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alaubtich töricht an. Vielleicht war aber dos der Zweck der Rooseveltschen, von drei Männern ge- Ipeiften Rcdeübung, die Opposition in den eigenen Rechen mit jüdifchem Dreh zum Schweifen zu brin­gen und die Mahner, die ihn daran erinnern, daß er sein Wort gegeben, wiederholt geyeben, die USA. nicht in den Krieg zu führen, mit einem Roosevelt- schen Maulkorb zu beschenken. Es nützt nichts. Die Stimmen drüben gegen Roosevelt sind noch schärfer geworden, und die von ihm zitierte Einigkeit der Auffassung der USA. gehört zu den bewußten Selbsttäuschungen dieses kuriosen Präsidenten.

Die Unlogik der Roosevelt-Argumente wird deut­lich, wenn man einzelne seiner Aussprüche anführt. Wir würden, sagte er, das gesamte wirtschaftliche Leben verkrüppeln, soziale Leistungen unmöglich machen. Die sozialen Leistungen Roosevelts zeigen sich darin, daß nach amtlichem Geständnis seines Washingtoner Kreises 45 o. H. aller Vankees hun­gern. Weiter: Wir würden den amerikanischen Ar­beiter zwingen, sich mit der Sklavenarbeit der übrigen, die wir natürlich beherrschen, in Kon­kurrenz zu stellen, und der amerikanische Farmer würde sich dem Elend und der vollständigen Mili­tarisierung gegenübersehen. Was aber hat eiaent- lief) Roosevelt gegen das Elend der amerikanUchen Arbeitslosen und der zum Proleten herabgesunkenen amerikanischen Farmer geleistet? Nichts! Während unter unserem Führer der deutsche Arbeiter und der deutsche Bauer aus den Händen der Arbeits­losigkeit und sonstiger plutokratischen Folgen gerettet worden sind

Alle diese kindischen Schaumschlägereien Roose­velts können durch phrasenreiä>e Worte nicht ver­deckt werden. Er wandte sich an die Jbero-Ameri- kaner, die angeblich von uns bedroht seien, worüber man in Rio de Janeiro. Buenos Aires usw. sehr verblüfft sein wird, und sprach von der Freiheit der Meere, die, gerade durch England in Fesseln geschlagen, den Ibero-Amerikanern nicht gestattet, ihre notwendige Ausfuhr während dieser Kriegs- zeit aufrechtzuerhalten. Der General Johnson hat diesem kuriosen Präsidenten denn auch sofort er­widert, die USA. hätten heute keine Freiheit der Meere, soweit England in Frage komme, denn seine Bürger könnten keinen Luftpostbrief z. B. nach Venezuela richten, ohne daß er von den Eng­ländern auf den Bermudas zensiert werde.

Roosevelt will die Freiheit der Meere nur unter­drücken, um den Plutokraten das Waffengeschäft mit England möglichst risikolos zu machen. Das ist der Kern. Allerdings liegt er im Argen, denn Roosevelt gab selbst zu:Die Geschwindigkeit, mit der die Nazis die Handelsschiffe versenken, ist drei­mal so groß wie das Vermögen der britischen Schiffswerften, sie wieder zu bauen, sie ist mehr als doppelt so groß wie die britisch-amerikanische Herstellung von Schiffen heute." Damit ist eigentlich die Frage über den Ausgang dieses Krieges er­ledigt. Roosevelt möchte gern, aber gegenüber der klaren Erklärung, amerikanische Konvois bedeute­ten den Krieg, eine Tatsache, die er in einer Rede selbst zugab, schlug er keinen Weg vor, um diese Schiffsversenkungen unmöglich zu machen.

Generaloberst von Küchler 60 Labre alt.

Berlin, 2». Mai. (DNB) Am 30. Mai begeht der Generaloberst von Küchler feinen 60. Ge­burtstag. Als Oberbefehlshaber einer Armee hat der Generaloberst am Feldzug in Polen wie auch im Westen entscheidenden Anteil an den Opera­tionen gehabt. Für seine Verdienste in Polen zeich­nete ihn der Führer mit dem Ritterkreuz aus, und nach dem Krieg gegen Frankreich wurde er in der Reichstaassitzung vom 19 Juli 1940 zum Generaloberst befördert

Im Feldzug gegen Polen gelang es der von Küchler geführten Armee schon am 3. September, die Festung Graudenz stürmend zu nehmen. Weiter sind der Durchbruch Ker Mlawa-Stellung, der Na- rew-Uebergang. die Abriegelung Warschaus, der Sturm aus Praga und die Eroberung von Modlin mit der von Küchler geführten Armee verbunden. Im Westfeldzug überrannte die Armee Küchlers den holländischen Widerstand und zwang am 14. Mai die holländische Armee zur Kapitulation.

Die Einnahme von Antwerpen von Dünkirchen und Paris sowie die Berfolgungskämpfe über die Loire bis zum Atlantik sind weitere Ruhmestaten der von Generaloberst vop Küchler geführten Ar­mee, die nicht zuletzt auf den tapferen und un­erschrockenen persönlichen Einsatz des Generalober­sten zurückzuführen sind.

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üandia auf Kreta

Zu den wichtigsten Städten der Insel Kreta gehört die Stadt Kandia, die unsere Ausnahme im Luft- bild zeigt. Deutlich erkennt man die weit in das Meer hinausaebaute Mole und die beiden ummauer­ten Hafenbecken. (Scherl-Archiv-M.)

Das Lügengebäude, das die englischen Lügner um Kreta errichtet haben, ist im Zusammenbrechen. In London beginnt man allmählich für Kreta zu fürch­ten und die Welt auf seinen Verlust vorzubereiten. Natürlich umhüllt man diese pessimistische Stim­mung nach alter bewährter Manier mit einem Brimborium von Lügen über außerordentlich hohe deutsche Verluste und angeblich sinkende Moral der deutschen Soldaten. Selbst wenn die Berichte des Oberkommandos der Wehrmacht Einzelerfolge nicht melden würden, wüßte man aus dieser Taktik der Engländer schon, daß es um die englische Sache schlecht steht und daß die deutsche Sache triumphiert. Allmählich lüftet aber auch das deutsche Oberkom­mando der Wehrmacht den Schleier, der bisher

über den Operationen gelegen war. So wurde gestern die Einnahme der Hauptstadt C h a n i a und Die Verfolgung der geschlagenen feindlichen Kräfte südlich' der Sudavucht gemeldet, und der Wehrmachtbericht vom 29. Mai wußte zu melden, daß deutsche Gebirgstruppen bereits die Bucht von A r m i n i erreicht haben und daß die bisher von den Briten als Flottenstützpunkt benutzte Sudabucht vom Feinde frei ei. Natürlich hat auch wieder die deutsche Luftwaf e kräftig zu den Erfolgen beigetragen und den Truppen den Weg geebnet. In treuer Waffengemeinschaft sind inzwischen italienische Truppen auf der Insel Kreta gelandet. Die Schlacht um Kreta geht also planmäßig weiter.

Fernaufklärung über Aegypten.

Bon Kriegsberichter Heinz Liebscher.

Ndz ... (PK.) lieber die Grenzen Italienisch- Nordaffikas hinaus nach Marsa Matruk und El Dabo, bis kurz vor Alexandria, führt uns der heu­tige Auftrag. Was geht dort drüben bei den Eng­ländern vor? Was gaben sie im ägyptischen Raum bereitgestellt? Wie sind die Flugplätze belegt? Alles Dinge, die interessieren.

Wie immer auf den Plätzen in der Wüste, faßt alles mit an, um die Maschine klarzumachen. Und als sich nach dem Abdecken der großen Plane und all den hundert Handgriffen, die nun einmal not­wendig sind, bis sich so ein großer Vogel in die Luft erheben kann, der Korb der Wanne unter mir schließt, da geht der Atem schwerer, ich klebe am ganzen Körper, und der Schweiß läuft mir über das vom Sand verschmierte Gesicht in roten Rinn­salen. Langsam richtet man sich für einen mehr­stündigen Flug in dem engen Raum so gut als möglich ein. Mechanisch werden die Sauerstoff­apparate fertiggemacht und die MGs feuerbereit. Hier unten in Nordasrika gibt es keine langen An- flugweae mehr. Seitdem das deutsche Afrikakorps mithalf, Libyen zurückzuerobern, sind wir schon in wenigen Minuten über feindlichem Gebiet.

Porto B a r d i a ist erreicht. Unser Auftrag be­ginnt. Eisenbahn und Straße laufen einander pa­rallel, kreuzen sich, und überall gibt es Truppen­lager, Ansammlungen von Fahrzeugen und Zelten, und worauf es uns besonders ankommt: Flugplätze! Es ist allerhand los da unten. Sie scheinen sich auf einiges vorzubereiten! Material über Material kön­nen wir feststellen, tadellos ausgebaute Straßen, Schiffsverkehr die ganze Küste entlang und Ma­schinen auf den Plätzen Jeder Lastwagen ist deut­lich erkennbar. Dort rollt ein Eisenbahnzug. Auf einmal blitzt es grell drei- bis vierhundert Meter tief, links hinter uns auf. Aus der Sonne zieht ein Jäger kurz nach oben. Noch bevor er uns anvisiert bat, sage ich ihm eine halbe Trommel vor die Nase.

Fast im gleichen Augenblick schießt auch er. Die Leuchtspur zieht dicht unter uns vorbei. Dann ist der Jäger auch schon nach oben vorbeigeschossen. Die MGs des Funkers über mir, eines alten Hasen", der schon oft gegen England flog, begin­nen zu hämmern. Nur zwei, vielleicht drei Sekun­den dauert das ganze, dann drückt unser Flugzeug­führer die Maschine, daß ich in meiner Wanne zu schweben beginne. Und nun fängt eine wilde Kur­belei an. Wir sehen die Hurricane nicht mehr und sie uns anscheinend auch nicht

Nach einer weiten Kurve über dem offenen Meer gehen wir wieder auf Höhe und fliegen erneut auf das Land zu, um dort frisch zu beginnen, wo uns der Engländer unterbrach. Wieder fliegen mir über Straße und Eisenbahn unseren Weg. Dort liegt Fuka. Gleich haben wir es geschafft. Da blitzt es unten auf. Spiegelt sich die Sonne irgend­wo ? Nein, schon hängen einige hundert Meter unten, hinter uns die ersten schwarzen Spreng­wolken der Flak in der Luft. Ich drücke das Kehl­kopfmikrophon mit den Fingern leicht an und will nach vorn melden Aber nichts rührt sich. Die Eigenverständigung im Flugzeug ist entzwei. Ver­teufelt, fetzt wird es ungemütlich! Die schwere eny- lische Flak schießt sich ein. Kein Wunder, wenn die Maschine eben so schnurgerade und gleichmäßig un­bekümmert ihren Weg fortsetzt. Ich richte mich auf einem Ellenbogen auf, blicke nach oben unb stoße den Funker über mir an. Der schaut mich zwischen FT-Haube und Atemmaske an, als ob er um meinen Gesundheitszustand besorgt sei, und reicht mir schließlich einen Notizblock samt Bleistift her­unter Schnell schreibe ich, so gut wie es geht: Schwere englische Flak. Hundert Meter tief unter uns. Schießt sich ein." Da wird der Funker aber lebendig. Er gibt die Meldung nach vorn. Es war höchste Zeit. Schon krepieren die Geschosse dir-kt unter meiner Wanne, und unsere Maschine macht

Oer viel zu große Tisch.

Bon Erich Klaila.

Nichts an dem Tisch ist auffällig. Sie pflegten die Mahlzeiten daran einzunehmen. Zuweilen hat Gregor behauptet, eigentlich sei der Tisch viel zu klein: man könne sich nicht einmal richtig bewegen! Florentine hatte geschwiegen Sie hat höchstens für einen Augenblick die Gabel weggelegt. Nun fang doch nicht schon wieder von dem dummen Tisch an! bat sie. Wo wir nun einmal keinen größeren haben'

Eines 'Tages aber war der Tisch viel zu groß Und das kam so:

Gregor bekam den Gestellungsbefehl Am nächsten Morgen mußte er wegfahren Am Mittag ffel es Florentine dann auf. daß der Tisch zu groß war Sie kam sich daran richtig verloren vor: als säße sie in einem großen Saal ganz allein am Ende einer großen Tafel.

Sie schrieb Gregor darüber Der lachte sie in seinem Antmorlbrief nur aus Vielleicht bat er recht, dachte Florentine und nahm sich vor. die Anaelegen- beit nicht mehr von Bedeutung zu finden Als sie aber wieder an dem Tisch laß. war es auch wieder da: das Leere, Dielzugroße

Florentine konnte nicht weiteressen Sie hielt die Augen geschloßen und lauschte Das Lauschen war Marten Woran liegt es eigentlich? wollte sie wissen

Während die Frau wartete, härte sie alles lehr deutlich Im Hause wurde eine Tür geschloßen' Im ersten Stock läutete es Auf der Straße fuhr eine Trambahn vorüber. Irgendwo weinte ein Kind

Und bann wußte Florentine plötzlich alles Als sie das Kind schreien hörte, war es ihr eingefallen. Das Kind ist es. das fehlt? wußte sie

Sie hatte immer noch die Augen geschlossen Sa durfte sie das Kind sehen bas ihr gegenüber sah Es war em Junge, der Michael hieß Er hatte dunkles Haar, wie Gregor: die Augen aber, die waren von ihr

Bist du schon satt? fragte sie den Jungen

Weil er nicht antwortete, öffnete Florentine die Augen Da war dos Kind verschwunden, und der Tisch war wieder viel zu groß Jetzt weiß ich es! schrieb sie an Gregor: wir müßten ein Kind haben!

Er lachte sie nicht mehr aus, als er antwortete. jEttöas Verlegenes war in dem Brief; als hatte

der Mann Florentine für etwas um Verzeihung zu bitten; für ein Versäumnis vielleicht.

Eines Tages kam er auf Urlaub. Es war am Tage vor dem Wegfahren. Da sing er wieder von dem Tisch an. In Zukunft wird er erst recht zu klein sein! meinte er

Die Frau wurde durchaus nicht rot. Sie sagte nur: Wieso? Meinst du wegen des Kindes? Aber das ißt doch nicht gleich vom ersten Tage an mit am Tisch' Oder dachtest du das?

Florentine lächelte Ein überlegenes, hintergrün­diges Lächeln Sv lächeln Frauen, die auf ihre Stunde warten

Münchener Kunstgeschichte.

Bon Erich Vaetzmann

Aber erlauben Sie, achtzigtausend Mark!" Sagte ich noch nicht, daß diese Geschichte im Jahre dreiundzwanzig spielt? Nun. dann entschul­digen Sie Ich sah also mit meinen achtzigtausend auf der Bank und grübelte, wovon ich morgen leben sollte Da fühlte ich etwas Kühles an meiner Hand, und als ich genauer zusah. war es eine Dackelschnauze Nun sind gerade Dackel meine große Schwäche, und es dauerte nicht lange, bis wir uns angefreunbet hatten und zusammen in bie Stadt zurückgingen

Am Odeonsplatz kaufte ich mir eine Zeitung und fand darin unter den entlaufenen Hunden auch wirklich einen braunen Dackel angezeigt, der auf den Namen Schnepserl hören sollte Meiner tat bas, und so machten wir uns denn beide auf den Weg zu der ausgebotenen Belohnung.

Nachdem wir halb Schwabing durchwandert hat­ten und bann nochmal vier Treppen hochgestiegen waren, gelangten wir in ein kleines Büro, in dem ein Fräulein saß und gerade telephonierte Sie warf sofort den Hörer auf und riß mir den Dackel aus den Armen .,3a Schnepserl, du Halunke klei­ner, bist denn wieder da! Wo hast dich nur fo lange rumgetrieben, du Strolch du!" Dabei rollte sie «hn auf Dem Teppich herum, als wollte sie Strudelteig aus ihm machen

Nach einer guten Weile fand sie endlich auch Zeit für mich Wir begannen eine kleine Unter­haltung, und schließlich öffnete sie eine Ture und führte mich in ein großes Atelier. Es war das

merkwürdigste Atelier, das man sich nur denken konnte. Ueverall standen und hingen Schießscheiben herum, wie man sie bei ländlichen Schützenfesten als Ehrenpreise mit nach Hause nimmt. Das be­liebteste Motiv waren Auerhähne, vor dem Mor­genhimmel balzend, aber auch die anderen Waldes­tiere waren reich vertreten

Schon, nicht wahr", sagte das Fräulein,und alles selbst gemalt, das heißt, von den zwei Künst­lern, die wir haben "

Die malen demnach von morgens bis abends Auerhähne und Hirsche?"

Ja bis nachmittags, mit einer halben Stunde Mittag. Vater hat früher auch mitgemalt, aber jetzt muß er immer auf Tour und Kunden besuchen "

Und was verdienen Ihre Künstler so am Stück?"

Sie sind im Wochenlohn aber sie kommen schon gut raus dabei *

Das war natürlich eine feine Sache Ich hatte auch schon mal Preisschilder für ein besseres ZU garrengefebäft gemalt und traute mir wohl einen Auerhahn zu Ich getraute mich sogar, ihr das zu sagen Und als ich nach einer Viertelstunde die vier Treppen wieder hinunterstieg. hatte ich eine An­stellung auf Probe für zunächst vier Wochen :n der Tasche -

Am nächsten Morgen, einem Dienstag, traf Ich meine Arbeit an Die beiden Künstler kamen mir mit kühler Höflichkeit entgegen Aber das änderte sich rasch, denn ich hatte meine eigenen künstlerischen Ansichten Ich säumte auch nicht, als sie meinen angefangenen Auerhahn zu verunglimpfen began­nen. die Gebilde ihres Pinsels mit der gleichen Abgunst zu zerpflücken Bald war der schönste Streit im Gange, und sie gingen in das Büro und beschwerten sich

Dann wurde ich hlnemgerufen Das Fräulein fragte mich em bißchen hochmütig, wo« es denn da eigentlich gegeben hätte Ich stellte meine Scheibe an die Wand und legte ihr dann in einer wohl- gesetzten Rede meine Auffassung von künstlerischer Urwüchsigkeit dar Und wenn die beiden Neidhälse behaupteten, mein Auerhahn sehe sehr wie ein Lämmergeier aus, so ehre mich bas höchstens denn das Fräulein sollte mal in den Glaspalast gehen und selber sehen, wie man heutzutage Tiere malt.

Das Fräulein blieb eine Weile stumm: endlich sagte sie, das konnte sie ja tun, und ich sollte sie in den Glaspalast begleiten. Natürlich diensllich.

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3d) begleitete sie also nachmittags diensttich in den Glaspalast und am nächsten Tag in die Pinakothek und am übernächsten in die Neue Sezession. Zwi­schendurch führten wir gründliche Gespräche über das Gesehene und, um die Nutzanwendung gleich zu zeigen, warf ich mit jugendlicher Kühnheit ein paar Tiere auf die Scheiben, die in kein anato­misches Lehrbuch paßten und in Farben strahlten, die es gar nicht gab. Diese Scheiben hängte ich ganz vorn im Atelier auf, wo sie unsere Kunden in Erstaunen und offene Bewunderung versetzten. Nur kaufen wollte sie seltsamerweise niemand. Dtft machte jedoch nichts, denn so konnte ich selber meine Freude daran-haben

Aber leider nicht lange. Denn am Freitag kam unvermutet der Vater zurück. Er ging in bas Ate­lier, nahm meine Scheiben von der Wand, zählte dann mit harten Knöcheln meinen Restlohn auf den Tisch und mors mich hinaus.

Später hat er sich aber doch noch besonnen und mir sogar die Ausbildung auf der Akademie bezahlt."

Aber erlauben Sie, wie kam er denn dazu?"

Nun. wie?" versetzte der bekannte Maler. Kommt 3hnen das so ungewöhnlich vor, bei einem Schwiegervater?"

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Die mißglückte Entschuldigung.

Heber eine vielgebrauchte, aber trotzdem nicht ein­wandfreie Redewendung plaudert Dr. Hans Rei­ner in der Zeitschrift für deutsches Sprachleben ..Muttersprache' Nicht selten hort man die sonder­bare ZumutungEntschuldigen Sie vielmals!" Einer hat einen anderen Menschen irgendwie be­lästigt ober er hat etwas versäumt, was er ihm schuldig war, und nun bittet oder verlangt er, der andere solle dies entschuldigen, und zwar nicht nur einmal und einfach, sondern gleich vielmals Was er meint, ist Natürlich etwas anderes. Er will sogar besonders höflich sein, indem er nicht nur einfach bitten, sondern vielmals bitten will, daß der andere (natürlich nur einmal) entschuldige: so wie es oft und richtig auch getan wird mit dem Satz:Ich bitte vielmals um Entschuldigung?" Jener erste Satz aber ist ein Fehler, den man vermeiden sollte. Dem Gedankenlosen konnte man vielleicht helfen, indem man seine Bitte scheinbar ernst nimmt und ihm ant­wortet:Nein! Ich entschuldige gern, aber nut einmal! Das genügt Ihnen sichertiA" C.& i

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die ersten, unfreiwilligen Sprünge. Noch einige Minuten, und die englische Batterie dort unten hätte einen Abschuß für sich buchen können. Jetzt fangen mir an zu kurbeln, und das war ihnen, nachdem mir zuerst so schön auf gleicher Höhe in gerader Bahn geflogen waren, dann doch etwas zu viel. Die schwarzen Bälle Hegen bald verstreut hinter, über und unter uns in schönen, weiten Ab- ständen. , Ä .

Jedenfalls, leicht werden sie uns den Krieg hier : unten nicht machen! Was wir diesmal feststellen konnten, beweist, daß England wirklich gewaltige Anstrengungen in diesem Teil Aegyptens unter­nimmt, um jeder Situation gewachsen zu sein. Sie wissen sehr gut, was sie hier zu verteidigen haben: den Suezkanal! Uns aber erfüllt die wun- berbare Stimmung, die man in sich trägt, wenn mal wieder so richtigdicke Luft" mar und man trotzdem mit wichtigen Aufklärungsergebmßen heil nach Hause schippern kann.

»Deutschland

hat die strategische Initiative

Genf, 30. Mai. (DNB. Funkspr.) Wie die Lon- boner Blätter melden, hat ein Sonderausschuß des Unterausschusses zur Kontrolle der englischen Staats- j ausgaben, der aus 32 Unterhausmitgliedern aller Parteien besteht, einen recht pessimistisch gehaltenen Bericht über die Arbeits Probleme der bri­tischen Flugzeugindustrie veröffentlicht. Darin werden vor allem starke Arbeitsausfälle fest- gestellt, heroorgerufen durch Krankheit, insbesondere aber auch durch die Folgen der deutschen Luftan­griffe, wie Zerstörung von Eisenbahn- und Straßen- bahnverbindungen. Viele Arbeiter blieben auch ohne triftigen Grund oft ihren Arbeitsplätzen fern.

Zu diesem Bericht schreibtDaily Telegraph", es sei eine Wahrheit, die man nicht genug predigen könne, daß Großbritannien bis jetzt sehr weit Da» von entfernt sei, die Kriegsproduktion Deutschlands zu überflügeln oder auch nur einzuholen. Fast täg. lich stehe man in England Ereignissen auf diploma- tkschem und militärischem Gebiet gegenüber, bie daran erinnerten, bas Deutschland öie stra­te g i s ch e Initiative fest in seinen Hän­den halt. Diese Initiative verdanke es seiner Vor­machtstellung in der Rüstungsproduktion.

Reue Eingeständnisse Ehnrchills.

Stockholm, 29. Mai. (DNB ) Churchills Raten- gestandnisse über die Schiffsverluste vor Kreta neh­men bereits jetzt ihren Fortgang. Die britische Admiralität gibt den Totaloerlust des 8250 Tonnen großen schweren KreuzersYork" zu. In Den amtlichen englischen Berichten wird gesagt, bas Schiff sei vor einiger Zeit beschädigt worden und habe sich zur Reparatur in der Suda-Bucht be­funden, als die Schlacht um Kreta begann. Der Kreuzer sei dort verschiedene Male mit Bomben be­legt worden und der Rat der Admiralität bedauert nuttetlen zu müssen, daß er nunmehr als Totalver­lust angesehen werden müsse.

Der schwere KreuzerYork" war 1928 vom Stapel gelaufen. Er entmicftelte eine Geschwindig­keit von 32 Knoten und hatte 650 Mann Besatzung. Die Bewaffnung bestand aus sechs 20,3-cm-Ge- K, acht 10 2-cm°Flugabwehr-Geschützen, außer- lugabwehrgeschützen leichteren Kalibers. Ma­schinengewehren und Torpedoausstoßrohren Der Kreuzer hatte außerdem ein Flugzeug an Bord. Bei den Kämpfen um Norwegen war er im April 1940 durch Bomben deutscher Flugzeuge schwer be­schädigt worden.

Die britische Admiralität gibt jetzt auch den Ver­lust des UnterseebootesUsk" bekannt. Das U-Boot ist so lange überfällig, daß es als ver­loren angesehen werden muß. Mit dieser Mit­teilung bestätigt die englische Admiralität den ersten U-Boot-Verlust im Mai, während die von deutschen Streitkräften in diesem Monat als vernichtet gemel­deten englischen Unterseeboote drei Einheiten um­fassen. Von den drei vernichteten englischen Unter- seebooten wurden von deutschen Luftstreitkräften ein Boot am 9. Mai im Seegebiet von Malta, ein Zweites Boot am 19. Mai im Seegebiet von Eng- land durch Bombenvolltreffer versenkt, während der dritte Totalverlust in der See- und Luftschlacht um Kreta vom 21. bis 24. Mai eintrat.

Die britische Admiralität gab am Donnerstag, wie Reuter meldet, den Untergang eines Zer­störers der Tribal-Klasse zu. Es handett sich um den großen ZerstörerM a s h o n a", der von einem deutschen Flugzeug, wie der Bericht der