UN- Bolschewikien endgültig auszubrennen. In diesem Stadium des Krieges befinden wir uns, und die gewaltigen Erfolge unserer und der uns verbündeten Truppen in der letzten Zeit werden erklärlich durch das Nachlassen der bolschewistischen De^ei- digungskraft. Bon Tag zu Tag bringt trotz des durch die Jahreszeit bedingten schlechten Wetters unsere Offensive immer neue Gebiete in unsere Hand, und unsere Luftflotte zerschlägt auch die letzten Versuche des Feindes, feine Massen und sein Material auf den Eisenbahnen usw. zu den Kampfabschnitten zu befördern. Genau wie während des Krieges in Frankreich, in Jugoslawien und in Griechenland wird so der Gegner durch die Vernichtung seiner rückwärtigen Verbindungslinien so geschwächt, daß von einem organisierten und nach einem einheitlichen Plan durchgeführten Widerstand keine Rede mehr sein kann. Die Widerstandskraft konzentriert sich auf einige Punkte, wo Menschen und Material vergeblich geopfert werden, sie müssen dan nim Laufe der planvollen Operationen unseres Führerhauptquartiers aufgegeben werden, neue Widerstandslinien werden zu bilden versucht, auch diese werden zerschlagen, dem Angriffsgeist der Deutschen kann der Gegner also nichts entgegensetzen als eine wilde und vergebliche Verteidigung, und so werden die letzten Massenheere Stalins, an sich schon zusammengestoppelt, in immer zunehmenderem Maße vernichtet. Der Fall Charkows, der viertgrößten Stadt der Sowjetunion, ist in London und in den USA. geradezu als ein Fanal betrachtet worden, denn die Eroberung dieser Stadt beweist, wie schnell das Verderben fortschritet.
Stalin verliert eine Massenarmee nach der anderen, er wird auch genau wissen, daß die Eroberung immer neuer Rohstoff- und Rüstungszentren durch die Deutschen für ihn das Ende bedeutet. In den letzten Tagen ist nicht nur im Südabschnitt der Ostftont das Verderben für Stalin fortgeschritten, sondern auch in der Mitte der Front wurde starker feindlicher Widerstand gebrochen, und im Norden vollzog sich der gleiche Vorgang. Unentrinnbar sitzt der Bolschewismus in der Falle, die er anderen zugedacht. E. S.
Kampf bis zum Endsieg.
Eine Ansprache des Duce.
Littoria, 27. Okt. (DNB.) Mussolini übereignete am Sonntag rund 3000 Bauern, durchweg ehemaligen Frontkämpfern, dis bisher als Pächter des Frontkämpferwerkes bebauten Bauernhöfe. Dabei führte er aus:
„Tausende Eurer Kameraden treten heute in den Besitz des Bodens, den sie mit unermüdlichem Fleiß wieder fruchtbar machten, und ich habe die Gewißheit, daß sie ihn in Zukunft mit noch erhöhtem Verantwortungsgefühl ebenso unermüdlich weiter bebauen werden. Durch diese Kundgebüng erhält das gigantische Werk der Urbarmachung der ehemaligen Pontinischen Sümpfe, das einen unumstößlichen Beweis für unsere organisatorische Fähigkeit liefert/ nach seiner wirtschaftlichen und technischen nunmehr auch seine soziale Krönung. Mit dem gleichen unerschütterlichen Willen, mit dem wir dieses Ziel erreicht haben, werden wir auch das höchste Ziel erreichen, für das wir gekämpft haben, kämpfen und bis zum Endsieg kämpfen werden.
Das Elend in Leningrad.
Stockholm, 27. Okt. (Europapreß.) Seit die Kälte in dem Leningrader Abschnitt eingesetzt hat, versuchten Einwohner der Stadt zu den finnischen oder deutschen Linien zu fliehen. Der Korrespondent von „Stockholms Tidningen" berichtet, daß die Kälte und der Hunger der Zivilbevölkerung von Leningrad größere Leiden verursachen als die Bomben und Granaten, die fortgesetzt auf die Stadt niederprasselten. Tausende von Zivilpersonen seien verwundet, denen jedoch nicht geholfen werden könne, da seit langem die Krankenhäuser und Aerzte nicht mehr ausreichend seien. Obwohl Hunderte von Menschen jede Nacht versuchten, durch die weiten Minenfeloer an den sowjetischen Maschinengewehrnestern unbemerkt vorbeizuschleichen, gelinge es nur einer kleinen Anzahl von Flüchtlingen, ihr Ziel zu erreichen; die meisten fänden durch die Landminen den Tod.
Englands Mangel an Schiffsraum.
Rom, 27.Oktober. (Europapreß.) Die englischen Kohleoerschiffungen n crch Aeayp, te n nehmen, wie „Piccolo" aus Ankara erfahrt, immer weiter ab, da es an Schiffsraum mangelt. Wegen der ernsten Bedrohung des ägyptischen Eisenbahnverkehrs versucht das Der- kehrsministerium, eine Anzahl Lokomotiven auf Oel- betrieb umzuftellen.
Erste Wolke.
Von Joseph Baur.
Das junge Paar ist erst wenige Tage verheiratet. Aber Otto, Soldat und nagelneuer Ehemann, hat bei aller heißen Liebe seiner Urlaubstage doch auch an die nahende Winterkälte gedacht und sofort Kohlen bestellt. Eine besondere Überraschung für die junge Ehefrau soll es sein, daß er die Lieferung auch gleich bar bezahlt. Das Geld hat er gespart, ein schöner Fünfzigmarkschein liegt im Geheimfach seines Schreibtisches bereit
Am Tag der Kohlenlieferung erwacht Otto schon früh von Geräuschen, die sich anhören wie ferne, dumpfe Detonationen, und die sich in regelmäßigen Abständen wiederholen. Dazwischen stapfen feste Männerschritte ums Haus. Aha, begreift Otto, das ist kein Artilleriefeuer, sondern die Kohlen werden schon in den Keller getragen. Eigentlich recht freundlich von der Hauswirtin, den Kohlenmännern gleich Anweisung zu geben und das junge Paar ruhig, ausschlafen zu lassen. Wirklich sehr freund- lich!
Aber nun kleidet sich Otto rasch an. Lilli reibt sich verwundert die Augen. „Kohlen", ruft ihr Otto zu, mit nicht ganz angemessenem Pathos, Sohlen, damit die kleine Frau nicht friert!" Er verschwindet in sein Arbeitszimmer und kehrt, den Fünfzigmarkschein schwingend, zurück. Lilli staunt und ist sehr gerührt.
Dann steigt Otto hausväterlich wichtig in den Keller. Dort findet er die Hauswirtin mit den Kohlenmännern in Auseinandersetzungen verstrickt. Anscheinend gibt es hier eine Meinungsverschiedenheit zu schlichten. In Otto dämmert bereits ein Verdacht. Uno wirklich: es sind zwar seine Kohlen, aber sie wurden in den falschen Keller geschüttet! Frau Sckröder hat nämlich zufällig ebenfalls Kohlen bestellt, allerdings bei einer anderen Firma, und erst bei Aushändigung der Rechnung zeigte sich der Irrtum. Nun herrscht erregte Ratlosigkeit
Weise schlägt Otto vor, entweder die Keller oder die Kohlen zu tauschen. Aber Frau Schröder hält zäh an ihrer Ordnung der Dinge fest. Also schaufeln die Kohlenmänner mit etwas verfinsterten Mienen
Englands leßier Zestlandsdegen gebrochen.
Oer Gauleiter sprach in Groß-Gerau.
NSG. Der am Sonntag vom Kreis Groß-Gerau der NSDAP, veranstaltete Kreistag erfuhr feine besondere Bedeutung durch Ausführungen des Gauleiters, mit denen er vor dem Politischen Führerkorps des Kreises, wie auf einer Großkundgebung vor der Bevölkerung, die Stellung der Heimat im Zeitgeschehen darlegte.
Im Gemeinschaftsraum der Helvetia-Konservenfabrik hatten sich in früher Morgenstunde über 800 Politische Leiter, sowie die Führer der Gliederungen und angeschlossenen Verbände des Kreises zum Appell versammelt.
Gauleiter uuv Ueichsstatthalter Sprenger
behandelte in der Aufzeichnung der Parallele unseres inneren Ringens um die Macht mit unserem gegenwärtigen Freiheitskampf die Machtbeftre- öungen des internationalen Judentums mit seinen Vernichtungsabsichten gegenüber dem deutschen Volk und der Kulturwelt schlechthin. Der satanische Plan des Juden und Roosevelt-Ratgebers Theodor Kaufmann, das deutsche Volk durch Sterilisation vom Erdboden zum Verschwinden zu bringen, sei keineswegs eine unbedeutende, wenig gültige private' Meinung, sondern die von den Juden selbst im blinden Haß zu früh aufgedeckten wahren Absichten, die man mit einem zu Fall gebrachten oder aber zu einer Kapitulation bereiten Deutschland vorhabe. Diese Erkenntnis, so fuhr der Gauleiter fort, verpflichte die Nation, ihr Alles daranzusetzen, um den Sieg zu erringen. Mit dem Hinweis aus die bisher auf dem Wege unseres Sieges gebrachten Opfer, und der mahnenden Verpflichtung, die toten Helden durch eigene immerwährende Glaubenskraft an die nationalsozialistische Idee und die Tat für
den Führer für immer lebendig sein zu lasten, klang die Rede in einer erhebenden Gefallenenehrung aus.
Vor mehr als tausend auf einer anschließenden Großkundgebung versammelten Volksgenossen nahm der Gauleiter dann nochmals Gelegenheit, um auf die Bedeutung der gegenwärtigen Waffenerfolge im Osten einzugehen. Wenn damit auch das Ende der militärischen Auseinandersetzung mit dem Bolschewismus noch nicht gekommen sei, so stehe doch endgültig fest, daß die Entscheidung gefallen ift Eine Bedrohung oder Gefahr durch den Bolschewismus sei für Deutschland und Europa damit endgültig gebannt und der legte Fe st land s- degen Großbritanniens zu Fall gebracht. Daraus ergebe sich für die Briten lediglich die bittere Erkenntnis, daß sie nunmehr selbst antreten werden müssen. Der in der Erkenntnis des gemeinsamen Feindes geeinte europäische Kontinent aber werde mit Großbritannien die letzte Bastion des internationalen Judentums in Europa bezwingen. „General Zeit", der vermeintliche Verbündete der Briten, habe mit dem europäischen Erwachen nunmehr einen entscheidenden Frontwechsel vorgenommen. Während das Reich durch die Ausrichtung des Kontinents auf den Einsatz gegen die britische Insel von Monat zu Monat eine Verstärkung seines Kriegspotentials erfahre, schwäche die Atlantikschlacht wie der pausenlose Einsatz unserer Luftwaffe unerbittlich mit stetig wachsender Wirkung die britisches Lebensgrundlagen.
Mit einem Appell an die Heimat, sich durch Haltung und Gesinnung der kämpfenden Front würdig zu zeigen und dabei stets auf das Vdrbild des Führers zu blicken, schloß der Gauleiter seine wiederholt von zustimmenden Beifall unterbrochene Rede.
Oer Krieg der Luden.
Von unserer Berliner Schriftleitung.
Ein Wunder hat sich begeben. Das Gallup-Institut in Neuyork hatte geschäftsgemäß eine Umfrage an die USA.-Bürger gerichtet, wer die Schuld an diesem Kriege habe. Die Antworten, die in der deutschfeindlichen „New Jork Times" veröffentlicht werden, sind sehr bezeichnend und sicherlich nicht zur Freude der Fragesteller ausgefallen. Dan ad), so ist die amerikanische Dolksmeinung, ist R o o s e v e l t der Hauptverantwortliche dieses Krieges, und dann folgen die Banken und Rüst u n g s i n d u st r i e l l e n , die bekanntlich zum größten Teil jüdischer Fasson oder mit den Juden versippt sind, und zum Schluß werden ausdrücklich die Juden genannt
Wir wollen uns der Auslegung, als ob in den amerikanischen Massen bereits ein latenter Antisemitismus wirksam geworden sei, enthalten und stellen nur fest: Die Befragten gaben eine Antwort wie Luther auf dem Reichstage zu Worms. Das Londoner Labour-Blatt, der „Daily Hera! d", hatte im Oktober 1940 die trockene Feststellung gemacht: „Dieser Krieg ist der heilige Krieg der Juden." Mit diesen Worten sind die eigentlichen Kriegshetzer entlarvt, und bereits 1939 schrieb der englische Hauptmann Thomas Godman, das Haupt des britischen Bankhauses Rothschild, Anton von Rothschild, dessen Beziehungen zu Churchill bekannt sind, habe England zu diesem Kriege angeregt. „Dieser widerliche Jude", so schrieb Godman wörtlich, „erklärte im Verlaufe einer langen zankenden Auseinandersetzung, daß die ganze jüdische Finan^macht der Welt eingesetzt wird, um einen Krieg zwischen England und Deutschland hervorzurufen, da das Judentum hofft, aus den Trümmern eines solchen Krieges erneut zu eigener Macht auch wieder in Deutschland zu gelangen", und weiter schildert er, wie Rothschild gejagt hätte, der Tag der jüdischen Rache käme, wo die Juden den letzten Tropfen Blut aus dem Herzen des deutschen Volkes pressen würden. Englands Kriegsminister war damals, also noch vor dem Kriege, der jüdische Höre Belishcr, in Wirklichkeit Elias aus dem Judenghetto Moghreb in Marokko! ,
Die Juden, die Roosevelt und Churchill umgeben, gebärden sich heute, unter den vernichtenden Schlägen, die die bolschewistischen Juden einstecken müs
sen, allerdings sehr weinerlich. Wo ist die jüdische Legion geblieben, von der die Judenblätter schrieben? Seit Kriegsbeginn wird immer wieder versichert, jetzt käme endlich Judas Rache, aber die Juden sind heute noch soweit vom Schuß wie vorher, und selbst ein jüdischer Chefredakteur eines Pariser Blattes mußte im Mai vorigen Jahres zugeben, unter der englischen Expeditionsarmee befänden sich nur 239 Juden, als „Verwaltungsschieber"! Mit dieser jüdischen Legion der Rache ist es also nichts. Dafür aber schreien sie jetzt, aus Menschlichkeit solle man doch ihre Rassegenossen besser behandeln. Der jüdische Vorsitzende des Verbandes der jüdischen Gemeinschaften in Rumänien, namens Fildermann —- der in Wirklichkeit und viel bezeichnender Fliedermann heißt, — hatte die echt jüdische Chuzde, in einem Schreiben an Marschall Antonescu sentimental darüber zu jammern, es sei doch nicht menschlich, wenn man dessarabische Juden in Ghettos verweise und sie damit von' der Gemeinschaft mit dem rumänischen Volk ausschließe. Die Antwort des rumänischen Führers ist geradezu schneidend. Sie verweist darauf, daß die Juden Bessarabiens die rumänischen Offiziere und Soldaten bespuckt und beschimpft und hinterrücks niedergeknüppelt haben, die einziehenden Sowjets aber als Befreier mit Blumensträußen und Lobhudeleien empfingen. Jetzt, da Bessarabien wieder befreit sei, hätten sie nur das gerechte Urteil über diese Untat zu empfangen, und die Leichen der Rumänen, die aus Kischinjews Kellern hervorgeholt wurden, seien gerade der jüdischen Blutraserei zum Opfer gefallen. Das vergesse das rumänische Volk niemals.
Es ist die alte Geschichte: Der Jude ist frech und blutsaugerisch, wenn ihn keine Gewalt daran hindert; er ist feige bis zum Aeußersten, wenn eine Ordnungsmacht diesem höllischen Tun wehrt. Das wußte schon der alte römische Geschichtsschreiber Tacitus, der von den Juden als einer Gott und den Menschen verhaßten Rasse schrieb. Sehr klar aber hat der Führer vor dem Kriege, am 30. Januar 1939, gesagt: „Ich will heute wieder ein Prophet sein: wenn es dem internationalen Finanzjudentum in und außerhalb Europas gelingen sollte, die Völker noch einmal in einen Weltkrieg zu stürzen, so wird das Ergebnis nicht die Bolschewisierung der Erde und damit des Judentums fein, sondern die
die Kohlen wieder in Körbe und schütten sie in den richtigen Keller. Nachdem das geschafft ist, sorgt Otto durch ein anständiges Trinkgeld für Wiederaufhellung der Gesichter.
Soweit wäre ja alles gut Doch nun findet Otto seine ocycuijel nicht. Er sucbt überall, aber er findet nichts als ein Loch in feiner rechten Hosentasche. Vorwurfsvoll zeigt er es Lilli. Es sei eine alte Hose, gewiß, aber für den Kohlenkeller doch wohl die richtige, und Schlüssel müsse man als Ehemann ohne Sorge in jede Hosentasche stecken können. Jetzt sind die Schlüssel natürlich unter die Kohlen geraten. Mit täuschend echter, finsterer Kohlenmännermiene begibt sich Otto wieder in den Keller.
Es ist eine verdammte Arbeit. Er muß noch einmal die ganzen Kohlen umschaufeln. Es dauert lange. Otto schwitzt und wird schwarz dabei wie ein richtiger Kohlenmann. Seine Erbitterung gegen Lilli wächst mit jeder Schaufel, die er schippt. Nach gut eineinhalb Stunden hat er sämtliche Kohlen auf die andere Kellerseite geschaufelt — aber die Schlüssel hat er nicht gefunden.
Finsteren und geschwärzten Angesichts steigt er wieder nach oben. Schon auf der Treppe ruft er gebieterisch nach Lilli, entschlossen, ihr eine erste und durchaus ernste ehemännliche Rede zu halten. Aber sie rührt sich nicht. Die Küche ist leer. Auch im Eß- zimmer findet er sie nicht. Doch aus feinem Arbeitszimmer hört er ein unterdrücktes Schluchzen. Schon dämmert ihm wiederum ein Verdacht, und ein wenig bang öffnet er die Tür. Lilli sitzt wei- nend vor dem -Schreibtisch, eine Menge Briefe liegen darauf, daneben steht geöffnet Ottos Geheimkasfette, die gesuchten Schlüssel stecken daran. Otto ringt nach Worten.
Lilli hebt ihr verweintes Gesicht, ein anklagender Blick trifft ihn: „Wenn ich das geahnt hätte —" sagt sie und ihre Stimme erstickt wieder in Schluchten. Geschwärzt und zerknirscht steht Otto an der Tür. Sein gequältes Schweigen wird nur ab und zu durch das leise Schluchzen Lillis unterbrochen. Da findet er endlich das erlösende Wort:
„Aber Lilli", sagt er, „schau doch bitte, aus welcher Zeit diese Liebesbriefe stammen! Als ich sie erhielt, gingst du ja noch in die Schule! Gewiß, es
war nicht recht, sie dir zu verheimlichen. Aber das habe ich ja nun drunten im Keller gebüßt.".
Lilli greift nach einem der Briefe, liest das Datum und stürzt ohne Zögern in Ottos Arme. Und es dauert nicht lange, dann sieht auch Lilli ganz so aus, als hätte sie eineinhalb Stunden Kohlen geschaufelt.
Kastanien.
Von Walter Krrrppa.
Um das Halbrund des Rasenplatzes, auf dem nun schon die Blätter des Strauchwertes gilben, ist eine doppelte Kette von alten Kastanienbäumen gelegt. Eine schone Allee mit dichtem und hohem Dach, auf dem das regenschwere Gewölk dahineilt. Vor mir geht gemächlich ein Mann, mit würdigen Schritten, hält ein, bückt sich zur Erde nieder und verharrt so, bis ich ihn erreicht habe. Da richtet er sich auf mit dem kleinen Lächeln der Verlegenheit und geht seines Weges, als fei er bei einer schlechten Tat betroffen.
Ich gebe sein Lächeln zurück, aber nicht mit der Erhabenheit dessen, der gewähren läßt und bereit ist, das Ungebührliche zu übersehen, sondern ein Lächeln des Einverständnisses. Ich hatte zuvor, von ihm unbemerkt, mit nicht weniger Eifer das gleiche getan, und Jbie Tasche meines Mantels war rund und verräterisch gefüllt mit Kastanien.
Einst, wenn die Unwirtlichkeit der Wintertage Garten und Wiesen den Spielen verschlossen hielt, waren die Kastanien das willkommene Werkzeug, das sich, schlicht und anspruchslos in seiner Form, den abenteuerlichen Bestimmungen der Knabenphan- tasie niemals widersetzte.
Der Fußboden war der Raum, auf dem die gewaltigen Geschehnisse sich abspielten, und die Kastanien waren bald das Schiffsvolk, das in alten Schachteln nach Amerika fuhr, bald Kriegsvolk. Den dicken Kastanien kam es zu, die Reiterei zu stellen, während die Kleineren das gemeine Fußvolk zu bilden hatten, das im dichten Gehölz, für das ein Ziegenfell galt, das in der Stube der Großmutter lag, Deckung suchte.
Welche herrlichen Schlachten mit viel echtem
Reue Trager des Eichenlaubs zum Ritterkreuz. Der Führer und Oberste Befehlshaber hat den, Hauptmann G o 11 o b, Kommandeur einer Jagd gruppe (Bild links), als 38. Soldaten der deutschen Wehrmacht und dem Oberleutnant Graf von Kageneck (rechts) in einem Jagdgeschwader als 39. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichen- laub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. — (Scherl-Bilderdienst- jOKW.j M.)
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Oer Großmusti in Rom.
Rom, 27. Oktober. (Europapreß.) Der Groß- mufti von Jerusalem ist, wie „Piccolo" atu Montagnachmittag meldet, in Rom eingetroffen.
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Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa." Von Rechts wegen!
Dank an Antonescu.
Bukarest, 28. Oktober. (DNB-Funkspruch.) Die Zeitung „Porunca Vremii", die seit jeher für eine radikale Losung der Judenfrage eingetreten ist, dankt dem Marschall Antonescu für die Offenheit, mit der er Öen Kern des Problems enthüllt habe. Würde der Bolschewismus gesiegt haben, so hätten die Juden sicherlich feinen Augenblick gezögert, die Rumänen nach Sibirien zu schicken oder sie abzuschlachten. Am Pruth, am Dnfeftr, am Bug und am Asowschen Meer sei rumänisches Blat nicht nur zur Befreiung der unterjochten rumänischen Volksgenossen, sondern auch zur endgültigen A b s ch ü t te l u n g des jüdischen Joches vergossen worden. In Kürze werde von dem Judentum nichts mehr übrigbleiben als eine traurige Erinnerung als Warnung für alle, die die füge nannte Humanität auf Kosten der Lebensrechtt des eigenen Volkes übertreiben wollten.
Dr. Goebbels ^SIahreGauleiiervonBerlia • Berlin, 27. Oktober. (DNB.) Am 28. Oktober
sind 15 Jahre seit dem Tage vergangen, an dem der Führer Dr. Goebbels die Gauleitung des Gaues Berlin der NSDAP, übertrug. Aus diesem Anlaß versammelte sich am Montagabend die Alte Garde der Berliner Bewegung im Deutschen Opernhaus um ihren Gauleiter zu einer herzlichen Kundgebung der Treue und dec Verbundenheit.
Der Stellvertretende Gauletter Görlitzec dankte Dr. Goebbels für feine Fürsorge für bie Partei und die Bevölkerung der Reichsh au ptstabl besonders in den beiden Kriegsjahren, und schilderte seine stete Sorge um die Stadt Berlin.
Dr. G o e b b e I s dankte in einer Ansprache dem Stellvertretenden Gauleiter und vor allem den al-
gens um diese 4V--Millionen-Stadt fjabe er sich in glücklichen wie in schweren Stunden stets auf seine alten Mitkämpfer verlassen können. Als Dr. Goebbels der 1430 Gefallenen der Bewegung in Berlin gedachte, die in diesem Kriege ihre Liebe und Treue zum Führer mit dem Tode auf dem Schlachtfeld besiegelten, erhoben sich die Versammelten 311 Ehren ihrer für das Vaterland gefallenen Parteikameraden. Die Kundgebung schloß mit einem Treu^gelobnis zu Führer und Reich.
chiiche ' 2o. Df: fSber wurde •m Der! Einern c ■to dai R'hi tödli
*- später i*jum § M der ten Parteigenossen für ihre selbstlose Arbeit an dec F?e QUf Partei und an der Bevölkerung und würdigte ihre Pöron‘3 Teilnahme an einem 15jährigen Kampf um die r:r v Reichshauptstadt, der zu so sichtbaren Erfolgen ye- führt habe. In all den schweren Jahren des Rtn-
Sondermission Roosevelts für London
Lissabon, 28. Okt. (Europapreß.) Frederik L. H 0 y d e, der Mitglied der Verteidigungskommissiora der Vereinigten Staaten ist und vor einigen lagern in Lissabon angekommen war, ist am Montag nach London weitergeflogen. Vor seiner 2Ibreife erklärte er portugiesischen Journalisten gegenüber, daß er mit einer Sondermission des Prä» sidenten R 0 0 s e v e l t betraut sei.
Kriegslärm wurden in dem sonst so friedlichem Stübchen geschlagen, dessen alte Möbel braun uniu glänzend waren, wie die Kastanien.
Wie stob das Fußvolk auseinander, wenn her Feldherr, einsam in seiner überragenden Große, mit geröteten Wangen mitten im Kriegsgewimmel kniend« mit beiden Händen feine Reiterei in den Kampf warf. Und er warf so heftig, daß etliche weit über das Schlachtfeld hinaus in die friedlichen Bezirk« der Großmutter gerieten und sie schließlich gar Ira Gefahr brachten.
Die gute alte Frau wurde von all dem Lärm fauira berührt, denn ihr Gehör war schon sehr geschwächt, und Jd) war daher zu keiner Rücksichtnahme gezwungen. Bisweilen ging sie zwischen Schrank unk Fenster einher, bedächtig eine hohe Tasse mit Kaffe« vor sich hertragend. An jenem Tage tat sie auf diesem Wege plötzlich einen Schrei, dem das Klirrera des Porzellans folgte. War sie selbst glücklicherweise- nicht zu Fall gekommen, so hatte doch einer der versprengten Reiter, auf den ihr Fuß geraten war, den: Verlust der kostbaren Tasse verursacht und den heftigen Schreck dazu.
Widerspruchslos mußte ich das Kriegsverbot hin- nehmen, und Freund und Feind wurden gemeinfaira in die Schachteln geschaufelt.
Zu dem, was mir aus Knabentagen geblieben ist. gehört auch die Freude an den Kastanien. Es ist wahr, sie haben keinen Nutzen für mich, aber er. Zwingt mich in jedem Jahr neu, in den Bezirk der Kinder einzubrechen und mich, der Lächerlichkeit: preisgegeben, den eifrig Sammelnden au gesellen.
Es ist ein anderer Laut als der Fall des Apfels im väterlichen Garten, wenn der grüne, stachelige: Ball auf das Pflaster schlägt und zerspringt. Uns. Städtern wirft Pan, wenn feine goldene Zeit- ko mm t, keine Aepfel in den Schoß, aber trifft er uns in der Allee, so wirft er lachend mit vollen Händen die Kastanien auf uns nieder, daß wir auf* wachen sollen aus der Schwermut der grauen Tag« und teilhaben an 'Öen goldenen Festen des Herbstes. Uns, denen nicht vergönnt ist, reich zu fein an her Freude der geborgenen Ernte, wirft er dies Bildnis des satten Herbstes auf den Weg, und viele, btt scheinbar unberührt vorübergehen, tragen heimlich die alte Knabenliebe, schämen sich ihrer und lächeln«
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