Aus -er Stadl Gießen.
Kriegspfingsten 1941.
„Laßt läuten die Glocken fern und nah! Sie sollen frohlocken, der Lenz ist da I" Mit diejen Versen von Felix Dahn grüßen wir diesmal freudig das „liebliche Fest", das uns erst den vollen Frühling bringt und den nahenden Sommer verheißt.
Fetzt feiert die Natur ihr Hochfest. Ueberall leuchtens in allen Farben und Blüten, lieber der Erde lichtblauer Himmel, auf den Auen der Blümlein Gewimmel, um uns alle ein festliches Band „neugeboren aus feuriger Kraft grünt und sprießt es in Feld und Flur, pfingstlichfrohe Gottesnatur, die das Wunder des Geistes schafft! das ist Pfingsten, das Hochfest der Natur.
Und mitten in dieser schönen Natur wir Menschen! Da erleben wir es wieder, wie eng wir mit der Mutter Natur verbunden sind. Wenn jetzt Tausende sich hinauslocken lassen zur Pfingstwanderung, um aus der Allmutter Natur frtftou.gr ihren Schalen neue Kraft und Freudigkeit zu trinken, des Alltags Fron und Sorge von sich zu werfen und am Herzen der Natur wieder zu genesen, so wird uns die Natur in ihrer Reinheit und Schönheit immer wieder zum Gesundbrunnen des Lebens... mir wollen frohlocken, der Lenz ist da! Das verkünden die Pfingstglocken.
Welches Menschenherz ahnte und fühlte nicht etwas von dem freudigen Geist' der Pfingsten, den die Menschen einst den „Tröster" genannt haben, und wie er heute noch zugleich mit den lenzlichen Wundern da draußen auch über unsere Herzen und Seelen kommt, aufrichtend, stärkend, tröstend und heilend. Auch in unserer Seele tiefftem Wundergarten will es lenzen und blühen durch solchen Pfingstgeist neuen Lebens und neuer Kraft, wenn sie von ihm ergriffen und geheimnisvoll mit hohen Gedanken und guten Kräften gefüllt wird.
Wir erleben dieses Pfingsten als zweites Kriegs- öfingften. Darum kommt es uns in seiner Ursprünglichkeit und seiner Wirklichkeit naher. Denn jenes erste Pfingsten war ja auch Sturm und „Brausen wie eines gewaltigen Windes" vermischt mit Feuerflammen, das denen, die es erlebten, durch die tiefste Seele ging und sie zu Taten befähigte, die sie sonst nie vollbracht hätten, zu unerhörten Taten der Treue und der Tapferkeit. So fürchteten sie nicht das Schwert und nicht die Flamme, denn sie waren selbst Flamme und Schwert geworden, Schwert und Flamme Gottes.
Und ob dieser Geist nun in diesen pfingstlichen Tagen über unsere Herzen kommt als ein Geist der Ehre und Treue, der Pflicht und Gewissen- hafttgkeit, als ein Geist höchster Opfer- und Einsatzbereitschaft, der Eintracht und Einigkeit, der Brüderlichkeit und Liebe — wie er auch kommen mag, wenn er nur kommt als der rechte, starke Geist, der uns immer wieder heraus- und heraufreißt, dann ist es der rechte Geist, den wir brauchen, dqnn haben wir Pfingsten erlebt. Und ,wenn der deutsche Mensch in der Verhaltenheit seiner Seele es auch nur im eigenen Geiste gefühlt und getan und keusch noch einen Schleier davor hielte, als wollte er es vor sich selber nicht wahr haben: er hat doch sein Pfingsten erlebt.
So haben wir es erlebt in diesen ernst-gewaltigen Kriegspfingsten. Erst war die heilige Not und Sehnsucht nach dem Geist und seiner Hilfe. Und nun hat ein starker und gewaltiger Geist das ganze Volk ergriffen und geeint in Freude und Leid, in Not und Tod. Und dieser Geist wird uns auch zu den zweiten Kriegspfingsten nicht anders sehen, eher noch entschlossener uno fester, die so schwer errungene Freiheit und Einheit deutschen Wesens zu wahren und zu schützen unter den Feuerzeiten dieser Zeit, die uns das Brausen des neuen Gottesgeistes ahnen läßt, wie er wieder neu über die Menschen und Völker kommen will. Mit ihm wissen wir uns im Bunde, das ist unsere freubige Gewißheit.
Darum stimmen wir ein mit dem Dichter: „Die Zeit ist ein Frohlocken, flammt wie ein Feuer auf, im Iubelsturrn der Glocken steigt hell die Sonn' herauf! Durch alle Wesen dringet des Geistes Heldenschritt, in allen Herzen finget der Himmel Sturmlied mit. O Volk auf deutscher Erde, dich treibet Gottes Kraft, daß dir ein Frühling werde, der Fried' und Freude schafft!" (Hermann Ohlanb)
So läuten die Pfingstglocken uns ein echtes, wahres Pfingsten, im Saufen des heiligen Gottes- geiftes und im Brausen neuen, deutschen Geistes.
M.
DieSsimlmM.
Roman von Elisabeth 4jolt
32. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Aber da gab es jetzt wenig Anhaltspunkte mehr. Mühsam seufzte. Hatte er nicht das Lucknersche Haus wochenlang beobachten lassen, war denn da nicht einer von den Kerlen auf die Idee gekommen, auch die Sängerin zu beobachten, - ihr einmal nachzugehen? Wer nein, er spürte selbst, wie ungerecht dieser Gedanke war. Er war ja nur besessen gewesen von der Vorstellung, daß der Eiichrecher ein zweües Mal versuchen würde, ins Haus zu kommen, nachdem es ihm das erste Mal mißlungen mar. Mühsam hatte nichts weiter befohlen, als die Em- und Ausgehenden zu beobachten.
Inspektor Spohr kam herein und meldete, der Wagen vom Gerichtsmedittnfichen Institut sei da, man wolle die Leiche abholen. Der Photograph war Mit ferner Arbeit auch fertig, er hatte zehn Aufnahmen gemacht und würde die Bilder noch vor Mittag im Amt abliefern. Inzwischen habe Kommissar Schweiger eine oberflächliche Leibesvisitation der Gäste — natürlich nur der männlichen — vornehmen lassen — wegen der geraubten Schmuckstücke. .
„Schweiger wird doch um Gottes willen nicht geglaubt haben, daß das Zeug noch da ist?"
Nein, das hat der gewiegte Polizeibeamte natur- lich nicht angenommen, es bot sich ihm damit nur eine gute Gelegenheit, die Kleider der Untersuchten näher in Augenschein zu nehmen. Schließlich kann man eine große, kräftige Person, wie es Frau Luckner war, nicht umbringen wie einen Kanarienvogel. Es muß doch einen wilden Kampf gegeben Haven.
Mühsam leuchtete dies nicht ein. „Ich glaube, der Pelz hat ihm den Ueberfall sehr erleichtert. In diesen ärmellosen, enggeschnittenen Capes sind die Frauen ja eingewickelt wie Mumien und ganz hilflos. Der Täter hat ihr die Schnur einfach kreuz- weife über den Hals gelegt und dadurch auch den Berfchluß des Mantels zugezogen — damit war sie verloren. Schicken Sie die Leute nach Haufe, jetzt
auf den Heimweg.
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Vorwurf machen. Die Polizei tappt einfach ganz einer von ihnen. Den armen Teufel von KsllnS ziellos umher, heute, nach einer Woche, ist sie ge- ober unseren Chauffeur, den hat niemand gedeckt.
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Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen!
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Gießei Wir bitte.
nau fo klug wie am ersten Tag."
„Mötzlich", antwortete Dr. Kempf. „Für meine Bedürnisse waren die Leute schon am ersten Tag klug genug. Man hat mir da nämlich sofort eine sehr exakte Frage vorgelegt, auf die ich, aufrichtig gesagt, nicht vorbereitet war."
„Hat es sehr lange gedauert, Herr Doktor?"
,Lch habe nicht auf die Uhr gesehen. Welchen Weg gehen wir?"
„Schnurstracks nach Hause."
„Wo ist das?"
„Natürlich Parkstraße 16."
Er zog die Brauen hoch. „Noch immer?"
„Noch immer, Herr Doktor."
„Also geradeaus." Dr. Kemps deutete nach dem spärlich begangenen Uferweg, der sich zwischen zerzaustem Buschwerk und einem sanft zum Wasser abfallenden Rasenstreifen aus der Stadt hinaus nach Nußdorf schlängelte. Besonnt und unerhört nahe standen die drei Wiener Berge in der reinen Klarheit dieses Wintertages.
Gerda räusperte sich. „Eigentlich bin ich verwundert, daß Sie noch in Wien sind. Ich hatte gedacht. Sie würden den Unannehmlichkeiten hier möglichst bald den Rücken drehen."
„Das geht nicht", sagte Kemps sachlich, „es war zwar mein Wunsch, fortzufahren, aber dann bin ich eben noch rechtzeitig draufgekommen, daß sich die Polizei in höchst bedenklicher Weise für mich interessiert."
Sie schaute ihn von der Seite an. „Sie machen Spaß?"
„Keine Spur, es ist bittere Wahrheit. Erstens habe ich damals am Katastrophenabend meinen Standplatz an der Fensterwand verlassen und war nachher längere Zeit unbekannten Aufenthalts. Wie es scheint, haben verschiedene Leute zu mir gesprochen, und ich war nicht da."
„Niemand hat in dieser Finsternis die Hand vor den Augen gesehen", sagte Frau Maurer entrüstet, 1 „das kann man Ihnen doch nicht ernsllich zum
„Nämlich?"
„Sie wollten wissen, weshalb ich überhaupt nach Wien gekommen bin."
„3a?"
,Hch mußte ihnen die Antwort verweigern. Zur
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31.
1.3
2.3
6-5
still.
„Wird man Sie lantze aufhalten?" fragte Kempf. Der junge Schreiber hielt die Tür offen.
,Zch weiß nicht — es kann sein."
„Wenn es Ihnen recht ist, werde ich unten
Sie warten."
„Bitte."
Dann ging Gerda ins nächste Zimmer.
Kempf wanderte in der schmalen Gartenanlage gegenüber rauchend auf und ab, er sah sie nicht gleich, als sie zwischen entlaubtem Gebüsch auf ihn zuging.
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VHC. im Dienste der Heimat
60 Jahre Vogelsberger Höhen-Elub.
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Frohe Gesichter und helfende Hände
Ein Besuch im Arbeitsmaidenlager in Ulrichstein.
,Hch ehre Ihre Einstellung", sagte Kempf, „abr« ich würde es vorziehen. Sie woanders wohnen ft wissen."
„Warum?"
„Weil die Polizei der Meinung ist, die Juwels seien noch im Hause."
Gerda blieb verblüfft stehen. „Das ist doch lächerlicher Einfall!"
„Mir kommt er sehr gescheh vor."
(Fortsetzung folgt)
Strafe dafür hat man mich auf die schwarze Lis« gesetzt"
„Herr Doktor?"
„Bitte?"
„Was soll jetzt geschehen? Man wird Sie ja do- nicht in Frieden taffen/
Auf feinem Gesicht erschien ein Zug von etwaf bitterer Ironie. „Ich glaube, die Gefahr, verhaftet zu werden, ist gebannt, feit der Polizeirat ein Phot» der Kemps-Pachoven-Werke besitzt. Das Bild bt» schwicht^t ihn sehr." Dann lächelt Clemens mA mWhr. „Wir unterhalten uns über lauter Unwichtig feiten und vergessen die dringendste Frage: We>> halb wohnen Sie noch immer draußen in der PaB sttaße? Ihre Arbeit dort ist doch, weiß Gott, -S Ende."
Am 7. und 8. Juni findet in Schotten die 60. Hauptversammlung des DHC. in Verbindung mit der 60-Jahrseier des Zweiges Schotten aus Anlaß des 60jährigen Bestehens des Gesa m t - V H C. statt. Aus der Tagesordnung der ordenllichen Hauptversammlung am Samstag, 7. Juni, steht an erster Stelle die Totenehrung: am gleichen Tage findet ein Begrüßungsabend zur Feierndes 60jährigen Bestehens des Zweiges Schotten statt. Für Sonntag, 8. Juni, ist ein Festakt zur Feier des 60jährigen Bestehens des Gesamt- VHC. vorgesehen. Während die 50-Iahr-Feier ein richtiges Volksfest war, das den Teilnehmern noch in lebendiger Erinnerung stehen wird, kann das 60. Jubiläum im Hinblick auf den Ernst der Zeit nur in bescheidenem Rahmen begangen werden. Immerhin wird auch dieses Jubiläum ein Anlaß dafür sein, sich der mancherlei wertvollen landschaft- pflegerischen und volkserzieherischen Kulturarbeit zu erinnern, die der VHC. in de» sechs Jahrzehnten seines Bestehens geleistet hat.
Der Drang, die Heimat zu durchwandern und beim Wandern kennen zu lernen, war der eigen!-» liche Anlaß für die Gründung des VHC. am 2 2. Juni 1881; die 14 Urgründer wollten allen Volksgenossen die Schönheiten des bis dahin noch ziemlich unbekannten und vielfach auch verkannten Dogelsberges erschließen. Dieser Absicht diente vor allem die Anlage einer farbigen Wegebezeich» nung, die heute mehr als 2000 Kilometer umfaßt. Aus den Mitgliederbeittägen und aus freiwilligen Spenden wurden die Kosten für die; Wegebezeichnung und auch für das 1887 erbaute erste Clubhaus des VHC. bestritten. Die Zahl der Zweigvereine ist von 14 im Jahre 1881 heute auf 35 gestiegen und hatte in der Zeit vor dem
Ordnung und Sauberkeit, Fröhlichkeit und unermüdliche Arbeitsbereitschaft regieren hier allenthalben. Man merkt das sofort, wenn man bas Lager des Reichsarbeitsdienstes für die weibliche Jugend betritt, im Gespräch mit Führerinnen und Maiden, mit einem Blick in die jungen, aufgeschlossenen Gesichter, auf den liebevoll gedeckten Tisch, auf die blitzsauberen blauen Kleider und weißen Schürzen, bei einem Rundgang durchs Lager und durch die Höfe, wo der Außendienst eingesetzt ist. Das Arbeitsmaidenlager ist im ehemaligen Ulrichsteiner Forschaus und den anschließenden Gebäuden untergebracht. Da wir neugierig sind und alles sehen und genau wissen wollen, werden wir von der Lagerführerin, Fräulein Strauch, überall herumgeführt und können, was sie uns dabei erzählt, durch eigenen Augenschein und unmittelbar-persönliche Eindrücke vertiefen.
Wir steigen hinauf bis unters Dach und hinunter bis. in den Luftschutzkeller. Oben, in der Vorratsund Kleiderkammer herrscht eine mustergültige Ordnung, wie man sie von ähnlichen Einrichtungen der Wehrmacht gewohnt ist; es ist an alles gedacht und es fehlt nichts — von der Konservenbüchse bis zur Gasmaske, vom Handwerks kästen bis zum Sportgerät. In der Küche ist schon Hochbetrieb. Empfangsraum und Führerinnenzimmer sind hell, freundlich, wohnlich und praktrfch eingerichtet; Blumen auf dem Tisch und Bilder an der Wand. Tagesräume. Sveisesaal, Büro und Krankenzimmer — wir werfen überall einen Blick hinein und lassen uns dabei erzählen, was hier getan, wie hier gelebt wird. Ein Blick in den Sanitätsschrank: wir staunen, was es hier alles gibt, mit welcher Sorgfalt und Ueberlegung das eingerichtet ist. Duschräume, tadellos im Schuß, erwarten die Maiden, wenn sie abends müde und schmutzig vom Außendienst kommen. Im Waschraum hängen die numerierten „Kulturbeutel", stehen Gurgelgläser iwt Zahnbürsten peinlich ausgerichtet — es ist eine Pracht. Im Tagesraum werfen wir einen Blick in die reichhaltige Bücherei, die allen Bedürfnissen der Schulung wie der Unterhaltung und Entspannung Rechnung trägt.
Dann gehen wir ins Holzhaus hinüber. Hier sind in vier Räumen die vier Kameradschaften unter» gebracht: jedes Zimmer tadellos in Ordnung, sauber ausgefegt, ein Settenbau, der nur zackig genannt werden kann, die Spinde vollauf appellfähig. In jedem dieser Zimmer schlafen die zwölf Maiden einer Kameradschaft, von der Kameradschaftsältesten betreut, welche für ihre Maiden und ihr Quartier verantwortlich ist. Wir erkundigen uns, wo die Maiden Herkommen. Sie werden durch die Meldeämter zugewiesen und waren vorher in der Schule, im Haushalt, im Beruf (eine Kindergärtnerin, eine Buchhalterin usw ), die meisten sind aus der Stadt, aus Essen, aus Kassel, aus Regensburg und Wien, vorn Westerwald; vom Eichsfell» und aus dem Rheinland.
Dienstpläne hängen an der Hand. Der Tag sieht etwa so aus: um 6 Wecken für je zwei Maiden für Haus, Küche und Waschküche. Eine halbe Stunde später wird die ganze Belegschaft geweckt. Eine Viertelstunde Frühsport, dann Zett zum Waschen, Bettenbauen unb Stubendienst. Dann ist Fahnen- dienst, anschließend Kaffeetrinken. Von 8 bis 8.30 Singen, von 8.30 bis 9 Wirtschaftsschulung, von 9 bis 9.45 staatspolitische Schulung. Dann Fertig- machen zum Außendienst, der von 10 bis 17.30 dauert. Um 17.30 ist Lagerappell, anschließend Umziehen, Waschen, Schuhputzen. 18.30 bis 19 Abendessen. Dann beginnt die Freizeit. In der Küche wird das Geschirr gefpült, um 20 werden die Nachrichten gehört, und der Zeitungsdienst gibt den Maiden einen lleberblitf über das Tagesgeschehen. 20.30 roirb die Fahne eingeholt. Um 21 Uhr herrscht Lagerruhe.
Dem Außendienst kommt in der gegenwärtigen Kriegszeit naturgemäß besondere Bedeutung zu. Einsatzbezirke für das Ulrichsteiner Lager sind neben Ulrichstein selbst: Oberseibertenrod, Langwasser, Sieg- mundshäuser Hof und Wiesenhof. Art und Umfang des Einsatzes regeln Ortsbauernführer und Sager» führerin in gemeinsamer Besprechung. Tatkräfttge und verständnisvolle Unterstützung der heute besonders beanspruchten und schwer arbeitenden Landfrau ist das vornehmste Ziel des Außendienstes; zumal wenn der Mann im Felde ist, wenn sonstige Arbeitskräfte fehlen, in Krankheitsfällen und zur Be
in der Nacht läßt sich doch nichts mehr tun. Der Verbrecher hat das Rennen gemacht. Er hat die Juwelen, hinter denen er seit dem ersten Einbruch so ausdauernd her war, gekriegt."
Eine Viertelstunde später war das Haus leer, die Reihe der parkenden Autos vor dem Gartenzaun fegte davon und hinterließ, wo sie gestanden hatte, dunkle, nasse Flecken in der Schneedecke. Ein paar Reporter rannten mit aufgeschlagenem Mantelkragen auf der Suche nach einer Taxe dem Gürtel zu. Noch vor einer Stunde hätte man dem Setzer den Bericht brühwarm in die Maschine diktieren können. Jetzt war es zu spät!
Zwei junge Wachtmeister schlugen ihr Quartier in der Halle auf, und Pe waren die einzigen, die nachher sahen, wie die verhüllte Bahre, auf der Pola Luckner ihr Haus verließ, die Treppe hin- untergetragen wurde.
15. Kapitel.
Als Gerda Maurer mit ihrer Vorladung in die Kanzlei des Kommissars Schweiger kam, sagte man ihr im Vorzimmer, sie müsse ein paar Minuten warten, der Herr Kommissar verhöre soeben einen anderen Zeugen. Es war ihre dritte Vernehmung. Sie saß da und dachte an gar nichts, nicht einmal Unbehagen empfand sie mehr vor der Atmosphäre dieses Raumes und den ewig sich wiederholenden Fragen, die sie nicht beantworten konnte.
„Jetzt kommen Sie dran, Fräulein", sagte der junge Beamte hinter dem Schreibtisch, als die Tür endlich aufging und Dr. Kempf heraustrat.
Aus dem hat Mühsam nicht viel herausbekommen, vermutete Gerda und spürte an jedem einzelnen Finger den starken Druck seiner Hand. Ihr Herz tat "ein paar hastige Schläge und tag dann beschämt
treuung von Kleinkindern ist der Einsatz der Maiden von hohem Wert, die ihrerseits eine vielseitige und zweckentsprechende theoretische und praktische Grundausbildung erhalten, ehe sie draußen an die Arbeit gehen. Entscheidend sind natürlich allemal die innere Bereitschaft und Freudigkeit, Lust und Liebe zu helfen, Entschlossenheit, da zuzupacken,wo es eben am nötigsten erscheint, Verständnis für die besondere Lage des Hofes und der Familie, der die Maiden zugewiesen sind. Wir besuchen einige der Außenstellen und überzeugen uns davon. Auf einem kleineren Anwesen in Ulrichstein kommt uns die junge Wienerin entgegen und zeigt uns strahlend ihr Arbeitsgebiet: in der Küche, am Waschkessel, bei den Tieren. Als wir einen großen Hof erreichen, sind zwar die dort eingesetzten beiden Maiden bereUs auf dem Heimweg ins Lager, aber wir lassen uns vom Bauern durch die Ställe führen, zu den Pferden, den' Kühen, den Schweinen und Ferkelchen, und mir bekommen schnell eine Vorstellung davon, worauf es hier ankommt, wenn der große Bettieb von den wenigen Menschen in Ordnung und auf dem Laufenden gehalten werden soll. Es gibt Arbeit in Fülle, aber sie wird gern und mit Lust und Liebe getan. — Wir sprachen später im Lager mit einer der Maiden, einer jungen Buchhalterin aus Siegen; sie erzählt uns, wie gut es ihr hier im Lager gefüllt, was sie alles gelernt hat, wie ihr das Zusammenleben mit den Kamercchin- nen Spaß macht, und worauf sie sich am meisten freut: auf ein paar Tage Urlaub über Pfingsten, um sich den Eltern in ihrer neuen Uniform vorzustellen, und dann auf den Außendienst, an dem sie bisher, einer Sehnenzerrung wegen, nicht hat teil« nehmen können.
Am Frühstückstisch sitzen mir mit den Führerinnen zusammen, die für ihre Aufgabe eine gründliche, vielseitige, praktische und theoretische Ausbildung und Schulung im Lager und in Kursen durchgemacht haben, ehe sie für ihre Sonderausgaben eingesetzt merden. Die vier Führerinnen hier vermalten jede ein eigenes Arbeitsgebiet;, allgemeine Vermattung und Wirtschaft einschließlich der notmendigen Schulung nehmen zmei von ihnen in Anspruch; die Gehilfin der Lagerführerin ist besonders für den Gesundheitsdienst und Hilfe tm Außendienst eingesetzt; die Lagerfuhrerin trägt die
Weltkriege sogar 52 erreicht. Die Mitglieder, zahl von 564 im Gründungsjahre stieg auf 4521 im Jahre 1931 und steht gegenmäriig auf 2491 Der Einfluß der Zmeigvereine reicht auch heuli noch von Berlin bis Worms und von Mainz bis Fulda. Die Erstellung und Erhaltung der Club- Häuser haben nahezu 150 000 Mark verschlungen: nicht unerheblich waren auch die Kosten für bei Bau des Bismarck-Turmes, des Vater-Bender« Heimes und den Ankauf des Jäger-Heimes, wo» für rund 120 000 RM. aufzumenden waren.
Die Wegebezeichnung im Vogelsberg ist dank bet aufopfernden Arbeit der WBA>Männer auch im Kriege tadellos in Ordnung. Besondere Verdienst! erwarb sich auf diesem Gebiet der neue D b m a ivn Buß, der seit Jahren das Gebiet um Schotten uiü um den Hoherodskopf herum allein in Ordnung hält; aus feinem Bericht geht hervor, daß Hen Buß allein in den Zweigen Schotten und Hoherod» köpf rund 200 Kilometer in 20 Tagen markier! und dabei in Ab- und Zugang allein 234 Kilomete« Marsch zurückgelegt hat. Aus dem Arbeitsberch! des VHC. »Zweigoereins Gießen gch: hervor, daß im Geschäftsjahre 1940 77 Kilometer Wegebezeichnung angelegt, erneuert oder aufgefrischl wurden. Als Wegzeichner betätigten sich hier tw Mitglieder C. Faber, F. Spies, Anton Betz, E. Petri, P. Schirmbeck und Alfred Betz. Es handelt sich dabei um die Strecken Krofdorf—Ärofi
Gesamtverantwortung. Die Wirtschastsschittun^ theoretisch und praktisch, umfaßt die gesamte yaur- wirtschaftliche Erziehung und Ausbildung (Koches Waschen, Bügeln, Putzen, Zimmer und Oefen besorgen), alle Arbeit in der Küche, im Garten, im Stall. Die staatspolitische Schulung befaßt sich beispielsweise mit dem Leben des Führers, mit dem Aufbau des Reichsarbeitsdienstes, mit dem Zeit- geschehe», mit allgemeinpolitischen und sozialen Fra. gen und Aufgaben des Reiches. Für die Feierabend, geftaltung gibt es mancherlei Möglichkeiten: Basteln und Musizieren, es wird vorgelesen oder ein SpL ziergang gemacht, ein Märchen oder ein ©tegreif* spiel aufgeführt, ober eine ernste Feier gestaltet. An den Sonntagen gibt es gemeinsame Wände- rungen, Spielnachmittage im Lager, Elternsonntag^ Dorfnachmittage, Kindernachmittage. Einmal im Monat gibts Urlaub.
Wir werden freundlich zu Tisch gebeten und überzeugen uns mit Vergnügen davon, wie es mit der Küche und der Kochkunst im Lager bestellt ist: es schmeckt ausgezeichnet, das Essen ist reichlich, I vorzüglich zubereitet und appetttlich angerichtet Die fröhlichen Gesichter und Tischgespräche ringsum legen Zeugnis ab von dem guten Geist der Gemeinschaft, der im Lager herrscht. — Beim Rund- gang durchs Haus finden wir drei Maiden an der Nähmaschine: aus alten Sachen und allerhand Resten entstehen hier unter geschickten und fleißige» Mädchenhänden Die hübschesten Sachen: Kinde» Herber, Schürzen, Wäschestücke; bies alles ist bestimmt für die Patenkreise des Maidenlagers, Kutns und Gostynin im ehemals polnischen Gebiet, bereu Betreuung den Arbeitsmaiden große Freude bereitet — Wir sind auch am Nachmittag bei einer Singstunde dabei; es fit ein Vergnügen, zu hören, wie frisch, unermüdlich und textsicher hier a cappella musiziert wird. Anschließend ist Wirtschafsschulung; Thema: Vierjahresplan, Volksernährung, Kampf dem Verderb, Abfallverwertung. Klarer, knapper Dorttag; Antworten, die offenbar aus der Praxir kommen, und ein zusammenfassendes Referat, dem man die selbständige Verarbeitung des heute besonders aktuellen Stoffes anmerkt. —
Und wenn wir jetzt den Autobus noch kri< „ wollen, fit es höchste Zeit. Geleitet vom. zackige« Abschiedsgruß aller Führerinnen und Maiden, be. waffnet mit einem dicken Blumenstrauß unb erfüllt von vielen guten Eindrücken, die uns bestätigten, daß auch die Arbeitsmaiden mit frohen Augen in täglicher Kleinarbeit und Pflichttreue mithelfen in Ringen für den deutschen Sieg, machen wir uns
„Ich muß den Haushall auflössn. Baron Birinstz will es so haben. Manchmal , sagte sie zusamme»^ hanglos, „wenn ich im Hause urnhergehe und d« Schränke ausräume, bilde ich mir ein, Polcs Stimme im Nebenzimmer zu hören — oder chrea Schritt — — oder ich drehe mich plötzlich WC weil ich sie hinter mir spüre."
„Mit einem Wort, Sie sind ängstlich!"
„Nein", sagte Gerda lebhaft, „gar nicht ängftfit*. Sie mißverstehen mich, Herr Doktor. Ich surch« mich nicht vor Pola, ich denke gern und bankbar an sie. Ich will nicht zu denen gehören, die lebenf lang immer nur von ihr genommen haben unb d« bann am liebsten jede Bekanntschaft mit ihr leugnet hätten, nur um einer langweiligen 2e«" nehmung bei der Polizei zu entgehen. Der Polizei rat hat offen erklärt, daß Pola vielleicht von ihre^ Freund umgebracht worden ist, den keiner gekaM hat — und den alle decken, weil sie glauben, es!J:
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Irrung, Männei MsMS' grauen iegeit MN.
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