas Bal - comb mit der Nummer 968 379 aus Liverpool Wood land Road 38, gehörte zur selben Besatzung unb ist ebenfalls gerettet. An anderer Stelle wurden gefangen genommen der Flieger Benjamin Philipps mit der Erkennungsnummer 974 527 aus Glasgow W 2, Otago Street 103.
Durch ein Fischerboot wurden folgende Besatzungsangehörige von viermotorigen Bombern lebend aus dem Wasser aufgefischt: Squabron Leader Walter Rice Williams, Erkennungsnummer 39 359 aus Kenilworth, Malthouse Lane, ber Sergeant Samuel Jones, Erkennungsnummer 984 206 aus Manchester, Radcliffe, Fletcher Street 9, der Sergeant George Robert Wedderdurn, Erkennungsnummer 909 574 aus London S. E. 5, Valmar Road 34, ber Sergeant Alexander Henry John Turner, Erkennungsnummer 567 326 aus Hove 4 in Sussex, Nevill Avenue 178, ber Pilot Offizier John George Ire ton aus Ketterine, Northands Princeß Street 68, ber Sergeant Leonhard James Butler, Erkennungsnummer 944 660 aus Birmingham 31, Longbridge Lane 88 unb der Sergeant Norman Kershaw, Erkennungsnum
mer 619 741 aus Tarwen, Lancafhire, Bob Heighh Glendene. D
Innerhalb derselben Stunde mußten nachfolgende aufgeführte Besatzungsmitglieder schwerer britischer Bombenflugzeuge ihre abstürzenden Maschinen ver» lassen und gerieten in deutsche Gefangenschaft: Sergeant Wilfrid Campbell Walters, Erkennungsnummer 581 083 aus Hands Eeastleigh, Shakespeare Road 44, Sergeant Albert H e n e r y , Erkennungsnummer 936 275 aus Horden, Country Durham, Handley Street 15, der verwundete Sergeant Stanley Desmond Grea«,^ oes, Erkennungsnummer 1 054 271, der verwundete Sergeant Gilligan, Erkennungsnummer.': M 115193, der verwundete Sergeant Loel Gib« f o n mit der Erkennungsnummer 914 683, der verwundete Sergeant Ernes William Constable mit der Erkennungsnummer 674 683 und der verwundete Sergeant Gordon Herbert Frank Ogden mit ber Erkennungsnummer 569 526. Die Verwundeten wurden sofort in Behandlung genommen. Zu der Besatzung des Benjamin Philipps gehörten noch der Flying Öfficer M. Norman White Leod aus Nordsunderland Wingreoe S e a h o u s e mit der Erkennungsnummer 43 259 und der Sergeant Wll- liam Allan Finlayson mit ber Erkennungsnummer 566 372, welche ebenfalls gefangengenommen wurden. Außerdem wurde der Sergeant O'B r i a n durch den deutschen Seenotbienst gerettet und wegen seiner Verletzungen in ein deutsches Lazarett eingeliefert.
Neben zahlreichen im Kanal ertrunkenen und über dem Küstengebiet abgeschossenen Besatzungen, die nicht mehr wentifiziert werden konnten, wurden inzwischen folgende Leichen britischer Flieger geborgen: Die Flying-Officers A. Lewin, F. Eraig, M. Grant und die Sergeanten Horner, Dichery, Ju« lins Loove, W. Price, Seinsbury, A. I. Appleby mit der Erkennungsnummer 949 210, I. Godwin, Enourgh, Ridley, Shirley und Newstead. Nach Aussagen der zahlreichen britischen Flieger, die am 23. und 24. Juli nach Abschuß in deutsche Gefangenschaft gerieten, gehörten nachfolgend aufgefüyrte Piloten, ebenfalls zu ben Besatzungen der ins Meer gestürzetn britischen Maschinen. Die Genannten konnten jedoch bisher weder lebend noch tot ge* borgen werden. Die Nachforschungen werden fortgesetzt. Es handelt sich um die Pilot-Officers L. Kolitz unb M. Jolly sowie um bie brei Sergeanten Johns, A. Moß und R. Barton. Da das britische Luftfahrtministerium wohl darüber unterrichtet sein wird, welche Besatzungen am 23. und 24. Juli gegen das Kanalgebiet eingesetzt waren, dürste es tont nun nicht mehr schwer fallen, diese Namen und damit die schweren Verluste zu bestätigetu


