von allen Waffengattungen der Luftwaffe kamen Freiwillige. Es war zunächst ein bunter „Verein". Nicht alle brachten die nötigen soldatischen Eigen, schäften mit; viele hatten einen völlig falschen Eindruck von dem, was sie leisten sollten, und was man von ihnen erwartete. Mit Sorgfalt wurde jeder unter die Lupe genommen, Hier und da mußte einer ausgetauscht werden, bis endlich die Korn- vanie personell die Form annahm, die dem kriti. schen Auge des Ehefs standhielt.
Eile war bitter nötig, denn das Verhalten der Polen und der sie unterstützenden Westmächte war ein klares Vorzeichen des kommenden Krieges. Und auch wir wollten doch bei Kriegsbeginn, wenn noch nicht als Fallschirmjäger, so doch wenigstens als Lustlandebataillon einsatzbereit sein.
Beschleunigt ging es an die i n f a n t e r i st l. sche Ausbildu ng. Diel Neues gab es zu lernen. Die meisten Männer kamen aus der Luftwaffe und waren naturgemäß für den infanteristl- schen Kampf nicht voll geschult. Diele kannten die Waffen der Fallschirmjäger noch nicht. Da gab es Ausoildung am leichten und schweren Maschinenge. wehr, am Gewehr, der Pistole, der Handgranate. Da muhten die Anlagen von Sperrungen und Sprengungen geübt werden. Schulung in der Panzer- und Gasabwehr war nötig. Stoßtruppunter, nehmen, Bunkerkampf, Perwendung von Nebel brachten auch für viele Neues. Die Einheiten muh. ten im Angriff, in der Verteidigung und den übri° Sen Kampsarten zusammengeschweißt werden. Aus ildung als Melder und Sicherer, Spähtruppaus- bildung wurden betrieben. Kurz, eine Fülle von Stoff muhte in alle eingetrichtert werden. In un- ermüdlicher Arbeit von früh bis spät wurde es geschafft.
Und plötzlich da, Wort: Krieg. Mr dursten auf dem rechten Flügel der deutschen Armee als schnell bewegliche Reserve als Lustlandetruppe teil- nehmen. Zum Einsatz iw vorderster Front kam es jedoch nicht. Eine Frist bis zum großen Einsatz im Westen war uns gegeben. Da aber wollten wir uns das Neue, das Langersehnte, die Ausbildung irn Fallschirrnsvrung.
Kurze Zeit später fanden wir uns, Offizier und Mann, als Schüler auf der Fallschirm- schule wieder. Boden-Gymnastik, sonstige Vi-r» Übungen zum Sprung und auch das Packen des Fallschirms füllt die Tage aus. Bis ins kleinste mürben alle Phasen des Absvrungs erklärt und geübt, bis der erste Sprung befohlen wurde. Die Trans- portmaschine startete mit Männern, deren Seelen- zustand ein Gemisch von Freude, Dangen und Ent- schlossenheit war. Bald ertönte das Kommando: „Fertig zum Absprung!" Der erste trat noch etwas «ein in die Tür. Eisiger Fahrtwind erschlug em, doch dann auf das Signal sprang ein jeder entschlossen. Ein Wirbel, ein Ruck und mit dem Gefühl des sicheren Geborgenseins schwebte man am Schirm. Herrlich der Zustand de, Schwe- bens; doch schöner die Gewißheit, seine Hemman- gen besiegt zu haben. Noch einige Schulungssprünae folgten, und bald war meine Kompanie eine Fall- schirmjägerkompanie.
Wochen intensiver Ausbildung im infan- teristischen Kampf folgten, bis der Befehl zum Einsatz kam Am Nachmittag des 9.5 40 erhielt ich den Befehl, mit meiner Kompanie am 10. 5. 40 Den Flugplatz Katwijk in Holland in Be- sitz zu nehmen und ihn für die Luftlandung frei zu machen. Weiterhin mußte eine Hauptstraße und eine wichtige Brücke gesperrt und gehalten werden. Zwei feindliche Kompanien lagen zur Verteidigung des Flugplätze auf dem Flugplatz selbst, fast zwei Regimenter In Ortschaften in der Nähe des Flugplatzes.
Die Aufgabe schien schwer, aber sie war nicht unlösbar. Ein Zug wunde zum Schutz der Straße und Brücke abgestellt. Er erhielt den Auftrag, direkt an der Straße zu springen. So muhte der Flug- platz mit zwei Zügen genommen werden. Schon 30 Minuten nach unserem Spruna sollte Infan- terie gelandet werden. Also in 30 Minuten mußte der Platz in unserer Hand sein. Zeitlich war es unmöglich, abgesetzt vom Flugplatz zu springen, um ihn dann in einem sauberen infanteristischen Angriff zu nehmen. Hier gab es nur eine Möglich, feit, dem Feind in den Nocken zu springen. Als Absprungplatz für die zwei übrigen Züge befahl ich deshalb das Rollfeld selbst. Begeisterung herrschte bei Führer und Truppe, glühender Kampfeswille, um das Seine zum Siege beitragen zu können. Diese Nacht blieb keine Zeit zum Schlafen. Ge- naueste Unterweisung jedes einzelnen Unterführers
und sonstige Vorbereitungen verschlangen die wenigen Stunden bis zum Start.
Mit der Morgendämmerung erhoben sich unsere Maschinen zum er st en Großeinsatz der Fallschirmtruppe. Herrlich war der säst zweistündige Anflug in großer Höhe, herrlich die Stimmung der Männer im engen Rumpf des Flugzeuges. Das Fallschirmjägerlied: „Rot scheint die Sonne" übertönte das Donnern der Motoren. Flakgeschosse spritzten wiederholt um unsere Flugzeuge, doch unbeirrt flogen unsere Flugzeugführer sicher unsere Transporter zum Ziel. Der Flugplatz war erreicht. Der Sprung in den Kamps erfolgte mit der- selben Sicherheit, mit der die letzten Schulsprünge durchgeführt worden waren, ja die meisten sogen, es sei überhaupt ihr schönster Sprung gewesen.
Ich schwebte zur Erde, doch da war schon die rauhe Wirklichkeit. Die Geschoßgarben jagten schon an uns vorbei, bevor wir den Boden erreicht hat- ten. Hier zeigte sich die Entschlußkraft, die Einsatzbereitschaft und das Ueberlegenheitsgefühl dieser Soldaten. Nur mit Handgranaten und Maschinen- Pistole bewaffnet sprangen die Männer über das
„Sieg im
Ein Dokumentarfilm
Berlin, 27. Ian. (DNB.) Der grohe Dokumentarfilm des Heeres „Sieg im Westen", der auf Anordnung des Generalfeldmarschalls von Brauchitfch während der Westoffensive im Mai und Juni des vergangenen Jahres geschaffen wurde, stellt als dokumentarischer Film Insofern etwas Erstmaliges dar, als er während der Kampfhandlungen selb st entstanden ist. In engster Zusammenarbeit mit den Kommandostellen wur- den bestimmte Gruppen von Filmberichtern an den Schwerpunkten des Kampfes eingesetzt, und so konnten von der Truppe bis in die rückwärtigen Dienste hinein au gleicher Zeit Aufnahmen gemacht werden. Hinsichtlich der kriegsgeschichtlichen Darstellung ist dieser Film, mit dem eine sich auf längere Sicht erstreckende eigene Filmarveit des Heeres eingeleitet wird, also Durchaus neue Wege gegangen.
Das gilt auch von dem Umfang des verarbeiteten Materials, bei dem nur zu einem geringen Teil das Material der Propagandakompanien, das in den Wochenschauen gezeigt wurde, Verwendung fand. In der Hauptsache wurde es von den Berichterstaffeln des Oberkommandos des Heeres geliefert. Es wurde vor allem das Filmmaterial benutzt, das auf dem Siegeszuge der deutschen Truppen von den Franzosen,
Rollfeld, hin zu den feindlichen Nestern, den feuernden Maschinengewehren entgegen. Unteroffizier Meyer, der auf einem Hallendach gelandet war, bekämpfte von dort oben aus ein feindliches Ma- schinengewehrnest und rettete so seinen Zugführer aus hoffnungsloser Lage. Zwei andere rollten ganz allein einen Schützengraben auf. Mancher Stoß, trupp von drei bis oicr Mann kam mit zehn ober fünfzehn Gefangenen an. So gelang es auf Grund rücksichtslosen Draufgängertums den Platz bis auf ganz vereinzelte Nester freizumachen vom Feind. Die Landung der Infanterie war ohne größere Verluste für diese möglich. Noch fünf lange Tage hielt die Kompanie mit der gelandeten Infanterieeinheit zusammen in zähem Ab- wehrkampf gegen zehnfache Uebermacht den Flugplatz, bis Holland zur Uebergabe gezwungen war. Das Ziel, starke feindliche Verbände zu binden, war erreicht. Manch einer fiel auf dem Felde der Ehre. Entschlossen und einsatzbereit fül- len andere diese Lücken, bereit, sich voll und ganz einzusetzen für den nächsten und entscheidenden Sieg als Fallschirmjäger.
Westen."
des deutschen Heeres.
Engländern und Belgiern erbeutet wurde.
Ein einleitender Teil „Der Entscheidung entgegen" zeigt in einer großen historischen Linie über drei Jahrhunderte hinweg mit dem Schwerpunkt der Zeit vom Weltkrieg bis zur Gegenwart den Einsatz für den vaterländischen Gedanken. Im Hauptteil, der den Titel „Der Feldzug" führt, wird in diesem Kriege besonderer Wert Darauf gelegt, mit Hilfe zahlreicher Karten und eines besonders anschaulichen Textes die großen Operationen dieses Feldzuges verständlich zu machen. Zugleich wird durch eine Schilderung des deutschen Soldaten und seiner Erlebnisse eine starke Darstellung des Kampfgeschehens vermittelt. Bewußt zeigt das Werk immer wieder Frontaufnahmen, stellt aber weiter einzelne große Komplexe der verschiedenen Waffengattungen heraus, um das Verständnis für deren besondere Aufgaben zu erschließen, und hebt nicht zuletzt auch die Verbindung zwischen Front und Heimat hervor. Die Musik, die Herbert Windt für den Hauptteil und Horst Hans Sieber für den Vorspann geschrieben hat, unterstreicht die Wirkung des Films. Dazu soll auch eine Broschüre des Oberkommandos des Heeres dienen, die unter dem Titel des Films herauskommt.
Japan kein Objekt ffir den Dollanmpenalismns Roosevelts Kein Japaner gibt politische Ziele für Anleihen preis.
Mtsuolas Rede.
Tokio, 27. Jan. (DNB.) Nach dem stenographischen Bericht von „Tokio Asahi Schimbun" führte Außenminister Matfuoka in feiner Rede im Haushaltsausschuh des Reichstages am Sonntag noch folgendes aus:
Die USA. haben den letzten beiden javanischen Kabinetten vor meiner Amtszeit Anleihen angeboten unter der Bedingung, daß Japan feine Kontinental- und Südpolitik Halbwegs e i n ft e U t oder ganz aufgibt. Die USA. wollten also eine An- Näherung an Japan durch Anleihen versuchen, wenn Japan den Chinakonflikt beendet und seine Truppen aus China zurückzieht. Einige unserer Finanz- leute waren an diesen Anleihen interessiert, aber das Ovfer war zu groß und deshalb war der ame- rikanische Vorschlag unannehmbar. Ich bin der Meinung, daß kein einziger Japaner bereit ist, die politischen Ziele Japans aufzugeben. Der amerikanische Vorschlag wäre gleichbedeutend mit einem Gegenvorschlag an die USA., ihre Monroe-Doktrin aufzugeben und die Philippinen sofort unabhängig zu machen. Wenn die USA in dieser Richtung denken könnten, würde die Frage äußerst einfach sein.
Weiter erklärte Matfuoka: „Wenn die USA. sich mit dem östlichen Pazifik als Einfluß- z o n e begnügen, so hat Japan dagegen nichts ein- zuwenden. Tatsächlich jedoch beklagen stch die USA., daß Japan eine Kontrolle über den west, lichen Pazifik beabsichtige. Aber rote handeln die USA. selbst? Sie bezeichnen Europa als ihre erste Verteidigungslinie und be» ziehen Zentral- und Südamerika in eine gemeinsame nationale Verteidigung ein, die von den USA. selbst konstruiert wird. Nicht zufrieden hiermit, verlachen die USA eine gemeinsame nationale Verteidigungslinie bis nach Australien und Neuseeland auszudehnen. Wenn die Dinge so weitergehen, so werden die USA. bald ganz Asien und die Südsee als ihre Ver- teidigungslinie bezeichnen. Ich erkläre, daß Japan keine Kontrolle der anderen in weitestem Ausmaß beabsichtigt. Aber in kleinerem Ausmaß will Japan eine Kontrolle durchführen. Angenom- men, Japan will den westlichen Pazifik kontrollieren, haben die USA. irgendeinen Grund, dagegen Beschwerde zu erheben?
Matfuoka ging bann auf den Abschluß des Fischerei-Provisoriums mit Sowjetrußland und des Abkommens über die Ein
Japans klare Sprache.
Bon unterer Berliner Eckriftleitung.
Der japanische Außenminister Matfuoka hat kürzlich im Reichstag die Rolle Japans und feine Mitwirkung im Dreimächtepakt so umrissen, daß in Washington und Filiale London die schon an und für sich bekümmerten Gemüter noch etwas schwärzer in die'Zukunft der angelsächsischen Pluiolratie sahen. Darauf hat vor dem Ausschuß des Repräsentantenhauses der amerikanische Außenminister Hüll ganz allgemein und mit Rooseveltschen Phrasen die Mächte des Dreierpaktes des bösesten Welt- eroberung willens und vor vor allem auch Japan bezichtigt, durch seine Aktion in der Mandschurei „den Auftakt zur Zerstörung der Grundlagen der zivilisierten Welt" abgegeben zu haben. Die Antwort Japans durch den Mund des Außenministers Matfuoka auf diesen durch nicht ö als durch die Bemühung zur Verdeckung der angelsächsischen Weltbeherrschungsziele zu erklärenden Angriff packt den amerikanischen Büffel direkt bei den Hörern. Er wird in einer Weise geschüttelt, daß man auf die Replik gespannt sein darf. Denn daß, wie Deutschland und Italien in Europa, Japan die Wahrung des ostasiatischen Großraumes gegen die Angelsachsen oornimmt, die sich in aggressiver Weise in die Angelegenheiten fremder Erdteile mischen und sie bevormunden wollen, gerade das ist Gegenstand des Ringens um eine von Deutschland, Italien und Japan erstrebte Neuordnung der Dinge, die den Ungerechtigkeiten des jetzigen Zustandes und feiner die Völker korrumpierenden und verhetzenden Folgen ein Ende bereiten will und muß.
Die USA. und England haben sich auch in Ost- asien gegen eine solche Neuordnung gewendet, der kriegerisch- Konflikt zwischen Japan und Tfchiang- kaischek ist die Wirkung gewesen. Ohne angelsächsische Unterstützung Tschiangkaischeks wäre längst in China Frieden eingekehrt und die japanischen Soldaten hätten längst China verlassen, wie es :m Novemberoertrag 1940 zwischen Nanking und Tokio auch vorgesehen ist. Jovan batte ein Lebensinteresse daran, daß das Verhältnis zu Chino geordnet und frei von angelsächsischen Storungsversuchen nrirbe. Cs hatte ferner ein unbestreitbares Interesse in der Mandschurei. Die Art, wie sich die Errichtung eines selbständigen Kaiserreichs Mondschukuo ausgewirkt hat, läßt doch darauf schließen, daß Japan tn *■■■■■■_■»■■ । " ■ —- j ■ -!->»«' L'lfüL'W setzung einer Gemischten Kommission ein. Der Außenminister stellte fest, daß die Lage sich ver, bessert habe. Unter diesen Umständen hoffe er, daß man eine klare Vorstellung über die Richtung be- kommen könne, in der sich die japanisch-russischen diplomatischen Beziehungen bewegen. Hierauf soll, ten auch England und die USA. ihr besonderes Augenmerk richten.
Konoye will den Wnakonß-kl beenden.
Tokio, 28. Ian. (DNB. Funkspruch.) In der Montagsitzung des japanischen Reichstages gab Ministerpräsident Fürst Konoye die feierliche Versicherung ab, daß er entschlossen sei, mit allen Kräften den Eh i n a kon f l i k t zu Ende zu führen. Er halte es für feine Pflicht, fein Letztes für die Bereinigung des Streitfalles daranzusetzen. Die Erklärung Konoyes wurde von den Abgeordneten mit stürmischem Beifall ausgenommen.
Prinz Itschlyo erläuterte eine Entschließung des Oberhauses, wonach Japan einen friedlichen Aufbau O st a f i e n s wünsche, was einige Nationen auch richtig verständen. Mit diesen Nationen müßten die Beziehungen immer enger geftaltet werden. Die diplomatischen Bemühungen, auch die übrigen Nationen zum Verständnis zu bringen, seien fortzusetzen. Jedenfalls müßten alle Hindern, f e, die Japan auf dem Wege zu seinem Ziel entgegenständen, beseitigt werden. Das Oberbaus werde dabei die Regierung voll unterstützen.
Der japanische Flottenchef Suyetfugu sprach am Montag über den Rundfunk zu den Japanern in Amerika. Er betonte, daß Japan keinen Krieg wünsche, aber doch aufaHes vorbereitet fei, wenn die USA. ihre Bedrohung fortsetzten. Da» Kabinett Konoye habe die Haltung Japans nach innen und außen verstärkt, und die japanische Wehrmacht setze sich entschlossen für di» Ziele der Regierung ein.
„Wunschkonzert."
(Sin Nfa-Film im Gloria-Palast.
Der Film beginnt mit einer glanzvollen Erinnerung an die letzte Olympiade In Berlin 1936; noch einmal bewegen den Zuschauer die schönen und festlichen Bilder vom Beginn eines die Welt umspannenden, friedlichen Kampfes der Nationen. Inmitten dieser Bilder setzt, zufällig und unverbindlich scheinend, die Handlung ein: die Kamera greift aus dem er real en und bewegten Wirbel der hunderttausend Menschen die zwei heraus, auf die es hier in erster Linie ankommt. Ein junges Mädel und «in junger Fliegerleutnant. Aus der zufälligen Bekanntschaft entsteht im Handumdrehen eine große Liebe; ein Bund für» Leben scheint im Zeichen der iünj Ringe, unter dem Klang der olympischen Fan- art, im Fackelschein des olympischen Feuers ge» chlossen. Aber der Zufall spielt nicht immer so liebensroürbig, und das Leden hat nicht immer Zelt, die Früchte des Zufalls reifen zu lassen: den Leutnant ruft ein plötzlicher Befehl ab, der Abschied kommt schnell und von schlimmen Ahnungen bescl-wert, die Geheimaktion, die den jungen Flieger mit der Legion Condor nach Spanien führt, verbietet ihm für lange Zeit jede Nachricht nach Hause. Das Mädchen ahnt nichts und muß glauben, daß der kurze Traum vom Glück endgültig ausgeträumt fei. Die Jahre vergehen, der Krieg bricht aus, eines Tages gibt es ein Wunschkon.<ert, und die Stimme aus dem Aether ruft dem Mädchen, bas noch immer Erinnerung und Hoffnung bewahrt, den Namen des Geliebten zu, mit Hilfe des Rundfunks knüpft sich die lange abgebrochen gewesene Verbindung neu. Aber auch jetzt ist noch ein ziemlich weiter Weg bis zum guten Ende; es gibt noch manch« durch gen Krieg geschaffenen Hemmungen und Mißverständnisse aus dem Wege zu räumen, bis die beiden endlich und für immer zusammenkommen.
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Dies ist die Hauptlime der Handlung; um sie herum rankt sich — das Drehbuch schrieb Felix Lützkendors zusammen mit dem Regisseur Eduard von Borsody — eine Fülle von großen und kleinen, ernsten und luftigen Begebenheiten in der Heimat und an der Front; eine ganze Menge von Gesichtern und Gestatten tauchen auf und ver
schwinden wieder — bunt, wie der Alltag sie mischt, Der oft für den Film geforderte Griff Ine Leben ist hier wieder einmal mit Glück und Geschick verwirklicht worden: das ist ein Verdienst des Drehbuches wie der Spielleitung; alles was hier vor- geht und sich vor uns abipielt, ist zeitnah und gegenwärtig; es ist jeder beteiligt, weit das alles unser Leben ausmacht und unsere Gegenwart, und weil viele der Vorgänge und Bilder jo typisch und beispielhaft gewählt und dargestellt sind, daß sich der Zuschauer wahrscheinlich gar nicht sehr wundern würde, wenn er mittendrin plötzlich sich selber ober ein bekanntes Gesicht auftauchen sähe ober eine vertraute Stimme vernähme. Die guten Geister der Volksgemeinschaft und der Kameradschaft find hier auf eine fympathifck>selbstverständliche Weise beschworen. und man spürt auch aus allen Szenen die Kräfte des Gemütes, der Heiterkeit und des Glaubens an unsere Sache, welche Menschen und Schicksale bewegen. Mit einem Wort: dieser Film enthält ein Stück lebendiger, deutscher Wirklichkeit, dafür sollen Autoren und Spielleiter mit dem Stabe ihrer Helfer bedankt fein. (Aus diesem Stabe mag mindestens der Mann an der Kamera, Franz Weihmayr, noch mit lobender Anerkennung genannt fein.)
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Im Sinne des Ganzen bildet auch die figuren- und namenreiche Darstellung eine seltne in sich geschlossene Gemeinschaftsleistung. Im Paar der jungen Liebenden begegnen sich Ilse Werners anmutige Innigkeit und die frische, männlich bestimmte Offiziershaltung von Carl Raddatz (man erinnert sich seiner vor allem aus tarn „Urlaub auf Ehrenwort") auf eine gewinnende Weise. Die ältere weibliche Generation wird durch Hedwig B l e l b t r e u, Ida W ü st und Elise A u l t n g e r mit Würde, mit Humor und mit Verständnis repräsentiert. Bon den vielen Gestalten, die ferner ringsum erscheinen, feien etwa Joachim B reu» necke (Leutnant Winkler), A. H. Schlettow (ein Frankfurter Metzgermeister), H H. S ch a u s u ß, Malte Jaeger, Walter Laden gast, Albert F l o r a t b , Vera H a r t e g g und Ewald Wenck als die besonders volkstümlichen Erscheinungen her- ausgegriffen — ganz abgesehen vom Wunschkonzert im ..Wunschkonzert": Heinz Go-decke braucht natürlich bloß sich selber zu spielen; und Marika Rökk, Hörbiger, Weiß Ferdl, die un* erschütterten Seeleute Rühmann« örau|e-
weiter und Sieber, Wilhelm S t r i e n z , Albert Bräu und die Berliner Philharmoniker unter Eugen Joch um. — (Ufa.)
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Dazu die neue Wochenschau. Einiges aus dem vielseitigen Inhalt: Hermann Görings 48. Geburtstag; Abschluß neuer deutsch-russischer Wirtschaft-- abkommen in Moskau; Musjert-Bewegung in Holland Fischfang bei den Lofoten; Berliner Kunstausstellung; Gefechtsübung der Kradschützen; Flak- Scheinwerfer; Oberstleutnant Gallands 87. Abschuß.
Ham Thyriot.
Einer hatIrlaub.
Erzählung von Georg A. Lebemann.
Oben am Hochmeer, wo der Firstenweg die Kurve nach Breitenlehn macht, wohnt der Hausler Gerlach mit seiner großen Familie. Vor Dem Kriege sahst du ihn auf spärlichem Acker, wie er den Pfug durch die Zeile stieß ober die Sauerwi-esen mähte. Hier herauf kam feiten jemand, hier waren Die Sommer so kurz und die Winter lang und hort.
Die Gerlachs sind ruhige Leute, die horchen gern in den Wind hinaus, der aus Fichtenwäldern herübe rstr eicht, sie lieben Dert Geruch, Der aus Der Erde steigt, aber mit Worten sind sie karg.
Hermann Gerlach tft auf Urlaub da. Vorn an der Tür liegt sein Tornister und die Gasmaske. Nach diesen gewaltigen Märschen durch Belgien, nach all Dem Kämpfen und Siegen sitzt er wieder auf seiner Einöde und horcht auf Den stillen Schlag Der Uhr. Es ist doch wunderbar, daheim zu fein, die jungen Gesichter sind um ihn herum und suchen bei ihm die Spuren des Krieges, vom Uebergang über die Schelde bei Andernaarden oder Die Kämpfe bei Men in. Nein, da ist nichts zu sehen in seinen Zügen. Nur das schwarzweißrote Bändchen des Eisernen Kreuzes schmückt seine Brust.
Nun ißt er mit seinen Kindern und bricht das Heimatbrot mit seinen Derben Händen. Ein Jahr ift's nun, daß er fort ging von zuhause, erst nach Polen und bann nach dem Westen.
Dem Haus wuchs in Der Zeit ein Kälbchen zu und auch sonst ging nichts abwärts. Claus, der kleinste Gerlach, ist nun zwei Jahre alt und trägt blaue Höschen. Am Waqenschuppen ist eine neue Tür, o ja, die Frau hat dazu getan, was sie mst ihrer
Kraft vermochte, sie hat gearbeitet und das Haus treu gehütet. Der Gerlach ist zufrieden mit seinem Urlaub. Arn Abend, nachdem die Kinder zu Bett gebradjt sind, gehen sie mitetnanDer den Firstenweg hinab.
Ganz ruhig ist die Natur, niemand mag sprechen, wenn Der Wind geräuschlos mit den Riedgräsern spielt. Sie haben Da nie gesprochen, auch früher nicht. Die Frau lehnt an seinem Arm und geht so neben ihm. Er sieht die schwarzen Waldberge, Da Drüben über dem Tal Auf Dem Hochmoor flimmert Die Lust, es ist als wenn geheimnisvolle Schleier, wesen übers Moor tanzen, sie sind nicht fürchterlich und keine toten Seelen, der Gerlach und sein Weib, sie kennen das.
Er hat da draußen manchmal an sein Moor ge, dacht, in Nächten, die voll Lärm waren. Durch hundert und aber hundert Gefahren hat er sich geschlagen, aber er hat ihrer nicht geachtet, nur wenn in Den flüchtigen Stunden Der Rast die Gedanken kamen, Dann war es diese Heimat, durch die er jetzt schreitet, dann war es fein Moor, das ihm vertraut ins Bewußtsein kam.
Neben ihm geht die stille, treue Frau Er fühlt Die Wärme ihres Blutes, riecht den Duft ihres Haares. „Ja, du hast Dazu getan, Anne. Die Kinder — und die neue Tür am Wagenschuppen — und auch sonst —
Lange Schatten fallen schon über Die Landschaft und unten im Dorf brüllen die Kühe. Der Schmied hat seinen letzten Amboßschlag längst getan und sitzt beim Krugwirt. Auch Der Hermann Gerlach führt seine Frau zum Krugwirt. Und immer halten sich zwei Hände fest umschlungen.
Als es Nacht ist, gehen sie nach Hause, hinauf in Die Nachbarschaft des Moores. Die Torffooden liegen aufgeftapelt, wie lange, schwarze Tierrucken rechts des Weges. Manchmal klingt ein flaut, ein Vogelruf ober ein fernes Bellen. Am Himmel sind Sterne. Das Haus zeigt feine Umriffe.
„Morgen mach' ich zwei Fuhren Torf. Ist Doch wohl aut, Anne?"
„O Jar sagt sie. „Wirst chn gut abgeben 1*
Sie gehen in das Haus. Morgen wird Gerlach arbeiten, morgen und übermorgen. Dann wird er wieder den Tornister aufhucken und Abschied neh« men. Denn drüben im Westen sind feine Kameraden. Der Wermg Paul. Der Psüller Jakob. Der Tronnt Max.


