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Mittwoch. 50. April
nr.i02 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhefien)
Da
Roman von Elisabeth Holt.
(Nachdruck verboten.)
6. Fortsetzung.
vathie genügt natürlich nicht. Die Stellung ist nicht ।
L-.A * SX><^ »in frfmrfor Wirf —
Sie sah den Vetter ihres verstorbenen Man'les
neugierig. „Auf einer Probe, sagst
Bauingenieur aus Brettern herum, die nicht seine
H-ciruyiruer letzte Punkt ßamkeit. Sie
Auch schmutzige Arbeitshände reinigt
Griechische Götter und Helden in Gießen
Wiedergaben klassischer Bildhauerkunst im Vorlesungsgebäude.
und ein Jahr später fuhren sie in Achtzylinderwagen. Ts gab eine Periode in Polas eigenem Dasein — nein, Kleider bedeuten weniger als nichts.
Die stürmisch vorwärtsschreitenden Ereignisse auf dem südöstlichen Kriegsschauplatz haben die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf sich gezogen. Sie lenken den Blick auch — es war in der letzten Ausgabe unserer Familienblätter schon davon die Rede — wieder einmal aus die große und reiche kulturelle Vergangenheit jener klassischen Schauplätze, die mit den Namen des Olympos und der Thermopylen, des Peloponnes und der Städte Korinth und Athen, um nur einige der berühmtesten anzuziehen, heute in aller Munde sind. Mancher, der die letzten Wehrmachtberichte las und die jüngsten Sondermeldungen hörte, mag, verlockt von dem Versuch, eine Brücke zu bauen in Gedanken und Betrachtungen aus der brausenden Gegenwart über Jahrtausende hinweg in die klassische Der- gangenhett, nach langer Zeit wieder einmal im Homer geblättert oder die Dramen der griechischen Tragiker aufgeschlagen haben; mancher mag auch bedauert haben, daß ihm heute und hier der Weg versperrt ist, der in andern Städten zu den Sammlungen großer antiker bildender Kunst führt, wie etwa zum Pergamon-Altar in Berlin.
Wem aber das Original in Deutschland (und im griechischen Ursprungslande erst recht) nicht zugänglich ist, der mag sich gerade heute bewogen fühlen, einen Blick in eine Sammlung zu werfen, die noch nicht sehr lange allgemein zugänglich und auch für uns bequem zu erreichen ist: wir meinen den kürz- lich geschaffenen Oberlicht-Saal im Dorlesungsgebäude unserer Universität, der — wie seinerzeit berichtet — mit der repräsentativen Um- und Ausgestaltung des Vorlesungsgebäudes seiner Bestimmung übergeben worden ist: hier ist ein Teil der vom Archäologischen Institut verwalteten Sammlung von Abgüssen klassischer griechischer Bildhauerkunst untergebracht, die vordem nur ganz vereinzelt (rechts und links vvm Haupteingang) ausgestellt waren und gezeigt werden konnten, während andere Bestände aus Raumgründen magaziniert bleiben mußten.
Paul blieb etwas kühl, der Glücksfall schien ihn nicht zu überwältigen. „Sie hätte an eine Schlechtere kommen können", sagte er pratttsch, „aber wie ist das, Gerda? Wirst du deine Wohnung aufgeben und bei der Luckner leben? Du warst doch noch nie
Schriftsteller Martin spielte, war die sicherste Ge- währ dafür gegeben, daß dieser wunderliche Ilie- bende und Dichtende so erschien, wie er gedacht war: so ttotzig, ablehnend, verbockt und wirklichkeitsfern, wie Dachstuben-Poeten sonst fast nur noch in Vil« derbüchern vorkommen, aber auch so glückstrahlend, befreit und verwandelt wie ein Märchenprinz zum Schluß. Hannelore Hinkel (Karin) setzte.sich mit hingebender Geduld, weiblicher List und Zärtlichkeit für ihre delikate Aufgabe ein. Anneliese Garbe und Herr Eberhard Kratz machten mit munterer Geschäftigkeit das zweite Paar. Es gibt sogar noch ein drittes: Herr Reuter spielte einen phanta- stischen Dramaturgen und Hilde Kneip das verführerische Fräulein Eline. Herr E r n st machte mtt vieler Natürlichkeit den Intendanten, wie man sich ihn oorstellt. Die Herren ßa p orte (in einer hübsch ausgeführten Chargenrolle) und Schneider« F a c i u s vervollständigten das Ensemble. —
Das vollbesetzte Haus bestätigte mit ausdauernden Beifallskundgebungen, Blumen und anderen Gaben dem Autor einen ausgesprochenen Erfolg.
Hans Thyriot
Alleinhersteller:P.3qs.M
Seifenfabriken. Giessen
in Stellung."
„Ich habe keine eigene Wohnung — schon lange nicht mehr. Seit vierzehn Monaten wohne ich zur
„jvcu.iH vu die Luckner schon lange, Paul?" „Vor zwei Jahren sah ich sie auf einer Probe
Stirn und versuchte die letzte Stunde zurückzuholen, ' ■ auf ja und,
Denk dir Paul", sie drückte die Hand an die Welt bedeuten?" .
*«.. «.•_ «.1.L, r-.x.—k- I Paul ging nicht auf den leisen Spott in Gerdas
Worten ein. „Damals wurde der Umbau des ganzen Bühnenhauses geplant, man wollte mir die Leitung geben, wollte, sage ich, es wurde nichts daraus, aber die Luckner lernte ich kennen, als ich die Vorarbeiten machte. Seitdem verfolgt sie mich mit diesem Garagenbau, kein angenehmer Auftrag, aber er trägt wenigstens etwas Geld."
Paul trank den Rest seines Kaffees aus, zündete sich eine neue Zigarette an und schwieg.
„Dann werden wir uns öfters sehen, Paul, bas freut mich. Das Haus ist so groß und so fremd, es ist gut, daß man hin und wieder einen Menschen
67 5.
Aus der Stadt Gießen
Oie Glücksmänner.
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zweites Paar, ebenfalls vom Theater, und die Vertauschung übers Streu* dient nicht nur von alters her dem Lustspiel, sondern fördert auch die Chancen von Martins Stück im Theaterbüro. Gottlob stellt sich die Eifersucht, hüben wie drüben, als unbegründet heraus, und die beiden getrennten Liebenden gestehen nächtlicherweile, bei Mond- und Laternenschein, nicht ohne alkoholische Beschwingtheit, daß sie im Grunde ihres Herzens nicht den gegenwärtigen, sondern den leider abwesenden Partner meinen. Wenn sie sichs zuletzt selber sagen können, ist die Frucht des beliebten Verwechslungsspieles prächtig gereift, und ehe die Verlobungsfeier beginnt, erscheint, zwar unter falschem Namen zunächst, aber es ist doch wie im Märchen, der Intendant persönlich bei dem verbiesterten Dichter und zückt wahrhaftig einen Scheck mit Vorschuß — nicht ohne freilich ihm zuvor einen lehrreichen Vortrag über Illusion und Wirklichkeit gehalten zu haben. Aber dann ist der Bann endlich gebrochen, und der geheilte Martin wird nach zweimaligem Klopfen zur endgültigen Versöhnung nebenan vorgelassen. (Die Premiere ist in vier Wochen.) —
Die Bezeichnung der fünf Bilder als Komödie erscheint etwas anspruchsvoll, wenn man davon überzeugt ist, daß die echten Komödien in deutscher Sprache rar und noch immer etwa an den Fingern beider Hände herzuzählen sind; aber auch ein unterhaltsames Lustspiel zu machen, ist durchaus verdienstvoll (und das Publikum unterhielt sich sichtlich ungemein). Der Dialog fließt munter, wenn auch stellenweise ein wenig künstlich hergerichtet; eine gewisse Differenzierung (die Sätze eines Obers in der Bar müßten sich von denen eines Dramaturgen, selbst wenn er auf hohen Touren läuft, etwas abheben) würde u. E- dem Stück ebenso zugute kommen wie eine Verkürzung des Textes, vor allem im ersten und letzten Bilde. —
Wirkungen.
“ Herr Caninenberg auch persönlich den
Nach kurzer Unterbrechung erscheinen die Glücks- manner die für das Kriegs-Winterhilfswerk des v-utschen Volkes bis in die ersten Tage des März ,n ihrer grauen Uniform gearbeitet haben, am ■ ffllai erneut, um dem Aufruf des Führers, beim ■) Kriegshilfswerk mitzuhelfen, Folge zu leisten, ^luch die Glücksmänner wollen dazu beitragen, das sul che Volk mehr denn je zur freudigen Hilfs- ihereiHdjaft für das große Werk zu vereinen.
Die Reichslotterie für das Kriegshilfswerk wird nieder als Losbrief-Lotterie mit sofortigem Gewinn- .„tscheid durchgeführt. In 8 Reihen werden ins- .refamt 8 000 000 Gewinne und Prämien ausge- j!vielt Fiir 0,50 RM. kann man sofort 1000 RM. gewinnen, abgesehen von den vielen Gewinnen zu *00 100, 50 RM. und der großen Anzahl kleinerer «Gewinne. An jedem Los befindet sich wieder ein iPrämienschein. 21m 30. August 1941 werden in jeder •'Reibe eine Sonderprämie zu 5000 RM. und Prämien zu 500 RM. und 100 RM. verlost. Insgesamt »allen auf die Prämienlose Prämien im Werte von 108 000 RM. Prämienlose also gut aufbewahren, Nenn mancher hat sich schon durch leichtfertige Behandlung feines Prämienloses um sein Glück gebracht. Der Prämienschein hat auch in diesem Jahr mieder einen Kontrollstempel, der den Gewinn oder Das „Nicht" des Loses wiederholt, so daß die Gewinnauszahlung unter doppelter Kontrolle erfolgt.
Bornottzen
Tageskalender für Mittwoch.
Hans Caninenberg: „Zweimal klopfen"
Uraufführung am Gießener Stadttheater.
jOerr Caninenberg, Held und Liebhaber am Stadttheater, stellte sich gestern abend auch als Autor vor. Das Stück heißt „Zweimal klopfen" und spielt im Umkreise des Theaters, in einer topfjäre also, in welcher der Verfasser sich zu Hause fühlen muß. Es ist nicht uninteressant, zu erfahren, wie ein Schauspieler das beliebte Milieu sieht und wiedergibt. Die Hauptperson ist aber diesmal ein Außenseiter, ein junger Mann nämlich, der ein Stück schreibt und damit nicht zu Rande kommt, weil er ein etwas schwieriges Talent ist und leider in feiner Dachkammer nicht in der Wirklichkeit lebt, deren auch ein Dichter nicht ganz ermangeln kann. Ein Glück, daß neben seiner Kammer eine zweite Kammer liegt, in welcher eine junge Schauspielerin wohnt. Natürlich lieben sich die beiden. (Zweimal klopfen an der Verbindungstür ist ihr geheimes Signal: daher der Name.) Das Fräulein Karin hat es mit Herrn Martin nicht leicht, aber weil sie ihn liebt und an ihn glaubt und etwas für ihn tun will, greift fie zu einem Mittel, das sonst auf der Bühne in der Regel andern Zwecken dient: sie macht ihn eifersüchtig. Dies hat den verblüffenden Erfolg, daß Martin aus den Wolken fällt, zum Leden erwacht und fein Stück zu Ende schreibt. Außerdem ergibt sich mit Naturnotwendigkeit ein
—----—,,— Es xeiate sich basi er rächt viel Wert daraus i morgens bis abends hätte ich anhören müssen, so
SÄÄer fra tua Ä fr iÄI loI, ffewZ OutfnTr zu gehen, obwohl sei es, wenn man mit einem Geiger in die Welt abzuschutteln. Aber das war nuyt zo unajr y Gleicht ein Bauauftrag in Aussicht stand. > ziehe! Dann wäre wieder em gewisser heirats« fc0?1Clcf> fd5n>aÖsnbe :ebl(er wollte mt ® zur ö unteHrdische Garage sollte es sein, die Sän- luftiger Schuldirektor aus Detmold aufs Tapet ge« Feier des erfolgreichen Tages m em (Safe. (£r ^r, das alte Haus , kommen, na - und so weiter."
selbst war heute ftel ,4 ^rminieren und eine Garage darunter zu „Nein", sagte sie und hatte die Augen weit offen,
rV,ß!5?ßr^^errä^h.Ä °in?'Ar? nack-1 schieben Schau, da soll der Zwölfzylinder später i „ich bin immer noch Nicht so weit, um dem ver- schnurstracks nach Hause. Ich habe eine Art nad) Kj) fahren" I säumten Schuldirektor nachzuweinen. Ich bin noch
ttagliches Lampenfieber, -ich mochte mich sch , ( ^ute weiter erklären, aber Gerda mochte immer nicht gewitzigt, es kommt mir noch immer
■ toAnifrfwn D-nsen missen. Sie so vor. als wäre es für mich noch der Mühe wert.
Es ist in diesem Zusammenhang vielleicht nicht ohne Interesse, ein paar Daten aus der Geschichte der Archäologie in Gießen zu nennen. Das erste Kolleg über Archäologie'las Professor Adrian im Jahre 1824. Zwei Jahre später ist die Gründung des Akademischen Kunstmuseums zu verzeichnen; es enthielt Gipsabgüsse, Münzen und Gemmensammlungen. Die Abgüsse stammten von Jaauet in Paris. Mit dem Kunstmuseum war eine Zeichenschule verbunden, der die Erwerbungen des Mpseums als Vorlagen dienten. Aus dem Akademischen Kunstmuseum entwickelte sich 1864 das Institut für Bau« und Jngenieurwissenschaften. Diese Disziplinen mürben 1874 wieder getrennt, unb Gießen behielt nur bie von Professor v. Ritgen verwaltete Kunstwissen-- schaft. (Ritgen war ber erste Professor für Baukunst in Hessen.) Ein Jahr nach bem 1889 erfolgten Tobe Ritgens würbe bie Verwaltung bes Kunstinstituts voruoergehenb bem Oberbibliothekar Professor Haupt übertragen. 1894 ging bann bie Leitung wie- ber an ben Vertreter ber Kunstwissenschaft über. 1899 erhielt bas „Kunst-, Münz- unb Antiken« tabinett" feinen jetzigen Namen: Archäologisches Institut. 1903 wurden bem Institut von ber Generalverwaltung ber Königlichen Museen in Berlin zahlreiche Dubletten von Schliemanns trojanischen Altertümern überwiesen, bie als ein Grunbstock ber heutigen Sammlung zu bettachten finb.
*
Die jetzt im Oberlichtsaale, auch an ben Treppen« aufgängen rechts unb links unb in ben Podestnischen des Obergeschosses übersichtlich angeorbneten Abgüsse finb Wiedergaben von z. T. sehr berühmten, z. T. weniger bekannten Werken klassischer Plastik. Es kann nicht der Sinn dieses Aufsatzes fein, ein lückenloses Verzeichnis aller Stücke der Sammlung zu geben, aber vielleicht ist es dem einen ober andern nicht unerwünscht, einen Hinweis auf einige besonders markante unb anziehende Skulpturen aus ber Hochblüte antiker bilbenber Kunst in bie« fern Zusammenhänge zu erhalten.
Eine ber schönsten Figuren, bie schon vor bem
Stadttheater: 15.15 Uhr bis 17.30 Uhr „Der Froschkömg"; 19 bis 22 Uhr „Hans Heiling"". — Moria-Palast (Seltersweg): „Der 7. Junge". — Lichtspielhaus (Bahnhofstr.): „Rivalin ber Zarin".
Tageskalender für Donnerstag.
NSG. ,Lraft durch Freude": Zu Gunsten des 1 Z. Kriegshilfswerkes ab 14 Uhr Unterhaltung auf : O-roaldsgarten. — Gloria-Palast (Seltersweg): .Hochzeitnacht". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): k reitet für Deutschland."
Sladtthealer Gießen.
Am heutigen Mittwoch wird zum erstenmal Heinrich Marschriers romantische Oper „Hans Helling" wiederholt. Musikalische Leitung: Otto Söllner. I Spielleitung: Hans Albert Schewe. Bühnenbild: | Karl Löffler. Chöre: Erich Richter. 28. Mittwoch- Miete. — Am Nachmittag wird zum letztenmal das !■ reizende Ostermärchen „Der Froschkönig ober Der [ eiserne Heinrich" wieberholt. Außer Miete!
Konzert des Musischen Gymnasiums in Gießen.
Am kommenben Sonntag, 4. Mot, findet im Rah- | nen ber Konzertreihe bes Gießener Konzerttinges ! 1940/41 in der Großen Aula ber Universität bas l; Fünfte Konzert für die Gruppe B statt. Das Konzert wird von dem Musischen Gymnasium Frank- ' furt a. M. unter Leitung von Professor Kurt T h o - ! was gegeben. Die Vortragsfolge weist einen Or- | chesterfatz, Chorlieder und eine Kantate für Chor und Orchester mit Baritonsolo auf. Zahlreiche Besprechungen in ber Presse sowie Zuschriften von ! rlonzertbefuchern bei einer Konzertreise bes Musiken Gymnafiums äußern sich sehr lobend über bie ! künstlerischen Qualitäten bieser Musiziergemeinschast und geben einen verheißungsvollen Hinweis für Die Interessenten ber Gießener Veranstaltung.
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f (Sterba schwieg, unzufrieben mit sich selbst und dem, was sie da gesagt hatte.
Paul schien ihre Verlegenheit nicht zu bemerken. „Ja",sagte er, „ich werbe oft in deiner Nähe sein, vielleicht macht mir der Garagendau nun doch Spaß."
Als sie später durch die dunkle, etwas feuchtkalte Nacht gingen, hatte Gerda zum einmal feit langer, länger Zeit ein Gefühl öej» Geborgenseins. Aber in dieses Gefühl mischte sich, kaum merklich, ein anderes, fremdartiges, über dessen leises be» unruhigendes Wesen sie sich keine Rechenschaft geben konnte.
(Fortsetzung folgt)
fQtiefe." u
„Warum hast du dich nicht an mich gewendet?" „Wohin hätte ich dir schreiben sollen? Wo bist du überall gewesen, seit wir uns zuletzt gesehen haben? In Candreni, im Aschantiland, m Kanada und auf dem Mond?"
Ich war überall", sagte er bedruckt, „und vor allem auf dem Balkan. Es war kein Genuß."
„Weißt du, Paul, ich hätte nach Hause fahren können, nach Bremen, um eine Zeitlang bei meinem Schwager zu schmarotzen.
u In Bremen hätte sie Klavierstunden geben können, i." Von Schmarotzen könne also keine Rede sein.
" Li» i czH henke mir, es gibt in Bremen genug gute a Luckner. Du siM m ime neue seufzte Gerda Mein Schwa-
Gehst du fetzt ymem. frag 1 De mich ganz umsonst gefüttert und von
Im übrigen hatte die Aufführung ben in diesem Falle unbestreitbaren Vorzug, daß sie vom Autor, der außerdem selbst bie Hauptrolle trug, inszeniert war unb von seinen Kollegen und Kolleginnen mit Lust und Liebe gespielt wurde. Die unbeschwerte Spielfreudigkeit aller Beteiligten war ber schöne Gewinn dieser Premiere, in ber bie Alltäglichkeiten wie die gebrechselten Ironien gerecht verteilt waren unb bas Vergnügen, sozusagen in eigener Sache an ber Rampe zu stehen, viel zum Erfolg beitrug. Kleine Abstecher in ben Schwank würben nicht verschmäht unb heiter entgegengenommen. Herr Löffler hatte so sachliche wie reizvolle Dekorationen entworfen; befonbers bie im Titel angebeutete Zweiteilung ber Bühne ergab dankbar ausgeschöpfte
__ . . ,«<«<■< << usaut roouie roeirer eiumen, auci vyciu« uivu.;».». munvi -............
„®re6Ier empfiehlt Sie warm, aber seine Sym- chnell hmlegen. I nitf, _n_ bier,n technischen Sinnen wissen. Sie so vor, als wäre es für mich noch der Muhe wert,
pothie genügt natürlich nicht. Sie Stellung ist nichts Serba brückte tue Klmke der Gartentür hmunter, mchts von tnesen^ P^zu l-ben/'
leicht, durchaus nicht." Noch em scharser Blick — unb bas -Ntffprlngenbe Gitter fuhr einem cherrn, < bic Straften gehef, selber erzählen und ihn Sie sah den Vetter ihres verstorbenen Mannes die junge Person gefiel ihr, sie war mcht unschem- ber gerade klingelte, mit f fragen! Wie kam Paul eigentlich zu an, unb plötzlich fiel ihr ein, was sie ihn noch hatte
bar und nicht auffallend. Ein stilles, ungeschminktes Gemurmelte Bitten um V°rz°>hung Huben und dru. ^°«^2uck«r, kannte er sie? Warum gab sie Paul, fragen wollen. Gesicht, ein ernster Mund und aufmerkiame Augen ben, der Herr luftett höflich den Hut, u . landfremden Architekten, einen Bauaufttag? „Kennst du ।
Nicht gut gekleidet, aber die Luckner wußte zu viel beigehen erblickte Gerda noch aus einem Augem öe^inleaT^Vbe fpäter saßen sie in einem „Vor zwei vom Leben, um auf Kleidung zu achten, sie hatte winkel sein Gesicht, ein ^L^maßig s, M g sch tIeinen am Rande der Vorstadt einander in der Budape
—— ------ "... .......... u- , ■ . sein Gesicht ein regelmatziges gut »ei^nil-! am Rande ber Vorstabt einanber in der Budapester Oper." _ , . _
...........................'JÄfÄ’lTi.«sM-Ä"“”
- nein, xi-wer oeoemen weniger > seinen Hut noch unnur in. i’e’Li^',«"®crDa " _
„Haben Sie Schulen besucht?" wollte sie wissen, sagte er ungläubig, ..bist du das wirli m- buckuer hat mich genommen - aus ja und
Gerda saß auf ihrem Stuhl, hatte eiskalte, feuchte Sie spurte. w h - wirklich, nein hat fie mich genommen! Bloß weil Gredler
Hände und bemühte sich, ruhig zu atmen. „Ich war und wie s^ ku^atm'g lachte „Ich wiruny. |
lechs Jahre im Lyzeum unb vier Jayre im Kon- Paul. Nicht beso nausi blieb etwas kühl, ber Glucksfall schien ihn
feruatorium. Klavier. Klasse Professor Bau enhelm. . am Qtb n. ^re ginger lagen ftin ' / b
Mr Sie Sängerin horchte auf. „Sie sind k°me. sw hartes 'chw-enttauMen ^Korr^
"in in Bremen daheim und durch meinen! Summ war daei.^kinWsb °-rachtllch. sentime^al.
verstorbenen Mann nach Wien gekommen. ®aP1’V .er h fetter ihres verstorbenen Mannes
„Das wäre mir sympathisch. Norbbeutsche sinb verliebt in ben f
zuverlässig. Ich wollte, Grebler, Sie waren auch gewesen w . h tte^s ch ma5 ohnehin
*Ä.... .* 1.1*.
tarierte der Korrepetitor gekrankt den S-,tenhi-b. »-luche^bei^b^ „^^ulichen Gegenden,
Zwanzig Minuten lang würbe bie °u.^' - spnpn er arbeitete Als.Hans bann starb, konbo-
fiefragt, bann wußte Pola so ziemlich Beschs m dienen er. arbeitete, ^-^nnest. Nachher ließ er ;-ie wußte, baß Gerba flott Maschineschreiben unb wehr von sich hören.
stenographieren konnte, gut Klavier spielte, keinen „jp mQ^u if)rc Finger los. „Woher kommst bu?
Liebhaber hatte, unb baß es ihr bretftg ging^ Der
v-.vd war wichtig. Pola neigte zur npar- _ .
lamfeit. Sie lebte zwar auf großem .^uße ihre -vvoap, ß.nß @rimaffe. „Aus Canbrem —
Reifen verschlangen ein Vermögen, aber ihre Dienst- . . m0 ^as ist? Die wenigsten Leute wiyen
boten bekamen wenig Lohn. . ' Dort habe ich einen Getteibesilo gebaut Frag
Man wolle es mit ihr einmal versuchen. Damit. • sag' mir lieber, woher bu kommst.
entließ Pola Luckner ihre neue Sekretärin. Von Pola Luckner. Du siehst m mir threner
I Als bie junge Frau mit etwas zitternben Kmen -g { c ... fraate sie b.
«die zwölf Stufen in bie Halle hinunterging, nahm ' b. sie sich vor, sofort nach Hause zu fahren unb --


