( ntritt in die Halle den Blick des Besuchers auf sich zieht, ist die Nachbildung des vergleichsweise bekannten und häufig abgeöüdeten Diskuswerfers des Myron: die gesammelte Kraft und die ausholende, schwingende Bewegung des prachtvoll durchgeoildeten Athletenkörpers spricht den modernen Betrachter mit einer zeitlosen Eindringlichkeit ebenso an wie etwa die Gruppe der beiden ringen» bcn Knaben, in der sich die im wörtlichen Sinne dramatische Aktion auf eine geradezu spannende Weise verdoppelt: der Beschauer erwartet gewissermaßen in der nächsten Sekunde des Bewegungsablaufes die den Kampf entscheidende Wendung. Zu den verhältnismäßig bekannten Werken zählt auch die nervige Gestalt des Schabers, des sag. Apoxyomenos des Lysipp, eines Athleten, der sich nach dem Kampfe säubert. In eine thematisch verwandte Gruppe von Bildwerken gehört der Diadu- menos, ein Sieger im Kampfe, der sich mit der um den Kopf gewundenen Binde schmückt. Eine sehr edle, in sich geschlossene Figur ist der delphische Wagenlenker, die ruhig in sich gesammelte Gestatt von starken, strengen Gewandfalten umflossen, die in ihrer stilisierten Gleichmäßigkeit wie die Kanel- lierung einer griechischen Säule um den Körper gelegt sind. Eine der minder bekannten, aber anmutigsten Figuren der Sammlung ist die Mädchenstatue von der Akropolis, sehr zierlich in Haltung und Ausdruck, mit einer reichen, sorgfältig in Flechten auslaufenden Haartracht und fast kokett gerafftem Gewände.
In der Kunstgeschichte wie in der griechischen Mythologie gleichermaßen berühmt sind der Apollon von Tenea, eine archaische Plastik mit merkwürdig perückenhaft wirkender Haartracht, und die Aphrodite von Melos (Original im Louvre). Wir nennen weiter die Amazone des Polyklet mit der die Figur kennzeichnenden Hebung des rechten Armes über den leicht gezeigten Kopf. Dann einen betenden Knaben, sehr ausdrucksvoll in der Linienführung des unbekleideten Körpers; ferner das gewaltige, mächtig bewegte Bruchstück des Giganten- kampf-Frieses vom Zeusaltar in Pergamon und die nicht minder monumentalen Bruchstücke vom
Ostgiebel des Parthenon, endlich einen dreifigurigen Relief-Torso, der als die sog. Thronlehne aus Der Billa Ludovisi in der Archäologie bekannt ist.
Damit sei der kleine Rundgang und Ueberblick, der vielleicht den einen oder andern zum Besuche der Sammlung anregt, beschlossen. Es wäre wünschenswert, die einzelnen Abgüsse mit einer knapp erklärenden Beschriftung zu versehen, die etwa über Herkunft, Benennung, Datierung und den Standort des Originals Auskunft gäbe. —y—
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Achtung? Erfinderberatung!
Auf der Dienststelle der Deutschen Arbeitsfront, Kreiswaltung Wetterau, Schanzenstraße 18, 1. Stock, Zimmer 15b werden 14tägig montags von 10 bis 12 Uhr Sprechstunden zur Erfinderberatung durchgeführt. Die Sprechstunden im 2. Vierteljahr finden statt am 5. 5., 19. 5., 16. 6. und 30. 6.1941.
Gießener Schlachtviehmarkt.
Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtvieh-Verteilungsmarkt) in der Viehversteigerungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 39 bis 45,5 Rpf., Bullen 38 bis 49,5, Kühe 12 bis 46, Färsen 39 bis 48, Kälber 35 bis 57, Schafe 42 je % kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise erzielt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,13 RM., bl (135 bis 149,5 kg) 1,13, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,11, c (100 bjs 119,5 kg) 1,07, d (80 bis 99,5 kg) 1,01, e—f (unter 80 kg) 0,97, gl (fette Specksauen) 1,13, i (Altschneider) 1,11, g2 (andere Sauen) 1,01, h (Eber) 1,01 RM. Marktverlauf: regelmäßig, alles zugeteilt.
Gießener Dochenmarktpreise.
* Gießen, 30. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 9, Kartoffeln, 5 kg 45, Weißkraut, % kg 10, gelbe Rüben 12, rote Rüben 10, Spinat 15 bis 18, Schwarzwurzeln
24 bis 35, Rhabarber 20, Feldsalat, */io 10, Lauch, chen, das Bund 10 bis 15, Unterkohlrabi, XA kg 6 Rpf.
Gießen-Klein-Linden.
Der Ziegenversicherungsverein Klein-Linden hielt in der Wirtschaft von Fritz Weller feine Jahreshauptversammlung ab. Bereinsführer PHUipp Weigel XXIV erstattete den Jahresbericht, dann berichtete der Kassenwart Ludwig Will über die Kassenoerhältnisse. Dem Rechner und dem Vorstand wurde Entlastung erteilt. Es wurde u. a. noch einstimmig der Beschluß gefaßt, dem Deutschen Roten Kreuz den Betrag von 25 RM. zu überweisen. Mitglied Pg. Valentin Kehl schloß mit dem Treu- gelöbnis zum Führer die Versammlung.
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* * 85Jahre alt. Der Rentner Wilhelm Wagner, Steinstraße 43 wohnhaft, begeht am 1. Mai in geistiger und körperlicher Frische seinen 85. Geburtstag. Dem Jubilar bringen wir unseren herzlichen Glückwunsch dar.
** Ein Feldpostbrief nach 26 Jahren angekommen. Dieser Tage traf bei der Witwe Georg Schäfer I. in Watzenborn-Steinberg, Borngasse, ein Feldpostbrief ein, den einer ihrer drei Söhne im 'Heltkrieg in Rußland geschrieben hatte. Der Briefschreiber, der am 3. November 1915 in Rußland fiel, hatte den Brief am 12. Oktober 1915 geschrieben. Der Feldpoststempel der 48. Reserve-Division zeigt als Tag der Absendung deutlich lesbar den 26. Oktober 1915 10—11 Uhr vormittags. Der Brief ist also von der damaligen Front in Rußland bis nach Watzenborn-Steinberg bei Gießen fast 26 Jahre unterwegs gewesen. In welchem Winkel mag er wohl inzwischen „geruht" haben?
** V H C., Gießen. Zu Der Aprilwanderung des VHC., Gießen, hatten sich am Sonntag über 40 Wanderer eingefunden. Vorn Erdkauterweg aus führte der Marsch durch den Bergwerkswald bis vor Leihgestern. In der Rindsmühle wurde Frühstücksrast gehalten. Später ging es durch Leihgestern am Gut Neuhof vorbei über den Ziegenberg und von dort, dem blauen Keil folgend, am Pfahlgraben ent
lang, der hier recht gut erhalten ist und stellenweisi noch die drei hintereinander liegenden Wälle en kennen läßt. Von der Holzheimer Höhe aus bot fi» ein umfassender Blick auf die schöne Wetterau. Voiv Schiffenberg schweifte der Blick nach Münzenberg und weiter rechts zum Winterstein und Haustier» Im Hintergründe konnte man Friedberg erkenne? In Holzheim kam man gerade recht, um die Sonder. Meldung des Oberkommandos der Wehrmacht zu hören. Doll Freude über die neuen großen Erfolg unserer Truppen gab es eine schöne Mittagsrasi Gestärkt und ausgeruht wurde am Nachmittag bit Richtung Butzbach eingeschlagen. Auf manchmal noch feuchten Feldwegen wanderte man durch dis Fluren und durch den herrlichen Waldbestand der Wetterau. UeberaU gaben junges Grün und Blüten- knospen Kunde, daß es nun doch endlich Frühling geworden. Nach einer gemütlichen Schlußrast jn Butzbach, zu der sich auch einige Wanderfreunde von Friedberg eingefunden hatten, brachte die Bahn die Wanderer gegen 20 Uhr nach Gießen zurück.
Kreis Alsfeld.
* Ruppertenrod, 30. April. Am heutige. Tage wird Altbürgermeister Karl Völzing.der lange Jahre die Geschicke unserer Gemeinde leitete und weithin bekannt ist, in voller Rüstigkeit siebzig Jahre alt. Stets zum Fortschritt neigenb, brachte er es zuwege, daß während seiner Amtszeit! hier die Wasserleitung und ein Schulhaus gebaut wurden. Seiner Initiative ist es auch zu danken» daß die Hauptstraße gepflastert und das Gotteshaus, renoviert wurden, wodurch unser Ort ein gutes. Gepräge erhielt. Die Gründung der hiesigen Spar, und Darlehnskasse, deren Direktor er heute noch ish. ist ebenfalls sein Werk. Er war ferner Mitglied des seinerzeitigen Landgemeindetages und Leiter des Kreisvereins der Bürgermeister des Kreises Alsfeld. Das Amt eines Kirchenvorstandes wird heute noch von ihm bekleidet. Seine vielen Freunde werden sich anläßlich dieses Tages gern feiner erinnern.
verdunkelunaszett
30. April von 20.46 bis 5.54 Uhr.
1. Mai von 20.48 bis 5.52 Uhr.
Za Gunsten desiKriefchillswerta
Sonntag, 4. Mai 1941,19.30 Uhr, in der Neuen Aula der Universität
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