Theater der Universitätsstadt Gießen.
Morgenfeier: Bom frohen Leben.
Die gestrige Morgenfeier brachte unter der lieber« schrift „Vorn frohen Leben" eine von W. M. Mund, Otto S ö l l n e r und Heins Roux zusammengestellte Folge von Rezitation, Gesang und Tanz. Die Vortragsfolge handelte, vierfach gegliedert, vom Menschen im allgemeinen, von der Liebe und Liebesleuten, von Künstlern und von Soldaten. Die Möglichkeiten sind für ein Programm dieser Art vielfältig, verlockend und nahezu unerschöpflich: die Auswahl erstreckte sich hier etwa von Goethes Mailied bis zu Eugen Roths tiefsinniger Betrachtung „So ist das Leben", von Kleists berühmter Anekdote aus dem letzten preußischen Kriege bis zu Münchhausens nicht weniger bekannten und beliebten „Alten Landsknechten", in der Mundart von Fritz Reuter bis Ludwig Thoma, in der Musik von Schumann bis zu Carl Loewe und Hugo Wolf. Immerhin sollte gerade bei so reicher stofflicher Fülle darauf geachtet werden, daß der für die Morgenfeiern traditionell gewordene Umfang des ^Programms und die für feine Abwicklung benötigte Zeit nicht allzusehr überschritten werden, was weder der Geschlossenheit der Vortragsfolge noch der Aufnahmefreudigkeit der Hörer zustatten kommt. (Künst- lerische Leitung: W. M. M u n d.) Auch sollte auf die Vorbereitung und Ausgestaltung der Rezita
tionen einiges Gewicht gelegt werden; Betonung und Pointierung ließen gerade bei so dankbaren Stücken wie der Kleistschen Anekdote aus dem letzten preußischen Kriege, der „Meerkatze" von Wilhelm Schäfer und Münchhausens Ballade von den alten Landsknechten verschiedenes zu wünschen übrig. Als Vortragende wirkten mit Annemarie Schwind, Hilde Kneip und die Herren Kratz, Zeppenfeld, Schmidt, Lendri ch. Von Otto Zöllner und Elfriede Fischer am Flügel begleitet, sang Herr Sattler mit schönen Mitteln und gutem Ausdruck das Auftrittslied des Barinkay aus dem „Zigeunerbaron" und den „Fridericus Rex" von Loewe; sehr hübsch das Goethesche Mailied, vorgetragen von Annemarie Schwind; Gabriele Pos- sinke brachte Lieder von Hugo Wolf und Speron- tes, Herr Roux Lieder von Selle, Krieger und Hugo Wolf, die sich dem Thema der Vortragsfolgs heiter und wirksam einfügten. Die Solisten der Tanzgruppe (Brigitte Dietz, Edith Stoll, Katja K r ö ck und Andreas V o l p e r t) steuerten einige Tänze bei (Schumann, Lanner und Strauß), deren räumliche Entfaltung indessen durch die geringe Tiefe der Tanzfläche einigermaßen beeinträchtigt wurde. — Die Morgenfeierbesucher spendeten freundlichen Beifall. Hans Thyirot.
Lieder-Aöend Ludwig Druschei
Die Eindrücke, die man von Ludwig Druschel während seiner hiesigen Bühnentätlgkeit haben konnte, fanden ihre volle Bestätigung in feinem Liederabend, ja, sie vertieften sich noch beträchtlich. Losgelöst von der Szene, ganz auf die Wirkung der eignen Gestaltungskraft und der stimmlichen Mittel gestellt, schlug er bereits mit dem ersten Lied (Schuberts „Morgengruß") den Hörer in feinen Bann.
Eine glückliche Naturanlage ist hier zur Entwicklung gelangt, so daß sich jetzt die Stimme im Forte ausgiebig und strahlend in allen Lagen zu entfalten vermag; es liegt gerade in diesen Tönen etwas unmittelbar Ansprechendes und Befreiendes. Don besonderer Weichheit und sympathischer Färbung ist die mittlere Tonstärke, biegsam, modulationsfähig in der Charakterisieruna und außerordentlich leicht und gefügig in der Aussprache, zumal in den Uebergängen. Besondere Wirkungen weiß Ludwig Druschel aber feinem Piano abzugewinnen, das er ausspinnt und klanglich dehnt. Die Ausnützung dieser stimmlichen Mittel läßt einen beachtlichen Grad gesanglicher Kultur erkennen, die den verschiedenen Gesangsstilen jeweils das Zukommende mit Sicherheit zu geben vermag. Oft erschien es, als bevorzuge er die registerliche Ausprägung der verschiedenen dynamischen Grade.
Seine Art, das Lied zu gestalten, erwächst aus
ADOX a!tä
der lyrischen Grundlage, wie ja auch seine Bühnenwirksamkeit in dieses Sondergebiet verweist. Seine Textbehandluna ist, klanglich und stimmtechnisch gesehen, äußerst plastisch und hält sich frei von jeglicher überbetonter Maniriertheit. So konnte man ihm ohne Bindung an den Text abdruck des Programms folgen.
Mit welcher Leichtigkeit er beispielsweise eine deutliche Textaussprache mit musikalischen Zwecken vollendet zu verschmelzen vermag, bestätigte M o - zarts „Warnung" mit ihrem neckischen Ton. Temperamentvoll und mit innerem Schwung wuchsen die vier Zigeunerlieder von Johannes Brahms heraus, plastisch aus der Situation empfunden. f)as zeigte auch Hugo Wolfs „Auf einer Wanderung" mit dem feinsinnigen Mitgehen mit dem Text in seiner musikalischen Formung, ein ins Musikalische umgesetztes Landschaftserleben. In galanter Beschwingtheit erstand „Der Gärtner" desselben Komponisten, markant akzentuiert das „Gesellenlied". S ch u b e r t s Lyyrik blühte in unmittelbarer Frische auf, hervorgehoben sei besonders „An die Leyer" mit den feinen stimmlich- klanglichen Kontrasten.
Von einer ganz anderen Seite aber als auf der Bühne erwies sich Ludwig Druschel mit der Erlebnisfähigkeit innerer Versunkenheit bis zur Entrücktheit. Aus ihr heraus wurde die „Sapphische Ode" von Johannes Brahms zum Ausdruckswert der mezza voce; verinnerlichte Töne trugen die „Feldeinsamkeit". Aus ähnlicher seelischer Situation heraus überzeugte durch seine Zartheit Hugo Wolfs „Schlafendes Jesuskind".
Am Flügel half Kapellmeister Otto S ö l l n e r
zum Werden und Entfalten des Abends. — Starker Beifall bezeugte das innere Mitgehen der Hörer; als stürmisch verlangte Zugabe Hugo Wolfs „Heimweh" mit feiner zündenden Kraft und Schuberts „Abendrot". Dr. Hermann Hering.
Unfallanzeigen bei Betriebsunfällen.
Erleidet ein Gefolgschaftsmitglied während feiner Beschäftigung bei einer nach der Reichsoersicherungsordnung gegen Unfall versicherten Tätigkeit einen Unfall, so war bisher der Unfall außer dem
zuständigen Träger der Unfallversicherung (z. der Berufsgenossenschaft) auch der Ortspolizeibehörde anzuzeigen. Hierin ist eine Vereinfachung er. folgt. Die Anzeige an die Ortspolizeibehörde ist jetzt nur noch dann erforderlich, wenn der Verletzte infolge des Unfalls gestorben ist. In allen übrigen Fällen hat der Unternehmer die Unfallanzeige nur dem zuständigen Versicherungsträger und, bei ge. werblichen Betrieben, ein zweites Stück der Unfall, anzeige dem zuständigen Gewerbeaufsichtsamt ein- zusenoen.
Fußball-Meisterschastsspiele.
Hessen-Nassau.
Eintracht Frankfurt — TSDgg. 1860 Hanau 9:1 Kickers Offenbach — Wetzlar 05 10:1
KSG. Wiesbaden — SV. 98 Darmstadt 9:5.
Kurheffen.
RSG. Borussia Fulda — BC. Sport Kastel 12:3 SC. 03 Kassel — Spv. Kassel 4:1
Kurhessen Kassel — Hermannia Kassel 6:4 VfL. 1860 Marburg — BV. 06 Kassel 5:2.
Tschammer-Pokalspiele am Sonntag.
Steindorf — Luftwaffe 4:4 (n. Verl.) Wölfersheim — VfB.-R. 3:2
Sinn — Adlerwerke Frankfurt 2:8.
Die Luftwaffe, mit mehreren Ersatzspielern an- tretend, hatte in Steindorf schwer zu kämpfen. Bereits vor der Pause stand das Spiel 3:1 zugunsten Steindorfs. Durch einen Elfmeter und ein weiteres Tor konnte die Luftwaffe nach der Pause ausgleichen. Im weiteren Spielverlauf waren beide Mannschaften noch je einmal erfolgreich. Nach Ab- lauf der regulären Spielzeit konnte trotz zweimaliger Verlängerung keine Entscheidung erzielt werden.
Ueberraschend kommt die 2:8-Niederlage aus Sinn. Allerdings spielte Sinn mit reichlichem Ersatz. Vor allem der Tormann der Platzbesitzer war der Mann auf dem Felde, der auch in erster Linie für die hohe Niederlage verantwortlich ist. Das Treffen war schon in der ersten Hälfte entschieden, bei dem die Gäste schon 4:0 führten. Nach dem Wechsel sind die Gäste weiterhin stark überlegen und kommen noch zu viex weiteren Toren, denen die Platzbesitzer nur zwei Tore entgegenzusetzen Der« mochten.
Oie Reichsbahner in Wölfersheim 2:3 geschlagen.
Das angesetzte Tschammerpokalspiel brachte nicht den gewünschten Erfolg. Unter anderm war das Ausbleiben von Schlitz, Heß, Ziegler und Mattern II. der Hauptgrund. Trotzdem hatte die zusammengestellte Mannschaft noch ein annehmbares Spiel gezeigt und lag bis 8 Minuten vor Schluß mit 2:0 in Führung. Dann machten die Gießener den großen Fehler und zogen einige Leute zurück und stellten um. Wölfersheim nutzte dies sofort aus und der vorgerückte linke Verteidiger konnte aus dem Gedränge zwei Tore schießen. Zwei Minuten vor Schluß war es der Linksaußen von Wölfersheim,
der noch das Siegestor schießen konnte. Das zweite Tor war zu halten, aber das Glück war bei den Wölfersheimern.
Spielverlauf: Gießen hat Anstoß und kann sich nicht recht finden auf dem kleinen Platze. Es werden gefährliche Sachen von Gießen vorgetragen, welche aber immer wieder von der Hintermannschaft ge- klärt werden. Nach schönem Zusammenspiel kann Schardt auf Vorlage zur l:0-Führung einsenden. Nach der'Pause entstehen auf beiden Seiten gefährliche Momente, die von den Hintermannschaften geklärt werden. Nach Vorlage vom Mittelläufer zum Rechtsaußen kann nach dessen Flanke Lotz zum 2:0 einsenden. Acht Minuten vor Schluß zieht Gießen zwei Spieler zurück und stellt um. Schon setzt der Druck von Wölfersheim ein. Der linke Verteidiger geht in den Sturm und kann binnen 3 Minuten zwei Tore aufholen. Wölfersheim wird durch feine Härte stark überlegen. 2 Minuten vor Schluß fetzt der Linksaußen einen Ball zum Siegestor zwischen die : Pfosten. So hat Wölfersheim durch Härte und Eifer noch in den letzten Minuten den Sieg herausgeholt
Eintracht Frankfurt gegen Gießen-Wetzlar.
3m Rahmen des Sport-Werbetages am 4. Januar findet ein Spiel Frankfurt Eintracht gegen Gießen- Wetzlar auf dem Universitäts-Sportplatz statt. Ein- tracht spielt in folgender Aufstellung:
Fischer
Heilig Stubb
Richter Lehmann Schädler
Röll Ganzmann Kraus Schmitt Wiegand
Die Gießen-Wetzlarer Mannschaft wurde nochmals neu aufgestellt und tritt in der Besetzung
Kersten
Wetzlar 05 Weiß Goß LSD. 1900 Rose Diddlapp Weniger LSD. Wetzlar 05 1900
Schlitz Peppmeier Meermann Mobs Rode DsB.-R. LSD. LSD. beide Wetzlar 05 an.
^Kavajta
Ganz unerwartet erhielten wir die traurige Nachricht, daß unser lieber Sohn, Bruder und Pate, der
Matrose Karl Hamel
im blühenden Alter von 18 Jahren an den Folgen einer heimtückischen Krankheit verstorben ist.
Heinrich Hamel und Frau
Willy Hamel, z. Z. Matrose bei der Kriegsmarine
Lore Hamel Karl Müller.
Gießen, Fulda, Hamburg, im Dezember 1941.
Die Beerdigung findet heute Montag, um 15% Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt.
________ 04382
Plötzlich und unerwartet ging mein herzensguter Mann, unser lieber Vater, Schwiegervater und Großvater
Herr Josef Kaiser
Major der Reserve a. D.
Inhaber des E. K. II und I u. a. Orden
von uns. Ein Herzschlag setzte seinem arbeitsreichen Leben ein Ende.
In stiller Trauer:
Frau Hilde Kaiser, geb. Baumann
Otto Kaiser
Elmar Kaiser und Frau Gudrun, geb. Billhardf Dr. Edmund Leib und Frau Brigitte, geb. Kaiser Kriegsgerichtsrat Erich Kuhr u. Frau Inge, geb.
und 5 Enkelkinder. [Kaiser
Gießen (Gartenstraße 22), am Tage der z.Z. Curtmannstr. 35 Wintersonnenwende 1941.
Die Einäscherung fand in aller Stille statt. Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen.
Danksagung.
Für die überaus vielen Beweise herzlicher Anteilnahme aus nah und fern beim Heimgang unseres geliebten, unvergeßlichen Sohnes und Bruders, Gefreiter Richard Arnold, Kradmelder bei einem Divisionsstab, sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Besonderen Dank Herrn Pfarrer Reusch für die trostreichen Worte am Grabe, der Abordnung der Wehrmacht, dem Gesangverein Eintracht für den erhebenden Grabgesang, seinen Arbeitskameraden des Landes- Alters- und Pflegeheims Gießen, der Spielvereinigung 1926 Leihgestern, dem Fußballklub Teutonia Watzenborn-Steinberg, dem Kriegerverein, seinen Schulkameraden, für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden und allen denen, die ihm die letzte Ehre erwiesen. Dies alles ist uns klarer Beweis, welcher Liebe und Wertschätzung sich unser lieber Richard bei allen, die ihn kannten, erfreuen konnte.
In unsagbarem Leid
Karl Arnold III. und Familie.
Leihgestern, den 27. Dezember 1941.
04378
Große Laboratorien Lehrfabrik f. Praktikanten
Elektrotechnik * Maschinenbau
Todes-Anzeige.
Heute starb nach schwerer Krankheit mein geliebter Mann, unser guter Vater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel
Herr Friedrich Stork
Konditormeister
im Alter von 66 Jahren.
In tiefer Trauer:
Emilie Stork, geb. Leiner Karl Wallenfels und Frau Else, Louise Stork [geb. Stork Karlhans und Milli Wallenfels und alle Angehörigen.
Nidda (Bahnhofstr. 30), den 27. Dez. 1941. Die Einäscherung findet in Gießen statt. Von Beileidsbesuchen und Kranzspenden bitten wir abzusehen. 5263D
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Danksagung.
Allen denen, die uns anläßlich des Hinscheidens meines unvergeßlichen Mannes, unseres lieben Vaters, Großvaters und Schwiegervaters
Herrn Paul Liebau
ihre innige Anteilnahme bekundeten, sowie für die so zahlreichen Kranz- und Blumenspenden danken wir recht herzlich.-Besonderen Dank für die ehrenvollen Nachrufe sagen wir dem Kameradschaftsführer der Marine - Kameradschaft Gießen, den Vertretern der Reichsbahndirektion und des Gesangvereins der Lokomotivführer in Gießen.
Emma Liebau. ßeb. Wafiner Dr. L Todt o. Fran Paula, fiel. Liebau 6. Friesecke. z.Llm Felde, und Frau Erna, geb. Llpban [Weller. Willi Lieben, techn. Bb.-Oberlnsp., 1.1. Im Osten, und Fran Bla, Leb.
Gießen, BerlinW30,Wörsdorf, Frankfurt a.M., 28. Dezember 1941.
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Danksagung.
Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme und die überaus vielen Kranzspenden beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen
Herr Philipp Germer III.
danken wir herzlichst. Besonderen Dank Herrn Pfarrer Weisel für die trostreiche Grabrede, dem Gesangverein Liederkranz für die überaus ehrenvollen Worte, der Freiw. Feuerwehr Heuchelheim, sowie der Freiw. Feuerwehr Lang-Göns für ihren Nachruf am Grabe und dem Krankenpfleger Herrn Krieger für die liebevolle Pflege.
Margarete Germer nebst Angehörigen.
Heuchelheim, den 27. Dezember 1941.
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