Donnerstag, 29. Hlai|94l
Eichener Anzeiger
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vier Handelsschiffe mit zusammen 5400
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.28. Mai. (PK.) heute wurden die
DNB.
8 völkerung den Wiederaufbau. Der neue energische hn.Fiir hip Nation der Tür
tischen Politik.
Irak.
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Pfingsten)
Oer Wehrmachiberichi.
Berlin. 28. Blai. (DNB. Funkspruch.) Überkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
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(b, Bübiogt1 e ben 0^ ßen- Sießen.
1923 verzichtete die Türkei im Vertrag von Lausanne endgültig auf Syrien, das 1917 von England entgegen den dem Arabertum gemachten Zusicherungen Frankreich versprochen wurde. Schon 1920 hatte Frankreich — Britanniens Einverständnis voraussetzend — mit Waffengewalt Syrien in ein französisches Mandatsgebiet umgewandelt. Daß England auch dann noch in Syrien stets der „Mann im Hintergrund" blieb, wurde besonders offenbar durch die auf Londons Geheiß vorgenommene Abtretung des Sandschaks von Alexandrette an die Türkei, womit sich die Engländer auf Kosten Frankreichs und der in diesem Gebiet lebenden Araber in Aakara Liebkind machen wollten, hier, wie überall, spielten die Briten bedenkenlos mit dem Schicksal' von Millionen Menschen, die sich nichts als Frieden, Freiheit und Arbeit wünschten. Auch die gegenwärtige Haltung Englands gegenüber Syrien entspricht in jeder Beziehung dem System der bri»
tatet Einspruch septembet jtt (einem Mitten zu ehmer ge. ehmg der Klagte zu verurteilt.
gelang, die Türken zu ihren Kriegsknechten machen. Der gegenwärtige Krieg im Irak hat wieder zu einer türkisch-arabischen Gefühls- Sympathieannäherung geführt.
Iran.
7!eue Trager des Ritterkreuzes
Berlin, 28. Mai. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichs- marschall Goring, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen Hauptmann N o e s k e, Staffelkapitän in einem Kampfgeschwader, und Oberleutnant C s e r n i k. Staffelkapitän in einem Kampfgeschwader.
Hauptmann Noeske hat als Staffelkapitän eines Kampfgeschwaders in über 100 Feindflügen, davon 60 gegen England, sein hervorragendes Können und seine unermüdliche Einsatzbereitschaft erwiesen und mit seiner Staffel bedeutsame Erfolge errungen. Besonders in der Verminung britische? Häfen ist er seinen Besatzungen durch heldenhaften Einsatz stets ein leuchtendes Beispiel soldatischer Tugenden gewesen. Seine Auszeichnung ist zugleich eine verdiente Anerkennung der Minenleger für ihren schwierigen und entsagungsvollen Einsatz.
Oberleutnant Csernik hat fick/ als Staffelkapitän eines Kampfgeschwaders an allen Fronten in über 130 Feindflügen, davon 74 gegen England und 11 gegen Serbien und Griechenland, hervorragend bewährt. Sein frisches Draufgängertum und fein soldatisches Vorbild befähigten seine Besatzungen zu bedeutsamen Erfolgen. Seine Staffel hat in kühnen Tiefangriffen 24 Flugzeuge am Boden vernichtet und vier feindliche Kläger im Luftkampf abgeschossen. Im Tal von Larissa hat er britische Marschkolonnen bis zur völligen Aufreibung bekämpft und bei Chalkis trotz Flaktreffer im Flug, zeug kühne Angriffe auf Schiffsziele durchgeführt.
BEI. und beschädigten zwei weitere Handelsschiffe schwer. Lufttransport-Verbände unterstützten den Kampf auf der Insel, indem sie fortlaufend neue Kräfte heranführten.
Südlich Kreta stellten deutsche Kampfflugzeuge einen britischen Flottenverband zum Kampf, erzielten Vombenvolltreffer auf einem schweren Kreuzer und einem Zerstörer und warfen einen Tanker in Brand.
In 7l o r d a f r*i k a nahmen deutsch-italienische Truppen den halfaya-Pah südostwärts S o l l u m. Sie erbeuteten neun Geschütze, sieben Panzerkampfwagen, mehrere andere gepanzerte Fahrzeuge und zahlreiches Gerät. Der Feind erlitt schwere blutige Verluste und verlor eine Anzahl Gefangener. Die eigenen Verluste find gering. Zer- slörerflugzeuge bekämpften Truppenlager und Ansammlungen von Kraftfahrzeugen im Baurn um Sollurn.
Irn Seegebiel um England vernichtelen Kampfflugzeuge in der letzten Bachl drei Frachtschiffe mit zusammen 17 000 BBT. und trafen ein weiteres Handelsschiff schwer. Weitere Angriffe der Luftwaffe richteten sich gegen Hafenanlagen an der englischen Südwest- und Südküste sowie an der Themsemündung.
Der Feind warf in der letzten Bacht mit schwachen Kräften eine geringe Zahl von Spreng- und Brandbomben ausschließlich auf Wohnviertel Westdeutschlands, vorwiegend auf K ö l n. Unter der Zivilbevölkerung gab es Verluste an Toten und Verletzten.
Die Besatzung eines Aufklärungsflugzeuges, Leutnant Bemecek, Oberfeldwebel Schackert, Feldwebel Hemmer und Unteroffizier Fahrnbach, zeichneten sich bei erfolgreichen und kühnen Flügen über England besonders aus.
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Der Oelhunger des Empire ließ England mit besonderer Gier nach dem Zwei-Ströme-Land, dem Irak, greifen. Die M os f u l - P e t r oleum- quellen waren ein wichtiger Kraftquell für die britische Mittelmeerflotte, und der Oelreichtum war bequem durch die Pipe-Line nach Haifa zu bringen.
Wenn auch der Freiheitswille des irakischen Volkes die Engländer zwang —wie im Falle Aegypten _ das britische Mandat 1932 aufzuheben, so änderte dies im Grunde nichts an dem tatsächlichen Verhältnis zwischen ben beiden Staaten. Eiu, so»
genannter „Bündnis- und Freundschaftsvertrag" orgte dafür, daß England im Irak weiterhin seine „Interessen" in gewünschter Weise verfolgen konnte. Diese Tatsache wurde nicht nur durch die Beibehaltung von englischen Luftwaffenstützpunkten im Irak sichtbar, sondern in weit stärkerem Maße durch die Art einer typisch britischen „geheimen Regierungsführung". Sobald sich nämlich die irakischen Staatsführer weigerten, willenlos nach Londons Pfeife zu tanzen, bekamen sie es mit der „englischen Krankheit" zu tun, d. h. sie oerstarben ober verunglückten eines Tages urplötzlich.
Diese unerhörte Behandlungsweise eines selbständig erklärten Staates, auf dessen Boden bereits vor Jahrtausenden Geschichte gemacht wurde, schuf im Laufe der Jahre viel böses Blut. Die kürzliche, provokatorische Verletzung des irakisch-englischen Vertrages führte nun zum offenen Krieg. Das kleine, .kaum drei Millionen Menschen umfassende — wenn auch flächenmäßig große Land — wider- etzte sich mit Waffengewalt und gutem Erfolg der neuerlichen nationalen Bedrohung, heldenmütig kämpfen seitdem die Männer des Irak für ihre Freiheit.
Im gesamten Vorderen Orient haben die briti- chen Schandtaten im Kampf gegen den Irak eine Welle der Empörung heroorgerufen, die in immer neuen Sympathiekundgebungen für den Irak und in dem offenen Wunsch nach der Vernichtung des englischen Feindes gipfeln. Wie der Irak, so fühlen auch die stammverwandten Völker, daß dieser Kampf eine allarabische Schicksalsfrage ist. Der Vordere Orient hat die britische Tyrannei nicht vergessen.
Manipulationen seinen rechtmäßigen Besitzern zu treißen. Denn inzwischen war man sich in London ;rüber klar geworden, daß gerade dieser Kanal der fte Schiffahrtsweg nach Indien sei. Das zweite •eignis waren die beträchtlichen E r d ö l f u n d e n Vorderen Orient, die zwar ebenso-----
Wie schon gestern bekannlgegeben, wurde das Schlachtschiff „Bismarck" nach seinem siegreichen Gefecht bei Island am 26. Blai, abends, durch den Torpedolreffer eines feindlichen Flugzeuges manövrierunfähig. Getreu dem letzten Funkspruch des Flottenchefs, Admiral L ü t - jens, ist das Schlachtschiff mit seinem Kommandanten, Kapitän zur See Lindemann, und seiner tapferen Besatzung am 27. Blai, vormittags, der vielfachen feindlichen Uebermacht erlegen und mit wehender Flagge gesunken.
Auf der Insel Kreta gehen die Operationen in engem Zusammenwirken zwischen Gebirgsjägern, Fallschirmjägern und Luftlandetruppen gut vorwärts. Gestern brachen deutsche Gebirgstruppen trotz schwieriger Geländeverhältnisse den zähen Widerstand britischer Kräfte und Insurgent e n b a n d e n. Sie warfen in kühnem Angriff den Feind aus seinen Stellungen, nahmen die Haupt st a d t Lhania und verfolgten die geschlagenen feindlichen Kräfte südlich der Suda-Bucht. Unter den zahlreichen Gefangenen befindet sich auch der griechische Warinebefehls- haber von Kreta. Verbände von Kampf- und Zerstörerflugzeugen griffen in rollenden Einsätzen in den Erdkampf ein, zersprengten feindliche Truppenansammlungen, brachten Batterien zum Schweigen und fügten dem zurückweichenden Feind schwere Verluste zu. Sturzkampfflugzeuge verhinderten den Versuch der Briten, sich über See zurück zuzieh en. Sie versenkten in der Suda-
Bomben in die Festung Kanöia
Erfolgreicher Angriff gegen die Befestigungsanlagen.
Bon Kriegsberichter Wolfgang Kiichler.
Der Vordere Orient.
Oer Baum, die Völker und die Kernfragen. — Unter dem Schatten britischer Gewalt und Willkür.
Von Helmut Brcmm.
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Gutes Fortschreiten der Operationen auf Kreta.
Oie Hauptstadt Chama genommen. - Gebirgsjäger verfolgen den weichenden Feind. - Halfaya-Paß bei (Sollurn genommen.
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von den Engländern gebauten Befestigungsanlagen Kanbias, auch herakleion genannt, mit Bomben belegt. In aller Morgenfrühe schon zieht unsere Zerstörerstaffel los. Ich blicke auf meinen Flugzeugführer, dem dieser Weg nach Kreta nun schon in Fleisch und Blut übergegangen ist. Es grenzt ans Uebermenschliche, was er und was alle anderen Staffelkameraden in diesen letzten Tagen geleistet haben. Schon vor der Landung deutscher Truppen auf der Insel Kreta sind sie beinahe täglich drüben gewesen, haben in oft tollkühnen Tiefangriffen systematisch die Schlagkraft der gegnerischen Luftwaffe vernichtet, mit dem Erfolg, daß sich über Kreta kaum noch englische Jäger blicken lassen. Dann haben sie Begleitschutz für deutsche Trans- portflugzeuge geflogen, die Fallschirmjäger und Luftlandetruppen nach Kreta brachten. Seitdem sind sie täglich auf der Insel zu Gast. Sie greifen in die Erdkämpfe zur Unterstützung unserer Truppen ein, sie zerschlagen Artilleriestellungen, die das deutsche Vorrücken aufhalten sollen, sie gehen englischen Tanks zu Leibe, sie bombardieren Zeltlager, Befestigungsanlagen, Nachschubkolonnen. Was das heißt, ständig Einsatz zu fliegen, alle Sinne aufs äußerste angespannt, oft in einer .Hitze, die sich lähmend auf Geist und Körper legt, immer und immer wieder diese Oede und langweilige Wafserschipperei durchzumachen, bei der man nur stur nach Kurs fliegen muß, das kann ein Außen-
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vaatsführer sorgte dafür, daß die Natron der Tür- lei nicht bedingungslos in die Netze Englands geilt, sondern ihre nationalen, vornehmlich landwirt- csciftlichen Ausgaben erkannte und erfüllte. Auch ir Versuch Londons, die Türkei durch die zu einem It enteuer überredeten Griechen niederzuhalten, miß- aig 1922 endgültig, da damals — wie freute die 'k'sprochene britische Hilfe im entscheidenden Augen- Hrf ausblieb. .. ,
Denn auch Kemal Atatürk seinen neuen türkischen o:*iat 1923 durch die plötzliche Abschaffung des ams als Staatsreligion aus ber mohammedani- den und arabischen Welt ausgliederte, soblleb den- ikch ein tiefes Zusammengehörigkeitsgefühl mit den ctrigen Staaten des Vordereen Orients bestehen.
e das Johannesburger Gold der Buren von Bri- n entdeckt wurden oder auf britischem Boden gen, aber gerade deshalb zum Schicksal seiner qen-tlichen Besitzer werden sollten.
Wo England je Schätze witterte und „Interessen" tdeckte, pflegten noch immer die betreffenden Döl- r Freiheit und Friede zu verlieren. So auch im orderen Orient. Im Weltkrieg köderte England ; arabischen Völker mit großen Versprechun- en. Nichts wurde später davon gehalten. Statt ssen entstanden auf dem Vorderen Orient Man- :te, Protektorate und fogenannte selbständige Staa- r», die durch Englands Terror dazu verurteilt »aren, nichts ohne ihren wahren Herrn und Mei- (tr weder tun zu dürfen noch zu können.
-Friedliche Länder, sich in fast der achtfachen Tröße des Deutschen Reiches von den Gestaden des glichen Mittelmeeres bis zum Persischen Golf aus- bd)nenb, wurden durch jene Entwicklung aus den sahnen eines ruhigen Aufstieges geworfen. Von iiglanibs Gnaden bestellte Potentaten erhielten in (infoon Direktiven für eine den wirklichen Jnter- e en ihrer Völker zuwider laufende Politik. So hoff- ttn die Briten, den Suezkanal und die Oelquellen Hin Irak und Iran sich für alle Zukunft zu sichern, ^»gleich war diese „Politik" dazu bestimmt, auch in Landweg nach Indien sowie den eben- fclls über den Vorderen Orient verlaufenden Luft 12g nach Indien, den sog. „Suezkanal der >uf t”, von allen Störungen und Bedrohungen krnzuhalten.
All diese für den Bestand des Empires wichtigen Mutationen ließen sich selbstverständlich nur a u f Id ft e n d e r Völker des Vorderen Orients so iige durchführen, als diese gewillt oder gezwungen raren, ihre eigenen nationalen Interessen hinter bin AusberMngswillen Britanniens zurückzustellen. hter keinen Umständen durfte es daher zu einer I orenen Auflehnung in der arabischen Welt kom- lK-n. Jedes Mittel war und ist den Briten deshalb nd)t, um dem Erwachen jener Völker entgegenzu- h’ten.
Ob es sich nun um den Irak oder Iran, um Eijrien, Afghanistan, Saudi-Arabien, Transjorda- nen, Palästina oder die Türkei handelte, überall übte Britannien, — wenn auch auf verschiedene Lj eise — seinen Druck rücksichtslos aus. Die meist landwirtschaftlichen Eigeninteressen jener Länder DLirben, wo immer sie den Briten unangenehm waren, mißachtet und unterdrückt. So maßte sich (hglanb an, a 11 e i n nach seinen Mach t= uni) Sell) inte reffen über das Wohl und Wehe dieser überwiegend arabischen Ländergruppe zu bestimmen, wobei die dünne Besiedlung dieser Staa- ki und ihre technisch^wirtschastliche Rückständigkeit elensa wie die systematisch nach indischem Muster pschürte gegenseitige Aufwiegelung bin britischen Plänen sehr zustatten kamen.
Die Türkei.
vritzlfche UröerftätebnKtareiS. teege General-Anzeiger für Gberhessen
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stehender kaum nachfühlen. Die Leistungen unserer gegen Kreta eingesetzten fliegenden Verbände reihen sich ebenbürtig jenen großen Leistungen an, mit denen Fallschirm- und Gebirgsjäger dem deutschen Waffenruhm ein ewiges Denkmal setzen.
Kreta ist heute in einen leichten, grauen Dunstmantel gehüllt, als wir drüben ankommen, und unter uns ziehen die weißen Wattebäusche dicker Kumuluswolken, zwischen denen stählern blau das Wasser des Mittelmeeres heraufstrahlt. Schon von weitem sehen wir diese größte Stadt des Landes mit etwa 35 000 Einwohnern. Außerdem hat Kandia durch einen modernen Flugplatz, durch Kasernen, durch einen Hafen und durch eine größere Festungsanlage, eine Art Zitadelle, große militärische Bedeutung. Diese Zitadelle, einwandfrei am Westrande der Stadt erkennbar, ist das erste Ziel unseres heutigen Angriffs. Wir überfliegen die Stadt, und pünktlich stellen sich auch die weißen Sprengwölkchen der Flak ein. Einmal zerplatzt ein Geschoß nur 50 Meter hinter unserer Maschine, und wenn es auch keinen Treffer gibt, so ist es doch keineswegs angenehm, sich dem Feuer der feindlichen Flak ausgesetzt zu wissen. „Aber euch kriegen wir schon!"... denkt der Staffelkapitän und merkt sich die jetzt schießende Batterie für nachher vor. •
Nach einer weiteren Kurve liegt die Stadt wieder vor uns. Schon ist das Flugzeug des Staffelkapitäns, Hauptmann v.R.,^ im Sturz auf die FeMag
Obwohl die Völker des Vorderen Orients eine ffofee geschichtliche Vergangenheit besitzen, läßt sich f!r heutiges Schicksal unmöglich von den Auswir- bngen jener Herrschaftsbestrebungen trennen, die rit dem Machteinbruch Englands in diesen riesigen f=aum herbeigeführt wurden. Britanniens „An- irücfre" und „Interessen" im Vorderen Orient sind fmtlich sehr jungen Datums. Längst war die einst- jiolige Größe der arabischen Welt zusammenge- h?ochen, als die Briten, teils mit nackter Gewalt, i ls mit Finanzmanövern und politischen Intrigen |re Herrschaft über den Vorderen Orient antraten.
Zwei bedeutsame Ereignisse waren es, die die iglänber auch in diesem Raume nach altbewähr- Methode ihre „weit- und menschheitsveredelnden rlichten" dort entdecken ließen, wo Vorteile und i'roinne winkten. Der erste „Fingerzeig Gottes" [bete die Schaf-fung des Suezkanals, für ijfen Zustandekommen England außer Feindselig- r.ten und Drohungen nichts beisteuerte, um öcuin ter nach dessen Fertigstellung ihn durch finanzielle
Jahrgang Rr.126
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Auch Iran, das frühere Persien, verstand es/ ich den britischen Einflüssen nicht gänzlich auszulie- ern, obgleich dies bei den reichen Oelvor« kommen des Landes keineswegs leicht war. Das iranische Erdöl wurde selbstverständlich von London mit Beschlag belegt, nachdem ein Secret-Seroice- Agent in der Maske eines Geistlichen für England die Bohr- und Schürfrechte für das gesamte per- ische Gebiet ergaunert hatte. Die „Anglo-Jranian- Oil-Company" sorgt seitdem dafür, daß Irans wertvollste Bodenschätze zu niedrigsten Preisen dem bri- lischen Weltreich zufließen.
Wie lange noch? Das kann niemand sagen. Jedenfalls wurden die gegen den Irak begonnenen Blockademaßnahmen auch auf den Iran ausgedehnt, und zwar, weil England von feiten des Iran, in dem 15 Millionen Menschen leben, eine Unterstützung der arabischen Sache befürchtet. Dies Land, das rund zweieinhalbmal so groß wie Deutschland ist, kann für, seine Naturprodukte gewiß bessere und vor allem ehrlichere Käufer als die Engländer finden.
Saudi-Arabien.
Als der selbständigste unter den arabischen Staaten muß Saudi-Arabien angesprochen werden, dessen Oberhaupt, Ibn Saud, eine umsichtige, auf Selbstbeschränkung, aber nicht auf Verzicht beruhende Politik treibt. In diesem Lande liegen auch die für die mohammedanische Welt heiligen Städte Mekka und Medina. Die Undurchsichtigkeit und das folgerichtige Handeln Ibn Sauds machen es den Briten schwer, hier im Kraftzentrum des Argbertums den gewünschten Einfluß zu gewinnen. Ibn Saud und sein etwa sieben Millionen zählendes Volk lassen sich von den britischen Manö- nern nicht stören. Die Behinderung der Pilgerfahrten nach Mekka loste einen Sturm der Entrüstung in der islamischen Welt aus. Es kam daher nicht zu der beabsichtigten Schwächung des Ansehens Ibn Sauds, sondern jene britische Infamie stärkte feine Stellung nur noch.
Die religiöse Strenge der Saudi-Araber hat kei- nesmegs verhindert, daß hier das Auto, das Flugzeug, der Rundfunk ufw. zur Selbstverständlichkeit wurden, und daß das überwiegend Ackerbau und Viehzucht treibende Volk eine verhältnismäßig große militärische Kraft aufweift. Wenn, das Reich Ibn Sauds im Laufe der letzten Jahrzehnte zu einem arabischen Musterstaat wurde, so beweist das, daß auch die wirtschaftliche Schikanierung sowie die Errichtung britischer Militärbastionen rings um Saudi-Arabien den Lebens- und Freiheitswitten hier nicht zu brechen vermochten.
Palästina.
Was die Briten seit dem Weltkrieg sich in P a - l ä ft i n a an gemeinem Betrug und brutaler Vergewaltigung gegenüber der arabischen Bevölkerung leifteten, durfte heute jedermann bekannt fein. Hier ging es England weder um die Oliven- und Apfel- finenbäume einer friedlichen Araberbevölkerung, noch wollte man ernsthaft die den Juden versprochene „Nationale Heimstätte" errichten, sondern Englands ganzes Sinnen und Trachten wurde allein von' dem Gedanken beherrscht, die nach Haifa gelegten Delleitungen für die britische Mittelmeerflotte „sicher" zu machen.
Das Schicksal des arabischen Palästinas ähnelt daher auch stark demjenigen Aegyptens, das 1882 nach der grundlosen englischen Beschießung der damals offenen Stadt Alexandria feine Freiheit verlor und sie, trotz aller späteren Verträge, nie mehr zurückgewann; denn die Herrschaft über Aegypten war für England gleichbedeutend mit dem Besitz des Suez-Kanals, um den man heute in London mehr denn je bangt, zumal die Aegypter sich nicht zu einer Beteiligung an Englands neuem Krieg bewegen ließen, und die siegreichen Truppen der Achsenmächte schon an der westlichen Grenze Aegyptens stehen.
Syrien.
Nach dem Weltkrieg begannen die Briten damit, den gesamten Vorderen Orient gegeneinander zu ir iben und alle zum Feinde aller in einen unüber- ieiibaren Wirrwarr von Spannungen v,d Verdächtigungen zu stürzen. Die Türkei lnd sich zuerst wieder. Unter der Führung Kemal li a t ü r f s begann die vierzehn Millionen starke
List nach dem Tode Atatürks vollzog sich 1939 in bc- Türkei ein grundlegender politischer Wandel, öe- zu einer beträchtlichen Annäherung an Cnglanö tiirte und durch die Abtretung des S a n d - t als von Alexandrette in der arabischen $2lt Befremden hervorrief. Seitdem hat die ^"rkei ben Weg einer äußerlich labilen und undurchsichtigen Mitit beschritten, die schließlich für England doch tut einer Enttäuschung endet, da es London nuyt
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