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Die Besprechungen in Moskau

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von Reuter herzlichster Beifall die Anerkennung für seine einführende taktvolle Arbeit und seine virtuose Interpretation. Lothar Band.

Vorbei sind Frühling und Sommer, da die Liebe sich im Heckengewirr verbarg. Wochen sind ver­gangen, Monate. Der Jäger, der den Hügel her­unterkommt, stutzt. Er denkt an die reiche Rosenblüte im Juni, und die herzförmigen rotbrennenden Früchte, die aus den wilden, schon längst entblätter­ten Rosen entstanden sind, erinnern ihn an den Blutstropfen auf dem Mädchenfinger. Da überwäl­tigen ihn Freude und Glück. Er reißt das Gewehr an die Backe und feuert einen Schuh in die blaue Herbstluft. Das Echo bricht sich an den verwitterten Felsen der Schlucht und rollt in das Tal hinein.

Und bei dem Schuß erhebt sich eine Kette Reb­hühner aus dem Gesträuche und strebt mit knattern­dem Flügelgeräusch einem hohen Kleefeld zu. Auch ein Fasanenhahn streicht schwerfällig aus dem Hecken­versteck fort. Und ein Hase fährt aus einer Ver­tiefung heraus und hoppelt eine leere Ackerfurche entlang

Aber der Yäger läßt fliegen und läßt lausen. 8hm

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samtdeutscher Geschichtsschreibung verfaßten Le- huge

bens- und Wirkungsschilderung des berühmten ... IMS

ranzöfischen Kardinal-Kanzlers Richelieu gefunden. Das zeigt eine geistige Aufnahmebereitschaft und eine Liebe zur gegenständlichen Sachdarstellung, die für manche Kritiker oder Kritikaster Deutschlands vorbildlich sein könnte. Das fühlt wohl auch Prof.

Die Volksbetrüger.

Reichsleiter Dr. Dietrich über Preispolitik bei uns und den anderen.

Berlin, 29. September. (DNB.-Funtspruch.) Auf einem Empfang, den der Reichspressechef in Gegenwart des italienischen Botschafters Alfieri zu Ehren einer italienischen Journalisten-Delegation gab, machte Dr. Dietrich bemerkenswerte Ausfüh­rungen über die Pressepolitik der Achse und die Pu­blizistik ihrer Gegner.Wenn wir so betonte Dr. Dietrich dann und wann aus militärischer Dis­ziplin einmal eine Zeitlang schweigen, so ist es meist die Zeit, in der die deutsche Wehrmacht han­delt. Bei unseren Gegnern ist die Zeit, in der wir schweigend handeln, die Zeit, in der sie schamlos

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Ueberlebende berichten.

Berlin. 29. Sept (DNB.) hundert Ueber. lebende der britischen Handelsschiffe, die bei dem Angriff deutscher Unterseeboote aufden Geleit­zug w e st l i ch Afrikas im Atlantik versenkt wurden, sind auf den Azoren eingetroffen. Die Ueberlebenden berichten von dem überaus raschen und kühnen Ueberfall der deutschen Unterseeboote auf ihren Geleitzug folgendes:Detonationen auf Detonationen erschütterten die Luft. Starke Explosionen und weithin sichtbare Brände erleuchteten die Nacht. Zwischen treibenden Schiffs­trümmern kämvften die überlebenden Seeleute ver­zweifelt um ihr Leben. Die Besatzungen anderer Schisse hingen an unseren Booten und wollten von uns ausgenommen werden. Aber wir waren selbst überlastet. Die Begleitfahrzeuge waren nach einer heftigen Schießerei im Zsck-Zack- Kurs in der Nacht verschwunden. So sind viele Be­satzungsmitglieder der versenkten Schiffe ums Leben gekommen.

*

Der portugiesische Fischdampfer ,/Zrönlandia" nahm ein im Atlantik treibendes Rettungsboot an Bord. In dem Boot befanden sich sechs Schiff- brüchiae eines in britischen Diensten fahrenden Handelsschiffes, das von Unterseebooten aus einem Geleitzug torpediert worden war. Die Schiff­brüchigen konnten nur mit Mühe berichten, daß ihr Dampfer mit Kriegsmaterial auf dem Wege nach einem britischen Hafen gewesen war. Don den Schiffbrüchigen besitzt je einer die finnische, fran­zösische, spanische, estnische und holländische Staats­angehörigkeit. Der Mangel an Seeleuten zwingt die britische Handelsschiffahrt, ihre Schiffe mit An­gehörigen fremder Nationen zu besetzen.

ging und die Früchte in einen strohgeflochtenen Korb pflückte. Sie hatte einen Mund, der übermütig rot war, rot von Blut und Jugend.

Rot der Hagebutte.

Der alte Steinhügel in Franken war an den Kalkflanken von Weinzeilen umgürtet, am Fuße aber mit wilden Rosenbüschen bewachsen. In den Tagen des Frühlings blühten die Büsche hold und verschwenderisch, uno man sah dazwischen auf heim­lichen und überwachsenen Pfaden die Liebespaare gehen, verschwinden und nach geraumer Zeit wieder auftauchen. Arm um die Hüfte und Schulter an Schulter. Manchmal hatten die Mädchen einen Heckenrosenkranz auf dem Haare, und sie wandelten im Schmucke des Kranzes wie ländliche Königinnen einher. Eines dieser Mädchen hatte einen Bluts­tropfen an der Fingerspitze, ein Dorn hatte den weißen Finger beim Rosenpflücken gestochen. Der Begleiter des Mädchens beugte sich üben den ver­wundeten Finger und küßte den Tropfen, und konnte sich nicht genug tun mit beruhigenden Worten und guten Liebkosungen.

lügen! Aber je schamloser sie lügen, um so furcht­barer ist ihr Erwachen, wenn die Tatsachen immer aufs neue ihren Schwindel entlarven. Churchills Lügenpolttik ist die Polittk eines Hasardeurs, der nichts mehr zu verlieren hat. Roosevelt dage­gen ist ein Falschspieler, der alles vom englischen Empire zu gewinnen 'hofft. Beide zusammen aber sind sie die größten Volksbetrüger al­ler Zeiten. Sie haben kein soziales Gewissen. Sie sind Ueberreste aus der Terttärzeit des Kapita­lismus. Von diesen Museumsfiguren menschlicher Rückständigkeit, die mit moralischen Phrasen um sich werfen, lassen sich Millonen und aber Millionen leichtgläubiger Menschen auf dem Erdball tagtäglich belügen, lassen sich friedliebende Völker blind ins Verderben führen. Und das alles, weil diesen Heuch­lern eine Presse zur Verfügung steht, die nicht dem Interesse der Völker, sondern der Blutherrschast des Geldes dient." Den Weg der moralischen Erneue­rung der internationalen Publizistik habe die euro­päische Presse so betonte der Reichspressechef zum Schluß unter Führung des Achsen-Journalismus bereits beschritten. Er sei der geiftige Sammelpunkt für jene Journalisten aller Länder, die den Willen haben, frei von den Fesseln des Kapitalismus nur dem Wohle ihrer Völker zu dienen.

Der mehrstimmige Schwindel

Es ist schon aussteführt worden, daß sich der eng­lische Nachrichtendienst verschiedener Tonarten be­dient, wenn er die Weltmeinung zu beeinflussen versucht. Die englische Heimat wird von ihrem Rundfunk anders angesprochen als die bri­tischen Kolonien und Nordamerika, die deutschsprachigen Sendungen tragen eine andere Tendenz, wie die Berichte, die an die b e = setzten Gebiete Europas gelangen sollen. So hat jemand sich die Mühe gemacht, einmal die britischen Rundfunksendungen von ein und dem­selben Tag miteinander zu vergleichen. Es handelte sich um die Lage während der Schlacht bei Kiew. In deutscher Sprache wurde gemeldet, die Lage an der Ostfront sei trübe, es seien Seuchen zu be­fürchten, der Winter mit seiner Kälte stehe bevor. In französischer Sprache wurde die Lügen­tendenz noch deutlicher: Die Lage der deutschen Truppen sei hoffnungslos und die große Wende im Osten stehe bevor. Die englischen Heimatbe- richte müssen der Wahrheit etwas näher kommen. Daher wird erzählt, die Initiative sei wieder in der Hand der Sowjetarmee, die Lage der Bolschewisten aber ernst. Dagegen klingt es zur gleichen Zeit in den englischen Rundiunkmeldunaen nach lieber- fee und nach Nordamerika: Dringende Hilfe sei notwendig, die Ukraine sei nicht mehr zu halten, man müsse den Bolschewisten mit allen Kräften hel­fen. Wir haben hier ein klassisches Beispiel da­für, wie die englische Nachrichtenpolitik auf vier verschiedenen Schultern tragen kann. Ihre Unglaub- würdigkeit ist hundertfach erwiesen.

bringt die reife, dunkelrote Hagebutte einen seligen und glückseligen Sommertag zurück.

Dank, Strauch, sagt der Jäger, für den Stich in den Mädchenfinaer. Deinetwegen durfte ich das Mädchen zum erstenmal küssen.

Und der Jäger stellt das Gewehr an ein zer­fallenes Steinmäuerchen, hängt sich den Rucksack von der Schulter, pflückt die schwarzbekappten, perlen­langen Früchte und schüttet sie in den Rucksack.

Und er denkt sich: Wie wird das Engelsgesicht meines Mädchens fröhlich und überrascht lächeln und leuchten, wenn ich einen blauen Steintopf voll Hage- buttenmark ihm eines Tages bringe mit der In­schrift:

Bereitet aus den Früchten des Strauches, der Deinen Finger stach."

Rot der Ebereschenfrüchte.

Dem kräftigen feuchten Rot der aus dem Meer gebrochenen Koralle ähnlich noch ist es Sommer, wenn der reichbehängte Baum aus dem Grün der Büsche und anderen Bäume leuchtet. Leise geht die Fackel des Sommers zu Ende, und der blaue Schatten der Berge fällt schon früh in das schmale, sich mit Kühle füllende Bergtal.

Einsam am Waldrand Mischen Birken und Erlen leuchtet die Fruchtglocke des Ebereschenbaumes. Ein alter Waldhüter steht darunter, und aus feiner be­malten Porzellanpfeife quillt ein blauer Rauch. Der Mann biegt mit krummem Stockgriff die Aeste her­unter und schneidet sich Kugel für Kugel ab. Er wird die Beeren trocknen, um sie winters in den Futterkasten für die Drosseln zu streuen. Aber noch fliegen sie selbst in das Geäst der Eberesche und kröpfen hastig mit ruckarttgen Bewegungen die mehligen Beeren. Wenn die Vögel auffliegen, sind sie schwer und sattgefressen, und das Fett der Herbst- schmausereien hängt ihnen dick auf der Brust.

Der einschlafende und regungslose Wald steht auf der Scheide zwischen Sommer und Herbst. Zwischen all dem grünen und satten Blattwerk leuchtet die Glut der reifenden Ebereschenfrüchte, dem ziehenden und hungrigen Vogel weithin sichtbar.

Wir schön ist es doch, reif zu fein]

Hervstroi.

Von Anton Schnack.

Rotder Tomaten.

Noch gestern hingen die Tomatenkugeln an der krausblätterigen Staude. Eine schwache, nicht recht hervorbrechende Röte glasierte den blassen und wassergrünen Untergrund. Nun liegen die Früchte, eine neben der anderen, auf dem Fensterbrett, das an der sonnigen Südseite gelegen ist.

Hier reifen die Tomaten allmählich aus. Immer dunkler wird die Glasur, immer satter, schöner und üppiger die Farbe, großen roten Siegellack­tropfen ähnlich, deren Leuchtkraft sich in das Glas der Fensterscheibe wirft, worin sich der weiche, duftige Samt des Spätsommerhimmels wider­spiegelt.

Nun fliegt eine Wespe ans Fenster, noch eine Zweite, und beide, zwei kriegerische schwarz-gelbe Leiber, summen in Unruhe über der Tomatenpracht am Fenster, hinter dem süßer, erregender Fruchtsaft gekocht wird. Rot und gelb: kühne, grelle, angriffs­lustige Farben, Die eine als Feueroall gerundet, die andere als lebendiger, gestachelter Blitz hin- und herfliegend, aber sie werden nicht lange mehr dau- ern in kurzer Zeit wird die Nachtkühle den gelben Blitz der Wespe zu einer gekrümmten leeren Hülle machen und das Rot der Frucht zu einer welken Haut.

Was hat sich alles in dem fröhlichen und brennen­den Rot der Tomate gesammelt? Die unerbittlich glühende Sonne von vielen Tagen, die hellen Perlen des Taus und die dunkleren Tropfen des Regens, das weißliche Licht der Mondnächte, der zarte Ähein der Morgenröte und der üppige Feuerrand der Abenddämmerung, aber auch das glückliche Lächeln der jungen Gärtnerin, dis an den Beeten entlang;

Stockholm, 29. Sept. (Europapreh.) Der Lei­ter der englischen Verhandlungsdelegation in Mos­kau, Lord Veaverbrook, hatte am Sonntag in der britischen Botschaft eine Konferenz mit Dem britischen Botschafter Sir Stafford Cripps und dem Leiter der britischen Militärabordnung in Mos­kau, General Mac Farlane. An der Be­sprechung nahmen alle militärischen Mitglieder der britischen Abordnung teil. Beaverbrook, Harriman und andere Mitglieder der britischen und nord- amevikanischen Delegation in Moskau suchten noch am Sonntagabend Stalin auf. Die Unterredung, an der neben dem Auhenkommissar Molotow auch der Jude L i t w i n o w - Finkelstein teilnahm, fand im Kreml statt und soll einen sehr erregten Ver­lauf genommen haben. Harriman, der Führer der amerikanischen Delegation, erklärte der Presse, daß die Moskauer Tagung sofort an die Arbeit gehen und in Anbetracht der Wichtigkeit der zur Ver­handlung stehenden Fragen und der absoluten Dringlichkeit nur etwa eine Woche dauern werde. Hamman fügte hinzu:Wir müssen schnell ar­beiten, weil die Zeit sehr kostbar ist/

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Violinkonzert op. 147.

Ein unbekanntes Werk von Reger.

Aus Anlaß seines 60jährigen Bestehens veran­staltet das Berliner Klindworth-Scharwenka-Konser- vatorium eine Konzertreihe, die mit einem Sinfonie­konzert eröffnet wurde. In diesem Rahmen hörte man für Berlin zum erstenmal ein Regersches Violinkonzert, über dessen Vollendung den Komponisten der Tod abberief. Vor einem Jahrzehnt etwa übergab die Witwe Regers die Handschrift dem ebenso als Geiger wie als Komponisten bekannten Florizel von Reuter, der sich sorgsam des kost­baren Nachlasses annahm.

Erhalten sind zu diesem Opus 147 Partitur und Klavierauszug von Regers eigener Hand, und es gewährt einen interessanten Einblick in das Schaffen dieses Meisters, daß beide Niederschriften mit dem gleichen Takt abbrechen, also die Vermutung wohl zu Recht besteht, daß Auszug und Partitur gleichzeitig nebeneinander entstanden sind. Gewissen­haft hat der Komponist alle Vortragsbezeichnungen (mit roter Tinte) in die Partitur eingetragen.

Ueber die beabsichtigte endgültige Form ist nichts zu erkennen, noch auf uns gekommen. Der einlei­tende langsame Teil mit weitgespannten Melodie- bogen echt Regerscher Prägung geht über in ein kapriziöses Scherzo, das sich allmählich zu einem be­schwingten Walzerrhythmus beruhigt. Hier endet die Niederschrift. Florizel von Reuter greift in feiner Weiterführung auf den ersten Teil zurück, den er bis in die Nähe des Scherzos wiederholt und dann in eine abschließende Fuge münden läßt, die ihr thematisches Material dem Regerschen Gedanken­gut entnimmt. Diese Formgebung ist durchaus logisch und entspricht dem Aufbau anderer Werke des Kom­ponisten. Die Bearbeitung ist so geschickt gemacht, und Solopart wie Orchestersatz sind so ganz im Stil des Originalteiles gehalten, daß man sich der Fort­führung von fremder Hand nicht bewußt wird. Nach der Münchner Uraufführung 1932 bestätigte auch hier dem Bearbeiter wie gleichzeitig Interpreten Florizel

Soldaten, vor allem aber bewaffnete Flintenweiber, den Transport. Während selbst Frauen und Kin­der mit Erschießen bedroht wurden und die Män­ner von den bolschewistischen Soldaten mit der Waffe in Schach gehalten wurden, raubten die Flintenweiber die deutschen Frauen und Kinder buchstäblich bis aufs Hemd aus. Unter dem Vorwand der körperlichen Unter­suchung wurden alle noch bisher vor dem Zugriff der Bolschewisten geretteten Schmuckgegenstände, Kleidungsstücke und selbst die Leibwäsche geplün­dert. Die Ohrringe, Eheringe und selbst die klein­sten Erinnerungsstücke ohne irgendwelchen Wert wurden unter Anwendung roher Gewalt entrissen. Unter Mißhandlung selbst alter und kranker Frauen vollzog sich hier ein Verbrechen, das in der Ge­schichte der diplomatischen Beziehungen der Völker nicht seinesgleichen hat. ,

In einem erschütternden Zustand traf der deutsche Transport in der Türkei ein. Es gab Frauen und Kinder, die nur noch einen alten Mantel besaßen, während alles andere von den bolschewistischen Flintenweibern geraubt war. Durch die Mißhand­lungen befanden sich die Deutschen in einem Zu­stand, der eine furchtbare Anklage gegen das orga­nisierte bolschewistische Verbrechertum und ihre Ver­bündeten bildet.

Das deutsche Volk, das seit dem völkerrechtswidri­gen Vergewaltigungsakt der Bolschewisten und Briten an Iran schweigend, aber mit tiefer Anteil- nähme das Schicksal der Deutschen in Iran ver­folgte, die dort nichts anderes taten, als in fried­licher und loyaler Haltung in dem Gastland ihrer Arbeit nachzugehen, empfindet eine brennende Em- Pörung gegen diese Tat der Bolschewisten, hinter der die Verantwortung nicht nur der Moskauer Re­gierung, sondern ebenso sehr der englischen Regie­rung steht.

Versorgungstonne ist und daß ein Schiss in den jetzigen Kriegszeiten durchschnittlich im Jahr vier Fahrten auf England macht oder besser gesagt, zu machen versucht. Da selbstverständlich nicht alle Schiffe, die versenkt werden, besonders solche sind, die von England fahren, vollgeladen haben, ist es richtig, um zu keinem falschen übertriebenen Ergeb­nis zu gelangen, die an sich erheblich größere Der- sorgungstonnage nicht einzusetzen, sondern bei der Vruttotonnage zu bleiben. Der Ausfall von 13 Mil lionen BRT. bedeutet also sehr vorsichtig gerechnet, allein einen Ausfall von etwa 47 Millionen Ton­nen, während in England selbst der verantwortliche Minister den Bedarf auf 72 Millionen Tonnen an­gegeben hat.

Ganz abgesehen von den Versenkungen hat nun aber der Verlauf des Krieges einen ganz gewal­tigen Mehrbedarf an Tonnage für die eng­lische Versorgung mit sich gebracht. Um nachstehend nur ein Beispiel herauszugreifen: Aus Europa bezog England im letzten Vergleichsjahr 1938 Nah­rungsmittel und Rohstoffe im Gewicht von rund 30 Millionen Tonnen. Dazu genügte bei den kur­zen Entfernungen ein Schiffsraum von 600 000 BRT., da die Schiffe wöchentlich zwischen Eng­land und dem Ursprungsland der Erzeugnisse hin und her fuhren. Die Butter, der Speck, die Eier kamen in der Hauptsache aus Holland und Däne- e mark: sie müssen jetzt aus Australien, Neuseeland und Südafrika herangeholt werden. Zellstoffe, Gru­benholz, Erze, bisher aus Schweden, Norwegen und Finnland soll jetzt Kanada liefern. Auch Der Nichtfachmann wird beurteilen können, welche ge­waltige Mehrtonnage dazu nötig ist, nämlich nahezu das zehnfache. Daneben ist der Transport von leicht verdeblichen Waren, wie z. B. Butter und Speck für die unter Umständen monatelangen Reisen mit erheblichen Schwierigkeiten verknüpft. Zu der­artigen Transporten gehören Schiffe mit ganz be­sonderen Kühleinrichtungen, die erst hergerichtet werden mußten. Gerade von diesen Kühlschiffen ist, wie aus den Berichten des Oberkommandos der Wehrmacht hervorgeht, bereits eine ganz Reihe ver­senkt worden. Kürzlich ging in der Südsee eins die­ser Schiffe auf dem Wege von Neuseeland nach England in die Tiefe und nahm 10 000 Tonney gleich 20 Millionen Pfund Butter mit sich.

Das von den Engländern gleich zu Beginn des Krieges eingeführte Geleitzugsystem erfor­dert, da in einem Geleitzuge stets das langsamste Schiff das Tempo für alle anderen angibt, nach englischen Berechnungen eine Mehrtonnage von etwa 30 v. H. Der Weg um das Kap der Guten Hoffnung anstatt durch das Mittelmeer erfordert die doppelte Tonnage. All' diese Fak­toren zusammen ergeben, addiert zu der Versen- kungsziffer, eine so große Beanspruchung der noch vorhandenen Tonnage, daß von einer wirklichen Befriedigung der für die Insel England notwen­digen Lebensmittel und Rohstoffe keine Rede mehr sein kann.

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Vor den Auslandsschweizern sprach auf Einladung der Neuen Helvetischen Gesellschaft der schweize­rische Professor der modernen Geschichte, Karl Burckhardt, der auch Mitglied des Internatio­nalen Komitees vom Roten Kreuz ist und der so­wohl im diplomatischen Dienst Der Eidgenossen­schaft wie auch als Völkerbundskommissar in Dan-. zig praktische Erfahrungen auf dem Gebiete der großen Politik hat sammeln können. Einige Worte aus seiner Ansprache:Das angemessene Verhalten |^?un des Schweizers innerhalb der Weltkrise ist B e- % scheidenheit. Seit September 1939 erleben wir eine der größten geschichtlichen Tragödien. Wir durften außerhalb bleiben und daraus ergibt sich für uns die Pflicht zu ehrfurchtsvollem Schwei­gen und gleichzeitig die Anspannung aller Kräfte, um Hilfe zu bringen. Unsere Neutralität muß nicht für uns, sondern für biß andern, für die zerrissene Gemeinschaft der Völker da fein ... Die |ttrgen, Tätigkeit des Roten Kreuzes soll nicht nur ver- |ntr;ub stärkt, sondern auch erweitert werden." z Von anderen Schriften abgesehen hat Karl Burck- U Hardt als Geschichtsschreiber den lebhaftesten Wider« Ithen hall im deutschen Sprachgebiet mit seiner großcm- " geleaten und in den besten Überlieferungen gt samtdeutscher Geschichtsschreibung verfaßten &

Ein Verbrechen gegen GeMnng und Völkerrecht

Oer Leidensweg deutscher Frauen und Kruder auf dem Rücktransport aus Iran.

B e r l l n, 29. Sept. (DNB.) An der turkisch-lra- nischen Grenze trafen am Sonntag 470 deutsche Frauen und Kinder mit den Angehörigen der deutschen Gesandtschaft und dem deutschen G

sandten ein, nachdem ihnen von der iranischen Re­gierung wie von den Engländern und den Sowjets freies Geleit zur Türkei zugesichert war. Unter Bruch der Gesetze der Gastfreundschaft und der abgeschlossenen Verträge wie des geltenden Völkerrechts wurden die wehrfähigen Deut­schen in Iran durch erpresserischen Druck der Eng­länder und Sowjets von der iranischen Regierung Den Briten und Bolschewisten ausge­liefert. Aber der bolschewistische und britische Haß hat selbst vor Frauen und Kindern und Den amtlichen Vertretern der Reichsregierung auf ihrem Transport nach der Türkei nicht Haltgemacht.

Unter Führung des deutschen Gesandten begab sich der Transport der Frauen und Kinder am 17. Sep­tember von Teheran auf den Weg nach der Türkei. Trotz feierlicher Versprechungen und trotz der Be­gleitung durch neutrale Diplomaten wurde der Transport durch sowjetische Soldaten unter Füh­rung sowjetischer Offiziere und der politischen Kom­missare ausgeplündert. Wertvolle Gegen­stände wurden ohne eine Angabe auch nur eines Vorwandes geraubt, darunter auch das gesamte Gepäck Der Deutschen Gesandtschaft. Koffer, Pelze, Schmuckgegenstände und was sonst Den Bolschewisten in die Augen stach, wurde vor den Augen Der Deutschen weggeschleppt. Die begleiten- Den neutralen Diplomaten und der deutsche Ge­sandte waren machtlos/

Wenige Kilometer vor der türkischen Grenze ord­nete der den Transport begleitende sowjettsche Beamte eine kurze Marschpause an und befahl Den Deutschen, sich auf freiem Felde in Reih und Glied aufzustellen. Dann überfielen bolschewistische

Oie Schande von jran

Das deutsche Volk hat bisher über Dte Vorgangs in Teheran geschwiegen, um das Schicksal seiner Frauen und Kinder, das dort mit in Frage gestellt war, nicht zu gefährden. Jetzt, nachdem die oertrie« denen Deutschen in Der Türkei eingetroffen sind und nachdem einmanbfreie Berichte über ihre Erlebnisse vorliegen, kann Die Deutsche Oeffentlichkeit nur mit tiefster Empörung von Der Kulturschande Kenntnis nehmen, für die England und die Sowjetunion

Die gemeinsame SchulD tragen.

Der Ueberfall auf das neutrale Iran war schon ein verbrecherischer Akt, Die Zumutung an die ira­nische Regierung, Die Deutschen sämtlich Der eng­lischen und bolschewistischn Besatzung auszuliefern, war ein Völkerrechtsbruch schlimmster Art. Daß Die schwache Regierung Irans auf diese Zumutunaen einaegangen ist, gereicht ihr nicht zur Ehre. Der entschlossene Wille der deutschen Gesandtschaft, die Deutsche Kolonie unter gar keinen Umständen an Die feindlichen Mächte auszuliefern, hat Dann einige ZugestänDnisse erwirkt. Die amtlichen Deutschen Ver­treter, ebenso diejenigen von Italien und Rurnä- nien, sollten freies Geleit erhalten, ebenso Die Frauen und Kinder. Der geordnete Abtransport auf türkisches Gebiet follte unter dem Schutz neutraler Diplomaten stehen. Der an anderer Stelle wieder- gegebene Bericht Des DNB. illustriert, wie diese Zusagen gehalten wurden. Die Einsprüche des schwe. dischen Gesandten waren ebenso erfolglos wie Die schwachen Versuche Der Vertreter Der iranischen Re- gierung. Die Engländer fühlen sich bereits berufen, ihre Hände in Unschuld zu waschen. Sie behaupten, Die deutschen Frauen hätten bei ihrer Ankunft in Ankara ihre Dankbarkeit gegenüber Den englischen Beamten in Teheran bekundet, die ihnen hilfreich zur Sette gestanden hätten. Diese Erzählung ist offenkundiger Schwindel. Die deutschen Frauen und Kinder hatten bei ihrer Ankunft in Ankara ganz andere Sorgen, als den Engländern freundliche Worte zu widmen. Sie kamen halbnackt und tn Lumpen in der türkischen Hauptstadt an, nachdem sie während desfreien Geleits" von den Verbün­deten Englands ihrer notwendigsten Habe beraubt worden waren. Die deutsche Botschaft in Ankara hatte zunächst einmal Die Aufgabe, für diese miß­handelten Deutschen warme Decken und Kleidungs­stücke zu besorgen. Wenn aber Die Engländer Die Geschichte in Die Welt setzen, Die deutschen Frauen und Kinder seien ihnen Dankbar gewesen, so wollen sie ihre eigene schwere Schuld an Der Schmach von Iran verdunkeln. Die Engländer sind es Doch ge­wesen, die gemeinsam mit Den Sowjets dieses neu­trale Land überfielen. Sie haben vertragswidrig Die Bolschewisten zur Besetzung von Teheran her- eingerufen. Mit ihnen gemeinsam gingen sie Darauf aus, ihre Rache an Der kleinen deutschen Kolonie zu kühlen. Als das nicht in vollem Maße gelungen war, überließen die Briten den Abtransport der 450 Frauen und Kinder demSchutz" der Bolsche­wisten und ihrer Flintenweiber. Daraus ergibt sich im vollen Umfang das gerüttelte Maß der Schuld, das Die Engländer an der Kulturschande von Iran tragen.

Oer weiße Vabe.