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Deutschlands und seiner europäischen Freunde zum Kampf gegen die bolschewistische Mili - t ä r m a ch t. Es ist, um die Bedeutung dieses Er­eignisses zu veranschau^chen, auf die' Größenver­hältnisse dieses Kampfes hingewiesen worden, die alles bisher Bekannte übersteigen. Zu noch größe­rem Tiefsinn werden svätere Geschlechter angeregt werden, wenn die Geschichtsschreibung ihnen ver­gegenwärtigt, daß ein alter Kontinent, der 2000 Jahre hoher Kultur, verfeinerter Kunst, tiefgrün­diger Philosophie und Jahrhunderte einer den Men­schen stark beansvruchenden städtischen Zivilisation sein Erbe nennt, die Kraft nicht nur zu einer ehren­vollen Verteidigung, sonvern zu einem elemen­taren Angriff gegen das Ungeheuer im Osten besaß. Welch eine Fülle von Entschlüssen, welch eine geistige Spannweite vom weltabgewandten Denken bis zum ursprünglichen Kämpfen in Wäldern und Sümpfen, welch eine Lebenskraft haben Raum in der Brust des deutschen und abendländi­schen Menschen! Es hatte früher Männer und Zei­ten in England gegeven, denen ein Kampf Europas gegen den Osten gleichzeitig ein hohes eigenes Interesse zu bedeuten schien. Als aber der Kampf nun Wirklichkeit wurde und die Völker Europas zusammentrieb, wurden wir Zeuge eines Erlebnisses, das als schmerzhafte Erfahrung im Gedächtnis künftiger europäischer Geschlechter haften bleiben wird. Nach dem erzwungenen Rückzug aus Europa, den England nach den Kämpfen im Westen und auf dem Balkan antreten mußte, vollzog es im Sommer 1941, in der Rettungsstunde des Abendlandes, freiwillig die innere Trennung von Europa und verbündete sich mit dem Zerstörer der Kultur. Es kann kein Zweifel daran bestehen, daß Englands Gesicht dadurch verändert wird. Die herrschende Schicht hat Geister gerufen, die sie nicht wieder los wird. Die Engländer, die ihre abend­ländische Verbundenheit nickt verleugnet haben, sind der geistigen Heimat beraubt worden. Den europäi- schen Nationen, die früher in der englischen Ge­dankenwelt lebten, ist durch Englands Verhalten allerdings manche Entscheidung erleichtert worden.

Während also im Jahr 1941 der europäische Kontinent sich höher aus den seit Jahrhunderten von Osten und Westen heranbrausenden Fluten heraushob, senkten sich die Gestade des englischen Reiches an vielen Stellen und boten sich fremder Ueberflutung dar. Machtpolitisch, geographisch und geistig zeigte sich England zum Rückzug vor seinen Verbündeten, zunächst und vor allem vor den USA., dann aber auch vor dem Sowjetsystem bereit. Im Atlantik, in Südamerika, in den eigenen Dominien, in Indien und in Interessensphären, wie Iran, und nicht zuletzt im eigenen Lande gab es Bei­spiele für die englische Resignation, die mit dem Rückzug aus Europa einherging. Darin kündeten sich die ersten Anzeichen eines Absinkens des Em­pires in die Vergangenheit an.

Große Reiche sterben aber nicht, ohne daß die Erde bebt. Und auch neue Mächte können sich nicht, wie optimistische Amerikaner glaubten, auf leisen Sohlen in die Weltgeschichte einschleichen. Das alte Jahr legt sich nicht zur Ruhe, ohne uns auch diese Lehre vor Augen geführt zu haben. Japan und die Vereinigten Staaten traten unter phan­tastischen Umständen in den Krieg ein. Alle fünf Erdteile und sieben Meere sind nun vom Schlach­tenlärm erfüllt. Es ist schwer, zu glauben, daß es noch um das Schlicksal einzelner Nationen gehe. Es klingt überzeugender, wenn gesagt wird, es gehe um das Schicksal des Menschen als Art.

Nach einem Rückblick auf das alte Jahr besteht das Verlangen nach einer Schau auf das neue Jahr. Der Mensch steht witternd in der Zeit und sucht das herannahende Geheimnis zu erkennen. Eine Prophezeiung von Ereignissen im Stil astro­logischer Voraussagen wäre ebenso müßig wie das < Verlangen danach schwächlich ist. Es ist belanglos

§u wissen, was bevorsteht. Es ist aber nicht belang los, klar zu sehen, was um uns vorgeht und wie der Mensch beschaffen sein muß, der sich in diesem Geschehen behaupten will. Wir durchschreiten eine Geschichtsepoche, in der d i e Fragen wieder wich­tiger sind als die Antworten, und die sich nicht an­maßt, die Welträtsel lösen zu können. Diese Abkehr vom Optimismus verlangt nach Menschen, die die Kraft haben, die Probleme zu erleben. Nicht das größte Glück der größten Zahl, das der Marxismus predigte, sondern die Reife der Erkenntnis ist das höchste Ergebnis, das sich der politische Mensch wünschen kann/ Es wäre verhängnisvoll, die geistige Auseinderseßung mit der Zeit Einzelgängern zu überlassen. Denn der Verzicht auf Erkenntnis würde zu einer Entartung des Wirklichkeitssinnes führen, die, wie wir in den letzten Jahren erlebt haben, bei einer Reihe von Nationen eine der Hauptursachen katastrophaler Niederlagen wurde.

Unsere Generation kann es sich um so weniger leisten, auf die Erkenntnisse der Vorgänge um uns zu verzichten oder sie nur in der Schwarzweiß-Be­leuchtung überkommener Vorurteile zu sehen, als ein Kennzeichen der Zeit das Zerbrechen ererbter Formen ist, die sonst für das Durchschnittsdenken Jnhaltspunkte bieten. Machtvolle Einzelpersönlich­keiten haben die Welt in Bewegung gebracht. Aus gesicherten Verhältnissen entstandenes Gewoynheits- denken vermag nicht mehr, eine klare Beobachtung der neuartigen Ereignisse zu gewährleisten.

Obwohl der Krieg noch im Gange ist, merken wir an dem Leben, das sich überall mächtig regt, daß die Arbeit schon im Zeichen künftiger Möglich­keiten steht. Die militärischen Taten haben neue Betätigungsfelder geschaffen. Diese rufen nach Men­schen. Es wird der Uebergang von einem vorwie­gend militärischen zu einem vorwiegend anders ge­arteten Aktivismus kommen. Wie soll dieser beschaf­fen sein? Von vielen Schattierungen abgesehen, wird jeder nichtmilitärische Beruf vor allem mit einem Sinn für das Politische ausgefüllt wenden müssen. In anderem Maße als vor diesem Kriege treten politische Fragen an Menschen heran, die sich ihnen früher entziehen konnten. Wenn der Deutsche in den großen Gebieten Europas, in denen das Schwert entschieden hat, nicht versagen will, dann darf sich die politische Weltfremdheit und unmänn­liche Schwärmerei vergangener Jahrhunderte nicht wiederholen. Damit ist auch gesagt, daß die poli­tische Erkenntnisfähigkeit, die wir als erforderlich ansehen, nicht in einer passiven und unbeteiligten Beobachtungsgabe von Menschen bestehen kann, die abdanken undvon oben herab" urteilen,' sondern nur die nötige Präzision erhält, wenn sie die scharfe Urteilskraft des aktiven politischen Menschen dar­stellt, der mitten in den Ereignissen steht. Es waren immer Zeiten innerer Schwäche, in denen man Grund hatte, sich über mangelnde Beteiligung der Besten an der Politik zu beklagen. Aus dem Rom der nachcasarischen Zeit, ja sogar aus der Zeit Cäsars selbst, wird diese Beschwerde überliefert. In unseren Tagen erleben wir zum allgemeinen Schaden, daß sich gute Elemente in den Vereinigten Staaten von der Politik abwenden, weil sie ihnen, wie man öft hören kann, alsschmutziges Geschäft" gilt.

Die Forderuitg nach dem politischen Menschen ist

groß und ernst: sie tft aber nicht cmsschNeßlich'. Sie­ben dem politischen Können wird eine ständige mi­litärische Bereitschaft ein Kennzeichen un­serer Zeit bleiben. Die hochentwickelte Technik kann die Völker Ueberafchungen aussetzen. Die Weiträu­migkeit der Politik hat den Einsatz so erhöht, daß kein führendes Volk auf den Gebrauch des militä­rischen Instrumentes als Argument der Diplomatie verzichten wird. Abrüftungs- und Völkerbunds- Träume haben in einer Zeit, in der ganze Erdteile gegeneinander antreten, kein Gewicht mehr. Das be­deutet nicht, daß die letzten Entscheidungen in mili­tärische Hunde gelegt werden. Unsere Zeit scheint die Lehre wohl verstanden zu haben, daß die Poli­tik das letzte Wort haben muß. Es bedeutet aber, daß ein Volk oder ein Raum, welcher bestehen will, auf die Beherrschung der militärischen Mittel ebenso wenig verzichten kann wie auf die Beherrschung aller anderen zeitgemäßen Mittel, wie Nachrichten­dienst, Propaganda, die letzten technischen Erfin­dungen oder eine moderne Wirtschaft.

Es gab Zeiten, in denen die Völker es sich erlau­ben konnten, sich zu spezialisieren. Den Engländern trug das den Ruf eines unmilitärischen Volkes ein. Sie ersetzten stehende Heere durch Diplomatie. Die Gegenwart verlangt von jedem Volk eine totale Beherrschung der Mittel. Den Engländern ist das vor kurzem erneut klar geworden, als sie vor der Malaiischen Küste zwei Schlachtschiffe in wenigen Minuten durch einen Gegner verloren, der die Be­herrschung der Mittel, in diesem Fall die Kombi­

nation und Ausnutzung verschiedener Flugzeug- typen, besser verstand als sie. Es ist ein schlechtes Zeichen für den Selbstbehauptunaswillen des Eng­länders, daß er solche Lehren über den Gebrauch der Selbsterhaltungsmittel nicht schon aus der Re­volutionierung der Kriegführung zog, der er in Nor­wegen, Frankreich, Griechenland und Kreta begegnet ist. Er vergißt leicht, daß es nicht genügt, eine große Zahl von Flugzeugen zu bauen. Man muß sie auch so einsetzen können, daß die letzten in ihnen liegen­den Möglichkeiten erschöpfend ausgewertet werden. Dazu gehört eine hochgezüchtete, durchgeistigte, mili­tärische Führung, ohne die eine moderne Großmacht nicht so sicher dahinleben kann, wie es in früheren Jahrhunderten möglich war.

Die Anforderungen an ganze Völker und an die einzelnen Menschen steigen. Uns stehen keine be­quemen Zeiten bevor, die etwa für gemächliche Völ­ker, wie Mols Hitler sie in seiner letzten Rede nannte, geschaffen wären. Da aber Europa den Sprung nach Osten gewagt hat, statt daß sich der Osten über Europa wälzt, steht den Völkern und Menschen, die der Härte gewachsen sind, e i n neues Feld offen. Dadurch sind für Erschütterun­gen, die von Ereignissen in anderen Teilen der Welt ausgehen können, etwa von einem Zerfall des bri­tischen Empires, rechzeitig Auffangmöglichkeiten ge­schaffen. Der Weltblick weitet sich und der Sinn für das Geschichtliche schärft sich. Das muß so sein. Denn die Weltgeschichte ist das Weltgericht.

Wolfgang Straede.

'ft

ie Hongkong kapitulierte.

Tokio, 26. Dez. (Europapreß.) Das japanische Oberkommando meldet, daß die Einnahme von Hongkong vollständig durch geführt worden ist. Der Armeepresseoffizier des japanischen Hauptquartiers sprach im Rundfunk über die Be­deutung des Falls von Hongkong, das nach genau hundertjährigem Besitz in Ja­pans Hände gefallen sei. Die Insel Hongkong, die samt den sie umgebenden Inseln modernste Befesti­gungsanlagen aufweise, sei von 22 000 Mann, dar­unter 5000 Freiwilligen, verteidigt worden. Die ja­panischen Truppen hätten den acht Kilometer tiefen, starken Derteidiaungsgürtel der Hongkong vorge­lagerten Halbinsel K a u l u n, bereits fünf Tage nach Kriegsausbruch durchbrochen. Nachdem mit Rücksicht auf die 1,4 Millionen zählende Bevölke­rung von Hongkong von den japanischen Streit­kräften zur kampflosen Uebergabe aufgefordert wurde, diese aber abgelehnt worden sei, wären die japanischen Truppen am 18. Dezember auf der Insel Hongkong gelandet. Sie besetzten ein Fort nach dem anderen und griffen dann die letzte Artilleriestellung der Engländer auf der Dit­to riahöhe an. Hier leisteten die Engländer bis zu­letzt Widerstand. Am Donnerstag endlich bot der britische Gouverneur die Kapitulation an, nachdem ihm die militärischen Befehlshaber eröffnet hatten, daß kein weiterer Widerstand geleistet werden könne. Die englischen Truppen waren völlig ein­gekesselt worden. Unter den britischen Verteidigern befanden sich 13 000 Mann reguläre Truppen, in der Hauptsache Inder, ferner 5000 Freiwillige und 4000 bewaffnete Polizisten. 2000 Kanadier waren noch am 16. November zur Verstärkung eingetroffen. Die Festung selbst besaß Verteidigungsanlagen, die 8 km tief gestaffelt waren. Jede der Hongkong um­gebenden Inseln war eine Festung für sich. Das Befestigungssystem von Hongkong selbst setzte sich aus zahlreichen Forts, Bunkern, Infanterie- und Artilleriestellungen zusammen. In den Gewässern um die Insel waren ausgedehnte Minenfelder aus­gelegt worden.

Aus den Frontberichten japanischer Kriegsbe­richter werden Einzelheiten über den Fall von Hongkong bekannt. Als japanische Soldaten gegen einen noch vom Feinde besetzten Hügel vorgingen, stellten sie fest, daß der Gegner bereits das Feuer eingestellt yatte. Gegen 17 Uhr am Donnerstag erschienen vier englische Offiziere auf der Spitze dieses Hügels mit einem Bambusstock, auf dem eine weiße Fahne befestigt war. Die Eng­länder wurden an die nächstgelegene japanische Kommandostelle geführt, wo sie sich als Vertre­ter des Gouverneurs von Hongkong vorstellten. Da die britischen Offiziere jedoch nicht ausreichende Vollmachten vorweisen konnten, wur­den sie von japanischen Offizieren ins japanische Hauptquartier gebeten, das den Gouverneur von Hongkong und den britischen Kommandierenden General Malthy aufforderte, vor den japanischen Linien zu erscheinen. Gegen 17 Uhr tauchten dann an vielen Punkten der englischen Linien weiße Fahnen auf und bald darauf erschien auch der Gouverneur in Begleitung von vier Stabsoffizieren. General Maltby wurde dann in das Peninfular- hotel nach Kaulun geleitet, wo die Uebergadever- Handlungen eingeleitet und die japanischen Kapitu­lationsbedingungen von den Briten angenommen wurden. Sie umfaßten drei Punkte:

1. Zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ord­nung werden japanische Truppen auf Hongkong ft a t i o n i e r t

2. Die Engländer übernehmen die Verantwortung für die Einstellung der Feindseligkei­ten und für die Verhinderung von unerwünschten Zwischenfällen.

3. Die Entscheidung über die anderen Fragen bleibt für später vorbehalten. Die 6000 Mann bri- ritscher Soloaten müssen bis Freitag 12 Uhr Orts­zeit entwaffnet fein.

Im Hafen von Hongkong wurden auch vier sow­jetische Frachter von dem Kriegsausbruch überrascht. Ein Frachter mit 3000 BRT. wurde im Laufe der Kampfhandlungen versenkt, während die drei übri­gen Sowjetfrachter sich nach dem Fall der Kron­kolonie unter japanischen Schutz begaben.

Bei den Kämpfen um die Insel Hongkong haben die Japaner als 'neugebildete Spezialtruppe Schwimmende Soldaten" eingesetzt. Don ihnen heißt es, daß ihr zäher Mut unb Angriffs­geist erst die Landungen der Transportschiffe er­möglichte. Ständig unter dem Feuer der britischen Besatzungstruppen durchschwammen sie die tausend Meter breite, minenoerseuchte Lymoon-Enge. Durch Gewehrschüsse brachten sie unter Einsatz ihres Lebens die Minen zur Explosion und schufen damit freie Bahn für die nachfolgenden japanischen Transporter. Die strategischen Schwie­rigkeiten bei der Landung auf Hongkong werden inTokio Nicht Nicht" erläutert. Es heißt da, daß nur der unvergleichliche Todesmut der japanischen Truppen es ermöglicht hat, auf der modern befestig­ten Insel Fuß zu fassen. Diese Landung sei in der Kriegsgeschichte bisher unerreicht.Aus diesem Siege Japans", so schließt das japanische Blatt, werden Großbritannien und die bereinigten Staa­ten lernen müssen, daß die japanische Wehrmacht fähig ist, dank ihrer Führung, ihrer Ausrüstung und ihrem Geiste jeglichen Widerstand zu brechen?

Mit der Kapitulation der britischen Truppen in Hongkong ist der nördliche Eckpfeiler des vielge­rühmten britischenstrategischen Dreiecks" zusam­mengebrochen, ungehemmt kann sich die japanische Flotte gegen Malaya und die polnnesische Inselwelt auswirken. Auch Hongkongs Rolle im China-Kon­flikt hat nun ihr Ende gefunden. Es war der Aus- gangspuükt für die englischen und amerikanischen Lieferungen von Rüstungsmaterial an Tschiang- kaischek. Allein zwischen Januar und November dieses Jahres wurde über Hongkong für über 2,5 Milliarden Pen Material an Tschungking geliefert, während über die Burmastraße nur für rund eine halbe Milliarde ging. Nach Hongkongs Fall ist daher die Verbindung Tschungkings mit der Außenwelt in der Hauptsache abgeschnitten. Der Weg über Indien ist weit und führt durch schwie­riges Gelände, und die Burmastraße wird jetzt von den Japanern ernstlich bedroht. Mit Recht betont daher die japanische Presse, daß ein wichtiger Stütz- punkt für die Invasion Englands und der USA. in Ostasien zerstört sei.

Erneute japanische Angriffe auf Rangun

Tokio, 26. Dez. (DNB.) Die Armee-Abteilung des kaiserlichen Hauptquartiers gibt bekannt, daß am 25. 12. 40 britische Flugzeuge abge­schossen, acht weitere am Boden in Brand ge­setzt und das Elektrizitätswerk Ranguns vollständig zerstört wurden. Japanische Kampf- und Jagdflugzeuge haben einen weiteren Massenangriff auf Rangun unternommen, wobei auch auf dem Flugplatz schwere Beschädigungen angerichtet wurden. Acht japanische Flugzeuge werden vermißt.

Heimat und Front.

ReichSminister Or. Goebbels sprach am Heiligen Abend im Rundfunk.

Berlin, 25. Dez. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels hielt am Heiligabend über den Groß- deutschen Rundfunk eine Ansprache. Er wandte sich darin als Sprecher der Heimat in der Hauptsache an unsere Soldaten. Allen, die dieses Kriegsweihnachten fern von zu Hause, getrennt von ihren Lieben an der Front oder irgendwo in der weiten Welt begehen müssen, übermittelte Dr. Goeb­bels Grüße und innigste Wünsche. Wenn die Hei­mat auch jetzt wieder ein drittes Kriegsweihnachten, zwar karger und viel bescheidener als sonst, aber doch beschützt und abgeschirmt gegen die Drohungen unserer Feinde, begehen könne, so müsse sie dafür denen danken, die sie verteidigten, ihren Männern, Vätern und Söhnen, die draußen stehen und in fernen Ländern und unter fremden Völkern erst recht einsehen lernten, was sie an ihrem Vaterland und ihrem Volke haben. Die Heimat sei der feste Pol, um den auch heute all ihre Gedanken und Wünsche kreisten. Es müsse ihr größter Stolz ge­rade in dieser Stunde sein, daß sie diese Heimat beschützten und vor der Furie des Krieges bewahr­ten.

In Worten wärmster Anerkennung wandte sich Dr. Goebbels an seine vielen auslandsdeut­schen Hörer.Sie leben oft in einer vollkom­men fremden, um nicht zu sagen feindlichen Welt. Es darf uns nicht wunder nehmen, daß wir Deut­schen von heute, weil wir unsere Lebensrechte ver- teibigen, draußen nicht immer beliebt snd. Dort um­

gibt unsere Volksgenossen oft Neid und Mißgunst, Haß und Verfolgung. Wir zu Hause erfahren davon nur gelegentlich aus den Zeitungen. Unsere Aus- landsoeutschen aber erfahren das täglich am eigenen Leibe. In einer hoffnungslosen Minderheit stehen sie dem Trommelfeuer der deutschfeindlichen Pro­paganda ausgesetzt, werden verhöhnt, drangsaliert, mit schimpflichen Haussuchungen bedacht und ver­haftet. Wofür anders ertragen sie das mit Stolz und Würde als für uns, für ihre Heimat, die sie genau so und bewußter noch lieben als wir und für die sie sich mit ganzer Hingabe einsetzen?

,Heute weiß die Heimat, was sie denen schuldig ist, die sich mit ganzer Kraft für sie einsetzen. Wie sie uns nicht im Stich lassen, so werden wir sie nicht im Stich lassen. Die Heimat wäre der harten und schweren Opfer, die heute Millionen Menschen für sie bringen, gar nicht wert, wenn sie nicht immer­fort bestrebt märe, sich ihrer würdig zu erweisen."

Niemand sei wohl unter uns, der nicht an diesem Abend seine Blicke nach oben lenkte. Der Krieg habe uns nicht nur gelehrt, stark zu fein vor unseren Feinden, sondern auch demütig zu sein vor unserem Schicksal über uns. Nach den erhebenden Stunden des Weihnachtsabends mit Besinnung und festlicher Ergriffenheit kehrten wir nun alle wieder zu den Sorgen und Plagen, Lasten, Opfern und Entsagun­gen des Alltags zurück. Noch freudiger aber als bis- her würden wir ihn hinnehmen. Wir wollten keine Minute vergessen, daß wir allein die Verantwortung

tragen, feder an seinem Platz, und daß es von uni serem Kampf und von unserer Arbeit abhänge, ob der Sieg bald unser sei. ,^Jm Gedanken an den Führer, der auch an diesem Abend allgegenwärtig ist da, wo Deutsche zusammensitzen, werden wir uns um das Vaterland stellen. Es soll größer, schöner und erhabener aus diesem Kriege hervorgehen. Cs soll die stolze und freie Heimat für uns alle sein. Das wollen wir in dieser Stunde dem Führer ge­loben. Er kann sich auf sein Volk an der Front, in der Heimat und in der weiten Welt verlassen. Cr führe uns, wir folgen ihm.. Von keinem Gedanken des Zweifels belastet, tragen wir hinter ihm die Fahne und das Reich, Fahne und Reich sollen rein und unversehrt fein, wenn die große Stunde des Sieges kommt."

Der Leiter der Auslandsorganisation der NSDAP., Gauleiter Bohle, sprach am Weih, nachtsabend über die deutschen Kurzwellensender zu den Ausländsdeutschen und den deut­schen Seeleuten in aller Welt. Gauleiter Bohle ge­badete dabei besonders herzlich der Leiter der ihres Deutschtums wegen internierten Auslands, deutschen und übermittelte allen Deutschen im Aus. land die Grüße der Heimat.

Dank den Ettern und Soldaten.

Berlin, 24. Dez. (DNB.) Reichsjugendführer A x m a n n sagte in einem Weihnachtsaufruf an die Hitlerjugend u. a.: Wenn heute abend an den Bäu­men die Lichter brennen und sich die Stube mit fest­lichem Glanze füllt, dann wandern unsere Gedanken hinaus zu den namenlosen Kämpfern, die an allen Fronten auf einsamem Posten für Deutschland stehen. Aber die Herzen des ganzen Volkes und der Jugend sind bei ihnen. Wir denken an die Kame­raden in den Lazaretten, die nicht mit Verbitterung, sondern mit fröhlichem Stolz die schweren Wunden dieses Krieges tragen und in denen nur der eine Wunsch brennt, bald wieder draußen zu fein. Wir öffnen unser Herz dem Gedenken der Gefallenen, die durch das Opfer ihres eigenen Lebens unsterb­lich geworden find. Und mit Liebe umfangen wir ihre Hinterbliebenen Frauen, Bräute, Mütter, Väter und Geschwister.

Vor allem aber hat uns wieder das Ver­trauen der Eltern glücklich gemacht, mit dem sie unsere Arbeit trotz der kleinen Schwächen des Alltags ausgezeichnet haben. Zu Weihnachten dan­ken wir ihnen, die unserem Volk so tapfere Sohne aaben, mit aufrichtigem Herzen dafür. Ihr selbst­loses Dasein für uns wollen wir lohnen mit Be- scheidenheit, Gehorsam und Fleiß, und ihnen in die Hand versprechen, daß wir ihnen recht viel Freude machen. Eltern und Jugend leben in einer starken und unerschütterlichen Zuversicht, denn die Zukunft kann uns nichts anderes bringen als den Sieg. Und wenn uns die Welt nach den Gründen fragt, so sagen wir: Weil uns der Herrgott unseren Führer gab.

Oie Weihnachtsfeier der Alten Kämpfer in München.

München, 24. Dez. (DNB.) Am Nachmittag des 24. 12. versammelten sich im Löwenbräukeller wieder wie alljährlich viele der Alten Kämpfer, die auf ihren Posten in der Heimat ausharren müssen, um als Gäste des Führers an tannengeschmückten Tischen und vor den Lichtern des Weihnachtsbaumes die Führerweihnacht der Alten Kämpfer zu begehen. Gauleiter Adolf Wagner überbrachte die herz­lichen Grüße und Wünsche des Führers. Front und Heimat seien getragen von der nationalsozialistischen Idee, ihm zu helfen und alles freudig einzusetzen, um die Zukunft der deutschen Nation zu sichern. Die alten Nationalsozialisten seien immer des Füb- rerwortes eingedenk, daß er von seinem Volke nie mehr fordere, als er selbst zu tun bereit ist. In uns brenne nur ein Gedanke, und das fei der Sieg.

Or. Goebbels am Heiligabend in einem Berliner Lazarett.

Berlin, 24. Dez. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels besuchte am Heiligabend die Verwundeten eines Berliner Lazaretts. Die Heimat wisse heute, so erklärte Dr. Goebbels, daß die Lasten und Ent­behrungen, die der Krieg ihr auferlegte, verhältnis­mäßig geringfügig feien gegenüber den Opfern, die unsere Soldaten auf sich nehmen müßten. Den Ver­wundeten, als den Ehrenbürgern der Nation, be­zeuge das deutsche Volk seine ganze Dankbarkeit, die diesmal nicht aus leeren Worten bestehe. Die nationalsozialistische Staatsführung sehe es als ihre Ehrenpflicht an, denen eine gesicherte Zukunft zu geben, die ihre Treue zu Führer und Volk mit ihrem Blute besiegelten. Die Opfer der Front wür­den der Heimat eine ständige Mahnung sein.

Todesurteile

im bulgarischen Hochverratsprozeß.

Sofia, 26. Dez. (Europapreß.) In dem Hoch» verratsprozeß gegen die Derschwörergruppe Dr. D i m i t r o f f wurde Dimitroff, der für die Nacht aum 13. Avril 1941 einen Staatsstreich mit Hilfe der englischen und jugoslawischen Gesandtschaft in Sofia vorbereitet hatte, wegen Hochverrats zum Tode verurteilt, ferner die im Ausland befindlichen fünf Mitangeklagten Ausländer sowie der flüchtige Bulgare Kostoff. Vier Bulgaren, die sich in Hast befinden, wurden ebenfalls zum Tode, vier weitere zu lebenslänglichem Kerker und 18 zu Kerkerstrafen von 15 bis eineinhalb Jahren verurteilt. Zwei An­geklagte wurden freigesprochen.

Kleine politische Nachrichten.

Bei den harten Kämpfen im mittleren Abschnitt der Ostfront fand am 21. 12. der Kommandeur einer Infanteriedivision, Generalleutnant Bergmann, den Heldentod. In Ingolstadt 1893 geboren, hat er sich im Ostfeldzug durch persönliche Tapferkeit be­sonders ausgezeichnet.

Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehr­macht verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichsmarschall Göring, das Ritter­kreuz an: Feldwebel Koeppen, Flugzeugführer in einem Jagdgeschwader. Er hat im Kampf gegen die sowjetische Luftwaffe gegen einen oft zahlen­mäßig überlegenen Gegner 40 Luftsiege errungen.

In den späten Abendstunden des 24. Dezembtt versuchte ein britischer Geleitzug von Norden y Dover zu erreichen. Deutsche Fernkampfbatterien nahmen den Geleitzuq von der Kanalküste aus unter Feuer und zwangen ihn zur Umkehr.

Der Reichserziehungsminister hat angeordnet, dah die Taten der Ritterkreuzträger, wtt es im Rahmen der wehrgeistigen Erzieyrmg öer